Theater

Greizer Theaterherbst ruft zur Kommunikation auf

Festival zeigt vom 15. bis 23. September Premieren, Gastspiele und Performances

Der XXVI. Greizer Theaterherbst hält nichts hinterm Berg. Im Gegenteil. Unter seinem diesjährigen Motto „Raus mit der Sprache“ bezieht er klar Stellung. „Im Mittelpunkt steht das Thema Kommunikation, vom Aussprechen von Wahrheiten über Wortspiele bis hin zum Aneinandervorbeireden oder der Verständigung ganz ohne Worte“, sagt der künstlerische Leiter, der Berliner Schauspieler Martin Heesch. Vom 15. bis 23. September erwarten die Gäste die Premieren und Aufführungen von sieben Werkstatt-Projekten sowie neun Gastspiele, darunter das teatr figur aus Kakau oder das Berliner Duo Waas/Barletti.
Seit dem Sommer arbeiten in den Werkstätten rund 100 Teilnehmer im Alter zwischen zehn und 96(!) Jahren unter Leitung renommierter Theaterleute. Wie gewohnt entsteht die große Eröffnungsinszenierung in Eigenregie. Unter dem Titel „Grei Zeit“ entwickeln die Berliner Schauspieler Anton Pohle und Sonja Kessner mit ihren Spielern ein Stück eigens für das Festival. Aufgeführt wird es in der Gottesackerkirche und erzählt eine Geschichte aus einer vielleicht gar nicht so fiktiven, digital vollständig vernetzten Zukunft und einigen Rebellen, die sich gegen die totale Überwachung zur Wehr setzen. Georg Peetz, Schauspieler aus Falkensee, inszeniert in seiner Werkstatt Franz Kafkas berühmte Erzählung „Die Verwandlung“. Und die Schauspielwerkstatt für Kinder unter Leitung der Gazer Regisseurin Anna Katharina Winkler bringt Michael Endes Roman „Momo“ zur Aufführung. Wie der Titel „Ohne Worte und doch gesagt“ schon sagt, kommt die von der Zwickauer Theatermacherin Gabriele Bocek geleitete Bewegungswerkstatt komplett ohne Sprache aus. Erstmals wird auch eine Poetry-Slam/Graffiti-Werkstatt angeboten.
Spannende Theatermomente versprechen zudem die Gastspiele. Das Ensemble teatr figur aus Krakau präsentiert mit dem skurril-liebevollen Schattentheaterstück „Billy Fog“ und der Schattentheater-Installation „Huljet Huljet“ zwei außergewöhnliche Produktionen. Nicht minder spektakulär und zugleich ungewöhnlich wird der „zug der namenlosen“ des AktionsTheaterKassel. Mit dem Versagen der deutschen Geheimdienste, Polizei und Justiz setzt sich das viel beachtete Stück „off the record – die Mauer des Schweigens“ der Münchner Filme- und Theatermacherin Christiane Mudra auseinander, das sich mit dem NSU-Terror beschäftigt.
Als einen der außergewöhnlichen Spielorte erobert der Theaterherbst in diesem Jahr das Amtsgericht Greiz. Passend wird dort die als Eigenproduktion entstandene, szenische Lesung von Ferdinand von Schirachs bekannten Stück „Terror“ aufgeführt. Mitwirkende der Lesung sind darüber hinaus ein aktiver Richter und eine ehemalige Richterin. Kurzum: Wer den XXVI. Greizer Theaterherbst und seine Vorstellungen besucht, wird danach viel zu sprechen haben...

Weitere Informationen: www.theaterherbst.de

Abbildung: Die eigenartige Geschichte des Gregor Samsa: Szene aus der Theaterherbst-Werkstatt „Verwandlung“ nach Franz Kafka.
Text unf Foto: Karsten Schaarschmidt


Die beste aller Welten

DNT Weimar bringt Neufassung von Bernsteins „Candide“ auf die Bühne

Mit Leichtigkeit, Witz und schwarzem Humor nimmt Leonard Bernstein in seiner Comic Operetta „Candide“ die Romanvorlage von Voltaire beim Wort. Er lässt den unverbesserlich optimistischen Titelhelden auf eine abenteuerliche Reise rund um den Erdball gehen, die dessen positive Lebensphilosophie von ‚der besten aller möglichen Welten‘ ins Wanken bringt. Verstoßen aus dem vermeintlichen Paradies seiner Heimat Thunder-ten Tronck in Westfalen, wird Candide mit Krieg, Krankheit, religiösem und politischem Fana¬tismus, Naturkatastrophen, Vergewaltigung und Prostitution konfrontiert. Wie kann man in einer solchen Welt glücklich werden? Am Ende muss er desillusioniert erkennen, dass man das Glück nur in den kleinen Dingen, mit der eigenen Hände Arbeit findet.
Inspiriert von der beißend ironischen, gesellschafts¬kritischen Geschichte schuf Bernstein Musik, die gewitzt zwischen ohrwurm¬trächtigen Melodien und farbenreichen Motiven mit Stilmitteln aus Musical und Operette changiert. Sein neben der „West Side Story“ bekanntestes Werk ist am DNT Weimar in der Neufassung von John Caird aus dem Jahr 1999 zu erleben, die in der Übersetzung von Regisseur Martin G. Berger nun erstmals auch in Deutschland auf die Bühne kommt – eben dort, wo 1986 bereits die DDR-Erstaufführung der ursprünglichen Version stattfand. Die musikalische Leitung der Produktion, die am 3. September 2017 Premiere feiert, liegt in den Händen des 2. Kapellmeisters Dominik Beykirch.


