Klassik / Alte Musik

MDR-Musiksommer in Thüringen

MDR Musiksommer 2019

Mit einem breiten Angebot lockt der MDR-Musiksommer bis zum 7. September auf die schönsten Bühnen der Region und ist mit mehr als zwanzig Konzerten in Thüringen zu Gast: Hochkarätige Stars, renommierte Chöre und Orchester präsentieren hier erstklassige Programme mit Musik von Barock über Wiener Klassik bis hin zu Crossover und Jazz. Zum unvergesslichen Erlebnis wird der Konzertbesuch durch atmosphärisch reizvolle Spielortewie die Talsperre in Tambach-Dietharz oder die Porzellankapelle auf der Leuchtenburg nahe Kahla.

Auf den Spuren Johann Sebastian Bachs

Thüringen ist die Heimat von Johann Sebastian Bach – und selbstverständlich ehrt auch das MDR-Festival den großen Barockmeister: Die Konzertreihe „Bachorte“ folgt seinen Spuren entlang seiner Lebens- und Arbeitsstätten. Auftakt ist am 19. Juli das Konzert der Sopranistin Dorothee Mields mit dem L’Orfeo Barockorchester in Bachs Taufkirche in Eisenach, wo unter anderem zwei  Kantaten zu hören sind. In der Bachkirche Arnstadt stellt die Pianistin Ragna Schirmer am 20. Juli zum 200. Geburtstag Clara Schumanns die Beziehung der Jubilarin zu Bach in den Mittelpunkt. Weitere Stationen der Reihe sind die Predigerkirche Erfurt (25. Juli) und die Herderkirche in Weimar (26. Juli), wo Bach die Orgel spielte. Hier kann das Publikum mit dem Collegium Marianum und Hana Blažíkováoder der Academy of St Martin in the Fields die tschechische bzw. englische Spielweise Bachs erleben. Zusammen mit seinem Kollegen Georg Friedrich Händel steht Bach auf dem Programm zweier Konzerte der MDR-Ensembles mit dem Händel-Spezialisten Nicholas McGegan: MDR-Sinfonieorchester und MDR-Rundfunkchor bringen Bachs Himmelfahrtsoratorium und Händels „Dixit Dominus“ am 14. Juni in die Naumburger Stadtkirche St. Wenzel und am 15. Juni in die St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz.

Sommerliche Sinfonik

Auch an anderen Orten präsentieren die MDR-Ensembles beim sommerlichen Festival die ganze Vielfalt ihres Repertoires: Am 23. Juni holt das MDR-Sinfonieorchester italienisches Flair in die Stadtkirche St. Georg in Schmalkalden, wenn es Mendelssohns „Italienische“spielt und Cellistin Raphaela Gromes bei Boccherinis Cellokonzert begleitet. Italienisch geht es auch in der großen Operngala zu, die das Orchester mit zwei jungen Opernstars in gleich drei Städten präsentiert. Auf der Seestern-Panorama-Bühne in Zeulenroda (23. August), an der Alten Talsperre Tambach-Dietharz(24. August) und in der Rotkäppchen Sektkellerei in Freyburg an der Unstrut(30. August) zünden das Orchester und seine Gäste unter Leitung von Karsten Januschkeein fulminantes Feuerwerk der schönsten Opernmelodien mit Arien und Duetten von Mozart, Rossini, Puccinioder Verdi.Trompeten-Klassiker mit Simon Höfele und dem MDR-Sinfonieorchester stehen hingegen am 29. Juni in der Vogtlandhalle Greiz auf dem Programm.

Alle drei MDR-Ensembles – Sinfonieorchester, Chor und Kinderchor – entführen am 6. Juli auf der Bühne des Congress Centrums Suhl in die mittelalterliche Welt von Carl Orffs „Carmina Burana“ und erwecken die Jahrhunderte alten Texte über Liebe, Natur und Schicksal mit Orffs weltberühmter Musik zum Leben. Ein Wiedersehen mit dem MDR-Rundfunkchor gibt es anlässlich des Weltfriedenstags am 1. September: Unter dem Motto „Donanobispacem“ gastieren die Sängerinnen und Sänger mit der norwegischen Dirigentin Grete Pedersen im Dom zu Nordhausen mit einem A-cappella-Programm.

