Theater

Musik aus den Goldenen Zwanzigern

Operngala „Es liegt in der Luft!“ am 21. Dezember und 4. Januar im Deutschen Nationaltheater Weimar

Die Zwanziger Jahre waren bunt, wild und exzentrisch. In Großstädten wie Paris, Berlin, Wien und New York herrschte eine energiegeladene Um- und Aufbruchsstimmung, in der auch das kulturelle Leben und die musikalische Unterhaltungskunst eine Blütezeit erlebten. Die Menschen stürzten sich ausgelassen ins Nachtleben, amüsierten sich in Tanzsälen und Bars und wollten in den Varietés, Revuetheatern und Operettenhäusern den Alltag vergessen. Die große Nachfrage nach Zerstreuung führte zu einer ungeheuren Produktivität im heiteren Genre. Aber auch in der ernsten Musik beschritt man neue Wege, suchte unter dem Einfluss von Expressionismus und Avantgarde nach neuen Ausdrucksformen und einer modernen, radikaleren Klangsprache. Zudem brach am Broadway das Goldene Zeitalter des Musicals an, das schon bald seinen Siegeszug um die Welt antreten sollte.

Einen Einblick in die musikalische Vielfalt jener Zeit gibt die Operngala „Es liegt in der Luft“! im Deutschen Nationaltheater Weimar. Unter der Leitung von Maestro Stefan Lano, seit Beginn der Spielzeit 1. Kapellmeister am Haus, präsentieren das Opernensemble des Hauses und die Staatskapelle Weimar Höhepunkte der Goldenen Zwanziger aus dem Schaffen von Korngold bis Gershwin. Das Programm vereint heitere und ernste Muse, entführt in die schwelgerisch-melodienseligen Operettenwelten von Kálmáns „Gräfin Mariza“ und Franz Lehars „Land des Lächelns“ ebenso wie in die emotionalen Tiefenregionen von Korngolds Oper „Die tote Stadt“. Nachdem eingangs Gershwins „Amerikaner in Paris“ durch die europäische Metropole schlendert, schlagen Songs aus dem Musical „Show Boat“ von Kern & Hammerstein den Bogen zurück in die Neue Welt, an die Ufer des ‚Ol‘ Man River‘ Mississippi. Zum Abschluss der musikalischen Reise darf man sich auf eine Orchestersuite von Gershwins Oper „Porgy and Bess“ freuen.

Foto: Thomas Mueller


Der gestiefelte Kater in Altenburg

Theater&Philharmonie Thüringen zeigt in diesem Jahr in der Weihnachtszeit im Landestheater Altenburg das Märchen „Der gestiefelte Kater “. Christine Bossert hat das Märchen für die Bühne bearbeitet und inszeniert es auch für Kinder ab 6 Jahren. In ihrer Textfassung holt die Regisseurin das Grimmsche Märchen in die Gegenwart und entführt Groß und Klein in Mühlen, kleine Backstuben und einflussreiche Großbäckereien; denn warum sollen Märchen nicht auch heutzutage geschehen können? Die Lieder von Olav Kröger runden die Geschichte ab und sind alles andere als Katzenjammer. Bühnenbild und Kostümen entwirft Ulrike Reinhard. Auf rätselhafte Weise verschwinden die vom Müller Weiss produzierten Mehlsäcke, die aber Grundlage für die köstlichen Törtchen der Bäckerei Grimm sind. So hat der Müller keine Zeit für seinen Sohn, weil er immer wieder neu Korn mahlen muss. Als Spielgefährte bleibt dem Jungen nur sein Kater, den er als ziemlich nutzlos empfindet, weil er nicht ahnt, dass dieser sich nachts, wenn alle Katzen grau sind, die Stiefel anzieht, um gemeinsam mit den anderen Katzen der Stadt nach der Lösung des Problems zu suchen…. Diesmal lädt die Vereinigung der Theaterfreunde für Altenburg und Umkreis e. V. gemeinsam mit dem Theater nicht zum traditionellen Theaterfrühstück, sondern zu einer Theatervesper am Samstag, 11. November, 15:00 Uhr ins Heizhaus ein. Dort können die kleinen und großen Märchenfreunde bei freiem Eintritt vorab schon mehr erfahren. Die Moderation übernimmt Schauspieldirektor Manuel Kressin. Auch in diesem Jahr kommt das Weihnachtsmärchen mit Unterstützung durch die Ewa Energie- u. Wasserversorgung Altenburg GmbH und der Vereinigung der Theaterfreunde für Altenburg und Umkreis e. V. heraus.