Bombenstimmung

Premiere für Jan Neumanns bissige Komödie im DNT Weimar

Mitten im Herzen der sogenannten Lügenpresse versucht sich eine abgespeckte Provinzredaktion über Wasser zu halten. Berichter¬stattung aufgrund recherchebasierter Fakten, wie sie der langjährige Redakteur Peter immer wieder einfordert, findet kaum noch statt. Zeitdruck, Stress und die Tücken der modernen Technik machen ihm zu schaffen. Und sein junger dynamischer Chef vom Dienst Daniel, fleischgewordenes Beispiel seines Feindbildes, ist immer schon hinter der nächsten Story her. Ganz nach der Devise „Miteinander statt Gegenein¬ander“ bemüht sich Anzeigenverkäuferin Marina im ständigen Streit der beiden zu vermitteln. Zwischen Alltagsnews und der peinlichen Fehlmeldung, dass der sowieso schon angeschla¬gene Bürgermeister Horst Kurz gestorben ist, erreicht die Redaktion aus heiterem Himmel eine Bombendrohung. Ohne zu prüfen, ob der Brief echt oder vielleicht doch Fake ist, wirft Daniel die Sensationsmaschine an. Denn Fusion und Deadline drohen und das könnte der dringend benötigte Aufmacher für den Durchbruch sein. In seiner neuen Komödie geht Jan Neumann der Frage nach, wieviel Terrorist in jedem von uns steckt, wie man eine Bombe aus einem Sicherheitsgurt und alter Salpetersalbe bauen kann, und wie im Zeitalter des Postfaktischen eine Lügenpresse überhaupt lügen kann. Nach der Premiere bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen ist die Inszenierung von Generalintendant Hasko Weber ab 8. September nun auch im Großen Haus des DNT Weimar zu sehen.

Foto: Luca Abbiento


Auf den Spuren von Lenz

Kunstfest Weimar: Eine szenische Installation für je einen Zuschauer / Park an der Ilm, Stern

Einen »Bettler« nennt sich Lenz, hinter dem Arbeitslosigkeit, Hunger und Entbehrung liegen. Da bietet sich eine Zuflucht für den jungen Dichter: Weimar. Doch wenige Monate nach seiner Ankunft wird er überraschend des Landes verwiesen. Sein enger Freund Goethe hat ihn fallengelassen. Lenz sieht sich »ausgestoßen aus dem Himmel als ein Landläuffer, Rebell« – und ahnt nicht, wie sehr das die Vision seiner eigenen, heimatlosen Zukunft ist. Die Theaterentwürfe des Künstlertrios RAUM+ZEIT (Bernhard Mikeska, Lothar Kittstein und Alexandra Althoff) betreiben ein aufregendes Spiel mit der inneren Welt der Wahrnehmung. In ihrem neuesten Projekt CAMERA OBSCURA :: LENZ betritt alle 7 Minuten jeweils ein Zuschauer am Stern im Park an der Ilm eine Installation, in der er für ca. eine Stunde Teil von Lenz’ Geschichte wird. Dessen Suche nach Sicherheit und seine Verstoßung aus Weimar sind Ausgangspunkt für existenzielle Fragen nach dem Ich und der Unbehaustheit in der Welt. Schein und Realität greifen bei diesem multimedialen, intimen Schauspielertheater, dessen zentraler Spielort ein Zimmer im legendären Hotel Elephant ist, ineinander. Man kommt dichter dran, auch an sich selbst. Die gemeinsame Produktion von RAUM+ZEIT, DNT und Kunstfest Weimar in Koproduktion mit dem Theaterhaus Jena wird gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes. Nach der Premiere am 19. August kann die Installation am 22., 23., 25., 26., 27., 29., 30.8., 1., 2., 8. und 9.9. jeweils zwischen 18 und 20 Uhr besucht werden. Eine Reservierung ist erforderlich, frühzeitige Buchung wird empfohlen.

Eine Reservierung ist erforderlich.
Frühzeitige Buchung empfohlen

Weitere Vorstellungen außerhalb des Kunstfests:
(Tickets über das Deutsche Nationaltheater Weimar):
8.9. / ab 18:00
9.9. / ab 18:00

