Theater

Galli Theater mit Premiere: 1. Weimarer ClownTage

Donnerstag, 30. Juni, bis Sonntag, 3. Juli
Galli Theater Weimar

Der Clown ist mehr als der Tölpel aus dem Zirkus. Im Rahmen unserer 1. Weimarer Clowntage wollen wir dem Wesen dieser zutiefst spannenden und schillernden Figur näher kommen von der es heißt, sie stecke in jedem von uns. Als die heitere, spielerische Seite, die uns in Bewegung bringt und hält, wenn wir auf der Suche sind nach Wirklichkeit. Er ist der Grenzgänger, der nie stehenbleibt, der immer wieder scheitert und dennoch nie aufgib, sondern der daraus lernt und daran wächst. Er ist der Lebendigkeit verpflichtet.
„In jedem Menschen lebt ein Clown, der die natürlichen, menschlichen Impulse hütet. Da die Wahrheit unsagbar ist, spielt sich der Clown in sie hinein.“ Johannes Galli
In diesem Sinn wollen wir unseren Gästen mit unserem Programm aus Vortrag, Workshops und Theateraufführungen für Kinder und Erwachsene und einer abschließenden Lesung über den Clown heitere Erkenntnis und einem Hauch Lebensfreude vermitteln.
Wir freuen uns auf Sie!

Do 30. Juni, 20 Uhr
Vortrag: Clown – Lebensfreude pur    
Ein dem Thema entsprechend unterhaltsamer Abend über den Clown und seine heilsamen Impulse, die er uns geben kann. Indem er spielerisch seiner Lust am Scheitern folgt, erweckt er in sich Lebensfreude. Das klingt absurd. Aber für ihn ist Scheitern nicht das Ende, sondern eine Chance, der Anfang von etwas Neuem, von Wachstum. Denn stets ist der Clown der Lebendigkeit verpflichtet.
Ein Vortrag, der Spaß macht! - Referent Krispin Wich

Fr 1. Juli, 10 – 18 Uhr
WorkShop: Entdecke den Clown in dir
Gönnen Sie sich einen Schuß Heiterkeit!
In jedem von uns wartet ein ganz eigener Clown darauf, das Leben in Spiel zu verwandeln. Denn er ahnt, das Leben selbst ist ein Spiel. Die rote Nase im Gesicht setzt die Kreativität und Spontaneität frei, die wir uns im Alltag manchmal wünschen. Der Clown beginnt dort, wo dem Verstand nichts mehr einfällt. Er spricht die Sprache des Herzens und verleiht dem Leben einen Hauch heitere Gelassenheit.

Fr 1. Juli, 20 Uhr
Die Clownin erwacht - Oder: Die Lust Scheitern
Helga feiert ihren 46. Geburtstag. Und es kommt alles anders als ausgedacht. Ihre ganze Familie erscheint ihr plötzlich wie in einer anderen Wirklichkeit. Dinge treten zu Tage, die ihr bislang nicht sichtbar waren…
In ihrem fundamentalen Scheitern entdeckt Helga zu ihrem Glück den Clown in sich und findet über ihn Zugang zu heiterer Gelassenheit. Begleiten Sie Helga durch ihr Wechselbad der Gefühle und entdecken Sie, wie großzügig das Leben denjenigen belohnt, der sein Scheitern annimmt. - Es spielt Katja Gräfe

Sa 2. Juli, 10 – 12 Uhr
WorkShop: Clown für Kinder
Kinder lieben den Clown. Weil ihm, wie ihnen ja auch, so vieles daneben geht. In diesem Kurs findet jedes Kind seinen eigenen Clowntyp und kann diesen in klassischen und auch selbst entwickelten Szenen mit großer Spielfreude ausprobieren.
Das wird ein Spaß!

Sa 2. Juli, 13 Uhr
Clown Parade
Werden Goethe, Schiller, Nietsche und all die anderen großen Geister dieser Stadt sich in ihren Gräbern umdrehen? Plötzlich ziehen da Clowns, eine bunte Horde, durch die Gassen und Straßen Weimars und verleihen der Stadt ungewohnte, überraschende Lebendigkeit. Sie sind herzlich eingeladen mitzukommen.

Sa 2. Juli, 16 Uhr
Hänschen Clown
Hänschen Clown zieht mit seinem Koffer hinein in die große weite Welt, in der es allerhand zu entdecken gibt. Sein Koffer birgt so manche Überraschung. Hänschen spielt, zaubert und jongliert, scheitert dabei grandios, sehr zur Freude seiner großen und kleinen Zuschauer. Er trifft wilde Tiere, tanzt mit seinem Publikum und versteht es dabei meisterhaft, seine Zuschauer mit auf die Reise zu nehmen und sie einzubeziehen. Ein großer Spaß für alle…

Sa 2. Juli, 20 Uhr
AMANDA - Ein Clownklassiker (FOTO)
Ein Clown nutzt die Wartezeit auf seine Traumfrau Amanda, um sich in typisch männlichen Eroberungstaktiken zu üben. Wie er es auch versucht, ob als Sportskanone, Softy, Boxer, Westernheld, Macho oder Rockstar, ein Versuch nach dem anderen scheitert. Doch er gibt so lange nicht auf, bis sie am Ende ... Ein clowneskes Vergnügen! - Es spielt Krispin Wich

So 3. Juli, 10 bis 11 Uhr
ClownTanz Meditation
Ein Vormittag, der den Clown in uns erweckt und bewegt. Wir lernen, begleitet von unterstützender Musik spielerisch sechs verschiedene Clowntypen und üben den spielerischen Umgang mit menschlichen Schwächen. Ein erfrischender Start in den Tag.

So 3. Juli, 16 Uhr
Clowns Ratatui - Spaß für die ganze Familie    
Da der Direktor nicht zum „Ansagen“ kommt, beschließen die zwei Clowns, ihr Programm selbst zumachen. Sie passen zusammen wie die Faust aufs Auge: Der eine spielt Musik, der andere kann zaubern. Schnell werden die beiden zu Konkurrenten um die Gunst des Publikums und ein turbulenter Streit entsteht. An dessen Ende entdecken Rata und Tui, dass sie eigentlich Freunde sind und sich brauchen…. - Ein clownesker Spaß für Kinder und ihrer Erwachsenen.

So 3. Juli, 18 Uhr
ClownLesung: durchaus heiter…
In seinen Geschichten aus dem Alltag läßt Johannes Galli immer wieder den Clown aufblitzen, in seinen weisen Aphorismen erscheint Wesentliches über den Clown. Das ist ausgesprochen erheiternd und bereichernd. So macht es Spaß, über den Clown mal etwas vorgelesen zu bekommen…


Theater-Sommerevents in Gera und Altenburg

Theater Altenburg Gera Juli

Memories – Die größten Musical-Hits

Auf das alljährliche, stimmungsvolle, sommerliche Open Air-Konzert des Philharmonischen Orchesters Altenburg Gera freut sich so mancher Konzertgänger das ganze Jahr über. Unter einem bisweilen unbeschreiblich bezaubernden Abendhimmel schmeichelt die Musik der Seele besonders. In diesem Jahr dürfen sich alle Musical-Fans besonders auf dieses Sommerevent freuen, denn das Programm Memories - Die größten Musical-Hits bringt nicht nur einige der gewaltigsten Musicalohrwürmer zum erklingen, sondern lädt als musikalischen Ehrengast einmal mehr Musicalstar Angelika Milster auf die Altenburger und Geraer Bühnen ein.

