Theater

Experiment des Begehrens

DNT Weimar vollendet mit einer semiszenischen Produktion von Mozarts „Così fan tutte“ seinen Da Ponte-Zyklus

Monogamie – kann das funktionieren? Ist Treue nur ein märchenhafter Begriff für alle, die es nicht besser wissen? Für den angegrauten Philosophen Don Alfonso in Mozarts Oper „Così fan tutte“ steht jedenfalls fest: die ›Frauen‹ sind untreu, ohne Zweifel und ausnahmslos. Mit seiner scharfen These provoziert er zwei Soldaten, die sich – in ihrer Ehre gekränkt – auf eine Wette einlassen: Innerhalb eines Tages soll am Beispiel ihrer eigenen Beziehungen der Beweis für die Theorie erbracht werden. Auf dem Spiel steht eine ordentliche Summe Geld. Was folgt ist eine von Don Alfonso inszenierte Versuchsanordnung, die zur Operation am offenen Herzen wird. Unter dem Vorwand in den Krieg zu ziehen, verlassen die Männer ihre Verlobten Fiordiligi und Dorabella und kehren als Fremde verkleidet zurück. Spätestens als sie ihre Verführungskünste auf die Frau des jeweils anderen anwenden, stellt sich die Frage, wer eigentlich wen betrügt. 

Nach der „Hochzeit des Figaro“ und „Don Giovanni“ entwarfen Mozart und sein kongenialer Librettist Da Ponte in ihrer dritten gemeinsamen Arbeit erneut ein gewieftes Tableau. Eingebettet in überragende Ensemblemusik, in der jede Seelenregung meisterhaft und mit tiefsinnigem Witz ausgeleuchtet wird, entfaltet sich ein Experiment des Begehrens. Regisseurin Nina Gühlstorff und ihr Team lassen es im konzertanten Setting beginnen, in das nach und nach die Szene hereinbricht und die vermeintliche Normalität in Frage stellt. Mit der semiszenischen Produktion von „Così fan tutte“, die am 12. Januar 2019 unter der Leitung von Generalmusikdirektor Kirill Karabits im Großen Haus Premiere feiert, hat das DNT Weimar nun alle Da Ponte-Opern Mozarts wieder im Repertoire. Zu Ostern am 20., 21. und 22.4. sowie am 13., 14. und 15.6.2019 sind diese auch an drei Tagen hintereinander zu erleben. Mozart-Spezial: Beim Kauf aller Vorstellungen des jeweiligen Zyklus spart man 30 % gegenüber dem regulären Kartenpreis.

Foto: Candy Welz

 


Schwarzwaldmädel in Meiningen

Die beliebte Operette „Schwarzwaldmädel” spielt in einem reichen, alemannischen Schwarzwalddorf, das immer mehr Touristen anzieht. Der Organist der Dorfkirche, ein älterer Herr, hat sich in das junge Dienstmädchen Bärbele verliebt. Als zwei Fremde ins Dorf kommen, sieht er bald, dass sie keine normalen Besucher sind, sondern auf der Flucht hier strandeten. Das Libretto beschreibt die Probleme von Ausgrenzung aufgrund von Armut und Herkunft. Es verwebt diese Motive in eine turbulente Liebesgeschichte rund um die Frage: Was ist gesellschaftlich inakzeptabler – die Liebe zwischen einem jungen Mädchen und einem alten Mann oder die Liebe zwischen einem einheimischen Mädchen und einem Fremden auf der Flucht? Diese Problematik löst sich erst, nachdem die Geschichte am Ende durch das Wunder einer unerwarteten Erbschaft Gleichheit in der Gesellschaft herstellt. - Die Operette „Schwarzwaldmädel” steht in der Tradition der großen Liebesoperetten des 19. Jahrhunderts. Jessel erweist sich in diesem Singspiel als Komponist von Rang, als Könner, der mit Fantasie und Geschmack liebenswerte Melodien schafft, die in der Opernwelt als Ohrwürmer gelten. - Der Berliner Regisseur Tobias Rott inszenierte in Meiningen schon Erfolgskomödien wie „Viel Lärm um nichts” und zuletzt „Die bessere Hälfte”. Seine Meininger Inszenierung von Dario Fos „Bezahlt wird nicht” wurde zum internationalen Komödienfestival nach Brno, Tschechien, eingeladen. In Eisenach inszenierte er die Operette „Im weißen Rössl” und bei den Domfestspielen Bad Gandersheim das Musical „Maria, ihm schmeckt’s nicht”.

12., 20. und 28. Dezember, jeweils 19.30 Uhr // 9. Dezember, 19.00 Uhr // 19. März 2019, 14.30 Uhr // 21. April 2019, 19.00 Uhr // 12. Mai 2019, 19.00 Uhr // 2. Juni 2019, 15.00 Uhr
Karten: Tel. 03693/451-222 und 451-137, E-Mail: kasse@meininger-staatstheater.de

Werbefoto: Marie Liebig


JUDAS auf der Bühne in Naumburg

JUDAS Schauspiel von Lot Vekemans / Deustch von Eva Pieper & Christine Bais am Theater Naumburg

Das Theater Naumburg lädt zum Schauspiel JUDAS in das Nietzsche-Dokumentations-Zentrum ein. Lot Vekemans Schauspiel beschreibt einfühlsam das Innenleben eines Menschen, der sich in einem Netz gesellschaftlicher Wertung behaupten muss.
Judas Iskariot ist einer der zwölf Jünger des Jesu von Nazareth. Er verrät ihn an die Römer, woraufhin Jesus festgenommen und gekreuzigt wird. Fortan gilt Judas – bis heute – als habgieriger Erzverräter und gibt immer wieder Anlass zu Spekulationen über seine Motive. - Nach zweitausend Jahren ist es an der Zeit, dass Judas selbst zu Wort kommt: in einer sehr persönlichen Ansprache ans Publikum offenbart er die Hintergründe seines Verrats. Er unternimmt einen letzten Versuch, seine Tat verständlich zu machen und das Publikum dahin zu führen, wo es lieber nicht sein möchte: zu dem
Judas in sich selbst. - JUDAS handelt von einem Mann, der jahrhundertelang von jedem geschmäht wurde. Doch wer weiß, ob ohne diesen Menschen das Christentum jemals eine der großen Weltreligionen geworden wäre ... Wir lieben es, zu verehren, so wie wir es lieben, verehrt zu werden. Aber in beiden Fällen gibt man seine Macht an jemand anderen ab. Judas wird von Menschen verhöhnt, damit sie ihre eigenen Seelen rein waschen. Es ist auffällig, dass in Porträts, die über die Jahrhunderte entstanden sind, Judas immer hässlicher und böser dargestellt wurde. Lot Vekemans