Foto: Heinz Holzmann


SUNSET BOULEVARD mit Angelika Milster

Premiere am 24. September im Landestheater Altenburg

Musicalstar Angelika Milster gibt bei Theater&Philharmonie Thüringen ihr Rollendebüt als Norma Desmond in Andrew Lloyd Webbers Musical „Sunset Boulevard“. Als Joe Gillis ist Kai Wefer aus dem Musiktheaterensemble des Hauses an ihrer Seite zu erleben. Die Premiere ist am 24. September 18 Uhr im Landestheater Altenburg. Regie führt Michael Wallner. Die musikalische Leitung hat Thomas Wicklein. Für das Bühnenbild zeichnet Till Kuhnert, für die Kostüme Hilke Förster. Das Thüringer Staatsballett tanzt in der Choreografie von Lillian Stillwell, der Opernchor singt in der Einstudierung von Chordirektor Holger Krause. In weiteren Rollen: Claudia Müller (Betty Schaefer), Johannes Beck (Max von Mayerding), Ulrich Burdack (Cecil B. de Mille), Andreas Veit (Sheldrake), Florian Neubauer (Artie Green) und János Ocsovai (Myron/ Schauspieler/ Manfred/ Richard/ Kameramann von de Mille) u.a.
Basierend auf dem gleichnamigen Film von Billy Wilder (1950), der die glitzernde Filmwelt der Traumfabrik Hollywood ironisch hinterfragt, schuf Andrew Lloyd Webber 1993 eines der erfolgreichsten und zugleich emotional packendsten Musicals. Das Schicksal Norma Desmonds steht exemplarisch für alle Menschen, die gefangen in ihrer Vergangenheit, den Bezug zur Realität im Hier und Heute verloren haben.
Zum Inhalt: Joe Gillis hält zufällig in der Einfahrt eines stattlichen Anwesens am berühmten Sunset Boulevard. Dort residiert die Stummfilmdiva Norma Desmond. Einst zu großem Ruhm und Reichtum gelangt, lebt sie jetzt einsam und zurückgezogen, schwelgt in Erinnerungen an vergangene Zeiten und gibt sich der Illusion hin, ihre einzigartige Filmkarriere fortzusetzen. Ihr Butler unterstützt sie in ihrem Wahn. Als Norma hört, dass Joe Drehbuchautor ist, sieht sie in ihm die Chance, den Weg zurück in die Studios zu finden. Doch mittlerweile verwirklichen andere Akteure im Hollywood der 50er Jahre ihren Traum vom großen Erfolg.
Mit der Rolle der Grizabella in der deutschsprachigen Erstaufführung des Musical-Welterfolgs Cats in Wien wurde Angelika Milster zum Star. Auch in Berlin, Paris und Washington, als Sängerin in den Genres Musical, Schlager und Klassik sowie als Schauspielerin im Film und auf der Bühne feierte sie große Erfolge und wurde vielfach ausgezeichnet (Ernst-Lubitsch-Preis, Goldene Schallplatte, ECHO).
Angelika Milster wuchs in Hamburg auf. Bereits mit zwölf begann sie, Gesangsunterricht zu nehmen und besuchte von 1968 bis 1971 die renommierte Schauspielschule von Margot Höpfner. Schon für ihre erste Filmrolle in Meine Sorgen möcht` ich haben erhielt sie 1975 den Ernst-Lubitsch-Preis.
Nach einem Ausflug in die Welt des Kabaretts am Düsseldorfer Kom(m)ödchen spielte sie dann 1983 die Rolle, die ihr Leben nachhaltig veränderte: In der deutschsprachigen Erstaufführung des Musicalwelterfolgs Cats in Wien übernahm sie den Part der Grizabella. „Erinnerung“ wurde zu ihrem Erkennungslied und machte Angelika Milster zum Musicalstar Nummer Eins im deutschsprachigen Raum. Sie bekam ihre erste eigene Fernsehshow (Mein Musicalhaus, 1985) und wurde mit der Goldenen Europa und einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.
Auch im Ausland wurde man hellhörig. Für die Europatournee seines Liederzyklus Song & Dance im Jahr 1988 wurde sie von Andrew Lloyd Webber für die Rolle der Emma ausgewählt, und mit der Kurt-Weill-Revue aus dem Theater des Westens Berlin gastierte sie 1991 in Paris und Washington. Dem Theater des Westens blieb sie auch in den folgenden Jahren treu und spielte dort u. a. Hauptrollen in UFA-Revue (1992), Blue Jeans (1994), Hello Dolly (1995) und Gypsy (1996).
Eine völlig andere musikalische Richtung folgte Anfang 2002: Für eine Reihe von Kirchenkonzerten erarbeitete sich Angelika Milster ein völlig neues Repertoire von klassischen und geistlichen Liedern. Publikum und Presse reagierten gleichermaßen begeistert, so dass dieses Programm seither fester Bestandteil ihrer alljährlichen Konzertauftritte ist.
Michael Wallner wurde 1958 in Graz geboren. Er studierte Regie und Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, war als Schauspieler u.a. am Burgtheater Wien und am Schillertheater Berlin engagiert und ist seit 1986 auch als freischaffender Opern- und Schauspielregisseur tätig. Dabei hat er in Österreich, Deutschland und in der Schweiz in vielen renommierten Häusern inszeniert.
Wallner ist auch als Schriftsteller tätig und hat neben Kinder- und Jugendromanen auch Romane für Erwachsene geschrieben. Ab 2003 hat er auch Drehbücher verfasst, die verfilmt wurden.
Für seine Arbeiten hat er u.a. im Jahr 1994 die Kainz-Medaille der Stadt Wien für die Regie des Stückes Krieg von Rainald Goetz erhalten. 2001 bekam er den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar für seinen ersten Roman Manhattan fliegt.

Vorstellungen:  So 24.09.2017 / 18:00 Uhr Premiere Landestheater Altenburg
Fr 29.09.2017 / 19:30 Uhr
So 01.10.2017 / 18:00 Uhr
Do 26.10.2017 / 14:30 Uhr
Sa 28.10.2017 / 19:30 Uhr
Sa 16.12.2017 / 19:30 Uhr
Do 28.12.2017 / 19:30 Uhr


Freiheitsikone und Gotteskriegerin

Premiere für das transnationale Theaterprojekt „MALALAI – die afghanische Jungfrau von Orléans“ im Weimarer E-Werk

Die Legende der Jeanne d’Arc ist in Frankreich ein Nationalmythos. Schiller hat dieser jungen Frau, die für ihre Überzeugung, ihren Glauben und ihr Land kämpft, eines seiner bekanntesten Dramen gewidmet. In Afghanistan erzählt man eine ähnliche Geschichte: Malalai von Maiwand war 1880 Sanitäterin im Unabhängigkeitskrieg gegen die britische Kolonialmacht. Als die Afghanen jede Hoffnung verloren und flohen, löste sie ihren Schleier, machte eine Flagge daraus und rannte auf den Feind zu. Die Soldaten kehrten daraufhin um und siegten. Sowohl der afghanische Mythos als auch die französische Legende hatten und haben eine nationenbildende, aber auch eine emanzipatorische Funktion, beide werden von nationalistischen und religiös-fundamentalistischen Kräften instrumentalisiert.
Die mythische und politische Aufladung dieser Geschichten bildet den Ausgangspunkt von „MALALAI – die afghanische Jungfrau von Orléans“ nach Friedrich Schiller. Das transnatio-nale Theaterprojekt mit deutschen, französischen, afghanischen und israelischen Schauspieler*innen setzt dort an, wo die Produktion „KULA – nach Europa“ 2016 innehalten musste, da die Mitglieder der Theatergruppe AZDAR aus Kabul keine Visa erhalten hatten. Dank der beharrlichen Bemühungen aller Beteiligten und dem persönlichen Einsatz weiterer Unterstützer konnten die afghanischen Künstler Anfang Mai endlich nach Deutschland einreisen und sind nun Teil des Ensembles von „MALALAI“. Mit den 13 Schauspieler*innen muslimischen, jüdischen, christlichen und atheistischen Hintergrunds erarbeiten Regisseur Robert Schuster und sein Team einen Theaterabend, der sich in vier Sprachen den beiden weiblichen Freiheitsikonen und Gotteskriegerinnen widmet. Die gemeinsame Produktion von DNT Weimar, Kunstfest Weimar und der KULA Compagnie mit AZDAR Theatre entsteht in Kooperation mit dem Schauspielhaus Bochum und dem Theater Chur und wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und das Goethe-Institut. Die Premiere findet im Rahmen des diesjährigen Kunstfestes am 25. August im Weimarer E-Werk (Am Kirschberg 4) statt.

