Klassik / Alte Musik

Glückwunsch, Jacques Offenbach!

5. Sinfoniekonzert am 8. März im Plauener Vogtlandtheater

Nach dem ersten Geburtstagsreigen im 1. Sinfoniekonzert dieser Saison feiert das Philharmonische Orchester des Theaters Plauen-Zwickau nun mit dem 5. Sinfoniekonzert Glückwunsch II – Jacques Offenbach am 8. März um 19.30 Uhr im Vogtlandtheater den Geburtstag des deutsch-französischen Komponisten Jacques Offenbach, der sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt.

Am Pult gibt es ein Wiedersehen mit dem französischen Dirigenten Victor Puhl, der bis zur Spielzeit 2007/2008 1. Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am Theater Plauen-Zwickau war und danach als GMD an das Theater Trier ging. Neben Werken von Jacques Offenbach erklingen in diesem Sinfoniekonzert außerdem Musikstücke von seinen Landsmännern Maurice Ravel und Claude Debussy. Als Solist des Abends können die Konzertbesucher erstmals am Theater Plauen-Zwickau den französischen Cellisten Jérôme Pernoo erleben. Pernoo studierte am Conservatoire National de Musique de Paris und zählt zu den herausragenden französischen Cellisten unserer Zeit. Er konzertierte mit zahlreichen bekannten französischen Orchestern, sowie u. a. mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, den Wiener Symphonikern und dem Orchester des Züricher Opernhauses. Jérôme Pernoo ist Gründer und künstlerischer Leiter des Musikfestivals Les vacances de Monsieur Haydn, welches 2005 erstmals stattfand. Pernoo ist der Interpret der Ersteinspielung von Offenbachs Concerto militaire, das der Komponist und Cellist 1847/48 schrieb, während er sich vor den Pariser Revolutionswirren nach Köln rettete. Maurice Ravel inspirierten Franz Schuberts Klavierwalzer Valses nobles und Valses sentimentales 1910 zu einer Klaviersuite aus sieben Wiener Walzern mit eigenständigen Themen und einem Epilog, die er später für die Ballets Russes orchestrierte. Während eines Urlaubs am Ärmelkanal schuf Claude Debussy die Tondichtung La mer, in der er Lichtstimmungen des Meeres und akustische Eindrücke von Wind und Wasser verklanglichte.

Um 18.45 Uhr findet eine Konzerteinführung statt.

Das Foto zeigt den französischen Cellisten Jérôme Perno, Solist des Konzertes (Foto: Alix  Laveau)

www.theater-plauen-zwickau.de


Musik zwischen Tragik und Triumph

7. Sinfoniekonzert der Staatskapelle Weimar am 24. und 25. März in der Weimarhalle

Der ungarische Dirigent Imre Palló, in den Anfängen seiner Karriere noch Assistent von Karajan und Fricsay, genießt seit den 1970ern international einen hervorragenden Ruf als Konzert- wie als Operndirigent. Auch am Pult der Staatskapelle hat er seither immer wieder gestanden – als von den Musiker*innen wie vom Publikum stets freudig empfangener und hochgeschätzter Gast. Nach allzu langer Pause gibt es im 7. Sinfoniekonzert der Saison am 24. und 25. März, nun endlich eine Wiederbegegnung mit dem Maestro. Unter seinem Dirigat erklingt Peter I. Tschaikowskys hochemotionale »Fünfte«, in der der Komponist sich in eindrucksvollen Tönen und Klängen dem Schicksal entgegenstemmt und sich ein letztes Mal zu einem Triumphfinale aufbäumt. Wiener Gegenpole prägen die erste Konzerthälfte: Auszüge aus dem »Fernen Klang« des hochbegabten Expressionisten und Klangkünstlers Franz Schreker sowie Mozarts Es-Dur-Klavierkonzert, das am Scheideweg zwischen feinsinniger Kammermusik und komplexer Werkidee steht. Als Solist darf man auf den jungen Brasilianer Fabio Martino (FOTO) gespannt sein, dessen bereits vielfach preisgekröntes Spiel die Presse als »begnadet poetisch« beschreibt.

