Theater

Ben Becker liest Ernst Haffners "Blutsbrüder"

Berlin von unten: Anfang der 30er Jahre lebten hier Tausende Jugendliche auf der Straße. Zuflucht fanden sie in selbstorganisierten Cliquen. Davon erzählt der 1932 erschienene und kurz darauf verbotene Roman von Ernst Haffner.

Anfang der 1930er Jahre leben in Berlin und anderen deutschen Großstädten tausende Jugendliche auf der Straße. Sie verdingen sich als Tagelöhner und Laufburschen, häufig führt ihr Weg sie in die Kriminalität oder Prostitution. Zuflucht und soziale Wärme finden sie in selbstorganisierten Cliquen. In stillgelegten Fabrikbaracken trifft man sich, trinkt, tanzt und pflegt einen Lebensstil fernab der unerreichbaren bürgerlichen Gesellschaft. In diesem Milieu ist Ernst Haffners unter den Nazis verbotener und bei den Bücherverbrennungen öffentlich zerstörter Roman angesiedelt. Im Mittelpunkt stehen zwei aus Erziehungseinrichtungen geflüchtete Jugendliche und die Clique der Blutsbrüder, der sie sich nach ihrer Ankunft in Berlin anschließen. Erst glücklich, dort aufgenommen worden zu sein, erfahren sie bald, aus welchen Quellen das Geld stammt. Sie versuchen auszusteigen...

Ben Becker erweckt die große literarische Wiederentdeckung des Jahres fulminant und authentisch zum Leben.

Ernst Haffners Spur verliert sich mit der Machtergreifung der NSDAP. Er wird 1938 noch einmal zusammen mit seinem Lektor zur Reichsschrifttumskammer zitiert, danach taucht sein Name nicht mehr auf. Er muss dem von ihm beschriebenen Milieu sehr nahe gestanden haben, der Journalist und Autor Siegfried Kracauer schreibt, dass Haffner Journalist gewesen sei und insbesondere in Berlin-Mitte recherchiert habe.

Ben Becker ist sowohl als Bühnen- wie Filmschauspieler gefeiert und vielfach ausgezeichnet worden. Er schreibt Kinderbücher und tourt immer wieder mit seiner Band. Seine Live-Lesungen füllen Konzerthallen. Für die Geschichte der Blutsbrüder konnte es keine andere Stimme geben als seine. 

10. November, 20 Uhr, Weißenfels, Kulturhaus (Merseburger Straße 14)

Veranstaltung im Rahmen der Weißenfelser Theatertage

Karten: VVK an allen bekannten VVK-Stellen und auf www.eventim.de (Tickethotline: 03443-303070). Weitere Infos: www.weissenfels.de oder 03443-370467

 


Eine der ersten Opern überhaupt: L'Orfeo

Oper von Claudio Monteverdi in Arrangement und Neukomposition von Katharina S. Müller feiert Premiere in der Kleinen Bühne am Vogtlandtheater Plauen

Nymphen, Satyre und Schäfer feiern die Hochzeit des Sängers Orpheus mit der Nymphe Eurydike. Doch noch während der Feierlichkeiten stirbt die Braut an einem Schlangenbiss. Orpheus macht sich auf den Weg in die Unterwelt, um sie ins Reich der Lebenden zurückzuholen. Mit seinem Gesang erweicht er schließlich die Totengötter, die ihm die Rückkehr mit Eurydike erlauben, solange er sich nicht nach ihr umsieht. Als er der Versuchung nicht widerstehen kann, entschwindet sie unter den Schatten des Todes.
Zu Karneval 1607 in Mantua uraufgeführt, bemüht Monteverdis L'Orfeo den Mythos um den Sänger Orpheus nicht zuletzt als Rechtfertigung für den damals noch ungewohnten Bühnengesang. Obwohl es sich um eine der ersten Opern überhaupt handelt, ist das vielschichtige und monumentale Werk bereits ein erster Höhepunkt der Gattungsgeschichte. Für das Arrangement der fragmentarischen Partitur zeichnet die junge Komponistin Katharina Susanne Müller verantwortlich, die in der letzten Spielzeit bereits die Musik zum Ballett Happy Birthday beisteuerte. Darüber hinaus hat sie das Finale der Oper neu komponiert, indem sie das unvertonte Originallibretto Alessandro Striggios mit dem Monteverdi'schen Schluss verbindet.

[Katharina S. Müllers] Arrangements und die Neukomposition des Finales für Claudio Monteverdis „L’Orfeo“ polarisieren das versöhnlich-apollinische Ende mit Triumph der Sinne aus Alessandro Striggios erstem Libretto-Entwurf. Eine Erweiterung mit Fragezeichen, Opulenz und Blutrausch. Wahrheitsgemäß verspricht der Produktionsslogan: „1 × Hölle und zurück!“ (NMZ, 08.02.2018)

Foto: Copyright © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Premiere: 17. November, 19.30 Uhr, Vogtlandtheater Plauen, Kleine Bühne

Nächste Vorstellungen: 23.11. // 30.11. // 08.12. // 04.01.2019 // 08.01.2019 jeweils 19.30 Uhr

Karten: Tel. 03741.2813-4847 und -4848

 


Glücklich ist, wer vergisst …

Operettenmelodien mit „Die Fledermaus“ von Johann Strauß im Meininger Hof Saalfeld / Halbszenische Aufführung in Kooperation mit dem Theater Nordhausen

Eine Nacht in Saus und Braus, in der die Maskerade den Ton angibt, brachte Johann Strauß mit seiner „Fledermaus“ auf die Bühne. In der beliebten Operette erscheint niemand als derjenige, der er ist, und nach einem Abend in Champagnerlaune gibt’s am Morgen danach ein verkatertes Erwachen. In Kooperation mit dem Theater Nordhausen feiert „Die Fledermaus“ am 13. Oktober, um 19.30 Uhr im Meininger Hof Saalfeld Premiere. Es spielen die Thüringer Symphoniker unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Oliver Weder.

