Theater

„Dantons Tod“ – Revolutionsoper in Gera

Theater Altenburg Gera Dantons Tod

Köpfe rollen, blinde Wut und Blutvergießen bestimmen die brutale Dynamik der von Robespierre errichteten Schreckensherrschaft im Jahr 1794. Während Robespierre sich als Hüter der Tugend und der wahren revolutionären Werte aufspielt, ist sein ehemaliger Mitstreiter, der einst so radikale Agitator der Französischen Revolution, Georg Danton, zutiefst ernüchtert. Misstrauen, Hetze und Intrigen führen ihn und seine Vertrauten schließlich vor das Revolutionstribunal. Mit einer Prophetie der Diktatur scheint der brillante Rhetoriker Danton das aufgebrachte Volk zwar zunächst auf seine Seite ziehen zu können, doch schon kurz darauf erfährt er unter Jubel und Hohn der Massen gemeinsam mit den anderen Verurteilten die Égalité unter der Guillotine...

Mit dieser Produktion setzt das Theater Altenburg Gera seine Reihe von zu Unrecht vergessenen oder selten gespielten Opern des 20. Jahrhunderts fort, die das Profil dieses Theaters seit langem prägt und regelmäßig regional wie überregional große Beachtung findet.

In seinem ersten Drama griff der erst zwanzigjährige, selbst von revolutionären Ideen faszinierte Georg Büchner die Geschichte Georges Dantons (1759-1794) auf und schuf 1835 mit „Dantons Tod“ das Portrait eines desillusionierten Revolutionärs. Noch während des Zweiten Weltkriegs begann der österreichische Komponist Gottfried von Einem (1918-1996) die Arbeit an seiner gleichnamigen ersten Oper. Das Libretto erstellte er zusammen mit seinem Kompositionslehrer und Freund Boris Blacher aus Büchners Drama und ausgewählten Briefen. Die Uraufführung bei den Salzburger Festspielen im Jahr 1947 war von Einems persönliche Abrechnung mit der jüngsten Vergangenheit und wurde zum großen Erfolg. „Dantons Tod“ rückt in eindrucksvollen Chorszenen das Volk als Akteur in den Mittelpunkt und erzählt von Blutrausch, Gewaltspiralen und der Verführbarkeit der Massen.

Regie führt Generalintendant Kay Kuntze; die musikalische Leitung hat GMD Ruben Gazarian. Bühne und Kostüme entwirft Martin Fischer und für die Choreinstudierung zeichnet Dr. Alexandros Diamantis verantwortlich. In der herausfordernden Titelpartie ist Alejandro Lárraga Schleske zu erleben.

Vorstellungen in Gera: SA 1. OKT · 19:30 / MO 3. OKT · 18:00

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg) sowie online unter www.theater-altenburg-gera.de

Foto: Ronny Ristok


Berührende Musik aus der Feder von Sting

Musical „Das letzte Schiff“ hat am 8. Oktober im Vogtlandtheater Plauen Premiere
Musical Das letzte Schiff

Mit dem Musical "Das letzte Schiff" steht am 8. Oktober im Vogtlandtheater Plauen die große Eröffnungspremiere der neuen Spielzeit unter der Generalintendanz von Dirk Löschner auf dem Programm des Theaters Plauen-Zwickau, mit der Löschner auch zugleich seinen Einstand als Regisseur gibt. Musik und Liedtexte stammen aus der Feder von Sting, der mit diesem Musical eingehende und berührende Musik geschrieben hat.