Foto: Friedrun Reinhold


Trauer und Freude

Das Reußische Kammerorchester gestaltet das 6. Philharmonische Konzert von Theater & Philharmonie Thüringen am Mittwoch, 13. und Donnerstag, 14. März jeweils um 19.30 Uhr im Konzertsaal des Geraer Theaters.

Als Solisten treten Hendrick Schnöke (Klarinette) und Roland Schulenburg (Fagott) auf. Geleitet wird das Konzert von Dominik Beykirch, der als Stipendiat im Dirigentenforum des Deutschen Musikrates zur Künstlerauswahl „Maestros von Morgen“ zählt. Der 27-Jährige ist 1. Koordinierter Kapellmeister am Deutschen Nationaltheater Weimar.

Den ersten Teil des Konzertes bilden zwei Werke von Richard Strauß: Das Duett-Concertino für Klarinette, Fagott und Orchester und „Metamorphosen“ für 23 Solostreicher. Zum Duett-Concertino ließ Strauss sich vermutlich durch das Märchen „Der Schweinehirt“ von Hans Christian Andersen inspirieren. Die beiden Soloinstrumente Klarinette und Fagott umspielen einander wie Prinzessin und Bettler bzw. Schweinehirt in Andersens Märchen und werden von widersprüchlichen Gefühlen gebeutelt. Viel ernstere Töne schlägt die Komposition „Metamorphosen“ an, durch die Strauss seine Trauer über die Zerstörung der Konzertsäle und Opernhäuser in Berlin, München, Dresden und Wien während des Zweiten Weltkrieges verarbeitete. Beide Werke entstanden in den 1940er Jahren im letzten Lebensjahrzehnt des damals schon betagten Richard Strauss. Sie bergen den wunderbar vollen Orchesterklang, der die großen sinfonischen Werke des Komponisten charakterisiert, aber auch in der Kammermusik zu finden ist.

Samuel Barbers „Adagio for Strings“ gilt weithin als das wohl erhabenste traurige Musikstück der Welt. Ursprünglich als zweiter Satz des Streichquartetts op. 11 konzipiert, arrangierte es der amerikanische Komponist später selbst für Streichorchester, um die Klangfarbenpalette noch zu erweitern. Die außergewöhnliche Kraft des Werkes liegt wohl in dem Umstand begründet, dass Barbers Musik der Trauer nicht ausweicht, sondern sich ihr bedingungslos ausliefert. Die elegischen Themen sowie eine stete Wellenbewegung berühren das Herz und lassen Raum für eigene Gedanken.

Den Abschluss des Konzertes und quasi eine Befreiung aus der Trauer der vorausgehenden Werke bildet die Serenade für Streicher des tschechischen Komponisten Josef Suk. Sie ist ausschließlich in Dur-Tonarten komponiert und mutet daher besonders freundlich und fröhlich an. Dieses Tonarten-Experiment ist insofern außergewöhnlich, als in der slawischen Musik aus Suks kulturellem Herkunftsraum eher Moll-Tonarten dominieren. Die Idee dazu kam von Antonín Dvořák, dem Lehrer und späteren Schwiegervater von Josef Suk.

Jeweils um 18.45 Uhr gibt Dramaturgin Birgit Spörl eine Konzerteinführung im Saal.