15.12. / 21.12.18 / 18.01.19 / 19.01.19 / 25.01.19 / 26.01.19 / 01.02. und 02.02.19 - jeweils Beginn 19:30 Uhr


Eine Gala der Nationen

Operngala „Kennst Du das Land…“ am 18. Januar und 19. Februar im DNT Weimar

Es ist erstaunlich, wie viele nationale Klischees im Genre Oper bis heute lebendig sind und immer noch die Sicht auf die jeweiligen Länder und Nationen dieser Welt prägen. Aber zeichnet die „Carmen“ des Franzosen Bizet wirklich ein realistisches Spanienbild, vermittelt die „Madama Butterfly“ des Italieners Puccini tatsächlich etwas über die japanische Kultur? Wer sind die Türken in Mozarts „Entführung aus dem Serail“? Und wie sieht Richard Wagner seine Deutschen? - Auf den Flügeln der Musik unternimmt die Operngala „Kennst du das Land…“ eine emotionale und doppelbödige Reise um die Welt - oder das, was wir im Opernhaus von ihr erfahren. In berühmten Chören, Orchesterstücken, Arien und Ensembles erzählen Sängersolist*innen und der Opernchor des DNT begleitet von der Staatskapelle Weimar unter Leitung von Patrick Lange vom Eigenen und vom Fremden. Mal überwältigend, mal verstörend, mal mit Humor und immer mit großer Emotionalität. 

Die Gala versteht sich als sinnlicher Beitrag zum Symposium „Hans Sachs, Osmin und Butterfly“, das am 9. und 10. Februar 2019 im Rahmen der „Woche der Demokratie“ im DNT Weimar stattfindet. Aus einer interdisziplinären Perspektive heraus soll darin der Frage nachgegangen werden, wie sich Konstruktionen von nationalen Identitäten in Oper und Operette manifestieren. Weitere Informationen unter www.nationaltheater-weimar.de

Foto: Candy Welz


Thüringer Staatsballett lädt ein zu Ballettfestwoche

25. Januar - 3. Februar 2019 Bühnen der Stadt Gera

Das Thüringer Staatsballett lädt zu einem wahren Fest des Tanzes und präsentiert die Vielfalt seines Könnens. Mit der Premiere „Giselle“ in der Choreografie von Ballettdirektorin Silvana Schröder zur lyrisch-eleganten Musik von Adolphe Adam wird die Festwoche eröffnet. Ein sinfonisches Balletterlebnis ist Silvana Schröders neoklassische Kreation „Eine infernalische Reise/ Letzte Lieder“ zur ergreifenden Musik von Franz Liszt (Dante-Sinfonie) und Richard Strauss (Vier letzte Lieder) mit dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera und Sopranistin Anne Preuß. In Begleitung des antiken Dichters Virgil begibt sich Dante auf eine weite Reise. Der Weg führt die beiden durch die Hölle und das Fegefeuer bis ins Paradies. Das Leben, so die Erkenntnis, endet nicht mit dem Tod. Das Wohlergehen der Menschen im Jenseits jedoch hängt von deren Verhalten im Diesseits ab. Jiří Bubeníček, ehemaliger Erster Solist am Ballett der Semperoper Dresden, gab mit „Anita Berber – Göttin der Nacht“ sein erfolgreiches Debüt beim Thüringer Staatsballett. Zusammen mit seinem Bruder Otto Bubeníček (Bühnenbild und Kostüme) und dem britischen Komponisten Simon Wills, der das stürmische Leben Anita Berbers erstmals vertonte, präsentiert der Choreograf eine packende Ballett-Uraufführung und zeichnet ein ebenso rasantes wie einfühlsames Portrait der zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Künstlerin. Für die Eleven des Thüringer Staatsballetts choreografiert Hudson Oliveira das Programm „Festhalten!“ zu Lebens- und Beziehungssituationen, welche die emotionale Stärke des Menschen herausfordern.

Neben den bereits ausverkauften Gastspielen des Ballet de l'Opéra de Metz Métropole ist mit dem NW Dance Project eine der innovativsten zeitgenössischen Ballettcompagnien der USA vertreten. In Gera zeigt die 2004 in  Portland (Oregon) gegründete Compagnie Sarah Slippers lyrisches Duett „Memory House“, Ihsan Rustems anmutig Interpretation „Le File Rouge“ und Wen Wei Wangs energiegeladene Choreografie „You Are All I See“.

Das Landesjugendballett Berlin an der Staatlichen Ballettschule Berlin ist die jüngste Nachwuchscompagnie im deutschsprachigen Raum. Mit „The Contemporaries – im Hier und Jetzt“ vereinen die jungen Talente die Virtuosität des klassischen Tanzes, die Expressivität des modernen Tanzes und die Experimentierfreude des zeitgenössischen Tanzes in einem mitreißenden Programm.

Infos & Karten Tel. 0365 8279105 // www.tpthueringen.de

Foto: NW Dance Project (Foto Christopher Peddecord)

 


Vorhang auf für Ringelnatz

Theater Rudolstadt widmet dem humorvollen Poeten und Maler einen eigenen Abend

Nein, dieser Dichter feiert kein Jubiläum, ist momentan nicht in aller Munde, und auch sonst scheint er ziemlich aus der Zeit gefallen. Gründe genug also, dem großen kleinen Joachim Ringelnatz, der mit seinem Humor, seiner Poesie so vielen Generationen immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht zauberte, herauszuholen aus der Versenkung und ihm einen eigenen Theaterabend zu widmen. Alexander Stillmark führt Regie bei „Reise, Reise, Ringelnatz“ im Schminkkasten des Theaters Rudolstadt.

