Theater

Suche nach der Wahrheit

Schauspielpremiere „Der Religionslehrer“ in Altenburg am 26. Januar
Premiere Der Religionslehrer im Theater Altenburg

Als Deutschsprachige Erstaufführung kommt das Schauspiel „Der Religionslehrer“ der rumänischen Dramatikerin Mihaela Michailov am Sonntag, 26. Januar um 18.00 Uhr im Theaterzelt Altenburg zur Premiere. Das Stück ist eine kaleidoskopische Suche nach der Wahrheit. Mit ihrer Thematik der sexuellen Belästigung und körperlichen Emanzipation ist sie angesichts der MeToo-Debatte am Puls der Zeit. Es beschäftigt sich auf eindringliche Weise mit der Frage nach den Grenzen zwischen Berührung und Übergriff, zwischen angemessener Untersuchung und haltlosen Beschuldigungen und wie diese festzustellen und zu prüfen sind. „Der Religionslehrer“ war ein Auftragswerk des Theatrul Naţional „Marin Sorescu“ Craiova, mit dem das Schauspiel bereits die Inszenierung „Clowns“ (Geraer Premiere 5. Juni 2020) in Kooperation produziert hat. Regie führt Matthias Thieme. Bühne und Kostüme werden von Heike Mondschein entworfen. In den Rollen spielen Johannes Emmrich als Lehrer,  Rebecca Halm als Mara sowie Nolundi Tschudi,  Ines Buchmann und  Thomas C. Zinke als Schüler, Lehrer, Eltern und Talkshowgäste.

Und das ist die Handlung: Nachdem ihre Klasse über das Thema Wahrheit im Religionsunterricht diskutiert hat, erzählt Mara, der Religionslehrer habe sie am Knie gestreichelt. Oder hat er sie nur berührt? Will sich die junge Schülerin wichtigmachen oder lügt der Lehrer, um sich aus der schwierigen Situation zu retten? Zwar haben Mitschüler die beiden gemeinsam auf dem Gang stehen sehen, doch niemand hat genau beobachtet, was vorgefallen ist. Schnell schalten sich Maras besorgte Mutter und der Schuldirektor ein. Und Mara weiß bald selbst nicht mehr, was sie glauben soll und wie sie sich erinnern darf.

Weitere Termine im Theaterzelt Altenburg: Fr. 31. Januar, 19.30 Uhr / Mo. 24. Februar, 10.00 Uhr / Sa. 11. April, 18.00 Uhr

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg), online unter www.theater-altenburg-gera.de sowie an allen eventim-Vorverkaufsstellen.

Foto: Ronny Ristok


Über den Verrat – an uns selbst

Shakespeares Tragödie „Hamlet“ feiert am 25. Januar am Theater Rudolstadt Premiere
Hamlet Theater Rudolstadt

Rudolstadt/Saalfeld. Aktuell wie eh und je: Shakespeares berühmte Tragödie „Hamlet“ provoziert seit ihrer Uraufführung vor über 400 Jahren die Frage nach dem eigenen Wissen und Gewissen. Denn obwohl Verrat und Intrigen beim Kampf um die Macht ganz offensichtlich sind, findet der Dänenprinz nur schwer zu einer klaren Haltung. Am 25. November, um 19.30 Uhr feiert das Schauspiel in der Regie von Alejandro Quintana am Theater Rudolstadt Premiere.

„Etwas ist faul im Staate Dänemark!“ Seit Claudius den Thron bestieg, regiert die Heuchelei. Noch übt sich Hamlet in Diplomatie, doch der Geist seines Vaters, des alten Königs, bestätigt ihm, was er schon ahnt: Sein Onkel Claudius errang die Macht durch feigen Brudermord, und Hamlets Mutter Gertrud ist in die Tat verwickelt. Hamlet schwört Rache; ein Anschlag muss her, eine Tat, die das ganze verlogene Regime stürzt. Mit entlarvenden Anspielungen, gehüllt in den Anschein des Wahnsinns, klagt Hamlet die Schuldigen öffentlich an. Doch als die Gelegenheit zum Mord da ist, lässt er sie verstreichen und tötet den Falschen. Hat der junge Mann die Kraft, um die historische Aufgabe zu schultern? Hat es Sinn, sich aufzulehnen, an bessere Verhältnisse nach einem Umsturz zu glauben? Oder bleibt ihm allein, diese aus den Fugen geratene Welt stoisch zu ertragen? Claudius führt den Gegenschlag. Seine Intrige jedoch trifft nicht bloß Hamlet, sondern löscht das gesamte Königsgeschlecht aus. Durch den inneren Showdown geschwächt, fällt Dänemark an eine fremde Macht.

