Theater

Verdis Aida mit Jason Kim als Radames

8. und 11. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr, Vogtlandtheater Plauen
Aida Theater Plauen

In der viel beachteten Inszenierung der "Aida" von Regisseur Andreas Rosar im Plauener Vogtlandtheater kehrt unter der musikalischen Leitung von Vladimir Yaskorski Publikumsliebling Jason Kim für die Rolle des Radames vom Staatstheater Oldenburg ans Theater Plauen-Zwickau zurück. In der Titelrolle ist erneut Marija Mitiċ zu erleben, Amneris singt und spielt Johanna Brault. Fabian Lüdicke sorgte für die passende Ausstattung und Ágnes Hamvas entwarf die Kostüme. Die Einstudierung des Chores, der in Aida eine wichtige Rolle spielt, übernahm Chordirektor Michael Konstantin. In Verdis Aida führt Ägypten gegen seinen Nachbarn Äthiopien Krieg. In Folge eines siegreichen Feldzugs wird die äthiopische Prinzessin Aida an den ägyptischen Hof verschleppt und muss der Pharaonentochter Amneris als Sklavin dienen. Trotz der Feindschaft ihrer Völker verlieben sich Aida und der ägyptische Feldherr Radames ineinander. Radames, der Amneris versprochen und zwischen seiner Loyalität zu seinem Volk und seiner Liebe hin- und hergerissen ist, will mit Aida fliehen und verrät ihr dabei kriegswichtige Pläne. Radames‘ Verrat wird von der eifersüchtigen Amneris aufgedeckt. Er wird dazu verurteilt, lebendig eingemauert zu werden. Freiwillig folgt ihm Aida in den Tod. Ganz im Stile der in der Mitte des 19. Jahrhunderts populären Grand opéra kontrastiert Giuseppe Verdi in seiner Partitur spektakelhafte Massenauftritte wie den berühmten Triumphmarsch mit intimen, fast kammermusikalisch anmutenden Szenen. Er entwirft ein feines musikalisches Psychogramm seiner drei Hauptfiguren vor dem breiten Hintergrund eines Krieges.

Foto: Copyright © Sermon Fortapelsson


Spiegelbild einer Künstlerseele

DNT Weimar zeigt „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach

Verliebt sein ist so schön! Davon weiß auch Hoffmann ein Lied zu singen bzw. sogar drei verschiedene „Lieder“ - aber auch von den existenziellen Enttäuschungen, die auf die große Verliebtheit folgen. In Jacques Offenbachs Fantastischer Oper verliert sich der Dichter in großen Gefühlen und dunklen Trieben, mit denen er endlich bei der Frau anzukommen versucht, die all das mit ihm teilt. Drei Liebesgeschichten lässt er das Publikum miterleben: Die zu Olympia, bei der er zu spät bemerkt, dass sie keine Seele hat; die zu Antonia, mit der er vergeblich versucht in ein Spießeridyll zu fliehen, während sie von Ruhm und großen Auftritten träumt; und die zu Giulietta, der er in einem mysteriösen Bordell in Venedig begegnet und dort mit seinen Abgründen konfrontiert wird.

Christian Weise, der am Deutschen Nationaltheater Weimar bereits u.a. das Sommertheater „Reinecke Fuchs“, die Revue „Wie werde ich reich und glücklich“ und zuletzt „Macbeth“ inszeniert hat, stellt sich mit dieser Arbeit erstmals in Weimarauch als Opernregisseur vor. Seine bilderstarke, zum Surrealen neigende Sprache bildet zum Spielzeitauftakt 2019/2020 den Rahmen für eine skurrile Reise Hoffmanns durch sein überbordendes Seelenleben – begleitet von der genialen Musik Jaques Offenbachs unter der Leitung des 1. Kapellmeister Stefan Lano.