Karten im Besucherservice, unter 0365 8279105 bzw. 03447 585160 sowie online www.tpthueringen.de

Das Foto zeigt Dominik Beykirch (Foto: Matthias Eimer), mehr über den Künstler erfahren sie auf www.dominik-beykirch.de


Amerikanische Klassiker zum Saisonausklang

Vogtland Philharmonie beschließt Sinfoniekonzertreihe 2018/19

Die Rhapsody in Blue ist nicht nur das neben Porgy and Bess populärste Werk George Gershwins, sondern der Broadway-Klassiker überhaupt. Mit seiner Uraufführung in der Aeolian Hall in New York begann 1924 sein Siegeszug auf die Konzertbühnen der Welt. Der berühmte Bandleader und selbsternannte ‚King of Jazz’ Paul Whiteman konnte Gershwin einst dafür gewinnen, ein Jazz-Stück für klassisches Orchester zu schreiben.Mit Unterstützung des Whiteman-Arrangeurs FerdeGroféaus generierte Gershwin das geniale Sternwerk authentischer Jazz-Sinfonik. Bis heute ist es in seiner vitalen Frische und Ungezwungenheit unerreicht und steht nun im Mittelpunkt des neunten Sinfoniekonzertes der Vogtland Philharmonie, welches am Mittwoch, 22. Mai 2019, im Neuberinhaus Reichenbach sowie am Freitag, 24. Mai 2019 in der Vogtlandhalle Greiz um jeweils 19.30 Uhr zu erleben ist. Der für den Solopart gewonnene, rumänische Pianist Csíky Boldizsár ist einer der populärsten Künstler seines Landes. Er konzertierte mit allen Sinfonieorchestern Rumäniens, absolvierte mehrere CD-, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen, war Juror nationaler und internationaler Musikwettbewerbe und hielt selbst Meisterkurse im In- und Ausland.

Doch zu Beginn des Konzertes stellt die Philharmonie zunächst faszinierende Musik aus Lateinamerika vor: den temperamentvollen Danzòn Nr. 2 des zeitgenössischen mexikanischen Komponisten Arturo Márques. Er schrieb einige solcher Tänze, doch dieser wurde weltweit populär, als ihn das Simón Bolívar Youth Orchestra Venezuelaals Paradestück auf seiner Europatour 2007 präsentierte.

Zu diesen beiden Highlights passend, erklingt im Ausklang des Konzertabends eine Orchestersuite der populärsten Sinfonischen Tänze eines anderen Broadway-Klassiker; der West Side Story Leonard Bernsteins. Das Konzert steht unter der Stabführung von GMD Stefan Fraas. Die Einführungsgespräche mit Dr. Wolfgang Horlbeck finden wie gewohnt um 18.45 Uhr im jeweiligen Haus statt, die Reichenbacher Konzertbusse verkehren unverändert, in Greiz gilt der Fahrplan des PRG im Stadtverkehrsowie ein Fahrpreis von einem Euro bei Vorzeigen der gültigen Eintrittskarte.

Tickets und Abonnements sind im Neuberinhaus (03765-12188) sowie in der Vogtlandhalle (03661-62880) oder der Tourist-Info Greiz (-689815) erhältlich.


Duo Burstein & Legnani in Weimar

Klassik und Weltmusik für Cello und Gitarre / Dienstag, 19. März 2019, 19.30 Uhr, Weimar, Museum für Ur- und Frühgeschichte (Humboldtstraße 11)

Das Duo Ariana Burstein & Roberto Legnani stellt auf der Deutschland-Tournee 2019 ein neues interessantes Programm mit einzigartigen Arrangements für Cello und Gitarre vor. Bekannt für ihr perfektes Zusammenspiel, bilden beide Künstler ein brillantes Duo mit verblüffender, virtuoser instrumentaler Rollenverteilung. Die Besucher dürfen sich auf ein phänomenales Hörerlebnis, auf ein spannendes Konzert mit einer Vielfalt aus Klassik und Weltmusik sowie formvollendete Eigenkompositionen freuen.

Zur Aufführung kommen Meisterwerke u. a. von Manuel de Falla, Isaac Albéniz, Thomas Moore, Antonio Vivaldi und Roberto Legnani sowie eine feine Arrangement-Auswahl irisch-keltischer, spanischer und lateinamerikanischer Musik. Leidenschaftliche Melodien, pulsierende Rhythmen und alte Stilelemente erklingen in einem kunstvoll neuen Gewand: Musik aus dem maurischen Mittelalter, hinführend ins 21. Jahrhundert, mit fließenden Grenzen zwischen abendländischer, orientalischer, asiatischer und jüdischer Kultur.

