Klassik / Alte Musik

Vollmond-Klaviernacht mit Ragna Schirmer

6. September, 20 Uhr, Grimma-Kaditzsch, Denkmalschmiede Höfgen

Sie gilt als eine der besten Pianistinnen Deutschlands. Bei nationalen und internationalen Klavierwettbewerben gewann sie 15 erste Preise, erhielt zweimal den begehrten Titel "Bachpreisträgerin“, trat mit den Münchner Philharmonikern unter Zubin Mehta auf, dem Orchestre National de France unter Kurt Masur und dem Gewandhausorchester unter Herbert Blomstedt. Engagements führten sie in die bekanntesten Konzertsäle Europas und zu renommierten Festivals, ihre zahlreichen CD - Einspielungen wurden europaweit mit höchster Anerkennung rezensiert. Technische Brillanz gepaart mit poetischen und eleganten Interpretationen ohne pianistische Effekthascherei zeichnen Ragna Schirmers einzigartiges Klavierspiel aus.
In der „Vollmond-Klaviernacht“ ist die Pianistin mit einem Schubert-Liszt- Programm im Kaditzscher Vierseithof open-air zu erleben. Bei Regen findet das Konzert in der Galerie statt.
Karten im Vorverkauf: www.hoefgen.de sowie an Reservix-VVK-Stellen


Sinfonieorchester Smetana gastiert in Freyburg/Unstrut

Das Sinfonieorchester – Smetana Philharmoniker Prag – gegründet 2004, gehört heute zu den profilierten Ensembles seiner Art. Die Musiker stellen eine geglückte Mischung aus Erfahrung und jugendlichem Elan dar.
Mitreißender Schwung, Begeisterungsfähigkeit, Musikalität und Professionalität. Das alles und viel mehr zeichnet die Musiker der Smetana Philharmoniker Prag aus. Teamfähigkeit in jeder Hinsicht, vor allem in künstlerischer, ist hier an erste Stelle gesetzt.
Hochkarätige internationale Gesangssolisten präsentieren ein abwechslungsreiches Konzertprogramm mit den schönsten Arien und Duetten aus den beliebtesten Opern von Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini, Gioachino Puccini und anderen großen Komponisten.
Liebhaber des italienischen Opernfachs sollten sich das Konzert am 01.10.2017, Beginn 17.00 Uhr, im Lichthof der Rotkäppchen Sektkellerei in Freyburg, keinesfalls entgehen lassen.
Internationale Solisten: Bertha Granados - Sopran, Johanna Krasuska - Mezzosopran, Razvan Sararu -Tenor, Kyubong Lee - Bariton, Dirigent: Hans Richter
Sonntag, 1. Oktober 2017, 17 Uhr, Lichthof der Roktäppchen Sektkellerei in Freyburg
Tickets: Tel.034464/ 34122
www.rotkaepppchen-sektkellerei.de


Leipzig: Gewandhaustag am 2. September

Jubiläumssaison des Gewandhausorchesters startet mit zwei wichtigen Neuerungen im Spielplan