Das wohl berühmteste Theaterstück der Welt ist Politthriller, Psychodrama und Familientragödie. Jede Epoche greift bestimmte Aspekte heraus. Heute stellen innere Spaltung und äußere Konflikte die „westlichen“ Gesellschaften zunehmend vor die Zerreißprobe. Einst gefestigte Werteorientierungen implodieren, vermeintlich stabile gesellschaftliche Strukturen geraten ins Wanken. Shakespeares Meisterwerk erweist vor diesem Hintergrund ein weiteres Mal seine verblüffende Modernität. Und offenbart damit Dilemma dieser Zeit: Wir wissen zu viel und handeln zu wenig. Verraten wir damit nicht letztendlich auch uns selbst?, fragt Regisseur Alejandro Quintana mit seiner Inszenierung, die an die letzten Arbeiten am Theater Rudolstadt wie „Der Meister und Margarita“ u. a. anknüpft. Die Titelrolle spielt Philipp Haase, seit dieser Spielzeit neu im Ensemble. Mit ihm stehen auf der Bühne: Johannes Arpe (Claudius), Marcus Ostberg (Horatio), Ute Schmidt (Getrud), Jochen Ganser (Polonius), Anne Kies (Ophelia) sowie in weiteren Rollen Jakob Köhn, Manuela Stüßer, Johannes Geißer, Verena Blankenburg und Rayk Gaida. Das Bühnen- und Kostümbild liegt in den Händen von Andrea Eisensee, einer erfahrenen Ausstatterin.

Weitere Aufführungen des Klassikers sind u. a. am Samstag, dem 1. Februar, um 19.30 Uhr sowie Sonntag, am 23. Februar, um 18 Uhr (mit Nachgespräch) im Theater im Stadthaus zu erleben. Karten sind an den üblichen Vorverkaufsstellen, über die Internetseite des Theaters sowie telefonisch unter 03672/422766 erhältlich.

Weitere Informationen: Das Inszenierungsteam und Darsteller laden zudem am 19. Januar bereits zu einer Premieren-Matinee in Theater-Bar im Stadthaus ein. In der Theatersendung Radio_aktiv im SRB Saalfeld wird „Hamlet“ bereits am 16. Februar Thema.

Foto: Anke Neugebauer

 

 

 


Theaterhaus Jena präsentiert neueste Produktion: »Witch Bitch«

28., 29. und 30. Januar 2020
Theaterhaus Jena Foto: Joachim Fette

Frauen, die keine Lust auf Kirche, Küche, Kinder haben, sind noch lange keine Zauberwesen. Aber die Vorstellung von widerspenstigen weiblichen Kreaturen, die in ferner Vergangenheit bei Vollmond auf Berggipfeln tanzten, Kinder verspeisten und auf Scheiterhaufen brannten, birgt bis heute Stoff für Gruselgeschichten aller Art: Hexenfiguren durchziehen Märchenerzählungen, Fernsehserien, Theaterstücke und Freizeitparks.
Aber wovon reden wir eigentlich, wenn wir von Hexen reden? In der beginnenden Neuzeit steht »Hexe« vor allem dafür, dass man seine Nachbarin in die Folterkammer und auf den Scheiterhaufen bringen konnte, weil sie einen nicht heiraten wollte. Die Behauptung von Frauen mit magischen Kräften hieß zum einen, dass man einen Sündenbock für alles hatte, was man sich nicht erklären konnte oder wollte. Und zum anderen, dass Gewaltphantasien einen Körper gefunden hatten, an dem sie durchexerziert werden konnten. Margaret Atwood hat einmal gesagt: »Männer haben Angst, dass Frauen sie auslachen. Frauen haben Angst, dass Männer sie umbringen.« Und die immer neuen Versuche von Männern, ihre Macht zu sichern, könnten tatsächlich lächerlich sein – wenn sie für Frauen nicht so tödlich wären.
In »Witch Bitch« entdecken hashtagmonike ihre Lust an Beschwörungstänzen, satanischen Ritualen und dem Übersinnlichen. Und stolpern dabei immer wieder über Klischees von Weiblichkeit, die mal 1000 Jahre, mal wenige Wochen alt sind. Denn es gibt keine Witches, Bitches. Oder doch?

