Theater

Brillante Komödie: »Die spanische Fliege«

Philippe Besson inszeniert am Theater Rudolstadt den Schwank für Open Air-Vorstellungen auf Schloss Heidecksburg

In diesem Schwank ist alles anders, als man denkt. Bereits der Titel ist vieldeutig, denn die spanische Fliege ist in diesem Stück kein berüchtigtes Insekt, das, zu Pulver zerrieben, eine sexuell beflügelnde Wirkung hat, sondern eine Tänzerin.Selbst nach 25 Jahren treibt die attraktive Dame dem angesehenen Senffabrikanten Ludwig Klinke noch die Schweißperlen auf die Stirn. Ob Klinke früher einmal von dem Potenzmittel Gebrauch gemacht hat, ist unerheblich, auf jeden Fall hat er sich mit der Tänzerin Rosita alias „spanische Fliege“ mehr als nur eine Nacht vergnügt. Sein damaliger Seitensprung mit Kindesfolge droht nun die Harmonie seiner Ehe zum Einsturz zu bringen. In Heinrich Meisel vermutet er den eigenen unehelichen Nachwuchs. Seine sittenstrenge Gattin, die Präsidentin des Bundes für Mutterschutz, will Meisel zum Schwiegersohn und schwört, dem „Wüstling“ auf die Spur zu kommen. In seiner Panik gibt Klinke die Akten des Falls weiter. Die Sache droht nun an die Öffentlichkeit zu kommen. Doch nicht nur der „Senfmakeman“ gehört zum Kreis der vermeintlichen Väter. Auch Emmas Schwager Alois hat vor 24 Jahren ein Babyfoto von jener Rosita geschickt bekommen und zahlt fleißig Alimente. Dass es noch weitere „Verköstiger“ der spanischen Fliege gibt, ist für die beiden Erfolgsautoren Franz Arnold und Ernst Bach ein willkommener Spaß. Ihre erste brillante Verwechslungskomödie über Lügen, Verdrängung und allerlei Missverständnisse ist seit der Uraufführung 1913 ein Dauerbrenner auf deutschen Bühnen und gleichermaßen ein Fest für Schauspieler und Publikum.

Premiere: 22. Juni, 19.30 Uhr // Weitere Vorstellungen: 22, 23., 29. und 30. Juni, 8., 13. und 14. Juli, jew. 19.30 Uhr 24. Juni, 1. und 14. Juli, jew. 15 Uhr

Kartentelefon: 03672.42 27 66 www.theater-rudolstadt.de


TITANIC geht in Jena nicht unter

Sommerspektakel zur Eröffnung der Kulturarena Jena 2018 von Marcos Díaz und Rogelio Orizondo (Uraufführung)

Endlich – die TITANIC ist zurück! 106 Jahre nach dem bekanntesten Schiffsunglück schreibt das Theaterhaus Jena ihre Geschichte neu. Das diesjährige Sommerspektakel widmet sich dem größten Mythos der Seefahrt, über den über ein Jahrhundert lang geforscht, spekuliert und fantasiert wurde. Die beiden kubanischen Dramatiker Marcos Díaz und Rogelio Orizondo, die für Jena bereits DIE STIERE und DER SCHLECHTE GESCHMACK schrieben, erforschen die Untiefen der diesmal wirklich unsinkbaren TITANIC. Bekannte Charaktere, neue Wendungen, viel Musik und unsere hoch geschätzten Statist*innen werden gemeinsam mit Ihnen in See stechen und allen Gefahren trotzen! Für das künstlerische Team – Moritz Schönecker, Veronika Bleffert und Benjamin Schönecker – wird dieses Sommerspektakel nach sieben  Spielzeiten zugleich der Abschied vom Theaterhaus sein. Lassen Sie uns noch einmal gemeinsam feiern und den Sommer eröffnen.Mit dem Ensemble des Theaterhauses Jena, Gästen und zahlreichen Statist*innen aus Jena.

Regie: Moritz Schönecker / Bühne und Kostüme: Benjamin Schönecker, Veronika Bleffert / Musik: Kiko Faxas / Live-Gesang: Raphaelle Brochet / Choreographie: Zufit Simon. Eine Koproduktion mit JenaKultur und mit freundlicher Unterstützung durch die JENOPTIK AG.

Termine: 5., 6., 7., 8. Juli 2018, 21:30 Uhr, Theatervorplatz

Kartenvorverkauf: Tourist-Information Jena


Unangepasstheit in einer normierten Welt

DNT Weimar zeigt ab 16. Mai im E-Werk Oliver Bukowskis neues Stück „Verzicht auf zusätzliche Beleuchtung“