Weitere Vorstellungen folgen dort am 27.8., 3., 6., 7.9., 19.10., 15. und 16.12.2017

Foto: Newsha Tavakolian


Verdis "Troubadour" bei den DomStufen-Festspielen in Erfurt

Weit über die Grenzen Thüringens und Deutschlands hinaus haben sich die DomStufen-Festspiele einen klangvollen Namen gemacht. Jahr für Jahr veranstaltet das Theater Erfurt dieses sommerliche Open-Air-Spektakel vor der atemberaubenden Kulisse des Mariendoms, in dem Martin Luther einst zum Priester geweiht wurde, und lässt die 70 Stufen des Dombergs zur Opern- oder Musicalbühne werden. Seit 1994 pilgern mehrere hunderttausend Besucher vor die 700 Jahre alte Kulisse. Der sommerliche Veranstaltungshöhepunkt ließ bereits mehrere Hunderttausend Besucher zur wohl schönsten Open-Air-Bühne Thüringens pilgern, längst kommen die Gäste nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus vielen anderen europäischen Ländern sowie aus den USA, China oder Australien. Die enorme Nachfrage spricht für die künstlerischen Leistungen des Theaters Erfurt bei den DomStufen-Festspielen, die sich längst zu einem Markenzeichen für die kulturelle Vielfalt Thüringens entwickelt haben. Der Anstieg der Besucherzahlen führte zur Vergrößerung des Platzangebotes, sodass je Vorstellung 2000 Besucher auf der Zuschauertribüne Platz finden können.

Die Festspiele sind geprägt durch die Handschrift des Generalintendanten des Theaters Erfurt, Guy Montavon. In den letzten Jahren sind nicht nur Klassiker der Opernliteratur erfolgreich aufgeführt worden, darunter Der fliegende Holländer, Die Zauberflöte oder Turandot. Auch umjubelte Uraufführungen fanden Ihren Weg auf die Bühne der Festspiele, so z. B. Martin L. – Das Musical oder Jedermann – Die Rockoper.

2017 erleben Sie Giuseppe Verdis Troubadour, der neben Verdis Meisterwerken La traviata und Rigoletto zur sogenannten "populären Trilogie" zählt und den Höhepunkt seines Schaffens markieren. Dank einprägsamer Melodien und packender musikalischer Bilder wurde Der Troubadour zu einer der meistgespielten Verdi-Opern. Für unsere jungen Zuschauer zeigen wir im Rahmen von Domino - DomStufen-Festspiele für die Kleinen das Musical Das Dschungelbuch.
10. bis 27. August, Erfurt, Domstufen

Werkeinführung: Di, 8.8.2017, 19.30 Uhr, Großes Haus, Eintritt frei


Eröffnungsgala der Spielzeit 2017/18 in Gera und Altenburg

Zum traditionellen Spielzeitauftakt zeigt Theater&Philharmonie Thüringen in einer äußerst abwechslungsreichen Gala am Freitag, 15. September, um 19.30 Uhr an den Bühnen der Stadt Gera und am Sonntag, 17. September, um 18.00 Uhr im Landestheater Altenburg Ausschnitte aus den bevorstehenden Premieren aller fünf Sparten. Generalintendant Kay Kuntze freut sich, Sie gemeinsam mit dem neuen Schauspieldirektor Manuel Kressin durchs Programm zu führen und  Ihnen neu engagierte sowie altbewährte Ensemblemitglieder vorzustellen.
Das Schauspiel präsentiert sich mit Szenen aus Menschen im Hotel, der Antritts-Inszenierung des neuen Schauspieldirektors Manuel Kressin, sowie aus Die große Liebe war es nicht – Die Ruth-Brandin-Story, dem Stück über Aufstieg und Fall einer Schlagerdiva in der DDR. Außerdem erklingen mal heiter-beschwingte, mal getragene Ouvertüren, Arien, Duette und Ensembles aus den Opern Die Entführung aus dem Serail, Oedipe, Don Pasquale, Masepa sowie Die verkaufte Braut. Am Dirigentenpult wechseln sich Generalmusikdirektor Laurent Wagner, Thomas Wicklein, Takahiro Nagasaki, Holger Krause und Olav Kröger ab. Desweiteren erleben Sie ergreifende Nummern aus den Musicals Oliver Twist und Sunset Boulevard. Das Puppentheater demonstriert mit Verbrechen und Der mit dem Fuchs spricht, wie Materie kunstvoll lebendig wird. Das Thüringer Staatsballett ist mit Eine infernalische Reise/ Letzte Lieder und Dracula, beides Choreografien von Ballettdirektorin Silvana Schröder, im Programm vertreten.
Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera, Solisten des Musiktheaters, Opernchor, Thüringer Staatsballett sowie Schauspiel- und Puppentheaterensemble werden aufgeboten, um eine wahrhafte Gala zu präsentieren, die Lust auf mehr Theater macht.
Telefonische Reservierungen an den Theaterkassen unter 0365-8279105 oder 03447-585177 oder online buchen unter www.tpthueringen.de