Fr 1. Juli und Sa 2. Juli · jeweils 21:00 Uhr · Hofwiesenpark, Sparkassenbühne 

Sunset Boulevard
Buch und Gesangstexte von Don Black und Christopher Hampton / Basierend auf dem Film von Billy Wilder / Deutsch von Michael Kunze
Joe Gillis hält zufällig in der Einfahrt eines stattlichen Anwesens am berühmten Sunset Boulevard. Dort residiert die Stummfilmdiva Norma Desmond. Einst zu großem Ruhm und Reichtum gelangt, lebt sie jetzt einsam und zurückgezogen, schwelgt in Erinnerungen an vergangene Zeiten und gibt sich der Illusion hin, ihre einzigartige Filmkarriere fortzusetzen. Ihr Butler unterstützt sie in ihrem Wahn. Als Norma hört, dass Joe Drehbuchautor ist, sieht sie in ihm die Chance, den Weg zurück in die Studios zu finden. Doch mittlerweile verwirklichen andere Akteure im Hollywood der 50er Jahre ihren Traum vom großen Erfolg.
Basierend auf dem gleichnamigen Film von Billy Wilder (1950), der die glitzernde Filmwelt der Traumfabrik Hollywood ironisch hinterfragt, schuf Andrew Lloyd Webber 1993 eines der erfolgreichsten und zugleich emotional packendsten Rock-Musicals. Das Schicksal Norma Desmonds steht exemplarisch für alle Menschen, die, gefangen in ihrer Vergangenheit, den Bezug zur Realität im Hier und Heute verloren haben.
Angelika Milster wurde mit der Rolle der Grizabella in der deutschsprachigen Erstaufführung des Musical-Welterfolgs Cats in Wien zum Star. Auch in Berlin, Paris und Washington, als Sängerin in den Genres Musical, Schlager und Klassik sowie als Schauspielerin im Film und auf der Bühne feiert sie große Erfolge – sowie mit ihrem Rollendebüt als Norma Desmond in Ostthüringen. (Foto oben: Ronny Ristok)

Mi 6. Juli · Do 7. Juli · 19:30 · Fr 8. Juli · jeweils 19:30 Uhr · Großes Haus Gera

Mein Freund Bunbury
Musik von Gerd Natschinski, Text von Helmut Bez und Jürgen Degenhardt, Frei nach Oscar Wildes Schauspiel The Importance of Being Earnest, Reduzierte Orchesterfassung von Olav Kröger
London in den wilden 1920er Jahren. Jack Worthing und seine Schutzbefohlene Cecily Cardew stehen am Bahnhof und sammeln für die Heilsarmee. In Gedanken sind beide ganz woanders: Jack möchte zu seinem Freund Algernon Moncrieff, um sich dort heimlich mit dessen Cousine Gwendolen zu verloben. Cecily freut sich auf ihren Auftritt als „Sunshine Girl“ in der Music Hall. Laetitia Prism und Pastor Frederic Chasuble, die ebenfalls Almosen sammeln, ahnen nichts vom Doppelleben der beiden. Genauso wie die moralisch unantastbare Lady Augusta Bracknell, Jacks Tante. Das materielle Wohlergehen Cecilys, Jacks und Algernons hängt von deren gutbürgerlicher Fassade bzw. vom Wohlwollen der vermögenden Verwandtschaft ab. Gut, dass es Bunbury gibt, das personifizierte Alibi. Doch dieses Alibi fliegt eines Tages auf.
Nach der umjubelten Uraufführung 1964 im Berliner Metropol-Theater wurde Mein Freund Bunbury als erstes mit großem Erfolg in Altenburg nachgespielt; die Neuinszenierung von Heinz Scholze 1979 war ebenfalls umjubelt. Dank seiner frivol-amüsanten Handlung, spritzigen Dialogen, elektrisierenden Rhythmen und flotten Schlagern hat das erfolgreichste Musical aus DDR-Zeiten bis heute nichts von seinem Witz und Temperament eingebüßt. Nach 42 Jahren kehrt das Meisterwerk von Gerd Natschinski (1928-2015) jetzt wieder zurück nach Altenburg!

Mi 13. Juli ·  Do 14. Juli · 19:30 · Fr 15. Juli · jeweils 19:30 Uhr · Großes Haus Gera

Krabat
Mystery-Musical nach einer sorbischen Volkssage, Text von Manuel Kressin · Musik von Olav Kröger
Eine seltsame Stimme ruft den jungen Krabat immer wieder im Traum, er solle sich zu der Mühle nach Schwarzkollm begeben. Dort würde er seinen Meister finden. So macht sich Krabat auf die Suche nach diesem geheimnisvollen Ort. Der Müller nimmt den Jungen als einen seiner Burschen auf. Doch bei der Mühle geschehen seltsame Dinge. Nach und nach wird Krabat klar, dass dort nicht nur das Müllerhandwerk, sondern ebenso die schwarze Magie gelehrt wird. Zunächst genießt Krabat sein neues Leben in der eingeschworenen Gemeinschaft, doch dann bemerkt er, welche schrecklichen Gefahren die finsteren Kräfte seines Meisters mit sich bringen.
Krabat ist die bekannteste Sagengestalt der Lausitz. Die spannende Geschichte um ihn und seine Lehrjahre in der schwarzen Mühle erzählt von einem autoritären System, gegen das sich eine Gemeinschaft auflehnt, von Mut und Zivilcourage sowie von Verführbarkeit. In der neu geschaffenen Musicalfassung verwandelt sich die historische Bockwindmühle in Lumpzig einen Sommer lang in die von dunklen Mächten umgebene Mühle von Schwarzkollm.
Der Verein Altenburger Bauernhöfe e. V. hält ein reichhaltiges gastronomisches Angebot mit warmen und kalten Speisen bereit. Ab 19 Uhr kann in der Kaschemme „Zum schwarzen Müller“ gespeist und getrunken werden. Sitzplätze stehen zur Verfügung.

Fr 1. Juli 2 · Sa 2. Juli ·So 3. Juli · Sa 9. Juli · Di 12. Juli · Mi 13. Juli · Do 14. Juli ·  Fr 15. Juli · jeweils 21:00 Uhr · Bockwindmühle Lumpzig (ggf. Restkarten an der Abendkasse)


Flotter musikalischer Schwank

Operette „Der Vetter aus Dingsda“ im Theater Gera
Der Vetter aus Dingsda Theater Altenburg Gera

Der Vetter aus Dingsda wurde 1921 am Berliner Theater am Nollendorfplatz uraufgeführt und gilt seitdem als Eduard Künnekes (1885- 1953) erfolgreichster musikalischer Schwank. Dies verdankt er seiner mit drastischer Situationskomik aufwartenden, frivolen Handlung, den flotten, lateinamerikanischen Tänzen sowie eingängigen Musiknummern wie „Ich bin nur ein armer Wandergesell“, „Ganz unverhofft, kommt oft das Glück“ oder „Sieben Jahre lebt ich in Batavia“.  - Die Geschichte hält Amüsantes wie auch Anrührendes bereit: Julia, die junge Erbin eines Vermögens, kann die Vormundschaft ihres Onkels und ihrer Tante nicht mehr ertragen. Sie lässt sich vom Gericht für mündig erklären, um ihren vom Onkel nach Batavia verbannten Vetter Roderich heiraten zu können. Der geldgierige Onkel hat jedoch ganz andere Pläne für seine Nichte: Er will, dass Julia seinen Neffen August heiratet. Am Abend, als sie die Bestätigung ihrer Mündigkeit erhält, taucht ein Fremder auf, der behauptet, er sei Roderich.

Für die musikalische Leitung zeichnet Thomas Wicklein, für die Choreografie AnnaLisa Canton verantwortlich. Kostüme und die Bühne gestaltet Mathias Rümmler. Es spielt das Philharmonische Orchester Altenburg Gera. Das Kinder- und Jugendballett des Theaters Altenburg Gera umrahmt die Operette tänzerisch. Es singt Anne Preuß als Julia de Weert, Julia Gromball vom Thüringer Opernstudio als Hannchen, Johannes Beck als Josef Kuhbrot, Eva-Maria Wurlitzer als Wilhelmine, Johannes Pietzonka als Egon von Wildenhagen, Gustavo Mordente Eda vom Thüringer Opernstudio als Fremder, Kai Wefer als Hans und Alejandro Lárraga Schleske als Karl.

