Klassik / Alte Musik

Frühlingsopfer und Frühlingssinfonie

6. Philharmonisches Konzert in Gera und Altenburg

Das 6. Philharmonische Konzert am 14. und 15. März im Konzertsaal der Bühnen der Stadt Gera und am 16. März im Landestheater Altenburg ist ganz dem ersehnten Frühling gewidmet. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Laurent Wagner (Foto) spielt Igor Strawinskys „Frühlingsopfer“ und Robert Schumanns „Frühlingssinfonie“. Beginn ist jeweils 19.30 Uhr, um 18.45 wird zur Konzerteinführung eingeladen. Die Uraufführung von Strawinskys Ballett Frühlingsopfer. Bilder aus dem heidnischen Russland 1913 in Paris war einer der größten Theaterskandale des 20. Jahrhunderts. Dafür verantwortlich waren sowohl die provozierende Handlung und die innovative Choreografie von Vaslav Nijinsky als auch die hochartifizielle Musik. Heute gehört das Stück zu den beliebtesten Werken des klassischen Konzertprogramms. Den Impuls für Schumanns 1. Sinfonie gab das Frühlingsgedicht seines Zeitgenossen Adolf Böttger. Die Musik ist von einer überschäumenden Lebensfreude geprägt. Schumanns Geist muss bei der Arbeit an diesem Werk nur so vor Inspiration gesprüht haben: „Ich schrieb die Sinfonie, wenn ich sagen darf, in jenem Frühlingsdrang, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinreist und in jedem Jahr von neuem überfällt. Schildern, malen wollte ich nicht; dass aber eben die Zeit, in der die Sinfonie entstand, auf ihre Gestaltung, und dass sie grade so geworden, wie sie ist, eingewirkt hat, glaube ich wohl“ (Robert Schumann). Karten an der Theaterkasse, telefonische Reservierungen unter 0365-8279105 oder 03447-585177, online buchen unter www.tpthueringen.de


Mozart kurios in Bad Elster

14. Chursächsische Mozartwochen vom 16. – 25. März

Die Kultur- und Festspielstadt Bad Elster als Sachsens traditionsreichstes Staatsbad würdigt zu Saisonbeginn traditionell das künstlerische Werk Wolfgang Amadeus Mozarts. Die nunmehr 14. Chursächsischen Mozartwochen finden vom 16. März bis zum 25. März 2018 statt und widmen sich zum Auftakt des Jubiläumsjahres zur 200-jährigen Gesundheitstradition des Heilbades künstlerisch-verspielt dem Thema „Mozart und ... KURioses“. Vor allem das ganzjährige, umfassende Kulturangebot inmitten der historischen Bäderarchitektur schafft in dem königlichen Badeort einen einzigartigen Raum für besondere Liveerlebnisse, inspirierende Begegnungen und kunstvolle Reflexionen. Hauptaustragungsort des „Mozartfestivals“ ist das prachtvolle historische König Albert Theater in Bad Elster. Eröffnet werden die diesjährigen Elsteraner Mozartwochen mit der großen Premiere der Mozartoper „Idomeneo“ (16.03.) aus antiker Handlung und virtuos-leidenschaftlicher Musik unter der Gesamtleitung von GMD Florian Merz, bevor einen Tag später die Don & Giovannis (17.03.) mit einem Feuerwerk aus Klassik-Crossover ihr explosiv-kurioses Klangmosaik in Bad Elster präsentieren werden. Weitere Kuriositäten der Mozartwochen im Königsbad sind die spektakulären Programme des Kabarettvirtuosen Christoph Reuter (18.03.) und der sensationellen Theatershow „Breakin‘ Mozart“ (23.03.), welche erstmals Breakdance mit der Musik des Genies verbindet. Zum festlichen Abschluss dieses Mozartreigens in der Kultur- und Festspielstadt Bad Elster präsentiert der Chor der Frauenkirche Dresden gemeinsam mit der Chursächsischen Philharmonie unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert eine klangvolle „Krönungsmesse“ (24.03.) im glanzvollen Theaterambiente Bad Elsters. Abgerundet wird das Festivalprogramm mit dem solistischen Schauspielabend „Ewig Dein Mozart“ (20.03.) und einem sphärischen Klavierabend des renommierten Pianisten und Musikprofessors Kolja Lessing (25.03.) zum 100. Todestag von Claude Debussy. Insgesamt wird das kulturelle Angebot im Jubiläumsjahr des Sächsischen Staatsbad Bad Elster auch wieder mit verschiedenen Kammermusikprogrammen von Ensembles der Chursächsischen Philharmonie und sehenswerten Kunstausstellungen abgerundet. Die Kombination der Angebote macht dabei den besonderen Flair Bad Elsters aus: Heute eine Wanderung durch eine der reizvollsten Naturgegenden Sachsens, morgen die große Welt der Oper im König Albert Theater und danach Entspannung pur mit den hervorragenden Wohlfühlangeboten im hist. Albert Bad bzw. der Soletherme & Saunawelt Bad Elster - so schweben Körper und Geist auf anspruchsvolle Weise!