Als Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen bringt das DNT Weimar Oliver Bukowskis neues Stück „Verzicht auf zusätzliche Beleuchtung“ zur Uraufführung. Im Zentrum der Handlung stehen die Freundinnen Rieke und Jana. Erstere spielt Leben, weil sie sich in der Wirklichkeit nicht zurechtfindet. Mit ihren verrückten Ideen, wer oder was sie sein könnte, verblüfft, irritiert und verärgert sie ihre gesellschaftskonform tickende Mutter, ihre das mütterliche Chaos fürchtende Tochter und den braven mittelständischen Unternehmer Holger, Liebhaber von Jana. Diese wiederumsieht in Rieke unerschöpfliches Kreativitätspotential, das durchaus entwicklungsfähig wäre, würde sie nur Amtsbriefe lesen, Krankenversicherung zahlen und weniger saufen.Aber Rieke kann eben nicht so wie »Otto-Normalverbraucher«. Darauf besteht sie hartnäckig und Jana hat ihre Lebensaufgabe gefunden: der Freundin bei der Daseinsbewältigung zu helfen, koste es, was es wolle. Mit messianischem Eifer stürzt sie sich auf Riekes Verweigerungsaktionen und schafft es sogar, Holger vor den Rettungskarren zu spannen. Rieke kriegt einen Marketingjob in dessen Firma: Bruchlandung oder Ankunft im Alltag? - Oliver Bukowski beantwortet in seinem neuen Stück die Frage nach dem Verhältnis von Normalität und Wahnsinn und dem Recht auf Unangepasstheit in einer normierten Welt auf ungewöhnliche Weise. Das narzisstische Leiden an der Welt steht genauso zur Disposition wie der übereifrige sozialtherapeutische Versuch, dieses zu lindern. Die Rettung vor der Welt liegt jedenfalls nicht in der Kultivierung des Eigenen, müssen Rieke und Jana am Ende erfahren. Und: »Trau keinem Menschen mit Einfällen.« Nach der Uraufführung in Recklinghausen ist die Inszenierung von Stephan Rottkamp ab 16. Mai im Weimar E-Werk am Kirschberg 4 zu sehen.

Foto: Kathrin Frosch


Sommer-Open-Air in Zwickau

Mozarts beliebte Oper Die Zauberflöte erklingt auf der Freilichtbühne am Schwanenteich

Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte gehört zu den beliebtesten Opern überhaupt. Arien wie Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen, Dies Bildnis ist bezaubernd schön und Der Vogelfänger bin ich ja begeistern regelmäßig Jung und Alt. Das Theater Plauen-Zwickau wird Mozarts Meisterwerk über die Macht der Liebe und der Vernunft in diesem Jahr ab dem 22. Juni als Open Air-Produktion im besonderen Ambiente der Freilichtbühne am Schwanenteich präsentieren.  - In der Märchenwelt von Librettist Emanuel Schikaneder retten die drei Damen der Königin der Nacht den ohnmächtigen Prinzen Tamino vor einer gigantischen Schlange. Als Gegenleistung fordert die Königin der Nacht ihn auf, ihre Tochter Pamina aus Sarastros Sonnenreich zu befreien und gibt ihm ihren unbedarften Vogelfänger Papageno als Wegbegleiter mit. Betört vom Bildnis der Prinzessin willigt Tamino ein. Ausgestattet mit einer Zauberflöte und einem Glockenspiel, die alle Gefahren zu besiegen vermögen, begeben sich die beiden in das vermeintliche Reich des Bösen. Dort müssen sie eine Reihe Prüfungen bestehen, bei denen sie mit Liebe der Wahrheit und dem Gutem zum Recht verhelfen.

Premiere: 22. Juni, 19.30 Uhr // Weitere Vorstellungen: 24. Juni 16 Uhr, 29. Juni 19.30 Uhr, 30. Juni 18.30 Uhr

Kartentelefon [0375] 27 411-4647/-4648 // E-Mail service-zwickau@theater-plauen-zwickau.de


Männerschlussverkauf

Die Kult Komödie ... und noch mehr Sommerspaß mit dem Galli Theater Erfurt

Gisela Mang, Frau in mittleren Jahren, ist auf der verzweifelten Suche nach ihrem Traummann. In Ihrer Not sucht sie die Psychologin Frau Möbenbach auf, die ihre ganz speziellen Methoden hat. In witzigen Dialogen und grotesken Bildern platzt – wie im wahren Leben – ein Traumbild nach dem anderen, bis Gisela sich schlussendlich fragt, wozu sie eigentlich einen Mann braucht. Frau Möbenbach hat die Antwort parat ... >>> 14. Juli, 20 Uhr, Dreienbrunnenbad

Außerdem: OPEN AIR Erfurt, Eiscafé San Remo, Terrasse, Beginn jeweils 20 Uhr 6. und 7. Juli: Frauenhochsaison 13. Juli: Männerschlussverkauf 20. Juli: Froschkönig für Erwachsene 21. Juli: Ehekracher 27. und 28. Juli: Schlagersüßtafel – Eine gesamtdeutsche Komödie Erfurt,