 Großes Haus Gera: So 3. Juli · 18:00 Uhr

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg), online unter www.theater-altenburg-gera.de

Foto: Ronny Ristok


Musical-Publikumsliebling in Gera

Hedwig and the Angry Inch
Musical Hedwig Theater Altenburg Gera

Das grenzüberschreitende Kult-Musical „Hedwig and the Angry Inch“ avancierte während des Sommertheaters in Altenburg zum Publikumsliebling. Das Stück thematisiert den tragisch-komischen Lebenslauf eines trans*Frau, der in Ostberlin beginnt. Absurderweise platzen ausgerechnet im Land der unbegrenzten Möglichkeiten alle Träume. „Hedwig and the Angry Inch“ ist weit mehr als ein Glam-Rock-Musical über eine Drag-Queen aus Ostberlin. Zwischen den bizarren Wendungen im Leben der Protagonistin erzählen Stephen Trask und John Cameron Mitchell in ihrem 1998 in New York uraufgeführten Stück von einer Grenzgängerin zwischen Ost und West, zwischen den Geschlechtern, zwischen Glück und Elend auf der Suche nach Liebe, Anerkennung und der eigenen Identität.

Im Ostberlin der 80er Jahre: Die Sängerin Hedwig spielt ihre Rock’n’Roll-Show in den schäbigsten Spelunken des ganzen Landes und erzählt mit ihren Songs ihre Geschichte. Geboren als Hansel Schmidt in Ostberlin, verliebte sie sich einst in den amerikanischen GI Luther. Mutter Hedwig überlässt dem Sohn ihren Ausweis sowie ihren Namen und organisiert eine Geschlechtsumwandlung, damit ihr Kind als Luthers Ehefrau das Land verlassen kann. Diese misslingt jedoch und übrig bleibt ein „angry inch“, ein zorniger Zoll, zwischen Hedwigs Beinen. Ein Jahr später erlebt Hedwig in einer heruntergekommenen Trailerpark-Siedlung in Kansas den Fall der Mauer am Fernseher. Sie hält sich mit verschiedenen Jobs über Wasser und lernt den schüchternen Teenager Tommy Speck kennen. Sie bringt ihm alles über Musik bei, schreibt Songs für ihn und gibt ihm den Künstlernamen „Tommy Gnosis“. Doch als dessen Karriere richtig durchstartet, bleibt Hedwig wiederum auf der Strecke.

Zum Buch von John Cameron Mitchell schrieb Stephen Trask die Musik und Gesangstexte. In Gera zu sehen, ist die deutsche Übersetzung von Rüdiger Bering und Wolfgang Böhmer (ab 14 Jahren geeignet). Die Musikalische Leitung in der Inszenierung von Louis Villinger hat Olav Kröger. Bühne und Kostüme gestaltet Britta Lammers. In der Hauptrolle der Hedwig tritt Manuel Struffolino auf. An seiner Seite spielt Marie-Luis Kießling als Yitzhak. In der Band musizieren außerdem Johannes Emmrich, Marco De Haunt, Thomas Müller und Ronald Güldenpfennig.

Bühne am Park Gera: Di 5. Juli · 19:30 / Fr 8. Juli · 19:30

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg) sowie online unter www.theater-altenburg-gera.de

Foto: Ronny Ristok


Altenburger Prinzenraub „Kunz und Morta“

Open Air Spektakel des Traditionsvereins Altenburger Prinzenraub e.V.
Altenburger Prinzenraub 2022

Im Juli ist es wieder soweit! Im Agnesgarten auf dem Innenhof des Residenzschlosses sind die Prinzenräuber los. „Kunz und Morta“ ist eine Prinzenraubgeschichte von Christian Weber. Ein Vorprogramm mit Kultur & Gastronomie gibt es bereits ab 18.00 Uhr.

Der Altenburger Prinzenraub, auch Sächsischer Prinzenraub genannt, ist ein historisches Ereignis der sächsisch-thüringischen Geschichte. Der Junker Kunz von Kauffungen entführte in der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1455 die 14- und 12-jährigen Prinzen Ernst und Albrecht, die im späteren Lebensalter als Begründer der Länder Thüringen und Sachsen gelten. Durch die Entführung wollte Kunz von Kauffungen den Kurfürsten von Sachsen, Friedrich den Sanftmütigen, zwingen, seine Forderungen nach Entschädigung für seine verloren gegangenen Ländereien zu erfüllen, was jedoch misslang.

Die Entführung der Prinzen Ernst und Albrecht durch Kunz von Kauffungen anno 1455 ist aus der Geschichte Altenburgs nicht mehr wegzudenken. Schon vor Jahrzehnten wurde dieses Ereignis in die Theaterwelt getragen. Am 5. Juli 2003 gründete sich der Förderverein Altenburger Prinzenraub e.V. (jetzt Traditionsverein) mit dem Ziel, die Aktivitäten in Vorbereitung des Jubiläums „550 Jahre Sächsischer Prinzenraub zu Altenburg“ im Jahr 2005 zu unterstützen. Besonderes Anliegen dabei war die Gewinnung, Ausbildung und Betreuung der ca. 200 ehrenamtlichen Laiendarsteller für die von der Stadt Altenburg 2005 bis 2011 durchgeführten Prinzenraub Festspiele.
Durch die Gestaltung eines vielfältigen und interessanten Vereinslebens hat sich in den Jahren seit der Gründung eine richtige „Prinzenräuberfamilie“ gebildet, die auch nach dem Aus der Festspiele im Jahr 2012 nicht aufgegeben, sondern sich neue Ziele gesucht und neue Herausforderungen geschaffen hat.


Erfurter Theatersommer: Der Kleine Prinz unterwegs zu den Sternen

Erfurter Theatersommer

Ein Akkordeon, ein Fahrrad, eine Frau aus Frankreich. Sie verkauft Schirme, passend zu jeder Wetter- und Stimmungslage. - Fast beiläufig erzählt sie die Geschichte des Kleinen Prinzen und seiner Rose. Eine Liebesgeschichte, die sie an ihr eigenes Leben erinnert. Die Schirme werden zu Planeten, das Fahrrad wird zum Ort der Begegnung und sie selbst erkennt das Geheimnis des Lebens. Saint-Exupéry hat den Menschen viel gesagt – er hat ihnen auch heute noch viel zu sagen. (Dauer: 80 min + Pause, ab 10 Jahren geeignet)
Spiel: Christiane Weidringer / Musik: Andreas Kuch / Regie: Harald Richter / Figuren: Bärbel und Günter Weinhold / Bühne: Thomas Lindner

Termine: 1 ., 8. / 9., 15. / 16., 22. / 23., 29. / 30. Juli, jeweils 20.30 Uhr. (Am 21. Juli, 20 Uhr, Sommertheater Tiefurt)
Spielort: Innenhof Naturkundemuseum, Große Arche 14

Informationen & alle Spieltermine unter www.erfurter-theatersommer.de/spielplan.html

Karten gibt es bei der Tourist-Info am Benediktsplatz (Tel. 0361/66 40 100) oder über unser Info-Telefon 0177 / 5 98 62 60 (auch für Reservierungen) sowie an der Kasse zu Veranstaltungsbeginn.

Foto: Lutz Edelhoff


Ekhof-Festival in Gotha im Juli und August

Nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause heißt es in diesem Jahr auf Schloss Friedenstein endlich wieder: Bühne frei für das Ekhof-Festival!

Das Glöckchen klingelt. Knarzend ruckeln die Kulissenwagen in den Bodenschlitzen, neue Kulissenflügel ziehen auf. In nur acht Sekunden ändert sich das Bühnenbild. Wind und Donner ertönen, die Versenkung öffnet sich: Das Ekhof-Festival ist eröffnet. Für zwei Monate im Jahr, im Juli und August, erwacht die hölzerne Bühnenmaschinerie des barocken Ekhof-Theaters zum Leben und verzaubert ihre Zuschauer. Fünfzehn Kulissenschieber arbeiten an der Illusion.

Das diesjährige Hauptstück ist „Mandragola“, eine Komödie in 5 Akten von Niccolò Machiavelli, (1518), in der Inszenierung von Compagnie en Route als Schauspiel mit musikalischer Begleitung. Das Ensemble von Schauspieler*innen und Musiker*innen in historischen Kostümen entführt das Publikum nach Florenz, dem Schauplatz des Stücks. Garniert mit Musiken aus der Renaissance, Elementen der Commedia dell'Arte und turbulenten Fechtszenen bieten es einen unterhaltsamen, heiteren und poetischen Theaterabend.

