Klassik / Alte Musik

15. Thüringer Adjuvantentage

31. Mai bis 2. Juni in Gorsleben und Schmücke
Amarcord Thüringer Adjuvantentage

Sonntag, 2. Juni, 18:00 Uhr, St.-Bonifatius-Kirche Gorsleben

FESTKONZERT
Sethus Calvisius – Klangwelt um 1600
amarcord, Sopran und Instrumentalisten

Über den magischen fünf Männerstimmen des Ensembles amarcord schwebt ein Frauensopran. Zink, Posaune, Dulzian und Truhenorgel ergänzen den Klang und führen in die Zeit um 1600. Sethus Calvisius (1556-1615), der große Sohn der Gemeinde Gorsleben, erhielt in dieser Kirche seine erste musikalische Bildung, wurde Universalgelehrter und schließlich Leipziger Thomaskantor (1594-1615). Als Komponist, Humanist und Pädagoge prägte er Europas Musikgeschichte. Entdecken Sie seinen Kosmos faszinierender Mehrstimmigkeit. 

Das Festkonzert ist Höhepunkt eines bunten Musikfestes vom 31. Mai bis 2. Juni in Gorsleben, Hemleben, Hauteroda, Oberheldrungen und Etzleben. Tauchen Sie ein in die Welt der Adjuvanten von damals und heute. Lauschen Sie und feiern Sie mit! Auf dem Programm stehen vielfältige Musikbeiträge, ein Festgottesdienst, Liedersingen, Kirchen- und Orgelführungen, Angebote zum Kindertag, Instrumentebasteln, Vorträge, Ausstellungen und mehr. 

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Die Thüringer Adjuvantentage wurden im Jahr 2008 zum ersten Mal durchgeführt. Hintergrund ist die europaweit wohl einzigartige reiche Musikkultur auf den Thüringer Dörfern des 16. bis 18. Jahrhunderts. Bauern und Handwerker halfen (= lat. adjuvare) an Sonntagen dem Kantor bei der musikalischen Ausschmückung der Gottesdienste – es bildeten sich mit der Zeit die sogenannten Adjuvantenchöre, aus denen die heutigen Gemeinde- und Kirchenchöre hervorgegangen sind.

Was diese Bauern und Handwerker zu Gehör gebracht hatten, kann man getrost als Weltspitze bezeichnen: Kantaten, Motetten, Passionen und sogar Oratorien von Heinrich Schütz, Georg Philipp Telemann, Gottfried Heinrich Stölzel, Philipp Heinrich Erlebach, Johann Peter Kellner u. v. a. sind in den bisher aufgearbeiteten Archivbeständen nachgewiesen. In Udestedt bei Erfurt wurden sogar Werke von Andrea Gabrieli, Orlando di Lasso und John Dowland aufgeführt.

Zu den Thüringer Adjuvantentagen gehören jeweils ein Festkonzert, ein Festgottesdienst, eine Ausstellung und Workshops. In enger Zusammenarbeit mit den lokalen Kantoren, Chören und Vereinen entsteht eine einzigartige Atmosphäre, in der die Bewohner der Gemeinden mitwirken und so die Musikkultur ihrer eigenen Vorfahren aufleben lassen.

Adjuvantentage 2024 — Programm 2024


Thüringer Schlosskonzerte bis September in 18 Thüringer Residenzen

Thüringer Schlosskonzerte

Thüringer Schlosskonzerte gibt es, seit es in Thüringen Schlösser gibt. Davon zeugen nicht nur die Biographien und Werke zahlreicher Komponisten und Musikinterpreten, die hier tätig waren, sondern auch die prächtigen Festsäle der Schlösser mit ihren Bühnen und Musiker-Emporen, die Schlosskirchen mit ihren eingebauten Orgeln, die Schlosstheater sowie speziell für Musik konzipierten Bauten wie das Achteck-Haus in Sondershausen oder das Schallhaus in Rudolstadt.

Hochkarätige Künstler und vielseitiges Programm

Die Gäste der Thüringer Schlosskonzerte erwartet in den Festsälen der Thüringer Schlösser und Burgen ein vielseitiges Kammermusikprogramm von Renaissance über Barock und Klassik bis hin zu Romantik, ergänzt durch Uraufführungen, Gipsy Jazz, argentinischen Tango und Modern Jazz. 

„Die Besucher der Thüringer Schlosskonzerte haben die Möglichkeit, internationale Künstler aus aller Welt zu erleben, darunter die Cembalisten Alexander und Aleksandra Grychtalik, den Jazzgeiger Costel Nitescu aus Paris oder den gefeierte Gypsy Gitarrist Joscho Stephan mit seinem Trio. Die Konzerte bieten nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern lassen sich auch perfekt mit der Erkundung der historischen Residenzen und den kulinarischen Genüssen Thüringens verbinden“, ergänzt Claudia Schwarze-Nolte, Gründerin und Vorsitzende des Thüringer Schlosskonzerte e.V.

Bis September werden insgesamt 18 Konzerte zu erleben sein. Seit der Gründung des Vereins Thüringer Schlosskonzerte e.V. im Jahr 2022 arbeitet dieser im Rahmen der Konzertreihe eng mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, kommunalen Schlossverwaltungen und privaten Schloss- und Burgenbesitzern zusammen.