Intime Kammermusikkonzerte und Jazz-Abend

Einen hochkarätigen Jazz-Akzent setzt die schwedische Sängerin Rigmor Gustafsson mit ihrer Band. In Freyburg lädt sie am 20. Juli zu einem Rückblick auf ihr bereits rund dreißigjähriges Schaffen und stellt zudem ihr neues Album „Coming Home“ vor. Jazzige Arrangements und Bearbeitungen von Werken aus unterschiedlichen Epochen hat das Blechbläserensemble German Brass in der Stadtkirche St. Michael in Jenaim Gepäck. Am 4. August spielt es sich hiereinmal quer durch die Musikgeschichte. Ganz dem Originalklang verpflichtet sind dagegen die Geigerin Midori Seiler und der Pianist Andreas Staier. Sie beenden am 30. August die traditionsreiche Reihe „Konzerte auf der Wartburg“ im MDR-Musiksommer mit intimer Kammermusik im festlichen Palas: Sonaten und weitere Stücke von Schubert und Mozart werden in ihrer Interpretation zu wahren Kostbarkeiten.

Den krönenden Abschluss des MDR-Musiksommers 2019 gibt es am 7. September mit dem MDR-Sinfonieorchester und dem MDR-Rundfunkchor in Suhl: Im CCS dirigiert DomuingoHindoyanein erneut italienisches Programm mit Puccinis „Messa di Gloria“ und Verdis „Quattro pezzisacri“.

Das Foto zeigt die Wartburgin Eisenach / Foto: (c)-MDR-Stefan Hoyer

Alle Informationen unter mdr-musiksommer.de.

Tickets unter www.mdr-tickets.de

 


Gera: Bernd Glemser eröffnet Konzertsaison mit Brahms

Bernd Glemser Theater Gera

Das Philharmonische Orchester Altenburg Gera unter Leitung von GMD Laurent Wagner eröffnet seine neue Saison mit dem 1. Philharmonischen Konzert am Mittwoch, 18. und Donnerstag 19. September 2019 jeweils 19.30 Uhr im Konzertsaal des Geraer Theaters. Dabei erklingen gleich zwei Meisterwerke von Johannes Brahms: sein Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15 und die Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68. Als Solist konnte der renommierte Pianist Bernd Glemser gewonnen werden. Er erlangte früh internationale Berühmtheit, indem er bei 17 internationalen Klavierwettbewerben hintereinander Preise gewann, u. a. beim Münchner ARD-Musikwettbewerb und beim Busoni-Wettbewerb in Bozen. Heute gilt er als einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit und lehrt als Professor an der Musikhochschule Würzburg.

Johannes Brahms (1833-1897) wagte 1855 erstmals den Schritt zu einem großen Werk. Unzufrieden mit dem Resultat der Komposition einer Sonate für zwei Klaviere, versuchte er deren ersten Satz zunächst zu einer Sinfonie umzuformen, doch ein Jahr später wurde stattdessen daraus der erste Satz seines 1. Klavierkonzertes. Mit diesem huldigte Brahms seinem in der Zwischenzeit verstorbenen Mentor Robert Schumann. Er brachte es 1859 selbst unter der Leitung Joseph Joachims in Hannover zur Uraufführung. Robert Schumann bezeichnete den jungen Brahms schon 1853 als berufenes, musikalisches Genie.

Erst 1862 fertigte Brahms erste Skizzen für das Werk an, welches 14 Jahre später endlich seine 1. Sinfonie werden sollte. Kritiker und Befürworter stritten sich nach der Uraufführung 1876: Jene bewerteten sie als konservativ, diese dagegen gar als Fortführung der Sinfonien Beethovens. Bis heute erfreuen sich beide Werke größer Beliebtheit.

Das Konzert setzt die Reihe „Zukunftsmusik ostwärts“ fort und wird im Programm „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“ vom Staatsministerium für Kultur und Medien gefördert.

Vor den Konzerten gibt Dramaturgin Birgit Spörl jeweils 18.45 Uhr eine Einführung.