Die Handlung entspannt sich um einen Rachefeldzug des Dr. Falke alias „die Fledermaus“ an seinem Freund Eisenstein. Als Spielort für seine Inszenierung – ein wildes Verwechslungsspiel – hat sich Dr. Falke den Ball des Prinzen Orlofskyauserkoren. Während Eisenstein dort vermeintlich unerkannt mit seinem kostümierten Zimmermädchen flirtet, kommt auch seine Frau auf ihre Kosten. Nur deren Liebhaber Alfred muss als vorgeblicher Eisenstein die Nacht im Gefängnis verbringen. Als schließlich alle Masken fallen und die außerehelichen Techtelmechtel ans Licht kommen, zeigt sich, wie gut die Rache der Fledermaus aufging. - Obwohl die Uraufführung der „Fledermaus“ 1874 im Wien während der großen Wirtschaftskrise noch kein durchschlagender Erfolg war, eroberte sie schon bald die Bühnen dieser Welt. Ihr Motto und eine ihrer großen Musiknummern: „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist“. Neben Titeln wie „Brüderlein und Schwesterlein“ oder „Ich lade gern mir Gäste ein“ gehört sie zu den zahlreichen unvergesslichen Melodien dieser Operette.

Im Meininger Hof Saalfeld kommt die „Fledermaus“ in halbszenischer Aufführung, eingerichtet von Gernot Kranner, auf die Bühne. Die prachtvollen Kostüme stammen von Elisabeth Stolze-Bley. In den Hauptpartien sind u. a. Zinzi Frohwein (Rosalinde), Leonor Amaral (Adele) sowie Marian Kalus (Gabriel von Eisenstein) und Manos Kia (Dr. Falke) zu erleben. Mit dem Gerichtsdiener Frosch, in Saalfeld gespielt von Hans Burkia, schufen die beiden Librettisten Carl Haffner und Richard Genée zudem eine äußerst beliebte Theaterfigur, die zu allen Zeiten die aktuellen Skandale und Machenschaften aufs Korn nehmen kann.

Das Foto zeigt Zinzi Frohwein (Rosalinde), Marian Kalus (Eisenstein) (Foto: András Dobi)

Weitere Termine nach der Premiere am 13. Oktober sind am 21. Oktober, 18 Uhr, am 4. und 6. November, 15 Uhr, am 16. November, 19.30 Uhr, am 18. November, 15 Uhr sowie letztmalig am 8. Dezember, um 19.30 Uhr. Karten sind an den üblichen Vorverkaufsstellen sowie telefonisch unter 03672/422766 erhältlich.


Uhrwerk der Gewalt

„A Clockwork Orange“ mit Songs von Rammstein im DNT Weimar

Wie wilde Tiere streifen Alex und seine Droogs durch die Straßen, vergewaltigen Frauen und prügeln auf alles und jeden ein, der ihnen vor die Füße gerät. Und alles folgt nur einem einzigen Prinzip: dem Spaß! Bis die Gang ihren Anführer an die Polizei verrät. Zu mehrjähriger Haft verurteilt, wird Alex für ein neuartiges Experiment ausgewählt, das ihn von seiner Gewaltbereitschaft ein für alle Mal ›befreien‹ soll. - Im Jahr 1962 als Zukunftsvision entstanden, die längst unmittelbare Gegenwart sein könnte, nimmt der Autor Anthony Burgessin seinem Roman »A Clockwork Orange« nicht zuletzt die Frage nach der Überwindung des Bösen durch biotechnologische Eingriffe in den Fokus. Weisen Konditionierungen dieser Art, die Forderung nach ‚politicalcorrectness‘ oder einfach Belohnungs-Apps den richtigen Weg zur (Ver-)Besserung des Menschen? Oder bleibt das Neu-Werden hin zum Guten doch nur Utopie, da das Herz der Gewalt unermüdlich weiter­schlägt?

Auf die Bühne des DNT Weimar gebracht wird der Bestseller, der vor allem durch Stanley Kubricks gleichnamige Verfilmung zum Kult geworden ist, von Generalintendant Hasko Weber. In seiner Inszenierung des Stoffs stellt er der exzessiven Gewalt bei Burgess als musikalische Entsprechung Songs der Band »Rammstein« gegenüber - live gespielt und gesungen vom Ensemble der Produktion. Drums, harte Basslinien, verzerrte und rifflastige Gitarren sowie repetitive elektronische Arrangements werden die Geschichte unnachgiebig vorantreiben.