Inspiriert von Stings Biografie erzählt das Musical vom Leben der Werftarbeiter im englischen Wallsend, das er selbst mit 18 Jahren verließ. Gideon Fletcher verlässt als junger Mann die englische Industriestadt. Das Bild riesiger Schiffsrümpfe und der gewalttätige Vater, der als Werftarbeiter sein Geld verdiente, prägten seine Kindheit. Gideon weiß nicht, dass er bei seiner Jugendliebe Meg Dawson ein Kind hinterlassen hat. 17 Jahre später kehrt er zurück und trifft auf seine Tochter Ellen (Stings Alter Ego), die die Stadt verlassen will, um als Musikerin in London Karriere zu machen. Gideon versucht, sich seiner Familie wieder anzunähern. Gleichzeitig will er gemeinsam gegen die drohende Schließung der Werft mit dem Gewerkschafter Billy Thompson und dem Vormann Jackie White an der Spitze kämpfen. Die Werftarbeiter beschließen, aus Protest einfach weiterzubauen. So wird Gideon der Steuermann auf dem Schiff „Utopia“ und er versöhnt sich mit Meg und Ellen. Generalintendant Dirk Löschner bringt das Musical im Schauspiel auf die Bühne und nicht im Musiktheater: „Dieses Stück braucht vor allem Charaktere und die müssen von Schauspielern dargestellt werden“, sagt er.

Zum ersten Mal wird das Stück (bis auf einen Song) komplett auf Deutsch aufgeführt. Es singen und spielen unter der Musikalischen Leitung von Sebastian Undisz und in der Ausstattung von Christopher Melching fast das gesamte Schauspielensemble, Gäste, Auszubildende der Theaterakademie Sachsen sowie Kleindarsteller. Die musikalische Begleitung übernimmt eine siebenköpfige Rockband. Die Choreografie stammt von Sven Niemeyer.

Weitere Vorstellungen: 16. Oktober, 18:00 Uhr; 27. November, 16:00 Uhr; 25. Dezember, 19:30 Uhr; 13. Januar, 19:30 Uhr; 03. März, 19:30 Uhr, 15. April, 19:30 Uhr und 29. Mai, 18:00 Uhr Vogtlandtheater


DNT Weimar: Uraufführung für "Samson"

Musikdrama von Joachim Raff • Uraufführung nach 170 Jahren

Seit über 170 Jahren harrt das Musikdrama »Samson« des Schweizer Komponisten Joachim Raff, der seinerzeit als Assistent Liszts auch in Weimar wirkte, seiner Uraufführung. Im Jubiläumsjahr anlässlich seines 200. Geburtstags heben wir dieses unentdeckte Prunkstück der spätromantischen Oper nun aus der Taufe und schließen damit eine Lücke in der Musikgeschichte. Für die Inszenierung konnte der international vielgefragte Starregisseur Calixto Bieito gewonnen werden, dessen großformatige Arbeiten immer wieder auf intensive, eindrückliche und polarisierende Art und Weise Vergangenheit mit Gegenwart vermitteln. Die musikalische Leitung der Uraufführung liegt in den Händen unseres Musiktheater-Chefdirigenten Dominik Beykirch, der mit seinen überzeugenden Interpretationen von Werken wie Dessaus »Lanzelots«, Strauss »Ariadne auf Naxos« oder Verdis »Aida« am Haus bereits große Erfolge feierte.

8., 21. und 29. Oktober, jeweils 19.30 Uhr / 18. November, 19.30 Uhr / 1. Dezember, 19.30 Uhr / 25. Dezember, 18 Uhr


Attacke auf die Lachmuskeln

Theater Altenburg Gera zeigt „Dinner for One – Wie alles begann“
Theater Altenburg Gera Dinner for one

Lauri Wylies Sketch „Dinner for One“ oder „Der 90. Geburtstag“ wurde 1961 vom NDR für das Fernsehen aufgezeichnet. May Warden als Miss Sophie und Freddie Frinton als Butler James erfreuen das TV-Publikum seither bei den alljährlichen Ausstrahlungen zu Silvester. Volker Heymanns Komödie „Dinner for One – Wie alles begann“ wurde 2002 in Mannheim uraufgeführt und spielt virtuos mit der bekannten Vorlage: Der erste Teil zeigt den Prozess des Vorsprechens und Probens, der zweite die Aufführung der wohl bekanntesten Geburtstagsfeier. Das Schauspiel inszneniert Jörg Neumann, der sich mit seiner 47. Regiearbeit verabschiedet.