Alle Infos zum Festivalprogramm, Spielpläne und Tickets: Tel. 037437/53 900 | www.chursaechsische.de

 


Udo Zimmermann "Weiße Rose" in Gera

Zum 75. Gedenkjahr an die Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus in Deutschland hat Theater&Philharmonie Thüringen Udo Zimmermanns Szenen für 2 Sänger und 15 Instrumentalisten „Weiße Rose“ in der Neufassung von 1985 in den Spielplan genommen. Das Libretto schuf  Wolfgang Willaschek. Die Premiere in der Bühne am Park Gera ist am 10. Februar um 19.30 Uhr. Die musikalische Leitung übernimmt Takahiro Nagasaki. Regie führt Juliane Stephan. Bühne und Kostüme entwirft Ronald Winter. Als Hans und Sophie Scholl sind zwei junge Sänger aus dem Thüringer Opernstudio zu erleben: Florian Neubauer und Emma Moore. Ab Sommer 1942 verbreitete die studentische Widerstandsgruppe „Die Weise Rose“ im süddeutschen Raum Flugblätter gegen Hitler und das nationalsozialistische Regime. Sie forderte darin zunächst zum passiven Widerstand auf, aber schon bald auch zum Sturz der Regierung. Die Flugblätter waren mehr als nur ein Aufstand des Gewissens. Sie waren politisch hoch motiviert und entstanden aus der Überzeugung heraus, dass man nicht mehr schweigend zuschauen dürfe, sondern Widerstand gegen das verbrecherische System leisten müsse. Die fünf Münchner Studentinnen und Studenten sowie ihr Professor bezahlten diese Überzeugung mit ihrem Leben. Sie wurden 1943 zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Udo Zimmermann (*1943) skizziert mit Weiße Rose eine „innere Handlung“: „Mich bewegte weniger die Frage nach der Bewältigung von Faschismus als die, wie wir mit Wahrheit umgehen“, so der Komponist. „Wir fragten uns, was man getan hätte, wäre man damals selbst in einer solchen Situation gewesen. Und: Was tut man heute zwischen Tatbereitschaft und Opportunismus? Man kann die Wahrheit nur finden, wenn man ständig sein Gewissen prüft, persönliche Verantwortung empfindet.“ Die facettenreiche Partitur bewegt sich zwischen musikalischem Aufschrei und innerer Stille. Die Uraufführung fand 1986 in Hamburg statt; seitdem gehört das Werk zu den erfolgreichsten deutschen Nachkriegsopern.