Die nächsten Vorstellungen: 13. Oktober, 19.30 Uhr // 21. Oktober, 18 Uhr // 2. und 16. November, 1., 13. und 29. Dezember, jeweils 19.30 UhrWeimar, DNT (Großes Haus) 

Foto: Candy Welz


August Zirner gastiert in Gera mit Saint-Exupérys Der kleine Prinz

Freitag, 26. Oktober,19.30 Uhr im Großen Haus der Bühnen der Stadt Gera

Auf ein besonderes Gastspiel dürfen sich die Literatur-, Musik- und Theaterfreunde in Ostthüringen freuen: Am Freitag, 26. Oktober, um 19.30 Uhr tritt August Zirner im Großen Haus der Bühnen der Stadt Gera auf. Er liest Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry und spielt auf der Querflöte zusammen mit Kai Struwe am Kontrabass eigens von ihm dazu komponierte Musik.

Der bekannte Theater- und Filmschauspieler ist auch ein ausgezeichneter Querflötenspieler. Er entführt mit warmer Stimme auf eine sprachlich-musikalische Reise in die Welt des kleinen Prinzen. Ein träumerisch-poetisches, melancholisch und humorvoll ergreifendes Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit. Der mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnete Schauspieler tritt gemeinsam mit dem Kontrabassisten Kai Struwe auf, der aktuell in der Band von Helge Schneider spielt.

August Zirner, Rezitation und Querflöte

Geboren und aufgewachsen in Illinois, kehrt der Sohn jüdischer Immigranten Anfang der 70er Jahre nach Wien in die frühere Heimat seiner Eltern zurück. Er absolviert dort seine Schauspielausbildung am Wiener Max Reinhardt Seminar und verbringt seine ersten zwölf Berufsjahre hauptsächlich auf österreichischen und deutschen Bühnen, darunter das Wiener Burgtheater und die Münchener Kammerspiele. Seit 1975 spielt er in über 130 Kino- und Fernsehfilmen, darunter Doris Dörries` GELD, Volker Schlöndorffs HOMO FABER, F.X. Bogners CAFE EUROPA, DAS VERSPRECHEN von Margarethe von Totta- Eröffnungsfilm der Berlinale 1991, Rainer Kaufmanns STADTGESPRÄCH, Andre Erkaus SELBSTGESPRÄCH, GEBÜRTIG von Robert Schindel und Adolf Winkelmanns WDR-Zweiteiler CONTAGAN sowie dem Oscar-prämierten Film DIE FÄLSCHER von Stefan Ruzowske. Zu seiner Filmografie zählen ebenso Marco Kreuzpaintners des Thena Comming out variierende Komödie COMING IN sowie die Kinderfilme PÜNKTCHEN UND ANTON, DAS SAMS und HERR BELLO. TAKING SIDES – DER FALL FURTWÄNGLER von Istvan Szabos konfrontiert August Zirner auch mit der eigenen Familiengeschichte. Für sein intensives Spiel in Züli Aladags WUT als bildungsbürgerlich geprägter Vater, der die Kontolle verliert, wird Zirner 2007 mit dem Adolf –Grimme-Preis ausgezeichnet. August Zirner, der auch Querflöte und Saxofon spielt, arbeitet regelmäßig mit dem Jazztrio: „Das Spardosen-Terzett“ zusammen zu dem auch sein Bühnenpartner Kai Struwe gehört. 2011 erscheint das gemeinsame Album DIAGNOSE: JAZZ bei Edel Records. Mit dem gleichnamigen Programm touren August Zirner und „Das Spardosen-Terzett“ 2013/2014 durch Deutschland.

Kai Struwe, Kontrabass, musiziert außer mit seiner eigenen Band, dem Spardosen-Terzett (u.a. Zusammenarbeit mit Wiglaf Droste, Ina Müller, Stephan Sulke, Thomas Quasthoff, August Zirner) aktuell in der Band von Helge Schneider. Nach einem Studium an der Folkwang Hochschule in Essen unterrichtete er an der Uni Essen Gehörbildung, Harmonielehre, Bass und Combospiel. Parallel dazu konzertierte er als gefragter Musiker u.a. bei Chris Farlow, Connexion Latina, Supercharge und vielen anderen Bands verschiedenster Musikrichtungen durch Europa. Zudem kommen Plattenaufnahmen, Radio und TV Auftrittte. Außerdem komponierte Kai Struwe zahlreiche Theater-, Hörspiel- , Film- und Werbemusiken.

Karten sind an der Theaterkasse erhältlich, Telefon 0365 8279105, online unter www.tpthueringen.de


„Die verkaufte Braut“ kommt nach Gera

Premiere: 19. Oktober, 19.30 Uhr, Bühnen der Stadt Gera

1866 in Prag uraufgeführt, gilt „Die verkaufte Braut“ als eine der beliebtesten Buffo-Opern überhaupt. Sie ist so komödiantisch wie doppelbödig. Das Meisterwerk Bedřich Smetanas (1824-1884) besticht durch seine böhmische Volkstümlichkeit, Melodienreichtum und eine farbige Instrumentation. Bei Theater&Philharmonie Thüringen inszenierte Generalintendant Kay Kuntze das Werk in der Ausstattung von Irene Suhr. Nach der erfolgreichen Premiere am Ende der vergangene Spielzeit kommt das Werk jetzt nach Gera. In Ostthüringen ist „Die verkaufte Braut“ damit erstmals seit 1984 wieder zu sehen. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera spielt unter der Leitung von Takahiro Nagasaki.