Was war dieser Ringelnatz (1883–1934) nicht alles, bevor er zum gefeierten Dichter und Maler wurde: schwer erziehbarer Schulversager, Leichtmatrose, Kaufmannslehrling, Landstreicher, Schlangenträger, Wahrsager, Schaufensterdekorateur, Gartenschullehrer, Bibliothekar bei einem Grafen, Zigarrenhändler, Bohemien, Zauberer und Ehemann und noch vieles mehr. Mit bürgerlichem Namen hieß er Hans Bötticher. Der kleine Mann mit der großen Nase war eine der liebenswürdigsten Künstlerpersönlichkeiten seiner Zeit und verstand es wie kaum ein anderer, das Publikum in Bann zu ziehen. Seine spielerischen Gedichte, seine feinsinnigen Verse, seine bissigen Satiren – vom Wahnsinn angehaucht und doch voll tiefer Empathie – berühren noch heute. - Mit dieser neuen Produktion des Künstlerduos Alexander Stillmark und Volker Pfüller (Bühnenbild und Kostüme) wandelt das Theater Rudolstadt im Schminkkasten weiter auf dem Pfad der großen deutschen Humoristen und ihrer koboldischen Lust beim Durcheinanderbringen von Sinn und Unsinn. Nach Wilhelm Busch, Heinz Ehrhardt und Christian Morgenstern ist das Publikum diesmal willkommen zu einem sicherlich knallvergnügten wie skurrilen Joachim Ringelnatz- Abend, denn: „Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.“ Es spielen Johannes Arpe, Rayk Gaida und Ulrike Gronow sowie am Klavier Thomas Voigt.

Restkarten sind noch für Sonntag, den 16. Dezember, um 18 Uhr, sowie für den 26. Dezember, um 20 Uhr an den üblichen Vorverkaufsstellen sowie telefonisch unter 03672/422766 erhältlich.

Werbefotos©Lisa Stern


Weihnachten und Jahreswechsel im Theater Gera

21. Dezember 19:30 Uhr Konzertsaal

Orgelkonzert - Sebastian Heindl spielt Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, Max Reger, Marcel Dupré, Franz Liszt, Louis Vierne sowie Improvisation über Themen aus dem Publikum

22. Dezember 15:00 / 25. + 26. Dezember 10:00 Uhr Puppentheater

Dornröschen - Puppentheater nach dem Märchen der Brüder Grimm

22. Dezember 19:30 Uhr Bühne am Park

Herr Kolpert - Schauspiel von David Gieselmann

23. + 25. Dezember 15:00 Uhr Großes Haus

Der gestiefelte Kater – Vertrauen will gelernt sein - Schauspiel frei nach dem Märchen der Brüder Grimm

 23. + 28. + 29. Dezember 15:00 Uhr Puppentheater

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel - Märchen nach Božena Němcová; Marionettentheater von Gabriele Hänel

26. Dezember 18:00 Uhr Großes Haus

Hoffmanns Erzählungen - Fantastische Oper von Jacques Offenbach

28. Dezember 19:30 Uhr Großes Haus

Cabaret - Musical von John Kander

30. + 31. Dezember 19:30 Uhr Konzertsaal

Konzert zum Jahresausklang - Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125

1. Januar 14:30 Uhr + 2. Januar 18:00 Uhr Konzertsaal

Neujahrskonzert - Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera, Tanzkreis Brillant, Dirigent, Moderator: Thomas Wicklein


Hoffmanns Erzählungen in Gera

Bühnen der Stadt Gera, Großes Haus

Zum 200. Geburtsjahr von Jacques Offenbach hat Theater&Philharmonie Thüringen seine fantastische Oper „Hoffmanns Erzählungen“ auf dem Spielplan. Duncan Hayler, bekannt für seine fantastisch-opulenten Ausstattungen, schafft auch diesmal wirkungsvolle Spielräume für den Regisseur Kay Kuntze. Die musikalische Leitung hat GMD Laurent Wagner. 

Die posthume Uraufführung von „Hoffmanns Erzählungen“ am 10. Februar 1881 in der Pariser Opera-Comique war ein kapitaler Erfolg. Bis heute erfreut sich Jacques Offenbachs (1819-1880) Meisterwerk anhaltender Beliebtheit. Dem Dichter Hoffmann ist die ihn umgebende alltägliche Realität aus Schmutz, Armut und Hass unerträglich. Er flieht in die Kunstwelt des Theaters. Dort läuft Mozarts Don Giovanni mit der von ihm begehrten Sängerin Stella als Donna Anna. In der Vorstellungspause wird der unglückliche Dichter in einem Weinkeller zum Erzählen gedrängt. Und während nebenan die Oper weitergeht, erzählt Hoffmann Geschichten seines von Sehnsucht und Scheitern geprägten Verhältnisses zu Frauen: Da ist zunächst die scheinbar perfekte, zum Leben erweckte Puppe Olympia, dann die kranke, vom Singen besessene Künstlerin Antonia, schließlich die unwiderstehliche venezianische Kurtisane Giulietta. Alle Geschichten enden tragisch, ja sogar tödlich. Während Hoffmann sich immer mehr im Rausch aus Alkohol und Fantasie verliert, geht die Vorstellung zu Ende und die angehimmelte mozartsche Kunstfigur rückverwandelt sich in die „reale Person“, die Sängerin Stella, die der nun völlig betrunkene Hoffmann beleidigt und düpiert. Die Muse, ständiger Begleiter Hoffmanns durch seine fantastischen Welten, hat den Dichter nun für sich allein.

14.12. 19:30 Uhr, 26.12. 18.00 Uhr und 19.01. 19.30 Uhr  // Karten an den Theaterkassen, Telefon 03447-585177 oder 0365-8279105, online buchen unter www.tpthueringen.de

Foto: Ronny Ristok


Thüringer Staatsballett zeigt "Giselle"

Aufführungen in Erfurt und Gera

Zum ersten Mal findet eine Premiere des Thüringer Staatsballetts nicht in Gera, sondern in Erfurt statt. „Giselle“ ist die erste Koproduktion des Theaters Erfurt mit dem Thüringer Staatsballett von Theater&Philharmonie Thüringen. In Erfurt musiziert das Philharmonische Orchester Erfurt, in Gera und Altenburg das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera unter der Leitung von Takahiro Nagasaki. Bühnenbild und Kostüme entwirft Verena Hemmerlein. Silvana Schröders Adaption des fantastischen Balletts mit der Musik von Adolphe Adam wird am 25. Januar 2019 die Ballettfestwoche eröffnen. Erstmalig treten die 22 Tänzerinnen und Tänzer des Thüringer Staatsballetts gemeinsam mit den 12 Eleven auf. Ballettdirektorin Silvana Schröder inszeniert Giselles Geschichte als perfekte  Illusion und das Tanzen als einen Prozess der Selbstentfaltung. In Giselles entrückter Welt ist alles verdreht. Sie ist einsam, sehnsüchtig nach Liebe und tanzt sich voller Leidenschaft in ihre Träume hinein. Die Grenzen von Realität und Vorstellung, von Wahrheit und Täuschung verschwimmen. Findet Giselle in Albrecht einen Mann, dem sie vertrauen darf, einen Partner, der ihre Liebe aufrichtig erwidert?

