Theater

„Sonny Boys“ zwischen Streit und Versöhnung

Ostlegende Heinz Rennhack steht in Neil Simons Komödienklassiker auf der Meininger Bühne

In Neil Simons Kult-Komödie „Sonny Boys“ in der Inszenierung von Intendant Ansgar Haag wird die Geschichte um das ehemals erfolgreiche, kongeniale Komiker-Paar erzählt, das nach einem Jahrzehnt völliger Funkstille wieder gemeinsam vor der Kamera stehen soll – als Willie Clark ist Heinz Rennhack zu erleben, als sein ehemaliger Bühnenpartner, Al Lewis, Peter Bernhardt. An ihrer Seite spielen Dagmar Poppy und Jan Krawczyk.Bühne und Kostüme stammen von Kerstin Jacobssen.

Bademantel, Pantoffeln und Schnulzen aus dem immer laufenden Fernseher: das ist Willie Clark. Der grimmige 70-Jährige war in seinen jungen Jahren ein erfolgreicher Schauspieler und Komiker; jetzt wohnt er zurückgezogen in einem kleinen Hotelzimmer. Jeden Mittwoch besucht ihn sein Neffe und Agent Ben, der ihm das Essen, die Zeitung und die Zigarren bringt. Und dann gibt es da noch das wöchentliche Gespräch über die neuesten Todesanzeigen. An diesem Mittwoch hat Ben jedoch eine besondere Neuigkeit: Er hat Willie einen Auftritt als Star einer Fernsehshow verschafft. Die Sache hat nur einen Haken: sein Show-Partner soll niemand geringerer sein als sein ehemaliger Bühnenkollege Al Lewis. Er und Al waren 43 Jahre lang Varieté-Partner, bis Al die Nase vom Show-Business voll hatte und ihn alleine ließ. Dazu kommt Als äußerst „feuchte Aussprache“ und seine Angewohnheit, Willie immer mit dem Finger zwischen die Rippen zu pieken. Eine Wiederaufnahme der gemeinsamen Arbeit kommt für Willie also überhaupt nicht infrage! Willie willigt schließlich doch ein, die Show mit Al zu machen. Seine Bedingung: Ben soll Al mitteilen, dass Willie grundsätzlich „dagegen“ ist, mit ihm aufzutreten und Willie es sowieso „nur für seinen Neffen tut“. Für ihren berühmten „Doktorsketch“ muss vor der Aufführung als erstes einmal geprobt werden und die zerstrittenen Komiker treffen wieder aufeinander.
Selbstredend ist diese tragikomische Geschichte ein Fest für alle Fans von Heinz Rennhack, dem großen Entertainer, der seit Jahrzehnten im Fernsehen und auf der Bühne Erfolge feiert und 2017 seinen 80. Geburtstag beging.

FR, 09.03., FR, 23.03., DO, 12.04., MI, 09.05. und FR, 08.06., jeweils 19.30 Uhr.

Karten: Tel. 03693.451-222 und 451-137 sowie www.meininger-staatstheater.de


Calixto Bieito inszeniert Wagner in Leipzig

Samstag, 17. März, 18 Uhr, Oper Leipzig: Premiere für Richard Wagners »Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg«

Im Venusberg lockt eine Welt der Sinnesfreuden und Fleischeslust, auf der Wartburg offenbart sich ihm das Ideal der reinen Minne. Heimat und Halt findet Tannhäuser jedoch in keiner der beiden Sphären. Zum Eklat kommt es beim Sängerkrieg auf der Wartburg, als der Minnesänger der fleischlichen Lust huldigt, indem er das wahre Wesen der Liebe mit sinnlichem Genuss im Venusberg beschreibt – ein Tabubruch! Im letzten Moment wirft sich Elisabeth der wütenden Menge entgegen und erfleht für ihren Geliebten die Chance, sein Seelenheil auf einer Wallfahrt nach Rom wiedererlangen zu dürfen. Doch aus der heiligen Stadt kehrt Tannhäuser jeglicher Illusion beraubt zurück und muss zudem erfahren, dass Elisabeth für ihn in den Tod gegangen ist. Besteht für den Unseligen noch Hoffnung auf Gnade?

Der katalanische Regisseur Calixto Bieito durchmisst in seiner Inszenierung das Spannungsfeld von menschlicher Triebnatur und gesellschaftlicher Konvention. Der Minnesänger Tannhäuser, gefangen zwischen Realität und Illusion, verzehrt sich in seinem Drang nach künstlerischer Freiheit, die ihm aber durch soziale Zwänge verwehrt bleibt. Bieito greift dabei die Grundidee Richard Wagners auf, wonach der Künstler gegen das starre, der menschlichen Natur zuwiderlaufende Konventionskorsett einer seelenlos gewordenen Gesellschaft aufbegehrt. Seine Inszenierung, eine Koproduktion der Opera Vlaanderen und des Teatro La Fenice di Venezia, wurde nach ihrem großen Erfolg in Gent und Antwerpen in der Spielzeit 2015/2016 im vergangenen Jahr auch in Venedig und Bern zur Aufführung gebracht. Bieitos langjährige künstlerische Partner Rebecca Ringst und Ingo Krügler gestalten Bühne und Kostüme. Für die Titelpartie konnte Burkhard Fritz engagiert werden, der bei der Premiere in Gent sein gefeiertes Tannhäuser-Debüt gab. Der gebürtige Hamburger zählt heute nicht nur zu den international gefragtesten jugendlichen Heldentenören, sondern konnte sich auch mit großem Erfolg im italienischen und französischen Fach etablieren. Die Rolle der Elisabeth übernimmt mit der schwedischen Sopranistin Elisabet Strid ein gern gesehener Gast an der Oper Leipzig. Zuletzt stand sie in Leipzig als Salome auf der Bühne. Kathrin Göring vom Ensemble der Oper Leipzig feiert ihr szenisches Debüt als Venus. Mathias Hausmann wird als Wolfram von Eschenbach zu erleben sein. Für die Choreinstudierung zeichnet der neue Chordirektor der Oper Leipzig, Thomas Eitler-de Lint, verantwortlich. Der gebürtige Österreicher erhielt seine Ausbildung in Wien und wirkte nach Stationen in Koblenz, Bremen auch bei diversen Rundfunkchören und den Bayreuther Festspielen. Zuletzt war er als Chordirektor am Staatstheater Darmstadt tätig.