Vorstellungstermine für Familien: 10. Dez. 16 Uhr, 17. Dez. 18 Uhr  und 26. Dez. 18 Uhr

Karten sind an den Theaterkassen erhältlich. Fragen Sie nach der günstigen Familienkarte! Kartenbestellungen und Terminvereinbarungen für Schülergruppen für die Vormittagsvorstellungen im Besucherservice Telefon 03447-585-177.

Foto: Sabina Sabovic


Schlag(er) auf Schlag(er) im Theater Hof

1969 ist ein bedeutendes Jahr in der Geschichte der Menschheit. Zum ersten Mal stehen Menschen auf dem Mond und zum ersten Mal moderiert Dieter Thomas Heck die ZDF-Hitparade. Fortan hat der deutsche Schlager eine Heimat, und die Fans dürfen ihren singenden Stars vor laufender Kamera um den Hals fallen. - Das Konzept ist einfach: Deutsche Schlagersänger singen ihre neuesten Lieder, Dieter Thomas Heck macht die Zwischenansagen. Die Zuschauer wählen den Siegertitel. Die drei Erstplatzierten kommen beim nächsten Mal wieder. Wer dreimal dabei ist, darf nicht wiedergewählt werden. Nach 32 Jahren und 368 Folgen wird die Sendung eingestellt. Kein Grund zur Traurigkeit, denn: Sie ist wieder da! Wer Lust auf Retro und Sehnsucht nach Schlaghosen hat, kann jetzt aufatmen. Im Theater Hof geben sie sich die Ehre: Rex Gildo, Marianne Rosenberg, Howard Carpendale, Udo Jürgens, Drafi Deutscher, Dschinghis Khan… Und auch Stars der „Neuen Deutschen Welle“ haben ihr Erscheinen zugesagt! Nicht nur ein bisschen Spaß, auch ein bisschen Nostalgie darf sein. Also holen Sie die Schlaghosen und Plateauschuhe wieder aus dem Schrank!

Donnerstag, 07.12.2017 19:30 Uhr // Dienstag, 26.12.2017 19:30 Uhr // Sonntag, 07.01.2018 19:30 Uhr  //  Sonntag, 21.01.2018 19:30 Uhr


Friede, Freude, Pulverfass

Theater Rudolstadt zeigt Ayckbourns Komödie „Das Festkomitee“ in der Regie von Steffen Mensching