Theater Hof gelangte unter die Top Ten der deutschen Musical-Aufführungen

Der Deutsche Bühnenverein erstellt als Bundesverband der Deutschen Bühnen und Orchester jährlich eine Werkstatistik. In den soeben für 2015/16 erschienen Vergleichszahlen schneidet die Musical-Uraufführung des Theaters Hof besonders gut ab: „Einstein – Das Musical“ zog Zuschauer von nah und fern in die Vorstellungen, um die bekannten Darsteller Christopher Brose, Chris Murray und den Hofer Schüler Elias Himes als den berühmten Albert in verschiedenen Lebensabschnitten zu erleben. Nun ist es offiziell bestätigt, dass das Theater Hof mit „Einstein“ bundesweit unter die Top Ten der letzten Saison kam. Auf Platz sechs landet es bei den „Musical-Uraufführungen mit den höchsten Zuschauerzahlen“ und auf Platz acht bei den „Musical-Uraufführungen mit den höchsten Aufführungszahlen“.  Doch auf Lorbeeren ruhen sich die Macher am Theater Hof nicht aus. Die nächste große Musical-Uraufführung ist bereits in der Vorbereitung: „Rasputin“ feiert am 28. Oktober seine Welturaufführung und Komponist Paul Graham Brown („Der große Houdini“, „King Kong“) ist im regen Austausch mit dem Musikalischen Leiter Michael Falk und Musikdramaturg Lothar Krause. Übrigens: Der kleine Elias Himes aus Hof ist im Musical „Rasputin“ auch wieder mit dabei als kranker Zarewitsch, der scheinbar nur von der geheimnisvollen Titelfigur geheilt werden kann…

Abbildung:
In „Einstein – Das Musical“ verkörperte Chris Murry den berühmten Albert als alten Mann, Christopher Brose als jungen und EIias Himes als Kind.

Foto: H. Dietz


Identität

Unter diesem Motto steht die Spielzeit 2017/18 am Theater Plauen-Zwickau

Die Spielzeit 2017/18 steht unter dem Motto Identität, ein Begriff, den Generalintendant Roland May als zur Zeit als wesentlichen in der aktuellen Diskussion vieler Themen sieht, und bietet mit 17 Neuproduktionen und weiteren 10 B-Premieren einen prallen Spielplan für jeden Geschmack und jedes Alter.

Das Musiktheater wartet mit acht Premieren in Plauen und Zwickau auf, dabei ist von Oper über  Musical bis zur Operette für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Das Ensemble startet in Plauen mit dem großen Show-Musical Ein Käfig voller Narren (La Cage aux Folles), das  mit Opulenz und musikalischen Highlights das Publikum begeistern soll. Im November folgt im kleineren Format in Plauen die komödiantische Operette Die schöne Galathée, die bereits in der laufenden Spielzeit in Zwickau Premiere hatte. In Zwickau folgt die Operette Der Opernball von Richard Heuberger, die das Regieteam aus Wien zum Dresdner Semperopernball verlegen wird. Im Januar 2018 wird dann in Plauen Der Barbier von Bagdad auf die Kleine Bühne umgesetzt. Die Oper von Peter Cornelius wurde in Zusammenarbeit mit Migranten und Flüchtlingen erarbeitet, die als Statisten und Musiker auf der Bühne ins Reich von 1001 Nacht entführen. In Zwickau ist ab Januar eine der ersten Opern überhaupt, Claudio Monteverdis L'Orfeo,  zu sehen, in deren Titelpartie Tenor Jason Kim glänzen wird.

Pralle und lebendige Rollen bietet die Operette Im weißen Rössl, die ab April dann nach Zwickau auch im Plauener Vogtlandtheater auf dem Plan stehen wird. Mit Eugen Onegin von Peter Tschaikowsky kommt zum Saisonende ab April in der Neuen Welt in Zwickau und ab Mai im Vogtlandtheater eine beliebte große romantische Oper  in deutscher Sprache und in einer jungen Besetzung auf die Bühnen. Und als Sommerhighlight wird zuletzt in Zwickau im Juni mit Mozarts Zauberflöte die beliebteste Oper auf deutschen Spielplänen auf der Freilichtbühne am Schwanenteich die Besucher unterm Sternenhimmel verzaubern.

In der Sparte Ballett wird nach der Beteiligung an Ein Käfig voller Narren (La Cage aux Folles) im November in der Neuen Welt in Zwickau als Weihnachtsmärchen Die kleine Meerjungfrau vertanzt. Ab Januar wird im Plauener Vogtlandtheater das Tanzstück Dancing Chorus Line zu sehen sein, das sich in Anlehnung an den bekannten Film mit Castings und den Arbeitsbedingungen von Tänzerinnen und Tänzern beschäftigt.

Der zweite Tanzabend der Spielzeit unter dem Motto Identität 2 führt den erfolgreichen Abend Identität/Identity aus dieser Spielzeit in Plauen fort, in dem Ensemblemitglieder eigene Choreografien zeigten. Der Abend wird wieder von Ballettmeister Thomas Hartmann und Annett Göhre moderiert, deren Choreografien dieses Mal im Zentrum stehen. Im Mai wird dann das Tanzensemble das Ballett Ein Sommernachtstraum nach William Shakespeare in Begleitung des Philharmonischen Orchesters als Fortsetzung der bewährten Aufführungen dort in der Zwickauer Lukaskirche zur Premiere bringen. 

