Theater

Quer durch den Garten

Sommertheater mit dem theater-spiel-laden Rudolstadt

Es hätte ein ganz normales Familienwochenende werden sollten. Doch der Ehemann Norman verwandelt den romantisch-verwilderten Garten des ländlichen Sommersitzes, in dem die erotischen Verwicklungen und Verwirrungen dieser Komödie stattfinden, in ein wahres Tollhaus. Er erobert nach und nach alle Frauen seiner Familie und macht nicht einmal bei seinem Schwager halt. 80 Theaterstücke gibt es aus der Feder von Großbritanniens populärstem Gegenwartsdramatiker Alan Ayckbourn, die in 30 verschiedenen Sprachen übersetzt wurden. Tiefschwarzer, englischer Humor und irrwitzig konstruierte Dramaturgie machen seinen unverwechselbaren Schreibstil aus. - Die Thüringer Bauernhäuser bieten eine malerische Kulisse für diese lustvolle Inszenierung.

11. August 20 Uhr, 12. August 16 Uhr // www.theater-spiel-laden.de


In die Fifties mit Elvis‘ Musik

Sommer-Open-Air im Parktheater Plauen: Love Me Tender

In einer kleinen Stadt im mittleren Westen der USA scheint die Zeit still zu stehen. Das ändert sich erst mit der Ankunft von Chad, einem jungen, gutaussehenden Hilfsarbeiter, der eines Tages mit seinem Motorrad und seiner Gitarre in die Stadt kommt und alles auf den Kopf stellt. Plötzlich ertönt laute Musik auf der Straße, die Menschen und insbesondere deren Gefühle beginnen wieder zu tanzen. Natalie, eine junge Mechanikerin, verliebt sich Hals über Kopf in den rebellischen Chad. Als dieser jedoch kein Interesse an ihr zeigt, verkleidet sie sich als Junge namens Ed, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Während Chad der schönen Sylvia hinterherläuft, verliebt sich diese wiederum in den Jungen Ed. Schließlich rückt auch Bürgermeisterin Matilde an, die mit Hilfe des Sheriffs dem bunten Treiben endgültig ein Ende setzen möchte. Mit der Musik von Elvis Presley bringt Joe DiPietro die 50er-Jahre zurück auf die Bühne. Das mitreißende Musical aus den USA wird am Theater Plauen-Zwickau erstmals an einem deutschen Stadttheater zu erleben sein und verarbeitet zeitlose Melodien wie Love Me Tender, Heartbreak Hotel, Jailhouse Rock und viele mehr.

Musical mit der Musik von Elvis Presley 7 Buch: Joe Dipietro / Musikalische Bearbeitung und Arrangement: Stephen Oremus,  Deutsch von Benjamin Baumann

Premiere: 17. August, 20 Uhr - Weitere Vorstellungen: 18. / 22. / 24. und 25. August, jeweils 20 Uhr // 19. August, 18 Uhr, 21. August, 11 Uhr

 


Kulturvielfalt in Bad Elster

Die neue Abonnementspielzeit 2018/2019 im König Albert Theater

Bad Elster/CVG. Das König Albert Theater in der Kultur- und Festspielstadt Bad Elster bietet in der im September beginnenden neuen Spielzeit 2018 /2019 wieder attraktive Abonnementprogramme aus Symphoniekonzerten, Musiktheater, Kabarett, Schauspiel, Kinderabo oder dem Theaterbus an, die dem Publikum einen begehrten „Stammplatz“ in einem der schönsten historischen Theater Mitteldeutschlands ermöglichen.

JAHRHUNDERT-ZEITREISE: 10 x SYMPHONIEKONZERT

Die zehn Symphoniekonzerte der Chursächsischen Philharmonie widmen sich in der neuen Spielzeit einer symphonischen Zeitreise durch das 18. und 19. Jahrhundert und feiern damit den Elsteraner und Kgl.-Sächsischen Musikdirektor Christoph Wolfgang Hilf (1818 - 1911) anlässlich seines 200. Geburtstages zum Spielzeitbeginn. Vom frühen italienisch-französischen Barock mit Vivaldi, Corelli, Ferrandini, Lully, Lalande und Linek über die Wiener Klassik mit Mozart, Haydn, Beethoven, Schubert und die deutsche Romantik von Mendelssohn, Hilf, Joseph und Schubert führen beindruckende Werke bis zur Hochromantik mit Wagners „Meistersinger-Vorspiel“, Dvoraks 7., Tschaikowskys unbekannten Orchesterwerken, Bruckners großartiger 8. und der berühmten d-Moll Symphonie von Cesar Franck. Solistisch werden in dieser epochal-inspirierten Zeitreise neben Publikumslieblingen wie Elin Kolev (Violine), Lothar Hensel (Bandoneon) und Prof. Peter Bruns (Violoncello) auch interessante Künstlern aus aller Welt wie Lukas Böhm aus Karlsbad (Klarinette), die jungen 1. PreisträgerInnen des 53. Int. Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen (Flöte & Fagott) sowie die int. Teilnehmer*innen der 6. Chursächsischen Meisterkurse (Violine, Viola und Violoncello) auf der Bühne Bad Elsters brillieren. Am Pult werden zu Ehren des Kgl.-Sächsischen Musikdirektors Frauenkirchenkantor Matthias Grünert mit „seinem“ Chor der Dresdner Frauenkirche und der israelische Dirigent Amos Talmon den grenzenlosen Bad-Elster-Klang „verstärken“.