Weitere Informationen + Spieltermine unter www.theaterhaus-jena.de


Familienbande in Umbruchszeiten

Theateradaption von Birk Meinhardts Roman »Brüder und Schwestern« im e-werk Weimar
DNT Weimar Brüder und Schwestern

Im unmittelbaren Zusammenhang zum Spielzeitmotto „Blühende Landschaften“, mit dem sich das DNT anlässlich des Jubiläums 30 Jahre Mauerfall schwerpunktmäßig der deutsch-deutschen Geschichte seit 1989 widmet, steht auch der Theaterabend „Brüder und Schwestern“ nach dem Roman von Birk Meinhardt. Beginnend im Jahr 1973 im thüringischen Gerberstedt spannt die Erzählung über die Familie Werchow den Bogen bis ins neue Jahrtausend und spiegelt in den Biografien der Protagonist*innen große und kleine Ereignisse dieser Epoche. Sie erleben den Untergang 'ihres' Landes und müssen nun ihren Platz finden im neuen, größeren und lange sehr fremden Staatsgefüge, das sich 'vereintes Deutschland' nennt. In einem spielerischen und gedanklichen Experiment, das Theater, Musik und bildende Kunst live verknüpft, greift die Inszenierung von Hasko Weber schlaglichtartig ihre Geschichten auf. Diesen nähern sich die Mitwirkenden zugleich aus dem Blickwinkel ihrer ganz eigenen Erfahrungen des politischen Umbruchs in der DDR und der Ankunft im bundesrepublikanischen Alltag. Dabei werden musikalische Interventionen des Komponisten Sven Helbig ebenso ins direkte Verhältnis zum Spiel der Akteur*innen gesetzt wie ein großes Wandgemälde, das der Maler Dieter M. Weidenbach über den Verlauf der geplanten Vorstellungen als historische Zeitschneise kreieren wird. Ein in der Gesamtheit für das Ensemble und Theater außergewöhnliches Vorhaben, das an diesen besonderen historischen Moment im Herbst 1989 erinnert, der eine politische Veränderung des gesamten Weltgefüges nach sich zog und an dessen Beginn zumindest einen Augenblick lang alles auf Anfang zu stehen schien.

So 2. Februar, 18.00 Uhr // Sa 22. Februar, 20.00 Uhr // Di 10. März, 19.00 Uhr

Foto: Candy Welz



Schauspielpremiere „Die Ratten“ in Altenburg

16. Februar, 18 Uhr, Altenburg, Theaterzelt
Die Ratten Schauspiel Premiere Altenburg

Während im Dachgeschoss skurrile Theaterproben stattfinden, spielen sich in den unteren Etagen existentielle Dramen des realen Lebens ab. In der Tragikomödie „Die Ratten“ von Gerhart Hauptmann (1862-1946) suchen Menschen unter bedrückenden Verhältnissen nach ihrem persönlichen Glück. 1911 wurde das Stück in Berlin uraufgeführt und gilt neben „Die Weber“ und „Biberpelz“ als erfolgreichstes Theaterstück des Literaturnobelpreisträgers. 