Nächste Vorstellungen: So 29.09.2019 // 16.00 Uhr - Sa 12.10.2019 // 19.30 Uhr - Fr 25.10.2019 // 19.30 Uhr - Sa 09.11.2019 // 19.30 Uhr - Do 26.12.2019 // 18.00 Uhr

www.nationaltheater-weimar.de


Musical „Cabaret“ im Theaterzelt Altenburg

Cabaret - Premiere in Altenburg

Gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera und den Eleven des Thüringer Staatsballetts präsentierte das Schauspielensemble des Theaters Altenburg Gera als erste Premiere der Spielzeit 2019/20 im Theaterzelt Altenburg das Musical „Cabaret“. In der Programmreihe „Wider das Vergessen“ berichtet es von einer lebensfrohen, expressiven Zeit und deren jähem Ende.

„Willkommen, bienvenue, welcome im Cabaret, au Cabaret, to Cabaret!“, begrüßt der bizarre Conférencier seine internationalen Gäste zu einer schrillen Show im Kit-Kat-Club. Dorthin hat es auch den amerikanischen Schriftsteller Clifford Bradshaw verschlagen, der sich vom wilden, pulsierenden Berlin der späten 20er Jahre inspirieren lassen möchte. In dem legendären Club jedoch findet er nicht nur Zerstreuung, sondern begegnet auch der Sängerin Sally Bowles. Sie ist der Star des Hauses und natürlich verfällt auch der junge Amerikaner ihrem Charme. Das weltoffene und bunte Berlin ist ein Genuss; die Verliebten erleben erfüllte Tage und rauschende Feste. Doch die Zeiten ändern sich rasant. Ein neuer Wind weht durch Deutschland. Und die anfangs kleine Brise von rechts wird mehr und mehr zu einem Sturm, der alles hinwegfegt, was so begeisternd und wunderbar war … Das aufkommende Unwetter verändert auch die Menschen, die eben noch so vertraut und liebenswert waren. Clifford will wieder fort – doch Sally möchte an ihrer Karriere in Berlin festhalten. - Die Uraufführung von Cabaret gewann 1967 insgesamt acht Tony Awards u. a. als bestes Musical; die Verfilmung (1972) mit Liza Minnelli erlangte Kultstatus. Songs wie „Maybe this time“, „Money makes the world go round“ oder „Life is a Cabaret“ wurden zu Welthits.

Die musikalische Leitung hat Schauspielkapellmeister Olav Kröger. Regie führt Lydia Bunk. Das Bühnenbild kreiert Mathias Rümmler, die Kostüme Bianca Deigner. Für die Choreografie zeichnen Vlasova/ Pawlica verantwortlich. In den Rollen: Nolundi Tschudi als Sally Bowles, Manuel Struffolino als Conférencier, Sebastian Schlicht als Clifford Bradshaw, Mechthild Scrobanita als Fräulein Schneider, Thomas C. Zinke als Herr Schultz, Thorsten Dara als Ernst, Michaela Dazian als Fräulein Kost, Johannes Emmrich als Zollbeamter/ Kellner u. a.

Weitere Vorstellungen: Sa 09.11.2019, 19.30 Uhr / So 10.11.2019, 18.00 Uhr

Karten an den Theaterkassen, Telefon 03447 585160 oder 0365 8279105, online unter www.theater-altenburg-gera.de

Foto: Ronny Ristok


Ballett „Forever Lennon“ feiert Premiere in Altenburg

Premiere im Theaterzelt: Samstag, 26. Oktober, 19.30 Uhr
Ballett Forever Lennon

Balletturaufführungen, in denen sich das Thüringer Staatsballett dem Leben und Wirken bedeutender Künstlerpersönlichkeiten widmet, stellen immer wieder Höhepunkte im Schaffen der Compagnie dar. Silvana Schröders neues Ballett „Forever Lennon“ präsentiert die Leitideen John Lennons in der Kombination der einmaligen Ausdrucksform des Tanzes mit seiner unverwechselbaren Musik und seinen gesellschaftsrelevanten Friedensbotschaften.