Und das ereignet sich: Ein Regisseur ist auf der Suche nach der passenden Besetzung für den Sketch „Dinner for One“, den er neu inszenieren soll. Beim kurzfristig anberaumten Vorsprechen tritt das Komiker-Duo Elvira und Klaus auf. Mangels Alternativen wird das Paar engagiert. Die Premiere scheint gefährdet. Dies liegt weniger an der Herausforderung, in die Rollen der Miss Sophie und des Butlers James zu schlüpfen, als an der mangelhaften Disziplin der beiden. Doch am Ende hebt sich tatsächlich der Vorhang …

Die Bühne gestaltet Elena Köhler nach dem Konzept und Entwurf von Udo Schneeweiß. Für die Kostüme zeichnet Luise Zarniko verantwortlich. Das Stück ist eine Zusammenarbeit der Sparten Schauspiel und Musiktheater. Es treten auf: Sabine Schramm als Elvira/ Miss Sophie, Manuel Kressin als Klaus/ Butler James und Markus Lingstedt als Regisseur Schlenk.

Termine: SA 15. OKT 2022 · 18:00 / SA 22. OKT 2022 · 19:30 / SO 13. NOV 2022 · 14:30 / SA 26. Nov 2022 · 19:30 / FR 23. Dez 2022 · 19:30 / DO 29. DEZ 2022/ SA 31. DEZ 2022 · 21:30 / SO 19. MRZ 2023 · 14:30 / FR 24. Mrz 2023 · 19:30 / FR 5. MAI 2023 · 19:30

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg) sowie online unter www.theater-altenburg-gera.de.

Foto: Ronny Ristok


"Die Physiker" in Chemnitz

Komödie von Friedrich Dürrenmatt

Regisseur Malte Kreutzfeldt hat ein Faible für Friedrich Dürrenmatt. Nachdem er in der Spielzeit 2016/2017 bereits erfolgreich „Der Besuch der alten Dame“ am Schauspiel Chemnitz inszeniert hat, widmet er sich nun einem weiteren Dürrenmatt-Klassiker: „Die Physiker“. Und was als komödiantischer Krimi beginnt, entwickelt sich zu einer absoluten Groteske über den menschlichen Größenwahn und seinen territorialen Ausbreitungsdrang. Zugleich hinterfragt Kreutzfeldts Inszenierung mit rabenschwarzem Humor die ethisch-moralische Verantwortung der Wissenschaft. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und der atomaren Bedrohung hat Dürrenmatt 1962 ein Meisterwerk geschrieben, das wohl nie an Aktualität verlieren wird.

8. Oktober, 19.30 Uhr / 22. Oktober, 18 Uhr / 13. November, 15 Uhr


8. Internationales Tanztheater Festival in Erfurt

8. bis 16. Oktober

Zum inzwischen 8. Mal realisiert der Tanztheater Erfurt e.V. sein Internationales Tanztheater Festival. Im Zwei-Jahres Rhythmus lädt der Verein Tänzer:innen und Choreograf:innen verschiedenster Nationalitäten nach Erfurt ein. Es wird vom 8. bis 16. Oktober Gastspiele, Eigenproduktionen, einen Tanzwettbewerb und Workshops geben. Dieses Jahr öffnet der von besonderem Industriecharme sprühende Veranstaltungsort, die Zentralheize Erfurt, seine Pforten für das tanzinteressierte Publikum.
Das diesjährige Festivalteam, unter der künstlerischen Leitung von Ester Ambrosino, hat sich erneut auf die Suche nach kulturellen Highlights im zeitgenössischen Tanz begeben. Herausgekommen ist eine abwechslungsreiche Mischung aus Gastspielen, Eigenproduktion, unserem traditionellen Tanzwettbewerb sowie ein Workshop-Angebot, bei dem sich jede:r einmal ausprobieren kann.
Die Tanzstücke von Stefan Sing „DODAI“ und Overhead Projekt „My Body is Your Body“ vereinen zeitgenössischen Tanz in einer ganz eigenen künstlerischen Sprache mit akrobatischen Elementen. Kenji Shinohe, bekannt aus der Produktion „Novecento“, beschäftigt sich in seinem Stück „Action Briquette“ mit der Verbindung von japanischer Manga-Lautmalerei und Körper.
Den Auftakt des Tanzfestes feiert das Festivalteam mit dem Tanzwettbewerb „contact.energy '22“, bei dem bis zu 10 Choreografien um die Gunst der Jury tanzen und bei dem die Zuschauer:innen einen Publikumspreis vergeben werden. Eine ganz persönliche Herzensangelegenheit wird mit dem diesjährigen Festival Realität: Die Junior Company des Tanztheater Erfurt bringt Shakespeares „Romeo und Julia“ in einer Choreografie von Ester Ambrosino auf die große Bühne.
Das Projekt wird unterstützt von der Kulturstiftung des Freistaat Thüringen, der Sparkassenstiftung Erfurt und der Stadt Erfurt.