Am Sonntag, 16. Februar 2020 um 18.00 Uhr kommt die Inszenierung von Schauspieldirektor Manuel Kressin im Theaterzelt Altenburg zur Premiere. Bühne und Kostüme entwirft dazu Kristopher Kempf. In den Rollen spiele Ines Buchmann als Frau John, Bruno Beeke als Direktor Hassenreuter, Thomas C. Zinke als Paul John, Johannes Emmrich als Erich Spitta, Nolundi Tschudi als Pauline Piperkarcka, Mario Radosin als Bruno Mechelke, Rebecca Halm als Walburga Hassenreuter, Michaela Dazian als Selma Knobbe, Mechthild Scrobanita als Sidonie Knobbe und Alice Rütterbusch, Thorsten Dara als Quaquaro, Adrien Papritz als Herr Kielbacke und Markus Lingstädt als Schutzmann Schierke.

In einem heruntergekommenen Berliner Mietshaus spielen sich die unterschiedlichsten menschlichen Dramen ab. Auf dem Dachboden hat der ehemalige Theaterdirektor Harro Hassenreuter einen Kostümverleih eingerichtet und schwärmt von vergangenen, besseren Tagen. Jette John aus der zweiten Etage verdient sich im Kampf gegen den Dreck und die Ratten in diesem Fundus als Putzfrau etwas hinzu. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als ein gemeinsames Kind mit ihrem Mann, wo doch ihr Erstgeborenes nach nur wenigen Tagen starb. Weil sie selbst jedoch nicht wieder schwanger wird, tut sie sich mit dem polnischen Dienstmädchen Pauline Piperkarcka zusammen, die ein Kind erwartet – ohne Mann und allein in der Fremde. Zunächst scheint alles gut zu gehen: Frau John gibt das fremde Kind als das eigene aus. Ihr Mann, der viel Zeit als Maurerpolier auf Montage verbringt, ist überglücklich. Doch dann will Pauline ihr Kind zurück und das Kartenhaus droht einzustürzen. Währenddessen versucht der Theologiestudent Erich Spitta Direktor Hassenreuter sowohl als Schauspiellehrer als auch als Schwiegervater für sich zu gewinnen.

Zum Theaterfrühstück am Sonntag, 9. Februar 2020 um 11.00 Uhr im Theaterzelt Altenburg gibt Dramaturgin Sophie Oldenstein zusammen mit dem Inszenierungsteam und Schauspielern Einblicke in die Produktion. Der Eintritt dazu ist frei. 

Weitere Vorstellungen im Theaterzelt Altenburg: Di. 18.02.2020, 10:00 Uhr / Sa. 22.02.2020, 19:30 Uhr / Mi. 04.03.2020, 18:00 Uhr / Fr. 20.03.2020, 19:30 Uhr

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg), online unter www.theater-altenburg-gera.de sowie an allen eventim-Vorverkaufsstellen.

Foto: Ronny Ristok

 


Es war einmal im Traum

»Dornröschen - Once Upon a Dream« des Leipziger Balletts
Dornröschen Ballett Leipzig

Mit der Premiere von »Dornröschen – Once Upon a Dream« in einer Choreografie des Belgiers Jeroen Verbruggen komplettiert das Leipziger Ballett nach »Der Nussknacker« (Jean-Philippe Dury) und »Schwanensee« (Mario Schröder) seine märchenhafte Trilogie zur Musik von Peter Tschaikowski und hat nun alle drei großen Handlungsballette des russischen Komponisten in drei unterschiedlichen choreografischen Handschriften im Repertoire.

Es war einmal eine Prinzessin (Madoka Ishikawa), die in einen hundertjährigen Schlaf verfiel, bis sie von einem Prinzen (Lou Thabart) wachgeküsst wurde. Das Märchen von »Dornröschen« ist wohlbekannt und zählt zu den berühmtesten überhaupt.  Peter Tschaikowski fand darin 1890 den geeigneten Stoff für eine Ballettmusik, die er selbst für seine beste hielt. Obwohl in Deutschland die Version der Brüder Grimm berühmt wurde, hat das Märchen seinen Ursprung in Frankreich. Für seine choreografische Uraufführung lässt sich Jeroen Verbruggen von Charles Perraults Fassung aus dem späten 17. Jahrhundert »La Belle au bois dormant (Die schlafende Schöne im Wald)« inspirieren. Gemeinsam mit seiner Bühnenbildnerin Chiara Stephenson und Charlie Le Mindu, der die Kostüme entwarf, gelingt es ihm, den fantastischen Zauber des Märchens in eine moderne und surreal anmutende Bildsprache zu übersetzen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der hundertjährige Schlaf: »Once Upon a Dream«. Die Choreografie taucht ein in Dornröschens Traumwelt, in der die Grenzen zwischen Fantasie und Realität mehr und mehr verschwimmen.  Immer tiefer geht es hinab in die Psyche eines jungen Mädchens, das an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht. Dabei entdeckt es die bedrohlichen, aber auch die schönen Seiten von Liebe und Sexualität und ficht den Konflikt mit der von Eifersucht und Missgunst getriebenen Mutter aus.  

