KUSPI-Blog

Frauentagsparty und Kaffeekränzchen im KuK Gera

Die diesjährige Frauentagsparty im Saal des Kultur- und Kongresszentrums (KuK)startet am Donnerstag, 8. März, 18 Uhr. Bereits ab 14.30 Uhr wird es im Foyer des KuK ein Frauentagskränzchen bei Kaffee, Kuchen und musikalischer Unterhaltung geben. So wird jeder Altersgruppe die Möglichkeit gegeben, sich mit Freundinnen zu treffen – ob beim Kränzchen am Nachmittag oder zur Party am Abend.Das Showprogramm für „Mädels“ ist reine Männersache. So wird die 1A-DISKOTHEK die Partystimmung anheizen. Die Damen können sich auf eine Trommelshow von „redAttack“ freuen. Zum Mitsingen und für gute Laune sorgt das Roland-Kaiser-Double mit seiner „Kaiserparty“. Für das leibliche Wohl der Gäste ist die hauseigene Gastronomie im Einsatz. Die Frauentagsveranstaltungist eine gute Gelegenheit, den Frauentag mit Freundinnen oder auch mit Kolleginnen zu feiern. Karten können in der Tourist-Information Gera, Markt 1a, Tel. 0365/8381111, montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, und sonnabends, 9 bis 15 Uhr, erworben werden.


Lohnende Ausgrabung - spannende Wiederbegegnung

Weinbergers Oper„Wallenstein“ und Korngolds Streicher-Serenade beim Entdecker-Label cpon / Von Dr. Eberhard Kneipel

Nicht immer sind Ausgrabungen Glücksfälle, und manche der aufgespürten Stücke wären besser in der Versenkung verblieben anstatt Theaterbühnen, Konzertsäle oder die Tonträgerlandschaft zu bevölkern. Bei der Musikalischen Tragödie „Wallenstein“ von Jaromir Weinberger ist das anders: Jahrzehntelang stand sie völlig im Schatten seiner Volksoper „Schwanda, der Dudelsackpfeifer“, die 1927 mit sensationellem Erfolg im Prag am Tschechischen Nationaltheater zur Uraufführung kam. Von „Wallenstein“ hingegen blieb nicht die geringste Ahnung. Als es dann 2009/10 in Altenburg und Gera zur deutschen Erstaufführung kam, war das Erstaunen über ihre musikdramatischen Qualitäten groß. Und es verwunderte noch mehr, dass keine Einspielung auf CD oder DVD existierte. Diesen Mangel hat das Entdecker-Label cpo jetzt mit der beeindruckenden Ersteinspielung von 2012 aus dem Wiener Konzerthaus. behoben. Die aber zeigt auch: Die Anforderungen dieser Oper an eine Bühne und an ein Ensemble sind so riesig, dass auch ihretwegen dem Werk die Verbreitung versagt blieb. „Neben einem großen Chor und Orchester kommen noch zahlreiche Bühnenmusiker hinzu, die wiederum in drei Gruppen aufgeteilt sind, bis hin zu einer Tafelmusik mit Cembalo, einer großen Militärkapelle und Trompeten. Weinberger lässt in jedem der sechs Bilder einen anderen Stil zur Geltung kommen, dabei reicht seine schier unbeschreibliche Vielfältigkeit von der Operette, der Atonalität, Klängen der Volksmusik bis hin zum romantisch verästelten Kontrapunkt, wodurch man fast den Eindruck bekommt, es handele sich um mehrere Komponisten", erläutert der RSO Wien-Chefdirigent Cornelius Meister. Er selbst erweist sich freilich als der rechte Mann, diese verblüffende Vielfalt zu bändigen und die großen Historienbilder und eindringlichen Porträts nach Friedrich Schillers Dramatischem Gedicht zu einem faszinierenden Ganzen zu formen. Roland Trekel und Martina Welschenbach führen das großartige Ensemble an, dem die Aufnahme-Technik und die Tonträger-Produktion höchste Aufmerksamkeit und größtes Können widmen. 1937 war die Oper in Wien uraufgeführt worden, ein Jahr später floh der Komponist vor den Nazis in die USA. Dort verließ ihn der Erfolg, er litt unter seiner Vertreibung, und 1967 nahm er sich, einundsiebzigjährig, das Leben ...                                                                     