Die Premiere im Theaterzelt Altenburg findet am Samstag, 26. Oktober um 19.30 Uhr statt. Passende Livemusik liefert Johnny Silver, Gewinner des Deutschen Rock- und Pop-Preises 2017, mit seiner Band. Bühnenbilder und Kostüme hat Andreas Auerbach gestaltet. Chefchoreografin Silvana Schröder greift Themen auf, die John Lennon besonders bewegten: Jugend und Rebellion, Liebe, Freundschaft und Beziehungen, Ruhm und Selbstzweifel, Freiheit und den innigen Wunsch nach einer besseren, friedlicheren Welt. Wie kaum ein anderer Künstler verkörperte Lennon in all seiner Komplexität und Verwundbarkeit die Träume und Utopien einer ganzen vom Aufbruch beseelten Generation. Als intellektueller Provokateur wollte er mehr erreichen als Unterhaltungsmusik zu schaffen. John Lennon (1940-1980) war einer der einflussreichsten Popmusiker und Komponisten des 20. Jahrhunderts, der bis heute weltweit Menschen mit seiner Musik berührt. Der rebellische Beatle aus Liverpool schrieb gemeinsam mit seinem Bandkollegen Paul McCartney mitreißende Popsongs wie „She Loves You“, „Help!“ und „All You Need Is Love“ und löste mit der „Beatlemanie“ ein kulturelles Massenphänomen aus. 1970 zog er sich aus dem Rampenlicht zurück, lebte mit der Künstlerin Yoko Ono in New York zusammen und widmete sich aktiv der Friedensbewegung. 1980 wurde er vor seinem Haus am Central Park von einem ehemaligen Fan erschossen. Lennon hinterließ ein umfangreiches Solo-Werk, darunter den weltberühmten Titel „Imagine“.

Weitere Termine im Theaterzelt Altenburg: Di. 29.10.2019, 18:00 Uhr / Do. 21.11.2019, 14:30 Uhr / Do. 19.12.2019, 19:30 Uhr / Fr. 27.12.2019, 19:30 Uhr

Vorstellungen im Theater Gera: Sa. 19.10.2019, 19:30 Uhr / So. 20.10.2019, 14:30 Uhr / Do. 31.10.2019, 19:30 Uhr

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg), online unter www.theater-altenburg-gera.de sowie an allen eventim-Vorverkaufsstellen.

Foto: Ronny Ristok


Vor Sonnenaufgang

Stück von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann im Theater Rudolstadt

Die Uraufführung von Gerhart Hauptmanns »Vor Sonnenaufgang« 1889 in Berlin war einer der großen Theaterskandale. Und dies, obwohl die Kritik lobend attestierte, die existierende Menschheit sei »von der Höhe bis in die grauenvollste Tiefe wahr dargestellt«. Hundertdreißig Jahre später katapultiert der österreichische Autor Ewald Palmetshofer Hauptmanns explosives Debüt in unsere aufgeheizte Gegenwart. Eine normale mittelständische Familie. Stiefmutter Annemarie Krause hält den Haushalt zusammen. Ihr Mann Egon hat seinem Schwiegersohn Thomas die Karosserie-Firma vermacht. Die älteste Tochter Martha ist hochschwanger, die jüngere, Helene, zurück im elterlichen Nest, das momentan eine Baustelle ist. Der Anbau soll für Martha, Thomas und den Nachwuchs die neue Heimstatt für eine gesicherte Zukunft sein. Als der Journalist Alfred Loth seinen Studienfreund Thomas nach zwölf Jahren ohne Kontakt erstmals wieder besucht, treten nicht nur familiäre Konflikte zutage, auch der Riss, der durch die Gesellschaft geht, wird schmerzhaft deutlich: Wohin driften wir? Existiert noch eine Bereitschaft, sich zu verständigen, über politische Differenzen hinweg? Gibt es noch einen Sonnenaufgang, der Hoffnung verheißt, oder reiben wir uns nur sinnlos aneinander auf?

Ewald Palmetshofer, Jahrgang 1974, erzeugt in seiner Neubearbeitung eine Atmosphäre des gegenseitigen Belauerns und Abtastens. Mit kunstvoll rhythmisierter, klarer Sprache lotet er die Bruchstellen unserer Zeit in den Figuren psychologisch genau aus und entfaltet eine tragische Wucht, die Hauptmanns Intention und Provokation in nichts nachsteht.