So 25.02. 18:00 Uhr // Di 06.03. 18:00 Uhr // Sa 17. und 24. 03. 19:30 Uhr

Telefon Theaterkasse 0365- 8278105, online buchen unter www.tpthueringen.de


Zwei verwandte Seelen, drei Meister

Konzerte der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach im März

Drei sinfonische Programme unter Leitung von Interims-Chefdirigent Russell Harris füllen den Gothaer Konzertkalender der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach im Monat März. In den beiden Konzerten am 1. und 2. März in Gotha und in Eisenach treffen zwei verwandte Seelen aufeinander, die auch zu Lebzeiten eng miteinander verbunden waren: Antonín Dvořák und sein Förderer Johannes Brahms. Beide waren in ihrem Schaffen auf der Suche nach neuen musikalischen Wegen ohne die die alten zu verwerfen. Dvořáks Sinfonie Nr. 5 offenbart mit ihrem ausgeprägten Klangstil und ihrer Melodienvielfalt die vielversprechende künstlerische Reife des 34-Jährigen. Noch bevor Brahms seine erste Sinfonie anging, präsentierte er mit seinem 1. Klavierkonzert ein gewaltiges, 50 Minuten langes Werk, das alle damaligen Erwartungen an ein klassisches Solistenkonzert gründlich durcheinander brachte. Heute gehört das wuchtig-herbe Opus 15 zu den Standardwerken der Konzertliteratur. Für den Solopart ist der kasachische Pianist Amir Tebenikhin zu Gast.

Mit Werken der drei berühmtesten Vertreter der Wiener Klassik lädt die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach am 11. März zum Sonntagskonzert um 15 Uhr ins Gothaer Kulturhaus ein. Nach turbulenter Eröffnung mit Mozarts Ouvertüre zu „Così fan tutte“, tritt das Orchester gemeinsam mit der koreanischen Pianistin Sun Young Ro und Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 in einen lyrisch-besonnenen Dialog auf Augenhöhe. Mit der Vermischung von konzertanten und sinfonischen Elementen wies Beethoven schon in die nächste Epoche, die Romantik, voraus. Dem steht im zweiten Konzertteil Haydns Sinfonie Nr. 6, „le matin“, gegenüber. Sie führt zurück zu den Anfängen der Wiener Klassik, als die Form der klassischen Sinfonie noch in den Kinderschuhen steckte.

Die Orgel gilt als „Königin der Instrumente“. Obwohl sie selbst klingen kann wie ein ganzes Orchester, gab es besonders Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich viele Komponisten, die ihr Werke zum Zusammenspiel mit verschiedenen Orchesterbesetzungen widmeten. Am 22. März entlockt Kirchenmusikdirektor Jens Goldhardt der Schuke-Orgel im Kulturhaus Gotha ihre majestätischen Klänge. Gemeinsam mit der Thüringen Philharmonie stehen Duprés „Poème héroïque“ op. 33 für Orgel, Blechbläser und Schlagzeug, Poulencs Konzert für Orgel, Streicher und Pauken g-Moll sowie Guilmants Sinfonie für Orgel und Orchester Nr. 2 A-Dur op. 91 auf dem Programm.

Karteninformationen und Spielplanübersicht www.thphil.de

Abbildung: Pianist Amir Tebenikhin (Foto: Roland Schmidt)


Free Classic & Jazz

Konzert mit der koreanischen Pianistin Younee am 13. April in Neustadt an der Orla

Klassik- und Jazzliebhaber werden gleichermaßen, und mit besonders virtuosem Klavierspiel und überwältigender Improvisationskraft überzeugt, wenn die Koreanerin YOUNEE verschiedene Genres von Klassik, Jazz, Pop, Swing und Rock auf höchst gefühlvolle Art und Weise miteinander verbindet. Ihr pianistisches Können gepaart mit ihrer beeindruckenden Stimme kreiert eine eigene Klangwelt die zum Phantasieren und Fallenlassen anregt und dabei ganz auf den Augenblick bedacht ist. Phänomenal. Grenzüberschreitend. - Interessierte und Freunde der leidenschaftlichen Musikerin sollten sich den Konzerttermin am 13. April 2018 im AugustinerSaal Neustadt (Orla) schon einmal dick im Kalender anstreichen.

Karten für das Konzert sind im Vorverkauf in der TouristInformation im Lutherhaus erhältlich oder unter Tel. 036481 – 85 121