Alle weiteren Informationen zu den Workshops und Vorstellungen finden Sie unter www.tanztheaterfestival-erfurt.de
Tickets: www.ticketshop-thueringen.de und an der Abendkasse


„Synergien – Zehn tänzerische Reflexionen“ in Altenburg

Theater Altenburg Gera Ballett Synergien

Im Theaterzelt Altenburg präsentieren sich Mitglieder der international besetzten Compagnie des Thüringer Staatsballetts und Eleven nicht nur als Bühnenakteure, sondern auch als Nachwuchschoreografinnen und -choreografen. Das Programm, das die vielfältigen kulturellen Wurzeln und Prägungen der Tänzerinnen und Tänzer genauso thematisiert wie die einschneidenden Erfahrungen der vergangenen zweieinhalb Jahre, in der körperliche Nähe zum Risiko wurde, wird zur neuen Spielzeit um acht neue Choreografien erweitert, die nun erstmalig zu erleben sind.

Für Choreografie, Bühne und Kostüme zeichnen Geovanna Peres da Costa, Yuri Hamano, Stefania Mancini, Jéssyca Rett, Fabio Boccalatte, Rina Hayashi, Danila Kapustin, Vinícius Leme, Milton César Fernandes Oliveira Jr. und Hudson Oliveira verantwortlich.

Termine:

MO 3. OKT 2022 · 18:00 · Theaterzelt Altenburg / SO 16. OKT 2022 · 18:00 · Theaterzelt Altenburg / FR 6. JAN 2023 · 19:30 · Bühne am Park Gera / SA 7. JAN 2023 · 19:30 · Bühne am Park Gera S 29. Jan 2023 · 19:30 · Bühne am Park Gera / FR 28. APR 2023 · 19:30 · Bühne am Park Gera / MO 1. Mai 2023 · 18:00 · Bühne am Park Gera / SO 14. Mai 2023 · 18:00 · Bühne am Park Gera

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg) sowie online unter www.theater-altenburg-gera.de

Foto: Ronny Ristok


Fußballfans aufgepasst!

Das Staatstheater Meiningen wird zum Fußballstadion und zeigt Stefano Massinis „Ladies Football Club“ als deutschsprachige Erstaufführung
Theater Meiningen Ladies Football Club

In seinem furiosen Theaterstück „Ladies Football Club“ setzt der preisgekrönte italienische Dramatiker Stefano Massini den Pionierinnen dieser Sportart ein Denkmal und erzählt die unglaubliche, auf wahren Begebenheiten beruhende, Geschichte eines der ersten Frauen-Fußballteams zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

„Ladies Football Club“ ist ein Theaterstück voller Witz und Tempo über eine vergessene Episode in der Geschichte des Fußballs. Am Staatstheater Meiningen wird ein elfköpfiges Frauen-Ensemble in die Rollen der Fußballerinnen schlüpfen und als „Ladies Football Club“ das große Haus in ein Fußballstadion verwandeln. Inszeniert wird dieses „sportliche Event“ von der Schweizer Regisseurin Simone Blattner, die für ihre temporeichen, von Energie strotzenden, sprachlich als auch körperlich exakt gearbeiteten Inszenierungen, bekannt ist und die mit ihren Uraufführungsinszenierungen schon mehrfach zu den Mühlheimer Theatertagen, als auch zu den Autorentheatertagen in Berlin und Hamburg eingeladen war.