Dreienbrunnenbad: 4. August: Froschkönig für Erwachsene

Karten fürt alle: www.reservix.de


Liberace – Glitzer, Schampus und Chopin

Silvana Schröder choreografiert Uraufführung für das Thüringer Staatsballett

Als zweite Ballettpremiere dieser Spielzeit zeigt das Thüringer Staatsballett die Uraufführung Liberace – Glitzer, Schampus und Chopin von Ballettdirektorin und Chefchoreografin Silvana Schröder. Der neue Ballettabend beschäftigt sich mit dem schillernden, überraschenden und tragischen Leben des amerikanischen Ausnahmepianisten Władziu Valentino Liberace (1919-1987). Zwar begann Liberace seine Laufbahn als klassischer Konzertpianist, doch schon bald war ihm die Welt der klassischen Musik nicht mehr genug. Er begeisterte sich in gleichem Maße für Jazz und Pop, für die Musicals am Broadway und für das verlockende Glitzern des Show-Business. So ernannte sich Liberace selbst zum „Mr. Showmanship“, eroberte mit seinen Klavier-Shows in kürzester Zeit das Fernsehen, und wurde in Las Vegas mit einer Gage von $100.000 pro Woche zum bestbezahlten Pianisten des 20. Jahrhunderts. Liberaces ausschweifendes Leben, seine extravaganten Kostüme und Auftritte – ob in einem weißen Chinchillapelz mit langer Schleppe, in diamantenbesetzen Anzügen, in einem verspiegelten Rolls-Royce oder mit pink gefärbten Federn aus einem übergroßen Fabergé-Ei – und nicht zuletzt die Gerüchte um seine Sexualität hielten die Presse in den USA, Großbritannien und Australien über Jahrzehnte in Atem.

In ihrem Ballett spürt Silvana Schröder der faszinierenden Persönlichkeit Liberaces nach und stellt dabei die Liebesbeziehung zu seinem Weggefährten Scott Thorson in den Mittelpunkt. Die Hauptrolle des Abends übernehmen drei Künstler gemeinsam: Schauspielkapellmeister Olav Kröger gibt den Pianisten Liberace live am Flügel, der ehemalige Ballettdirektor Peter Werner-Ranke spielt den alten Liberace und der Tänzer Jon Beitia Fernandez übernimmt die Rolle des jungen Liberace. Filip Kvačák tanzt die Rolle des langjährigen Liebhabers Scott Thorson.

Als Ausstatterin konnte die Kostüm- und Bühnenbildnerin Verena Hemmerlein gewonnen werden, die das Geraer Publikum bereits mit ihrer Ausstattung für das Ballett Dracula begeisterte. Mit einer Musikauswahl von Klassik, Jazz, Pop und Broadway-Hits lädt das Thüringer Staatsballett mit Liberace – Glitzer, Schampus und Chopin zu einem vielseitigen, unterhaltsamen und nachdenklichen Ballettabend ein.

Am 1. Mai 2018 um 11:30 Uhr gibt es eine MATINEE im Großen Haus der Bühnen der Stadt Gera, moderiert vom Manager und Dramaturgen des Thüringer Staatsballetts, Dr. Daniel Siekhaus. Die Matinee findet im Rahmen des Tages der offenen Tür von Theater&Philharmonie Thüringen statt. Interessierte können erste Ausschnitte des Balletts erleben und im Gespräch mit dem Inszenierungsteam mehr über den künstlerischen Prozess erfahren.

20. Mai 14:30 Uhr, 21. Mai 14:30 Uhr, 3. Juni 18:00 Uhr

Kartentelefon 0365-8279105 sowie online unter www.tpthueringen.de 

Abbildung: Peter Werner-Ranke als Liberace (Foto: Ronny Ristok)


Kämpferin wider Willen

Goethes „Iphigenie auf Tauris“ feierte am Theater Rudolstadt Premiere

Eine junge Frau kämpft gegen sinnloses Blutvergießen einer Gesellschaft, in der Fremde zum Tode verurteilt sind. Überzeugt von ihren eigenen moralischen Werten, bietet sie dem Herrscher die Stirn und setzt dabei nicht zuletzt ihr eigenes Leben aufs Spiel. „Iphigenie auf Tauris“, ein Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe über Mitmenschlichkeit, Verantwortung und Toleranz, ist aktueller denn je. Es feiert am Samstag, dem 12. Mai, um 19.30 Uhr am Theater Rudolstadt in der Regie von Maya Fanke Premiere. Dem griechischen Mythos nach ist Iphigenie selbst Kind einer fluchbeladenen Familie und dem Opfertod nur knapp entkommen. Als Priesterin auf Tauris hat sie König Thoas dazu gebracht, den barbarischen Opferkult auszusetzen, bei dem jeder Fremde, der auf der Insel strandet, getötet wird. Doch als sie seinen Heiratswunsch zurückweist, demonstriert er seine Macht. Das Blut der beiden Neuankömmlinge soll fließen – einer ist ausgerechnet ihr Bruder Orest, der andere dessen Freund. Innerlich zerrissen, entscheidet sich Iphigenie, für ihre Überzeugungen in aller Konsequenz einzustehen und wirft ihr eigenes Leben in die Waagschale … Der männlichen Gewalt setzt Goethe in schönstem Versmaß die kraftvollen Worte seiner Protagonistin entgehen, die er selbst als „verteufelt human“ beschrieb. Sie sind Iphigenies einzige Waffe. Regisseurin Maya Fanke, in Rudolstadt u. a. bekannt durch die Inszenierung von „Staatsfeind Kohlhaas“, lässt ihre Darsteller in gläsernen Räumen spielen (Ausstattung: Isabel Graf), die auf Überbleibseln der Zivilisation gebaut wurden. Zu erleben sind Marie Luise Stahl als Iphigenie sowie in weiteren Rollen Ute Schmidt, Oliver Baesler, Benjamin Petschke und Matthias Winde. Ihnen zur Seite steht als Musiker Jürgen Heimüller mit atmosphärischen Sounds und Kompositionen.