Theater Hof lädt ein zum Schwärmen

„Verliebte, Mauerblümchen und Herzensbrecher“ lautet das Motto der Spielzeit 2018/19 am Theater Hof. Intendant Reinhardt Friese will das Publikum verführen: „Wir wollen der Liebe in allen Spielarten mal vergnüglich-leicht, mal bitter-süß begegnen und Zeuge sein, wie uns alle die Liebe zu Helden oder Narren machen kann.“ Der Spielplan präsentiert sich wie eine verführerische Pralinenschachtel mit charmanten Komödien, herzzerreißenden Opern, heißblütigen Dramen und einem traumhaften Ballett. Bei gleich sieben Stücken kommt das Hofer Publikum zum ersten Mal in den Genuss. Im Schauspiel buhlen unter anderem das Lustspiel um die Königskinder „Leonce und Lena“ von Georg Büchner sowie  Heinrich von Kleists geheimnisvolles Ritterschauspiel „Das Käthchen von Heilbronn“ um die Gunst des Publikums. Im Studio wird mit dem Monolog „Wolken.Heim.“ zum ersten Mal ein Stück der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, zweifellos die bedeutendste deutschsprachige Dramatikerin der Gegenwart, am Theater Hof aufgeführt. Prickelnde Unterhaltung verspricht die Hollywood-Boulevardkomödie „Mondlicht und Magnolien“ von Ron Hutchinson rund um die dramatischen Arbeiten am Drehbuch von „Vom Winde verweht“. Im Musiktheater präsentiert das Theater Hof als erst zweites deutsches Theater, die Märchenoper für Erwachsene „Schattenspiele“ von Hans Gefors als Tête-à-Tête mit dem Opernkrimi „Der Leuchtturm“, dem Welterfolg von Peter Maxwell Davies im Rahmen eines Doppelabends im Großen Haus. Und wieder einmal ist dem Theater Hof ein besonderer Coup gelungen. Dank Frieses Leidenschaft für Musicals ist der mit Preisen überhäufte Broadway-Hit „Höllisch Moderne Millie“ von Jeanine Tesori als deutschsprachige Erstaufführung am Theater Hof zu sehen. Die schwungvollen Tanznummern zu Swing- und Jazz-Musik werden in Zusammenarbeit mit „THE ARTS“, der neu gegründeten Tanzschule der preisgekrönten Soul City Dancers, erarbeitet. Das Junge Theater Hof wird sich in der kommenden Spielzeit breiter aufstellen und die Zusammenarbeit mit allen Sparten intensivieren: Neben dem Schauspiel diesmal auch mit dem Musiktheater und dem Ballett. Als Weihnachtsstück wird erstmals das turbulente Tanztheater „Max und Moritz“ für Kindergärten und Schulen im Großen Haus zu sehen sein. Begleitet wird das Ballettensemble von einem Erzähler, der gewitzt und vergnüglich durch das actionreiche und urkomische Spektakel rund um die Streiche der beiden Lümmel führen wird. Die Kinderoper „Gold!“ nach dem Grimm‘schen Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ zählt mittlerweile zu den meist gespielten Kinderwerken im deutschsprachigen Raum. Der witzige Aufklärungsklassiker um Liebe und Sexualität „Was heißt hier Liebe“ begleitet zwei Teenager bei der aufregenden Reise bis zum ersten Mal.

Nähere Informationen zur Spielzeit 2018/19 und eine Übersicht aller Stücke finden Sie auf der Website unter www.theater-hof.de. Das Spielzeitheft 2018/19 mit weiteren Informationen u.a. zum Ensemble erscheint am 19. Mai 2018.


Weltumsegler und Weltretter

"Drei Mal die Welt" im E-Werk Weimar, Spielstätte des DNT

Insgesamt drei Mal hatte Georg Forster, Goethezeitgenosse, Wissenschaftler, Schriftsteller und Revolutionär, als 17jähriger bei der Weltumsegelung Kapitän Cooks die Erde umkreist. Seine aus dieser Reise gewonnene Lebensbetrachtung und sein Verhältnis zu politischem Handeln bilden die Inspiration für das Stück „Drei Mal die Welt“, das Autor und Regisseur Jan Neumann mit Schauspielern des DNT Weimar und des Staatstheaters Mainz entwickelt. Aus der Beschäftigung mit Forsters wechselvoller Biografie entsteht als Koproduktion der beiden Häuser ein Theaterabend, der mit seinen Fragen ganz auf unsere Gegenwart zielt: Als die Biologielehrerin Hanna Heyne wieder einmal daran scheitert, ihren in Smartphones vertieften SchülerInnen die Schönheit des Lebens zu vermitteln, verliert sie die Geduld - mit sich, mit den Schülerinnen und mit der Welt. Wie kann man sehenden Auges die Zerstörung der Grundlagen unseres Daseins hinnehmen, fragt sie empört und trifft zu Hause auf ihren Vater Michael Heyne, der sich aus Weimar auf den Weg zu ihr nach Mainz gemacht hat. Auch er findet, dass es so nicht weitergehen kann, wenngleich aus anderen Gründen. Hannas Zweizimmerwohnung avanciert zum politischen Debattierklub, zu dem außerdem Michaels Freund Georg und Hannas Nachbar Thomas stoßen. Und eines Tages beschließen die Vier: Genug debattiert! Es braucht eine Tat! Sie begeben sich auf eine Reise, begegnen verschiedenen Menschen, die ihr Handeln auf die Probe stellen und landen im EU-Parlament zu Brüssel - fest entschlossen, sich dort Gehör zu verschaffen. Denn Demokratie hat mit Einmischung zu tun. Müdigkeit ist in Zeiten wie unseren nicht erlaubt!

20. Februar / 16. März / 25. März / 7. April / 31. Mai / jeweils 20 Uhr

Foto: Andreas J. Etter


Und Nietzsche weinte

Deutschsprachige Erstaufführung im Schauspielhaus Chemnitz / Nach dem Roman von Irvin D. Yalom in einer Bühnenfassung von Kathrin Brune

Kann man jemandem helfen, der Hilfe als Schwäche ansieht? Ende des 19. Jahrhunderts bittet Lou Andreas-Salomé den angesehenen Wiener Arzt Josef Breuer, Friedrich Nietzsche von seiner Obsession für sie zu heilen. Breuer unterzieht Nietzsche einer ungewöhnlichen „Redekur“: Schnell kehrt sich das Verhältnis zwischen Arzt und Patient um und gewinnt an Augenhöhe. Unter den Augen von Breuers Frau Mathilde, Lou und dem jungen Sigmund Freud führen sie eine leidenschaftliche und scharfe Auseinandersetzung über das Menschsein und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten im Korsett gesellschaftlicher Zwänge. Hat man sein Leben selbst gewählt? Was bedeutet Freiheit? Warum ist Gott tot und wer hat ihn getötet? – In surrealen und nicht minder humorvollen Szenarien durchforsten Breuer und Nietzsche das Sumpfgebiet versteckter Leidenschaften und Begierden – und tragen auf dem Pfad ihrer allzu menschlichen Abgründe unglaubliche Blüten zu Tage.

Der Autor Irvin D. Yalom, 1931 als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer in Washington, D.C. geboren, studierte Medizin und trat anschließend eine Professur für Psychiatrie an der Universität Stanford an. Er arbeitete als Psychoanalytiker, Psychotherapeut, Psychiater und Schriftsteller zahlreicher wissenschaftlicher Fachbücher und Romane. 2009 erhielt er den Internationalen Sigmund-Freud-Preis für Psychotherapie. Die Vorlage „Und Nietzsche weinte“ wurde 1994 veröffentlicht und avancierte bald zum Welterfolg. In seinem Roman verstrickt Yalom reale Figuren in eine fiktive Handlung. Eine Begegnung zwischen Joseph Breuer (1842-1925) und Friedrich Nietzsche (1844-1900) ist nicht belegt. In Briefen und Reflexionen lässt der Autor sie möglich und lebendig werden. Umso spannender wird es, wenn dazu unter den Augen des jungen Sigmund Freud (1856-1939) die moderne Philosophie Nietzsches und die Anfänge der Psychoanalyse aufeinanderprallen, den Einzelnen ins Leben zurückholen oder Lebensentwürfe in Frage stellen. Der scharfe und reizbare Ton von Nietzsches Schriften, die Yalom aufgreift und von seinen Protagonisten ausdiskutieren lässt, spricht so überbordend vom Leben und fürs Leben, dass sie – gleich einer Axt – eine tiefe Kerbe in unsere Komfortzonen schlagen und uns zwangsläufig auch mit Fragen unserer individuellen und gesellschaftlichen Lebensrealität konfrontieren.
Regisseurin Kathrin Brune und Ausstatterin Pia Wessels übersetzen Yaloms Roman auf der Hinterbühne im Schauspielhaus in ein spannungsreiches Kammerspiel. Figuren und Raum werden zu Bewusstseinskammern Joseph Breuers, der – anders als Nietzsche, Freud, Lou und Mathilde – längst nicht mehr herauskommt aus seiner Haut und der wohlsituierten bürgerlichen Existenz. Hat sich über die Jahre in vertrauten, immer gleichen Schritten eine solide Beständigkeit entwickelt, fühlt sich diese plötzlich unglaublich falsch an. Nur, wie findet man zurück?