GESELLSCHAFT IM ZEITENWANDEL: 8 x MUSIKTHEATER

Im neuen Premierenabonnement bietet das König Albert Theater mit drei Opern, je zwei Ballett- und Musicalabenden sowie einer Operette wieder herausragendes Musiktheater in der Kultur- und Festspielstadt Bad Elster an. Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Umbrüche spiegelt die Bühne hier musiktheatralische Gesellschaftsbilder: Tschaikowskys Opernentdeckung „Die Jungfrau von Orléans“ (16.11.) thematisiert eine starke historische Figur des Mittelalters, Haydns Schöpfung „Die Welt auf dem Monde“ (29.03.) bringt eine phantastisch-musikalischen Mondlandschaft auf die Bühne und Verdis-Meisterwerk „Rigoletto“ (07.06.) hinterfragt gekonnt die dramatischen Ausschweifungen der höfischen Gesellschaft. Ein doppelter Ballettabend im Zeichen der Liebe stellt mit „Carmen & Peer Gynt“ (21.09.) zwei Schicksale in den Kontrast eines Sujets aus Nord-Süd-Ausprägungen und die tragische Geschichte der „Manon“ (22.04.) führt das Publikum Bad Elsters tanzend-leidenschaftlich in die Bohème von Paris. Genau hier spielt auch die erfolgreiche Operette des „Pariser Lebens“ (10.02.), die schwungvoll die Leichtigkeit in der Stadt der Liebe persifliert. Abgerundet wird dieses Abonnement mit dem Broadway-Musical „Company“ (18.01.) im Kontext der Flower-Power-Bewegung und dem Jubiläums-Best-Of-Musical des Gymnasiums Markneukirchen, als Blick auf die bunte kulturelle Gesellschaft im Vogtland…

FESSELNDE BÜHNENKUNST: 6 x SCHAUSPIEL

Das Schauspielabonnement im König Albert Theater zeigt die vielseitigen Facetten der großen Theaterkunst mit fesselnden Bühnenproduktionen! Die neue Spielzeit 18/19 zeigt sich dabei äußerst abwechslungsreich: Nach einem kraftvollen Brecht-Abend mit „Baal“ von Schauspielstar Thomas Thieme (13.10.) gibt’s es als Silvesterkomödie Theater-im-Theater-Fassung des Kultsketches „Dinner for One“. Büchners grandioses Drama „Dantos Tod“ (03.02.) stellt als Geschichtsdrama brandaktuelle Fragen und mit einer Bühnenfassung der wahren Geschichte von „Oskar Schindlers Liste“ (23.03.) widmen wir uns wichtiger Erinnerungskultur. Abgerundet wird das schauspielerische Abonnementprogramm mit zwei Bühnenversionen großer Vorlagen: Die Komödie „Um die Welt in 80 Tagen“ (14.04.) zeigt in großer Theaterspielfreude Jules-Vernes-Klassiker und die Umsetzung des Hitchcock-Filmklassikers „Die Vögel“ (18.05.) garantiert Höchstspannung auf den Brettern die Bad Elster bedeuten!

LACHEN IST GESUND: 8 x KABARETT

Das König Albert Theater ist die Kabaretthochburg in West-Sachsen. Die dazu passende Abonnementreihe bietet in der neuen Spielzeit einen sehenswerten Querschnitt bundesdeutscher Aushängeschilder im Spannungsfeld von Kabarett und Komik: So kann das Publikum neben dem beliebten mitteldeutschen Ensemblekabarett der Leipziger Funzel (26.04.) und der Herkuleskeule Dresden (26.01.) auch die neuesten Programme des preisgekrönten Politparodisten Helmut Schleich (02.02.) oder des Comedy-Zauberers Ingo Oschmann (02.11.) erleben bzw. sich von Genrestars wie Arnulf Rating (31.05.), Anna Piechotta  (16.03.) und Anka Zink  (23.06.) mit anspruchsvoller Satire niveauvoll unterhalten lassen. Abgerundet wird die neue Lachspielzeit mit einem humorvollen Bühnenlauf des Olympiasiegers Dieter Baumann (22.09.), der am laufenden Band für Unterhaltung sorgen wird! Es läuft alles darauf hinaus: Lachen ist gesund!

PHANTASIEVOLLE FAMILIENZEIT: 6 x KINDERTHEATER

Das lebendige Abonnement kleiner Theaterfreunde ist in Bad Elster ein Publikumsrenner auf dem roten Teppich: In der neuen Kinder-Spielzeit gibt es wieder inspirierende Theaterangebote, welche zur phantasievollen Familienzeit einladen: Gerhard Schöne präsentiert sein Familienkonzert als Teil der Badekultur (07.10.), zum Weihnachtstheater wartet „Die Eisprinzessin“ (16.12.) und mit Jim Knopf und seiner Lokomotive (17.02.) gehen kleine Theaterbesucher in Bad Elster auf große Abenteuerfahrt. Der Märchenwald in Bad Elsters bietet dazu mit berühmten Klassikern ein Wiedersehen zeitloser Kindergeschichten: So ziehen „Pinnochio“ (10.03.), „Ronja Räubertochter“ (05.05.) und die „Goldene Gans“ (02.06.) durch das Königsbad – So erzieht Bad Elster auch immer den Nachwuchs J!