Marie und Wenzel sollen gemäß dem Wunsch ihrer Väter heiraten. Kruschina und Micha wollen mit der arrangierten Ehe Erbe und Wohlstand der beiden sichern. Nachdem Michas erstgeborener Sohn als verschollen gilt, erscheint der naive Wenzel dem alten Kruschina als der ideale Schwiegersohn. Doch Marie setzt sich gegen den Plan ihres Vaters zur Wehr, liebt sie doch den Knecht Hans. Der Heiratsvermittler Kecal versucht, Hans umzustimmen. Der Außenseiter willigt scheinbar gegen Zahlung einer hübschen Summe ein und sagt sich von der Enttäuschten los. Er stellt allerdings die Bedingung, dass nur ein Sohn Michas Marie zur Frau nehmen dürfe. Dieser obszöne Handel wird von der empörten Dorfgesellschaft missbilligt und Marie ist zutiefst gekränkt. Doch dann gibt sich Hans als Michas erstgeborener Sohn zu erkennen. Mit ihrer Liebesheirat sichern sich Marie und Hans auch das Erbe. Die bestehende Ordnung gerät ins Wanken …

Tipp: das 264. Foyerkonzert am Sonntag, 21. Oktober, um 11 Uhr im Konzertsaalfoyer bringt unter dem Titel „Böhmische Serenade“ Harmonie- und Kammermusik für großes Bläserensemble. Die Thüringen Harmonie, das Bläserensemble des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera, musiziert unter der  Leitung von Hendrik Schnöke u.a. die Harmoniemusik von Andreas N. Tarkmann zu Smetanas VERKAUFTEN BRAUT.

Weitere Vorstellungen: 21. Okt. 14.30 Uhr, 17. Nov. 19.30 Uhr

Karten sind an der Theaterkasse erhältlich, telefonische Reservierungen unter 03447-585160, online buchen unter www.tpthueringen.de

Foto: Ronny Ristok


Der Misanthrop als Maskenspektakel

Premiere: 12. Oktober, 19.30 Uhr, Gera, Puppentheater

Molières Komödie „Der Misanthrop oder Der verliebte Melancholiker“, auch unter dem Titel „Der Menschenfeind“ bekannt, begeistert seit über 350 Jahren das Publikum in aller Welt. In Gera kommt sie jetzt als Maskenspektakel im Puppentheater auf die Bühne. Bereits am Sonntag, 7. Oktober, lädt Dramaturgin Svea Haugwitz um 11 Uhr mit dem Inszenierungsteam und Spielern zu einer MATINEE ins Puppentheater ein, auf der man vorab mehr zur Inszenierung erfahren und auch schon einiges sehen kann – und das bei freiem Eintritt!

Alceste hat genug von den Lügen und Heucheleien am königlichen Hof. Obwohl selbst von adeliger Abstammung, möchte er sich von den Zwängen der sogenannten „besseren“ Gesellschaft lösen und beschließt, sein Leben radikal zu ändern: Von nun an will er nur noch die Wahrheit zu sagen; ohne Rücksicht auf Verluste. So weist er auch bald seinen besten Freund Philinte von sich, der vergeblich versucht, Alceste zur Mäßigung zu bewegen. Dem Dichter Oronte sagt Alceste, dass er seine Reime grässlich finde – und hat wenig später wegen dieser Aussage einen Prozess am Hals. Erschwerend hinzu kommt, dass der wahrheitsliebende Radikalist ausgerechnet in die kokette Witwe Célimène verliebt ist. Diese weiß genau, wie man mit Charme und  vagen Versprechen die Verehrer bei der Stange hält. Ob Alceste sie läutern kann? - Das Maskentheater verhüllt die natürliche Mimik und überzeichnet die menschlichen Gesichtszüge zu Stereotypen. Damit stellt das Genre umso eindringlicher die Frage nach Verstellung und Verblendung und der Wahrheit unter der Oberfläche. Regie führt Kai Anne Schuhmacher. Die Stipendiatin der Theater-Stiftung Gera stellt damit ihre zweite Produktion in Ostthüringen vor. Nachdem sie zuletzt das Solo „Irgendwie Anders“ mit Tobias Weishaupt inszenierte (bereits wieder am Sa, 22. September um 16 Uhr im Puppentheater Gera zu sehen), arbeitet sie diesmal mit dem gesamten Puppentheaterensemble: Lys Schubert spielt die Rolle des Alceste, Sabine Schramm dessen Geliebte Célimène, Tobias Weishaupt den Freund Philinte und Marcella von Jan schlüpft in die Rollen des Oronte und der Arsinoё. Zudem kehrt Lutz Großmann als Gast nach Gera zurück und wird als die Bedienstete Eliante zu sehen sein. Eine weitere, besondere Rolle in der Inszenierung spielt die Musikerin Claudia Buder, die alle Vorstellungen live auf dem Akkordeon begleiten wird. „Das Maskentheater ist ein besonderes Genre. Durch das Verhüllen des Gesichtes schafft es ganz neue Möglichkeiten des Spieles und der Interpretation. Auch deshalb haben wir uns dafür entschieden, die Rollen zum Teil gegen die Geschlechterzugehörigkeit zu besetzen. Wann hat man schon einmal unverfänglich die Möglichkeit, als Frau einen Mann zu spielen und umgekehrt?“, begründet Schuhmacher die Besetzung. Udo Schneeweiß schafft Masken und Bühne. Hilke Förster ist für die Kostüme verantwortlich. Als Coach für das Maskenspiel wurde Hajo Schüler gewonnen.