Die nächsten Aufführungen finden am 18. Mai, um 19.30 Uhr sowie am 3. Juni, um 15 Uhr statt. Karten an den üblichen Vorverkaufsstellen sowie telefonisch unter 03672/422766

Abbildung: Marie Luise Stahl als Iphigenie (Foto: Lisa Stern)


Flucht vor der Realität

Mario Schröder choreografiert für das Leipziger Ballett Tschaikowskis »Schwanensee«

Nach dem überwältigenden Erfolg des »Nussknacker« präsentiert das Leipziger Ballett Tschaikowskis Klassiker »Schwanensee« in einer choreografischen Uraufführung von Ballettdirektor und Chefchoreograf Mario Schröder. Wie kein anderes Werk gilt »Schwanensee« heute als Inbegriff der europäischen Tanztradition. Dabei erhielt das Ballett bei seiner Uraufführung 1877 zunächst nur wenig Beifall; erst 18 Jahre später kam mit einer überarbeiteten Version in der Choreografie von Marius Petipa und Lew Iwanow der Erfolg: Die unsterbliche Geschichte rund um die Schwanenprinzessin Odette, ihre Gegenspielerin Odile und die Liebe eines Prinzen, der von beiden Welten in Bann gezogen wird, ist das berühmteste Handlungsballett aller Zeiten. Schröder interpretiert den Schwanenmythos neu und macht das Meisterwerk in seiner Zeitlosigkeit erlebbar. Im Zentrum seiner Betrachtung steht ein junger Mensch, der in einer autoritären, patriarchalischen Welt um ein freies und selbstbestimmtes Leben kämpft. Die Rolle des Prinzen wird in Schröders Interpretation von einer Frau getanzt, die als einsame, unglückliche Prinzessin in einem prunkvollen Palast lebt. Gefangen im goldenen Käfig flieht sie aus dieser unerträglichen Realität in eine Fantasiewelt der weißen Schwäne, in der die Gesetze der Gesellschaft außer Kraft gesetzt sind. Dort herrschen Freiheit, Gleichheit und Friedfertigkeit. In dieser Naturwelt erkundet sie mit der Hilfe ihres Mentors Benno ihre eigenen Wünsche und Sehnsüchte und beginnt sie auszuleben. Als die Wirklichkeit sie einholt, trifft sie eine endgültige Entscheidung.
 
In den Hauptrollen tanzen neben Urania Lobo Garcia (Prinzessin) die Solisten Anna Jo (Weißer Schwan), Laura Costa Chaud (Schwarzer Schwan), Lou Thabart (Benno), Fang-Yi Liu (Mutter) und Marcos Vinicius da Silva (Stiefvater/Rotbart). Für das Bühnenbild setzt Schröder auf die bewährte Zusammenarbeit mit Paul Zoller. Die Kostüme gestaltet – wie schon beim Leipziger »Nussknacker« – Aleksandar Noshpal. Am Pult des Gewandhausorchesters steht die junge litauische Dirigentin Giedre Šlekyte. 1989 in Vilnius geboren, studierte sie Dirigieren an der Kunstuniversität Graz sowie an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und startete eine internationale Karriere. Während ihres Studiums in Leipzig arbeitete sie bereits mit dem Orchester der Musikalischen Komödie und dem MDR Sinfonieorchester.
 
26. Mai, 2., 3., 14. & 19. Juni 2018

Karten: Kasse im Opernhaus, unter Tel. 0341-12 61 261 (Mo-Sa 10-19 Uhr), per E-Mail: service@oper-leipzig.de oder im Internet unter www.oper-leipzig.de
 
Foto:  Ida Zenna


Puppentheater Gera zeigt nochmals "Die große Reise"

Seit Oktober 2014 hat das Puppentheater von Theater&Philharmonie Thüringen „Die große Reise“ nach dem Roman von Jorge Semprún im Repertoire. Infolge der aufwendigen Bühnengestaltung – das Publikum besteigt einen Waggon und bekommt eine Zugfahrt imaginiert – steht die berührende Inszenierung von Stefan Wey immer in einer Aufführungsserie auf dem Spielplan im Haus am Gustav-Hennig-Platz.

„Diese Nacht hört aber auch gar nicht auf“, sagt der Junge aus Semur zu seinem Kumpel Gérard, der mit ihm und 118 anderen politischen Häftlingen eingepfercht in einem Viehwaggon steht. Sie befinden sich, von Hunger und Durst geschwächt, auf dem Abtransport nach Deutschland. Dass das Ziel das Konzentrationslager Buchenwald sein wird, wissen sie noch nicht. Im Wechsel von Erlebnis- und Reflexionsebenen – zwischen Wirklichkeit und Fiktion –  erzählen die Darsteller Marcella von Jan, Lys Schubert, Sabine Schramm und Lutz Großmann mit den faszinierenden Mitteln des Puppentheaters Semprúns bewegende Geschichte: er wurde aus Frankreich ins KZ Buchenwald deportiert. Die tagelange Reise im Waggon bietet die Möglichkeit einer Projektionsfläche für die vielfältigen persönlichen Erlebnisse vor und nach Buchenwald, die der Zuschauer durch ein Wechselspiel von Vor-und Rückblenden unmittelbar mitverfolgt. - Jorge Semprún (1923-2011) wurde in Madrid geboren und musste bei Beginn des Spanischen Bürgerkrieges ins Exil fliehen. Er lebte in Paris, nahm an der Résistance teil und wurde 1943 in das KZ Buchenwald deportiert. Erst 17 Jahre nach der Befreiung des Lagers bricht er sein Schweigen und veröffentlicht sein erstes Buch, „Die große Reise“, das bislang in dreizehn Sprachen übersetzt wurde. Jetzt gibt es vom 22. Mai bis 2. Juni noch eine Serie. Abendvorstellungen: 22. 5. 18 Uhr, 26. 5. 19.30 Uhr, 1. 6. 18 Uhr und 2. 6. 19.30 Uhr. Jugendreferent Marco Schmidt nimmt Gruppenbestellungen auch für Vormittagsvorstellungen in diesem Zeitraum entgegen, Tel. 0365 8279102 oder marco.schmidt@tpthueringen.de