Fast jeder kennt die Probleme einer Kleinstadt. In Alan Ayckbourns „Das Festkomitee“ soll nun ausgerechnet ein großes Volksfest wieder Schwung in die Region bringen und ihr Image aufpolieren. So verlockend diese Idee auch sein mag, sie geht in dieser schwarzhumorigen Komödie nach hinten los. Am 25. November feierte „Das Festkomitee“ in der Regie von Steffen Mensching am Theater Rudolstadt Premiere.
Die Rückbesinnung auf die eigenen Identität, die Wiederbelebung alter Bräuche und Traditionen – das versprechen sich die Kleinstädter von dem Unterfangen. Doch wie stellt man das am besten an? Ein Historienspiel, ein Spektakel soll her. Die ehrbaren Bürger Pendons besinnen sich auf ein Ereignis, das Jahrhunderte zurückliegt. Ein Festkomitee wird gegründet, das die Sache organisieren soll. Damit ist die Einigkeit aber auch schon zu Ende, die Stimmung zunehmend aufgeheizt. Denn Eigeninteressen und Befindlichkeiten bringen nur allzu schnell nicht nur das große Gemeinschaftsprojekt, sondern auch Leib und Leben der Beteiligten in Gefahr …
Der britische Gegenwartsdramatiker Alan Ayckbourn, einer der bedeutendsten seiner Zunft, ist ein Meister der Komödie. Immer wieder schreibt er über die Abgründe und Gefahren des bürgerlichen Alltags. In seinem „Festkomitee“ zeigt er, wie dünn die zivilisatorische Decke ist, auf der wir uns bewegen, und was passiert, wenn der Gemeinsinn in einer demokratischen Gesellschaft durch zunehmende Polarisierung verloren geht. In diese Wunde legt auch Regisseur und Theaterintendant Steffen Mensching seinen Finger, der von der heutigen Brisanz der 1977 uraufgeführten Komödie überzeugt ist wie von ihrer albernen Überdrehtheit.
In den zahlreichen Rollen sind Rayk Gaida, Matthias Winde, Ulrike Gronow, Laura Bettinger, Oliver Baesler, Verena Blankenburg, Johannes Arpe, Benjamin Petschke, Manuela Stüßer und Jakob Köhn zu erleben. Bühnenbild und Kostüme stammen von Ausstattungsleiter Mathias Werner, die Musik von Rolf Fischer.
10. und 12. Dezember, jeweils 15 Uhr, und 30. Dezember, 19.30 Uhr