Auch Erich Wolfgang Korngold fand in den USA Zuflucht hatte in Hollywood Erfolg, konnte aber nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa kaum wieder Fuß fassen. Auch er ein Enttäuschter, ein Vergessener. Aber auch er ein Komponist, der mit seiner Oper „Die tote Stadt“ und dem Violinkonzert vor fast 20 Jahren im Geraer Spielpan vertreten war. Und bereits in den 1990ern hatte ihm das Label cpo eine CD-Serie gewidmet. jetzt sorgt es mit einem Frühwerk und einem Spätwerk auf der neuen Silberscheibe wieder für Aufsehen ... Sein Streichsextett begann Korngold im Sommer 1914 zu komponieren. Da arbeitete der Siebzehnjährige zugleich an seiner zweiten Oper „Violanta“, war international etabliert und galt als das Wunderkind seiner Zeit. Der Dirigent Hartmut Rohde hat nun das Stück für sein HFM Leopoldinum Orchester arrangiert und präsentiert die vier Sätze elegant, verspielt, gefühlvoll und farbenreich im Klang. Dreißig Jahre später, im Exil und nach einem schweren Herzanfall, konzipierte Korngold während der langen Zwangspause im Krankenhaus  ein Werk für Streicher. Auf Notenpapier gebracht, lag dann mit der Symphonischen Serenade B-Dur op. 39 eine Komposition vor, die zu den besten und einfallsreichsten seiner späten Jahre zählt. Er hatte sich selbst übertroffen und seine Schaffenskraft nochmals überzeugend unter Beweis gestellt - allen seinen Befürchtungen zum Trotz ...

Jaromir Weinberger, Wallenstein, Musikalische Tragödie in sechs Bildern / Trekel, Welschenbach, Lukas, Kirch / Wiener Singakademie, ORF Radio-Symphonieorchester Wien; Ltg. Cornelius Meister //cpo, 2CDs 777 963-2

Erich Wolfgang Korngold, Symphonic Serenade op. 39; Sextett op. 10 / NFM Leopoldinum Orchestra; Ltg. Hartmut Rohde // cpo, 1CD 555 138-2


Perlenfischer, Stimmenglanz, Saitenzauber

Weltklasse-Novitäten der Deutschen Grammophon / Von Dr. Eberhard Kneipel

Die drei sind Weltklasse-Künstler und kennen sich seit Jahren. In diesem neuen Album sind sie „Ersttäter, begeistern aber auch dabei über alle Maßen. Mit „Duetten zu dritt“. Der französisch-mexikanische Star-Tenor Rolando Villazón hat schon manchem Duett-Album Glanz verliehen – zusammen mit Opern-Diven wie Anna Netrebko. Nun ist der russische Bass Ildar Abdrazakov sein Partner; ein Sänger, der mit diesem Album bei der deutschen Grammophon debütiert und dem das Publikum der Mailänder Scala, der Salzburger Festspiele oder der New Yorker Met schon längst zu Füßen liegt. Zusammen haben die beiden bereits 2009 auf der Bühne gestanden. Und den Dirigenten Yannick Nézet-Séguin hatte Rolando Villazón bereits im Jahr zuvor bei der Salzburger Produktion von Gounods „Roméo et Juliette“ kennen und schätzen gelernt. Jetzt steht dieser interessante und vielbegehrte Pult-Magier beiden Sängern als Partner zur Seite – mit dem Orchestre Métropolitain de Montréal. Bei einer Woche intensivster Aufnahme-Arbeit, geprägt von gegenseitiger Bewunderung und der Freude am ungewöhnlichen Repertoire.

„Es gab einen Moment, den ich nie vergessen werde“, schwärmt Yannick Nézet-Séguin. „Eines Morgens glänzten beide Stimmen wie Gold, es war bei Les pécheurs de perles. Das Orchester sah mich strahlend an, und wir waren alle überwältigt von der Schönheit der Musik.“ Da hatten Villazón und Abdrazakov das vielleicht berühmteste Duett für Tenor und Bariton hingezaubert – „Tief in des Tempels Grund“ aus Bizets „Perlenfischer“.  Und dieser Repertoire-Perle am Beginn des Albums lassen sie eine ganze Perlenkette feinster Spiel- und Belcanto-Szenen folgen: aus Boitos „Mefistofele“ und Donizettis „Don Pasquale“, aus Verdis „Simone Boccanegra“ und Gounods „Faust“, aus „Carmen“. Und als reiche der Ohrenschmaus, mit dem Sänger, Musiker und Dirigent die Hörer verwöhnen, nicht aus, bringen sie am Schluss noch einen “Knaller“: die populären Hits “Granada“ und „Schwarze Augen“. Dafür hat der Russe Spanisch und der Franzose Russisch gelernt. Mehr Wertschätzung füreinander geht kaum, mehr künstlerische Harmonie auch nicht ...