Verbruggen bricht in seiner Interpretation mit den Geschlechtsstereotypen des Märchens und erzählt ein zeitgemäßes Coming-of-Age-Drama. Zugunsten einer inhaltlichen Schärfung und zeitlichen Straffung wurden bei der Musik einige Striche vorgenommen. Am Pult des Gewandhausorchesters steht Felix Bender.

24. Januar / 27. & 28. März / 11. April / 1. und 3. Mai 2020 (alle Vorstellungen mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn; Publikumsgespräche nach Abendvorstellungen, außer zur Premiere)

Karten an der Kasse im Opernhaus, Tel: 0341 12 61 261 (Mo- Sa 10.00 – 19.00 Uhr), per E-Mail: service@oper-leipzig.de oder im Internet unter www.oper-leipzig.de

Foto: Ida Zenna


Opernpremiere „Eugen Onegin“ in Gera

Eugen Onegin Theater Gera

Die psychologisch glaubhafte musikalische Zeichnung der Figuren sowie ihre realitätsnahe Handlung kennzeichnen die Oper „Eugen Onegin“ von Peter Tschaikowski, welche 1879 in Moskau uraufgeführt wurde. Sie ist heutzutage die meistgespielte russische Oper und kommt nun in deutscher Sprache auf den Spielplan am Theater Altenburg Gera. Premiere hat die Inszenierung von Generalintendant Kay Kuntze am Freitag, 7. Februar 2020 um 19.30 Uhr im Großen Haus des Theaters in Gera. Die Musikalische Leitung dabei hat GMD Laurent Wagner. Bühnenbild und Kostüme gestaltet Martin Fischer.

In den Rollen spielen Carolin Masur als Larina, Anne Preuß als Tatjana, Heain Youn als Olga, Eva-Maria Wurlitzer als Filipjewna, Alejandro Lárraga Schleske als Eugen Onegin, Isaac Lee als Wladimir Lenski, Ulrich Burdack als Fürst Gremin, Kai Wefer als Hauptmann/ Saretzki sowie Florian Neubauer/ Timo Rößner als Triquet. 

Tschaikowski (1840-1893) selbst schrieb einst: „Ich suche ein intimes, aber starkes Drama, das auf Konflikten beruht, die ich selber erfahren oder gesehen habe, die mich im Innersten berühren können.“ So nahm er den gleichnamigen Versroman von Alexander Puschkin als Grundlage für die Handlung der Oper.

Die verwitwete Gutsbesitzerin Larina hat zwei Töchter von ganz unterschiedlichem Charakter: die sensible, verschlossene Tatjana und die stets heitere Olga. Letztere wird von dem schwärmerischen Gutsnachbarn Lenski heiß und innig geliebt. Eines Tages bringt Lenski Besuch mit aufs Gut – Eugen Onegin. Mit seinem lässigen Auftreten fasziniert er augenblicklich Tatjana. Noch in derselben Nacht gesteht sie ihm in einem Brief ihre Liebe. Doch Eugen Onegin möchte von Tatjana nichts wissen. Monate später treffen sich alle wieder …

Zur Matinee am Sonntag, 2. Februar 2020 um 11.00 Uhr im Konzertsaal des Geraer Theaters gibt Chefdramaturg Felix Eckerle zusammen mit dem Inszenierungsteam und SängerInnen Einblicke in die szenische und musikalische Umsetzung. Der Eintritt dazu ist frei. 