Tickets und weitere Informationen www.thueringer-schlosskonzerte.de 

Quelle: Thüringen Tourismus GmbH


Plauen: Die schönsten Melodien über das Küssen

„Claras Musikalisches Café“ am 4. Juni im Vogtlandtheater
Vogtlandtheater Plauen Salonkonzert

Gastgeber Marcus Sandmann hat sich diesmal den Bass Andrey Valiguras eingeladen und wird mit ihm singen und plaudern.

Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst? Antwort auf diese Frage geben Tenor Marcus Sandmann und Bass Andrey Valiguras in „Claras musikalischem Café“ am 4. Juni, 18 Uhr im Plauener Vogtlandtheater. Natürlich beziehen sich die beiden Sänger auf den Schlager von Evelyn Künneke aus dem Film „Karneval der Liebe“. Ob humoristisch oder ernst, Sandmann und Valiguras haben sich durch die Literatur des Küssens gewühlt und ein Programm unter eben diesem Titel „Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?“ zusammengestellt. Michael Konstantin dirigiert das Salonorchester der Clara-Schumann-Philharmoniker.

In „Claras Musikalischem Café“ erwarten das Publikum bekannte Melodien aus der Welt der leichten Muse, aber auch die ein oder andere Rarität. Außerdem plaudert Gastgeber Marcus Sandmann mit seinen Gästen. So kann man diesmal das ein oder andere über den Gast mit der tiefen Stimme - Andrey Valiguras - erfahren. Wussten Sie zum Beispiel, dass er so gut Gitarre spielen kann, dass er sich selbst begleiten kann? Er wird es beim Konzert unter Beweis stellen … Karten gibt es online oder an der Theaterkasse. Claras Musikalisches Café „Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?“

Kartentelefon [03741] 2813-4847/-4848 // E-Mail service-plauen@theater-plauen-zwickau.de


Zwickau: Robert-Schumann-Haus feiert Gewandhauskapellmeister

Würdigung zum 200. Geburtstag von Carl Reinecke – ein Freund des Ehepaares Schumann
Carl Reinecke

Vor zweihundert Jahren, am 23. Juni 1824, wurde in Altona (Hamburg) der Komponist, Pianist, Dirigent und Musikschriftsteller Carl Reinecke geboren. Ihm widmet das Robert-Schumann-Haus Zwickau vom 26. Mai bis 4. August eine Sonderausstellung im Foyer des Erdgeschosses.
1843 kam er nach Leipzig und pflegte dort bald engere Kontakte zu Robert Schumann. 1851 folgte er ihm ins Rheinland, wo er eine Stelle am Kölner Konservatorium annahm. Ab 1860 wirkte er für 35 Jahre – länger als jeder andere dortige Dirigent – als Gewandhauskapellmeister in Leipzig. Von Schumann autorisiert erstellte Reinecke zahlreiche Arrangements von dessen Werken und gewann Inspiration durch Kompositionen Schumanns. Beide Komponisten widmeten sich gegenseitig einzelne Werke. 1901 wurde Reinecke als Gastdirigent zur Einweihung des Zwickauer Schumann-Denkmals eingeladen und komponierte speziell zu diesem Anlass eine Festhymne.

Das Zwickauer Schumann-Museum besitzt zahlreiche Noten- und Briefautographen des Schumann-Freundes und konnte nach seinem Tod 1910 Teile seines Nachlasses erwerben. Die Stücke bilden die Basis für die neue Sonderausstellung. Die Schau dokumentiert die Beziehungen Robert und Clara Schumanns zu Carl Reinecke, seine Kontakte nach Zwickau sowie seine breitgefächerte musikalische Wirksamkeit. Zu sehen sind auch Portraits, Programmzettel und musikschriftstellerische Dokumente. Erst kürzlich konnte ein Brief Robert Schumanns an Carl Reinecke erworben werden, in dem es u. a. um Schumanns berühmtes Jugendalbum geht, bei dessen Drucklegung Carl Reinecke eine Schlüsselrolle übernahm.

Reinecke war neben Schumann im 19. Jahrhundert der wohl bedeutendste Komponist, der speziell Musik für Kinder und Jugendliche geschrieben hat. In hohem Alter von über 80 Jahren wurde durch das System der Künstlernotenrollen Reineckes Klavierspiel durch Produktionen an speziellen Aufnahmeflügeln in Leipzig dokumentiert. Ebenfalls Teil der Sonderausstellung ist ein Hupfeld-Phonola-Flügel, auf dem diese über hundert Jahre alten Papierrollen nun wieder abgespielt werden können, so dass Carl Reinecke mit Geisterhänden in die Tasten zu greifen scheint. Während der Ausstellungszeit sind mehrere Konzerte geplant, die zum normalem Museumseintrittspreis besucht werden können. Weitere Vorführungen sind nach Absprache im Zusammenhang von Gruppen-Führungen möglich. Das Robert-Schumann-Haus ist dienstags bis freitags, von 10 bis 17 Uhr geöffnet, samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr sowie während des Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbs auch am Montag, 10. Juni von 10 bis 17 Uhr.