Karten an der Theaterkasse, Telefon 0365 8279105, online unter www.tpthueringen.de

Foto: Stephan Walzl


Tod eines Handlungsreisenden

19., 25. und 31. Mai, jeweils 19.30 Uhr im Schauspielhaus Chemnitz

Eines Morgens wachst du auf und stellst fest, dass du tot mehr wert bist als lebendig. Nach über dreißig Jahren als Handelsvertreter bleibt Willy Loman am Ende nur diese Erkenntnis. Dabei fing doch alles so gut an: Mit einer Bilderbuchfamilie im Rücken, einem Lachen im Gesicht und der Bügelfalte in der Hose zog er los, fest entschlossen, den amerikanischen Traum von höchstem Erfolg bei maximaler Gewinnoptimierung in die Tat umzusetzen. Doch wenn das Lachen nicht mehr erwidert wird, dann stürzt eine Welt ein. In der Firma kann er nicht mehr mithalten. Leistung und Erfolg bleiben aus. Erschöpft und gehetzt gerät Loman zunehmend unter Druck, die finanziellen und gesellschaftlichen Ansprüche aufrecht zu erhalten. Und auch die einstige Bilderbuchfamilie ist zerrüttet. Lügen, Sprachlosigkeit und gegenseitig enttäuschte Erwartungen dominieren. Mit einem immer brüchiger werdenden Optimismus versucht Willy, die Augen vor dem eigenen Scheitern zu verschließen und flüchtet sich verzweifelt in Traumwelten. Als er schließlich entlassen wird, steht er vor dem Bankrott seiner gesamten Existenz und sieht nur noch einen Ausweg – immerhin ist er tot noch 20.000 Dollar wert.
Mit „Tod eines Handlungsreisenden“ aus dem Jahre 1949 entlarvt Arthur Miller (1915-2005) den „American Dream“ als Trugbild. Das Scheitern des Einzelnen ist in seinen Augen symptomatisch für das Scheitern einer ganzen Gesellschaftsordnung. In der Regie von Carsten Knödler wird Millers Drama, für das er mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, nun erstmalig am Schauspiel Chemnitz zu sehen sein. An die Konzeption von Miller anknüpfend, untersucht Knödler zugleich die Frage, wie man das Hamsterrad der menschlichen Existenz verlangsamen kann, um über selbstbestimmte Lebensentwürfe nachzudenken.

Carsten Knödler (Regie) absolvierte zunächst ein Chemiestudium, bevor er sich an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig zum Schauspieler ausbilden ließ. Nach Gastengagements war er acht Jahre als Schauspieler und Regisseur fest am Theater Chemnitz tätig. Ab 2003 inszenierte Carsten Knödler freiberuflich an einer Vielzahl von Theatern in ganz Deutschland. Von 2009 bis 2013 leitete er als Schauspielintendant des Gerhart Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau den Standort Zittau. In dieser Zeit war er Mitbegründer der internationalen Theaterinitiative JOS, die eine Zusammenarbeit der Theater von Liberec, Jelenia Góra und Zittau zum Ziel hat. Seit 2013 ist Carsten Knödler Schauspieldirektor am Theater Chemnitz. Mittlerweile blickt er auf über 50 Inszenierungen zurück. Dabei gilt seine Vorliebe den amerikanischen und russischen Realisten, den Klassikern, eigenen Adaptionen und Bearbeitungen der Weltliteratur sowie musikalischen Produktionen.