Der traditionelle Gewandhaustag (2. September, ab 15 Uhr) wird nicht nur in der Leipziger Innenstadt die Gäste erfreuen, sondern bekommt wechselnde Außenspielstätten -  in diesem Jahr wird dies der Stadtteil Grünau sein. Diese Erweiterung der Spielorte des Gewandhaustages in die umliegenden Stadtviertel geht einher mit einem anschließenden Stadtteilprojekt, das von der Musikvermittlung IMPULS des Gewandhausorchesters über die gesamte Saison mit Anwohnern des jeweiligen Viertels  estaltet wird. Das Gewandhausorchester erweitert auf diese Weise seinen musikvermittelnden Aktionsradius mit langfristigen Projekten über den Konzertsaal hinaus in die Stadt hinein.
Die zweite wesentliche Neuerung ist die Ernennung eines Gewandhauskomponisten für eine Saison. Der Titel wird in der Saison 2017-2018 erstmals vergeben und dann im Zweijahresrhythmus. Der erste Gewandhauskomponist wird Jörg Widmann sein. Die Gewandhauskomponisten stellen sich dem Publikum stets in verschiedenen Facetten vor: Bereits bestehende Kompositionen unterschiedlicher Gattungen erklingen im Spielplan, die Komponisten werden in Gesprächskonzerten auftreten und sie werden beauftragt, Uraufführungen zu komponieren. Die Zuhörer haben also die Möglichkeit, unterschiedliche Musikerpersönlichkeiten  kennen zu lernen und in Begleitung der Komponisten, in deren Klangwelten ein zu tauchen.
Die erste Begegnung mit Jörg Widmann bietet das Große Concert 14., 15. und 17. September.
Spannende Informationen und Unterhaltung bietet der Start der Reihe „BiG“ zum 275. Geburtstag des Gewandhausorchesters. Hochkarätige Gesprächspartner und wunderbare Musik beleuchten die Geschichte des Gewandhausorchesters anhand von Institutionen und Persönlichkeiten, ohne die es die Gründung des Orchesters wahrscheinlich nie gegeben hätte. In den „Begegnungen im Gewandhaus“ treffen wir die Nachfolger dieser Institutionen.
Eine Besonderheit dieser Saison ist die Gegenüberstellung von historischen und aktuellen Uraufführungen. Wir freuen uns, dass darunter auch eine Uraufführung aus der Feder des ehemaligen Thomaskantors Georg Christoph Biller sein wird, die vom Gewandhaus Bläserquintett am 17. September erstmals aufgeführt wird.
Die Jubiläumssaison des Gewandhausorchesters wird eröffnet unter der Leitung von Herbert Blomstedt, der zwei Werke sinfonischer Weltliteratur dirigiert, die das Orchester vor über einhundert Jahren selbst uraufgeführt hat. Die beiden Stücke stehen am Anfang einer Reihe von Kompositionen, die das Orchester im Laufe der letzten 275 Jahre aus der Taufe gehoben hat und die, neben Uraufführungen der Gegenwart,  einen Schwerpunkt in dieser Saison bilden.


Schwungvoll durch die Welt der Operette

Gala der Operette mit der Vogtland Philharmonie wieder in der Vogtlandhalle

Für Donnerstag, den 14. September, lädt die Vogtland Philharmonie wieder zu einer „Gala der Operette“ in die Vogtlandhalle ein. Ab 15.30 Uhr stehen dann heitere und beschwingte Melodien von Johann Strauß, Franz Lehár oder Emmerich Kálmán auf dem Programm. Gesanglich präsentiert werden sie von der Sopranistin Anja Tschamler und dem Tenor Daniel Pataky.
Humorvolles kann dabei vom Dirigenten erwartet werden, denn in vielfach bewährter Manier wird GMD Stefan Fraas nicht nur die Leitung des Ensembles übernehmen, sondern auch als Moderator durch das Konzert führen.
Alles in allem erleben die Besucher einen bunten Nachmittag, der sogar die Möglichkeit zum vorherigen Kaffeetrinken im Foyer der Vogtlandhalle bietet. Als Bonus gibt es deshalb zu jeder Eintrittskarte einen Kaffeegutschein, der ab 14 Uhr eingelöst und zu dem noch Kuchen vom Restaurant „Zur Bühne“ bestellt werden kann.
Karten: Vogtlandhalle Tel. 03661.62880), Tourist-Information Greiz Tel. 03661.689815