Zusätzlich stehen das Festkonzert der Thüringen Philharmonie Gotha Eisenach zum 300. Geburtstag von Georg Anton Benda und zum 250. Geburtstag Herzog Augusts auf dem Programm sowie das Konzert „Wege zu Mozart“ des Marais Consort, mit Werken von Georg Philipp Telemann, Georg Anton Benda, Johann Philipp Kirnberger, Leopold Mozart, Carl Philipp Emanuel Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn. Schließlich spielt das Rosentaler Ensemble in ihrem Programm „Liebesmuth peitscht mein Blut“ Opernauszüge und Kammermusik von Gothaer Hofkomponisten und anderen mitteldeutschen Stars des Barocks

Die neue Ausstellung Hinter den Kulissen. Das Ekhof-Theater neu erleben ist für die Besucher des Festivals auch abends geöffnet. Virtual-Reality-Technologie macht es möglich, eine Probe mit Conrad Ekhof und die einmalige historische Bühnentechnik zu erleben. Darüber hinaus ist auch der Raum zur Theatergeschichte neugestaltet worden und erzählt auf unterhaltsame Weise die Geschichte des Theaters seit seiner Gründung. Ein Muss für alle Theaterbegeisterten!

Detaillierte Informationen zum Programm des Ekhof-Festivals finden Sie auf der Website https://ekhof-festival.de/.

Tickets über die Vorverkaufsstellen in Thüringen erworben werden sowie online über den Ticketshop Thüringen.

Informationen & Kartenservice vor Ort:
Telefon: +49 (0) 36 21 - 82 34 200
Telefax: +49 (0) 36 21 - 82 34 290
E-Mail: service@stiftung-friedenstein.de


Im Dschungel romantischer Gefühle

„Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie“ - das Schauspiel von Woody Allen als Sommertheater auf der Heidecksburg in Rudolstadt
Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie Theater Rudolstadt

Auf der Heidecksburg findet wieder das beliebte Sommertheater des Theaters Rudolstadt statt - diesmal mit Woody Allens „Mittsommernachts-Sex-Komödie“. In seinem Stück lässt der profilierte Hollywood-Autor und Komödiant drei ganz unterschiedliche Liebespaare aufeinander los, die sich mehr und mehr im Dschungel ihrer romantischen Gefühle verfangen. Bis zum 16. Juli sind insgesamt elf Vorstellungen geplant.

Was machen überreizte Städter ab Mitte Juni? Sie fliehen zur Erholung in die Sommerfrische, so auch in dieser Komödie. Während jedoch das eine Pärchen mit Sexproblemen kämpft, kann das andere sein erotisches Verlangen kaum zügeln. Richtig Schwung in die grüne Idylle bringen schließlich Leopold und Ariel, zwei Frischverlobte. Die junge Dame wirkt nämlich so anziehend auf das männliche Geschlecht, dass bei allen Beteiligten die Sicherungen durchbrennen …

Mit Anklängen an Shakespeares „Sommernachtstraum“ und Ingmar Bergmanns Filme durchleuchtet Allen in seinem Kino-Hit der 80er Jahre die wild-süßen Begierden der menschlichen Spezies und uralte Muster ihres Paarungsverhaltens. Diesen wollen auch Regisseur Philippe Besson und die Kostüm- und Bühnenbildnerin Henrike Engel bildkräftig und mit reichlich Augenzwinkern auf die Bühne der Heidecksburg verhelfen. Das Duo hatte bereits vor vier Jahren mit „Die spanische Fliege“ einen wahren Sommertheater-Coup landen können.

Auf der Bühne zu erleben sind Benjamin Petschke und Ulrike Gronow, Markus Seidensticker und Laura Bettinger, Johannes Arpe und Anne Kies sowie als zwei Waldgeister Katrin Strocka und Jakob Köhn. Die Musik für die Inszenierung stammt von Schauspielkapellmeister Thomas Voigt.

Vorstellungen 1., 2., 15. und 16. Juli, jeweils 20 Uhr, und am 3. Juli um 15 Uhr

Karten sind an den üblichen Vorverkaufsstellen des Theaters Rudolstadt, u. a. in der Theaterkasse in der KulTourDiele, telefonisch unter 03672/422766 und online auf der Website des Theaters erhältlich.

Aufgrund eingeschränkter Parkmöglichkeiten vor Ort bietet das Theater Rudolstadt einen kostenfreien Busshuttle ab Busbahnhof Rudolstadt an. Er fährt jeweils 75 Minuten und 45 Minuten vor Beginn der Veranstaltung und im Anschluss wieder zurück. Ein gastronomisches Angebot hält „MeatwerQ“ bereit.

Foto: Anke Neugebauer


Theaterfestival PHOENIX 2.0 in Erfurt

Fünf Gastspiele und eine Eigenproduktion sowie Konferenz- und Workshopangebot vom 5. bis 10. Juli

Das Theaterangebot wird im zweiten Jahr des Festivals deutlich erhöht. So finden in diesem Jahr fünf Gastspiele und eine Eigenproduktion statt. Die “Publikumsbeschimpfung” von Peter Handke wird von Jakob Arnold, neben Anica Happich einer der beiden Festivalleiter*innen, zur Premiere gebracht und für weitere Vorstellungen in den Spielplan der STUDIO.BOX übernommen.
Eine Konferenz eröffnet die Festivalwoche am 5. Juli und beschäftigt sich mit Zukunftsfragen der Darstellenden Künste. Nicola Bramkamp, ehemalige Schauspieldirektorin des Theaters Bonn und Vorsitzende des Vereins save the world e.V., Alina Gause, Psychologin, Künstler*innenberaterin und designierte Intendantin vom Theater im Palais Berlin sowie Wolfgang M. Schmitt, Autor des Buches “Influencer-Ideologie der Werbekörper” und erfolgreicher Youtuber, beginnen die Konferenz am KulturQuartier Schauspielhaus mit wichtigen Impulsen und einem anschließenden Q&A.
Ein umfangreiches Workshop- und Weiterbildungsprogramm begleitet das gesamte Festival. Hier möchte PHOENIX dem Theaterstandort Thüringen ein Angebot machen und junge Akteur*innen im Bereich der Darstellenden Künste mit Branchenwissen versorgen. Dieses reicht von Altersvorsorge bis hin zur Karriereplanung und steht auch Interessierten offen.
PHOENIX konnte in diesem Jahr mit einer Kunstaktion des bildenden Künstlers Simon Hegenberg dem eigenen Verständnis eines interdisziplinären Ansatzes Rechnung tragen. In einer Fotokampagne mit dem Namen “Eine neue Zeit musst du erst kommen lassen” wurde eine künstlerische Begegnung mit Erfurter*innen und der Stadt unternommen. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden als Plakate, Postkarten und weiteren Medien das Festival in der Außendarstellung präsentieren. - Das Team freut sich auf die Begegnung mit dem Publikum und die inhaltliche Erweiterung des Festivals.

Tickets ab sofort unter: https://phoenixfestival.de


DomStufen-Festspiele in Erfurt zeigen Verdis "Nabucco"

Domstufen-Festspiele Erfurt 2022

Die DomStufen-Festspiele in Erfurt sind aus dem Veranstaltungskalender der Thüringischen Landeshauptstadt nicht mehr wegzudenken. Jeden Sommer verwandelt das Theater Erfurt die 70 Stufen der historischen Kulisse aus Dom und Severikirche in eine opulente Opern- oder Musicalbühne und hat damit bisher hunderttausende Besucher erreicht. In diesem Sommer steht Giuseppe Verdis Oper "Nabucco" auf dem Programm:

Während der babylonische König Nabucco (Nebukadnezar) das Volk der Israeliten unterwirft, ihren Tempel zerstört und sich selbst zum Gott erheben will, versucht seine von Ehrgeiz, Eifersucht und Hass zerfressene, adoptierte Tochter Abigaille ihre Schwester Fenena aus dem Weg zu räumen und dadurch sowohl den Thron ihres Vaters als auch die Liebe des mit der Schwester verbandelten Hebräers Ismaele für sich zu gewinnen.