Vorstellungen im Puppentheater Gera: Sa 13.10.2018 / 19:30 Uhr // Di 16.10.2018 / 18:00 Uhr //  Fr 26.10.2018 / 19:30 Uhr // Sa 27.10.2018 / 19:30 Uhr

Foto: Ronny Ristok


WUNDERBAUM in Jena

WUNDERBAUM in Jena – das niederländische Künstlerkollektiv WUNDERBAUM übernimmt das Theaterhaus Jena Sie sind um die vierzig, beherrschen mehrere Sprachen (inzwischen auch deutsch), haben Kinder und schaffen es doch irgendwie, trotz der unglaublichen Reiserei Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Ab dieser Spielzeit hat das niederländische Theaterkollektiv WUNDERBAUM die Künstlerische Leitung des Theaterhauses Jena übernommen. Und so stellen sie sich ihrem Publikum vor:

„Hallo Jena, wir sind Wunderbaum. - Zu sechst machen wir seit 2001 gemeinsam Theater, und als Kollektiv sind wir die neue Künstlerische Leitung des Theaterhauses Jena. Wir sind eine Gruppe ehemaliger Schauspielschüler*innen von der Toneelacademie Maastricht und ein Bühnenbildner. Unsere erste Spielzeit trägt das Motto „Thüringen kein Problem“. Gegenüber von Schillers Gartenhaus bespielen wir das Theaterhaus mit neuen Stücken. Und mit großen Fragen. An diese Zeit, an diese Stadt. An Heimat, an Fremdheit, an das Andere und an uns – immer mit dem Theater im Mittelpunkt. Zusammen mit dem Fotografen Jan Dirk van der Berg sind wir in der Vorbereitung auf unsere erste Spielzeit für einige Tage auf Fotosafari durch Thüringen gegangen, aus dem Ergebnis entstehen die Plakate dieser Spielzeit. Und das also ist Thüringen? Für diese Menschen machen wir Theater? Ja, und auch für die anderen, für Jena, für Thüringen, und immer auch für Europa. Wunderbaum sind sechs Personen, die in drei unterschiedlichen Ländern leben und dort in verschiedenen Zusammensetzungen arbeiten. Deshalb wohnt unserer Arbeit stets auch eine europäische Perspektive inne. Und das wollen wir durch einen steten Austausch auch in Jena spürbar machen – in Zusammenarbeit mit dem Mare Culturale Urbano in Mailand und dem Theater Rotterdam, den anderen Heimatorten von Wunderbaum. Aber zuerst muss Jena Heimat werden. Auf geht’s.“

Im Oktober 2018 geht es los: 20.10.2018: Tag des offenen Theaterhauses // 25.10.2018: Premiere „Jena macht es selbst“ (Schauspiel) // 26.10.2018: „Hallo Jena“ (Schauspiel) + °Jena macht es selbst“ (Schauspiel) + „Party mit Hi Hawaii“ (Spielzeiteröffnungsparty) // 27.10.2018: „Jena macht es selbst“ (Schauspiel)

www.theaterhaus-jena.de


Schwarze Komödie: Herr Kolpert

Premiere: Samstag, 13. Oktober, Bühne am Park Gera

Herr Kolpert ist der Titel einer Komödie von David Gieselmann, mit der das Schauspielensemble das Publikum von Theater&Philharmonie Thüringen mit schwarzem Humor unterhalten will. Die Premiere in der Bühne am Park Gera ist am Samstag, 13. Oktober, um 19.30 Uhr. Die Altenburger Premiere steht am Jahresende auf dem Spielplan im Heizhaus: am 30. Dezember um 19.30 Uhr. Die zweite Altenburger Vorstellung ist ein Silvester-Spezial und beginnt um 20.00 Uhr. Regie führt Philipp Kugler, Bühne und  Kostüme entwirft Anika Wieners. In den Rollen: Ines Buchmann (Sarah Dreher), Alexandra Sagurna (Edith Mole), Maximilian Popp (Bastian Mole), Bruno Beeke (Ralf Droht) und als Pizzamann kommt Danijel Gavrilovic.

Ralf und seine Lebensgefährtin Sarah haben deren Arbeitskollegin Edith und ihren Ehemann Sebastian zum Essen eingeladen – obwohl Sarah Kochen hasst. Doch: Wozu gibt es schließlich Lieferdienste? Statt eines schönen Dinners tischen die Gastgeber lieber jede Menge Lügen und böse Witze auf, die Edith und Sebastian zunehmend verunsichern. Liegt wirklich ein Mann namens Herr Kolpert ermordet in der Truhe im Wohnzimmer? Sollten die Gastgeber tatsächlich – nur aus Langeweile – einen Mord begangen haben und diesen nun frank und frei ihren Gästen gestehen? Oder ist das alles nur ein perfider Scherz? Tapfer bestreiten Edith und Sebastian den Abend vorerst mit Gesellschaftsspielen und schleppenden Konversationen, die jedoch immer wieder von Sebastians eruptiven Ausrastern unterbrochen werden. Der eigensinnige Humor der Gastgeber geht schließlich zumeist auf Kosten der Gäste. Die angespannte Situation spitzt sich den Abend über ebenso zu wie die Zweifel an Ralfs und Sarahs Glaubwürdigkeit. Als schließlich ein merkwürdiges Klopfen aus der Truhe kommt, gerät der Abend völlig außer Kontrolle. Und zu allem Überfluss bringt der Pizzabote auch noch die falsche Bestellung!