Abbildung: Die Sopranistin Anka Tschamler


Mozart im Philharmonischen Schlosskonzert in Altenburg

Das 15. Philharmonische Schlosskonzert am Sonntag, 10. September, um 18.00 Uhr im Festsaal auf dem Residenzschloss Altenburg ist ganz dem Genie Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera musiziert unter  Leitung seines Generalmusikdirektors Laurent Wagner. Die Solisten sind die Sängerin Miriam Zubieta und die Pianistin Annika Treutler.
Das Publikum in Gera erlebt dieses Konzertprogramm als 2. Philharmonisches Konzert am 11. und 12. Oktober.
Die spanische Sopranistin Miriam Zubieta stellt sich in diesem Konzert mit drei Arien als festes Ensemblemitglied vor.  Neben „Padre, germani, addio!“ aus der Oper IDOMENEO ist sie mit zwei Konzertarien zu hören. Mozart schrieb für verschiedene Sängerinnen seiner Zeit zahlreiche, auf Operntexten basierende, jedoch für den Konzertsaal bestimmte „Konzertarien“. Darin den Instrumentalkonzerten verwandt, sollten diese den Künstlern die Möglichkeit geben, ihre besonderen Qualitäten zu zeigen. Ungewöhnlich ist dabei, dass die Arie „Ch'io mi scordi di te“ neben dem Orchester noch von einem obligaten Klavier begleitet wird, mit dem die Gesangsstimme duettiert.
Die Nachwuchspianistin Annika Treutler begeisterte schon im Mai 2016 als Solistin in Beethovens Tripelkonzert gemeinsam mit ihrem Bruder Nico, dem Solocellisten des Orchesters, und Konzertmeisterin Judith Eisenhofer. Sie wurde vielfach bei nationalen und internationalen Wettbewerben (Montreal, Cleveland, Oslo) ausgezeichnet.
Das Klavierkonzert Nr. 21 ist eines der beliebtesten und anspruchsvollsten Mozarts. Die fantasievolle Komposition überzeugt durch eine souveräne Formanlage sowie eine kunstvolle Kühnheit der musikalischen Gedanken.
Mozarts Jupiter-Sinfonie ist sein letzter Beitrag zu dieser Gattung, in den er all seine Erfahrung einbrachte. Gleichzeitig markiert sie den Beginn einer breiter angelegten Sinfonik, wie sie im 19. Jahrhundert üblich wurde.

Zum Foto unten:
Miriam Zubieta studierte in Barcelona und Wien. Sie ist Gewinnerin des „Canto Festival“ (Italien) und Preisträgerin des „Francisco Vi?as International Singing Competition“ (Barcelona). 2016/17 Mitglied des Thüringer Opernstudios, sang sie u.a. die Partie der Norina (Don Pasquale) in Altenburg und konnte so überzeugen, dass sie ein Festengagement erhielt.
Karten an der Theaterkasse, telefonische Reservierungen unter 03447-585160, online buchen unter www.tpthueringen.de

Foto oben: Sabina Sabovic


Ein Altar wird Musik

In Gera-Untermhaus, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Geburtshaus von Otto Dix gelegen, steht eine der ältesten Kirchen Geras – die Marienkirche. Ihre Baugeschichte reicht bis in das Jahr 1200 zurück; ihr kostbarstes Schmuckstück ist ein spätgotischer Flügelaltar aus dem Jahre 1443, der in 8 Stationen das legendäre Leben Marias illustriert. Seine farbenfrohen Darstellungen dürften auch das Kind Otto Dix beeindruckt, manch eindrückliches Detail sich vielleicht in sein Gedächtnis eingebrannt haben. Ob einzelne Elemente seiner religiösen Bilder auf diese ersten Eindrücke zurückgehen, mag Spekulation sein; in jedem Fall rechtfertigt die großartige Arbeit des unbekannten Schöpfers eine genaue Betrachtung. Ihr hat sich das Geraer ensemble diX gewidmet und hat den Thüringer Kompositionspreisträger Peter Helmut Lang beauftragt, Bild für Bild den Untermhäuser Marienaltar zu vertonen. „… und sie bewegte die Worte in ihrem Herzen“ heißt die so entstandene Kantate für Sopran und Bläserquartett und verspricht im Zusammenklang von Liturgie, Malerei und Musik ein besonderes Gesamtkunstwerk. Die Uraufführung findet am 25. August um 19:30 Uhr in der Marienkirche Gera-Untermhaus statt und wird am 9. September am Vorabend des Museumstages wiederholt. Ausführende sind die Sopranistin Akiho Tsujii und das ensemble diX mit den Musikern Andreas Knoop - Flöte, Albrecht Pinquart - Oboe, Hendrik Schnöke – Klarinette und Roland Schulenburg - Fagott. Verbindende Worte liest Pfarrer Dr. Frank Hiddemann.