In einer Zeitspanne von mehr als 20 Jahren haben Burstein & Legnani die damals noch unbekannte Kombination Cello und Gitarre im Konzertleben prägend und wegweisend etabliert. Unbeirrt, fernab von wechselhafter Mode und flüchtigem Zeitgeist, arrangierte das Duo neue Werke für die alljährlichen Tourneen. Das Repertoire für Cello und Gitarre wuchs von Jahr zu Jahr, darunter sind über 200 Arrangements klassischer Meisterwerke sowie zahlreiche Kompositionen von Roberto Legnani. Aus gesammelten Themen, Fragmenten und Melodien verschiedener Völker entstanden neue Kompositionen, die das Duo schlicht als Weltmusik in ihren Konzerten vorstellt. Im harmonischen Dialog mit den Kulturen verschmelzen die verschiedenen Epochen und Genres und führen das Publikum in eine neue Welt magischer Klänge und Rhythmen.

Kartenvorverkauf an der Museumskasse und an der Abendkasse ab 19 Uhr.

Weitere Informationen und Ticketreservierung: www.tourneebuero-cunningham.com und Tel. 07852 - 93 30 34.


Bach-Festival-Arnstadt 2019

Die erfolgreiche Festivalreihe geht vom 21. bis 24. März 2019 in die 15. Auflage!

Anlässlich des 334. Geburtstages von Johann Sebastian Bach wird am 21.03.2019 die Bachehrung stattfinden. Mit der Ehrung am Bachdenkmal auf dem Marktplatz Arnstadt startet das 15. Bach-Festival-Arnstadt wohlklingend mit dem Schulchor der Johann-Sebastian-Bach Schule Arnstadt. Anschließend lädt die Musikschule Arnstadt-Ilmenau zu einem Wandelkonzert und das Küchenhaus Arnstadt zu einem Kochkurs „Kochen wie zu Bachs Zeiten“ ein.

Mit dem Programm „Gesungenes und Gezupftes“ wird am 22.03.2019 das 15. Festival durch den Norddeutschen Kammerchor und durch das Duo Ahlert & Schwab eröffnet. Im Anschluss daran folgt ein kulinarischer Abendausklang, welcher den Abend geschmackvoll abrundet. Am Samstag, den 23.03.2019, werden neben der Matinee im Rathaussaal mit der New Yorkerin Carolyn Enger auch das Ensemble Marais Consort in der Traukirche Johann Sebastian Bachs in Dornheim klangvoll präsentiert. Tagesbegleitend können theatralische Stadtführungen, ein Ostermarkt im Rathaus, die beliebte Orgeltour und zum ersten Mal im Festivalprogramm ein Musical „BACH-Der Rebell“ erlebt werden. Mit Floorfiller Dj Björn (bekannt aus Radio Top40) kann man in der Remembar der Stadtbrauerei den Festivalsamstag tanzend beenden. Den Festivalabschluss am 24.03.2019 bestreitet der Knabenchor Hannover gemeinsam mit dem jungen Preisträger Lars Schwarze in der Johann-Sebastian-Bach-Kirche. Vorher kann man im Bachhaus Arnstadt „Friedrichs Hof zu Gast in Bachs Haus“ hören. Begleitend zu den Konzerten lädt Kantor Jörg Reddin zu 15 Minuten Bach zum 15. Festival jeweils  zur Mittagszeit ein. Diese sind kostenlos, jedoch freut sich die Kirchgemeinde hier über eine Spendengabe. 

Das vollumfängliche Programm finden Sie zum Nachlesen unter: www.bach-festival.de

Ab sofort sind die Tickets zu den einzelnen Programmpunkten im Vorverkauf in der Tourist-Information Arnstadt und online in den Ticketshops Eventim und im Ticketshop Thüringen erhältlich.