Premieren: Fr. 7. Oktober, 19:30 Uhr, So. 9. Oktober, 18:00 Uhr, Großes Haus

Foto: Christina Iberl

 


Rudolstadt: Charmante Generationenkomödie

„Die Studentin und Monsieur Henri“ in der Regie von Altmeister Herbert Olschok
Theater Rudolstadt Die Studentin und Monsieur Henri

Rudolstadt/Saalfeld. Die berührende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft feiert am 8. Oktober am Theater Rudolstadt Premiere. In der Regie von Altmeister Herbert Olschok kommt die Komödie „Die Studentin und Monsieur Henri“, als Film auch bekannt unter dem Titel „Frühstück bei Monsieur Henri“, auf die große Bühne im Stadthaus.

Das Stück handelt von Henri, einem Witwer und komplizierten Zeitgenossen, der in der Pariser Wohnung gegen seinen Willen eine Studentin zur Untermiete bei sich aufnehmen soll. Denn sein Sohn Paul ist der Meinung, der Vater brauche unbedingt häusliche Betreuung. Die attraktive Constance sucht hingegen dringend eine Bleibe und ist sogar bereit, dafür einige Opfer zu bringen. Zunächst lässt der alte Griesgram nichts unversucht, die Untermieterin zu vergraulen, bis ihm eine bessere Idee kommt: Constance bekommt das Zimmer nur unter der Bedingung, dass sie dem Sohn den Kopf verdreht. Denn Paul hat, so ist Henri überzeugt, absolut die falsche Frau geheiratet. Erreicht Constance das amouröse Ziel, darf sie einige Monate kostenfrei wohnen. Ein lohnenswerter Deal für die mittellose Studentin, die schon bald die eingefahrenen Familienverhältnisse zum Tanzen bringt. Sie spielt Klavier wie Henris verstorbene Frau, kann ihm besser Paroli bieten als sein Sohn und treibt diesen in kürzester Zeit in eine emotionale Zwickmühle. Nur hat die ganze Aktion am Ende eine völlig andere Wirkung, als sich der Alte erhoffte.

Mit pointierten Dialogen, französischem Esprit und schwarzem Humor erzählt Ivan Calbéracs „Die Studentin und Monsieur Henri“ von der Begegnung zweier ungleicher Menschen, die auf eigensinnige Weise zueinander finden. Regisseur Herbert Olschok ergänzt: „Es geht um Träume und um Neugier, die man nicht verlieren darf“. Auf der Rudolstädter Bühne sind zu erleben: Hans Burkia als Monsieur Henri, Laura Bettinger als seine Gegenspielerin Constance und Ulrike Gronow als Valérie. Außerdem darf das Publikum auf Michael Goralczyk in der Rolle des Paul gespannt sein. Mit Beginn der Spielzeit wechselte der Schauspieler vom Theater Neustrelitz/Neubrandenburg nach Rudolstadt und ist nun fest im Ensemble. Für das Pariser Flair sorgt in Bühnen- und Kostümbild die Ausstatterin Sabine Pommerening. 

Karten für die Premiere am 8. Oktober, um 19.30 Uhr im Theater im Stadthaus sowie für die nächsten Aufführungen 14. und 22. Oktober und am 12. November, jeweils 19.30 Uhr, sind in der Theaterkasse, an den üblichen Vorverkaufsstellen, auf der Theaterwebsite und telefonisch unter 03672/450 10 00 erhältlich.

Foto: Anke Neugebauer


Mehr Offenherzigkeit und Humor!

Broadway-Komödie „Mein Freund Harvey“ in Rudolstadt
Theater Rudolstadt Mein Freund Harvey

Rudolstadt/Saalfeld. Als die Autorin Mary Chase mitten im Zweiten Weltkrieg am New Yorker Broadway einen unsichtbaren, riesigen weißen Hasen als Inbegriff für Friedfertigkeit und Herzensgüte auf die Theaterbühne schickte, traf sie damit den Nerv der Menschen. Ihre Komödie „Mein Freund Harvey“ wurde ein riesiger Erfolg. 