Konzerttermine Carl Reinecke am Klavier – Vorführung von Hupfeld-Notenrollen

Mittwoch, 29.05.| 05.06. |19.06. | 31.07. jeweils 12 Uhr
Donnerstag, 11.07., 12 Uhr
Freitag, 14.06., 12 Uhr
Samstag, 15.06., 13 Uhr | 14.07., 16 Uhr
Sonntag, 04.08., 16 Uhr

Foto: Carl Reinecke im Jahr 1845. Foto: Robert-Schumann-Haus Zwickau


Chemnitz: 9. Sinfoniekonzert Mosty muzyczne – Musikalische Brücken

5. Juni, 20 Uhr / 6. Juni, 19.00 Uhr, Stadthalle

Das 9. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie feiert am 5. und 6. Juni 2024 unter dem Titel „Mosty muzyczne – Musikalische Brücken“ den 50. Jahrestag der Städtepartnerschaft zwischen Chemnitz und Łódź in der Stadthalle Chemnitz.

In Łódź, heute die viertgrößte Stadt Polens mit international angesehenen Bildungseinrichtungen wie der Universität und der Staatlichen Hochschule für Film, Fernsehen und Theater, wurden 1897 Alexandre Tansman und 1909 Grażyna Bacewicz geboren. Von beiden erklingen große Orchesterwerke in diesem Konzert: eine Ouvertüre von Bacewicz und die dritte Sinfonie von Tansman, für die sich ein traditionelles Sinfonieorchester mit einem Klavierquartett verbündet und eine unterhaltsame Melange aus barocker Fuge, feurigen Tänzen, rauchigem Blues und rhythmischem Jazz präsentiert. Für dieses Werk ist das Fauré Quartett, das seit vielen Jahren in der Champions League des Klassikgeschäfts spielt, zum ersten Mal in Chemnitz zu Gast. Ob Mozart, Brahms, Mendelssohn oder Popsongs von Peter Gabriel, Konzerte mit der NDR Big Band, mit Rufus Wainwright oder Sven Helbig, Auftritte in renommierten Clubs, im KIKA oder in Schulen – das Fauré Quartett ist ein Ensemble mit Weltgeltung und der Leidenschaft für besondere, maßgebliche Kammermusik. Im zweiten Teil dieses Sinfoniekonzert-Programms erklingt die 5. Sinfonie von Anton Bruckner, die er selbst sein „kontrapunktisches Meisterstück“ oder auch seine „Phantastische“ genannt hat.

Nach den beiden Chemnitzer Konzerten sind das Fauré Quartett und die Philharmonie unter der Leitung von Elias Grandy am 11. Juni in der Artur-Rubinstein-Philharmonie Łódź sowie am 12. Juni im Nationalen Forum für Musik Wrocław zu Gast.

Karten zum Preis von 21,- bis 36,- € sind unter Tel. 0371 4000-430 und www.theater-chemnitz.de erhältlich.


Thüringer CHORschätze gehen in die zweite Runde

6. bis 9. Juni in 13 Thüringer Residenzen

Eröffnet werden die CHORschätze am 6. Juni in der Erfurter Peterskirche im Beisein des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, der Landeschor-Präsidentin Katja Mitteldorf und Stiftungsdirektor Dr. Tobias Pfeifer-Helke. Ein Kinderchor und die renommierten „Octavians“ konzertieren den Beginn der zweiten CHORschätze.

Die Konzertreihe startet am 7. Juni in den Abendstunden mit Aufführungen in Altenburg, Gotha, Heldburg, Schmalkalden und Ohrdruf.

Der Präsident des Deutschen Chorverbandes, Christian Wulff (Bundespräsident a.D.), wird den Samstag, 8. Juni in der Schlosskirche Gotha mit einer Matinee eröffnen. Daran anschließend finden dort Konzerte u.a. von NoBoarders, cant:are aus Berlin und dem Volkschor Lobeda statt. Ab dem Nachmittag finden Aufführungen auf Schloss Elisabethenburg Meiningen, im Residenzschloss Sondershausen, im Schloss Wilhelmstal bei Eisenach, im Wittumspalais Weimar, auf Schloss Ehrenstein in Ohrdruf und auf Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden statt.

Den Ausklang der CHORschätze bilden 20 Konzerte am Sonntag, 9. Juni, in acht Festsälen mit 22 Ensembles. Von „Katze im Sack“ im Neuen Palais Arnstadt über den Männerchor „Goldene Aue“ e.V. im Residenzschloss Sondershausen bis zu „The Friday Singers“ auf Schloss Friedenstein in Gotha zeigt die Chorkultur ihre gesamte Bandbreite von Stimmen, Liedern und Engagement.


Weimar: Sprechendes Singen

Bachs Weimarer Kantaten im Fokus eines Workshops Barockgesang mit Tenor Gerd Türk / Abschlusskonzert am Donnerstag, 6. Juni
Gerd Türk

Erneut hat das Institut für Gesang | Musiktheater der Weimarer Musikhochschule hohen Besuch: Als renommierter Spezialist für die Aufführung geistlicher Werke Johann Sebastian Bachs wird der Tenor Gerd Türk einen Workshop rund um „Bachs Weimarer Kantaten“ anbieten. Ausgewählte Studierende erhalten von Montag, 3. Juni bis Mittwoch, 5. Juni intensiven Unterricht in der Aula des Beethovenhauses Belvedere. Die Öffentlichkeit ist zu dieser Master Class herzlich eingeladen – ebenso wie zum Abschlusskonzert am Donnerstag, 6. Juni um 19:30 Uhr im Festsaal Fürstenhaus. Der Eintritt ist frei.