Zusätzlich sind sämtliche Abonnementprogramme Bad Elsters sind auch im Zuge eines speziellen Theaterbusangebots, einem Schülerabo und einem individuellen Wahlabonnement buchbar. Ab der Spielzeiteröffnung 2018/2019 bietet das König Albert Theater zusätzlich neue, attraktive Vorteilsangebote für die genrespezifischen Theaterreihen Rock/Pop, Jazz, Vocales, Schlager, Gedanken & Gespräche, bzw. Kammer- und Klaviermusik an, die auch mit weiteren Genresparten kombiniert werden  können. Kulturberatung Bad Elster: 037437/ 53 900 | www.koenig-albert-theater.de

Das Abonnement-Programm online:

https://koenig-albert-theater.de/neu-abonnements-20182019.html


25. Domstufen-Festspiele in Erfurt

Bizets Oper Carmen wird bis 26. August gespielt

Weit über die Grenzen Thüringens und Deutschlands hinaus haben sich die DomStufen-Festspiele einen klangvollen Namen gemacht. Jahr für Jahr veranstaltet das Theater Erfurt dieses sommerliche Open-Air-Spektakel vor der atemberaubenden Kulisse des Mariendoms, in dem Martin Luther einst zum Priester geweiht wurde, und lässt die 70 Stufen des Dombergs zur Opern- oder Musicalbühne werden. Seit 1994 pilgern mehrere hunderttausend Besucher vor die 700 Jahre alte Kulisse. Die enorme Nachfrage aus Deutschland und angrenzenden europäischen Ländern spricht für die künstlerischen Leistungen des Theaters Erfurt bei den DomStufen-Festspielen, die sich längst zu einem Markenzeichen für die kulturelle Vielfalt Thüringens entwickelt haben. D

Zum Jubiläum der 25. DomStufen-Festspiele steht mit Carmen nun ein ganz besonderer Publikumsliebling auf dem Programm. Neben dem Ensemble aus hochkarätigen, international gefragten Solisten stehen jeden Abend mit dem gut 60-köpfigen Philharmonischen Orchester Erfurt, Opernchor, Extrachor und Kinderchor ca. 150 Beteiligte auf der Bühne, die 2018 alle unter der Leitung von Myron Michailidis stehen, der mit dieser Festspielproduktion sein Amt als Generalmusikdirektor in Erfurt antritt.

Verführung, Eifersucht, Stierkampf und Mord – Die betörende Zigeunerin Carmen wickelt alle Männer um den Finger. Auf den gewissenhaften Soldaten Don José hat sie so viel Einfluss, dass er ihr zur Flucht verhilft, damit seinen Job verliert, seine Verlobte Micaela verlässt und sich einer Schmugglerbande anschließt. Dass Carmen trotz allem dem draufgängerischen Torero Escamillo ihre Liebe schenkt, entfacht ein tödliches Eifersuchtsdrama. - Beruhend auf der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée fasziniert Bizets Carmen– eine der meistgespielten und beliebtesten Opern weltweit – seit jeher durch ihre schillernde Titelfigur in ihrer magnetischen Anziehungskraft, ihrem grenzenlosen Freiheitsdrang und ihrem starken Willen bis in den Tod, weckt aber auch ernsthafte Gedanken über Ausgrenzung, die Freiheit der Bohème gegenüber den Bindungen des bürgerlichen Lebens, oder über Selbstbestimmung und Abhängigkeit in der Liebe. Gleichzeitig bietet diese Oper eine Fülle an Tänzen, bekannten Arien und Wunschkonzertmelodien wie Carmens „Habanera“ und „Seguidilla“, Josés Blumenarie und Escamillos Torero-Lied. „Die Liebe ist ein Zigeunerkind, sie hat niemals ein Gesetz gekannt...“, singt Carmen in ihrer berühmten Habanera. So lässt George Bizet sie auftreten: stolz, selbstbewusst, frei, selbstbestimmt, verführerisch... und dabei ist sie zur dreifachen Außenseiterin stilisiert: Aus französischer Perspektive war der Handlungsort Spanien ein südlich-exotisches, unbekanntes Land, innerhalb von Spanien wird der Konflikt der nördlichen Navarrer mit den wilden, impulsiven, angsteinflößenden Andalusiern thematisiert und in Andalusien ist Carmen auch noch eine Bohémienne – eine Zigeunerin.

Im 19. Jahrhundert waren die „Zigeuner“ im künstlerischen Kontext ein häufig verwendeter Topos und meist positiv konnotiert: Freiheit, einfaches Leben, Ungebundenheit, Idylle – eine Metapher für unbürgerliche Wunschphantasien. Wie schnell hat man Bilder von hübschen, buntbemalten Pferdewagen, Gitarre spielenden Männern und tanzenden Frauen in langen Röcken vor dem inneren Auge! Aber entspricht das der Realität? - Das „fahrende Leben“ war sicher stets bezeichnend für diese Volksgruppe, aber nicht unbedingt selbst gewählt, sondern häufig durch eine Geschichte der Verfolgung getrieben. Dem folgte entsprechend eine Spezialisierung auf „fahrende Tätigkeiten“: als Schmiede und Pferdehändler, in neuerer Zeit als Schausteller, Auto- oder Schrotthändler. Trotz anhaltendem Antiziganismus in Europa sollen die „Zigeuner“, die sich selbst nie so nennen würden, laut Reimer Gronemeyer und Georgia A. Rakelmann nicht nur als Opfer angesehen werden: „Die Beschreibung der Verfolgung darf nicht verdecken, daß sie unter den Bedingungen einer feindselig gesinnten Umwelt außergewöhnliche Fähigkeiten, Phantasie und Kraft entwickelt haben, um dennoch zu überleben.“ Genau diese bewundernswerte Selbstbehauptung und der stete Kampf um Freiheit einer an den Rand gedrängten, auf die Müllhalde der Gesellschaft abgeschobenen Frau sind Themen in Bizets Oper Carmen, die über die klischeehafte Zigeunerromantik der schönen tanzenden Frau weit hinaus gehen.