Das 1841 uraufgeführte Ballett „Giselle“ ist ein Schlüsselwerk der französischen Romantik. Sein Libretto von Théophile Gautier (1811–1872) basiert auf Heinrich Heines Schilderung einer deutschen Sage in De l’Allemagne (1835): dem Glauben an gespenstische, tanzende Luftgeister, die in der Nacht treulose Männer zu Tode tanzen. Das Tanzen, eines der Lieblingsmotive der Romantik, steht als eigentliche Handlung des Balletts im Mittelpunkt. So entscheidet der Tanz nicht nur über das Schicksal Giselles, sondern auch über das Leben ihrer Liebhaber. Mit seiner vielseitigen, lyrisch-eleganten Ballettmusik von Adolphe Adam (1803–1856) gehört Giselle bis heute zu den beliebtesten Werken des klassischen Balletts.

Foto: Daria Suzi als Giselle (Foto: Viktor Koldamov)

Aufführungen im Theater Erfurt: 29. Dezember, 19.30 Uhr // 13. Januar, 15 Uhr // 20. Januar, 18 Uhr

Karten: Tel. 0361.22 33 155, online unter www.theater-erfurt.de

Aufführungen im Großen Haus der Bühnen der Stadt Gera: 25. Januar 19.30 Uhr // 23. März 19.30 Uhr // 24. März 14.30 Uhr // 19. April 19.30 Uhr

Karten: Tel. 0365.8279105, online unter www.tpthueringen.de


«Leonce und Lena» am Theater Hof

Das Stück passt so gut in unsere Zeit, als sei es dafür geschrieben worden.  Georg Büchners „Leonce und Lena“  beschäftigt sich mit Fragen, die sich heute viele junge Menschen stellen: „Was fange ich mit meinem Leben an?“ „Was macht mein Ich aus?“, „Habe ich überhaupt einen freien Willen?“ „Werde ich nicht unweigerlich wie meine Eltern?“ „Kann ich meinem Schicksal entgehen?“. Aus diesem Grund hat Intendant Reinhardt Friese das Stück – übrigens zum ersten Mal in Hof - auf den Spielplan gesetzt. Wie bereits bei „Der Kirschgarten“ in der Spielzeit 16/17 arbeitet Neumann wieder mit der Bühnenausstatterin Monika Frenz zusammen, die sich in ihrem Bühnenbild von dem Festival „Burning Man“ in Nevada inspirieren ließ. Zur Matinée werden die Schauspieler Jannik Rodenwaldt (Leonce), Marina Schmitz (Lena), Anja Stange (die Guvernante) und Dominique Bals (Valerio) kurze Szenen spielen. Die Moderation übernimmt Dramaturg Thomas Schindler.

„Leonce und Lena“ ist das einzige Lustspiel von Georg Büchner. Er schrieb das Werk im Frühjahr 1836 für einen Wettbewerb der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung, versäumte allerdings den Einsendeschluss und erhielt es ungelesen zurück. Uraufgeführt wurde es erst 60 Jahre später, am 31. Mai 1895, in einer Freilichtaufführung des Münchner Theatervereins. Zum Stück: Prinz Leonce  soll die Thronfolge seines Vaters antreten und sich dazu mit Prinzessin Lena vermählen. Aber der junge Mann steckt gerade in einer Existenzkrise. Er will nicht regieren und er will keine Frau heiraten, die sein Vater für ihn ausgesucht hat. Aus diesem Grund flieht er mit seinem Kumpel Valerio aus dem Königreich. Auf seiner Flucht verliebt sich der Prinz in eine unbekannte, geheimnisvolle junge Frau. In der Zwischenzeit wartet der Hofstaat vergeblich auf die beiden...

Freitag, 21. Dezember // Samstag, 22. Dezember // Sonntag, 23. Dezember // Samstag, 29. Dezember jeweils 19:30 Uhr // Dienstag, 29. Januar, 12 Uhr

Foto: Das Team für "Leonce und Lena" / Foto: Theater Hof


Theaterhaus Jena & Wunderbaum: Thüringen Megamix

»Ich bin ein Thüringer aus Rotterdam« sagt Walter Bart, einer der WUNDERBAUM Kollektivisten, die seit September diesen Jahres die Künstlerische Leitung am Theaterhaus Jena inne haben. Noch im Ankommen befindlich, strömen Wunderbaum und das Ensemble des Theaterhaus aus, um die Erkundung der neuen Heimat in Theater zu verwandeln und dabei gleich das komplette Ländermarketing neu zu erfinden. Entlang der W-Fragen gehangelt, das Ziel immer im Auge und den Bestand aufgenommen:
Wer ist Thüringen?
Was ist Thüringen?
Wo ist Thüringen?
Von der Schule haben wir gelernt, dass Thüringen die Wiege der Klassik und Heimat der großen Dichter und Denker ist. Von Jan Böhmermann haben wir gelernt, dass Thüringen voller Nazis ist. Aus den Medien haben wir gelernt, dass Thüringen seit 100 Jahren Bauhaus ist. Und Verfassung. Von Wanderführern haben wir gelernt, dass Thüringen Wald ist. Von warmen Sommerabenden haben wir gelernt, dass Thüringen Bratwurst ist. Zeit, das Gelernte anzuwenden. Zeit für den Thüringen Megamix.