Es spielen: Matthias Winde, Ulrike Gronow, Marie Luise Stahl, Laura Bettinger, Benjamin Petschke, Joheannes Geißer, Jochen Ganser

Premiere: 21. September, 19.30 Uhr, Rudolstadt, Theater (im Stadthaus)


Leben ist immer lebensgefährlich

Sirenengesänge von Erich Kästner im Schminkkasten Rudolstadt: 29. September, um 15 Uhr
Schminkkasten Rudolstadt

Eigentlich wollte Erich Kästner nur ein bisschen berühmt werden. Das gelang ihm nicht, denn er wurde weltberühmt. Rund um den Globus verzauberte er schon zu Lebzeiten mit seinen Kinderbüchernein Millionenpublikum. Auch zahlreiche andere Schriften – Romane, Gedichte, Kabarettexte und mehr – trafen über viele Jahrzehnte den Nerv seiner Leserschaft. Diesen Kästner für Erwachsene, einen,der voller Humor und Pessimismus zugleichsteckt, gilt es am Theater Rudolstadt ab dem 7. September bei „Leben ist immer Lebensgefährlich“ im Schminkkasten wiederzuentdecken.

Während seine Kinderbücher stets von einer heilen Welt erzählen, sah Erich Kästner (1899–1974)hingegenin den anderen Texten mit sensibler Beobachtungsgabe illusionslos auf die Missstände seiner Zeit. Er richtete den Blick weniger nach innen als in die Welt. Die Helden seiner eleganten und eingängigen Verse sind die kleinen Leute, die im Straßencafé zu lange vor einer Tasse Kaffee sitzen, die Nachbarn im Mietshaus, die Begleiter im städtischen Nahverkehr. Über sie schrieb er, von ihnen wurde er gelesen.Aufrichtigkeit des Empfindens, Klarheit des Denkens und Einfachheit in Wort und Satz waren Kästners oberstes Gebot, wie er selbst formulierte.1931 stand Kästner im Zenit seines Schaffens. 1933 wurden seine Bücher von den Nationalsozialisten mit dem Vorwurf der Sittenlosigkeit und Dekadenz verbrannt. Trotz der Schreib- und Publizierverbote blieb er in Deutschland, wahrscheinlich aus Liebe und Verantwortungsgefühl gegenüber seiner Mutter, der für ihn bis zu deren Tod wichtigsten Person seines Lebens. Ihr wollte er gefallen, und gefiel damit Generationen von Erwachsenen und Kindern. - Das Künstlerduo Alexander Stillmark (Regie) und Volker Pfüller (Ausstattung) hat in den vergangenen Schminkkasten-Abenden zu Wilhelm Busch, Christian Morgenstern und Joachim Ringelnatz bereits sein Gespür für den Humor deutscher Wortakrobaten unter Beweis gestellt. Diesmal sind es die anziehenden und warnenden Sirenengesänge von Erich Kästner – ironische und bissige Gedichte, Lieder und Prosa –, die sie für das Publikum auf ihre eigene Weise wiederentdecken. Dargeboten werden sie von drei Sirenen des Rudolstädter Theaters, den Schauspielerinnen Verena Blankenburg, Anne Kies und Ute Schmidt sowie von Schauspielkapellmeister Thomas Voigt am Klavier.

Karten an den üblichen Vorverkaufsstellen sowie telefonisch unter 03672/422766 

Foto: Anke Neugebauer


Schauspielpremiere „Der Religionslehrer“ in Gera

Premiere Der Religionslehrer im Theater Gera

Als Deutschsprachige Erstaufführung kommt das Schauspiel „Der Religionslehrer“ der rumänischen Dramatikerin Mihaela Michailov am Samstag, 21. September um 19.30 Uhr in der Bühne am Park des Geraer Theaters zur Premiere. Das Stück ist eine kaleidoskopische Wahrheitssuche. Mit seiner Thematik der sexuellen Belästigung ist es am Puls der Zeit, die sich heute eindringlich mit den Fragen beschäftigt, wo die Grenzen zwischen Belästigung und haltlosen Beschuldigungen liegen und wie diese festzustellen und zu prüfen sind. Zudem beleuchtet es die Rolle der Medien, die individuelle Vorkommnisse zur öffentlichen Debatte machen, Meinungen bilden und Perspektiven verzerren können. Dahinter steht die universelle Problematik, wie die Wahrheit überhaupt zu definieren ist – und wer sie für sich in Anspruch nimmt. „Der Religionslehrer“ war ein Auftragswerk des Theatrul Naţional „Marin Sorescu“ Craiova, mit dem das Schauspiel bereits die Inszenierung „Clowns“ (Geraer Premiere 5. Juni 2020) in Kooperation produziert hat. In Deutschland wurde „Der Religionslehrer“ bislang nur zur Wiesbadener Biennale 2014 als Gastspiel in rumänischer Sprache aufgeführt. Regie führt Matthias Thieme. Bühne und Kostüme werden von Heike Mondschein entworfen. In den Rollen spielen Johannes Emmrich als Lehrer,  Rebecca Halm als Mara sowie Nolundi Tschudi,  Ines Buchmann und  Thomas C. Zinke als Schüler, Lehrer, Eltern und Talkshowgäste.