Enescus Oper OEDIPE in Gera

Freitag, 18. Mai, 19.30 Uhr, Bühnen der Stadt Gera

Theater&Philharmonie Thüringen bringt mit „Oedipe“ die einzige Oper des genialen Rumänen George Enescu auf die Bühne. Atmosphärisch dicht und farbenprächtig erzählt Enescu einen großen Menschenmythos: die Geschichte des Ödipus von der Geburt bis zum Tod. Dieses 1936 in Paris uraufgeführte Meisterwerk geriet in den Schatten des II. Weltkriegs und wurde seither nur sehr selten aufgeführt, sodass ihm bis heute der verdiente Sprung ins Repertoire verwehrt blieb. Regie führt Generalintendant Kay Kuntze. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Laurent Wagner. Für die Titelpartie wurde der Franzose Sébastien Soulès engagiert. Die monumentale Komposition des Rumänen George Enescu (1881-1955) basiert auf den antiken Dramen Oedipus Tyrannos und Oedipus auf Kolonos von Sophokles, geht jedoch recht frei mit den Vorlagen um. So beginnt die Oper bereits bei Ödipus’ Geburt; eine besondere Bedeutung kommt auch dessen Begegnung mit der Sphinx zu. Oedipe gilt als das Meisterwerk Enescus. Die Oper, so der Komponist, muss „ihren Schwung behalten. Kein Pathos, keine Wiederholungen, kein unnötiges Geschwätz. Die Handlung muss sich schnell entwickeln.“ Quelle seines Kompositionsstils ist die Volksmusik seiner rumänischen Heimat. Dies manifestiert sich in einer ständig changierenden Melodie, Harmonie und Klangfarbe, die den Hörer von Anfang bis Ende einnimmt. Ödipus ist der Enthüllungskrimi in der griechischen Mythologie: Ein Orakel verkündet, dass der Sohn des Lajos seinen Vater töten und seine Mutter heiraten wird. Die entsetzten Eltern lassen den Neugeborenen mit zusammengebundenen Füßen aussetzen. Er wird aber von einem Hirten gerettet und nach Korinth gebracht, wo er als Sohn des Königs aufwächst. Als Ödipus das Orakel von Delphi aufsucht, wird auch ihm das Schicksal geweissagt, den Vater zu töten und die Mutter zu ehelichen. Um dem zu entgehen, flieht er von seinen vermeintlichen Eltern aus Korinth und trifft dabei auf seinen leiblichen Vater Lajos, den er nach einem heftigen Streit im Kampf tötet. Er befreit Theben von der grausamen Sphinx und heiratet die Witwe des Lajos, seine Mutter, mit der er vier Kinder zeugt. Anzeichen verdichten sich, dass sich der einstige Orakelspruch erfüllt haben könnte. Unerbittlich forscht Ödipus nach der Wahrheit. Als er die Zusammenhänge begreift, sticht er sich die Augen aus. Mit seiner Tochter Antigone begibt er sich auf eine lange Wanderschaft… Die Inszenierung wird mit Mitteln aus dem THEATERPREIS DES BUNDES realisiert. Bühnenbild und Kostüme entwirft Duncan Hayler. Für die wissenschaftliche Beratung wurde der Archäologe Prof. Dr. Ulrich Sinn gewonnen. Es spielt das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera. In den weiteren Partien: Jokaste Béela Müller · Kreon Johannes Beck · Tiresias Kai Wefer · Hohepriester/ Phorbas/ Wächter Ulrich Burdack · Hirte Frank Ernst  · Laios Timo Rößner · Sphinx/ Merope Christel Loetzsch · Theseus Alejandro Lárraga Schleske · Antigone Miriam Zubieta · eine Thebanische Frau Pihla Terttunen (Mitglied des Thüringer Opernstudios) Der Opern-, Kinder- und Jugendchor singt in der Einstudierung von Holger Krause. Es tanzt das Kinder- und Jugendballett von Theater&Philharmonie Thüringen. Die Aufführung erfolgt in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Zur Abbildung: Kai Wefer (Theiresias) mit Sébastien Soulès (Oedipe) kniiend

Foto: Ronny Ristok


Pilgerreise des Menschen

Neuinszenierung von Wagners „Tannhäuser“ im DNT Weimar

Richard Wagners romantische Oper „Tannhäuser oder der Sängerkrieg auf Wartburg“ beruht auf original thüringischen Sagen. Die Heilige Elisabeth lebte auf der Wartburg, wo auch der legendäre Sängerwettstreit mit Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach stattgefunden haben soll. Und im Hörselberg nahe Eisenach liegt die berüchtigte Venusgrotte - eine Art mythisches Bordell, in das sich der Legende nach die Liebesgöttin zurückzog, um dort einige Ritter zu verführen. Wagner hat daraus eine ganz eigene Geschichte zusammengebaut. Den Sänger Tannhäuser zieht es weg aus der sinnlichen-verführerischen Welt der Venus. Er will wieder hinaus in die Freiheit, um Abenteuer zu erleben. So kehrt er zurück an den Hof der Wartburg, wo Elisabeth auf ihn gewartet hat. Die Nichte des Landgrafen hofft, dass er den Sängerwettstreit gewinnt, der darüber entscheidet, wer sie zur Frau bekommt. Doch Tannhäuser wird von der edlen Gesellschaft beinahe gelyncht, als er in seinem Lied gesteht, dass er in den Armen der heidnischen Venus die Liebe kennen gelernt hat. Auch die verordnete Pilgerfahrt nach Rom bringt ihm keine Erlösung von dieser sündigen Erfahrung… Auf höherer Ebene ist Wagners Oper die Geschichte eines Mannes, der zwischen der naturhaften, fleischlichen Liebe zur Venus und der hohen, reinen Liebe zu Elisabeth zerrissen wird. Regisseur Maximilian von Mayenburg erzählt in seiner Neuinszenierung am DNT Weimar Tannhäusers Konflikt als den Versuch, das Triebhafte, Urtümliche des Lebens mit den Errungenschaften der disziplinierenden Zivilisation zu vereinen. Er zeigt die Pilgerreise des Menschen: Von der Geburt als naturhaftem Vorgang über die brüchige Zivilisiertheit am Hofe Elisabeths bis hin zur resignierten Rückkehr in den Schoß der Venus. Nach den „Meistersingern“ wird Generalmusikdirektor Kirill Karabitsmit dieser großen Choroper, die mit liedhaften Arien, großartiger Orchestermusik und spannungsreichen Szenen zu beeindrucken weiß, seine zweite Wagner-Interpretation in Weimar vorstellen.