Basierend auf einer Episode aus dem Alten Testament erschuf Giuseppe Verdi mit der Oper Nabucco einen Welterfolg. Auf meisterhafte Weise gelang es dem Komponisten hiermit einem unterdrückten Volk bzw. einer Religionsgemeinschaft in Form seiner Opernchöre eine Stimme zu verleihen und ihren Hoffnungen und ihrem Aufbegehren in effektvollen Tableaus Ausdruck zu geben. Unter freiem Himmel entfaltet diese Oper voll großer, hochemotionaler Chornummern religiöse und politische Konflikte ebenso wie das Leid der Unterdrückten und die gewissenlose Machtgier einzelner.

Premiere: 15. Juli, 20.30 Uhr (ausverkauft)

Weitere Vorstellungen: 16. Juli – 7. August

https://www.domstufen-festspiele.de/Domstufen

In Kooperation mit dem Katholischen Forum:

Vortrag Schuld, Sünde und Vergebung
Mittwoch, 20. Juli | 18.30 Uhr | Brunnenkirche Erfurt (Fischersand 24, Erfurt)
Referentin: Prof. Dr. Julia Knop (Professorin für Dogmatik, Universität Erfurt)

Vortrag Fundamentalisten sind immer die anderen
Mittwoch, 27. Juli | 18.30 Uhr | Bildungsstätte St. Martin (Farbengasse 2, Erfurt)
Referent: Prof. Dr. Joachim Valentin (Direktor des Katholischen Zentrums „Haus am Dom“, Frankfurt am Main)

Vortrag Nabucco aus jüdischer Sicht
Mittwoch, 3. August | 18.30 Uhr | Kleine Synagoge Erfurt (An der Stadtmünze 4, Erfurt)
Referent: Rabbiner Andrew Steiman (Frankfurt/Main)

Foto: Theater Erfurt / www.domstufen-festspiele.de


Savoir-vivre im Theaterhof in Plauen

Molière-Komödie "Der Geizige"
Der Geizige Vogtlandtheater Plauen

Zum Abschluss seiner letzten Spielzeit inszeniert der scheidende Generalintendant Roland May ein besonderes Sommer-Open-Air für das Plauener Publikum. Mit Molières Der Geizige zeigt sein neunköpfiges Schauspielensemble eine ausgelassene Komödie über das liebe Geld, misstrauische Verwandtschaft und heimliche Liebe. Das passende Ambiente bietet der Hof des Vogtlandtheaters, der nun als Kulisse einer temporären Bühne dient. Erdacht und gestaltet von Bühnen- und Kostümbildner Fabian Gold darf sich das Publikum hier auf eine einzigartige Optik freuen.

In der Hauptrolle ist Andreas Torwesten letztmalig am Theater Plauen-Zwickau zu erleben. Als reicher Harpagon macht er seinen Kindern Élise und Cléante, gespielt von Julia Hell und Marcel Kaiser, das Leben schwer. Sein Misstrauen gegenüber seiner eigenen Familie ist so groß, dass er sein Geld in einer Kassette im Garten vergräbt. In Gedanken immer bei seinem geliebten Geld, entgeht ihm sogar, dass sich sein Angestellter Valère (Philip Andriotis) und Élise ineinander verliebt haben. Der Geizige allerdings hat die Tochter bereits dem vermögenden Greis Anselme (Michael Schramm) versprochen, da dieser für die Eheschließung keine Mitgift verlangt. Cléante hat sein Herz an Mariane (Johanna Franke) verloren, weiß aber nicht, dass sein Vater Harpagon plant, eben dieser einen Antrag zu machen. Unterstützt von seinem Diener la Flèche (Friedrich Steinlein) sucht Cléante nun dringend einen Kreditgeber, um sich endlich von seinem Vater zu lösen. Das Chaos nimmt seinen Lauf, als die Heiratsvermittlerin Frosine (Else Hennig) ins Spiel kommt und die geliebte Geldkassette aus ihrem Versteck entwendet wird. Letztmals präsentieren sich auch Else Hennig und Marcel Kaiser vor ihrem Publikum in Plauen.

Theaterhof Vogtlandtheater

Karten gibt es an der Theaterkasse, telefonisch unter [0375] 27 411-4647 / -4648, per Mail Uservice-zwickau@theater-plauen-zwickau.deU und online.

Vorstellungen  8. / 9. / 10. / 15. / 16. und 17. Juli, jeweils 21 Uhr

Foto: Kathrin Raedel


Der Liebestrank (L’elisir d’amore) im Parktheater Plauen

Musik von Gaetano Donizetti - Libretto von Felice Romani - in deutscher Sprache - ab 12 Jahren

Der schüchterne Bauer Nemorino liebt die Gutsherrin Adina. Doch Adina liebt nur ihre Freiheit. Auch den schnöselhaften Offizier Belcore lässt sie abblitzen. Die Sage Tristan und Isolde bringt Nemorino auf die Idee, seine letzten Groschen in einen Liebestrank des Quacksalbers Dulcamara zu investieren. Doch dieser verkauft ihm nichts anderes als Landwein und Nemorino muss kräftig nachschenken, bis er seine erotische Anziehungskraft auf die Frauen verspürt. Adina ist über den plötzlichen Übermut ihres Verehrers verärgert und verlobt sich aus Trotz mit Belcore.

Gaetano Donizettis 37. Oper ist ein Remake von Eugène Scribes und Daniel François Aubers auch in Mailand erfolgreicher Opéra comique Le Philtre. Donizetti und Romani formten daraus einen spritzigen Kosmos italienischen Dorflebens nach Goldonis Vorbild. Donizetti gelingt die Balance zwischen unerschöpflichen, ungestümen Melodieeinfällen und klug ausgefeilter Handlungsführung. Dabei stellt er seine Charaktere und ihre Gefühlsschwankungen nie satirisch bloß, sondern schafft mit seiner Musik, wie in Nemorinos berühmter Romanze Una furtiva lagrima, Menschen aus Fleisch und Blut.

Do. 14. Juli / Fr. 15. Juli / Sa. 16. Juli - 20:00 Uhr
So. 17. Juli - 18:00 Uhr


Sherlock Holmes Klassiker im Naumburger Sommertheater

Naumburg Sommertheater 2022

Mit einem Sherlock-Holmes-Klassiker wartet das Sommertheater am Theater Naumburg auf. Martin Pfaff inszeniert mit dem Marientor in der optimalen Kulisse für die düsteren Spielplätze des weltberühmten Krimis.
Der Detektiv Sherlock Holmes ist gemeinsam mit seinem treuen Gefährten Dr. Watson dem „Hund der Baskervilles“ auf der Spur. Ist es wirklich ein Höllenhund, der im Devonshire Moor seine grausamen Verbrechen verübt, oder stecken doch eher menschliche Intrigen hinter den Todesfällen? Und warum benehmen sich alle so überaus verdächtig? Zu allem Überfluss treibt sich auch noch der entflohene Dartmoor-Schlitzer in der Gegend herum, der Holmes blutige Rache geschworen hat.
In knapp 40 liebevoll verschrobenen Rollen, die von nur fünf Darstellern gespielt werden, wird die Theaterversion von Autor Ken Ludwig zur Komödie! Das Publikum darf sich freuen auf Slapstick, Melodram, Wortwitz, Spannung und viel Musik.

SCHAUSPIEL: Selena Bakalios / Antonio Gerolamo Fancellu / Pia Koch / Ireneusz Rosinski / Jörg Vogel
REGIE & AUSSTATTUNG: Martin Pfaff

Vorstellungen: 30. Juni sowie 1./2./3./7./8./10./14./15./16. Juli, jeweils 20.30 Uhr

Foto: Torsten Biel


Im Liebhabertheater Schloss Kochberg

Liebhabertheater Schloss Kochberg

Umgeben von einem bezaubernden Landschaftspark ist das liebevoll restaurierte Liebhabertheater Schloss Kochberg – Theater an der Klassik Stiftung Weimar mit seinen 75 Plätzen für seine einzigartige intime Atmosphäre bekannt. Im authentischen Theater der Goethezeit sind Werke des 18. und frühen 19. Jahrhunderts in Oper, Schauspiel und Konzert entsprechend der historischen Aufführungspraxis ihrer Entstehungszeit zu erleben, sodass Ort, Werk und Aufführung ein Gesamtkunstwerk bilden. Bis zum 24. September widmet sich diese Schaubühne der Klassik Stiftung Weimar mit Opern- und Schauspielaufführungen sowie Konzerten dem Thema „Theater!“.