Von und mit: Walter Bart, Pina Bergeman, Henrike Comichau, André Hinderlich, Mona Vojacek Koper, Leon Pfannenmüller, Konzept und Regie: Wunderbaum, Bühne und Licht: Maarten van Otterdijk, Kostüme: Cornelia Stephan, Dramaturgie: Thorben Meißner

Premiere: 13. Dezember, nächste Vorstellungen: 14.12., 15.12., 28.12., 29.12., 30.12.2018, 20 Uhr // Kartenvorverkauf: Tourist-Information Jena. Kartenreservierungen: tickets@theaterhaus-jena.de oder 03641/886844


Märchenoper in Weimar

Humperdincks »Hänsel und Gretel« in einer Neuinszenierung am DNT Weimar

„Brüderchen, komm tanz mit mir, beide Hände reich ich dir“ – mit diesem bekannten Volkslied taucht Engelbert Humperdincks Märchenoper in die unbeschwerte, wenngleich von großer Armut gezeichnete Welt von Hänsel und Gretel ein. – Von der Mutter im Zorn aus dem Haus gejagt, verlaufen sich die vom Hunger getriebenen Geschwister im Wald und gelangen zur Knusperhexe, die sie gefangen nimmt und zum Braten mästen will. Doch dank ihrem Mut und List wird am Ende alles gut: Die Hexe ist besiegt, die Kinder sind gerettet. - Ursprünglich als kleines Singspiel für den Familienkreis gedacht, schuf der Komponist nach Motiven der Gebrüder Grimm eine abendfüllende Oper für großes Orchester. Kunstvoll kombinierte er dabei teils auf Volksliedern beruhende, teils sie neu erfindende Melodien mit wagnerisch durchkomponiertem Stil. Sein Geniestreich ist wie kaum ein anderes Werk mit der Geschichte des Deutschen Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar verbunden, wurde es doch hier vor 125 Jahren unter der Leitung von Richard Strauss uraufgeführt und zählt seither zum besonders gepflegten Repertoire des Orchesters. Der Maler, Bühnenbildner und Regisseur Christian Sedelmayer, der sich in Weimar bereits mit „Der feurige Engel“ und „Ein Traumspiel“ in zwei sehr fantasievollen und bildgewaltigen Arbeiten präsentiert hat, übernimmt die Neuinszenierung dieser Märchenoper. Er erzählt vom Mut und der Kraft zweier Kinder, die sich selbst helfen, weil die Eltern dazu nicht in der Lage sind. Beginnend im Heute führt die Szenenfolge hinein ins Märchen, in den Wald, wo Sand und Taumann, Engel und Hexe ihre
Magie entfalten.

13., 18., 19., 20. Dezember, jeweils 10 Uhr // 17. Dezember, 18 Uhr // 23. Dezember, jeweils 15 und 19 Uhr



Willkommen im Cabaret!

28. Dezember, 19.30 Uhr, Bühnen der Stadt Gera

Gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera und den Eleven des Thüringer Staatsballetts präsentiert das Schauspielensemble von Theater&Philharmonie Thüringen als erste Premiere der neuen Spielzeit 2018/19 im Großen Haus Gera am 28. September um 19.30 Uhr mit CABARET ein Musical, das von einer lebensfrohen, expressiven Zeit berichtet – und von deren jähem Ende.
„Willkommen, bienvenue, welcome im Cabaret, au Cabaret, to Cabaret!“, begrüßt der bizarre Conférencier seine internationalen Gäste zu einer schrillen Show im Kit-Kat-Club. Dorthin hat es auch den amerikanischen Schriftsteller Clifford Bradshaw verschlagen, der sich vom wilden, pulsierenden Berlin der späten 20er Jahre inspirieren lassen möchte. In dem legendären Club jedoch findet er nicht nur Zerstreuung, sondern begegnet auch der Sängerin Sally Bowles. Sie ist der Star des Hauses und natürlich verfällt auch der junge Amerikaner ihrem Charme.
Das weltoffene und bunte Berlin ist ein Genuss; die Verliebten erleben erfüllte Tage und rauschende Feste. Doch die Zeiten ändern sich rasant. Ein neuer Wind weht durch Deutschland. Und die anfangs kleine Brise von rechts wird mehr und mehr zu einem Sturm, der alles hinwegfegt, was so begeisternd und wunderbar war … Das aufkommende Unwetter verändert auch die Menschen, die eben noch so vertraut und liebenswert waren. Clifford will wieder fort – doch Sally möchte an ihrer Karriere in Berlin festhalten.
Die Uraufführung von Cabaret gewann 1967 insgesamt acht Tony Awards u. a. als bestes Musical; die Verfilmung (1972) mit Liza Minnelli erlangte Kultstatus. Songs wie „Maybe this time“, „Money makes the world go round“ oder „Life is a Cabaret“ wurden zu Welthits.

Karten an den Theaterkassen, Telefon 03447-585177 oder 0365-8279105, online buchen unter www.tpthueringen.de

Foto: Ronny Ristok


Eine Gesellschaft im Umbruch

Das DNT Weimar bringt Döblins Roman »November 1918« als gemeinsame Arbeit von Schauspiel, Musiktheater und Staatskapelle Weimar auf die Bühne

Die Novemberrevolution 1918, über deren Deutung und Wirkung bis in die Gegenwart gerade auch mit Blick auf das Jubiläumsjahr schriftlich und mündlich viel debattiert wurde, hat kaum ein anderer Autor so umfassend und vielfältig beschrieben wie Alfred Döblin. In seinem vierbändigen Romanepos „November 1918“ verweben sich Zeit-, Individual- und Politikgeschichte zu einem einerseits monumentalen, andererseits immer wieder sarkastisch-ironisch gebrochenen Panorama: Berlin taumelt. Kriegsniederlage und Revolution bringen das gesamte Gefüge des Staates ins Wanken. Linke und rechte Kräfte liefern sich politische Machtkämpfe, die immer wieder um die Galionsfiguren Friedrich Ebert, Paul von Hindenburg, Karl Liebknecht oder Rosa Luxemburg kreisen. Das geschlagene Militär lauert indessen auf seine Wiederkehr, während die Kriegsgewinnler schamlos zwischen allen Fronten agieren. In dieses Chaos kehren die Soldaten Bekker und Maus, verletzt und traumatisiert, heim. Doch wo tut sich in der krisengeschüttelten Stadt eine neue Lebensaufgabe auf? Und hat die Hoffnung auf den ›süßen Frieden‹, die Becker umtreibt, Bestand? André Bücker, Regisseur und Intendant des Theaters Augsburg, dient Döblins Roman als Vorlage für eine Produktion, in der Schauspiel, Musiktheater und Staatskapelle Weimar zu einer gemeinsamen Erzählform finden. Stefan Lano wird dabei nicht nur als musikalischer Leiter dem Abend seine Prägung geben, sondern auch als Komponist. Seine Musik steht neben der Musik dieser Zeit. „November 1918“ ist dabei nur scheinbar eine Reise in die Geschichte, sondern führt unübersehbar mitten hinein in die Debatten unserer Gegenwart.