Karten: Tel. 03672/422766 e

Foto: Lisa Stern


"Ein Maskenball" im Opernhaus Chemnitz

Am Dirigentenpult gibt Guillermo García Calvo mit der Neuinszenierung von „Ein Maskenball“ sein Premieren-Debüt als neuer Generalmusikdirektor der Robert-Schumann-Philharmonie. In der Spielzeit 2016/2017 leitete er bereits die Wiederaufnahme „Die Meistersinger von Nürnberg“ musikalisch. Die Regisseurin Arila Siegert ist dem Chemnitzer Opernpublikum bestens bekannt. Mit großem Erfolg setzte sie Gabriel Faurés „Pénélope“ (2003), Carl Maria von Webers „Der Freischütz“, Pjotr Tschaikowskys „Eugen Onegin“ (beide 2003) und Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ (2004) in Szene. Nach zahlreichen Verdi-Opern („Macbeth“ war 1998 ihr Debüt als Opernregisseurin) hat sie sich mit dem vertrauten Team, bestehend aus dem Bühnenbildner Hans Dieter Schal und der Kostümbildnerin Marie-Luise Strandt, nun erstmals dem „Maskenball“ gewidmet. - Auf der Suche nach einem Stoff für seine neue Auftragsoper des Teatro di San Carlo in Neapel stieß Giuseppe Verdi auf das französische Libretto „Gustave III. ou le bal masqué“ von Eugène Scribe für Daniel-François-Esprit Aubers gleichnamige Oper, die 1833 an der Pariser Oper uraufgeführt worden war. Um die seelischen Zustände der Figuren ausdrucksstark zur Geltung bringen zu können, eliminierten Verdi und sein Librettist Antonio Somma alles, was an konventionelle Opern erinnerte. Fast die Hälfte der Scribeschen Vorlage wich dem Rotstift zugunsten einer eindringlich erzählten Dreiecksgeschichte um König Gustav, Graf Anckarström und dessen Frau Amelia. Obwohl Verdi und Somma dadurch die politische Motivation für den Königsmord weitgehend entfernt hatten, fürchtete die Zensurbehörde seit „Nabucco“ die aufwieglerische Kraft des Musiktheaters. Denn politisch war ein Königsmord auf der Opernbühne insofern brisant, als Neapel unter der Fremdherrschaft des Bourbonen Ferdinand II. stand. Zunächst erwirkte die Theaterleitung u. a. den neuen Titel „Una vendetta in Domino“ (Eine Rache im Domino). Das wäre akzeptabel gewesen, hätte der Rechtsanwalt Felice Graf von Orsini nicht im November 1858 in Neapel ein Attentat auf Kaiser Napoleon III. verübt. Was folgte, waren langwierige und zermürbende Auseinandersetzungen mit der Zensur, denn diese verlangte derart umfangreiche Änderungen, die das Werk bis zur Unkenntlichkeit entstellt hätten. Der Komponist wehrte sich. Es kam zum Prozess zwischen Verdi und der Theaterleitung, der mit einem Vergleich endete. Da kam das Angebot aus Rom gerade recht. Für die Uraufführung erbat die mildere päpstliche Zensur lediglich, einen Schauplatz außerhalb Europas zu wählen und die Rollennamen darauf anzupassen. Es entstand die sogenannte Bostoner Fassung, die im Boston, Massachusetts zur Kolonialzeit spielt. Als Titel der Oper wurde schließlich aus Verlegenheit der unverfängliche Untertitel von Scribes Drama „Un ballo in maschera“ gewählt, der sich bis heute – fassungsunabhängig – gehalten hat. Die Uraufführung fand am 17. Februar 1859 im Teatro Apollo in Rom statt und war ein großer Erfolg. Fortan wurde die Oper in Europa und weltweit gespielt. In Kopenhagen besann man sich 1935 erstmals wieder auf die in Stockholm spielende ursprüngliche Fassung der Oper. Danach folgten u. a. 1952 London und Paris sowie 1958 Stockholm. - Vor der Entstehung des „Maskenballs“ setzte sich Verdi intensiv mit der französischen Grand Opéra auseinander. Der Einfluss Giacomo Meyerbeers wird besonders bei der Wahrsagerin Ulrica und dem Pagen Oscar deutlich. Eine besondere Dichtheit und Geschlossenheit der Komposition zeichnen diese Oper aus, die üblicherweise auch ohne Striche gezeigt wird. Die Übergänge von Rezitativ zu Arie gestaltet er fließend, was für sein Spätwerk charakteristisch werden sollte. Dieses Melodram – wie Verdi das Werk im Untertitel nannte – ist seine Antwort auf Richard Wagner. „Ein Maskenball“ wird – ausgehend von der leidenschaftlichen, aber unmöglichen Liebe zwischen Amelia und Gustavo – auch als „Verdis ‚Tristan und Isolde‘“ bezeichnet. Musikalisch werden die packenden und magischen Szenen sowie eindringlich schönen Melodien mit dem komisch-grotesken Spiel des Pagen Oscar kontrastiert. Dadurch entsteht eine besondere Fallhöhe für das tödlich endende Liebesverlangen in Verdis erstem Musikdrama.

15. Dezember, 19:00 Uhr // 14. Januar, 15:00 Uhr // 27. Januar, 19:00 Uhr // 17. März, 19:00 Uhr - Opernhaus


Ivan und die Frauen

One-Man-Show von und mit Cusch Jung, Chefregisseur der Musikalischen Komödie Leipzig