Kartentelefon Gera: 0365 8279105
Infos und Karten unter www.theater-altenburg-gera.de

Foto: Bernd Glemser (Foto Werner Kmetitsch)


Erlebnisreicher Sommer mit der Vogtland Philharmonie

Die Konzertpalette der Vogtland Philharmonie ist für gewöhnlich breitgefächert und bietet so für jeden Musikgeschmack ein passendes Erlebnis. Sie reicht von kleinen Serendenkonzerten bis zu großen Cross-Over-Eventund gerade diese Sommerhighlights bieten für Fans aller Generationen und Genre unvergessliche Konzertabende. Gleich nach der Sommerpause geht es am 10. August mit dem neuen Großprojekt „Queen Classic Night“, dass im Mai seine äußerst erfolgreiche Premiere in der Greizer Vogtlandhalle feierte, auf die Bühne der SchloßArena in Auerbach/Vund bringt mit „The Magic of Queen“ eine der besten Queen-Tributebands mit (Eventim). Mit einem kunterbunten Programm aus Klassik, Film, Rock & Pop wartet die Burg Classics erneut auf der Ruine Reichenfels in Hohenleuben auf und holt am 23. August schon zum vierten Mal die fantastische Atmosphäre eines modernen Open-Air-Konzerts in die mittelalterliche Umgebung (Ticketshop Thüringen). Unter dem Titel Rock meets Classic kommt am 31. August eine außergewöhnliche Symbiose aus Rockmusik und Orchestersoundauf das Open-Air-Gelände an der Turnhalle in Straßberg bei Plauen, wo u. a. Rocksänger und DSDS-Gewinner Tobias Regner zu erleben sein wird (Eventim, Freie Presse). Kleiner und beschaulicher geht es zwischenzeitlich zu zwei Serenadenkonzerten am 18. August auf SchloßBurgk (03663 400119) und am 19. August im Sommerpalais Greiz (03661 70580) zu. Wer jetzt noch die großen Filmmusikkonzerte der Vogtland Philharmonie vermisst, kommt u. a. am 14. September zu Sounds of Hollywood in der Ronneburger Bogenbinderhalle auf seine Kosten (Ticketshop Thüringen).

All diese und noch mehr Termine gibt es zum Nachlesen im Sommerspielplan oder im Jahresheft, die großflächig im Vogtland ausliegen, sowie auf der neu gestalteten Homepage www.vogtland-philharmonie.de


Die Jenaer Philharmonie und ihre Chöre in der neuen Spielzeit

Relevanz, Nachhaltigkeit und Freude sind die drei großen Schlagwörter, durch die Generalmusikdirektor Simon Gaudenz die neue Spielzeit !VOKAL! der Jenaer Philharmonie charakterisiert haben möchte. Relevanz meint die – wachsende – Bedeutung des Orchesters für Jena und weit darüber hinaus, Nachhaltigkeit soll das ausdauernde Bemühen um neue Zielgruppen, Formate und Orte prägen, und das alles muss natürlich und nicht zuletzt getragen sein von Freude, Freude beim Musizieren für die Musikerinnen und Musiker, Freude, die von dort das Publikum ergreift. Golden, sehr selbstbewusst also, kommt das neue großformatige opulente Programmbuch, das mehr als ein reines Veranstaltungsheft ist, daher: es beleuchtet auf 152 Seiten Hintergründe, porträtiert Protagonisten, soll kurz gesagt, Lust machen, dem Bemühen um Balance und Ausgewogenheit zwischen Bekanntem und Neuen zu vertrauen.

Taucht man ein, in das, was da liebevoll konzipiert wurde, merkt man schnell, es ist für jeden etwas dabei. Klassisch-Traditionelles für das angestammte Konzertpublikum, neue überraschende Formate für die jungen Leute an jungen Orten wie dem Kassa mit dem beziehungsreichen Titel Black Box, da hier Experimente mit offenem Ausgang stattfinden sollen, die moderne Musik mit Party und DJ-Klängen kombinieren, Crossover-Formate zwischen Klassik und Weltmusik für alle, die Altbekanntes in neuem Gewand suchen, unter dem schönen Titel Six Continents, und schließlich 360°-Erlebnisse bei der Möglichkeit, inmitten des Orchesters dem Probengeschehen beizuwohnen, Hinweise aus berufenen Mündern zu bekommen, die Zugänge erleichtern.