Im Schauspiel gibt es gleich zu Beginn der Spielzeit im September die Premiere von Edmond Rostands romantischer Komödie Cyrano de Bergerac. In Zwickau wird im September Euripides' Tragödie Medea präsentiert, die vor allem Schulklassen ansprechen soll. Für die kleinen Zuschauer bietet Der Räuber Hotzenplotz nach dem Kinderbuch von Otfried Preußler große Spannung im Theater in der Mühle und in der Aula der Pestalozzischule in Zwickau wird dann im Oktober mit Brandon Thomas' Farce Charleys Tante für Lachtränen gesorgt. Im November kommt das traditionelle Weihnachtsmärchen im Vogtlandtheater auf die Bühne, in diesem Jahr der Märchenklassiker König Drosselbart der Gebrüder Grimm. Im Februar folgt in Plauen und im März in Zwickau mit Die Räuber von Friedrich Schiller ein weiterer Klassiker, der sowohl Schulen, aber natürlich auch andere Zuschauer ansprechen wird.

Als nächste große Aufführung wird mit Tschechows Drei Schwestern im April in Plauen nach Russland entführt. Mit Mona & Lisa oder Rache ist weiblich geht es dann auf der Kleinen Bühne in Plauen heiter zu. In einer Mischung aus Komödie, Krimi und Farce nimmt der Autor Hermes Schmid die Zuschauer ab Oktober mit auf eine Reise voller Irrungen und Verwirrungen. Eine besonderer Theaterabend läuft ab Februar ebenfalls auf der Kleinen Bühne in Plauen und ab März im Theater in der Mühle. Unter dem Titel German History  wird sich Generalintendant Roland May mit Texten von Heiner Müller auf die Spuren deutscher Geschichte begeben, von 1933 bis in die Gegenwart. 

In der Tradition der kleinen Komödie wird es ab Dezember im Theater in der Mühle in Zwickau und ab April auf der Kleinen Bühne in Plauen eine weitere Verwechslungskomödie geben: Das (Perfekte) Desaster Dinner nach dem Film von Marc Camoletti.

Zu guter Letzt folgt im Parktheater im Sommer 2018 als großes Open-Air-Highlight das Musical Love Me Tender mit Songs von Elvis Presley in Zusammenarbeit von Schauspiel und Ballett. 

In Zwickau wird sich das Theater darüber hinaus im Jahr 2018 rege an der 900-Jahr-Feier der Stadt beteiligen. So wird man u. a. unter dem Titel Schumann-Marathon einen ganzen Tag rund um den großen Sohn der Stadt Zwickau gestalten.

Das Theater Plauen-Zwickau  eröffnet am 30. August in Plauen mit dem Kinderbuchklassiker „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ und am 7. September in Zwickau mit dem 1. Sinfoniekonzert „Licht des Südens“ die neue Spielzeit 2017/18. Die Theaterkassen sind ab 29. August wieder geöffnet. Tickets können während der Spielzeitpause online bestellt werden.

Zum Foto:

Edmond Rostands romantische Komödie „Cyrano de Bergerac“ sahen als Sommer Open Air in acht Vorstellungen insgesamt 2109  Zuschauer; es begeisterten die spannenden Fechtszenen und die lyrische Liebesgeschichte in der prachtvollen Ausstattung und den opulenten Kostümen von Luisa Lange vor der Kulisse der wunderschönen Burg Schönfels. Die Inszenierung wird in der neuen Spielzeit ins Vogtlandtheater Plauen geholt, Premiere am 23. September.

Copyright © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch


Der mit dem Fuchs spricht

Vom Reden und Schweigen und den Monstern in der Nacht / Puppentheater Gera zeigt Solo für einen Puppenspieler von Caren Pfeil

Die erste Premiere der Spielzeit im Puppentheater Gera  ist am Samstag, 23. September, um 16:00 Uhr „Der mit dem Fuchs spricht“ für Kinder ab 7 Jahre.

„Riechen ist besser als gucken, vor allem im Dunkeln“, sagt der 10-jährige Junge, der sich selbst den Namen Nase gegeben hat. Er lebt in einem ausgedienten Bus auf einem Autofriedhof. Warum? Darüber spricht er nicht gern. Wenn er sich allein fühlt, redet er mit dem Fuchs, der schon lange sein Freund ist, auch als er noch Zuhause gewohnt hat. Doch dann war Onkel Sven bei ihnen eingezogen. Eines Nachts war er in Nases Bett gekommen, und dann immer wieder. Da war Nase abgehauen. Auf dem Friedhof fühlt er sich sicher. Doch eines Abends schleicht ein Mensch zwischen den alten Bussen umher, der Clown. Auch er ist auf der Suche nach einem neuen Zuhause.
Das Stück soll Kinder in der Wahrnehmung ihrer Bedürfnisse und Grenzen stärken. Die Entscheidung des Jungen, von seiner Familie wegzugehen fordert Selbstvertrauen und dient als eigener Schutz. In der ungewöhnlichen Begegnung mit dem Clown lernt der Junge, wie hilfreich und heilend menschliche Gemeinschaft sein kann, wie Vertrauen wieder möglich wird.
"Der mit dem Fuchs spricht" tourte als Stück für zwei Schauspieler mehrere Jahre durch Deutschland und wurde im Dezember 2015 auch als Gastspiel in Gera gezeigt. Nun hat Caren Pfeil das Manuskript für einen Puppenspieler adaptiert, sodass das Stück nicht nur regelmäßig im Spielplan gezeigt werden kann, sondern durch eine Neuinszenierung und den Wechsel des Genres auch eine neue künstlerische und erzählerische Qualität gewinnt.
In der Inszenierung Caren Pfeil spielt Tobias Weishaupt. Puppen, Bühne, Kostüme verantwortet Christian Werdin. Die Premiere ist am Samstag, 23. September, um 16:00 Uhr im Puppentheater Gera. Weitere Vorstellungen: 26., 27. Sept. 10 Uhr, 28. Sept. 10 und 18 Uhr, 30. Sept. 19.30 Uhr, 1. Okt. 16 Uhr.
Altenburger Premiere am 9. November, 10 Uhr, 12. November 16 Uhr.