Cusch Jung ist nicht nur Regisseur, Choreograf und Darsteller, sondern im Rahmen der neuen Reihe »Kleine Kömödie« am Samstag, 2. Dezember, 19 Uhr im Venussaal der Musikalischen Komödie auch Autor seiner eigenen One-Man-Show. In der Realsatire »Ivan und die Frauen – Eine grandiose Real-Satire« spielt Jung einen verzweifelten Junggesellen, der anscheinend noch immer nicht die richtige Frau in seinem Leben gefunden hat und stattdessen gehörig unter dem Pantoffel seiner Mutter steht. Diese hat ihm schon so manche Liebesaffäre vereitelt und pflegt seit jeher eine Affinität zu französischen Namen. Auf einer zweistündigen Reise durch sein missglücktes Liebesleben erzählt Ivan auf humorvolle Weise von seinen Liebesabenteuern und lässt seine verflossenen Frauen in bekannten Hits, Schlagern und Chansons wieder auferstehen. Am Piano wird Cusch Jung dabei von dem virtuosen australischen Pianisten und Komponisten Paul Hankinson begleitet. Ein Abend voller Witz, Humor, Melancholie und weltbekannter Melodien.
Mit seiner Wildhorn-Trilogie eroberte Cusch Jung die Herzen der Leipziger Musical-Fans 2010 im Sturm und bescherte dem Haus eine ausverkaufte Vorstellung nach der anderen. Seit der Spielzeit 2015/16 ist er Chefregisseur der Musikalischen Komödie. Der Preisträger des International Music Award Germany steht bereits seit 45 Jahren auf der Bühne und kennt die Theater- und Musicalwelt aus allen Perspektiven. Ab 1984 im Theater des Westens in Berlin zuhause, avancierte er in unzähligen Rollen zum Publikumsliebling, etwas als Judas in »Jesus Christ Superstar« oder als Schriftsteller Cliff in »Cabaret« an der Seite von Hildegard Knef und Helen Schneider. Er war Partner von Leslie Caron in »Grand Hotel« und sang gemeinsam mit Ute Lemper in der »Kurt Weill Revue«. Jung schreibt, übersetzt und inszeniert eigene Revuen und Programme.
Die Reihe »Kleine Komödie« im Venussaal der Musikalischen Komödie präsentiert kleine, aber feine szenische Programme von Mitgliedern des Ensembles für ihr Publikum. Ob Kabarett oder Chanson, ob ausgelassenes Amüsement oder leise Melancholie: Die »Kleine Komödie« ist eine Plattform, bei der die Künstler der Musikalischen Komödie hautnah zu erleben sind.
Aufführungen:
Samstag, 20. Januar, 19 Uhr  // Sonntag, 21. Januar, 15 Uhr  // Sonntag, 25. März, 15 Uhr jeweils im Venussaal, Musikalische Komödie Leipzig


Theatralische Entdeckungsreise mit Christian Morgenstern

Ein Wiesel saß auf einem Kiesel - im Rudolstädter Schminkkasten

Das Lachen als Schutz gegen den Unbill dieser Welt, so verstand Christian Morgenstern seine Dichtung. Als einer der wenigen Spaßvögel der deutschen Literatur schuf er zahlreiche Gedichte, Balladen, Aphorismen und Dramolette. Morgensterns phantastischen Gestalten, seinem Witz und seiner Heiterkeit widmet sich der neuste Theaterabend im Schminkkasten „Ein Wiesel saß auf einem Kiesel“. Der große Humorist und Weltenlauferkunder Christian Morgenstern hatte selbst kein leichtes Leben. Seine Mutter starb früh an Tuberkulose, einem Lungenleiden, das sie auch auf ihren Sohn übertrug. Lange Kuraufenthalte und der frühe Tod 1914 mit 42 Jahren waren die Folge. Trotzdem schrieb sich Morgenstern tief ins Bewusstsein der Menschen. Als einer der beliebtesten deutschen Dichter tragen viele Schulen seinen poetischen Namen, und heute noch lernen Schüler seine Gedichte auswendig. Seine besondere Fähigkeit, wie ein Kind mit der Sprache spielen zu können, ist und bleibt ein Faszinosum. Und so ist es kein Wunder, dass in Morgensterns Werken allerlei kuriose Gestalten auftreten, wie Zahmschwein, Walfafisch und Zwi. Sein berühmtestes Gedicht „Fisches Nachtgesang“ kommt sogar ganz ohne Worte aus. Es ist das reine Staunen. Morgensterns größte Gabe war der Reim: „Sie falten die kleinen Zehlein, die Rehlein.“ Nicht nur einmal formulierte er unsterblichen Nonsens, gepaart mit tiefer Weisheit und Ironie. Mit diesem Morgenstern-Abend setzt das Theater Rudolstadt seine Reihe der großen humoristischen Wortakrobaten im Schminkkasten fort. Die Inszenierung ist nach dem Wilhelm-Busch-Abend „Eins, zwei, drei im Sauseschritt“ und „Der Zauberlehrling und sein Handschuh“ der dritte Streich des Künstlerduos Alexander Stillmark (Regie) und Volker Pfüller (Bühne und Kostüme) an diesem Ort. Auf der Bühne sind zu erleben: Marie Luise Stahl, Hans Burkia und Jochen Ganser sowie Thomas Voigt am Klavier.