In der neuen Spielzeit gilt es auch, zwei Jubiläen zu würdigen. 2020 ist bundesweites Beethovenjahr, so dass dessen Œuvre immer wieder im Spielplan auftaucht, aber es ist auch das Jahr des 50. Geburtstages des Philharmonischen Chores. Die drei Chöre der Jenaer Philharmonie – Madrigalkreis, Knabenchor und eben Philharmonischer Chor – allesamt von herausragender Qualität, können ohne Übertreibung als ein Alleinstellungsmerkmal der Jenaer Philharmonie gelten. Von daher verwundert es nicht, dass sie in der neuen Spielzeit geradezu exponiert werden. „Ich möchte unser Publikum emotional erreichen. Eine Träne ist mehr wert als tausend Dezibel Applaus“, sagt Chorleiterin Berit Walther. Das Jubiläumskonzert am 17. Mai 2019 bringt André Caplet „Tout est lumiere“, Reiko Füting mit einem Auftragswerk und Luis Bacalov „Misa Tango“ zu Gehör, drei ganz unterschiedliche Stücke, von denen eines Simon Gaudenz, eines Berit Walther und eines der Chor selbst auswählten.

Es gehört in die Reihe „Der Klang von Jena“, neuer Titel für ein bewährtes Konzept: wiederum vier Thementage für die ganze Familie plant die Jenaer Philharmonie. Der erste am 17. November 2019 etwa widmet sich dem Thema Politik, Verantwortung und Kunst, Stargast ist der Kabarettist Max Uthoff. Es folgt das Garbage Concerto von Jan Järvlepp am 8. März 2020, bei dem der Schlagzeuger René Münch mit seinen Kollegen auf allem spielt, was man sich nur vorstellen kann: Flaschen, Blechdosen, Radkappen. Schließlich wird der Reigen am 12. Juli 2020, dem Endspieltag der Fußballweltmeisterschaft, geschlossen mit einer Begegnung von Musik und Sport.

Neben all dem geht der interessante Mahler-Scartazzini-Zyklus weiter. Die ArenaOvertüre präsentiert Filmmusiken, es gibt Kammer- und Stadtteilkonzerte, als Artist in Residence konnte Lise de la Salle, Pianistin von ungewöhnlicher Sensibilität und Reife, für fünf Konzerte engagiert werden, und zahlreiche Gastspielreisen führen den Klangkörper nach Würzburg, Mühlhausen, Basel, Vaduz, Dresden, Arnstadt, Weißenfels, Suhl, Wolfenbüttel, Schaffhausen, Hamel, Freiburg, Göttingen, Thalbürgel und last but not least Toblach.

Ein pralles Programm, bei dem dem Klangkörper, so Orchestervorstand Alexander Suchlich, die exzellente künstlerische Leistung allenthalben am allerwichtigsten sei, welche wiederum einer exzellenten künstlerischen Führung bedürfe. Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche ist sich sicher, dass man mit dem Generalmusikdirektor Simon Gaudenz und dem Managementteam Jonas Zipf und Ina Holthaus auf einen guten Weg sei.


Clara Schumann on Tour

Neue Sonderausstellung im Robert-Schumann-Haus Zwickau

Unter dem Titel „Clara Schumann on Tour“ widmet sich eine Sonderausstellung bis 1. September den Konzertreisen Clara Schumanns. Die Ausstellung zeigt sonst nicht zu sehende Kostbarkeiten des Robert-Schumann-Hauses.

Über 60 Jahre lang wurde Clara Schumann auf den Bühnen der großen Konzertsäle bejubelt. Schon 1832 reiste sie mit ihrem Vater zu Konzerten nach Paris, 1889 gab sie ihre letzten auswärtigen Auftritte in Berlin und Leipzig. Sie konzertierte in Budapest, Kopenhagen und Breslau, in den Niederlanden, der Schweiz und in England. An keinem ihrer Konzertorte hat sie so viel Zeit verbracht wie in London, wo sie 1856 erstmals auftrat und bis 1888 noch 19 Mal zu mehrwöchigen Aufenthalten zurückkehrte.