26. Mai, 17.00 Uhr // 10. Juni 16.00 Uhr // 23. Juni 17.00 Uhr

Karten: www.nationaltheater-weimar.de

Foto: Candy Welz


Zuallererst sind wir ja Menschen

Respekt, Toleranz und Humanität: Das Deutsche Nationaltheater Weimar widmet sich in zwei Neuinszenierungen der Gedankenwelt von Lessings „Nathan der Weise“

Mit „Nathan der Weise“ entwarf Gotthold Ephraim Lessing ein Sinnbild des vorurteilsfreien, respektvollen Umgangs der Religionen miteinander. In der aktuellen Spielzeit beschäftigen sich am Deutschen Nationaltheater Weimar gleich zwei Produktionen mit dem Stoff: eine Neuinszenierung des Ideendramas auf der Großen Bühne und die Uraufführung des Musiktheaters „Nathan und seine Kinder“ nach dem Roman von Mirjam Pressler mit Musik von André Kassel und Electronics von Paul Hauptmeier und Martin Reckerin der Studiobühne. Ort der Handlung ist Jerusalem in der Zeit der Kreuzzüge des 12. Jahrhunderts. Hier lebt der diplomatische jüdische Kaufmann Nathan mit seiner angenommenen Tochter Recha. Diese verliebt sich in einen jungen Tempelherrn, selbst Gefangener des Herrschers Saladin. Er rettet sie zwar aus den Flammen des väterlichen Hauses, verweigert sich jedoch zunächst ihrer Zuneigung, weil er sie für eine Jüdin hält. Dass Recha und er Geschwister sind und auch noch wider jeden Erwartens die Kinder eines Muslims – der wiederum Saladins verstorbener Bruder ist – lässt Lessing seine Figuren erst zum Ende des Stücks entdecken. Familiäre Bande kennen scheinbar keine religiösen Grenzen oder Vorbehalte. Doch dabei werden auch Identitäten ohne Zögern aufgelöst und neu zugewiesen. Die Lektüre von Lessings Drama heute zwingt dazu die Gültigkeit seiner insbesondere in der berühmten Ringparabel aufgeworfenen Ideen von Respekt, Toleranz und Humanität neu zu prüfen. Denn die Frage nach einer friedlichen Koexistenz ist die nach dem Zusammenleben trotz Unterschieden und Unvereinbarkeiten. Greifbare Vision oder Wunschgedanke? Hasko Webers Inszenierung möchte dazu anregen, diesen durchaus komplexen Gedankenzu folgen, und die Argumentationsstränge jeder Figur nachvollziehbar machen. Schließlich auch um den Schluss bewerten zu können, denn die letzte Regieanweisung lautet: »Unter stummer Wiederholung allseitiger Umarmungen fällt der Vorhang.« Ein Happy End? Aus einer anderen Perspektive nähert sich das Musiktheater „Nathan und seine Kinder“ mit Sängern, Schauspielern, einem Streichquartett und elektroakustischer Musik der Geschichte.Im Fokus steht nicht Nathan selbst, sondern die Menschen um ihn herum, denen er ein ebenso wertvolles wie kontroverses Vermächtnis hinterlassen hat: das Einstehen für ein ebenbürtiges und friedvolles Miteinander aller Religionen. Jeweils aus einer eigenen Position heraus begegnen sich die Protagonisten des Stücks(Regie: GeertjeBoeden) in ihren Glaubensfragen, auf ihrerSuche nach Identität, Menschlichkeit, Liebe und ihrem Platz in der Welt. Ihre Gedanken und Gefühle werden dabei reflektiert durch die Vielfalt musikalischerMittel, Motive und Klangebenen des Werks, in dem Elemente jüdischer, arabischer und abendländischer Musik verwoben sind.