Protagonist des Schauspiels ist Junggeselle Elwood P. Dowd. Er ist ein Sonderling und Lebenskünstler. Sein bester Freund heißt Harvey, ein für alle anderen Menschen unsichtbarer weißer Hase. Gemeinsam ziehen sie in die Kneipen zu den einsamen und traurigen Herzen der Stadt und begeistern die Menschen mit ihrer Gutmütigkeit und Lebensfreude. Für seine Schwester Veta ist das Benehmen von Elwood jedoch eine Provokation und Blamage zugleich. Wie soll sie ihre Tochter unter die Haube bringen, wenn der Bruder verrücktspielt? Als Elwood einigen Party-Gästen seinen unsichtbaren Begleiter und Vertrauten vorstellt, platzt Veta endgültig der Kragen. Kurzerhand liefert sie ihren Bruder in eine psychiatrische Heilanstalt ein. Aber der Schuss geht nach hinten los, die Ärzte halten sie und nicht Elwood für geisteskrank. Von nun an reiht sich Missverständnis an Missverständnis. Und ein turbulentes Verwirrspiel nimmt Fahrt auf, an dessen Ende sogar der Chefarzt der Klinik höchstpersönlich zur Hasenjagd aufruft …

Das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Broadwaystück „Mein Freund Harvey“ – 1944 am Broadway uraufgeführt – wurde 1950 durch die Verfilmung mit James Stewart in der Hauptrolle zu einem Welterfolg. Der amerikanischen Autorin Mary Chase gelang eine lebensbejahende Komödie über die Kraft der Imagination und ein wunderbares Plädoyer für etwas mehr Verrücktheit, Freundlichkeit und Güte in einer Welt voller Irrsinn und Aggressivität. In Rudolstadt feiert „Harvey“ mit Benjamin Petschke in der Hauptrolle in einer Inszenierung von Herbert Olschok Premiere. Das Bühnenbild und die Kostüme stammen von Sabine Pommerening. In weiteren Rollen sind zu erleben: Johannes Arpe, Verena Blankenburg, Joachim Brunner, Rayk Gaida, Johannes Geißer, Kathrin Horodynski, Anne Kies, Ute Schmidt und Markus Seidensticker.

15. und 21. Oktober, jeweils 19.30 Uhr - Karten in der Theaterkasse, sind an den üblichen Vorverkaufsstellen, auf der Theaterwebseite und unter Tel. 03672/450 10 00

Fotos©Anke Neugebauer


Opernhaus Chemnitz zeigt: Carmen

Bizets „Carmen“ war 1875 bei der Uraufführung in Paris eine Provokation. Zu realistisch war für das bürgerliche Publikum diese Milieustudie, bei der Carmen den desertierten Soldaten Don José erst verführt, dann verlässt und von ihm schließlich in rasender Eifersucht auf offener Bühne ermordet wird. Doch selbst im Angesicht des Todes gibt Carmen ihren Drang nach Freiheit nicht auf.

Die Regisseurin Arila Siegert, der Bühnenbildner Hans Dieter Schaal und die Kostümbildnerin Marie-Luise Strandt, die an der Oper Chemnitz bereits u. a. Faurés „Pénélope“, Tschaikowskys „Eugen Onegin“ und Verdis „Ein Maskenball“ auf die Bühne gebracht haben, erzählen die Geschichte dieser alle gesellschaftlichen Konventionen sprengenden Frau als Vulkan der Leidenschaften, aus dem es kein Entrinnen gibt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Koordinierten 1. Kapellmeisters Jakob Brenner. In den Hauptpartien sind Sophia Maeno / Antigone Papoulkas (Carmen), Gustavo Peña (Don José), Thomas Essl (Escamillo) und Tatiana Larina / Maraike Schröter (Micaëla) zu erleben.