In Zusammenarbeit mit dem Ballett Chemnitz
Premiere: 23. Februar 2018, 19.30 Uhr im Schauspielhaus Chemnitz / Hinterbühne
Regie: Kathrin Brune
Bühne und Kostüme: Pia Wessels
Choreografie: Sabrina Sadowska
Musik: Steffan Claußner
Es spielen: Magda Decker, Katka Kurze, Dirk Glodde, Philipp Otto, Dominik Puhl sowie
Savanna Haberland (Ballett Chemnitz)


Schillers "Die Räuber" ab 10. Februar im Vogtlandtheater Plauen

Einer der größten Klassiker des Sturm und Drang erobert ab 10. Februar um 19.30 Uhr das Vogtlandtheater Plauen. Dann präsentiert das Theater Plauen-Zwickau Schillers Jugendwerk und erstes Drama Die Räuber in der Inszenierung von Till Weinheimer, der zuletzt am Theater Plauen-Zwickau mit der Inszenierung von Jeder stirbt für sich allein überzeugte. In den Hauptrollen der beiden Brüder Karl und Franz Moor sind die Schauspieler Leonard Lange und Marcel Kaiser zu sehen. Franziska Kaiser wird das packende Stück als Bühnen- und Kostümbildnerin in Szene setzen, Chris Weinheimer sorgt für die passende Musik.. In Schillers „Die Räuber“ wird Karl, Sohn des Grafen Moor, wird nach einer Intrige seines eifersüchtigen Bruders Franz von seinem Vater verstoßen. Fern der Heimat wird er zum Anführer einer Räuberbande. Während es sein Ziel ist, mit den Räubern benachteiligten und schwachen Menschen zu helfen, nehmen die Machtkämpfe innerhalb der Bande zu, und die Überfälle und Morde verselbstständigen sich in Gemetzel aus Lust an der Gewalt. Karl, verzweifelt über die Entwicklung, unternimmt einen letzten Versuch seine Verlobte Amalia zu sehen, und kehrt in das Schloss seines Vaters zurück. Dort erkennt er das ganze Ausmaß der Intrige seines Bruders, doch es gibt kein Zurück mehr. Das Schicksal nimmt erbarmungslos seinen Lauf …

3. März, 19.30 Uhr / 11. + 14. + 18. März, 18 Uhr


Martina Bode inszeniert die Ruth-Brandin-Story

Uraufführung: 18. Februar um 18 Uhr im Landestheater Altenburg

„Die große Liebe war es nicht - Die Ruth-Brandin-Story“ ist der Titel einer Schauspiel-Revue, die am 18. Februar um 18 Uhr im Landestheater Altenburg ihre Uraufführung erlebt. Dramaturgin Svea Haugwitz und der Schauspieldirektor von Theater&Philharmonie Thüringen, Manuel Kressin, haben es unternommen, die  „Ruth-Brandin-Story“ aufs Papier zu bringen. Dazu haben sie die in Berlin lebende ehemalige Schlagersängerin der DDR mehrfach besucht. Martina Bode inszeniert das Stück in der Ausstattung von Peer Palmowski. Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera spielen unter der Leitung von Schauspielkapellmeister Olav Kröger. Als Ruth Brandin erleben Sie Michaela Dazian. In weiteren Rollen:  Alexandra Sagurna (Das Faktotum), Thomas C. Zinke (Der Papagei), Marie Wolff (Die Frauen), Danijel Gavrilovic  und   Ioachim Zarculea (Die Männer). - „Sind Sie bereit, sich von uns entführen zu lassen in eine bunte Welt vergangener Zeiten? Eine Welt von Lipsi, Twist und schönen Schlagern?“, so begrüßt das Faktotum sein Publikum zur 60er-Jahre-Retro-Show. Eigentlich sollte es eine der großen „Ostalgie“-Shows werden, bei der die Schlager-Stars der DDR ihre Lieder präsentieren. Aber einer der Stars hat keine Lust dazu, „einfach nur zu singen und die Klappe zu halten“.  Denn was sich in der DDR zugetragen hat, kann man nicht nur mit schönen Melodien beschreiben. Die Kulturzensur des SED-Regimes reichte bis in die apolitische Welt des Schlagers hinein. Das hat auch Ruth Brandin (*1940) erfahren müssen, die eine steile Karriere von der Krankenschwester zum international gefeierten Schlagerstar machte. Doch die junge, selbstbewusste Frau eckte immer wieder an, vor allem bei den Staatsorganen. Als man ihr die Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit antrug, lehnte sie ab. Wenige Wochen später erhielt Brandin ihre Kündigung und musste sich 1974 bei ihrem letzten Auftritt in Gera endgültig von der Bühne verabschieden. Deshalb widerspricht die Figur Ruth Brandin auch dem Faktotum vehement: Es war nicht alles schön, damals. Der Papagei hat den vermeintlich neutralen Überblick, vertritt er doch in Personalunion alle Spitzel und Mitarbeiter der Staatssicherheit, deren Berichte die Akte von Ruth Brandin füllen. Doch inwiefern kann man diesen Akten trauen? Und warum interessiert es die Staatssicherheit überhaupt, ob Brandin das Treppenhaus regelmäßig wischt? So wird aus der Show eine Revue, in der das Publikum durch die Augen Ruth Brandins das Leben in der DDR von Ende der Fünfziger bis Anfang der Siebziger nachvollziehen kann. Das Publikum erlebt mit, wie  auch ein gefeierter Schallplattenstar die alltäglichen Probleme mit den DDR-Behörden zu bewältigen hat… In einem Kaleidoskop von Erinnerungen, Berichten und Liedern spürt die Revue der Biografie einer beeindruckenden Frau und dem Lebensgefühl einer vergangenen Zeit nach. Dabei erklingen unvergessene Schlager wie „Papagei-Twist“, „Nie zuvor war ein Abend so schön“ und „Mich hat noch keiner beim Twist geküsst“, die Ruth Brandin einst interpretiert hat. Svea Haugwitz und Manuel Kressin haben sich auf die Reise begeben, um gemeinsam mit Ruth Brandin deren Leben Revue passieren zu lassen. Eine junge Frau, die ohne Rücksicht auf Verluste bis heute sagt, was sie denkt, erzählt uns ihre Geschichte.

Das komplette Begleitprogramm zum Stück unter www.tpthueringen.de

 

 


Dancing Chorus Line im Vogtlandtheater Plauen

4. März, 18 Uhr / 22. April, 15 Uhr

Am 27. Januar feierte das Tanzstück Dancing Chorus Line von Ballettdirektorin Annett Göhre Premiere. In der Ausstattung von Karisma Costumes und unter der musikalischen Leitung von Frank Bartel spielt der Schauspieler Michael Günther, der bereits in der Tanzproduktion Happy Birthday zu sehen war, gemeinsam mit den Tänzerinnen und Tänzern des Ballettensembles. Den Fokus legt Annett Göhre in ihrer Choreografie auf ein Vortanzen an einem deutschen Stadttheater. Dancing Chorus Line erzählt von den hohen Erwartungen an das Talent und den Charakter der unzähligen Bewerber, die vom Ruhm auf der Bühne träumen. Entsprechend unerbittlich und kompromisslos ist jedes Vortanzen. Auch in Annett Göhres Tanztheater verlangt der Choreograf von den Tänzerinnen und Tänzern über physische Höchstleistungen hinaus das Offenlegen von psychischen Schwächen und Schicksalen, um die besten Persönlichkeiten zu finden. Jeder Tänzer inszeniert sich, um einen der begehrten Verträge zu ergattern. Neben bekannten Melodien aus Film und Musical interpretiert eine Live-Band Titel von Karat, Katja Ebstein oder Missy Elliott.