Inspiriert von Alfred Hitchcocks Klassiker Cocktail für eine Leiche hat David Gieselmann (*1972) mit Herr Kolpert eine schwarze Komödie geschaffen, die sich an irrem Dialogwitz voll Freud’scher Versprecher und absurden Wiederholungen ergötzt. Im Mai 2000 wurde Herr Kolpert in englischer Übersetzung am Londoner Royal Court Theatre uraufgeführt und im selben Jahr auch an der Berliner Schaubühne gezeigt. Gieselmanns bekanntestes Werk wurde, neben zahlreichen Inszenierungen in Deutschland, u. a. auch in der Türkei, Israel, Italien, Griechenland, Frankreich, Polen, Australien und den USA gespielt.

Weitere Vorstellungen: Sa 20.10.2018 / 19:30 Uhr // So 11.11.2018 / 18:00 Uhr // Sa 22.12.2018 / 19:30 Uhr

So 30.12.2018 / 18:00 Uhr Premiere Heizhaus Altenburg

Karten sind an der Theaterkasse erhältlich, Telefon 0365 8279105 oder 03447 585177, online unter www.tpthueringen.de

Foto: Ronny Ristok


"Der Vogelhändler" in Altenburg

1891 in Wien uraufgeführt, erfreut sich Carl Zellers (1842-1898) Der Vogelhändler dank turbulenter Handlung, wirkungsvoller Chorensembles und volksliedhaft-einschmeichelnder Melodien wie „Grüß euch Gott, alle miteinander“, „Ich bin die Christel von der Post“ oder „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ bis heute großer Beliebtheit. Eine besondere Komik entsteht, wenn die höfisch-aristokratische Welt der Kurpfalz auf das Milieu eines Bauerndorfes trifft und jeder die anderen hinters Licht führen oder deren wahre Neigungen und Absichten ergründen möchte.
Mit Bernhard Stengele – 2012 bis 2017 Schauspieldirektor bei Theater&Philharmonie Thüringen – konnte ein Regisseur gewonnen werden, der mit seiner Affinität für Komik und Milieustudien die Volksoperette schwungvoll auf die Bühne bringen wird. Die musikalische Leitung hat Thomas Wicklein. Bühne und Kostüme entwirft Kristopher Kempf. Der Opernchor singt in der Einstudierung des neuen Chordirektors Gerald Krammer aus Österreich.
In den Partien: Kurfürstin Anne Preuß • Adelaide Judith Christ • Baron Weps Johannes Beck • Graf Stanislaus Timo Rößner • Süffle Kai Wefer • Würmchen Ulrich Burdack • Adam János Ocsovai • Christel Miriam Zubieta • Schneck Florian Neubauer • Jette Iris Eberle/ Claudia Müller • Frau Nebel Katharina Hentschel/ Kirsten Wolf
In einem pfälzischen Dorf am Rhein herrscht große Aufregung: Der Kurfürst hat sich zur Jagd angesagt. Er möchte ein Wildschwein erlegen und eine Jungfrau empfangen. Mit beidem kann die frivole Gemeinde nicht dienen. Der Jägermeister des Kurfürsten ist bereit, gegen ein hohes Bestechungsgeld dem Kurfürsten ein zahmes Hausschwein und eine Witwe vorzuführen. Da wird die Jagd abgesagt. Der Jägermeister, der das Geld nicht zurückgeben möchte, stellt seinen Neffen als Kurfürsten vor. Währenddessen trifft die Kurfürstin ein, um –  als Bauernmädchen verkleidet – ihren Gatten „in flagranti“ zu erwischen. Gleichzeitig kommt der Tiroler Vogelhändler Adam an, um seine Braut Christel zu besuchen. Diese wiederum möchte beim Kurfürsten eine Stellung für Adam erbitten. Ein fröhliches Spiel der Verwechslungen, Eifersüchteleien und Liebe beginnt …

11. und 28. Oktober, jeweils 14.30 Uhr // 13. Oktober, 16 Uhr // 25. Dezember, 18 Uhr

Karten an den Theaterkassen, Telefon 03447-585177 oder 0365-8279105, online buchen unter www.tpthueringen.de

Abbildung: János Ocsovai spielt den Adam aus Tirol, den Vogelhändler
Foto: Ronny Ristok