Die Kurszeiten vom 3. bis 5. Mai sind jeweils 10:30 bis 13:30 sowie 14:30 bis 17:30 Uhr. Neun Gesangsstudierende werden von einem Instrumentalensemble, das gemeinsam mit dem Institut für Alte Musik ins Leben gerufen wurde, auf Blockflöte, Oboe, Violine, Viola, Viola da gamba, Cello, Violone und Orgel begleitet. Vollständig einstudiert und aufgeführt werden Bachs Weimarer Kantaten BWV 152 „Tritt auf die Glaubensbahn“ und BWV 132 „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn“. Hinzu kommen Duette und Einzelnummern aus vier weiteren Kantaten Johann Sebastian Bachs: BWV 21, 63, 163 und 199. Musiziert wird in der originalen Instrumental- und Gesangsbesetzung mit authentischem Instrumentarium und in der damals üblichen Stimmung.

„Sakrale Werke des Barock sind heute Bestandteil des sängerischen Arbeitslebens“, meint Márton Terts, Lehrender für Werkstudium am Institut für Gesang | Musiktheater. „Sie sind unentbehrlich für die berufliche Vielfalt und Professionalität für fast alle angehenden Gesangskünstlerinnen und -künstler. Von einer Studentin kam die Idee, wegen seiner künstlerischen und pädagogischen Kompetenz Gerd Türk für einen Workshop anzufragen – und alle waren sofort Feuer und Flamme.“

In den ersten Jahren seiner neunjährigen Tätigkeit am Weimarer Hof (1708 -1717) als Hoforganist und Kammermusiker war die Komposition von Kirchenkantaten nicht unbedingt Johann Sebastian Bachs Hauptaufgabe. Das änderte sich im Jahr 1714 durch die Ernennung zum Konzertmeister mit der Verpflichtung, monatlich eine neue Kantate für die Gottesdienste in der Schlosskirche zu schreiben und aufzuführen. Insgesamt entstanden so bis zu seinem Weggang nach Köthen 1717 mehr als 20 Kantaten, von denen etliche zu seinen bekanntesten und bemerkenswertesten gehören. In Weimar vollzieht sich bei Bach der stilistische Übergang vom traditionellen Geistlichen Konzert der mittel- und norddeutschen Schule hin zur Kantate im italienischen Stil.

Zum Foto:

Der Tenor Gerd Türk kann auf eine jahrzehntelange Beschäftigung mit dieser Musik zurückblicken: einerseits als Professor für Barockgesang an der renommierten Hochschule für Alte Musik, der „Schola Cantorum Basiliensis“ in Basel, andererseits als Interpret unzähliger Kantaten in Konzerten und Aufnahmen, vor allem mit den Dirigenten Ton Koopman und Masaaki Suzuki. Gerd Türk ging und geht es immer um eine Balance zwischen einem historisch informierten Interpretationsstil, dem „sprechenden Singen“, das in der Barockzeit die zentrale Forderung aller relevanten musikalischen Traktate war, und einem stimmtechnisch fundierten „belcanto“, jenem Schöngesang, der seinen Ursprung im italienischen dramatischen Stil des 17. Jahrhunderts hatte.

Gerd Türk beherrscht ein weitgespanntes Repertoire, das von der Musik der Gregorianik und des Mittelalters bis hin zur Romantik reicht; seine besondere Vorliebe gilt jedoch der Musik des Frühbarock und den Bach‘schen Kantaten und Oratorien, die er unzählige Male in Konzerten aufführte. Er entwickelte sich zu einem vielgefragten Konzertsänger, der unter der Leitung namhafter Dirigenten und Alte-Musik-Spezialisten aufgetreten ist. Konzertreisen führten ihn in nahezu alle europäischen Länder, nach Australien, Neuseeland, Nord- und Südamerika, Südostasien und Japan. Seine Diskographie umfasst mehr als 100 CD-Produktionen.

Foto: Judith Schlosser


19. Internationaler Robert-Schumann-Wettbewerb für Klavier und Gesang

6. bis 16. Juni in Zwickau

Alle vier Jahre lädt die Stadt Zwickau junge Pianisten und Sänger aus aller Welt ein, ihre Interpretationskünste an Werken Robert Schumanns zu messen. Jeweils neun Juroren aus verschiedenen Ländern sind in den beiden Fächern zur Beurteilung engagiert. 1956 gegründet, zählt der Internationale Robert-Schumann-Wettbewerb Zwickau zu den renommiertesten Musikwettbewerben, die einen einzelnen Komponisten in den Mittelpunkt stellen.

Vom 6. bis 16. Juni findet der 19. Internationale Robert-Schumann-Wettbewerb für Klavier und Gesang in Zwickau statt. Durch Corona musste die 18. Auflage der bedeutenden Veranstaltung kurzerhand in ein digitales Format umgewandelt werden. 2024 freut sich die Automobil- und Robert-Schumann-Stadt nun aber auf einen international besetzten Wettstreit junger Musiktalente aus der ganzen Welt. Insgesamt 178 Pianisten und Sänger aus 35 Nationen haben sich angemeldet, darunter aus Ländern wie Australien, China, Deutschland, Japan, Südkorea oder den USA. Mit der diesjährigen Auflage setzt Zwickau mit seinen Partnern nicht nur eine fast 70-jährige Tradition fort. Zugleich werden mit dem Choratelier und einer Open Stage neue Akzente gesetzt.