Erfurt: Konzert zum offenen Tag im Forsthaus Willrode


„Über allen Gipfeln ist Ruh'...!“ Lieder - Texte - Anekdoten von Bäumen und Wäldern - in Vertonungen von z. B. Beethoven, Schubert, Zelter, Vagedes, Bartholdy und Dalberg und den romantischen Empfindungen von Dichtern, wie z. B. Groth, Schiller, Goethe und Fontane

Mit ihrer glockenhellen, reinen Gesangsstimme begeisterte Liane Fietzke gemeinsam mit ihrem Mann Norbert Fietzke, der perfekte Liedbegleiter, am Klavier bereits sehr viele Besucher ihrer Konzerte. In dem für dieses Programm gewählte Titel „Über allen Gipfeln ist Ruh'...“ erleben Sie die Künstler mit einer Mischung von Liedern und Intermezzi aus der Musikliteratur von Bäumen und Wäldern. Die Besucher dieses Konzertes werden eine höchst vitale Interpretation erleben. Bestechend durch eine intensive Lebendigkeit, Nähe und Leichtigkeit. Das ist brillant, vital und sensibel, ganz und gar dem Namen des Duos entsprechend: ›con emozione‹.

Das Duo ›con emozione‹, Liane Fietzke (Sopran/Moderation) und Norbert Fietzke (Piano), arbeitet seit vielen Jahren professionell musikalisch zusammen. Sie erhielten beide ihre Ausbildung an der Musikhochschule Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig. Weitere Studien folgten in Köln und Weimar. Ihr Arbeits- und Lebensmittelpunkt ist das Havelland. Von dort starten sie, um vielerorts in Deutschland und in der Schweiz künstlerisch aufzutreten. Wir werden in 2019 unser 25jähriges Bestehen als Duo ›con emozione‹ mit vielen hochkarätigen Konzerten und Lesungen feiern, so z. B. auch mit unserem Jubiläumskonzert am Ostersonntag, 21. April 2019, 16.00 Uhr im Gewandhaus zu Leipzig.

Sonntag, 31. März, 14.30 Uhr (Einlass, ab 14.00 Uhr), Thüringer Forstamt Erfurt-Willrode, Revier Erfurt, Forststraße 71, 99097 Erfurt OT Egstedt

Kartenbestellung und -verkauf während der Öffnungszeiten im Forsthaus Willrode.
Um Anmeldung wird gebeten, unter Telefon: 036209 – 43020
oder im Vorverkauf online unter Eventim! oder https://www.con-emozione.de/termine.html

Es gibt an diesem Nachmittag vor Ort wieder frisch gebackenes Brot und Kuchen.

Foto: Carlo Bansini


Festival Güldener Herbst 2019 - eine Vorschau

Der  GÜLDENE HERBST, das Festival für Alte Musik in Thüringen, wird in den kommenden Jahren sein Festivalformat neu ausrichten. Dabei geht um mehr Präsenz in der Festivallandschaft Mitteldeutschlands,  die Konzentration auf einzelne Konzertorte, innovative Konzertformate und ein neues Layout für das kommende Festival 2019. Unverändert bleibt dabei der wissenschaftlich-programmatische Anspruch des Festivals, Im kommenden Jahr widmen sich die Festivalmacher um Gerd Amelung und Prof. Helen Geyer dem Thema „Musik.Dynastie“; dies umfasst sowohl die höfische Musikpraxis an Thüringer Residenzen durch die jeweiligen Herrscherdynastien wie auch die vielfältigen thüringisch-mitteldeutschen Musikerdynastien wie die Bachfamilie oder den Schülerkreis Heinrich Schütz‘. Für ausgewählte Konzerte des Festivals, das vom 20. bis 29. September 2019 stattfinden wird, ist der Kartenvorverkauf bereits gestartet. Zu den in Weimar, Erfurt, Arnstadt und Auerstedt stattfindenden Konzerthöhepunkten werden bekannte Namen der Alten-Musik-Szene wie lautten compagney BERLIN, Capella de la Torre, SingerPur und Batzdorfer Hofkapelle erwartet. 