Die Ausstellung zeigt Programmzettel aus der im Robert-Schumann-Haus Zwickau komplett erhaltenen Sammlung Clara Schumanns mit insgesamt 1300 Programmen. Sie werden ergänzt durch zugehörige Zeitungsberichte aus Clara Schumanns eigener Sammlung, handschriftliche und gedruckte Zeitzeugenberichte, Originalbriefe, Bilder der Konzertsäle, Diplome und Auszeichnungen sowie an den Konzerten entstandene Portraits der Musikerin und ihren dortigen Kollegen. Für ihr letztes Berliner Konzert 1889 zeigt die Ausstellung sogar ein Exemplar der Eintrittskarten und der Noten von Chopins zweitem Klavierkonzert mit eigenhändigen Eintragungen, aus denen Clara Schumann bei dieser Gelegenheit spielte.

Welchen Rang die Konzerte im Musikleben des 19. Jahrhunderts hatten, zeigt sich auch an vier Notendrucken, die im Zeitraum von 1842 bis 1872 erschienen, mit Einzelstücken von Robert Schumann, Domenico Scarlatti, Johann Sebastian Bach und Christoph Willibald Gluck - jeweils mit Vermerken wie „Played by Madame Schumann“. Durch den Konzertvortrag Clara Schumanns waren die Stücke populär geworden. Alle vier Ausgaben werden in der Sonderausstellung präsentiert. Bei den Exponaten der Sonderausstellung handelt es sich um sonst in den Tresorschränken verborgene Kostbarkeiten aus dem Bestand des Robert-Schumann-Hauses, aber auch um Leihgaben aus Privatbesitz, vom Bach-Archiv Leipzig sowie von den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum. Von dort stammt eine bisher unbekannte mutmaßliche Portraitzeichnung Clara Schumanns aus den 1840er Jahren von ihrem Dresdner Malerfreund Julius Hübner.

 


Ragna Schirmer spielt Clara Schumann im Schloss Altenburg

29. September, 18 Uhr
Ragna Schirmer Altenburg

Im prächtigen Festsaal des Altenburger Residenzschlosses präsentiert das Philharmonische Orchester Altenburg Gera unter der Leitung von Yury Ilinov sein 19. Schlosskonzert am Sonntag, 29. September um 18.00 Uhr. Zur Feier des 200. Geburtsjahrs von Clara Schumann wird die renommierte Pianistin Ragna Schirmer das Klavierkonzert a-Moll op. 7 von Clara Schumann geb. Wieck spielen. Ragna Schirmer ist Clara-Schumann-Expertin, Robert-Schumann-Preisträgerin und gewann als einzige Pianistin gleich zweimal den Leipziger Bachwettbewerb. Nationale und internationale Auszeichnungen sowie regelmäßige Auftritte bei so bedeutenden Festivals wie dem Beethovenfest Bonn, dem MDR-Musiksommer und den Salzburger Festspielen zeigen, wie herausragend diese Künstlerin ist.

Im Schlosskonzert erklingen außerdem „Carnaval“ op. 9 von Claras Ehemann Robert Schumann, die Streichersinfonie Nr. 5 B-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy und die Ouvertüre C- Dur von dessen Schwester Fanny Hensel geb. Mendelssohn. Beide waren treue Freunde und Weggefährten von Clara Schumann.

Als berühmteste deutsche Pianistin ihrer Zeit und Ehefrau Robert Schumanns ist Clara Schumann bis heute bekannt. Anlässlich ihres 200. Geburtsjahres soll daran erinnern werden, dass sie außerdem eine begabte Komponistin und geschätztes Mitglied der musikbegeisterten bürgerlichen Gesellschaft war. Nicht nur ihr pianistisches Talent, sondern auch ihr musikalisches Fachwissen war von ihren Zeitgenossen hoch geschätzt ‒ für eine Frau in dieser Zeit keineswegs eine Selbstverständlichkeit.

Kartentelefon Altenburg: 03447 585160  / Gera: 0365 8279105
Infos und Karten unter www.theater-altenburg-gera.de

Foto: Ragna Schirmer © Maike Helbig


200 • CLARA BAD ELSTER!