22. Dezember, 4. Januar, 2. und 14. Februar sowie 21. März 2019 jeweils 19.30 Uhr - Deutsches Nationaltheater Weimar, Großes Haus

Gräuliche Wahrheit der Revolution

Doppelabend mit Müllers »Auftrag« und Nestroys »Häuptling Abendwind« in der Spielstätte E-Werk des DNT Weimar

Jamaika 1799. Debuisson, Sohn hiesiger Sklavenhalter, der französische Bauer Galloudec und Sasportas, einst selbst Sklave, sollen im Auftrag Frankreichs auf der Karibikinsel einen Sklavenaufstand initiieren. Ihr Zweckbündnis zerbricht, als Napoleon in Paris als erster Konsul die Macht übernimmt. Sasportas und Galloudec wollen den revolutionären Kampf fortsetzen, wohl wissend, dass dieser zum Scheitern verurteilt ist. Debuisson aber giert nach Verrat. »Der Auftrag« beschreibt das Scheitern einer Revolution und die Unmöglichkeit ihres sinnvollen Exports. Eine anachronistische Fortsetzung zu Müllers Text findet sich in der Burleske »Häuptling Abendwind oder Das gräuliche Festmahl«, in der Nestroy 1862 keinen Zweifel daran lässt, dass er die Welt seiner Zeit als barbarisch und amoralisch empfand. Häuptling Abendwind, Herrscher über ein Fleckchen Erde in der Südsee, hat Biberhahn, Oberhaupt einer Nachbarinsel, zu Tisch geladen. Doch die Fleischvorräte sind aufgebraucht. Da kommt ein Schiffbrüchiger wie gerufen, um das festliche Mahl zu retten. Nestroy lässt in seinem Stück zwei Figuren aufeinandertreffen, die es sich fernab ihrer Heimatländer als gleichermaßen kannibalistische wie reaktionäre Kolonisatoren bequem gemacht haben und Reformbewegungen ablehnenden gegenüberstehen. Stattdessen halten sie hartnäckig an längst überkommenen Menschenbildern fest. In diesem Doppelabend versinnbildlicht Christian Weise im E-Werk mit seinem Ensemble das Dilemma: Wer die Wahl hat, zieht nicht selten das Stück vom ‚Kuchen der Welt‘ der revolutionären Auflehnung vor.

28. Dezember, 20 Uhr, Weimar, E-Werk (Am Kirschberg 4)

 


»Schwanensee« im Eispalast

St. Petersburger Staatsballett on Ice

Zum anstehenden 180. Geburtstag von Peter Tschaikowski schickt seine Heimatstadt St. Petersburg ihr einziges Eisballett der Welt als Botschafter auf große Welttournee. Drei Tonnen gestoßenes Cocktail-Eis werden Tage vorab benötigt, um die Halle in einen echten Eispalast zu verzaubern, in dem dann die Eiskunstläufer und Eiskunstläuferinnen des St. Petersburger Staatsballetts Tschaikowskis Meisterwerke auf Schlittschuhkufen präsentieren können: Sportlicher Eiskunstlauf mit Sprüngen wie dreifacher Toeloop und Rückwärtssalto, Hebungen und Pirouetten sowie prachtvolles Ballett in faszinierender Kombination. Alle Kostüme und Dekorationen für die Show wurden im St. Petersburger Mariinski-Theater hergestellt. Sportlicher Eiskunstlauf mit Sprüngen, Hebungen und Pirouetten sowie prachtvolles russisches Ballett in faszinierender Kombination erwartet die Besucher bei dieser Produktion. Die Musik Tschaikowskis und die bezaubernde Handlung von „Schwanensee“ sind geradezu prädestiniert, um in eine Eis-Choreographie verandelt zu werden. Die Eisfläche bildet dabei als gefrorener See nicht nur das künstlerische Medium, sondern zugleich die perfekte Dekoration für eine romantische Illusion. Die Hebungen, Drehungen und Sprünge der Eistänzer auf glitzernden Kufen bringen die Kraft und Anmut der Musik Tschaikowskis und die Spannung der Handlung auf den Punkt.
Freitag, 4. Januar 2019, 20 Uhr, Weißenfels, Stadthalle
Dienstag, 8. Januar 2019, 20 Uhr, Jena, Sparkassen Arena


Eine der ersten Opern überhaupt: L'Orfeo

Oper von Claudio Monteverdi in Arrangement und Neukomposition von Katharina S. Müller in der Kleinen Bühne am Vogtlandtheater Plauen

Nymphen, Satyre und Schäfer feiern die Hochzeit des Sängers Orpheus mit der Nymphe Eurydike. Doch noch während der Feierlichkeiten stirbt die Braut an einem Schlangenbiss. Orpheus macht sich auf den Weg in die Unterwelt, um sie ins Reich der Lebenden zurückzuholen. Mit seinem Gesang erweicht er schließlich die Totengötter, die ihm die Rückkehr mit Eurydike erlauben, solange er sich nicht nach ihr umsieht. Als er der Versuchung nicht widerstehen kann, entschwindet sie unter den Schatten des Todes.
Zu Karneval 1607 in Mantua uraufgeführt, bemüht Monteverdis L'Orfeo den Mythos um den Sänger Orpheus nicht zuletzt als Rechtfertigung für den damals noch ungewohnten Bühnengesang. Obwohl es sich um eine der ersten Opern überhaupt handelt, ist das vielschichtige und monumentale Werk bereits ein erster Höhepunkt der Gattungsgeschichte. Für das Arrangement der fragmentarischen Partitur zeichnet die junge Komponistin Katharina Susanne Müller verantwortlich, die in der letzten Spielzeit bereits die Musik zum Ballett Happy Birthday beisteuerte. Darüber hinaus hat sie das Finale der Oper neu komponiert, indem sie das unvertonte Originallibretto Alessandro Striggios mit dem Monteverdi'schen Schluss verbindet.