Dem Glanz der „Duette zu dritt“ steht „Der Blick nach innen“ in nichts nach: eine CD mit Musik von Peter Tschaikowski. Und da verzaubert der Geiger Nemanja Radulovic im berühmten Violinkonzert und in den reizvollen „Variationen über ein Rokoko-Thema“ mit seinem Saitenspiel. Die Eigenart, ja das Geheimnis seiner Wiedergabe dieser romantischen Werke ist die tiefe Reflexion über die Musik, über kulturelle Wurzeln und persönliche Erlebnisse. So überwältigt er nicht nur als hinreißender Virtuose mit Elan und Frische - er überrascht auch durch einen ungemein feinfühligen, facettenreichen und farbschattierten Auftritt. In lyrischen Melodien lässt Radulovic seine Geige wunderbar singen und träumen, um gleich darauf mit atemberaubenden Tonkaskaden und feurigen Tanzrhythmen zu brillieren – und selbst im furiosen Finale verblüffen seine vielen Nuancierungen von Ausdruck und Kolorit. Auch den  „Rokoko-Variationen“ verleiht er so eine starke Individualität: Der Solopart erklingt auf der Viola, das Orchester ist auf Streicher und Klavier reduziert – die Faszination der eleganten Klangspiele Tschaikowskis aber bleibt erhalten. Als Partner hat sich Radulovic das junge Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra unter dem Österreicher Sascha Goetzel und das serbische Ensemble „Double Sens“ auserkoren – Musiker, die seinen Intentionen begeistert folgen und die sein Solo vollendet begleiten. Eine außergewöhnliche Aufnahme !

Duets / Rolando Villazón, Ildar Abdrazakov, Yannick Nézet-Séguin // Deutsche Grammophon 1 CD 479 6901

Foto oben: Rolando Villazón mit Ildar Abdrazakov und Yannick Nézet-Séguin // Photo: Dario Acosta / Deutsche Grammophon

Nemanja Radulovic / Tchaikovsky, Violin Concerto, Rococo Variations // Deutsche Grammophon 1 CD 479 8089


Die ungewöhnliche Lebensgeschichte von Iron Maiden-Sänger Bruce Dickinson

What Does This Button Do? Buch-Neuerscheinung bei Heyne Hardcore

Bruce Dickinson ist seit über fünfunddreißig Jahren gefeierter Sänger der erfolgreichsten Heavy-Metal-Band der Welt - Iron Maiden. Er ist gleichzeitig Pilot (er fliegt die Ed Force One, die bandeigene 747), Motivationsredner, Drehbuch- und Romanautor, Radiomoderator und war jahrelang erstklassiger Fechter auf Weltklasseniveau. Von seinen Fans wird er regelrecht verehrt. Jetzt erzählt er die besten Geschichten aus seinem abenteuerlichen Leben, darin schreibt er auch über seinen dramatischen Kampf gegen den Zungenkrebs, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte.
Iron Maiden sind mit über 90 Millionen verkauften Alben und über 2.000 Konzerten eine der erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten. Bruce Dickinson ist darüber hinaus auch als Solokünstler regelmäßig in den Charts zu finden. Seine Memoiren hat er handschriftlich selbst verfasst.
Bruce Dickinson war von 1990 bis 2005 auch als Solokünstler aktiv und veröffentlichte während dieser Zeit sechs Alben, die, von Andy Pearce von den Originalbändern remastered, am 27. Oktober über BMG auf schwarzem 180g Vinyl wiederveröffentlicht werden.