2. und 9. Oktober, 15 Uhr / 14. Oktober, 19 Uhr / 5. November, 19 Uhr / 9. und 29. Dezember, jeweils 19 Uhr


Tanzoperette im Opernhaus Chemnitz: Die lustige Witwe

Nach über hundert Jahren ist „Die lustige Witwe“, einst Prototyp der modernen Tanzoperette, längst ein unverwüstlicher Klassiker geworden. Der österreichische Regisseur Michael Schilhan bringt die Geschichte um eine Frau, die das Heft des Handelns in die Hand nimmt und die es versteht, Geld und Liebe unter einen Hut zu bringen, nun neu auf die Bühne des Chemnitzer Opernhauses. Schilhan hat dazu eine pointierte, anspielungsreiche Dialogfassung geschaffen, die das Original behutsam ins Heute führt. Pontevedro wird hier zum Sinnbild einer Lebenskunst, die das Momentane bejaht und nur bei oberflächlichem Hinschauen mit Nachlässigkeit und Provinzialität verwechselt werden kann. Ob hinter dem ominösen Vaterland der Titelfigur Hanna Glawari nun Montenegro, Österreich oder Kakanien steht, ist dabei nicht entscheidend.

Unter der musikalischen Leitung des 1. Kapellmeisters Diego Martin-Etxebarria sind neben vielen weiteren Solist:innen Magdalena Hinterdobler / Tatiana Larina als Hanna Glawari, Reto Raphael Rosin als Graf Danilo Danilowitsch und Matthias Winter als Baron Mirko Zeta in den Hauptpartien zu erleben.

3. Oktober, 15 Uhr / 6. und 20. November, jeweils 15 Uhr / 4. und 18. Dezember, jeweils 15 Uhr / 30. Dezember, 19 Uhr


Wellen. Flimmern

Opernhaus Chemnitz: Dreiteiliger Ballettabend von Martin Harriague, Andonis Foniadakis und Erion Kruja

In „Wellen. Flimmern“ treffen die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts Chemnitz auf die drei international agierenden Choreografen Martin Harriague, Andonis Foniadakis und Erion Kruja. Als vielbeachtete Protagonisten des zeitgenössischen Tanzgeschehens prägen sie mit ihren eigenwilligen und überraschenden Arbeiten dessen Entwicklung und Neuausrichtung.

Der Titel des neuen Ballettabends „Wellen. Flimmern“ assoziiert Bilder vom Meer, von mediterraner Küste, Sonne und Licht, beschreibt damit aber nicht den Inhalt der Choreografien, sondern versucht die Atmosphäre der Werke zu fassen. Bewegungen, die wie Wellen anschwellen und wieder abebben, flirrende, sirrende, energetisch geladene Abläufe, die die Tänzer:innen in immer neue Konstellationen, Begegnungen, Verstrickungen treiben: unberechenbar, wild und faszinierend wie das Meer. Bei aller Verschiedenheit ihrer choreografischen und inhaltlichen Ansätze eint die drei Choreografen in ihren Arbeiten die Auseinandersetzung mit dem Individuum in einer unruhigen Zeit, die von Veränderungen und dem Verlust von Sicherheit und Nähe geprägt ist. Während Martin Harriague sich auf die Spuren des Vergangenen, des Verdrängten und Verschütteten in unsere Innenwelten begibt, interessiert Andonis Foniadakis das Hier und Jetzt. Erion Kruja wiederum wendet sich dem Unbekannten und Zukünftigen zu.

Premiere: 7. Oktober, 19 Uhr im Opernhaus Chemnitz

Weitere Vorstellungen: Sa 15. Oktober, Mi 16. November, Fr 2. Dezember // Fr 6., Do 12. Januar / Fr 17. Februar / Do 6. April - immer 19 Uhr // So 16. April, 15 Uhr

 