Foto: Copyright © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch


„Zuallererst sind wir ja Menschen“

Respekt, Toleranz und Humanität: Das Deutsche Nationaltheater Weimar widmet sich in zwei Neuinszenierungen der Gedankenwelt von Lessings „Nathan der Weise“

Mit „Nathan der Weise“ entwarf Gotthold Ephraim Lessing ein Sinnbild des vorurteilsfreien, respektvollen Umgangs der Religionen miteinander. In der aktuellen Spielzeit beschäftigen sich am Deutschen Nationaltheater Weimar gleich zwei Produktionen mit dem Stoff: eine Neuinszenierung des Ideendramas auf der Großen Bühne und die Uraufführung des Musiktheaters „Nathan und seine Kinder“ nach dem Roman von Mirjam Pressler mit Musik von André Kassel und Electronics von Paul Hauptmeier und Martin Reckerin der Studiobühne. Ort der Handlung ist Jerusalem in der Zeit der Kreuzzüge des 12. Jahrhunderts. Hier lebt der diplomatische jüdische Kaufmann Nathan mit seiner angenommenen Tochter Recha. Diese verliebt sich in einen jungen Tempelherrn, selbst Gefangener des Herrschers Saladin. Er rettet sie zwar aus den Flammen des väterlichen Hauses, verweigert sich jedoch zunächst ihrer Zuneigung, weil er sie für eine Jüdin hält. Dass Recha und er Geschwister sind und auch noch wider jeden Erwartens die Kinder eines Muslims – der wiederum Saladins verstorbener Bruder ist – lässt Lessing seine Figuren erst zum Ende des Stücks entdecken. Familiäre Bande kennen scheinbar keine religiösen Grenzen oder Vorbehalte. Doch dabei werden auch Identitäten ohne Zögern aufgelöst und neu zugewiesen. Die Lektüre von Lessings Drama heute zwingt dazu die Gültigkeit seiner insbesondere in der berühmten Ringparabel aufgeworfenen Ideen von Respekt, Toleranz und Humanität neu zu prüfen. Denn die Frage nach einer friedlichen Koexistenz ist die nach dem Zusammenleben trotz Unterschieden und Unvereinbarkeiten. Greifbare Vision oder Wunschgedanke? Hasko Webers Inszenierung möchte dazu anregen, diesen durchaus komplexen Gedankenzu folgen, und die Argumentationsstränge jeder Figur nachvollziehbar machen. Schließlich auch um den Schluss bewerten zu können, denn die letzte Regieanweisung lautet: »Unter stummer Wiederholung allseitiger Umarmungen fällt der Vorhang.« Ein Happy End? Aus einer anderen Perspektive nähert sich das Musiktheater „Nathan und seine Kinder“ mit Sängern, Schauspielern, einem Streichquartett und elektroakustischer Musik der Geschichte.Im Fokus steht nicht Nathan selbst, sondern die Menschen um ihn herum, denen er ein ebenso wertvolles wie kontroverses Vermächtnis hinterlassen hat: das Einstehen für ein ebenbürtiges und friedvolles Miteinander aller Religionen. Jeweils aus einer eigenen Position heraus begegnen sich die Protagonisten des Stücks(Regie: GeertjeBoeden) in ihren Glaubensfragen, auf ihrerSuche nach Identität, Menschlichkeit, Liebe und ihrem Platz in der Welt. Ihre Gedanken und Gefühle werden dabei reflektiert durch die Vielfalt musikalischerMittel, Motive und Klangebenen des Werks, in dem Elemente jüdischer, arabischer und abendländischer Musik verwoben sind.

Premiere: 23. Februar, 19.30 Uhr, Weimar, Deutsches Nationaltheater, Großes Haus

Foto: Thomas Müller


Das Theaterhaus Jena verabschiedet sich von PROMETHEUS

Am 15., 16. und 17. Februar präsentiert das Theaterhaus Jena die letzten Vorstellungen von PROMETHEUS nach Hesiod und Aischylos in einer Fassung von Hannes Weiler. Auf einer jenaer Bowlingbahn werden vier Leute in den uralten PROMETHEUS-Mythos verwickelt und begeben sich auf die Suche nach dem Ursprung der Menschen. Aber irgendwie biegen sie falsch ab, hängen fest, verirren sich in ihrer eigenen Lebensgeschichte und wagen dann einen radikalen Neuanfang – ohne Rücksich auf Verluste. „Regisseur Hannes Weiler entwickelt aus dem antiken Prometheus-Mythos ein ganz eigenes, kluges wie urkomisches Theaterstück. Absolut sehenswert!“ war in der Ostthüringer Zeitung zu lesen. Urteilen Sie selbst. Am Freitag, dem 16.02. lädt das Theaterhaus im Anschluss an die Vorstellung zu einem Publikumsgespräch ein. Karten: 03641/886944


Kultbuch auf Theaterbühne

Theater Rudolstadt zeigt „Der Meister und Margarita“

Einer der meistgelesenen Romane des 20. Jahrhunderts ist „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow. Erst verboten, dann zum Kultbuch aufgestiegen, fasziniert er bis heute Generationen von Lesern. Das Theater Rudolstadt zeigt „Der Meister und Margarita“ in einer Bühnenfassung von Niklas Radström. Die Geschichte steigt ein in die Zeit der Oktoberrevolution vor 100 Jahren. In Moskau ist der Teufel los, im wahrsten Sinne des Wortes. Getarnt als Professor für schwarze Magie, schlägt sich Voland auf die Seite der Guten und richtet die Mächtigen, die Skrupellosen. Köpfe rollen, die Stadt versinkt im Chaos. Einzig den Meister und Margarita rettet ihre große Liebe. Ob fantastische Abenteuergeschichte, Satire über das Wesen von Gut und Böse, Zeitdokument oder Hymne auf die Liebe – jeder, der das Buch kennt, schätzt es auf seine Art und Weise.

Aufführungen in Rudolstadt, Theater im Stadthaus:
Mo, 05.03. 18:00 Uhr / Di, 06.03. 15:00 Uhr // So, 18.03. 15:00 Uhr // Sa, 31.03. 19:00 Uhr // Di, 17.04. 15:00 Uhr // Sa, 05.05. 19:00 Uhr // Fr, 25.05. 19:00 Uhr

Foto Lisa Stern


Strindbergs „Fräulein Julie“ als zeitgenössische Oper in Meiningen

Philippe Boesmans‘ „Julie“, die zeitgenössische Kammeroper in einem Aufzug nach Strindbergs Drama „Fräulein Julie“, inszeniert Oberspielleiter Lars Wernecke in den Kostümen und im Bühnenbild von Ausstattungsleiter Helge Ullmann. In der Titelpartie ist Mezzosopranistin Carolina Krogius zu erleben, an ihrer Seite als Diener Jean Bariton Marián Krejčík und als Köchin Kristin Sopranistin Monika Reinhard. Die Meininger Hofkapelle spielt unter dem Dirigat des 2. Kapellmeisters Mario Hartmuth. Gerade frisch entlobt, tanzt GrafentochterJulie beim Johannisfest ausgelassen mit den Angestellten. Der Vater ist außer Haus, dieStimmung erotisch aufgeladen. Es ist eine Nacht, in der alles möglich scheint und Julieaus ihrem „Adelskäfig“ auszubrechen versucht. Nicht nur für sie, auch für den DienerJean scheint ein Ausbruch möglich. In der Küche kommen sich die Beiden näher; erzähleneinander ihre Träume. Julie träumt vom Fallen, Jean vom Aufsteigen. Träume, die bald Wirklichkeit werden, nachdem die Beiden miteinander geschlafen haben: Die Machtverhältnissehaben sich verschoben. Nicht mehr die Adelige steht über dem Diener, sondern der Mann über der Frau. Gerade wollten sie noch gemeinsam das Land verlassen und ein Hotel eröffnen – doch ihre Pläne werden von Kristin, Jeans Verlobter, durchkreuzt. Als die Rückkehr des Grafen angekündigt wird, gibt es für die entehrte Julie keinen anderen Ausweg als den Suizid.