Foto: Wolfgang Hesse


Russische Klänge im 1. Philharmonischen Konzert in Gera

In Kooperation mit den ACHAVA Festspielen Thüringen und Deutschlandradio Kultur

Im 1. Philharmonischen Konzert der neuen Spielzeit 2017/18 am 6. und 7. September um 19.30 Uhr im Konzertsaal der Bühnen der Stadt Gera schlägt das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Laurent Wagner russische Klänge an. Die Oktoberrevolution 1917 brachte auch für die Kultur weitreichende Veränderungen mit sich. In der Sowjetunion tätige Künstler wurden in den folgenden Jahrzehnten zensiert, verfolgt, mussten fliehen, leisteten Widerstand oder passten sich den staatlichen Vorgaben an. Auch 100 Jahre später sind die Auswirkungen dieser Ereignisse unverkennbar, in der Rückschau auf Leben und Werk einer großen Komponistengeneration – und in der Rezeption im Westen.
Das 1. Philharmonische Konzert stellt dabei beide Seiten gegenüber: die der Opfer und die der (scheinbaren) Täter. Chrennikov, Generalsekretär des Komponistenverbandes der Sowjetunion, setzte die Vorgaben des Machtapparats um. Zugleich engagierte er sich mutig gegen Antisemitismus und schützte verfolgte Komponisten. Mit der deutschen Erstaufführung seines 2. Klavierkonzerts wird der hierzulande eher unbekannte Komponist vorgestellt. Dennoch galt er als klarer Gegner der angeblich formalistischen Musik von Komponisten wie Chatschaturjan und Schostakowitsch, die jedoch wohl v. a. deswegen verfemt waren, weil sie zur musikalischen Elite des Landes gehörten.
Mit seinen großen lyrischen Bögen und der inniglichen Melodie verzaubert das Adagio aus dem berühmten Ballett Spartacus von Chatschaturjan seit jeher seine Zuhörer. Schostakowitschs 13. Sinfonie Babi Jar entstand in der Tauwetterperiode nach Stalins Tod. In der Schlucht Babi Jar erschoss 1941 ein SS-Kommando 34000 Juden. Das Mitfühlen mit den Opfern wird verknüpft mit der Anklage gegen russische Antisemiten. Die Uraufführung 1962 wurde zum tönenden Appell für ein friedliches Miteinander.
Jascha Nemtsov, Solist des Klavierkonzerts, ist Professor für Geschichte der jüdischen Musik an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und künstlerischer Leiter der ACHAVA Festspiele Thüringen. Der Männerchor des Gottesmutter-Klosters Kasan unter Leitung von Denis Rogov ist kultureller Botschafter der autonomen russischen Republik Tatarstan. Der Bassist Ulrich Burdack ist Mitglied des Solistenensembles von Theater&Philharmonie Thüringen. Das Konzert wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet.

Abbildung:

Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera im Konzertsaal der Bühnen der Stadt Gera
Foto: Sabina Sabovic


Von der Reformation bis in die Gegenwart

„Eine Messe für den Frieden“ mit der Vogtland Philharmonie

„Gott will Friede haben und ist Feind denen, so Krieg anfangen und Friede brechen“ – dieser Luther-Spruch steht im Mittelpunkt eines ganz besonderen Konzertes der Vogtland Philharmonie am 22. November in der Stadtkirche Mylau. Im Rahmen des eigenen 25-jähringen Bestehens der Philharmonie ist es der Würdigung des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ gewidmet.
Wie kein zweites Werk der Musikgeschichte ist die „Reformations-Sinfonie“ Felix Mendelssohn Bartholdys – sie erklingt zu Beginn des Konzertes – aufs Engste verbunden mit der großen Bewegung, die mit Luthers Thesenanschlag an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg begann und historisch mit dem Westfälischen Frieden 1648 ihren Abschluss fand. Insbesondere das Zitat des Luther-Chorals „Ein’ feste Burg ist unser Gott’ im Finalsatz dieser Sinfonie belegt das eindrucksvolle Bekenntnis des Komponisten zum protestantischen Glauben.
Die Vogtland Philharmonie belässt es jedoch nicht bei dieser musikalischen Rückschau. Mit der Aufführung der Friedensmesse von Karl Jenkins „The Armed Man: A Mass for Peace“ will das Ensemble eine Brücke schlagen von den Ideen der Reformation hin zu den Problemen der Gegenwart. Die im Jahre 2000 uraufgeführte Friedensmesse war seinerzeit den Opfern des Kosovo-Krieges gewidmet. Sie hat bis heute nichts an nachhaltiger Popularität verloren und gilt neben dem „War Requiem“ Benjamin Brittens als eines der eindrucksvollsten, auch intensiv diskutierten Antikriegsstücke der Gegenwart. Karl Jenkins ist  einer der weltweit populärsten zeitgenössischen Komponisten, dessen Werk vor allem in der geistlichen Vokalmusik, hier jedoch auch Anregungen aus Jazz, Pop und Rock, insbesondere auch aus der Volksmusik aufgreifend,  Maßstäbe setzt. In „The Armed Man“ lassen Vokalensemble und großes Sinfonieorchester – ausgestattet mit außergewöhnlich reichem Schlagwerk – im Nebeneinander von alter und neuer Musik, mitreißender Rhythmik und ergreifenden Melodien, ekstatische Ausbrüchen und beklemmenden Passagen der Stille Kontraste aufeinanderprallen, die in ihrer Unmittelbarkeit tief bewegen.
Das Konzert steht unter Leitung von GMD Stefan Fraas. An der Aufführung der Messe wirken mit: Jeannette Wernecke (Sopran), Sonja Koppelhubert (Alt), Albrecht Sack (Tenor), Gun Wook Lee (Bass) sowie die Chöre des Clara-Wieck-Gymnasiums Zwickau.
22. November, 19 Uhr, Mylau, Stadtkirche
Karten: in allen Freie Presse Shops sowie in den VVK-Stellen des Ticketshop Thüringen, Tel. 0361 227 5 227, unter www.freiepresse.de/meinticket oder www.ticketshop-thueringen.de