Das Eröffnungskonzert des GÜLDENEN HERBSTS 2019 in Weimar mit der lautten compgney BERLIN unter der Leitung von Wolfgang Katschner wird sich mit selten zu hörenden Entdeckungen aus dem „Altbachischen Archiv“ einer der wichtigsten Musikerfamiliendynastien Thüringens widmen: Die Familie Bach prägte mit ihrer Musik die berühmten Generationen um Johann Sebastian Bach, die seines Vaters und seiner Vorfahren, wie auch die seiner Söhne. Im Konzert werden die Motetten Johann Sebastian Bachs in ihren zeitgeschichtlichen Kontext gestellt. In der Gegenüberstellung mit Werken aus dem „Altbachischen Archiv“ wird dem Zuhörer sowohl Bachs Traditionsverbundenheit als auch seine umstürzende Innovationskraft nahegebracht. Das Leipziger Ensemble amarcord ist für den Vokalpart angefragt.

Die gesellschaftspolitische Bedeutung von Dynastien thematisiert das Konzert in der Reglerkirche in Erfurt mit Capella de la Torre. Das von Katharina Bäuml geleitete Ensemble gehört zu den führenden Interpreten von Renaissancemusik für Blasinstrumente wie Schalmeien, Dulziane und Pommer und erhielt vor wenigen Monaten den Opus Klassik. In ihrem Programm mit weitgehend unbekanntem Repertoire aus dem 16. Jahrhundert vom Hof Kaiser Karl V. und seiner Hofkapelle werden Einflüsse auf die Musikpraxis am kurfürstlich-sächsischen Hof von Friedrich dem Weisen erkundet.

Für zwei weitere Konzerte startet der Vorverkauf ebenfalls am 8. Dezember: Ausgrabungen aus den beiden Prachtchorbüchern (Antwerpen, Paris), die Günther „der Streitbare“ von Schwarzburg- Arnstadt und Catharina von Nassau-Dillenburg anschaffen ließen, interpretiert SingerPur im Konzert in der Arnstädter Liebfrauenkirche. Während eines vorangehenden Einführungsvortrags wird der Leiter des Thüringischen Landesmusikarchivs Dr. Christoph Meixner die Codices im Original der Öffentlichkeit am Ort der Grablege des Herrscherpaars präsentieren. Günther XLI und Catherina waren mit dem europäischen Hochadel und der musikalischen Hochkultur vielfältig vernetzt.

Im Abschlusskonzert spürt die Batzdorfer Hofkapelle in der Maloca in Auerstedt einer über einhundertjährigen, ebenfalls bis zu J. S. Bach und G. F. Händel reichenden musikpädagogischen Familiengeschichte nach: der Lehrer-Schüler-Enkelschüler-Dynastie Heinrich Schütz’. Das vollständige Programm des GÜLDENEN HERBSTS wird im Frühjahr 2019 veröffentlicht.Das Festival findet unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Thüringer Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei statt.

Karten gibt es bereits für folgende vier Konzerte:

20.09.2019, Eröffnungskonzert, Weimar, Stadtkirche St. Peter und Paul 
lautten compagney BERLIN, Leitung: Wolfgang Katschner 
Musik aus dem „Altbachischen Archiv“


22.09.2019 Erfurt, Reglerkirche
Capella de la Torre, Leitung: Katharina Bäuml

Mille Regretz. Karl V. und die Reformation in Mitteldeutschland

27.09.2019 Arnstadt, Liebfrauenkirche 
SingerPur
Musik um Günther „den Streitbaren“ von Schwarzburg-Arnstadt – Die Chorbücher Antwerpen und Paris