„Ich habe einen Versuch gemacht! Ist er missglückt,so ist noch Zeit genug, einen neuen zu machen.” – So schließt August Strindberg sein Vorwort zur 1888 vollendeten Tragödie „Fräulein Julie”; dem ersten „wahren” naturalistischen Drama Schwedens. Dieses seinerzeit umstrittene Werk regte auch den Komponisten Philippe Boesmans an, die Hoffnungen, Utopien und Abgründe der ambivalenten Titelfigur 2004 in Musik zu fassen. Das Libretto verfassten Luc Bondyund Marie-Louise Bischofberger auf Grundlagedes stark gekürzten Strindberg’schen Dramentexts – sowohl aus pragmatischen (Unkenntnis des Schwedischen) als auch aus künstlerischen Gründen (Französisch, so Bondy, sei unsingbar) – in deutscher Sprache. Während die originale Personenkonstellation beibehalten wurde, beschränkt Boesmans den Orchesterapparat auf eine Besetzung für 17 Instrumentalisten, was die Konzentrationund Intimität der Kammerspielvorlage noch weiter verstärkt. Dabei können sich die Zuschauer nie sicher sein, welchen Gefühlen sie mit den Bühnenfiguren als nächstes ausgesetzt sind. „Wenn man eine Oper schreibt, muss man die Traurigkeit aufnehmen können, die Freude, genauso das Pathos, denn manchmal ist der Mensch eben pathetisch“, sagt Boesmans. Seine erste Liebe war Richard Wagner, die Instrumentation aller Bondy-Opern verdankt ihren Reichtum Richard Strauss.

Weitere Vorstellungstermine: SO, 18.02., FR, 09.03. und SA, 24.03., jeweils 20.00 Uhr

Karten: Tel. 03693/451-222 und -137 sowie www.meininger-staatstheater.de

Das Werbefoto zeigt Carolina Krogius; Foto: (c)Lars Wernecke


Wiederaufnahme „Meisterklasse“ in Gera

18. Februar, 14.30 Uhr, Bühnen der Stadt, großes Haus

Am Sonntag,  18. Februar, um 14.30 Uhr wird im Großen Haus der Bühnen der Stadt Gera Kay Kuntzes erfolgreiche Inszenierung „Meisterklasse“ wiederaufgenommen. Terrence McNallys Stück spielt eine Lehrstunde für junge Sänger durch. Annette Büschelberger als Gast aus Karlsruhe besticht mit ihrer Schauspielkunst in der Rolle der Maria Callas. Die Callas (1923-1977) eroberte als Violetta, Medea, Norma oder Tosca von der Metropolitan Opera bis zur Mailänder Scala die großen Bühnen der Welt. In diesem Stück wird sie erlebbar als verletzte und verletzliche Frau, aber auch als selbstbezogene, eitle und despotische Künstlerin, die in der MEISTERKLASSE noch einmal ihre großen Triumphe auf der Bühne durchlebt, ihre Kindheit im Schatten ihrer schöneren Schwester, ihre Beziehung zu Aristoteles Onassis und den Konkurrenzkampf mit weniger talentierten, aber hübscheren Rivalinnen. Die Teilnehmer der Meisterklasse in dieser Inszenierung sind die Sängerin Anne Preuß aus dem Musiktheaterensemble, Emma Moore (Sopran) aus dem Thüringer Opernstudio und Paul Kroeger als Gast vom Theater Coburg (Tenor).·Thomas Wicklein hat die musikalische Leitung und ist in der Rolle des Repetitors am Klavier zu erleben. Es erklingt Musik von Vincenzo Bellini, Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi. Als Bühnenarbeiter tritt der Technische Direktor René Prautsch auf. Foto: Sabina Sabovic

Karten sind an der Theaterkasse erhältlich, Telefon0365-8279105, online buchen unter www.tpthueringen.de


Die Känguru Chroniken – Ansichten eines vorlauten Beuteltiers

Ein Theaterstück von Marc-Uwe Kling; Inszenierung von „Junges Theater Göttingen“

Ein Kleinkünstler lebt mit einem Känguru zusammen. Das Känguru ist Kommunist und Fan von Nirvana. Im Prinzip die perfekte Wohngemeinschaft und Grundlage für die abenteuerlichsten Begebenheiten und irrwitzigsten Wortgefechte. Endlich erhalten wir Antworten auf drängende Fragen: War das Känguru wirklich beim Vietcong? Und wieso ist es schnapspralinen-süchtig? Passt die Essenz des Hegel`schen Gesamtwerkes in eine sms? Und ist das Liegen in einer Hängematte schon passiver Widerstand? - In seinem Bestseller schildert Marc-Uwe Kling den absurden Alltag dieses ungleichen Paars ebenso bissig-anarchisch wie liebevoll-ironisch. „Wie auch in den Hörbüchern und den Bühnenauftritten des Autors spielt das Stück mit vielen ironischen Wendungen: Immer wieder wird die sogenannte vierte Wand der Bühne zum Publikum durchbrochen, ständig debattiert der Kleinkünstler auf der Bühne mit dem Känguru, wie denn wohl ein Theaterstück mit dem Beuteltier aussehen könnte. Es mag einen Moment dauern, um sich vom Original lösen zu können und sich auf die Version auf der Bühne einzulassen. Was am Anfang wie eine Schwäche des Stücks wirkt, ist aber letztlich seine eigentliche Stärke: auch die Bühnenfassung ist frisch, frech und völlig absurd.“ (Jürgen Jenauer, NDR Kultur)

25. Februar, 17.00 Uhr, Vogtlandhalle Greiz

Tickets für diese Inszenierung gibt es im Vorverkauf in der Vogtlandhalle Greiz unter Tel. 03661/62880 und in der Touristinformation Greiz.


Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter“ im Heizhaus Altenburg

Am Sonntag, 25. Februar, um 18:00 Uhr ist im Heizhaus Altenburg Premiere für Max Frischs Tragikomödie „Biedermann und die Brandstifter“, ein Lehrstück ohne Lehre. 1958 in Zürich uraufgeführt, darf man das Stück schon einen Klassiker nennen. Der Haarölfabrikant Gottlieb Biedermann ist sicherlich nicht das Paradebeispiel eines moralisch guten Menschen. Als er eines Abends jedoch unerwarteten Besuch eines obdachlosen Ringers bekommt, versucht er seine Menschlichkeit unter Beweis zu stellen. Kurzerhand quartiert er den Fremden auf seinem Dachboden ein. Auch als wenig später eine weitere, eigenartige Gestalt bei ihm zu Hause auftaucht, zeigt sich Biedermann gastfreundlich und zuvorkommend. Ganz zum Missfallen seiner Frau Babette – hält sie die Männer doch für eben jene gefährlichen Brandstifter, die seit einiger Zeit ihr Unwesen in der Stadt treiben. Doch Biedermann kann sich eine Bedrohung durch die beiden nicht vorstellen, obgleich diese keinen Hehl daraus machen, dass sie Brandstifter sind und Benzinfässer auf den Dachboden schleppen. Aber es kann ja nicht sein, was nicht sein soll. Auch dem stets warnenden Feuerwehrchor will Biedermann nicht zuhören. Der Schweizer Autor Max Frisch (1911-1991) formulierte mit seiner Tragikomödie Biedermann und die Brandstifter eine brisante Gesellschaftskritik. Querverbindungen zur Biedermeier-Epoche zeigen sich nicht nur im Namen des Protagonisten. Sein Verhalten ist bestimmt durch den Rückzug ins Private und ein Desinteresse am politischen Zeitgeschehen. Auf seine Geschäfte konzentriert, erkennt Biedermann die Gefahr selbst dann nicht, als sie sich direkt vor seiner Nase in seinem eigenen Haus befindet. Frisch hat sein Stück selbst ein „Lehrstück ohne Lehre“ untertitelt. Zudem fügte er als besonderes Stilmittel einen für die antiken Tragödien typischen Chor ein, der in der Inszenierung von Angelika Zacek von Bürgerinnen und Bürgern der Region gesprochen wird. Die Ausstattung übernimmt Peter Lehmann. Am Samstag, 24. Februar, findet um 16 Uhr im Heizhaus Altenburg ein Expertengespräch im Vorfeld zur Premiere statt. Gesprächspartner ist dabei unter anderem Dr. Walter Obschlager, Gründer und ehemaliger Leiter des Max-Frisch-Archivs in Zürich. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Weitere Vorstellungen:  Sa 03.03. // Sa 17.03. // Sa 28.04. jeweils  19:30 Uhr

Telefon Theaterkasse 03447-585177, online buchen unter www.tpthueringen.de


Elvis-Musical im August 2018 im Parktheater Plauen

Kartenvorverkauf hat begonnen

Mit dem Elvis-Musical Love me Tender präsentiert sich das Theater Plauen-Zwickau im kommenden Sommer vom 17. bis 25. August 2018 im Plauener Parktheater. 
Schauplatz des Musicals von Joe Dipietro ist eine kleine Stadt im mittleren Westen der USA, wo die Zeit still zu stehen scheint. Das ändert sich erst mit der Ankunft von Chad, einem jungen, gutaussehenden Hilfsarbeiter, der eines Tages mit seinem Motorrad und seiner Gitarre in die Stadt kommt und alles auf den Kopf stellt. Plötzlich ertönt laute Musik auf der Straße, die Menschen und insbesondere deren Gefühle beginnen wieder zu tanzen. Natalie, eine junge Mechanikerin, verliebt sich Hals über Kopf in den rebellischen Chad. Als dieser jedoch kein Interesse an ihr zeigt, verkleidet sie sich als Junge namens Ed, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Während Chad der schönen Sylvia hinterherläuft, verliebt sich diese wiederum in den Jungen Ed. Schließlich rückt auch Bürgermeisterin Matilde an, die mit Hilfe des Sheriffs dem bunten Treiben endgültig ein Ende setzen möchte.
Mit der Musik von Elvis Presley bringt Joe DiPietro die 50er-Jahre zurück auf die Bühne. Das mitreißende Musical aus den USA wird am Theater Plauen-Zwickau erstmals an einem deutschen Stadttheater zu erleben sein und verarbeitet zeitlose Melodien wie Love Me Tender, Heartbreak Hotel, Jailhouse Rock und viele mehr. 


Schlag(er) auf Schlag(er) im Theater Hof

1969 ist ein bedeutendes Jahr in der Geschichte der Menschheit. Zum ersten Mal stehen Menschen auf dem Mond und zum ersten Mal moderiert Dieter Thomas Heck die ZDF-Hitparade. Fortan hat der deutsche Schlager eine Heimat, und die Fans dürfen ihren singenden Stars vor laufender Kamera um den Hals fallen. - Das Konzept ist einfach: Deutsche Schlagersänger singen ihre neuesten Lieder, Dieter Thomas Heck macht die Zwischenansagen. Die Zuschauer wählen den Siegertitel. Die drei Erstplatzierten kommen beim nächsten Mal wieder. Wer dreimal dabei ist, darf nicht wiedergewählt werden. Nach 32 Jahren und 368 Folgen wird die Sendung eingestellt. Kein Grund zur Traurigkeit, denn: Sie ist wieder da! Wer Lust auf Retro und Sehnsucht nach Schlaghosen hat, kann jetzt aufatmen. Im Theater Hof geben sie sich die Ehre: Rex Gildo, Marianne Rosenberg, Howard Carpendale, Udo Jürgens, Drafi Deutscher, Dschinghis Khan… Und auch Stars der „Neuen Deutschen Welle“ haben ihr Erscheinen zugesagt! Nicht nur ein bisschen Spaß, auch ein bisschen Nostalgie darf sein. Also holen Sie die Schlaghosen und Plateauschuhe wieder aus dem Schrank! Weitere Vorstellungen: 23. und 31. März, 8. April, 25. Mai (jeweils 19.30 Uhr)

 