Ein Orchester für Eisenach, Gotha und das gesamte Westthüringen

Blick auf die neue Konzertsaison „Musik INFusion“ 2017/2018

Zur Spielzeit 2017/2018 präsentiert sich in Thüringen ein neues Orchester: die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach. Innerhalb kürzester Planungszeit vereinigt der Klangkörper die Musiker aus der Landeskapelle Eisenach und der Thüringen Philharmonie Gotha. Langjährige Tradition und Erfahrung bilden dabei eine wesentliche Stärke für ihr Zusammenwachsen und die glanzvolle Gestaltung der künftigen musikalischen Aufgaben.
Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach e. V. wird ab 1. August 2017 die Trägerschaft des Orchesters fortsetzen. Fünf Zuwendungsgeber teilen sich die Hauptfinanzierung, dazu zählen: der Freistaat Thüringen, der Landkreis Gotha, die Stadt Eisenach, die Stadt Gotha und der Wartburgkreis. Erstmals hat die Finanzierungsvereinbarung eine Laufzeit über vier Jahre hinaus bis 2024.
Gabriele Reichstein als Vorstandsvorsitzende des Trägervereins und die Geschäftsführende Intendantin Michaela Barchevitch hatten am 30. Mai 2017 zur Jahrespressekonferenz geladen, um die aktuelle Saison zu resümieren und das neue Spielplanheft für 2017/2018 vorzustellen.
In ihrer Jubiläumssaison 2016/2017 zur Feier der 365-jährigen Orchestertradition absolvierten die Musiker der Thüringen Philharmonie Gotha insgesamt 142 Veranstaltungen, davon 67 Konzerte und Veranstaltungen im Landkreis und in der Stadt Gotha sowie 37 Gastspiele in der Region sowie deutschlandweit und in Österreich zwischen Wien, Frankfurt am Main, Berlin, Itzehoe und Graz. Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung mit dem Theater Erfurt war das Orchester bei drei Sinfoniekonzerten und zwei Musiktheaterproduktionen in 38 Vorstellungen beteiligt.
Die Auslastung von etwa 78 % bei den Abo-Konzertreihen in Gotha entspricht etwa den Ergebnissen der Vorjahre. Die wirtschaftliche Effizienz konnte weiter kontinuierlich gesteigert werden. Im Geschäftsjahr 2016 erreichte das Einspielergebnis 26,2 %. 14,1 % davon wurden durch eigene Veranstaltungen und Gastspiele und 12,1 % durch Kooperation mit dem Theater Erfurt erwirtschaftet. Das ist eine Steigerung von ca. 2% gegenüber dem Vorjahr.
Mit mehreren Sonderkonzerten unter dem Motto „Philharmonie Spezial“ bewies das Orchester seine große Wandelbarkeit und öffnete sich einem breiteren Publikum. So präsentierte es unter anderem gemeinsam mit zwei Schauspielern den Einfluss Shakespeares auf die Musikwelt, begleitete die Gesangstalente von Opera Classica Europa in zwei halbszenischen Aufführungen von Mozarts „Don Giovanni“ im historischen Ekhof-Theater, verwandelte das Terminal vom Flughafen Erfurt-Weimar in einen Konzertsaal, erzählte Gothaer Stadtgeschichte in zwei musikalisch-theatralen Inszenierungen der „Grumbach’schen Händel“ und spielte Wiener Klassik in Gothas Margarethenkirche.
Für die erste gemeinsame Spielzeit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach wählte Michaela Barchevitch das mehrdeutige Motto „Musik INFusion“. Es steht nicht nur symbolisch für die Vereinigung zweier Klangkörper. „Um die langjährigen Musiktraditionen von Eisenach und Gotha lebendig weiterzuführen, ist es notwendig, auf den Geist der Zeit zu hören“, erklärt Barchevitch. „Das Publikum für klassische Musik ändert sich. Mit unterschiedlichen neuen Konzertformen reagieren wir auf die gesellschaftliche Entwicklung und sind offen für Änderungen, die unter anderem auch einen stärkeren Austausch und ein häufigeres Zusammenspiel mit anderen Künsten fordern.“ Das Motto betont aber auch die Notwendigkeit, Musik als Teil unserer Kultur und damit als identitätsstiftendes Element für unsere Gesellschaft auf jede Art und Weise zu verinnerlichen und dafür den Erhalt der vielfältigen Thüringer Orchesterlandschaft zu unterstützen.