Willkommen, bienvenue, welcome im Cabaret

9. November und 28. Dezember, jeweils 19.30 Uhr, Bühnen der Stadt Gera

Gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera und den Eleven des Thüringer Staatsballetts präsentiert das Schauspielensemble von Theater&Philharmonie Thüringen als erste Premiere der neuen Spielzeit 2018/19 im Großen Haus Gera am 28. September um 19.30 Uhr mit CABARET ein Musical, das von einer lebensfrohen, expressiven Zeit berichtet – und von deren jähem Ende.
„Willkommen, bienvenue, welcome im Cabaret, au Cabaret, to Cabaret!“, begrüßt der bizarre Conférencier seine internationalen Gäste zu einer schrillen Show im Kit-Kat-Club. Dorthin hat es auch den amerikanischen Schriftsteller Clifford Bradshaw verschlagen, der sich vom wilden, pulsierenden Berlin der späten 20er Jahre inspirieren lassen möchte. In dem legendären Club jedoch findet er nicht nur Zerstreuung, sondern begegnet auch der Sängerin Sally Bowles. Sie ist der Star des Hauses und natürlich verfällt auch der junge Amerikaner ihrem Charme.
Das weltoffene und bunte Berlin ist ein Genuss; die Verliebten erleben erfüllte Tage und rauschende Feste. Doch die Zeiten ändern sich rasant. Ein neuer Wind weht durch Deutschland. Und die anfangs kleine Brise von rechts wird mehr und mehr zu einem Sturm, der alles hinwegfegt, was so begeisternd und wunderbar war … Das aufkommende Unwetter verändert auch die Menschen, die eben noch so vertraut und liebenswert waren. Clifford will wieder fort – doch Sally möchte an ihrer Karriere in Berlin festhalten.
Die Uraufführung von Cabaret gewann 1967 insgesamt acht Tony Awards u. a. als bestes Musical; die Verfilmung (1972) mit Liza Minnelli erlangte Kultstatus. Songs wie „Maybe this time“, „Money makes the world go round“ oder „Life is a Cabaret“ wurden zu Welthits.

Die musikalische Leitung hat Schauspielkapellmeister Olav Kröger. Regie führt Lydia Bunk. Das Bühnenbild entwirft Mathias Rümmler, die Kostüme Bianca Deigner. Für die Choreografie zeichnen Vlasova/ Pawlica verantwortlich.
In den Rollen: Sally Bowles: Nolundi Tschudi • Conférencier: Manuel Struffolino • Clifford Bradshaw: Sebastian Schlicht • Fräulein Schneider: Mechthild Scrobanita • Herr Schultz: Thomas C. Zinke • Ernst: Thorsten Dara • Fräulein Kost: Michaela Dazian • Zollbeamter/ Kellner u. a.: Johannes Emmrich

Karten an den Theaterkassen, Telefon 03447-585177 oder 0365-8279105, online buchen unter www.tpthueringen.de

Foto: Ronny Ristok


Ohnmacht des Einzelnen

Vogtlandtheater Plauen: Premiere für Hamlet / In der Titelrolle: Daniel Koch

„Es ist was faul im Staate Dänemark“ – Der König, Hamlets Vater, ist plötzlich gestorben und Hamlets Mutter heiratet dessen Bruder Claudius, der sich dadurch den Thron sichert. In der Nacht erscheint Hamlet der Geist seines Vaters und bezichtigt Claudius des Mordes. Hamlet sinnt daraufhin auf Rache. Er täuscht Wahnsinn vor, um besser agieren zu können. Mit Hilfe einer Schauspieltruppe, die einen Königsmord auf die Bühne bringt, versucht er seinen Onkel als Mörder zu überführen. Doch auch seine Gegner werden aktiv, um Hamlet auszuschalten. Wem kann er überhaupt noch vertrauen? Sogar seine Liebe Ophelia scheint ihn auszuspionieren. Im Strudel aus Macht, Wahnsinn und Intrigen kommen immer mehr Menschen zu Tode, bis der Prinz an Ophelias offenem Grab schließlich selbst zum Duell gefordert wird …
Die um 1600 entstandene Tragödie zählt zu den meistgespielten Stücken Shakespeares und hat nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Die komplexe Geschichte thematisiert die Ohnmacht des Einzelnen in einer sich wandelnden Welt und das Dilemma des reflektierenden Menschen angesichts derer, die für ihren persönlichen Vorteil entschieden und skrupellos handeln. In der Titelrolle als Hamlet, Prinz von Dänemark, ist Daniel Koch zu erleben. Er wurde in Rüsselsheim (Hessen) geboren. Nach zweijährigem Studium der Soziologie, Philosophie und Psychoanalyse in Frankfurt am Main sowie Tätigkeiten im Bereich der sozialen Arbeit, absolvierte er bis 2004 seine Schauspielausbildung in
Mainz. Sein Erstengagement führte ihn 2004 an das Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz, an dem er noch bis 2011 gastierte. Er spielte u. a. den Amadeus in Peter Shaffers gleichnamigen Theaterstück, Jan in „Die fetten Jahre sind vorbei“, Shakespeares Romeo, D'Artagnan in einer Adaption von Dumas' „Die drei Musketiere“ sowie diverse Hauptrollen in Inszenierungen von Klaus Dieter Roth. Gastverträge führten ihn u. a. nach Celle und Berlin. Seit der Spielzeit 2011/12 ist Daniel Koch am Theater Plauen-Zwickau engagiert.
Premiere: Samstag, 20. Oktober, 19.30 Uhr, Plauen, Vogtlandtheater
Nächste Vorstellungen: 26. Oktober, 3. November und 7. Dezember, jeweils 19.30 Uhr, 11. und 12. November, jeweils 18 Uhr