Kultur- und Festspielstadt feiert das Clara-Schumann-Jahr 2019

Bad Elster/CVG. Im Jahr 2019 feiert die Musikwelt den 200. Geburtstag der Pianistin und Komponistin Clara Schumann. Neben den Zentren des Jubiläumsjahres in Leipzig und Zwickau wird auch Bad Elster als mitteldeutsche Kultur- und Festspielstadt dieses Jubiläumsjahr mit ausgewählten Veranstaltungen begleiten, da auch hier Verknüpfungen zu dem berühmten Schumanns aus Zwickau bestehen.

„Neben der familiären Verbindung von Clara zu ihrem aus Plauen stammenden Großvater Gotthold Tromlitz spielt die Familie Schumann im Vogtland und in Bad Elster nicht nur im Klassikrepertoire kontinuierlich eine Rolle. So haben wir bereits im Robert-Schumann-Jahr 2010 hier in Bad Elster einen »Liebesweg« als offiziellen Wanderweg zwischen den Städten Aą (CZ) und Bad Elster entwickelt“ erklärt GMD Florian Merz als geschäftsführender Intendant der gesamtverantwortlichen Chursächsischen Veranstaltungsgesellschaft und führt aus: „Hintergrund ist die Tatsache, dass Robert Schumann auf diesem Weg zu seiner früheren Verlobten Ernestine von Fricken ins böhmische Aą reiste, worüber er in Briefen auch seiner späteren Frau Clara berichtete. Zudem waren sich der Elsteraner Musikdirektor Christoph Wolfgang Hilf und Clara Schumann auch persönlich gut bekannt.“

Höhepunkt des Clara-Schumann-Jahres in Bad Elster ist das große Eröffnungskonzert der 19. Chursächsischen Festspiele an ihrem 200. Geburtstag: Am 13. September wird dann die Chursächsische Philharmonie auf historischen Instrumenten der Klassik gemeinsam mit der polnischen Pianistin Natalia Lentas am Hammerflügel unter der Gesamtleitung von GMD Florian Merz mit Werken von Clara Schuman, Felix Mendelssohn Bartholdy und dessen älterer Schwester Fanny Hensel Clara’s 200. Geburtstag im König Albert Theater höchst musikalisch feiern.

Weitere Jubiläumsveranstaltungen in den Königlichen Anlagen Bad Elsters sind der Klavierabend „Geliebte Clara“ am Vorabend ihres Geburtstages (12.09.), eine Festspiel-Matinee am 16. September und ein historischer Vortrag über das Leben der berühmten Komponistin von Dr. Thomas Synofzik (Robert-Schumann-Haus Zwickau) am 19. September. Beendet wird das Clara-Schumann-Jahr in Bad Elster mit einem festlichen Jahresabschlusskonzert der Chursächsischen Philharmonie am 29. Dezember im König Albert Theater Bad Elster.

www.chursaechsische.de

 


Angela Wiedl auf Tournee: Festliche Kirchenkonzerte

Angela Wiedl Festliches Kirchenkonzert

„Ich glaube an Gott“, so der Titel und dieses Kirchenkonzertes, und Angela Wiedl meint sehr wohl, was sie da behauptet. Tief verwurzelt in ihrem Glauben, nimmt die Sängerin daraus die Kraft, um für alle Schicksalsschläge gewappnet zu sein und ihre grundsätzlich optimistische, lebensbejahende Grundeinstellung zu behaupten. Da bei einer so kreativen Sängerin, die seit dem 11. Lebensjahr auf der Bühne steht, eine ganze Menge hochkarätiger Lieder zusammenkommt, war es wahrlich schwierig, die besten für dieses Konzert auszuwählen: „Für di stell i a Kerzerl auf“, „Wenn’s der Herrgott so will“ oder „La Passionata“ werden in neuem Arrangements ebenso zu hören sein wie das unter die Haut gehende „Ave Maria“ oder von Brahms „Guten Abend, Gute Nacht“. Schon als Kind hatte sich Angela Wiedl gemeinsam mit ihrer Familie als umjubelte Volksmusiksängerin und Jodlerin etabliert. Nach zahllosen erfolgeichen Alben weiß ihre stetig wachsende Fangemeinde auch die große musikalische Bandbreite der 4-Oktaven-Vokalistin zu schätzen. Ausgezeichnet wurde sie u.a. mit der Goldenen Stimmgabel, der Hermann-Löns-Medaille und dem ECHO. Sie überzeugt nun besonders mit ihren emotionalen Kirchenkonzerten. „Ich freue mich über meine Kirchenkonzerte, weil die Musik für mich letzten Endes auch eine Kraftquelle ist.“