Domino – DomStufen-Festspiele für die Kleinen

Die Taube ist erschöpft, hat sie doch gerade an die Pinguine die letzten beiden Tickets für die Arche vergeben, bevor die von Gott geschickte große Sintflut einsetzt. Allerdings erhielten aus Platzmangel nur zwei Exemplare jeder Tierart die lebensrettenden Bordkarten. Aber die beiden Pinguine können doch unmöglich ihren Freund, den dritten Pinguin, im Stich lassen. Was nun? - Auf wunderbar komische, respektlose, befreiende und gleichzeitig tiefgründige Art stellt Ulrich Hubs Stück die großen Fragen nach Gott und der Welt. Dem Autor helfen bei der Suche nach Gott seine Figuren – die Pinguine. Mit ihrer Naivität – vielleicht der von Kindern vergleichbar – gehen sie an die Fragen des Glaubens heran und finden dadurch immer wieder einfache und überzeugende Antworten. Der Regisseur und Bühnenbildner Philipp J. Neumann hat sich für die Kinderproduktion An der Arche um Acht nicht wie sonst mit einer Bühne begnügt, sondern das Stück auf gleich drei Spielorte verteilt. Der erste Teil findet wie immer vor und auf den Domstufen statt, der zweite, der inhaltlich im Innern der Arche spielt, erhält seine Bühne auf der erhöhten Altarinsel im Erfurter Dom, und für den abschließenden dritten Teil wird das Westportal zum Ankunftsort der Arche in der neuen Welt.

11. und 12. August, 16 Uhr / 15. August, 10 Uhr, Erfurt, Domstufen

www.domstufen-festspiele.de


Geiz oder Konsum?

Sommertheater in Naumburg: Der Geizige

Geiz oder Konsum? Sparsamkeit oder Hedonismus? - Ein stinkreicher Geizhals will seine Kinder noch reicher verheiraten. Jedoch seine nicht minder selbstverliebten Kinder wollen viel lieber sein Geld und Spaß ohne Ende. Der Großmeister der Verwechslungs- und Verwirrungskomödie, Jean BaptistePoquelin, genannt Molière, nahm mit diesem Stück auf spielerische Weise die heutige Geiz-ist-geil-Mentalität vorweg. Die Glanzrolle des mehr als sparsamen Familienoberhauptes Hapargon hatte Molière sich selbst auf den Leib geschrieben. In Naumburg erleben Sie diesen Klassiker im Marientor als Open-Air-Spektakel. Regie führt Beatrice Murmann.

15./ 16. und 17. August/ sowie 23./24. und 25. August jeweils 20.30 Uhr, Marientor Naumburg

Foto: Dejan Patic      


Musical CABARET ab September in Gera

Premiere: 28. September

Gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera und den Eleven des Thüringer Staatsballetts präsentiert das Schauspielensemble von Theater&Philharmonie Thüringen als erste Premiere der neuen Spielzeit 2018/19 im Großen Haus Gera am 28. September um 19.30 Uhr mit CABARET ein Musical, das von einer lebensfrohen, expressiven Zeit berichtet – und von deren jähem Ende.
„Willkommen, bienvenue, welcome im Cabaret, au Cabaret, to Cabaret!“, begrüßt der bizarre Conférencier seine internationalen Gäste zu einer schrillen Show im Kit-Kat-Club. Dorthin hat es auch den amerikanischen Schriftsteller Clifford Bradshaw verschlagen, der sich vom wilden, pulsierenden Berlin der späten 20er Jahre inspirieren lassen möchte. In dem legendären Club jedoch findet er nicht nur Zerstreuung, sondern begegnet auch der Sängerin Sally Bowles. Sie ist der Star des Hauses und natürlich verfällt auch der junge Amerikaner ihrem Charme.
Das weltoffene und bunte Berlin ist ein Genuss; die Verliebten erleben erfüllte Tage und rauschende Feste. Doch die Zeiten ändern sich rasant. Ein neuer Wind weht durch Deutschland. Und die anfangs kleine Brise von rechts wird mehr und mehr zu einem Sturm, der alles hinwegfegt, was so begeisternd und wunderbar war … Das aufkommende Unwetter verändert auch die Menschen, die eben noch so vertraut und liebenswert waren. Clifford will wieder fort – doch Sally möchte an ihrer Karriere in Berlin festhalten.
Die Uraufführung von Cabaret gewann 1967 insgesamt acht Tony Awards u. a. als bestes Musical; die Verfilmung (1972) mit Liza Minnelli erlangte Kultstatus. Songs wie „Maybe this time“, „Money makes the world go round“ oder „Life is a Cabaret“ wurden zu Welthits.