"Ein Maskenball" im Opernhaus Chemnitz

17. März, 19 Uhr

Am Dirigentenpult gibt Guillermo García Calvo mit der Neuinszenierung von „Ein Maskenball“ sein Premieren-Debüt als neuer Generalmusikdirektor der Robert-Schumann-Philharmonie. In der Spielzeit 2016/2017 leitete er bereits die Wiederaufnahme „Die Meistersinger von Nürnberg“ musikalisch. Die Regisseurin Arila Siegert ist dem Chemnitzer Opernpublikum bestens bekannt. Mit großem Erfolg setzte sie Gabriel Faurés „Pénélope“ (2003), Carl Maria von Webers „Der Freischütz“, Pjotr Tschaikowskys „Eugen Onegin“ (beide 2003) und Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ (2004) in Szene. Nach zahlreichen Verdi-Opern („Macbeth“ war 1998 ihr Debüt als Opernregisseurin) hat sie sich mit dem vertrauten Team, bestehend aus dem Bühnenbildner Hans Dieter Schal und der Kostümbildnerin Marie-Luise Strandt, nun erstmals dem „Maskenball“ gewidmet. - Auf der Suche nach einem Stoff für seine neue Auftragsoper des Teatro di San Carlo in Neapel stieß Giuseppe Verdi auf das französische Libretto „Gustave III. ou le bal masqué“ von Eugène Scribe für Daniel-François-Esprit Aubers gleichnamige Oper, die 1833 an der Pariser Oper uraufgeführt worden war. Um die seelischen Zustände der Figuren ausdrucksstark zur Geltung bringen zu können, eliminierten Verdi und sein Librettist Antonio Somma alles, was an konventionelle Opern erinnerte. Fast die Hälfte der Scribeschen Vorlage wich dem Rotstift zugunsten einer eindringlich erzählten Dreiecksgeschichte um König Gustav, Graf Anckarström und dessen Frau Amelia. Obwohl Verdi und Somma dadurch die politische Motivation für den Königsmord weitgehend entfernt hatten, fürchtete die Zensurbehörde seit „Nabucco“ die aufwieglerische Kraft des Musiktheaters. Denn politisch war ein Königsmord auf der Opernbühne insofern brisant, als Neapel unter der Fremdherrschaft des Bourbonen Ferdinand II. stand. Zunächst erwirkte die Theaterleitung u. a. den neuen Titel „Una vendetta in Domino“ (Eine Rache im Domino). Das wäre akzeptabel gewesen, hätte der Rechtsanwalt Felice Graf von Orsini nicht im November 1858 in Neapel ein Attentat auf Kaiser Napoleon III. verübt. Was folgte, waren langwierige und zermürbende Auseinandersetzungen mit der Zensur, denn diese verlangte derart umfangreiche Änderungen, die das Werk bis zur Unkenntlichkeit entstellt hätten. Der Komponist wehrte sich. Es kam zum Prozess zwischen Verdi und der Theaterleitung, der mit einem Vergleich endete. Da kam das Angebot aus Rom gerade recht. Für die Uraufführung erbat die mildere päpstliche Zensur lediglich, einen Schauplatz außerhalb Europas zu wählen und die Rollennamen darauf anzupassen. Es entstand die sogenannte Bostoner Fassung, die im Boston, Massachusetts zur Kolonialzeit spielt. Als Titel der Oper wurde schließlich aus Verlegenheit der unverfängliche Untertitel von Scribes Drama „Un ballo in maschera“ gewählt, der sich bis heute – fassungsunabhängig – gehalten hat. Die Uraufführung fand am 17. Februar 1859 im Teatro Apollo in Rom statt und war ein großer Erfolg. Fortan wurde die Oper in Europa und weltweit gespielt. In Kopenhagen besann man sich 1935 erstmals wieder auf die in Stockholm spielende ursprüngliche Fassung der Oper. Danach folgten u. a. 1952 London und Paris sowie 1958 Stockholm. - Vor der Entstehung des „Maskenballs“ setzte sich Verdi intensiv mit der französischen Grand Opéra auseinander. Der Einfluss Giacomo Meyerbeers wird besonders bei der Wahrsagerin Ulrica und dem Pagen Oscar deutlich. Eine besondere Dichtheit und Geschlossenheit der Komposition zeichnen diese Oper aus, die üblicherweise auch ohne Striche gezeigt wird. Die Übergänge von Rezitativ zu Arie gestaltet er fließend, was für sein Spätwerk charakteristisch werden sollte. Dieses Melodram – wie Verdi das Werk im Untertitel nannte – ist seine Antwort auf Richard Wagner. „Ein Maskenball“ wird – ausgehend von der leidenschaftlichen, aber unmöglichen Liebe zwischen Amelia und Gustavo – auch als „Verdis ‚Tristan und Isolde‘“ bezeichnet. Musikalisch werden die packenden und magischen Szenen sowie eindringlich schönen Melodien mit dem komisch-grotesken Spiel des Pagen Oscar kontrastiert. Dadurch entsteht eine besondere Fallhöhe für das tödlich endende Liebesverlangen in Verdis erstem Musikdrama.

 


Mit Witz und voller Hoffnung: ELLING

10. und 29. März, jeweils 19.30 Uhr, Altenburg, Heizhaus

Im Heizhaus Altenburg ist das Schauspielensemble mit einem Stück über zwei eigenartige Menschen in die Spielzeit gestartet: Johannes Emmrich und Ioachim Zarculea spielen Elling und Kjell Bjarne, zwei junge Männer, die nachdem sie  eigentlich ihr gesamtes bisheriges Leben in der Psychiatrie verbrachten, ins „normale“ Leben integriert werden sollen und eine eigene Wohnung bekommen. Das ist nicht einfach; denn beide  haben mit allerlei Problemen und ihren persönlichen Ticks zu kämpfen. Die Hürden des Alltags beginnen bereits beim Telefonieren. Die Vorstellung, mit jemandem zu sprechen, den man nicht sieht, erscheint Elling als vollkommen unnatürlich. Kjell Bjarne hingegen ist vollends begeistert von den Möglichkeiten, die das neue Medium bietet: Nächtelang hängt er am Telefon und lauscht neugierig Sexhotlines, was eine horrende Telefonrechnung zur Folge hat. Doch nach und nach gelingt es dem ungleichen Duo immer besser, sein neues Leben selbständig zu meistern: Während Kjell Bjarne mit der hochschwangeren Nachbarin anbändelt, verfasst Elling Gedichte, die er auf Sauerkrautpackungen im Supermarkt klebt. So finden beide ihren ganz speziellen Umgang mit dem Leben „da draußen“.
Die Komödie von Axel Hellstenius basiert auf dem Roman Blutsbrüder des norwegischen Autors Ingvar Ambjørnsen (*1956). Mit Witz und voller Hoffnung erzählt Elling vom Festhalten und Loslassen und von der Suche nach einem Platz in der Gesellschaft.
Caro Thum inszeniert das Stück für Menschen ab 14 Jahren in der Ausstattung von  Anike Sedello. In weiteren Rollen Michaela Dazian und Manuel Struffolino. Für die musikalische Einrichtung ist Olav Krögerverantwortlich. Dramaturgin ist Svea Haugwitz, Ansprechpartner für Schulen Theaterpädagoge David Schönherr.

Karten online buchen unter www.tpthueringen.de

Foto: Sabina Sabovic


Ivan und die Frauen

One-Man-Show von und mit Cusch Jung, Chefregisseur der Musikalischen Komödie Leipzig

Cusch Jung ist nicht nur Regisseur, Choreograf und Darsteller, sondern im Rahmen der neuen Reihe »Kleine Kömödie« am Samstag, 2. Dezember, 19 Uhr im Venussaal der Musikalischen Komödie auch Autor seiner eigenen One-Man-Show. In der Realsatire »Ivan und die Frauen – Eine grandiose Real-Satire« spielt Jung einen verzweifelten Junggesellen, der anscheinend noch immer nicht die richtige Frau in seinem Leben gefunden hat und stattdessen gehörig unter dem Pantoffel seiner Mutter steht. Diese hat ihm schon so manche Liebesaffäre vereitelt und pflegt seit jeher eine Affinität zu französischen Namen. Auf einer zweistündigen Reise durch sein missglücktes Liebesleben erzählt Ivan auf humorvolle Weise von seinen Liebesabenteuern und lässt seine verflossenen Frauen in bekannten Hits, Schlagern und Chansons wieder auferstehen. Am Piano wird Cusch Jung dabei von dem virtuosen australischen Pianisten und Komponisten Paul Hankinson begleitet. Ein Abend voller Witz, Humor, Melancholie und weltbekannter Melodien.
Mit seiner Wildhorn-Trilogie eroberte Cusch Jung die Herzen der Leipziger Musical-Fans 2010 im Sturm und bescherte dem Haus eine ausverkaufte Vorstellung nach der anderen. Seit der Spielzeit 2015/16 ist er Chefregisseur der Musikalischen Komödie. Der Preisträger des International Music Award Germany steht bereits seit 45 Jahren auf der Bühne und kennt die Theater- und Musicalwelt aus allen Perspektiven. Ab 1984 im Theater des Westens in Berlin zuhause, avancierte er in unzähligen Rollen zum Publikumsliebling, etwas als Judas in »Jesus Christ Superstar« oder als Schriftsteller Cliff in »Cabaret« an der Seite von Hildegard Knef und Helen Schneider. Er war Partner von Leslie Caron in »Grand Hotel« und sang gemeinsam mit Ute Lemper in der »Kurt Weill Revue«. Jung schreibt, übersetzt und inszeniert eigene Revuen und Programme.
Die Reihe »Kleine Komödie« im Venussaal der Musikalischen Komödie präsentiert kleine, aber feine szenische Programme von Mitgliedern des Ensembles für ihr Publikum. Ob Kabarett oder Chanson, ob ausgelassenes Amüsement oder leise Melancholie: Die »Kleine Komödie« ist eine Plattform, bei der die Künstler der Musikalischen Komödie hautnah zu erleben sind.
Aufführungen:
 Sonntag, 25. März, 15 Uhr, Musikalische Komödie Leipzig