Weitere Vorstellungen im Theater Gera: So. 09.02.2020, 14:30 Uhr / Sa. 15.02.2020, 19:30 Uhr / Fr. 20.03.2020, 19:30 Uhr / So. 17.05.2020, 18:00 Uhr

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg), online unter www.theater-altenburg-gera.de sowie an allen eventim-Vorverkaufsstellen.

Foto: Ronny Ristok 


Faust in ursprünglicher Gestalt

Neuinszenierung von Goethes „Urfaust“ im Deutschen Nationaltheater Weimar
Urfaust DNT Weimar

Der „Faust“ ist Goethes Lebenswerk: gut 60 Jahre widmet er sich ihm - von frühen Skizzen bis zur Vollendung des zweiten Teils der Tragödie wenige Monate vor seinem Tod. Bereits 1775 bei der Ankunft des jungen Dichters in Weimar lag ein erster Entwurf vor, der als „Urfaust“ oder „Faust in ursprünglicher Gestalt“ von der Nachwelt als eigenständiges Werk anerkannt wurde. Anhand dieses Textes untersucht Regisseur Tobias Wellemeyer den für das DNT Weimar unverzichtbaren Stoff neu und stellt sich damit erstmals dem Weimarer Publikum vor. Heinrich Faust ist auch hier der gequälte Wissenschaftler, der trotz aller irdischer Gelehrtheit nicht erfassen kann, »was die Welt im Innersten zusammenhält«. In seiner Verzweiflung beschwört er den Erdgeist, um die Schranken seines Verstandes durch die Gefühlskraft des Herzens zu durchbrechen. Doch Faust muss die Begrenztheit menschlichen Verstehens erkennen. Rastlos wirft sich der junge Intellektuelle in die Welt hinein. In der jungen Margarethe glaubt er naturnahe Reinheit zu entdecken und verfällt dem Mädchen. Mephisto begleitet Faust, ist Strippenzieher und Kuppler. Doch es geht Faust bis zum Ende auch in der Liebe nur um die Überwindung seines Selbsts. Gretchen zerbricht letztlich daran, sie tötet das gemeinsame Kind und landet dafür im Kerker.

Ohne die Wette zwischen Gott und Teufel und dem Pakt zwischen Faust und Mephisto steht im „Urfaust“ die tragische Liebesgeschichte von Faust und Gretchen im Mittelpunkt des Stücks. So ist dieses Schauspiel weniger das Menschheitsdrama zwischen Himmel und Hölle, als welches die vollständige Tragödie bis heute gilt. Vielmehr liest sich der Text als Kommentar auf eine scheinbar aufgeklärte Gesellschaft, die eine verzweifeltes Mädchen als Kindsmörderin zum Tode verurteilt.

Vorstellungen: Sa 08.02.2020, 19.30 Uhr //So 12.04.2020, 18.00 Uhr // So 19.04.2020, 19.30 Uhr // Sa 23.05.2020 // 19.30 Uhr

Foto: Candy Welz


„Ein Maskenball“ in Gera

So. 15. März, 14.30 Uhr
Theater Gera Ein Maskenball

Giuseppe Verdis große italienische Oper „Ein Maskenball“ (Un ballo in maschera) fasziniert das Publikum bis heute mit scharfen Kontrasten in Handlung und Musik. Darin steht eine tragische Liebesbeziehung im Gegensatz zur strahlenden Atmosphäre am Hofe. Nun feiert die neue Inszenierung von Regisseur Jörg Behr am Freitag, 29. November 2019 um 19.30 Uhr im Theater Gera Premiere. Die Musikalische Leitung hat GMD Laurent Wagner. Bühne und Kostüme gestaltet Anna Brandstätter.