Die Liste der teilnehmenden Länder liest sich beachtlich: Insgesamt 35 Nationen sind vertreten. Die meisten Anmeldungen kommen aus Deutschland (40), Japan (25), Südkorea (18), China (17) und Russland (10). Musikerinnen und Musiker kommen zudem aus Irland, der Republik Moldau, Weißrussland, Aserbaidschan, Israel und der Türkei, aber auch aus Übersee wie etwa aus den Philippinen, Brasilien, Chile, Kanada, den USA oder Australien.

Vergeben werden in den Kategorien Klavier, Gesang Herren, Gesang Damen jeweils drei Preise – 1. Preis 10.000 Euro, 2.Preis 7.500 Euro, 3. Preis 5.000 Euro – sowie ein Sonderpreis für den besten Liedpianisten, der mit 3.000 Euro dotiert ist.

Das Robert Schumann Konservatorium stellt in bewährter Weise Probenräume für die jungen Musiker bei ihrer Anwesenheit in Zwickau zur Verfügung. Die Wertungen finden diesmal im Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“ in der Leipziger Straße 182 (Kategorie Klavier und Finalrunde Kategorie Gesang) sowie im Gewandhaus am Zwickauer Hauptmarkt (1. und 2. Runde Kategorie Gesang) statt. In der Finalrunde werden die Klavierteilnehmer von den Clara-Schumann-Philharmonikern unter Leitung von GMD Leo Siberski begleitet. Erstmals steht 2024 für diese Runde bei den Pianisten auch Clara Schumanns Klavierkonzert als Wahlpflichtstück mit auf dem Programm. Auch im Repertoire der Sänger hat Clara Schumann einen höheren Stellenwert erhalten, indem Lieder von ihr nun auch schon in der ersten Runde vorgetragen werden können.

Am 6. Juni findet die Eröffnungsveranstaltung mit der Vorstellung der Juroren statt. Außerdem wird Constance Arndt, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, die feierliche Ziehung des Anfangsbuchstabens übernehmen, mit dem die alphabetische Auftrittsreihenfolge beginnt. Geplant ist das alles diesmal nicht wie gewohnt im Robert-Schumann-Haus, sondern als Open-Air-Veranstaltung auf der Open Stage auf dem Hauptmarkt.

OPEN STAGE SOLL ZWICKAU ZUM KLINGEN BRINGEN

Als im vergangenen Jahr die Bundesbegegnung „Jugend musiziert“ in Zwickau stattfand, war ein zentraler Anlaufpunkt für Teilnehmer und Publikum die Open Stage mitten auf dem Hauptmarkt. Ein voller Erfolg – nicht nur die Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, gemeinsam auf der Bühne zu stehen und ihr Talent dem Publikum zu zeigen, sondern auch jede Menge Zwickauer setzten sich an den Flügel oder spielten in unterschiedlichster Besetzung auf der kleinen Bühne im Stadtzentrum.

Dieses wunderbare Flair soll nun wiederbelebt werden. Vom 6. bis 13. Juni wird es auch zum diesjährigen Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb die Open Stage auf dem Hauptmarkt geben. Gemütliche Sitzmöbel, ein kleines gastronomisches Angebot und hoffentlich schönes Wetter laden dann täglich von 11 bis 20 Uhr zum Verweilen, Zuhören und selber Musizieren ein. Wie auch im vergangenen Jahr steht die Bühne nicht nur den Teilnehmern des Wettbewerbs offen, sondern auch allen anderen Musikbegeisterten und Musizierwilligen, so dass die Stadt im Juni wieder klingt und singt.

TICKETS

Für die Endprüfungen und die öffentliche Generalprobe im Robert-Schumann-Haus Zwickau, in der Tourist Information Zwickau, im Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“ und im Gewandhaus des Theaters Plauen-Zwickau.

Für das Eröffnungs- und das Preisträgerkonzert in der Tourist Information Zwickau sowie im Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“, an der Theater-Kasse sowie in allen CTS-Vorverkaufsstellen bzw. www.eventim.de und www.theater-plauen-zwickau.de

 


Bad Elster: Große Italienische Operngala

Freitag, 7. Juni, 19.30 Uhr, Naturtheater

Beliebte Arien, packende Ensembles und spritzige Orchesterwerke u.a. der wahren Belcanto-Götter Gioacchino Rossini, Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini meisterlich dargeboten mit internationalen Gesangssolistinnen und -solisten der Semperoper Dresden, begleitet vom EUCHESTRA EGRENSIS – Viva la Opera!