Nach der überaus erfolgreichen Premiere der aktuellen Produktion von Goethes Lieblings-opera-buffa „Die Theatralischen Abentheuer“ mit der lautten company BERLIN folgen am 25./26. Juni zwei weitere Vorstellungen. Nach jahrelanger Forschung wurde Goethes verschollene Version dieser Opernsatire von Domenico Cimarosa wieder auf der Bühne zum Leben erweckt. Da die Platzkapazitäten im historischen Liebhaber begrenzt sind, sollten rechtzeitig Karten reserviert werden.

Als Goethe 1788 von seiner italienischen Reise zurückkehrte, hatte er von dem erfolgreichen Komponisten Domenico Cimarosa eine Oper im Gepäck. Liebe, Intrigen, peinliche und amüsante Verfehlungen – Goethe muss seine helle Freude am selbstbezüglichen Satirestoff entdeckt haben, als er 1787 in Rom eine Aufführung von „L’impresario in angustie“ besuchte. Wieder in Weimar, übersetzte Goethe selbst das Libretto des „L’impresario“ von Giuseppe Maria Diodati und schuf als frisch gebackener Theaterdirektor eine eigene deutsche Fassung mit dem Titel „Die Theatralischen Abentheuer“, der er weitere Arien von verschiedenen Komponisten hinzufügte. Mit der Uraufführung am 24. Oktober 1791 am wenige Monate zuvor eröffneten Weimarer Hoftheater begann der Siegeszug dieser Oper durch die deutschen Bühnen. - Bis einschließlich 24. September sind während des Sommerfestivals des Liebhabertheaters Schloss Kochberg zahlreiche weitere Opern- und Schauspielaufführungen sowie Konzerte
geplant.

Kartenreservierung per E-Mail theaterkasse@liebhabertheater.com, täglich außer Di. 10–18 Uhr an der Museumskasse Schloss Kochberg, Tel. 036743-22532

Foto: Maik Schuck


Alle Zeit der Welt

Neue Inszenierung des Landschaftstheaters SandsteinSpiele

Klimawandel, Corona-Pandemie und Krieg inmitten von Europa – eine Katastrophe scheint die nächste zu jagen und jede Minute blinkt eine neue Nachricht auf den Tickern und Smartphone-Apps auf. In all dem Gewusel und betäubenden Medienlärm geht uns beinahe etwas verloren, das wir zu Anfang der Corona-Pandemie unerwarteter Weise im Überfluss hatten: Zeit. In Überfülle gibt es sie noch in einem kleinen Ort inmitten der Sächsischen Schweiz. Hier gibt es so viel davon, dass die Mitglieder des Ensembles der SandsteinSpiele mit ihrer neuen Inszenierung sogar buchstäblich „in Zeit baden“. Premiere ist am 2. Juli, danach folgen elf weitere Auftrittstermine.

Einmal im Jahr ist es so weit: Das Team des Landschaftstheaters überrascht seine Zuschauer mit ausgefallenen Bühnenstücken und farbenreichen Kostümen. Gemeinsam schaffen die Aktiven inmitten des Elbsandsteingebirges ein kulturelles Highlight, auf das sich Gäste aus Nah und Fern freuen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Theater auf einer festen Bühne sorgen in diesem Landschaftstheater die Felsformationen und Tafelberge der Sächsischen Schweiz für den beeindruckenden Hintergrund. Unverzichtbarer Bestandteil der Kulisse ist dabei die Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna mit ihren Ortsteilen.

Gemeinsam mit Regisseurin Alexandra Wilke präsentieren die SandsteinSpiele mit „In Zeit baden“ eine kurzweilige Uraufführung mit vielen Liedern und schönen Menschen. In einem erquickenden Forscher-Pano(d)rama erforschen sie die Schönheit des Moments in Geh-Zeiten des reflektierten Wahnsinns. Im Mittelpunkt des Stückes geht es um den Zeitforscher Trenner, dessen wichtigster Rohstoff die Zeit selbst ist. Er geht den dringenden Fragen nach, wie es wohl möglich wäre, einen schönen Moment zu fassen, ohne ihn zu verschrecken und einen anderen schönen Moment zu teilen, ohne ihm dabei weh zu tun. In seinem Forschungsdrang paktiert er mit dem immer etwas geschmacklos gekleideten Zeitgeist. Eine verrückte Odyssee durch verschiedene Zeitzonen beginnt, in denen viele, auch schreckliche und laute, traurige und verschwurbelte Momente wohnen, die sich dann in einem paradiesischen Ferienlager für Momente wiedertreffen. Zum Glück ist die Hauptfigur Trenner nie allein und findet immer wieder zurück, zum gar nicht mal so unschönen Hier und Jetzt.

www.sandsteinspiele.de


Gogols "Revisor" in Meiningen

In einer russischen Kleinstadt greift die Angst um sich: Der Besuch eines Revisors ist angekündigt, der die Einwohner genau unter die Lupe nehmen wird. Dem Stadthauptmann schwant Böses, hat er doch selbst einiges zu verbergen. Der gerade im Hotel abgestiegene Chlestakow, ein mittelloser Beamter auf Durchreise, wird fälschlicherweise für den gefürchteten Revisor gehalten. Chlestakow wird sofort vom Stadthauptmann umgarnt, sogar in dessen Haus eingeladen. Den Warnungen seines Dieners Ossip zum Trotz, geht Chlestakow in seiner Rolle als Revisor auf und lässt sich von den Honoratioren der Stadt mit Geschenken und Geld überhäufen, denn alle hoffen darauf, seinem kritischen Blick zu entgehen. Die Frau des Stadthauptmanns hat, wie auch ihre Tochter, ein Auge auf den „hohen Beamten“ geworfen und alsbald steht auch das Wort Heirat im Raum. Doch die Geschichte nimmt für alle eine höchst überraschende Wendung!

Gogols Komödie von 1835 ist ebenso witzig wie bösartig und zeigt ein großartiges Sittenbild einer provinziellen Kleinstadt. John von Düffels Fassung holt das Stück auf überzeugende Weise in die Gegenwart und lässt den Assoziationen zu heutigen Schaumschlägern freien Lauf.

Regie: Ronny Miersch; Bühne, Kostüme: Christian Rinke; Dramaturgie: Olaf Roth; Mit: Yannick Fischer, Leo Goldberg, Miguel Abrantes Ostrowski, Christine Zart, Miriam Haltmeier, Vivian Frey, Jan Wenglarz

Vorstellungen: 9. und 13. Juli, Staatstheater Meiningen, Kammerspiele


Familienspaß für Groß und Klein in Gera: HONK!

Musical-Komödie frei nach Hans Christian Andersen
Musical HONK! Theater Gera

Basierend auf Hans Christian Andersens Märchen vom hässlichen Entlein, das sich in einen stolzen Schwan verwandelt, feiert die Musical-Komödie von Anthony Drewe (Text) und George Stiles (Musik) weltweite Erfolge. Nun ist „HONK!“ in der Bühne am Park Gera zu erleben. Chordirektor Alexandros Diamantis und Regisseur Ronny Ristok haben das Stück liebevoll und mit witzigen Ideen mit Kindern und Jugendlichen aus Gera und Umgebung inszeniert. Das Musical erzählt von Toleranz gegenüber Außenseitern, Akzeptanz von Personen, die sich in irgendeiner Weise von der Gruppe abheben, vor allem aber von einem großen Abenteuer und der Bedeutung von Freundschaft. Mit einer Mischung aus Tanz, mitreißenden Songs und witzigen Dialogen bietet die Aufführung beste Unterhaltung für Groß und Klein.