28. August, 19:30 Uhr Freiberg Nicolaikirche // 31. August, 17:00 Uhr Köthen St. Agnus Kirche // 1. September, 17:00 Uhr Kraftsdorf St. Peter & Paul Kirche

Karten: an allen bekannten VVK-Stellen

Foto: Veranstalter


Festival Güldener Herbst 2019 - eine Vorschau

20. bis 29. September 2019

Der  GÜLDENE HERBST, das Festival für Alte Musik in Thüringen, wird in den kommenden Jahren sein Festivalformat neu ausrichten. Dabei geht um mehr Präsenz in der Festivallandschaft Mitteldeutschlands,  die Konzentration auf einzelne Konzertorte, innovative Konzertformate und ein neues Layout für das kommende Festival 2019. Unverändert bleibt dabei der wissenschaftlich-programmatische Anspruch des Festivals, Im kommenden Jahr widmen sich die Festivalmacher um Gerd Amelung und Prof. Helen Geyer dem Thema „Musik.Dynastie“; dies umfasst sowohl die höfische Musikpraxis an Thüringer Residenzen durch die jeweiligen Herrscherdynastien wie auch die vielfältigen thüringisch-mitteldeutschen Musikerdynastien wie die Bachfamilie oder den Schülerkreis Heinrich Schütz‘. Für ausgewählte Konzerte des Festivals, das vom 20. bis 29. September 2019 stattfinden wird, ist der Kartenvorverkauf bereits gestartet. Zu den in Weimar, Erfurt, Arnstadt und Auerstedt stattfindenden Konzerthöhepunkten werden bekannte Namen der Alten-Musik-Szene wie lautten compagney BERLIN, Capella de la Torre, SingerPur und Batzdorfer Hofkapelle erwartet. 

Das Eröffnungskonzert des GÜLDENEN HERBSTS 2019 in Weimar mit der lautten compgney BERLIN unter der Leitung von Wolfgang Katschner wird sich mit selten zu hörenden Entdeckungen aus dem „Altbachischen Archiv“ einer der wichtigsten Musikerfamiliendynastien Thüringens widmen: Die Familie Bach prägte mit ihrer Musik die berühmten Generationen um Johann Sebastian Bach, die seines Vaters und seiner Vorfahren, wie auch die seiner Söhne. Im Konzert werden die Motetten Johann Sebastian Bachs in ihren zeitgeschichtlichen Kontext gestellt. In der Gegenüberstellung mit Werken aus dem „Altbachischen Archiv“ wird dem Zuhörer sowohl Bachs Traditionsverbundenheit als auch seine umstürzende Innovationskraft nahegebracht. Das Leipziger Ensemble amarcord ist für den Vokalpart angefragt.

Die gesellschaftspolitische Bedeutung von Dynastien thematisiert das Konzert in der Reglerkirche in Erfurt mit Capella de la Torre. Das von Katharina Bäuml geleitete Ensemble gehört zu den führenden Interpreten von Renaissancemusik für Blasinstrumente wie Schalmeien, Dulziane und Pommer und erhielt vor wenigen Monaten den Opus Klassik. In ihrem Programm mit weitgehend unbekanntem Repertoire aus dem 16. Jahrhundert vom Hof Kaiser Karl V. und seiner Hofkapelle werden Einflüsse auf die Musikpraxis am kurfürstlich-sächsischen Hof von Friedrich dem Weisen erkundet. Ausgrabungen aus den beiden Prachtchorbüchern (Antwerpen, Paris), die Günther „der Streitbare“ von Schwarzburg- Arnstadt und Catharina von Nassau-Dillenburg anschaffen ließen, interpretiert SingerPur im Konzert in der Arnstädter Liebfrauenkirche. Während eines vorangehenden Einführungsvortrags wird der Leiter des Thüringischen Landesmusikarchivs Dr. Christoph Meixner die Codices im Original der Öffentlichkeit am Ort der Grablege des Herrscherpaars präsentieren. Günther XLI und Catherina waren mit dem europäischen Hochadel und der musikalischen Hochkultur vielfältig vernetzt.