Karten an der Theaterkasse, telefonische Reservierungen unter 0365 8279105 oder 03447 585160, online buchen unter www.tpthueringen.de
Foto: Sabina Sabovic


DNT Weimar: Ausblick auf die Spielzeit 2017/18

Mit einem großen Theaterfest starten das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar am 26. August in die neue Spielzeit.

Für die nächste Saison haben das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar 19 Neuinszenierungen im Musiktheater und Schauspiel sowie zehn Sinfonie- und mehrere Sonderkonzerte geplant. Zudem werden die Erfolgsproduktionen »My Fair Lady« und »Ein Sommernachtstraum« aus der Redoute und das Familienstück »Pünktchen und Anton« aus dem E-Werk ins Große Haus übernommen. Neben weiteren Wiederaufnahmen wird es zwei Operngalas, Kammerkonzerte, Gesprächs- und andere Veranstaltungsformate sowie in allen Sparten vielfältige Angebote für Kinder und Jugendliche geben.

Premieren im Kunstfest Weimar 2017

In enger Zusammenarbeit mit dem Kunstfest und anderen Partnern entstehen wieder zwei Produktionen, die im Rahmen des Festivals ihre Uraufführung erleben: die Installation CAMERA OBSCURA :: LENZ für je einen Zuschauer von Bernhard Mikeska, Lothar Kittstein & Alexandra Althoff (RAUM + ZEIT) über den genialen, tragischen jungen Dichter Lenz (19.8.) und das transnationale Theaterprojekt »MALALAI – die afghanische Jungfrau von Orleans« nach Friedrich Schiller (25.8.), das Robert Schuster und Julie Paucker mit deutschen, französischen, afghanischen und israelischen Schauspieler*innen erarbeiten. Weitere gemeinsame Projekte sind die fünfteilige Lesung »Völker, hört die Signale!« (18.8.-3.9.) und die Aufführung von Sergej Prokofjews „Kantate zum 20. Jahrestag der Oktoberrevolution“ (23.8.). Das gesamte Kunstfest-Programm ist unter www.kunstfest-weimar.de veröffentlicht.

Neuproduktionen im Musiktheater und Schauspiel

Das Musiktheater eröffnet die Spielzeit mit Leonard Bernsteins »Candide« in der 1999 entstandenen Neufassung von John Caird (3.9.). Es folgen die Barockoper »Dido und Aeneas« von Henry Purcell (16.11.), Wolfgang Amadeus Mozarts Opernkomödie »Die Hochzeit des Figaro« (27.1.), Richard Wagners »Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg« (14.4.) und Giuseppe Verdis »Ein Maskenball« (2.6.). Zudem erlebt mit »Nathan und seine Kinder« nach dem gleichnamigen Roman von Mirjam Pressler ein neues Musiktheater-Stück für Zuschauer ab 12 Jahren seine Uraufführung (1.2.). In der Gala „Hoch die Freude, hoch die Lust“ (12./28.10.) darf sich das Publikum auf Romantische Opernchöre freuen und die Operngala „Es liegt in der Luft“ (21.12./4.1.) präsentiert Musik aus den Wilden Zwanzigern.

Im Schauspiel liegt der Schwerpunkt auf zeitgenössischer Dramatik: Den Auftakt machen das neue Klassenzimmerstück »Schwalbenkönig« von Stefan Hornbach (31.8.) und die bissige Zeitkomödie »Bombenstimmung« von Jan Neumann (8.9.). Neben der Uraufführung einer Theateradaption von Juli Zehs Bestseller »Unterleuten« (18.11.) werden mit »Bambule im Herbst« von Dirk Laucke (15.9.), der Stückentwicklung »Dreimal die Welt« von Jan Neumann und Ensemble (8.2.) sowie einem neuen Stück von Jörn Klare (Mai 2018) drei weitere neue Texte vorgestellt. Demgegenüber stehen aus dem klassischen Kanon »Michael Kohlhaas« nach Heinrich von Kleist (9.11.) und Gotthold Ephraim Lessings Aufklärungsdrama »Nathan der Weise« (23.2.). Ebenfalls neu ins Programm kommen der Liederabend »Ciao, Bella, ciao!« (29.3.) und »Homo Empathicus« von Rebekka Kricheldorf, ein Inszenierungsprojekt mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen (8.4.). Außerdem hat am Landestheater Eisenach der Abend »On the Edge« Premiere, der als Koproduktion mit Tänzern des dortigen Balletts und Schauspielern des DNT Weimar entsteht. (26.5.).