17. Dezember, 18 Uhr // 22. Dezember, 20 Uhr // Kartentelefon: 03672/422766

Foto: Lisa Stern


Mit Witz und voller Hoffnung: ELLING am Landestheater Altenburg

Im Heizhaus Altenburg ist das Schauspielensemble mit einem Stück über zwei eigenartige Menschen in die Spielzeit gestartet: Johannes Emmrich und Ioachim Zarculea spielen Elling und Kjell Bjarne, zwei junge Männer, die nachdem sie  eigentlich ihr gesamtes bisheriges Leben in der Psychiatrie verbrachten, ins „normale“ Leben integriert werden sollen und eine eigene Wohnung bekommen. Das ist nicht einfach; denn beide  haben mit allerlei Problemen und ihren persönlichen Ticks zu kämpfen. Die Hürden des Alltags beginnen bereits beim Telefonieren. Die Vorstellung, mit jemandem zu sprechen, den man nicht sieht, erscheint Elling als vollkommen unnatürlich. Kjell Bjarne hingegen ist vollends begeistert von den Möglichkeiten, die das neue Medium bietet: Nächtelang hängt er am Telefon und lauscht neugierig Sexhotlines, was eine horrende Telefonrechnung zur Folge hat. Doch nach und nach gelingt es dem ungleichen Duo immer besser, sein neues Leben selbständig zu meistern: Während Kjell Bjarne mit der hochschwangeren Nachbarin anbändelt, verfasst Elling Gedichte, die er auf Sauerkrautpackungen im Supermarkt klebt. So finden beide ihren ganz speziellen Umgang mit dem Leben „da draußen“.
Die Komödie von Axel Hellstenius basiert auf dem Roman Blutsbrüder des norwegischen Autors Ingvar Ambjørnsen (*1956). Mit Witz und voller Hoffnung erzählt Elling vom Festhalten und Loslassen und von der Suche nach einem Platz in der Gesellschaft.
Caro Thum inszeniert das Stück für Menschen ab 14 Jahren in der Ausstattung von  Anike Sedello. In weiteren Rollen Michaela Dazian und Manuel Struffolino. Für die musikalische Einrichtung ist Olav Krögerverantwortlich. Dramaturgin ist Svea Haugwitz, Ansprechpartner für Schulen Theaterpädagoge David Schönherr.

13. Dezember, 18 Uhr, Landestheater Altenburg, Heizhaus
Premiere in Gera: So. 14. Januar 2018, 18 Uhr, Bühne am Park Gera
Karten online buchen unter www.tpthueringen.de

Foto: Sabina Sabovic


Kinder- und Familienstück zur Weihnachtszeit im Theaterhaus Jena

VOM FISCHER UND SEINER FRAU / Ein Mitmachtheaterstück von Kerstin Lenhart nach dem Märchen von Philipp Otto Runge für Kinder ab 4

Ein Fischer fängt einen Butt, der sprechen kann und lässt ihn wieder frei, sehr zum Ärger seiner Frau Ilsebill. Für sie steht fest, ein sprechender Fisch kann Wünsche erfüllen und sie hat einen. Raus aus ihrem hässlichen „Pisspot“ will sie, der ihnen als Behausung dient.
Und der Butt erfüllt den Wunsch. Damit tritt er bei Ilsebill eine Wunschlawine ungeahnten Ausmaßes los. Die Fischerin kommt gar nicht mehr zur Ruhe. Rastlos, unzufrieden, gierig türmt sie Wunsch auf Wunsch: Herrscherin über Haus, Villa, Schloss, Palast, Vatikan und Schöpfung will sie sein und ihr Mann weiss ihr nichts entgegenzusetzen. Die immer stürmischer werdende See kündigt das Ende an: als Ilse die Sonne auf und untergehen lassen will, sitzt das Paar wieder im alten Pisspott und stellt sich nun erneut die Frage, was es braucht, um zufrieden und fröhlich zu sein.
Familienvorstellungen: 9. | 16. | 26. und 27. Dezember, 16 Uhr, sowie 27. Dezember, 10 Uhr
Kartentelefon: 03641/886944 / Kartenvorbestellung per Mail: tickets@theaterhaus-jena.de / Kartenvorverkauf: Tourist-Information Jena / Onlinekartenverkauf: www.jena.de/tickets
www.theaterhaus-jena.de