Im Mittelpunkt von Giuseppe Verdis Oper, die 1859 in Rom uraufgeführt wurde, steht eine Liebesbeziehung, die den Keim des Verhängnisses bereits in sich trägt. Der Liebe zwischen Riccardo und Amelia steht nicht nur die gültige Moral, sondern auch die Freundschaft zwischen Riccardo und Renato entgegen. Auch die durch Ulrika verkörperten okkulten Mächte bringen keine Erlösung. - Bei der morgendlichen Audienz erhalt Graf Riccardo von Oscar die Gästeliste des Maskenballs. Auf dieser findet sich auch Amelia. Mit der Gattin Renatos unterhält Riccardo eine heimliche Liebesbeziehung. Renato, eigentlich Riccardos Freund, der nichts von der Liaison ahnt, warnt diesen vor einer politisch motivierten Verschwörung. Als man dem Grafen ein Verbannungsurteil gegen die Wahrsagerin Ulrica zur Unterschrift vorlegt, beschließt Riccardo, sie zunächst heimlich aufzusuchen. Er möchte sie nach seinem Schicksal befragen. In den Rollen spielen und singen Isaac Lee als Riccardo,  Alejandro Lárraga Schleske als Renato, Anne Preuß als Amelia, Eva-Maria Wurlitzer als Ulrica, Miriam Zubieta als Oscar, Johannes Beck als Silvano, Kai Wefer als Samuel, Ulrich Burdack als Tom sowie Florian Neubauer und alternierend Timo Rößner als Richter und Diener.

Foto: Ronny Ristok

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg), online unter www.theater-altenburg-gera.de sowie an allen eventim-Vorverkaufsstellen.


Von der versöhnenden Kraft des Tanzes

»Zorbas / Balkanfeuer« im Westbad Leipzig / Inszenierung der Musikalischen Komödie Leipzig
Zorbas Ballettabend Leipzig Mirko Mahr

Mirko Mahr, Ballettdirektor der Musikalischen Komödie, bringt im Westbad einen tänzerischen Doppelabend mit Musik von Sirtaki bis hin zu den feurigen Klängen des Balkans auf die Bühne.

Es ist wohl eine der berühmtesten Szenen der Filmgeschichte:  Zwei Männer, barfuß am Strand den Sirtaki tanzend, das Leben zelebrierend. Im Moment des größten Scheiterns erfahren sie eine Kraft, die sie mit allem versöhnt: den Tanz. Wie kaum eine andere Figur steht Alexis Zorbas in der oscarprämierten Verfilmung des gleichnamigen Romans von Nikos Kazantzakis für den Lebenskünstler schlechthin – Instinktmensch und Freigeist. Ihm steht der verkopfte Schriftsteller gegenüber, von Selbstzweifeln geplagt, bereit sich in die tätige Arbeit zu stürzen. Vom Schicksal zusammengeführt, lassen sie sich auf Kreta nieder, wo ihnen archaische Dorfstrukturen, Ausgrenzung und Hass, aber auch Liebe und Leidenschaft begegnen. Komponist Mikis Theodorakis schuf mit seiner Filmmusik und den eigens für Hauptdarsteller Anthony Quinn erfundenen Sirtaki Klänge, die bis heute mit Griechenland und dem griechischen Lebensgefühl verbunden werden. Zwanzig Jahre nach Entstehung des Films formte Theodorakis daraus eine Ballett-Suite, die Mirko Mahr in einer gekürzten Fassung zum Ausgangspunkt seiner Choreografie nimmt. Auszüge aus der Romanvorlage liest Frank Schilcher, Sabine Töpfer singt aus der Ballett-Suite zwei Solonummern voll griechischer Melancholie. Den Abend komplettiert die Wiederaufnahme von »Balkanfeuer«. Die irrwitzige Balkanhochzeit voll Liebeschaos und Verwechslungskomik mit Balkan-Blasmusik von Fanfare Ciorcarlia und Shantel feierte 2007 im Kellertheater des Opernhauses Premiere.

Der Doppelabend »Zorbas / Balkanfeuer« ist seit »Alice im Wunderland« aus der Spielzeit 2017/18 die erste abendfüllende Neuproduktion des Balletts der Musikalischen Komödie unter der Leitung von Mirko Mahr.

Spiel mir eine alte Meldodie - »Zorbas«, Musik von Mikis Theodorakis, Balletsuite in 23 Szenen, »Balkanfeuer«, Musik von Fanfare Ciorcărlia und Shantel (vom Band) - 2-teiliger Ballettabend von Mirko Mahr

05., 06., 28., & 29. März / 29. & 30. April 2020

Foto: Ida Zenna