Die Känguru-Chroniken

Stück von Marc-Uwe Kling im Heizhaus Altenburg

Marc-Uwe Kling (*1982) hat mit dem kommunistischen Känguru eine Figur geschaffen, die gesellschaftliche Fragen unserer Zeit aufgreift und dazu anregt, einmal mehr um die Ecke zu denken. Die (Hör-)Buchreihe Die Känguru-Chroniken bildet dabei die Grundlage für die Theateradaption, für die Marc-Uwe Kling zusätzlich eigene Lieder eingefügt hat, die auf der Bühne von Musiker Marco de Haunt interpretiert werden. Alexander Flache inszenierte die Känguru-Chroniken bei Theater&Philharmonie Thüringen in der Ausstattung von Petra Linsel. Es spielen: Kleinkünstler Maximilian Popp • Känguru Ioachim Zarculea • Typ, der alle anderen spielt Bruno Beeke.
Nach dem großen Erfolg in Gera mit nur ausverkauften Vorstellungen erlebt die Inszenierung am Sonntag,  23. September, um 18:00 Uhr  im Heizhaus ihre Altenburger Premiere.
Das Stück zeigt philosophische und amüsante Anekdoten aus dem WG-Leben der Protagonisten und nimmt dabei auch das Genre Theater selbst aufs Korn.

„Ach. Mein, dein. Das sind doch bürgerliche Kategorien“, sagt das Känguru. Nach diesem Motto hat es sich nicht nur sämtliche Zutaten für die Eierkuchen zusammengeschnorrt, sondern zieht auch einfach gleich beim (Achtung, böses Wort!) „Kleinkünstler“ Marc-Uwe ein. Dort liegt es in der Hängematte, wirft sich Schnapspralinen ins Maul und arbeitet seine Not-to-do-Liste ab: Es verzichtet auf alles, was es als schlecht für sich, andere oder die Umwelt einstuft – und vollzieht damit gewissermaßen eine Umkehrung des Kategorischen Imperativs. Nicht auf dieser Liste stehen die Besuche der Kneipe „Bei Herta“. Deren resolute Wirtin lebt, arbeitet und diskutiert nach ihrem Leitspruch: „Du denkst dir vielleicht, du bist hart, aba ick bin Herta!“ Als es dem Känguru doch zu langweilig wird, gründet es „Das Asoziale Netzwerk“ – eine Anti-Terror-Organisation gegen den Kapitalismus und das Böse in der Welt. Gemeinsam mit dem Kleinkünstler zieht es im Namen des Netzwerks umher, um Patrioten und Nazis zu boxen, Graffiti zu korrigieren oder Mitarbeiter verschiedener Banken durch scheinbar entwaffnende Ehrlichkeit zum Umdenken zu bewegen.

16. Oktober, 18 Uhr // 10. November, 7. und 13. Dezember, 29. und 30. Januar jeweils 19.30 Uhr
Karten an den Theaterkassen, Telefon 03447-585177 oder 0365-8279105, online buchen unter www.tpthueringen.de

Foto: Ronny Ristok


Thüringer Staatsballett lädt ein zu Ballettfestwoche

25. Januar - 3. Februar 2019 Bühnen der Stadt Gera

Ende Januar 2018 ist es wieder so weit: Das Thüringer Staatsballett lädt ein, die Vielfalt des Tanzes in einmaliger Konzentration auf den Bühnen der Stadt Gera zu erleben. 13 Veranstaltungen stehen vom 25. Januar bis 3. Februar 2019 auf dem Programm der Festwoche. Zum Auftakt zeigt das Thüringer Staatsballett die Premiere der Ballett-Uraufführung „Giselle“ in der Choreografie von Ballettdirektorin Silvana Schröder, in einer Koproduktion mit dem Theater Erfurt. Eine zweite Premiere innerhalb der Ballettfestwoche präsentieren die 12 Eleven des Thüringer Staatsballetts: der Tänzer Hudson Oliveira aus Brasilien, langjähriges Mitglied des Ballettensembles, choreografiert für sie sein erstes abendfüllendes Ballett mit dem Titel Festhalten! in der Bühne am Park. Auch Jiří Bubeníčeks Erfolgsstück Anita Berber – Göttin der Nacht und Silvana Schröders zweiteiliger Abend Eine infernalische Reise/ Letzte Lieder  wird in der Festwoche gezeigt. Ein besonderes Highlight sind die Gastspiele: Zum ersten Mal gastiert die exzellente zeitgenössische Ballettcompagnie NW DANCE PROJECT aus den USA in Gera und das Ballett der Oper Metz Métropole zeigt mit Mozart à 2/ Carmen zwei Werke des französischen Choreografen Thierry Malandain. Das Landesjugendballett Berlin reist mit dem Programm The Contemporaries – Im Hier und Jetzt nach Ostthüringen. Die Werkstatt des Kinder- und Jugendballetts von Theater&Philharmonie Thüringen rundet die Festwoche ab.

Der Vorverkauf für die Festwoche des Thüringer Staatsballetts an den Theaterkassen hat begonnen, telefonische Reservierungen unter 0365-8279105, online buchen unter www.tpthueringen.de