29.09.2019 Abschlusskonzert, Auerstedt
Batzdorfer Hofkapelle

„Vater unserer Musik“. Die Lehrer-Schüler-Enkelschüler-Dynastie des Heinrich Schütz 

Tickets ab dem 08.12.2018 unter Tel: (03 61) 227 5 227 oder im Netz unter www.ticketshop-thueringen.de und in allen Vorverkaufsstellen.

www.Gueldener-Herbst.de


„Schumann Plus“ mit Uraufführung einer neu entdeckten Komposition

Zwickauer Konzertreihe steht im kommenden Jahr im Zeichen Clara Schumanns

2019 jährt sich der Geburtstag Clara Schumanns zum 200. Mal. Das wird in Zwickau, wo sich die größte Clara-Schumann-Sammlung befindet, während des ganzen Jahres entsprechend gewürdigt. Fast jedes der Konzerte der Reihe „Schumann Plus“ bietet nicht nur Musik von Robert, sondern auch von Clara. Zudem erklingen Werke, die ihr gewidmet sind, so die über ein Motto Clara Wiecks komponierten Davidsbündlertänze op. 6 von Robert Schumann und die Cellosonate op. 26 von Clara Schumanns Frankfurter Konservatoriumskollegen Anton Urspruch. Die Programme sind bunt bestückt und reichen vom Klavierrecital bis hin zu Streichquartett und einem Vokalensemble. Außerdem steht sogar eine kleine Schumann-Uraufführung bevor. Am 7. April erklingt im Konzert des Alinde-Quartetts neben Werken von Henry Purcell und Joseph Haydn sowie Robert Schumanns erstem Streichquartett eine neu entdeckte kurze Streichquartettkomposition, die Schumann seinem holländischen Freund, dem Geiger Martin Bezeth, widmete. 

Kleine Uraufführung neu entdeckter Schumann-Komposition

Aus Irland wurde dem Robert-Schumann-Haus Zwickau vor einigen Jahren von einem Arzt in Cork ein Albumblatt angeboten, das jahrzehntelang gerahmt bei seiner alten Tante im Zimmer gehangen habe. Nach deren Tod wollte der Erbe es nun in gute Hände bringen und kontaktierte das Zwickauer Museum über die Schumann-Briefedition. Nachdem ein britischer Auktionshändler geurteilt hatte, es sei vermutlich nicht besonders wertvoll, wurde es dem Zwickauer Archiv schließlich kostenlos übersandt. Der Schumann-Forschung war die Quelle bis dahin völlig unbekannt – sie überliefert ein ungedrucktes Werk Robert Schumanns (RSW Anh. N6), von dem man zuvor nur durch ein Skizzenblatt Robert Schumanns wusste. Das Schumann-Werkverzeichnis ordnet die Komposition unter den Werken unbestimmter Besetzung ein. Thomas Synofzik, der Leiter des Zwickauer Schumann-Hauses, konnte jedoch kürzlich in einem Artikel über das Albumblatt erstmals biographische Informationen über Martin Bezeth liefern und nachweisen, dass er ein vielfach aktiver Streichquartett-Primarius war, dessen Talente von Robert Schumann sogar eigenhändig in Prüfungsprotokollen des Leipziger Konservatoriums hervorgehoben wurden. Auch angesichts des Stimmumfangs der vierstimmigen, zehntaktigen Komposition ist klar, dass es sich um einen Streichquartettsatz handelt.

Der Schweizer Cellist Christian Giger und die japanische Pianistin Yuka Kobayashi spielen am 6. Oktober aber erstmals gemeinsam mit Andreas Buschatz, dem ersten Konzertmeister des Leipziger Gewandhausorchesters. In großer Besetzung bietet das letzte Konzert der Saison am 3. November 2019 Chormusik von Robert und Clara Schumann: Unter Leitung von Holger Speck gastiert das Vokalensemble der Musikhochschule Karlsruhe, am Klavier begleitet von Hartmut Höll.