Gioacchino Rossini (1792-1868):
Ouvertüre zur Oper »Maometto II«
Arie »Largo al factotum« aus der Oper »Il Barbiere di Siviglia«
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791):
Duett »La ci darem la mano« aus der Oper »Don Giovanni«
Gioacchino Rossini:
Duett »Zitto, zitto: piano, piano« aus der Oper »La Cenerentola«
Gaetano Donizetti (1797-1848):
Arie »Una furtiva lagrima« aus der Oper »L`elisir d`amore«
Duett »Esulti pur la Barbara« aus der Oper »L`elisir d`amore«
Giuseppe Verdi (1813-1901):
Ouvertüre zur Oper »Il corsaro«
Arie »Caro Nome« aus der Oper »Rigoletto«
Giacomo Puccini (1858-1924):
Arie »Senza Mamma« aus der Oper »Suor Angelica«
Preludo sinfonico A-Dur SC 32
»Marcello. Finalmente!« aus der Oper »La Bohème«

Ausführende:
Gesangssolisten der Semperoper Dresden:
Fernanda Allande, Sopran | Sofia Savenko, Sopran | Jongwoo Hong, Tenor | Anton Beliaev, Bariton
Leonard Martynek, Leitung und Moderation (Dresden)
EUCHESTRA EGRENSIS
(Karlsbader Sinfonieorchester und Chursächsische Philharmonie)
GMD Florian Merz, Dirigent


Sommer Klassik Open Air: NABUCCO in Apolda

Samstag, 27. Juli, 20 Uhr, Freifläche am Eiermannbau / Ticket-Vorverkauf läuft!
NABUCCO Open Air Apolda

Diese prachtvolle Oper mit dem dramatischen Spiel um Liebe und Macht begeisterte bisher Hunderttausende von Zuschauern. Der Besucher wird von Beginn an durch die wunderschönen Stimmen, die Handlung, die prächtigen Kostüme und das eindrucksvolle Bühnenbild in den Bann gezogen. Es erwartet den Klassik-Besucher mit Giuseppe Verdis NABUCCO eine der größten Opern der Musikgeschichte und zugleich ein wunderbares Open Air-Spektakel.

Man muss NABUCCO mit dem weltberühmten, gewaltigen Gefangenenchor wenigstens einmal unter freiem Himmel und in einer grandiosen Inszenierung erlebt haben! In der Aufführung der Festspieloper Prag erklingt er mit einem Aufgebot an klangstarken und facettenreich singenden Solisten.

Grundlage der Oper ist das Libretto des Italieners Temistocle Solera (1816– 1878). Die Handlung speist sich aus Legenden um den biblischen Herrscher Nabucco (dt. Nebukadnezar II), König Babylons von 605 bis 562 vor Christus. Mit seiner Herrschaft sind Bauten wie das Ischtartor, die Hängenden Gärten und der babylonische Turmbau verbunden. Hintergrund der Opernhandlung sind die Eroberung Jerusalems 587 v. Chr. und die Wegführung des jüdischen Volkes in babylonische Gefangenschaft 586 v. Chr. (2. Könige 25). Das Libretto übernimmt daraus nur wenige Motive. Die Handlung besteht aus vier Akten.

Open Air Produktionen bedeuten für jedes Opernensemble eine besondere künstlerische Herausforderung. Hier gilt es, Inszenierung und Ambiente der Spielstätte zu einem unvergesslichen Opernspektakel zu vereinen. Sänger, Orchester, Regie und Technik müssen sich bei jeder Spielstätte neu auf die atmosphärischen und akustischen Gegebenheiten einstellen. Dies ist dieser Opernproduktion in Sommer-Open-Air Aufführungen mit über 2 Millionen Zuschauern hervorragend gelungen.

Tickets: 57,- / 67,- / 77,- €

Karten an allen örtlich bekannten VVK Stellen

Weitere Informationen und Tickets: tickets@paulis.de / 0531 346372 

Paulis – Das Veranstaltungsbüro

Foto: Great Performances UG


Gera: MDR Musiksommer "Karneval des Glücks"

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Camille Saint-Saëns und Igor Strawinsky mit Texten von Roger Willemsen
MDR Musiksommer Gera

Katja Riemann:  Sprecherin
Franziska Hölscher: Violine
Marianna Shirinyan: Klavier

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Camille Saint-Saëns und Igor Strawinsky mit Texten von Roger Willemsen

Franziska Hölscher ist eine der vielseitigsten Persönlichkeiten innerhalb der jungen Geigergeneration: Als Solistin, Kammermusikerin und Festspielleiterin hinterlässt sie bemerkenswerte Spuren in der Kulturlandschaft. Mit dem Autor Roger Willemsen verband sie eine künstlerische Freundschaft. Gemeinsam entwickelten sie das Bühnenprogramm »Landschaften«, das Franziska Hölscher mit der Schauspielerin Maria Schrader und der Pianistin Marianna Shirinyan eingespielt hat und das seitdem in den Bestsellerlisten geführt wird. Ähnlich strukturiert ist das neue Programm »Karneval des Glücks«, das sie gemeinsam mit Marianna Shirinyan und der Schauspielerin Katja Riemann entwickelt hat – ebenfalls unter Einbeziehung von Texten des unvergessenen Roger Willemsen.