Und das passiert: Eine Entenfamilie lebt auf einem Bauernhof und wartet gespannt auf das Schlüpfen ihrer Küken. Aus den Eiern befreien sich wunderschöne gelbe Entlein. Aber das letzte Ei braucht ungewöhnlich lange. Es ist auch viel größer als die Eierschalen seiner Geschwister waren. Mit einem lauten „Honk!“ entsteigt daraus nach ein paar Tagen ein graues, scheinbar hässliches Entlein. Es sieht so anders aus und verhält sich so tollpatschig, dass seine Geschwister nicht mit ihm spielen wollen. Schlimmer noch: Das angeblich hässliche Entlein wird verspottet, ausgelacht und ausgegrenzt. In seiner Einsamkeit sucht es eine Freundschaft mit dem Kater, doch dieser hat nichts Freundliches im Sinn. Das Entlein schafft es, aus den Klauen des Katers zu entfliehen, doch es verläuft sich dabei und trifft so auf allerlei eigentümliche Wesen.

Bühne und Kostüme entwirft Mathias Rümmler. In den Rollen spielen Emma Kosmanek als Honk, Olivia Warburton als Ida, Johannes Beck als Erwin/Krötenfrosch, Moe Franzen als Kater, Emely Harteis als Moni Moorhuhn/Stummel, Meeri Einax als Truthahn/Prinzesschen, Amelie Schünemann als Henriette/Sissy, Ella Klüger als Grazia/Ringel, Paula Wiechmann als Graufuß, Emma-Lena Ruhmland als Pünktchen, Josefine Preuschoff als Rotfuß, Lilo Tittel als Flocke, Josefine Weiß als Grünschnabel, Anna-Maria von Saß als Plattfuß, Emma Berlin als Bürzel, Emma Eilert als Watschel/Froschkind, Ronja Weese als Daune/Froschkind, Johanna Kurzke als Schnäbelchen/Froschkind und Heidi Habenicht als Flausch/Froschkind.

Vorstellungen: Sa 9. Juli · 16:00 / Sa 16. Juli · 16:00

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg) sowie online unter www.theater-altenburg-gera.de

Foto (auch Startseite, links oben): Catharina Jacobi


„Monty Python’s Spamalot“ in Gera

Monty Python's Spamalot Theater Altenburg Gera

Monty Pythons anarchistischer Humor ist legendär. Die britische Komikergruppe sorgte in den 70er-Jahren mit ihrer TV-Sendung „Monty Python’s Flying Circus“ für ohrenbetäubendes Gelächter in ganz Europa. Das preisgekrönte Musical „Spamalot“ nach dem britischen Kult-Film „Die Ritter der Kokosnuss“ (1975) setzt die Tradition des schrillen Humors made in the UK fort. Produktionen in New York, Las Vegas und London machten das Musical zum Welterfolg. Nicht zu vergessen sind die vierzehn Tony-Award-Nominierungen, die das Stück unter anderem in der Kategorie Bestes Musical auszeichneten. Das Spektakel aus Eric Idles Feder ist im Theaterzelt Altenburg zu erleben.  Dabei wird das Publikum auf eine sagenhafte wie aberwitzige Heldenreise entführt, die Politik, Religion und Zeitverschiebungen gnadenlos auf die Schippe nimmt.

Die Handlung ist, wie soll man es von einem Monty Python Musical anders erwarten, etwas absurd. Ort und Zeit sind das mittelalterliche England von 932 nach Christus. Franzosen und Angelsachsen streiten um die Herrschaft und Artus wird von einer mysteriösen Fee zur Einigung des Landes als König gekürt. Zunächst gilt es, die berühmte Tafelrunde zu rekrutieren, was sich als wesentlich komplizierter gestaltet als gedacht. Als Artus’ bunt zusammengewürfelte Gurkentruppe endlich in Camelot eintrifft, erhält sie von Gott höchst persönlich den Auftrag, den heiligen Gral zu finden. Und so stolpern die nicht ganz so edlen Ritter planlos in eine Kette skurriler Abenteuer auf der Suche nach Gottes verbummeltem Becher und begegnen dabei fliegenden Kühen, schwarzen Rittern, Jungfern in Nöten, hölzernen Hasen und streitlustigen Franzosen.

Unter der Regie von Schauspieldirektor Manuel Kressin und der musikalischen Leitung von Olav Kröger werfen sich das Schauspielensemble, der Opernchor, das Philharmonische Orchester Altenburg Gera und die Eleven des Thüringer Staatsballetts ins Abenteuer. Kostüm- und Bühnenbild gestalten Emilia Schmucker und Kristopher Kempf, die Choreografien Paul Julius und Videos Mike Langer. Als Solisten spielen Markus Lingstädt als König Artus, Michaela Dazian als Fee aus dem See sowie Mario Radosin, Robert Herrmanns, Sebastian Schlicht, Thorsten Dara, Bruno Beeke und Manuel Struffolino in zahlreichen Rollen.

Großes Haus Gera: So. 10. Juli · 14:30 / So. 17. Juli · 18:00 Uhr

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg), online unter www.theater-altenburg-gera.de

Foto: Ronny Ristok


Fesselnde Klänge: Lohengrin

Staatstheater Meiningen präsentiert am 10. Juli die Romantische Oper von Richard Wagner

Bereits in ihren Träumen schwärmte Elsa für den Schwanenritter: einen mysteriösen Helden, der sie gegen die falschen Vorwürfe Telramunds und Ortruds verteidigt und das ganze Volk von Brabant befreit. Als deus ex machina erscheint der Erlöser im richtigen Moment und Elsa ist gerettet. Doch selbst der erhabenste Ritterakt ist nicht bedingungslos: Elsa darf ihn nie nach seiner Identität fragen.

„Es fiel mir schwer, mich von Deinem ‚Lohengrin‘ zu trennen. Je mehr ich in die Konzeption und die meisterliche Durchführung eingedrungen bin, umso höher stieg meine Begeisterung für dieses außerordentliche Werk” schrieb Franz Liszt an Richard Wagner, der sich während der Uraufführung seiner Oper im Schweizer Exil befand. Die in Weimar 1850 unter Liszt selbst uraufgeführte Oper hatte eine Vielzahl von literarischen Texten und deutschen Sagen als Vorlage und wurde seitdem in verschiedenster Weise interpretiert. Doch über den mythologischen Hintergrund und die darauffolgende Rezeptionsgeschichte hinaus schuf Wagner eine fesselnde Klanglandschaft von hinreißender Schönheit und Komplexität. „Lohengrin“ markiert somit den Übergang im Schaffen des Komponisten von der romantischen Oper zur Welt des Musikdramas. Die Musikalische Leitung hat GMD Philippe Bach.


Blick auf die Spielzeit 2022/23 im Theater Plauen-Zwickau

Von Torsten Piontkowski
Theater Plauen Zwickau Zuschauerraum
Hier erregt sich was

Mit diesem durchaus doppeldeutig gemeinten Motto begibt sich das Ensemble des Theaters Plauen-Zwickau in die neue Spielzeit. Und da heißt es auch nicht „alles neu macht der May“, denn der bisherige Generalintendant Roland May übergibt den Staffelstab an seinen Nachfolger Dirk Löschner.

Plauen/Zwickau. „Wonach könnte die Seele des Theaterbesuchers dürsten“, habe man sich bei der Programmplanung gefragt, so Dirk Löschner, dessen letzter Arbeitsplatz sich im „hohen Norden“, am Theater Vorpommern, befand. Von da brachte er auch den neuen Operndirektor Horst Kupich mit, der in gleicher Funktion und als sein Vize in Vorpommern tätig war. Im Theaterbereich ist es übrigens nicht unüblich, dass neue Intendanten ihnen Vertraute mitbringen.

Und in der Tat verkündeten Löschner und die Spartenleiter einige Neuigkeiten, deren Fülle auch dazu betrugen, dass das obligatorische Pressegespräch zum Spielzeitauftakt doppelt so lang ausfiel als bislang üblich. Um das selbst apostrophierte Ziel „Vielfalt, künstlerischen Anspruch und Relevanz“ in breiter Front anzugehen, wurde sogar eine neue Sparte ins Leben gerufen: JUPZ! Das „Junge Theater Plauen Zwickau“ wendet sich – wie der Name vermuten lässt – an Kinder und Jugendliche. So personell minimalistisch das aus Brian Völkner und Steffi Liedtke bestehende Team, so künstlerisch ambitioniert ihr Angebot für die neue Spielzeit.  „Frühlings Erwachen“ von Wedekind wird in die Neuzeit geholt, um die „Gefangenschaft“ im Netz geht es in einem Klassenzimmerstück. Und auch hier gilt nomen est omen, denn die Akteure begeben sich tatsächlich vor Ort u ihrem jungen Publikum. Als Weihnachtsmärchen wird in diesem Jahr „Die unendliche Geschichte“ geboten, und mit „Pin Kaiser und Fip Husar“ wagt sich Regisseurin Teresa Reiber sogar an eine Kinderoper für Steppkes ab vier Jahren.