Konzerte der Staatskapelle Weimar

Die Staatskapelle Weimar widmet sich in der kommenden Saison neben bekannten Werken des deutschen Repertoires schwerpunktmäßig der Musik französischer Komponisten. Einen Höhepunkt stellt dabei die konzertante Aufführung der 1877 am Weimarer Hoftheater uraufgeführten Oper »Samson et Dalila« von Camille Saint-Saëns mit Corby Welch und Nadine Weissmann in den Titelpartien dar (17./18.6.). Die Leitung liegt in den Händen von Chefdirigent Kirill Karabits, der in weiteren Konzerten u.a. Verdis »Messa da Requiem« mit dem MDR Rundfunkchor (10./11.9.), Mozarts Krönungsmesse (31.12./1.1.). Schuberts »Unvollendete« (14./15.1.), Strauss‘ »Tod und Verklärung« (18./19.2.) und Brahms‘ 1. Sinfonie (25./26.3.) dirigieren wird. Als Composer in Residence konnte der ukrainische Komponisten Valentin Silvestrov gewonnen werden. Artist in Residence ist sein Landsmann Valeriy Sokolov, der u.a. ein neues Violinkonzert von Silvestrov uraufführen wird (14./15.1.). Spannende musikalische Begegnungen versprechen auch der Cellist Alexandre Castro-Balbi (8./9.10.) sowie die Pianisten Anika Vavic (29./30.10.), Alexej Gorlatch (3./4.12.) und Sunwook Kim (18./19.2.). Darüber hinaus darf man sich auf renommierte Gesangssolisten wie Catherine Foster (Verdi-Requiem 10./11.9.), Regine Hangler, Marina Prudenskaya, Christian Elsner und Franz Josef Selig (Missa Solemnis 26.4.) sowie Michaela Schuster (20./21.5.) freuen. Neben dem neuen 1. Kapellmeister Stefan Lano (8./9.10.) sind als weitere Dirigenten Fabien Gabel (3./4.12.), Marek Janowski (26.4., 29./30.4.) und Bertrand de Billy (20./21.5.) zu erleben. Das diesjährige Filmkonzert mit dem beliebten Märchenfilm »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel« (15./16.12.) und die Open Air-Konzertnacht »Ich schau dir in die Augen, Kleines« (30.6.) dirigiert Filmmusik¬spezialist Frank Strobel.

Karten und weitere Informationen: www.nationaltheater-weimar.de

Kartentelefon 03643.755 334

Theaterferien und Spielpause vom 2.7. bis 17. August 2017

Öffnungszeiten der Theaterkasse & Besucherservice im Juli und August

2.-7.7. und 24.7.-13.8.: 10 – 18 Uhr, sonntags geschlossen

8.-23.7.: geschlossen

14.8.-3.9. täglich 10-18 Uhr

Foto: Thomas Müller


Die neue Saison am Theater Hof

Im Alltag war jeder schon einmal Schauspieler. Wer zeigt schon immer ehrlich, wie es einem wirklich geht, ob im persönlichen Gespräch, in den sozialen Medien des Internets oder auch manchmal sich selbst gegenüber. Passend zu diesem Thema lautet „Traumtänzer, Gaukler, Schmierenkomödianten“ das Motto der neuen Saison ab Herbst am Theater Hof. Da der aktuelle Zeitgeist immer wieder von „Retropien“ geprägt ist, also dem Wunsch nach einem Ideal, dass es - vermeintlich - in der Vergangenheit gegeben hat, orientiert sich das Erscheinungsbild für die neue Spielzeit ästhetisch an der Werbung der 50er und 60er Jahre: am schönen Schein der Wirtschaftswunderjahre. Das entsprechend gestaltete Jahresheft mit dem gesamten Spielplan 2017/18 liegt zur großen Premiere von „Macbeth“ ab Samstag, den 17. Juni an der Theaterkasse und im Foyer kostenlos aus und ist als Datei auf www.theater-hof.de verfügbar.
Wie auch in der aktuellen erfolgreichen Spielzeit setzt Intendant Friese ab Herbst 2017 auf eine Mischung aus traditionellen Publikumsrennern und aktuellen Theaterstoffen. Eröffnet wird die Theatersaison mit der Intendanteninszenierung „Der fliegende Holländer“ von Richard Wagner (Premiere: 22. September). Das Musical „Rasputin“ knüpft an die überregional bedeutsamen Uraufführungen im Hofer Musiktheater an (Premiere: 28. Oktober). Ein weiterer Coup ist dem Theater Hof geglückt mit der Schauspiel-Uraufführung „Das Leben der Anderen“ nach dem berühmten Film am Ende der kommenden Saison (Premiere: 29. Juni 2018). Und Trübsal kann im Winter nicht aufkommen, wenn auf der Vorderbühne im Großen Haus „Hossa! – Die Hitparade“ läuft, der witzige Schlagerabend mit Live-Band und Publikumsabstimmung (Premiere: 23. November).
Zwei Jahre vor der Theatersanierung im Sommer 2019, präsentiert das Theater Hof wieder die große Bandbreite der Bühnenkunst. Weitere – aber nicht die einzigen - Highlights sind u.a. im Musiktheater Reimanns moderne Oper „Ein Traumspiel“ (Premiere: 17. März), Händels Barockoper „Alcina“ (Premiere: 16. Juni 2018) oder das witzige Musical von Disney-Komponist Menken „Der kleine Horrorladen“ (Premiere: 17. Februar). Im Schauspiel wird u.a. Büchners Klassiker „Dantons Tod“ (Premiere: 7. Oktober), die Bühnenfassung der französischen Filmkomödie „Der Vorname“ (Premiere: 11. November) und der jährliche Shakespeare mit „Wie es euch gefällt“ (Premiere: 19. Mai) gezeigt. Das Junge Theater wartet groß auf mit dem unangefochtenen TV-Weihnachtsklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (Premiere: 28. November) und dem ebenfalls verfilmten und bundesweit erfolgreichen Jugendstück „Tschick“ (Premiere: 29. März). Im großen Ballettabend wird mit Prokofiews „Romeo und Julia“ (Premiere: 26. Januar) geboten neben dem traditionellen „Ballett im Studio“ der Compagnie (Premiere: 9. März).
Die kostensparenden Abonnements für die Saison 2017/18 sind für Theaterfans bereits im Verkauf, der allgemeine Kartenvorverkauf startet am 4. September. Einen Vorgeschmack auf alle Stücke der Saison gibt es bei der öffentlichen Spielzeitrevue am Samstag, 16. September für nur 5,- EUR die Karte an der Theaterkasse. Übrigens: am Montag, den 19. Juni bleibt die Kasse wegen des jährlichen Betriebsausflugs geschlossen.