Freitag, 9. August, 19:30 Uhr, Kultur- und Kongresszentrum

Foto: MDR


Jetzt Tickets sichern für KLASSIK OPEN AIR: Die Zauberflöte

Prager Festspieloper präsentiert W. A. Mozarts Meisterwerk: Freitag, 9. August, 20 Uhr, Bad Langensalza, Schlosshof
Zauberflöte open air

Entdecken Sie die zauberhafte Welt von Mozarts “Die Zauberflöte” in einer atemberaubenden Open-Air-Aufführung im kommenden Sommer! Ein Opernerlebnis voller Emotionen, Abenteuer und musikalischer Brillanz. Die mitreißende Handlung entfaltet sich um Prinz Tamino, der von der majestätischen Königin der Nacht beauftragt wird, ihre geliebte Tochter Pamina aus den Händen des mysteriösen Sarastro zu retten. Eine Reise voller Prüfungen und Magie beginnt, begleitet von der bezaubernden Musik Mozarts.

Die Aufführung wird von einem meisterhaften Ensemble interpretiert, das die fesselnden Charaktere der Oper zum Leben erweckt. Von der beeindruckenden Koloratur-Arie “Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen” der Königin der Nacht bis zur hinreißenden Melodie “Ein Mädchen oder Weibchen” von Papageno - die Zuschauer erwartet ein Feuerwerk an Emotionen und klanglicher Schönheit.

Erleben Sie die zeitlosen Themen von Liebe, Tapferkeit und Freundschaft in einer Oper, die die Herzen berührt und den Geist beflügelt und tauchen Sie ein in die faszinierende Welt von “Die Zauberflöte”!

Tickets 57,- € / 67,- € / 77,- €

Karten an allen bekannten VVK Stellen / Weitere Infos & Tickets: 0531- 34 63 72 / tickets@paulis.de 

Paulis – Das Veranstaltungsbüro 


Kopenhagen meets Markneukirchen

Das große Europakonzert von Aida bis Abba: Sonntag, 25. August, 15 Uhr, NaturTheater Bad Elster

»Wenn einer eine Reise tut«

Das Europakonzert in der Musikregion: Im Zuge einer Orchesterreise besucht das Publikumsorkesteret der Königlichen Oper Kopenhagen die Musikstadt Markneukirchen und musiziert bei uns gemeinsam mit deren Sinfonieorchester!
Das Publikum darf sich dann auf eine unterhaltsame Reise durch die Musikgeschichte und einige Überraschungen in der Spielfreude beider Orchester freuen!

Das Publikumsorkesteret Kopenhagen wurde gegründet, um die Popularität klassischer Musik in breiten Bevölkerungsschichten zu erhöhen. Mit einem Repertoire von Auszügen berühmter Sinfonien, Highlights aus der Welt der Oper sowie Classics aus Pop und Rock begeistert es in ganz Europa.

Ausführende:
Sinfonieorchester Markneukirchen
Mathias Spindler, Dirigent
Publikumsorkesteret der Königlichen Oper Kopenhagen
Prof. Mette Hanskov, Dirigentin (Dänemark)

Kopenhagen meets Markneukirchen (naturtheater-badelster.de)


100 Jahre Schumann-Nachlass in Zwickau

Neue Sonderausstellung im Robert-Schumann-Haus in Zwickau
Robert Schumann Haus Zwickau

Anfang der 1920er Jahre reiste der Zwickauer Oberlehrer Martin Kreisig zu den Schumann-Töchtern Marie und Eugenie ins schweizerische Interlaken und erstellte einen kompletten Katalog der dort vorhandenen Nachlassobjekte. In den folgenden Jahren wurde dieser dort vorhandene Nachlass zum Teil durch die Zwickauer Robert-Schumann-Gesellschaft, zum Teil durch die Stadt Zwickau komplett für das Schumann-Museum erworben, so dass heute in Zwickau die weltweit größte Sammlung zu Robert und Clara Schumann vereint ist. Mit Exponaten aus eigenen Beständen sowie dem Zwickauer Stadtarchiv zeigt das Robert-Schumann-Haus bis Mitte Mai in dieser Sonderausstellung Dokumente zu den mühsamen Erwerbs-Verhandlungen sowie Kostbarkeiten aus den damals erworbenen Nachlassstücken. Das Museum ist dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

1910 wurde in Zwickau ein Schumann-Museum gegründet, das seit 1956 seinen Ort im Eckhaus am Zwickauer Hauptmarkt gefunden hat, wo Robert Schumann 1810 geboren wurde. Dass hier heute die weltweit größte Sammlung zu Robert und Clara Schumann beherbergt und auf ca. 400 qm Ausstellungsfläche präsentiert wird, ist der Tatsache zu verdanken, dass in den 1920er Jahren von den im schweizerischen Interlaken lebenden Töchtern Robert und Clara Schumanns, Marie (1841–1929) und Eugenie (1851–1938), der Schumann-Nachlass für Zwickau erworben werden konnte.

Nachdem Martin Kreisig (1856–1940) 1920 in Interlaken ein Verzeichnis der im Besitz von Marie Schumann befindlichen Nachlassgegenstände erstellt hatte, konnte noch im selben Jahr die im Vorjahr gegründete Zwickauer Robert-Schumann-Gesellschaft den gesamten schriftstellerischen Nachlass Robert Schumanns (Tage- und Notizbücher, autobiographische Aufzeichnungen, Gedichte, Übersetzungen, Dramen, Romanfragmente, Musikalische Schriften und Abschriftensammlungen) sowie gleichzeitig auch die Jugendtagebücher Clara Schumanns erwerben – inzwischen komplett auf Sachsen.Digital online zugänglich.