Bedeutende Jubiläen gewürdigt

Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera veröffentlicht zwei neue CDs

Luigi Cherubinis 175. Todesjahr bzw. 275 Jahre Freimaurerloge Altenburg „Archimedes zu den drei Reißbretern“ sind 2017 herausragende Jubiläen, denen das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera in der vergangenen Saison mit großer überregionaler Beachtung aufgenommene Konzerte widmete. Nun erscheinen die Konzertmitschnitte auf CD.
Bereits im Februar fanden in Gera, Altenburg und in der Dresdner Frauenkirche Konzerte statt, die ausschließlich dem in Florenz geborenen und in Paris zu großem Ruhm gekommenen Komponisten Luigi Cherubini (1760-1842) gewidmet waren. „Für mich ist Cherubini der beachtenswerteste von allen lebenden Opernkomponisten. Auch der Konzeption seines Requiems stimme ich vollkommen zu“, urteilte sein Zeitgenosse Ludwig van Beethoven. Zentrales Werk der Aufnahme ist das Requiem c-Moll. Die anspruchsvolle Chorpartie übernimmt der Kammerchor der Dresdner Frauenkirche. Exklusiv für dieses Konzert bzw. die CD edierten Prof. Dr. Helen Geyer und Michael Pauser M.A. im Auftrag der Internationalen Cherubini-Gesellschaft e. V. außerdem einen Marche funèbre sowie den Chant sur la mort de Joseph Haydn, die in werktreuer Fassung erstmals auf CD erscheinen. Die solistischen Parts übernahmen Akiho Tsujii, Martin Lattke und Paul Kroeger. Dirigent ist Frauenkirchenkantor Matthias Grünert.
Eine weitere CD, die aus Konzertmitschnitten im April 2017 entstanden ist, verdankt ihre Entstehung drei glücklichen Umständen: Erstens feiert 2017 die Altenburger Freimaurerloge „Archimedes zu den drei Reißbretern“ ihr 275. Jubiläum. Sie war am 31. Januar 1742 als siebte Loge in Deutschland gegründet worden – ein stolzes Jubiläum! Zweitens hatte Generalmusikdirektor Laurent Wagner die Idee, aus diesem Anlass ein Konzertprogramm ausschließlich mit Werken von Komponisten zusammen zu stellen, die selbst Logenbrüder waren. Den Höhepunkt bildete die Aufführung der Jubelkantate von Albert Lortzing: Eine Rarität, die, zählt man ihre Uraufführung 1841 mit, erst zum dritten Mal zur Aufführung gebracht wurde. Dieses außergewöhnliche Werk eröffnet eine ganz neue Sicht auf den heute nur noch durch seine Spielopern bekannten Komponisten. „Drittens sind wir stolz, diese Kantate als Weltersteinspielung auf CD veröffentlichen zu können. Dies verdanken wir einer Initiative des Vereins der Orchesterfreunde Gera e. V., der dieses Projekt finanziell unterstützte, sowie weiteren Mäzenen und Sponsoren, denen ich herzlich danken möchte!“, so Generalintendant Kay Kuntze. Des Weiteren sind auf dieser CD Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) Ouvertüre zur Zauberflöte sowie die genauso populäre Sinfonie Nr. 39 Es-Dur KV 543 veröffentlicht. Unter dem Dirigat von Generalmusikdirektor Laurent Wagner musizieren das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera, der Sächsischen Kammerchor Dresden, der Kammerchor der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar sowie die Solisten Martin Lattke, Yu-Yen Lai, Kai Wefer und Andrii Chakov. 


Buchtipp: »Saalfeld«

Zu einer besonderen Zeitreise laden rund 160 der schönsten Bilder aus dem Fotoschatz des Stadtmuseums und aus privaten Bildarchiven im Buch »Saalfeld« (Sutton Verlag) von Claudia Streitberger ein. Der Leser bummelt durch Saalfeld, bewundert die Architektur vergangener Jahrzehnte und taucht ein ins Alltagsleben der Menschen. Die historischen Aufnahmen und Karten von den Anfängen der Fotografie bis in die 1970er dokumentieren Schulalltag, Arbeitswelten und die vielfältige Vereinslandschaft. Über die Autorin: Claudia Streitberger, Jahrgang 1957, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und stellvertretende Leiterin des Stadtmuseums Saalfeld. Die profunde Kennerin der Geschichte Saalfelds ist ihren Mitbürgern durch zahlreiche Publikationen und Vorträge bekannt. Große Erfolge feierten auch die von ihr organisierten und konzipierten Ausstellungen.
Das Buch ist über www.verlagshaus24.de und im Buchhandel erhältlich. 

ISBN: 978-3-95400-919-0