Theater Hof zeigt "Aschenbrödel"

Gemeinsam mit ihrer Stiefmutter und deren Tochter wohnt Aschenbrödel auf dem Gut ihres verstorbenen Vaters. Dort muss das junge Mädchen als Dienstmagd schuften. Doch eines schönen Wintertages begegnet sie einem Prinzen und verliebt sich in ihn. Mit Hilfe von drei magischen Haselnüssen gelingt es Aschenbrödel, bei einem königlichen Ball den Prinzen unerkannt wiederzutreffen. Dieser verliebt sich in die schöne Fremde und begibt sich mit deren Schuh, den sie auf dem Empfang verliert, auf die Suche nach dem bezaubernden Mädchen. - Das berühmte Märchen wurde 1973 in der Tschechoslowakei und der DDR verfilmt und ist wohl der bekannteste tschechische Märchenfilm. Er ist heute nicht mehr weg zu denken aus der Weihnachtszeit. Unter anderem auch wegen der unvergesslichen Musik von Karel Svoboda, die Szenen wie Aschenbrödels Ritt auf einem Schimmel durch den Wald untermalt. Auch in unserer Inszenierung am Theater Hof wird die berühmte Musik zum Einsatz kommen und den Besuch des beliebten Weihnachtsmärchens stimmungsvoll abrunden.

Familienvorstellungen um 16 Uhr: 2. Adventssonntag, 10. Dezember, und 2. Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember // Eintritt:  Kinder 6,- Euro, Erwachsene 11,- Euro


Statue erwacht zum Leben

„Die schöne Galathée“ in Plauen und Zwickau

Die Operette am Klavier von Franz von Suppé „Die schöne Galathée“ feierte am 25. November um 19.30 Uhr auf der Kleinen Bühne des Vogtlandtheaters Premiere. In der Regie von Wolfgang Dosch und der Musikalischen Leitung von Matthias Spindler singen Johanna Brault, Nataliia Ulasevych, John Pumphrey und Marcus Sandmann. Sie werden begleitet von Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Plauen-Zwickau. Bühnenbild und Kostüme stammen von Odilia Baldszun. - Der begnadete Bildhauer Pygmalion liebt seine Statue der Nymphe Galathée. Sie ist unverkäuflich und niemand darf sie zu Gesicht bekommen. Der Kunstmäzen Mydas hat von der Schönheit der Statue gehört und besticht Pygmalions Diener Ganymed, um sich selbst davon zu überzeugen, bevor er sie kauft. Doch Pygmalion jagt den Kunstsammler zur Tür hinaus. Daraufhin fleht er die Göttin Venus an, sie möge seiner Statue Leben einhauchen. Da wird der Wunsch auch schon erfüllt. Gleich erklärt ihr Pygmalion seine Liebe. Aber Galathée betört nicht nur Pygmalion, sondern auch Ganymed und Mydas. Pygmalion bittet wütend Venus nochmals um Hilfe, sie solle die Metamorphose rückgängig machen. Franz von Suppé schuf mit diesem Operetten-Einakter ein Kleinod des unterhaltsamen Musiktheaters. Berührende Melodien, spritzige Ensembles und eine gewitzte Handlung sind ein Garant für einen amüsanten Abend.