Die musikalische Leitung hat Schauspielkapellmeister Olav Kröger. Regie führt Lydia Bunk. Das Bühnenbild entwirft Mathias Rümmler, die Kostüme Bianca Deigner. Für die Choreografie zeichnen Vlasova/ Pawlica verantwortlich.
In den Rollen: Sally Bowles: Nolundi Tschudi • Conférencier: Manuel Struffolino • Clifford Bradshaw: Sebastian Schlicht • Fräulein Schneider: Mechthild Scrobanita • Herr Schultz: Thomas C. Zinke • Ernst: Thorsten Dara • Fräulein Kost: Michaela Dazian • Zollbeamter/ Kellner u. a.: Johannes Emmrich

Zur Matinee lädt Dramaturgin Svea Haugwitz mit dem Regieteam am Sonntag, 23. September, um 11:00 Uhr ins Große Haus der Bühnen der Stadt Gera ein. Der Eintritt ist frei!
Weitere Vorstellungen: 29. Sept. 19.30 Uhr, 30. Sept. 14.30 Uhr, 5. u. 6. Okt., 9. Nov. und 28. Dez. 19.30 Uhr
Karten an den Theaterkassen, Telefon 03447-585177 oder 0365-8279105, online buchen unter www.tpthueringen.de

Cabaret
Musical • Buch von Joe Masteroff
Nach dem Stück Ich bin eine Kamera von John van Druten und
Erzählungen von Christopher Isherwood • Gesangstexte von Fred Ebb
Musik von John Kander • Deutsch von Robert Gilbert
In der reduzierten Orchesterfassung von Chris Walker (1997)
In der Reihe Wider das Vergessen

Foto: Ronny Ristok


Grenzgänge

Die Spielzeit 2018/19 am Theater Plauen-Zwickau

Die Spielzeit 2018/19 steht unter dem Motto Grenzgänge. Ein Begriff, der nach May viele Konflikte und Themen abbildet, die derzeit in der Gesellschaft vorhanden sind und auf den Bühnen gespiegelt werden sollen. Das Theater Plauen-Zwickau wartet in der neuen Spielzeit mit insgesamt 32 Premieren auf, davon finden 16 in Plauen und 16 in Zwickau statt und bietet damit ein vielfältiges und großes Angebot für alle Altersklassen und jeden Geschmack. Das Musiktheater bietet ein breites Programm aus Oper und Operette bis hin zu Musical und startet in Zwickau im Oktober mit der Operette Die lustige Witwe von Franz Lehár. Auf der Bühne des Vogtlandtheaters wird im Februar 2019 in der Tradition der ganz großen Oper Engelbert Humperdincks Königskinder zu sehen sein. Hier kann das Publikum auch die zwei neuen Ensemblemitglieder im Musiktheater Wonjong Lee und Maria Mitich erleben. Im Mai folgt mit Aida ein echter Opernklassiker ebenfalls im Vogtlandtheater, der mit großer Orchester- und Chorbesetzung einen grandiosen Musiktheatergenuss verspricht. Das preisgekrönte Broadway-Musical Ein Käfig voller Narren erwartet alle Musicalfans ab Mai 2019 in der Zwickauer Neuen Welt und wird mit vielen bekannte Melodien, wie der Hymne I am what I am, begeistern. Im Konzertbereich wird es bei den beliebten Sinfoniekonzerten in der kommenden Spielzeit eine Neuerung geben: Das 3. Sinfoniekonzert findet im November in beiden Städten als "Composer's Night" statt. Dabei wird dem Komponisten Peter Tschaikowski ein kompletter Abend gewidmet und neben dem Philharmonischen Orchester kommen auch Ensemblemitglieder aus dem Schauspiel zum Einsatz, die aus dem Leben des Komponisten erzählen. Dieses Konzert wird deutlich länger sein als die übrigen Sinfoniekonzerte, in zwei Pausen wird der Abend mit russischen Spezialitäten auch kulinarisch angepasst. Zusammengestellt wurde das Konzertprogramm erstmalig vom neuen GMD Leo Siberski, der für einige weitere Überraschungen sorgen wird. Neben den traditionellen Kirchen- und Sonderkonzerten werden weiterhin auch den jungen Zuschauer vermehrt Schulkonzerte, Familienkonzerte und mobilen Konzerte geboten.
Mit einem Highlight startet das Schauspielensemble gleich im August im Plauener Parktheater in die neue Saison: gespielt wird das Musical Love Me Tender mit der Musik von Elvis Presley. Es wird wieder ein buntes Vorprogramm passend zum Thema geben. Im Oktober folgt in der Tradition der klassischen Schauspielstücke die Shakespeare-Tragödie Hamlet in Plauen, die ab Januar dann auch in Zwickau zu sehen sein wird. Im November erobert mit Tschechows Schauspiel Drei Schwestern ein weiterer Klassiker die Zwickauer Bühne. Mit Brechts Die heilige Johanna der Schlachthöfe greift das Schauspielensemble eine hochaktuelle Thematik auf, die in der Regie von Generalintendant Roland May im März in Plauen und ab April in Zwickau zu sehen ist. Nach dem überwältigenden Erfolg und der großen Nachfrage des Weihnachtsmärchens in jedem Jahr wird in der Spielzeit 2018/19 mit dem Kinderbuchklassiker Pünktchen und Anton im Mai ein zusätzliches Stück für die ganze Familie im Vogtlandtheater Plauen zu erleben sein.
Das Ballettensemble bestreitet neben der Mitwirkung in Love Me Tender wieder Aufführungen gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau und mit Die kleine Meerjungfrau das diesjährige Weihnachtsmärchen in Plauen. Im Januar verzaubert das Ballett in Plauen mit dem Stück Ein Sommernachtstraum nach Shakespeare und bringt die Liebesquerelen des bekannten Klassikers in getanzter Form auf die Bühne. Mit einem Tanzabend des israelischen Choreografen Oded Ronen, dessen Vorfahren in Plauen lebten, wird es im Juni einen besonderen Saisonabschluss im Ballett geben. Viele weitere Neuproduktionen in allen Sparten runden den Spielplan ab. Eine Übersicht über alle Premieren und Konzerte findet man unter:

https://www.theater-plauenzwickau.de/spielzeitvorschau-2017-18.php


Eröffnungsgala in Gera und Altenburg

14. und 16. September

Zum traditionellen Spielzeitauftakt zeigt Theater&Philharmonie Thüringen in einer abwechslungsreichen Gala am Freitag, 14. September, um 19.30 Uhr an den Bühnen der Stadt Gera und am Sonntag, 16. September, um 18.00 Uhr im Landestheater Altenburg Ausschnitte aus den bevorstehenden Premieren aller fünf Sparten. Generalintendant Kay Kuntze freut sich, Sie gemeinsam mit Schauspieldirektor Manuel Kressin durchs Programm zu führen und Ihnen neu engagierte sowie altbewährte Ensemblemitglieder vorzustellen.