Ausgetretene Pfade werden auch im Musiktheater verlassen. Für das lyrische Märchen „Rusalka“ in tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln wurde eigens ein Sprachcoach engagiert, um die Sprachmelodie von Dvoraks Werk zu erhalten. Mit „The Addams Family“, das allein am Silvesterabend zwei Mal gespielt wird, will das Ensemble seinem Faible für Musicals Ausdruck verleihen. Löschner avisierte, dem Genre künftig mehr Beachtung zu widmen. Das große Hauen und Stechen wird dann im Sommertheater geboten. Musikdirektor und Regisseur Horst Kupich verspricht mit „Artus – Excalibur“ nicht nur große Kampfszenen, sondern gar ein „Game of Thrones“ für Sachsen.

In „Claras gute Stuben“ lädt künftig eine Kammermusik-Reihe ein, während derer auch die bislang eher unbekannten Facetten der Frau an Schumanns Seite beleuchtet werden. Als Nachfolger des Publikumslieblings Sebastian Seitz wird sich der schwedische Bariton Arvid Fagerfjäll in die Herzen des Publikums singen. Um Verwechslungen mit dem Programm der Vogtland Philharmonie zu vermeiden werde man künftig die Sinfoniekonzerte als Philharmonische Konzerte ankündigen, informierte GMD Leo Siberski, der sein Faible für Musical und Crossover bekräftigte. Als „Artist of Residence“, also als Künstler, der mehrere mehrere Konzerte begleitet, agiert in der nächsten Spielzeit der Violoncellist Wassily Gerassimez, nachdem man in der vergangenen Spielzeit mit Frank Dupre für große Resonanz gesorgt hatte. Ebenfalls neu: Ein bestimmtes Ticket-Kontingent werde für Mitarbeiter in Pflegeberufen bereitgestellt.

„Wer sind wir, wie hätten wir gern gelebt, was wollen wir erreichen“ - diese immer wiederkehrenden Fragen spiegeln sich in den Ballettpremieren wider, die der neue Spartenleiter Sergei Vanaev, einst Solist am legendären Bolschoi-Theater, zu verantworten hat. In seiner Choreografie darf sich das Publikum auf „Don Quichotte“, „Schwanensee“ und „Masken“ freuen.

Nicht  minder ambitioniert die Sparte Schauspiel, der Löschner selbst als Direktor vorsteht. Ins Paris der 40er Jahre und einem Treffen zwischen Marlene Dietrich und Ernest Hemingway entführt „The Kraut“. Für das Musical von Sting „Das letzte Schiff“ wird nicht nur das gesamte Ensemble benötigt, sondern auch noch Akteure der Tanzakademie Delitzsch. Als eine Reminiszenz an die Eröffnung des Vogtlandtheaters 1898, als ebenjenes Stück auf dem Spielplan stand, versteht sich „Die Jungfrau von Orleans“, und Premiere auf der idyllisch gelegenen Burg Schönfels bei Zwickau erlebt „Mirandolina“, wo der scheidende Generalintendant Regie führt.

Als ebenfalls neues Format gehen die Monodramen an den Start: Zwei Stücke mit jeweils zwei Darstellern an einem Abend. Zum Abschluss am 13. Mai nächsten Jahres wird es ein Monodramen-Festival mit allen sechs Stücken an einem Abend geben.

Und schließlich geht der neue „General“ gewissermaßen noch ans Eingemachte. Die Websites mancher Theater erinnerten ihn an die von Ordnungsämtern, meint Löschner und gab ein neues Corporate Design in Auftrag. Die Hauptrolle spielen, so viel sei verraten, drei lustige „a“, die sich in sprichwörtlich kreativer Form durch alle Verlautbarungen de Theaters ziehen.

Schlussendlich verwies Geschäftsführerin Sandra Kaiser auf eine Tatsache, die keiner Neuerung unterworfen ist: Die Ticketpreise werden nicht erhöht, mehr noch, mit einem Jugend-Wahlabo, genannt „Six Pack“, können Jugendliche sechs Stücke ihrer Wahl besuchen. - Wonach die Seele des Theaterbesuchers dürsten könnte, scheinen die „Anbieter“ jedenfalls gut erkannt zu haben.

Alle Premieren- und sonstigen Termine der einzelnen Sparten unter

www.theater-plauen-zwickau.de

Foto: Pressefoto Theater Plauen-Zwickau, Zuschauerraum

 

 


Vorverkauf für Saison 2022/2023 am Staatstheater Meiningen

Staatstheater Meiningen

Am Staatstheater Meiningen hat der Vorverkauf für die Spielzeit 2022/2023 begonnen.
Auch in der nächsten Saison präsentiert das Staatstheater wieder ein volles Programm, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei ist. Im Musiktheater stehen neben den großen Werken der Opernliteratur wie Korngolds „Die tote Stadt“, Rossinis „Barbier von Sevilla“ und Strauss‘ „Salome“ wieder eine Rarität und ein Musical auf dem Programm. Mit Bizets „Ivan IV“ präsentiert das Staatstheater sogar eine szenische Uraufführung der fünf aktigen Fassung. Als Musical wird „Der Graf von Monte Christo“ zu sehen sein, geschrieben von einem der erfolgreichsten Musicalkomponisten der Gegenwart: Frank Wildhorn. Komplettiert wird der Spielplan durch eine szenische Interpretation von Georg Friedrich Händels „Messias“.
Auch im Schauspiel stehen sich Erstaufführungen und große Klassiker der Theaterliteratur gegenüber. Das Schauspiel eröffnet so seine Spielzeit mit der deutschsprachigen Erstaufführung „Ladies Football Club“ – einem fantastischen Stück über die Ursprünge des professionellen Frauenfußballs. Daneben stehen Klassiker wie Shakespeares „Was ihr wollt“, Schillers „Maria Stuart“ oder Molières „Der Menschenfeind“ auf dem Programm. Mit den zwei Uraufführungen „Guldenberg“, nach Christoph Hein, und „Alte Sorgen“ wagt sich das Schauspiel darüber hinaus an tagesaktuelle Fragen unserer Gesellschaft. Für die Liebhaber:innen des Balletts stehen zwei Klassiker der Ballettliteratur auf dem Spielplan: Neben Tschaikowskys „Der Nussknacker“ wird Adolphe Adams „Giselle“ zur Aufführung kommen. Daneben wird die choreographische Interpretation von Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ endlich in Meiningen zu sehen sein.
Die neue Sparte Junges Staatstheater startet in ihre nunmehr zweite Spielzeit. In der kommenden Saison wird es mit der ersten Kooperation von Jungem Theater, Junger Musik und dem Puppentheater, „Alice im Wunderland“, ein verrücktes und buntes Bühnenspektakel geben. Daneben bietet der Spielplan ein buntes und vielfältiges Angebot für Groß und Klein. Zur Aufführung kommen u.a. Werke wie „An der Arche um Acht“, „Der Junge, der einen Wald pflanzte“ oder „Der Karneval der Tiere“.
Die Konzerte der Meininger Hofkapelle werden wieder die gesamte Bandbreite musikalischer Stile repräsentieren: von der Klassik über die opulent besetzte Romantik bis hin zum Jazz und der Musik unserer Zeit. Insgesamt sind 8 Sinfoniekonzerte geplant sowie ein reichhaltiges und vielfältiges Angebot in weiteren Konzertformaten.
Ein Highlight dürfte außerdem das große Open-Air-Konzert in Oberhof, auf der Schanzenanlage im Kanzlersgrund sein.
Karten gibt es wie gewohnt im Internet und an der Theaterkasse im Foyer der Kammerspiele.

Foto: Marie Liebig