Kleine Bühne Plauen:
Sonntag 17.12. // 15:00 Uhr // Samstag 06.01. 19:30 Uhr // Sonntag 07.01. 18:00 Uhr // Freitag 09.02. 19:30 Uhr // Dienstag 10.04. 19:30 Uhr
Theater in der Mühle Zwickau:
Dienstag 19.12. 19:30 Uhr // Mittwoch 27.12. 19:30 Uhr // Donnerstag 22.03. 19:30 Uhr // Sonntag 25.03. 18:00 Uhr

Foto: Theaterfotograf Peter Awtukowitsch


Donizettis „Don Pasquale“ in Gera

Nach der Uraufführung im Jahr 1843 am Théâtre-Italien in Paris trat Gaetano Donizettis (1797-1848) komische Oper einen Siegeszug durch die Theater der Welt an. Vor allem wegen der subtilen Charakterisierung der Figuren und der lebendig-frischen, melodienreichen Belcanto-Musik begeistert „Don Pasquale“ bis heute das Publikum. Nach den erfolgreichen Aufführungen in der vergangenen Spielzeit in Altenburg hat nun das Geraer Publikum das Vergnügen.
Mit Axel Köhler, bis Ende der Spielzeit 2015/16 Intendant der Oper Halle, konnte ein renommierter Regisseur für die Neuproduktion gewonnen werden. Seine Inszenierungen in Innsbruck, Graz, München, Halle und an der Semperoper Dresden fanden große Anerkennung. Zuvor hatte Köhler seine internationale Karriere als Altus beendet. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Laurent Wagner. Die Aufführung erfolgt in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Bühnenbild und Kostüme entwarf Arne Walther. Der Chor singt in der Einstudierung von Holger Krause.
In der Titelpartie ist Ulrich Burdack (Bass) zu erleben, der nach Engagements am Tiroler Landestheater Innsbruck, den Opern Kiel und Halle seit voriger Spielzeit in Ostthüringen engagiert ist. In den Partien des Doktor Malatesta und Ernesto stellen sich zwei neuengagierte Sänger vor: der junge Bariton Alejandro Lárraga Schleske aus Mexiko, der über Stationen im Zürcher Opernstudio, die Schlossfestspiele Rheinsberg und das Theater Freiburg nach Gera kam und der Tenor János Ocsovai aus Ungarn, der die Staatsoper Budapest, das Staatstheater Kassel sowie das Staatstheater Saarbrücken zu seinen Stationen zählt.
Miriam Zubieta hat in dieser Spielzeit ein Festengagement bei Theater&Philharmonie Thüringen erhalten und stellt sich in der Partie der Norina vor. Den Notar gibt Andrii Chakov aus dem Thüringer Opernstudio. Der Bariton, geboren 1986 in Kiew, studierte an der Peter Tschaikowski Akademie der Ukraine Gesang und Chordirigieren. 2013 bis 2015 war er Solist am Opernhaus in Dnepropetrovsk.
Durch eine Heirat will der unersättliche Don Pasquale die Bedingung zu einer bedeutenden Erbschaft erfüllen. Sein Neffe Ernesto soll stattdessen leer ausgehen. Als Brautwerber hat der betagte Junggeselle Dottore Malatesta auserwählt, nicht wissend, dass dieser ein guter Freund Ernestos ist. Darum heckt Malatesta eine List aus und empfiehlt ihm eine soeben erfundene Schwester namens Sofronia als Ehefrau. Hinter diesem falschen Namen verbirgt sich in Wahrheit die junge Witwe Norina, welche eigentlich Ernesto ehelichen will. Begeistert von der Intrige und in der Absicht, dem Alten einen Denkzettel zu verpassen, stimmt sie dem Schwindel zu und geht scheinbar auf die Heiratspläne ein. Als der ahnungslose Ernesto von der geplanten Vermählung des Onkels erfährt, steigert sich sein Kummer über das verlorene Erbe zum Entsetzen.
27. Dezember, 19.30 Uhr und 28. Januar, 14.30 Uhr.

Foto: Sabina Sabovic