Richard Holz (1873–1945), Zwickauer Oberbürgermeister und in den ersten 15 Jahren ihres Bestehens gleichzeitig Vorsitzender der Robert-Schumann-Gesellschaft, gebührt das Verdienst, durch ausdauernde Verhandlungen 1924/25 auch den Großteil des restlichen Nachlasses, darunter Notenhandschriften Robert und Clara Schumanns, Möbelstücke, Noten und Bücher aus ihrem Besitz, die Ehetagebücher, Clara Schumanns Programmzettelsammlung, Gemälde, Büsten und Porträts sowie zahlreiche eigenhändige Briefe von den Schwestern Marie und Eugenie Schumann für die Stadt Zwickau erwerben zu können. Anstelle der ursprünglich erwogenen Kaufsumme von 25.000 Franken setzte die Stadt Zwickau den beiden Schwestern schließlich eine lebenslange Rente von jährlich 3.000 Franken aus.

Foto: Geburtszimmer Robert Schumann / Stadtverwaltung Zwickau


GÜLDENER HERBST 2024 – Festival Alter Musik Thüringen

27. bis 29. September in Gotha mit Prolog in Weimar am 22. September
Ensemble Polyharmonique

Bereits zum dritten Mal spielt der GÜLDENE HERBST seit der Entwicklung seines Residenzformats in Gotha auf. Vom 27. bis 29. September lädt das Festival für Alte Musik Thüringen unter dem Motto „Musik.Innovation“ an ganz besondere Orte ein: in das einzigartige barocke Ekhof-Theater und den prunkvollen Schlosssaal auf Schloss Friedenstein sowie in die Augustiner- und die Margarethenkirche. Eine Landpartie wird nach Gräfenhain, Waltershausen und auf Schloss Tenneberg führen. Dabei sind u.a. das Ensemble Polyharmonique, Les Épopées, Barockorchester der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach, Alice Lackner, Claire Lefiliâtre, Juan Sancho und Flóra Fábri.

Eröffnet wird das Festival im nächsten Jahr am 27. September mit einer Welt-Wiedererstaufführung in der Margarethenkirche in Gotha: Das auf Vokalmusik des 17. Jahrhunderts spezialisierte Ensemble Polyharmonique präsentiert die Bußpsalmen von Wolfgang Carl Briegel, der in Gotha als Organist, Hofkapellmeister und Musiklehrer der fürstlichen Familie wirkte.

„Die letzte von mir geplante Ausgabe liegt mir besonders am Herzen – wir kehren nach Gotha zurück, in die Stadt, die von Anfang an unser neues Konzept vorbehaltlos unterstützt hat. Mit Les Épopées präsentieren wir zudem im Abschlusskonzert eines der spannendsten Ensembles der französischen Alte-Musik-Szene, das bislang in Deutschland selten zu hören ist”, so Festivalleiter Gerd Amelung, der ab 2025 sein Amt an die Sopranistin Alice Lackner übergeben wird. Solistisch in Erscheinung treten wird Alice Lackner allerdings bereits 2024 auf der Landpartie am 28. September ins malerische Umland von Gotha, wenn sie sich gemeinsam mit Jens Goldhardt auf eine Entdeckungstour zu historischen Orgeln begeben wird.

„Außerdem freue ich mich, dass wir in diesem Festival zum ersten Mal eine Kooperation mit der Barockformation der Thüringen Philharmonie haben, die das Abendkonzert am 28. September gestalten wird. Das Ensemble hat in den letzten Jahren mit seinem Experiment eines Tariforchesters auf historischen Instrumenten auf sich aufmerksam gemacht und mittlerweile deutschlandweit einen guten Ruf“ , so Gerd Amelung.

Unter dem Motto „Musik.Innovation“, befasst sich das Festival mit einem der größten Umbrüche in der Musikgeschichte: Mit der Erfindung der Oper, beruhend auf den neuen Ansätzen von Generalbass und Monodie, vollzog sich um 1600 ein ähnlicher Umsturz wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Erfindung der Zwölftontechnik. Francesco Rasi, Monteverdis erster „Orfeo“, war einer der wichtigen Protagonisten dieses Epochenwechsels und wird zum Abschlusskonzert im Ekhof-Theater Gotha am 29. September mit dem Ensemble Les Épopées, der Sopranistin Claire Lefiliâtre und dem Tenor Juan Sancho im Mittelpunkt stehen. Festivalleiter Gerd Amelung zu diesem Programm: „Wir können uns heute nur noch ansatzweise vorstellen, welchen Effekt diese wahrhaft neue Musik auf das Publikum hatte. Berichte über spontane Emotionsausbrüche im Publikum lassen erahnen, dass es da grundstürzend Neues zu hören gegeben hat.“

Foto: Ensemble Polyharmonique (Foto: Kristijonas Duttke)

Info: www.gueldener-herbst.de  Tickets: www.reservix.de  // Festivalpässe: kontakt@amt-ev.de

Festivalpässe ersetzen nicht nur die Konzertkarten, sondern bieten darüber hinaus exklusive Vorteile wie einen Einführungsvortrag und Platzreservierungen. Sie können ab sofort direkt beim Veranstalter unter kontakt@amt-ev.de bestellt werden.