Weiße Rose

Udo Zimmermanns Szenen für 2 Sänger und 15 Instrumentalisten in der Bühne am Park in Gera

Zum 75. Gedenkjahr an die Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus in Deutschland hat Theater&Philharmonie Thüringen Udo Zimmermanns Szenen für 2 Sänger und 15 Instrumentalisten „Weiße Rose“ in der Neufassung von 1985 in den Spielplan genommen. Das Libretto schuf  Wolfgang Willaschek. Die musikalische Leitung übernimmt Takahiro Nagasaki. Regie führt Juliane Stephan. Bühne und Kostüme entwirft Ronald Winter. Als Hans und Sophie Scholl sind zwei junge Sänger aus dem Thüringer Opernstudio zu erleben: Florian Neubauer und Emma Moore. Ab Sommer 1942 verbreitete die studentische Widerstandsgruppe „Die Weise Rose“ im süddeutschen Raum Flugblätter gegen Hitler und das nationalsozialistische Regime. Sie forderte darin zunächst zum passiven Widerstand auf, aber schon bald auch zum Sturz der Regierung. Die Flugblätter waren mehr als nur ein Aufstand des Gewissens. Sie waren politisch hoch motiviert und entstanden aus der Überzeugung heraus, dass man nicht mehr schweigend zuschauen dürfe, sondern Widerstand gegen das verbrecherische System leisten müsse. Die fünf Münchner Studentinnen und Studenten sowie ihr Professor bezahlten diese Überzeugung mit ihrem Leben. Sie wurden 1943 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Udo Zimmermann (*1943) skizziert mit Weiße Rose eine „innere Handlung“: „Mich bewegte weniger die Frage nach der Bewältigung von Faschismus als die, wie wir mit Wahrheit umgehen“, so der Komponist. „Wir fragten uns, was man getan hätte, wäre man damals selbst in einer solchen Situation gewesen. Und: Was tut man heute zwischen Tatbereitschaft und Opportunismus? Man kann die Wahrheit nur finden, wenn man ständig sein Gewissen prüft, persönliche Verantwortung empfindet.“ Die facettenreiche Partitur bewegt sich zwischen musikalischem Aufschrei und innerer Stille. Die Uraufführung fand 1986 in Hamburg statt; seitdem gehört das Werk zu den erfolgreichsten deutschen Nachkriegsopern.

So 25.02. 18:00 Uhr // Di 06.03. 18:00 Uhr // Sa 17. und 24. 03. 19:30 Uhr

Karten: Theaterkasse Tel. 0365- 8278105, online buchen unter www.tpthueringen.de

Zum Foto: Emma Moore und Florian Neubauer, zwei Sänger aus dem Thüringer Opernstudio, sind als Sophie und Hans Scholl zu erleben (Foto: Ronny Ristok)


Statue erwacht zum Leben

„Die schöne Galathée“ in Plauen und Zwickau

Die Operette am Klavier von Franz von Suppé „Die schöne Galathée“ inszenierte Wolfgang Dosch. Unter der musikalischen Leitung von Matthias Spindler singen Johanna Brault, Nataliia Ulasevych, John Pumphrey und Marcus Sandmann. Sie werden begleitet von Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Plauen-Zwickau. Bühnenbild und Kostüme stammen von Odilia Baldszun. - Der begnadete Bildhauer Pygmalion liebt seine Statue der Nymphe Galathée. Sie ist unverkäuflich und niemand darf sie zu Gesicht bekommen. Der Kunstmäzen Mydas hat von der Schönheit der Statue gehört und besticht Pygmalions Diener Ganymed, um sich selbst davon zu überzeugen, bevor er sie kauft. Doch Pygmalion jagt den Kunstsammler zur Tür hinaus. Daraufhin fleht er die Göttin Venus an, sie möge seiner Statue Leben einhauchen. Da wird der Wunsch auch schon erfüllt. Gleich erklärt ihr Pygmalion seine Liebe. Aber Galathée betört nicht nur Pygmalion, sondern auch Ganymed und Mydas. Pygmalion bittet wütend Venus nochmals um Hilfe, sie solle die Metamorphose rückgängig machen. Franz von Suppé schuf mit diesem Operetten-Einakter ein Kleinod des unterhaltsamen Musiktheaters. Berührende Melodien, spritzige Ensembles und eine gewitzte Handlung sind ein Garant für einen amüsanten Abend.

Kleine Bühne Plauen:
Dienstag 10.04. 19:30 Uhr
Theater in der Mühle Zwickau:
Donnerstag 22.03. 19:30 Uhr // Sonntag 25.03. 18:00 Uhr

Foto: Theaterfotograf Peter Awtukowitsch


Die Entführung aus dem Serail - Mozart in Gera

Kobie van Rensburg, weltweit gefeierter Tenor, hat zwischenzeitlich ins Regiefach gewechselt. Nach Regiearbeiten in München, Halle, Chemnitz u. a. schließt sich nun mit seiner Inszenierung der Entführung aus dem Serail ein Kreis, denn als Belmonte in diesem Werk debütierte der Südafrikaner als Zwanzigjähriger 1991 an der Roodepoort City Opera. Kobie van Rensburgs Inszenierungen bestechen durch das fundierte musikalische Wissen, aus dem sie erwachsen und durch aufwändige Videografie, die szenische und dramaturgische Aufgaben erfüllt. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera spielt unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Laurent Wagner. Der Opernchor singt in der Einstudierung von Holger Krause. In den Partien:  Bassa Selim – Kai Wefer, Konstanze – Megan Marie Hart als Gast vom Theater Detmold, Blonde – Miriam Zubieta, Belmonte – János Ocsovai, Pedrillo – Timo Rößner, Osmin – Ulrich Burdack

Konstanze, ihre Bedienstete und Freundin Blonde sowie deren Freund Pedrillo fallen auf einer Seereise Piraten in die Hände, die sie auf einem Sklavenmarkt verschachern. So geraten sie ins Haus des Paschas Bassa Selim. Dieser verliebt sich sogleich in Konstanze und umwirbt sie mit großem Einsatz. Blonde überlässt er seinem Aufseher Osmin, der mit allen Mitteln um ihre Liebe ringt. Belmonte, Konstanzes Verlobter, findet nach abenteuerlicher Suche das Serail. Sein Diener Pedrillo, der beim Bassa mittlerweile als Gärtner tätig ist, schleust ihn in den Harem. Sie schmieden einen Plan, um die stolzen Frauen aus ihren amourösen Verstrickungen zu befreien. Doch die Entführung scheitert und das Leben der vier Unglücklichen liegt in der Hand des Bassas. - Im Mittelpunkt des zutiefst humanistischen Werks stehen große Themen wie Liebe, Treue, Eifersucht sowie das Ringe mit Vorurteilen. Mit modernen technischen Videomitteln gelingt es Kobie van Rensburg, das traditionelle Prospekttheater ins Heute zu übertragen. Kaiser Joseph II. gab 1782 die Komposition der Entführung aus dem Serail in Auftrag, um der italienischen Oper eine genuin deutsche entgegenzusetzen. Sie besitzt volkstümlichen Charakter und ihr Grundtenor ist spielerisch und heiter, wobei Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) Musik zuweilen auch ernste und gefühlvolle Züge trägt. Eine Besonderheit stellte damals die „türkische“ Musik dar, die Mozart der Janitscharenmusik entlehnte und v. a. den orientalischen Figuren zur Seite stellte.

Fr 02.03. 19:30 Uhr,  Sa 03.03. 19:30 Uhr, Mo 02.04. 18:00 Uhr