Das Musiktheater wartet mit eingängigen Ouvertüren, Arien, Duetten und Ensembles aus so beliebten Werken wie Smetanas Die verkaufte Braut, Mozarts Entführung aus dem Serail, Offenbachs Hoffmanns Erzählungen und Zellers Der Vogelhändler auf. Es erklingen aber auch Ausschnitte aus weniger bekannten Werken wie Weinbergs Die Passagierin, Ullmanns Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung und Sieberts Untergang der Titanic. Das Thüringer Staatsballett präsentiert sich mit Liberace – Glitzer, Schampus und Chopin sowie einem Appetizer zu Forever Lennon, beides Choreografien von Silvana Schröder. Das Schauspiel stellt Szenen aus Clowns, Kanders Musical Cabaret, Molières Der eingebildet Kranke und Rummelplatz des kleinen Mannes vor. Das Puppentheater bezaubert mit Hofmannsthals Jedermann und Molières Der Misanthrop oder Der verliebte Melancholiker.

Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera, Solisten des Musiktheaters, Opernchor, Thüringer Staatsballett sowie Schauspiel- und Puppentheaterensemble werden aufgeboten, um eine wahrhafte Gala zu präsentieren, die Lust auf mehr Theater macht.

Am Dirigentenpult wechseln sich Generalmusikdirektor Laurent Wagner, Takahiro Nagasaki, Olav Kröger und Thomas Wicklein ab. Für die szenische Einrichtung zeichnet Juliane Stephan, für Bühne und Kostüme Hilke Förster verantwortlich.

Telefonische Reservierungen an den Theaterkassen unter 0365-8279105 oder 03447-585177 oder online buchen unter www.tpthueringen.de


Bernhard Stengele inszeniert "Der Vogelhändler"

Premiere: Sonntag, 30. September, Landestheater Altenburg

Mit einer Operette startet Theater&Philharmonie Thüringen den Premieren-Reigen 2018/2019 im Großen Haus des Landestheaters Altenburg am Sonntag, 30. September, um 18:00 Uhr.
1891 in Wien uraufgeführt, erfreut sich Carl Zellers (1842-1898) Der Vogelhändler dank turbulenter Handlung, wirkungsvoller Chorensembles und volksliedhaft-einschmeichelnder Melodien wie „Grüß euch Gott, alle miteinander“, „Ich bin die Christel von der Post“ oder „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ bis heute großer Beliebtheit. Eine besondere Komik entsteht, wenn die höfisch-aristokratische Welt der Kurpfalz auf das Milieu eines Bauerndorfes trifft und jeder die anderen hinters Licht führen oder deren wahre Neigungen und Absichten ergründen möchte.
Mit Bernhard Stengele – 2012 bis 2017 Schauspieldirektor bei Theater&Philharmonie Thüringen – konnte ein Regisseur gewonnen werden, der mit seiner Affinität für Komik und Milieustudien die Volksoperette schwungvoll auf die Bühne bringen wird. Die musikalische Leitung hat Thomas Wicklein. Bühne und Kostüme entwirft Kristopher Kempf. Der Opernchor singt in der Einstudierung des neuen Chordirektors Gerald Krammer aus Österreich.
In den Partien: Kurfürstin Anne Preuß • Adelaide Judith Christ • Baron Weps Johannes Beck • Graf Stanislaus Timo Rößner • Süffle Kai Wefer • Würmchen Ulrich Burdack • Adam János Ocsovai • Christel Miriam Zubieta • Schneck Florian Neubauer • Jette Iris Eberle/ Claudia Müller • Frau Nebel Katharina Hentschel/ Kirsten Wolf
In einem pfälzischen Dorf am Rhein herrscht große Aufregung: Der Kurfürst hat sich zur Jagd angesagt. Er möchte ein Wildschwein erlegen und eine Jungfrau empfangen. Mit beidem kann die frivole Gemeinde nicht dienen. Der Jägermeister des Kurfürsten ist bereit, gegen ein hohes Bestechungsgeld dem Kurfürsten ein zahmes Hausschwein und eine Witwe vorzuführen. Da wird die Jagd abgesagt. Der Jägermeister, der das Geld nicht zurückgeben möchte, stellt seinen Neffen als Kurfürsten vor. Währenddessen trifft die Kurfürstin ein, um –  als Bauernmädchen verkleidet – ihren Gatten „in flagranti“ zu erwischen. Gleichzeitig kommt der Tiroler Vogelhändler Adam an, um seine Braut Christel zu besuchen. Diese wiederum möchte beim Kurfürsten eine Stellung für Adam erbitten. Ein fröhliches Spiel der Verwechslungen, Eifersüchteleien und Liebe beginnt …