Das neue Orchester wird die bestehenden Konzertreihen in Eisenach und Gotha fortführen und ergänzen, so dass über 50 Konzerte für beide Städte den Saisonplan füllen. Dabei erlaubt die anfangs deutlich gewachsene Personalstärke der Musiker, die besetzungsstärkere Literatur der Spätromantik und des 20. Jahrhunderts ins regelmäßige Repertoire aufzunehmen. Das Publikum der Abo-Reihe A kann sich daher unter anderem auf opulente Meisterwerke wie Gustav Mahlers 4. Sinfonie G-Dur, Sergej Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll oder Dmitri Schostakowitschs Sinfonie Nr. 12 d-Moll freuen.
Den offiziellen Auftakt der Konzertsaison 2017/2018 gestaltet die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach am 7. September 2017 in Gotha mit einem farbenprächtigen und an Stilen abwechslungsreichen Programm aus „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski, Konzert für Violoncello und Blasorchester von Friedrich Gulda und Carmen-Suite für Streichorchester und (47) Schlaginstrumente von Rodion Schtschedrin. Als Solist konnte Wolfgang Emanuel Schmidt gewonnen werden, der als erster „Artist in Residence“ der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach gleich drei Konzerte der Spielzeit in Gotha und Eisenach mitgestalten wird. Weitere renommierte Solisten der Saison 2017/2018 sind der slowakische Geiger Dalibor Karvay (mit Alban Bergs Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels), der kasachische Pianist Amir Tebenikhin (mit Johannes Brahms‘ Klavierkonzert Nr. 1) und der 1. Solo-Bassist der Berliner Philharmoniker Janne Saksala (mit dem Kontrabasskonzert Nr. 2 von Giovanni Bottesini).
Eine prägende Personalveränderung vollzieht sich an der Orchesterspitze. Nach vier erfolgreichen gemeinsamen Spielzeiten mit Chefdirigent Michel Tilkin, begibt sich die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach auf die Suche nach einem Nachfolger. Als Interims-Chefdirigent hat sich Russell Harris bereit erklärt, die Mehrzahl der Konzerte für 2017/2018 zu übernehmen. Der gebürtige Brite ist den Gothaer Musikern bereits aus zahlreichen gemeinsamen Gastspielen bekannt.
Während die sogenannte A-Reihe im Konzertplan Gothas für die eher anspruchsvolle Sinfonik steht, finden Liebhaber leichterer Klassik wie bewährt in den fünf moderierten Konzerten der B-Reihe ein abwechslungsreiches Programm. Hier treffen argentinischer Tango von Astor Piazzolla und George Gershwins „Ein Amerikaner in Paris“ aufeinander (28.09.2017 Kulturhaus Gotha). Im Weihnachtskonzert verzaubern konzertante Ausschnitte aus berühmten Ballettklassikern (14.12.2017 Kulturhaus Gotha, 15.12.2017 Landestheater Eisenach) und zu Silvester und Neujahr erklingt ein musikalisches Feuerwerk „Das gibt’s nur einmal“ mit Melodien aus Oper, Operette und Kabarett mit der wandlungsfähigen und überraschenden Mezzosopranistin Kinga Dobay (31.12.2017 Landestheater Eisenach, 01.01.2018 Kulturhaus Gotha). Zu Rosenmontag wird mit „Happy Hour – Ein heiteres, musikalisches Potpourri“ dem Spaß in der Musik nachgespürt (12.02.2018 Landestheater Eisenach, 22.02.2018 Kulturhaus Gotha), bevor sich das Orchester mit Arien aus Oper und Musical „Von La Scala zum Broadway“ in die Sommerpause 2018 verabschiedet.