www.Gueldener-Herbst.de


Martin Kohlstedt & GewandhausChor zu Leipzig: STRÖME

Martin Kohlstedt Gewandhaus Leipzig

Der Komponist und Pianist Martin Kohlstedt gilt als nimmermüdes schöpferisches Phänomen, das das Publikum jedes Mal aufs Neue mit musikalischen Grenzüberschreitungen konfrontiert. Doch ist es gerade diese Energie und Unberechenbarkeit, mit der er sich in den letzten sieben Jahren weltweit eine treue Fangemeinde aufgebaut hat. Seine Stücke zelebrieren die Verquickung analoger und digitaler Instrumentierung. Die modularen Strukturen verleihen ihnen ein größtmögliches Maß spontaner Freiheiten, die er bei seinen Konzerten zur Begeisterung der Zuschauer intensiv auslebt. Auf seinem kommenden Album „Ströme“ (Edition Kohlstedt / Warner Classics; VÖ: 3. Mai) arbeitet der gebürtige Thüringer erstmals mit dem GewandhausChor zu Leipzig unter der Leitung von Gregor Meyer zusammen – ein Wagnis sondergleichen, denn dass der Chor eines klassischen Konzerthauses so fundamental in die freien Assoziationen Kohlstedts eingebunden wurde, ist eine Meisterleistung. Am 8. März veröffentlichte Warner Classics die zweite Singleauskopplung „KSYCHA“, die nach einem dramatischen Sog über das Piano den nach innen gerichteten Fokus entwickelt, sich dem Chaos zu stellen.

Bei den anstehenden Konzerten in Erfurt und Leipzig werden seine modularen Kompositionen die lebendige Zusammenarbeit mit den 45 Chormitgliedern Abend für Abend neu austarieren. Was immer gegeben sein wird: der unverwüstliche Sog seiner Musik. Martin Kohlstedt ist keiner, der sich der großen Inszenierung wegen ein maßgeschneidertes Image übergeworfen hat, das Authentizität ausschließlich vorgaukelt. Es ist einfach eine andere Art, Musik zu denken und mit ihr zu kommunizieren, die ihn im wachsenden Segment der modernen Klassik mit elektronischer Infusion letztendlich so klar und deutlich herausstechen lässt. Kompositorischen Versatzstücken haucht er eine so enorme Lebenskraft ein, die den Zuhörer immer wieder mitreißt, provoziert, elektrisiert. Kollaborationen sind schon immer ein zentraler Bestandteil seines Schaffens. Um seine künstlerische Sicht einer starken Reibung auszusetzen, arbeitete er auf zwei Rework-EPs genreübergreifend mit Künstlern wie Hundreds, Christian Löffler, Douglas Dare, FM Belfast und Dwig zusammen. Mit „Ströme“ verfolgt er weiter konsequent seine Auffassung musikalischer Kreation fernab opportunistischer Trends. Sowohl für Martin Kohlstedt, als auch für den GewandhausChor und seinen Leiter Gregor Meyer stellen Album und Tournee eine Herausforderung experimentellen Charakters dar. So agiert der Chor zum Beispiel ohne klassische Notation, aber mit Raum für individuelles Ausgestalten. Das Ergebnis ist pure Dynamik voller monumentaler Verwerfungen und zarter Annäherungen, aber befreit von jeder Angst, was Klassik sein darf.

17. Dezember 2019, Erfurt, Alte Oper // 9. Februar 2020, Leipzig, Gewandhaus

Karten: bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, Tickethotline 0341.98 000 98 und unter www.mawi-concert.de

Foto: Martin Kohlstedt (Fotocredit J-Konrad-Schmidt)