3. Juni, 18.00 Uhr // 28. Juni, 19.30 Uhr

Foto: Thomas Müller


Elvis-Musical im August 2018 im Parktheater Plauen

Kartenvorverkauf hat begonnen

Mit dem Elvis-Musical Love me Tender präsentiert sich das Theater Plauen-Zwickau im kommenden Sommer vom 17. bis 25. August 2018 im Plauener Parktheater. 
Schauplatz des Musicals von Joe Dipietro ist eine kleine Stadt im mittleren Westen der USA, wo die Zeit still zu stehen scheint. Das ändert sich erst mit der Ankunft von Chad, einem jungen, gutaussehenden Hilfsarbeiter, der eines Tages mit seinem Motorrad und seiner Gitarre in die Stadt kommt und alles auf den Kopf stellt. Plötzlich ertönt laute Musik auf der Straße, die Menschen und insbesondere deren Gefühle beginnen wieder zu tanzen. Natalie, eine junge Mechanikerin, verliebt sich Hals über Kopf in den rebellischen Chad. Als dieser jedoch kein Interesse an ihr zeigt, verkleidet sie sich als Junge namens Ed, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Während Chad der schönen Sylvia hinterherläuft, verliebt sich diese wiederum in den Jungen Ed. Schließlich rückt auch Bürgermeisterin Matilde an, die mit Hilfe des Sheriffs dem bunten Treiben endgültig ein Ende setzen möchte.
Mit der Musik von Elvis Presley bringt Joe DiPietro die 50er-Jahre zurück auf die Bühne. Das mitreißende Musical aus den USA wird am Theater Plauen-Zwickau erstmals an einem deutschen Stadttheater zu erleben sein und verarbeitet zeitlose Melodien wie Love Me Tender, Heartbreak Hotel, Jailhouse Rock und viele mehr. 


Schlag(er) auf Schlag(er) im Theater Hof

25. Mai, 19.30 Uhr

1969 ist ein bedeutendes Jahr in der Geschichte der Menschheit. Zum ersten Mal stehen Menschen auf dem Mond und zum ersten Mal moderiert Dieter Thomas Heck die ZDF-Hitparade. Fortan hat der deutsche Schlager eine Heimat, und die Fans dürfen ihren singenden Stars vor laufender Kamera um den Hals fallen. - Das Konzept ist einfach: Deutsche Schlagersänger singen ihre neuesten Lieder, Dieter Thomas Heck macht die Zwischenansagen. Die Zuschauer wählen den Siegertitel. Die drei Erstplatzierten kommen beim nächsten Mal wieder. Wer dreimal dabei ist, darf nicht wiedergewählt werden. Nach 32 Jahren und 368 Folgen wird die Sendung eingestellt. Kein Grund zur Traurigkeit, denn: Sie ist wieder da! Wer Lust auf Retro und Sehnsucht nach Schlaghosen hat, kann jetzt aufatmen. Im Theater Hof geben sie sich die Ehre: Rex Gildo, Marianne Rosenberg, Howard Carpendale, Udo Jürgens, Drafi Deutscher, Dschinghis Khan… Und auch Stars der „Neuen Deutschen Welle“ haben ihr Erscheinen zugesagt! Nicht nur ein bisschen Spaß, auch ein bisschen Nostalgie darf sein. Also holen Sie die Schlaghosen und Plateauschuhe wieder aus dem Schrank!

 

 


Premiere für Ballettabend von Silvana Schröder in Altenburg

Thüringer Staatsballett zeigt: Eine infernalische Reise/ Letzte Lieder

Im Rahmen der LISZT-Biennale 2017 brachte das Thüringer Staatsballett Silvana Schröders Balletturaufführung Eine infernalische Reise/ Letzte Lieder heraus. Der zweiteilige, klassische Ballettabend basiert musikalisch auf der Dante-Sinfonie von Franz Liszt und den Vier letzten Liedern von Richard Strauss. Das Ballett setzt sich mit dem Thema Vergänglichkeit und dem Glauben an ein Leben nach dem Tod auseinander. Neben den Tänzerinnen und Tänzern des Staatsballetts sind auch das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera unter Leitung von Takahiro Nagasaki, die Damen des Opernchores von Theater&Philharmonie Thüringen in der Einstudierung von Chordirektor Holger Krause und die Sopranistin Anne Preuß an der Uraufführung beteiligt. Dante Alighieris Die göttliche Komödie diente Franz Liszt als literarische Inspirationsquelle für seine 1857 in Dresden uraufgeführte Dante-Sinfonie. In dem Epos begibt sich Dante in Begleitung des antiken Dichters Virgil gedanklich auf eine weite Reise. Der Weg führt die beiden durch die Hölle und das Fegefeuer bis ins Paradies. Das Leben, so die Erkenntnis, endet nicht mit dem Tod. Das Wohlergehen der Menschen im Jenseits jedoch hängt von deren Verhalten im Diesseits ab. Silvana Schröder inszeniert den Weg vom Inferno über das Purgatorio bis hin zur Erlösungshoffnung des finalen Magnifikat als eine bewegende Reise im Wechselspiel zwischen kraftvollen Gruppenszenen und lyrischen Duetten. Tiefgreifende Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Endlichkeit allen Seins stellt auch Richard Strauss in den Vier letzten Liedern, die er 1948 in Erwartung seines baldigen Todes zu Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff komponierte. Als erstes deutsches Ballettensemble zeigt das Thüringer Staatsballett eine tänzerische Interpretation dieser vier so persönlichen wie virtuosen Lieder – „Frühling“, „September“, „Beim Schlafengehen“ und „Im Abendrot“, live gesungen von der Sopranistin Anne Preuß. Die Ausstattung für Bühne und Kostüme übernahm Andreas Auerbach, der zuletzt für den Ballettabend Piaf – La vie en rose mit Silvana Schröder zusammenarbeitete.

 9. Juni, 19.30 Uhr // 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn lädt Dr. Daniel Siekhaus im Foyer 1. Rang/Grüne Ecke zur Einführung ein. Karten sind an den Theaterkassen, unter der Telefonnummer 03447-585177 sowie online unter www.tpthueringen.de erhältlich.