Weitere Vorstellungen: 11. Okt. 14.30 Uhr, 13. Okt. 16 Uhr, 28. Okt. 14.30 Uhr und 25. Dez. 18 Uhr
Geraer Premiere am 24. Mai 2019 • 19:30 Uhr
Weitere Vorstellungen: 25. Mai 19.30 Uhr, 26. Mai und 2. Juni 14.30 Uhr

Karten an den Theaterkassen, Telefon 03447-585177 oder 0365-8279105, online buchen unter www.tpthueringen.de

Abbildung: János Ocsovai spielt den Adam aus Tirol, den Vogelhändler
Foto: Ronny Ristok



Die Känguru-Chroniken

Stück von Marc-Uwe Kling ab 23. September im Heizhaus Altenburg

Marc-Uwe Kling (*1982) hat mit dem kommunistischen Känguru eine Figur geschaffen, die gesellschaftliche Fragen unserer Zeit aufgreift und dazu anregt, einmal mehr um die Ecke zu denken. Die (Hör-)Buchreihe Die Känguru-Chroniken bildet dabei die Grundlage für die Theateradaption, für die Marc-Uwe Kling zusätzlich eigene Lieder eingefügt hat, die auf der Bühne von Musiker Marco de Haunt interpretiert werden. Alexander Flache inszenierte die Känguru-Chroniken bei Theater&Philharmonie Thüringen in der Ausstattung von Petra Linsel. Es spielen: Kleinkünstler Maximilian Popp • Känguru Ioachim Zarculea • Typ, der alle anderen spielt Bruno Beeke.
Nach dem großen Erfolg in Gera mit nur ausverkauften Vorstellungen erlebt die Inszenierung am Sonntag,  23. September, um 18:00 Uhr  im Heizhaus ihre Altenburger Premiere.
Das Stück zeigt philosophische und amüsante Anekdoten aus dem WG-Leben der Protagonisten und nimmt dabei auch das Genre Theater selbst aufs Korn.

„Ach. Mein, dein. Das sind doch bürgerliche Kategorien“, sagt das Känguru. Nach diesem Motto hat es sich nicht nur sämtliche Zutaten für die Eierkuchen zusammengeschnorrt, sondern zieht auch einfach gleich beim (Achtung, böses Wort!) „Kleinkünstler“ Marc-Uwe ein. Dort liegt es in der Hängematte, wirft sich Schnapspralinen ins Maul und arbeitet seine Not-to-do-Liste ab: Es verzichtet auf alles, was es als schlecht für sich, andere oder die Umwelt einstuft – und vollzieht damit gewissermaßen eine Umkehrung des Kategorischen Imperativs. Nicht auf dieser Liste stehen die Besuche der Kneipe „Bei Herta“. Deren resolute Wirtin lebt, arbeitet und diskutiert nach ihrem Leitspruch: „Du denkst dir vielleicht, du bist hart, aba ick bin Herta!“ Als es dem Känguru doch zu langweilig wird, gründet es „Das Asoziale Netzwerk“ – eine Anti-Terror-Organisation gegen den Kapitalismus und das Böse in der Welt. Gemeinsam mit dem Kleinkünstler zieht es im Namen des Netzwerks umher, um Patrioten und Nazis zu boxen, Graffiti zu korrigieren oder Mitarbeiter verschiedener Banken durch scheinbar entwaffnende Ehrlichkeit zum Umdenken zu bewegen.

Weitere Vorstellungen: 25. Sept. 10 und 18 Uhr, 29. Sept., 1. Okt. 19.30 Uhr, 16. Okt. 18 Uhr, 10. Nov., 7. Und 13. Dez., 29. und 30. Jan. 19.30 Uhr
Karten an den Theaterkassen, Telefon 03447-585177 oder 0365-8279105, online buchen unter www.tpthueringen.de

Foto: Ronny Ristok


Ausblick auf die Spielzeit 2018/19 im DNT Weimar

Große Klassiker und Romanbearbeitungen, bekannte Stoffe und neue (Auftrags-)Werke, beliebte Repertoire-Stücke und entdeckenswerte Schätze– das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar warten auch in der Spielzeit 2018/19 mit zahlreichen Höhepunkten im Schauspiel, Musiktheater und Konzert auf. Überschrieben mit demMotto „Neuer Mensch“steht diese ganz im Zeichen der Jubiläen der ersten demokratischen deutschen Verfassung und der Gründung des Bauhauses, zwei Ereignisse die Weimar, Deutschland und Europa geprägt haben. Siebilden den spannenden Rahmen für eine Beschäftigung mit verschiedenen Entwürfen und Fragen zum Menschen(-bild) der Zukunft.