Und das ist die Handlung: Der Religionslehrer hat die Schülerin Mara am Knie gestreichelt. Das zumindest sagt Mara. Oder hat er sie doch nur berührt? Will sich Mara wichtig machen oder lügt der Religionslehrer und die Situation hat sich so zugetragen? Einige Schüler haben beide im Gang stehen sehen, aber doch nichts Genaues erkennen können. Maras Mutter macht sich große Sorgen. Und Mara? Die wird immer verwirrter und weiß bald selbst nicht mehr, was sie glauben soll und wie sie sich erinnern darf. 

Weitere Vorstellungen in Gera: Sa 28.09.2019, 19:30 Uhr / Sa 05.10.2019, 19:30 Uhr / Fr 18.10.2019, 19:30 Uhr / Di 22.10.2019, 10:30 Uhr / Mi 23.10.2019, 18:00 Uhr / Mi 30.10.2019, 10:30 Uhr / Do 31.10.2019, 18:00 Uhr

Premiere im Theaterzelt Altenburg wird am Sonntag, 26. Januar 2020 um 18:00 Uhr sein. Weitere Termine in Altenburg: Fr 31.01.2020, 19:30 Uhr / Di 25.02.2020, 18:00 Uhr / Sa 11.04.2020, 18:00 Uhr

Kartentelefon Gera: 0365 8279105, Kartentelefon Altenburg: 03447 585160
Infos und Karten unter www.theater-altenburg-gera.de

Foto: Ronny Ristok

 


Hier ist das Theater!

Theaterhaus Jena eröffnet am 18. Oktober die Spielzeit mit der Uraufführung »Wo ist das Theater?« von Anne Jelena Schulte
Theaterhaus Jena Foto: Joachim Fette

Ein großer roter Klotz steht inmitten von Jena. Kennt man, dort findet alljährlich die Kulturarena statt. Aber wenn man die Bewohner*innen der Stadt fragt, wissen viele nicht, was der rote Block außerdem ist: nämlich ein Theaterhaus, dessen Zuschauerränge noch vor dem Ende der DDR abgerissen wurden. Seither prangt in der Fassade ein nur vom Eisernen Vorhang verschlossenes Loch, durch das neue Formen ein- und ausspazieren.

»Wo ist das Theater?« sollte die 50-Euro-Frage an die Stadt sein, allzu oft jedoch nimmt sie den Schwierigkeitsgrad der Millionenfrage an.

Ausgehend von dieser Erkenntnis hat das Theaterhaus Jena ein Stück in Auftrag gegeben. Anne Jelena Schulte führte in der Stadt Interviews mit Leuten, die die Freiräume der Nachwendejahre genutzt haben, um neue, utopische Formen des Zusammenarbeitens und der Kunst zu erproben. Und mit Leuten, die das Theater nicht kennen, oder in das »richtige« Theater in Weimar gehen. Aus diesen Gesprächen destillierte sie eine Stückvorlage über das flüchtige Moment des Theaters, das sich sowohl in seiner Bau- als auch in seiner Spieltradition spiegelt. Spätestens nach diesem Abend sollte geklärt sein, wo in Jena das Theater ist. Mit »Wo ist das Theater?« tritt das Ensemble des Theaterhauses Jena zusammen mit Anne Jelena Schulte gegen das Fragezeichen an. Hier ist das Theater!

Weitere Informationen: www.theaterhaus-jena.de

Foto: Joachim Dette