20.000 Meilen unter dem Meer - Das Fantasy Musical

Eine U96 und Claude Oliver Rudolph Produktion
20000 Meilen unter dem Meer

„Sagenhaft“ (BILD). „Aufwendige Produktion“ (WAZ) – „mehr als außergewöhnlich“ (WFR). Die Medien waren begeistert von der Live-Premiere „eines der größten Märchen der Moderne“ (Stadtanzeiger), das Claude-Oliver Rudolph und U96 alias The Jules Verne Experience als Fantasy Musical realisieren; „die Besucher sind sprachlos von der Inszenierung und der Leistung der Künstler“ (WA). Deshalb vergab die ‚Rheinpfalz‘ für diese audiovisuelle Ausnahme-Show mit ihrem phantastischen Licht- und Laserdesign samt nie gesehener digitaler Fraktal-Projektionen das Prädikat „Sehr zu empfehlen!“ Das Zusammenspiel von hypnotischer elektronischer Musik und einer spannenden Story im Rahmen eines multimedialen XXL-Bühnenbildes zieht Zuschauer*innen aller Altersstufen in einen rauschhaften Sog mitreißender Traumwelten. Eintrittskarten, um in das „20.000 Meilen unter dem Meer“-Spektakel einzutauchen, gibt es im Vorverkauf. Ein Klassiker ist Jules Vernes unheimlicher Abenteuerroman, der die Jagd nach dem futuristischen U-Boot Nautilus mit seinem mysteriösen Kapitän Nemo in den Tiefen des Ozeans beschreibt. Regisseur/ Drehbuchautor/Schauspieler Claude-Oliver Rudolph gilt als „Der beste Bösewicht der Welt“ (Bild am Sonntag) und ist „Einer der größten Charakterdarsteller des Landes“ (SPIEGEL). Das Duo U96 kann seit seiner Techno-Version der „Das Boot“-Titelmelodie und über 15 Millionen verkaufter Tonträger legendär genannt werden. Es ist also eine einzigartige Kombination, die als The Jules Verne Experience auftritt. Die Singles „New Life“, „Atlantis“ und „Ich, Nemo“ aus dem U96-Album „20.000 Meilen unter dem Meer“ (VÖ: 09.09.22) stimmen klanggewaltig auf die Live-Umsetzung des Großprojektes ein. Es ist ein Ereignis zu erwarten, das seinesgleichen sucht. Auch Bernardo Steinkühler, Direktor NRW Film Fest, bestätigt: „Ein aufregendes Werk - ganz anders als man Musicals kennt!“

https://www.youtube.com/watch?v=21AAa4vVJUs
 
The Jules Verne Experience (feat. Claude-Oliver Rudolph & U96) – „20.000 Meilen unter dem Meer“ – Das Fantasy Musical
10. Oktober, Magdeburg, Amo Kulturhaus
13. Oktober, Erfurt, Alte Oper


In der Strafkolonie

Theater Chemnitz: Erzählung von Franz Kafka in einer Bearbeitung von Bogdan Koca

Der Mensch ist ein absurdes und zutiefst widersprüchliches Wesen. Seine Intelligenz, sein Erfindergeist und sein Hang zu absoluter Perfektion haben die größten Errungenschaften und zugleich die größten Zerstörungen in der Geschichte der Menschheit hervorgebracht. Als hätte Franz Kafka die Gräueltaten des 20. Jahrhunderts schon mitgedacht, schrieb er in einer dreiwöchigen Schreibpause von „Der Prozess“ 1914 seine Erzählung „In der Strafkolonie“. Kafka plante ursprünglich eine Veröffentlichung des Werks zusammen mit „Das Urteil“ und „Die Verwandlung“ unter dem Titel „Strafen“. Sein Verlag hielt jedoch eine solche Thematik für unverkäuflich. Durch verschiedene Verzögerungen aufgrund der Skepsis seines Verlages erfolgte die Veröffentlichung als Einzelerzählung bei dem Verleger Kurt Wolff erst 1919.

Bogdan Kocas Bearbeitung und Inszenierung gleicht einer Bewährungsprobe, denn es ist kaum auszuhalten, wie sehr Grauenvolles und Grausames mit Sanftheit, Leichtigkeit, Selbstverständlichkeit und nahezu Glückseligkeit spielerisch und ästhetisch in Berührung kommen und damit nicht zuletzt unsere Wirklichkeit, unser Agieren, unsere Wahrnehmung hinterfragen.

Premiere 14. Oktober, 20.00 Uhr, Spinnbau / Ostflügel