Um Klassik-Einsteiger und -Neuentdecker auf die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach aufmerksam zu machen, wird die 2016/2017 in Gotha entwickelte Reihe mit Sonderkonzerten unter dem Titel „Philharmonie Spezial“ ausgeweitet. Bereits im August beginnen die klassischen Höhenflüge mit „Klassik im Terminal“ in Kooperation mit dem Flughafen Erfurt-Weimar. Der Oper widmen sich in Zusammenarbeit mit der Opera Classica Europa gleich zwei Projekte. So entsteht für das Ekhof-Theater eine exklusive Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts „Così fan tutte“ (15.09.2017). Die „Große Operngala“ im Oktober feiert mit gleich sieben internationalen Gesangsstars unter der Leitung von Peter Falk den 225. Geburtstag Gioachino Rossinis (20.10.2017 Stadthalle Gotha und 21.10. Landestheater Eisenach). Im Rahmen von Philharmonie Spezial findet auch das beliebte Programm „Wiener Klassik in Gotha“ einen neuen Platz als Philharmonisches Sonntagskonzert (11.03.2018 Kulturhaus Gotha). Zum Einläuten des allgemeinen Sommerkinos ist wieder das multimediale Open-Air-Konzert „Sounds of Hollywood“ geplant (08.06.2018 Schloss Friedenstein Gotha).
Als neues Aufgabengebiet übernimmt die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach zusätzlich die musikalische Begleitung des Ballettensembles des Landestheaters Eisenach. In der ersten Spielzeit inszeniert Andris Plucis (Spartenleiter Ballett Eisenach) Pjotr I. Tschaikowskis „Dornröschen“, das am 3. Dezember in einer einzigen Vorstellung auch in Gotha zu erleben sein wird. Das Orchester spielt die Premiere in Eisenach sowie insgesamt 10 weitere Vorführungen in Eisenach.
Die Familienkonzerte sind eine Einladung an musikbegeisterte Zuhörer aller Generationen, klassische Musik kombiniert mit fantastischen Geschichten zu erleben. An Familien mit Babys und Kleinkindern richtet sich speziell „Concertino – Konzerte für die Kleinsten“, wo im Probenraum des Orchesters auf Krabbelmatten sitzend, liegend oder krabbelnd dem musikalischen Geschehen gefolgt werden kann.
Schulklassen und Kindergartengruppen können das große Sinfonieorchester in Gotha in vier und in Eisenach in zwei Kinder- und Jugendkonzerten kennenlernen, die auf unterschiedliche Altersgruppen vom Vorschüler bis zum Gymnasiasten abgestimmt sind.
Wichtige und bereits langjährige Partner bei der Umsetzung des ambitionierten Konzertplanes der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach sind die Raiffeisenbank Gotha e.G. als Hauptförderer der Kinder- und Jugendkonzerte, die Regionalstiftung der Kreissparkasse Gotha als Hauptförderer der Familienkonzerte sowie das Unternehmen Hörgeräte ISMA GmbH & Co. KG als Hauptsponsor für die Abo-Konzerte.
Die Konzertreihen der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach werden 2017/2018 ergänzt durch Gastspiele unter anderem in der Alten Oper Frankfurt, in Bayreuth, in Wiesbaden, Bad Kissingen und Salzburg. Im Rahmen der Kooperation mit dem Theater Erfurt werden die Musiker aus Gotha-Eisenach auch in der nächsten Saison wieder an 37 Aufführungen bei sieben Sinfoniekonzerten und vier Opernproduktionen mitwirken.


Foto oben: Die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach im Stadt-Bad Gotha. (Foto: Thomas Wolf)
Foto unten: Russell Harris (Interims-Chefdirigent) und Michaela Barchevitch (Geschäftsführende Intendantin) (Foto: Bernd Seydel)