[Katharina S. Müllers] Arrangements und die Neukomposition des Finales für Claudio Monteverdis „L’Orfeo“ polarisieren das versöhnlich-apollinische Ende mit Triumph der Sinne aus Alessandro Striggios erstem Libretto-Entwurf. Eine Erweiterung mit Fragezeichen, Opulenz und Blutrausch. Wahrheitsgemäß verspricht der Produktionsslogan: „1 × Hölle und zurück!“ (NMZ, 08.02.2018)

Foto: Copyright © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

04.01.2019 // 08.01.2019 jeweils 19.30 Uhr Vogtlandtheater Plauen, Kleine Bühne

Karten: Tel. 03741.2813-4847 und -4848

 


»Nussknacker« als faszinierende Eisshow

St. Petersburger Staatsballett on Ice

Die prachtvolle Musik Tschaikowskis und die zauberhafte Handlung des „Nussknacker“ bilden genau den passenden Hintergrund, um in eine Eischoreografie umgesetzt zu werden. Die märchenhafte Winterwelt, in der sich die fiktive Geschichte um die kleine Klara und ihren verwunschenen Nussknacker abspielt, findet durch die romantische Eis-Szenerie und der scheinbar schwerelos über die Eisfläche gleitenden Ballerinen und Akteure ihre eindrucksvolle Verschmelzung. Auch die Ebene der Traumwelt, in der Klara gegen die Mäusearmee kämpft, um ihrem Nussknacker das Leben zu retten, gewinnt durch die wie von Zauberhand gleitenden Akteure an Intensität und Rasanz.
Donnerstag, 3. Januar 2019, 20 Uhr, Suhl, Congress Centrum
Donnerstag, 10. Januar 2019, 20 Uhr, Erfurt, Messehalle


Uhrwerk der Gewalt

„A Clockwork Orange“ mit Songs von Rammstein im DNT Weimar

Wie wilde Tiere streifen Alex und seine Droogs durch die Straßen, vergewaltigen Frauen und prügeln auf alles und jeden ein, der ihnen vor die Füße gerät. Und alles folgt nur einem einzigen Prinzip: dem Spaß! Bis die Gang ihren Anführer an die Polizei verrät. Zu mehrjähriger Haft verurteilt, wird Alex für ein neuartiges Experiment ausgewählt, das ihn von seiner Gewaltbereitschaft ein für alle Mal ›befreien‹ soll. - Im Jahr 1962 als Zukunftsvision entstanden, die längst unmittelbare Gegenwart sein könnte, nimmt der Autor Anthony Burgessin seinem Roman »A Clockwork Orange« nicht zuletzt die Frage nach der Überwindung des Bösen durch biotechnologische Eingriffe in den Fokus. Weisen Konditionierungen dieser Art, die Forderung nach ‚politicalcorrectness‘ oder einfach Belohnungs-Apps den richtigen Weg zur (Ver-)Besserung des Menschen? Oder bleibt das Neu-Werden hin zum Guten doch nur Utopie, da das Herz der Gewalt unermüdlich weiter­schlägt?

Auf die Bühne des DNT Weimar gebracht wird der Bestseller, der vor allem durch Stanley Kubricks gleichnamige Verfilmung zum Kult geworden ist, von Generalintendant Hasko Weber. In seiner Inszenierung des Stoffs stellt er der exzessiven Gewalt bei Burgess als musikalische Entsprechung Songs der Band »Rammstein« gegenüber - live gespielt und gesungen vom Ensemble der Produktion. Drums, harte Basslinien, verzerrte und rifflastige Gitarren sowie repetitive elektronische Arrangements werden die Geschichte unnachgiebig vorantreiben.

13. und 29. Dezember, jeweils 19.30 Uhr, Weimar, DNT (Großes Haus) 

Foto: Candy Welz


Schwarze Komödie: Herr Kolpert

22. Dezember, 19:30 Uhr, Bühne am Park Gera

Herr Kolpert ist der Titel einer Komödie von David Gieselmann, mit der das Schauspielensemble das Publikum von Theater&Philharmonie Thüringen mit schwarzem Humor unterhalten will. Regie führt Philipp Kugler, Bühne und  Kostüme entwirft Anika Wieners. In den Rollen: Ines Buchmann (Sarah Dreher), Alexandra Sagurna (Edith Mole), Maximilian Popp (Bastian Mole), Bruno Beeke (Ralf Droht) und als Pizzamann kommt Danijel Gavrilovic.

Ralf und seine Lebensgefährtin Sarah haben deren Arbeitskollegin Edith und ihren Ehemann Sebastian zum Essen eingeladen – obwohl Sarah Kochen hasst. Doch: Wozu gibt es schließlich Lieferdienste? Statt eines schönen Dinners tischen die Gastgeber lieber jede Menge Lügen und böse Witze auf, die Edith und Sebastian zunehmend verunsichern. Liegt wirklich ein Mann namens Herr Kolpert ermordet in der Truhe im Wohnzimmer? Sollten die Gastgeber tatsächlich – nur aus Langeweile – einen Mord begangen haben und diesen nun frank und frei ihren Gästen gestehen? Oder ist das alles nur ein perfider Scherz? Tapfer bestreiten Edith und Sebastian den Abend vorerst mit Gesellschaftsspielen und schleppenden Konversationen, die jedoch immer wieder von Sebastians eruptiven Ausrastern unterbrochen werden. Der eigensinnige Humor der Gastgeber geht schließlich zumeist auf Kosten der Gäste. Die angespannte Situation spitzt sich den Abend über ebenso zu wie die Zweifel an Ralfs und Sarahs Glaubwürdigkeit. Als schließlich ein merkwürdiges Klopfen aus der Truhe kommt, gerät der Abend völlig außer Kontrolle. Und zu allem Überfluss bringt der Pizzabote auch noch die falsche Bestellung!

Inspiriert von Alfred Hitchcocks Klassiker Cocktail für eine Leiche hat David Gieselmann (*1972) mit Herr Kolpert eine schwarze Komödie geschaffen, die sich an irrem Dialogwitz voll Freud’scher Versprecher und absurden Wiederholungen ergötzt. Im Mai 2000 wurde Herr Kolpert in englischer Übersetzung am Londoner Royal Court Theatre uraufgeführt und im selben Jahr auch an der Berliner Schaubühne gezeigt. Gieselmanns bekanntestes Werk wurde, neben zahlreichen Inszenierungen in Deutschland, u. a. auch in der Türkei, Israel, Italien, Griechenland, Frankreich, Polen, Australien und den USA gespielt.