Neuer Mensch

Auf eine musiktheatrale Spurensuche nach dem „Neuen Menschen“ begibt sich die Kunstfest-Koproduktion „Funkhaus Weimar – Mit Nietzsche auf Sendung“ (ab 23.8.) von Rebstock & Compagnons. In seiner dystopischen Komödie „Restleben“ entwirft Jörn Klare (6.9.) die Zukunftsvision einer Welt, in der Algorithmen das Leben kontrollieren und bestimmen. In Anthony Burgess Roman „A Clockwork Orange“, der in Verbindung mit live gespielter Metal-Musik auf die Bühne kommt(5.10.), soll das Böse durch biotechnologische Eingriffe überwunden und damit ein Neu-Werden des Menschen hin zum Guten bewirkt werden. Fragen nach dem „Neuen Menschen“ stellt auch Alfred Döblins Revolutionsepos »November 1918«, das als Vorlage für ein musikalisch-dramatisches Gesamtkunstwerk von Schauspiel, Musiktheater und Staatskapelle dient (3.11.). Eine gesellschaftliche Revolution, die mit den fragwürdigen Errungenschaften des Internets einhergeht, und in eine Gemeinschaft mündet, die sich in totaler Transparenz selbst reguliert, beschreibt Dave Eggers Bestseller-Roman „The Circle“. Im Auftrag des DNT hat der Komponist Ludger Vollmer aus dem Stoff (Libretto:  Tiina Hartmann) eine Oper (4.5.) geschaffen, die mit energiegeladener Musik in diese Welt eintaucht. Mit dem Spielzeitthema verknüpft sind zudem u.a. Heiner Müllers „Der Auftrag“ (30.11.), das transnationale Projekt „Europe – Eine Nationalversammlung“ (3.2.). oder das Musiktheater "Der Eisblumenwald" für Kinder ab 4 Jahren von Jörn Arnecke nach dem Kinderbuch von Jörg Steiner (21.5.).Aber auch der Ballettabend „AUFBRUCH!“ (6.4.), den das Stuttgarter Ballett in Koproduktion mit dem DNT im Rahmen der Feierlichkeiten zum Bauhaus-Jubiläum präsentiert.Dafür entstehen drei Choreographien, die auf unterschiedliche Weise vom Aufbruchsjahr 1919 und dessen Ereignissen inspiriert.

Weitere Neuproduktionen

In Zusammenarbeit mit dem Kunstfest Weimar bringt das DNT Shakespeares »Macbeth« (Übersetzung: Heiner Müller) auf die Bühne (18.8.) - mit dabei zwei Stars der deutschen Theaterlandschaft: Susanne Wolff und Corinna Harfouch. Weitere Neuinszenierungen im Schauspiel sind u.a. Schillers »Wilhelm Tell« (1.2.), Yasmin Rezas »Der Gott des Gemetzels« (30.3.) und Patrick Marbers »Drei Tage auf dem Land« (30.5.).Mit Mozarts »Don Giovanni« (8.9.) und einer semiszenischen Produktion von »Cosìfantutte« (12.1.) schließt sich im Musiktheater der Da Ponte-Opernzyklusund wird dann als solcher mit der „Hochzeit des Figaro“ auch an zwei Wochenenden im April und Juni zu erleben sein. Ins Repertoire kehren als Neuproduktionen auch Humperdincksbeliebte Märchenoper »Hänsel und Gretel« (24.11.) und Puccinis hochemotionalerOpernthriller »Tosca«(9.3.) zurück. Als Teil des Projekts »TanzWert« (gefördert vom Fonds TANZPAKT Stadt-Land-Bund) realisiert das Tanztheater Erfurt den Abend »Reprise« (7.2.). Zudem folgt die Weimarer Premiere von „On theedge“ (11.5.), derals „Ereignis der Saison“ (Thüringer Allgemeine) gefeierten Koproduktionzwischen dem Ballett des Landestheaters Eisenach und dem Schauspiel des DNT Weimar.

Konzertprogramm

Und auch die Staatskapelle Weimar setzt mit Blick auf die Jubiläen des Jahres 2019 einen thematischen Schwerpunkt auf Musik aus der Zeit des gesellschaftlichen und musikalischen Umbruchs Anfang des 20. Jahrhunderts. Besondere Aufmerksamkeit gilt daneben Franz Liszt, der u.a. mit der konzertanten Uraufführung seines Opernfragments »Sardanapalo« (19./20.8.)vertreten ist. Daneben stehen u.a. die 2. Sinfonie von Brahms (23./24.9.), Hindemiths „Lustige Sinfonietta“ (14./15.10.), die 4. Sinfonien von Mahler (9./10.12.) und Bruckner(14./15.4.),Schostakowitschs 1. Cellokonzert und Schulhoffs 1. Sinfonie ((27./28.1.), Strawinskys „Feuervogel“ (10./11.2.), Tschaikowskys 5. Sinfonie (24./25.3.), Dvoraks 9. Sinfonie »Aus der neuen Welt«und Bartoks 3. Klavierkonzert (12./13.5.) sowie Mozarts drei letzte Sinfonien (16./17.6.)auf dem Programm. Composer in Residence ist Mark-Anthony Turnage, der mit seiner kontrastreichen, vor Energie berstenden Musik den Realitäten des modernen Lebens einen Spiegel vorhält und ein Auftragswerk mit dem Titel "Testament" (9./10.12.) komponiert.Neben Chefdirigent Kirill Karabits und dem 1. Kapellmeister Stefan Lano kommen als Gastdirigenten u.a. Kees Bakels, Lothar Zagrosek, Eduardo Portal, Baldur Brönnimann und James Feddeck nach Weimar. Solisten sind u.a. die Sopranistin Joyce El-Khouri, der Tenor Charles Castronovo, der Geiger Frank Peter Zimmermann, der Cellist Maximilian Hornung, die Sängerin Vasiliki Roussi sowie die Pianisten Fabio Martino und VadymKholodenko.

Woche der Demokratie

Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Weimarer Verfassung“ findet vom 1. bis 10. Februar ein »Woche der Demokratie« statt. Mit Premieren, Projekten, Gastspielen, Konzerten, Workshops, Vorträgen, Lesungen und Diskussionen soll in diesem Zeitraum die Frage nach dem Wert von Demokratie heute gestellt werden und sich das DNT-Foyer als Ort der Begegnungin ein »Treibhaus der Demokratie« verwandeln.

www.nationaltheater-weimar.de

Foto: Candy Welz