Premiere in Altenburg: Sonntag, 30. Dezember, 18 Uhr, Heizhaus

Karten sind an der Theaterkasse erhältlich, Telefon 0365 8279105 oder 03447 585177, online unter www.tpthueringen.de

Foto: Ronny Ristok


Der Vogelhändler im Landestheater Altenburg

1891 in Wien uraufgeführt, erfreut sich Carl Zellers (1842-1898) Der Vogelhändler dank turbulenter Handlung, wirkungsvoller Chorensembles und volksliedhaft-einschmeichelnder Melodien wie „Grüß euch Gott, alle miteinander“, „Ich bin die Christel von der Post“ oder „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ bis heute großer Beliebtheit. Eine besondere Komik entsteht, wenn die höfisch-aristokratische Welt der Kurpfalz auf das Milieu eines Bauerndorfes trifft und jeder die anderen hinters Licht führen oder deren wahre Neigungen und Absichten ergründen möchte.
Mit Bernhard Stengele – 2012 bis 2017 Schauspieldirektor bei Theater&Philharmonie Thüringen – konnte ein Regisseur gewonnen werden, der mit seiner Affinität für Komik und Milieustudien die Volksoperette schwungvoll auf die Bühne bringen wird. Die musikalische Leitung hat Thomas Wicklein. Bühne und Kostüme entwirft Kristopher Kempf. Der Opernchor singt in der Einstudierung des neuen Chordirektors Gerald Krammer aus Österreich.
In den Partien: Kurfürstin Anne Preuß • Adelaide Judith Christ • Baron Weps Johannes Beck • Graf Stanislaus Timo Rößner • Süffle Kai Wefer • Würmchen Ulrich Burdack • Adam János Ocsovai • Christel Miriam Zubieta • Schneck Florian Neubauer • Jette Iris Eberle/ Claudia Müller • Frau Nebel Katharina Hentschel/ Kirsten Wolf
In einem pfälzischen Dorf am Rhein herrscht große Aufregung: Der Kurfürst hat sich zur Jagd angesagt. Er möchte ein Wildschwein erlegen und eine Jungfrau empfangen. Mit beidem kann die frivole Gemeinde nicht dienen. Der Jägermeister des Kurfürsten ist bereit, gegen ein hohes Bestechungsgeld dem Kurfürsten ein zahmes Hausschwein und eine Witwe vorzuführen. Da wird die Jagd abgesagt. Der Jägermeister, der das Geld nicht zurückgeben möchte, stellt seinen Neffen als Kurfürsten vor. Währenddessen trifft die Kurfürstin ein, um –  als Bauernmädchen verkleidet – ihren Gatten „in flagranti“ zu erwischen. Gleichzeitig kommt der Tiroler Vogelhändler Adam an, um seine Braut Christel zu besuchen. Diese wiederum möchte beim Kurfürsten eine Stellung für Adam erbitten. Ein fröhliches Spiel der Verwechslungen, Eifersüchteleien und Liebe beginnt …

25. Dezember, 18 Uhr

Karten an den Theaterkassen, Telefon 03447-585177 oder 0365-8279105, online buchen unter www.tpthueringen.de

Abbildung: János Ocsovai spielt den Adam aus Tirol, den Vogelhändler
Foto: Ronny Ristok



Die Känguru-Chroniken

Stück von Marc-Uwe Kling im Heizhaus Altenburg

Marc-Uwe Kling (*1982) hat mit dem kommunistischen Känguru eine Figur geschaffen, die gesellschaftliche Fragen unserer Zeit aufgreift und dazu anregt, einmal mehr um die Ecke zu denken. Die (Hör-)Buchreihe Die Känguru-Chroniken bildet dabei die Grundlage für die Theateradaption, für die Marc-Uwe Kling zusätzlich eigene Lieder eingefügt hat, die auf der Bühne von Musiker Marco de Haunt interpretiert werden. Alexander Flache inszenierte die Känguru-Chroniken bei Theater&Philharmonie Thüringen in der Ausstattung von Petra Linsel. Es spielen: Kleinkünstler Maximilian Popp • Känguru Ioachim Zarculea • Typ, der alle anderen spielt Bruno Beeke.
Das Stück zeigt philosophische und amüsante Anekdoten aus dem WG-Leben der Protagonisten und nimmt dabei auch das Genre Theater selbst aufs Korn.

„Ach. Mein, dein. Das sind doch bürgerliche Kategorien“, sagt das Känguru. Nach diesem Motto hat es sich nicht nur sämtliche Zutaten für die Eierkuchen zusammengeschnorrt, sondern zieht auch einfach gleich beim (Achtung, böses Wort!) „Kleinkünstler“ Marc-Uwe ein. Dort liegt es in der Hängematte, wirft sich Schnapspralinen ins Maul und arbeitet seine Not-to-do-Liste ab: Es verzichtet auf alles, was es als schlecht für sich, andere oder die Umwelt einstuft – und vollzieht damit gewissermaßen eine Umkehrung des Kategorischen Imperativs. Nicht auf dieser Liste stehen die Besuche der Kneipe „Bei Herta“. Deren resolute Wirtin lebt, arbeitet und diskutiert nach ihrem Leitspruch: „Du denkst dir vielleicht, du bist hart, aba ick bin Herta!“ Als es dem Känguru doch zu langweilig wird, gründet es „Das Asoziale Netzwerk“ – eine Anti-Terror-Organisation gegen den Kapitalismus und das Böse in der Welt. Gemeinsam mit dem Kleinkünstler zieht es im Namen des Netzwerks umher, um Patrioten und Nazis zu boxen, Graffiti zu korrigieren oder Mitarbeiter verschiedener Banken durch scheinbar entwaffnende Ehrlichkeit zum Umdenken zu bewegen.

13. Dezember, 29. und 30. Januar jeweils 19.30 Uhr
Karten an den Theaterkassen, Telefon 03447-585177 oder 0365-8279105, online buchen unter www.tpthueringen.de

Foto: Ronny Ristok