Ausstellungen

Liebe Leserinnen und Leser!

Vorerst haben die Museen und Galerien geschlossen. Die folgenden Informationen belassen wir auf dieser Seite in der Hoffnung, dass vielleicht im Mai die Kultureinrichtungen wieder öffnen können. Bitte informieren Sie sich bis auf Weiteres in den tagesaktuellen Medien.


Einem großen Bildhauer zum 90. Geburtstag

Wieland Förster. Skulpturen und Zeichnungen. Ausstellung im Angermuseum Erfurt bis 24. Mai 2020
Wieland Förster Ausstellung Erfurt

Der 1930 in Dresden geborene Wieland Förster zählt zu den herausragenden figürlichen Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Anlässlich seines 90. Geburtstags widmet das Angermuseum Erfurt dem Künstler eine umfangreiche Retrospektive mit 60 Skulpturen und 70 Zeichnungen. In den fünf Jahrzehnten seines bildhauerischen Schaffens entwickelte Förster eine unverwechselbare ausdrucksvolle Figurensprache, mit der er die extremen Pole existenzieller Erfahrungen vergegenwärtigt: Schmerz, Leid und Martyrium auf der einen Seite, aber auch Sinnlichkeit, Schönheit und Eros. In seinen Zeichnungen zeigt sich neben sensiblen figuralen Formfindungen auch die große Bedeutung, die die Wahrnehmung von Natur und Landschaft in Wieland Försters Schaffen hat. 

Eine gemeinsame Ausstellung des Angermuseums Erfurt und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Angermuseum Erfurt: Di-So 10-18 Uhr

www.kunstmuseen.erfurt.de

Abbildung: Wieland Förster, Aufrechter weiblicher Torso, 1971/1987, Zement, Höhe: 170 cm, Albertinum / Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Foto: Hans-Peter Klut und Elke Estel


Industrie in Bildern

Neue Sonderausstellung in den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum zu sehen bis 14. Juni

Schachtanlagen, Fabriken und Bergbaulandschaften – den Prozess der sächsischen Industrialisierung und den schweren Arbeitsalltag der Menschen begleiteten zahlreiche Künstler mit Stift und Pinsel. Im Jahr der Industriekultur widmen sich die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum in der Sonderausstellung INDUSTRIE IN BILDERN den historischen Industrieansichten und -darstellungen der Region sowohl auf Leinwand als auch auf Papier. So sind rund 60 Ansichten zu sehen, die jene rasante wirtschaftliche Entwicklung wie auch die damit verbundenen extremen Veränderungen in der Landschaft – mit rauchenden Schornsteinen, Fördertürmen und Halden – vom frühen 19. bis ins späte 20. Jahrhundert hinein, eindrucksvoll belegen. Ausgestellt sind u.a. Werke von Johannes Dinter, Albert Schwarz, Edgar Klier, Karl-Heinz Jakob und Max Pechstein.

Auch die 60-teilige Holzschnittfolge von bergmännischen Darstellungen Heinz Fleischers, die Ende der 1940-er entstanden ist, zeigt die Zwickauer Industrie- und Bergbaugeschichte des früheren „Rußzwicke“, die tatsächlich der Vergangenheit angehört und heute vielleicht nur noch in der begrünten Haldenlandschaft und wenigen Denkmalen zu erahnen ist. Ergänzt wird die Schau mit 40 unterschiedlichen Mineralien aus der Privatsammlung des Zwickauers Lutz Zenner und mit 10 Zeichnungen, die der Sammler von seinen schönsten Mineralien, wie etwa große glänzende Quarzkristalle und farbenprächtige Kristallstufen, selbst anfertigte.

Der Silber- und Erzbergbau im nahen Erzgebirge erlangte ab Mitte des 15. Jahrhunderts eine große Bedeutung für die Entwicklung der Stadt Zwickau und des Landes. Die Region zwischen Freiberg und Annaberg-Buchholz gehörte zu den am dichtesten vom Bergbau und der Industrie geprägten Siedlungsgebieten in Europa. Den Prozess der sächsischen Industrialisierung und den schweren Arbeitsalltag der Menschen begleiteten zahlreiche Künstler mit Stift und Pinsel. Sie wurden zu Zeitzeugen dieser historischen Entwicklung und der damit verbundenen Veränderungen von Natur und Gesellschaft.

Die sächsische Industrialisierung ist untrennbar mit dem Abbau der Steinkohle im Zwickau-Oelsnitzer Revier verbunden. Die Nutzung der Steinkohle ist schon im Jahr 1348 nachweisbar. Jahrhundertelang bauten die Kohlebauern im Winter unter ihren Feldern die relativ tagesnah liegende Steinkohle ab. Seit den 1830er-Jahren wurde der Steinkohlenabbau zunehmend industriell betrieben, befördert durch den Siegeszug der Dampfmaschine und die Entwicklung des Eisenbahnwesens.

Für die Überwindung der begrenzten Fördermengen in den historisch kleinen privaten Schachtanlagen war die Konzentration von Kapital zum Aufbau leistungsstarker Bergbaubetriebe eine entscheidende Voraussetzung für die weitere ökonomische und strukturelle Entwicklung der Stadt Zwickau und darüber hinaus. Im großen Umfang folgten den Bergbauunternehmen Betriebe der verarbeitenden Industrie wie Hüttenwerke, Kokereien, Betriebe zur Versorgung des Bergbaus, Betriebe des Maschinenbaus, der Textil-, Porzellan- und Keramikindustrie und des Automobilbaus. Das führte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem rasanten Anstieg der Einwohnerzahl in Zwickau bis zu fast 140.000 Menschen. Das Bild der Region bestimmten nun die Schacht- und Kokerei-Anlagen, die Fördertürme und Halden sowie zahlreiche Fabriken mit ihren rauchenden Schornsteinen.


Neue Präsentation in Chemnitz der Sammlung Dr. Alfred Gunzenhauser

Das Museum Gunzenhauser zeigt die Sammlung des Münchner Galeristen Dr. Alfred Gunzenhauser in drei neuen Ausstellungen.

In der neuen Dauerausstellung Durchbruch der Moderne. Vom Impressionismus über den Expressionismus bis zum Bauhaus sind Gemälde von Max Beckmann, Lovis Corinth und Paula Modersohn-Becker bis hin zu Willi Baumeister, Kurt Schwitters und Fritz Stuckenberg zu sehen. Erweitert wird die Präsentation um Werke von Alexej von Jawlensky und Gabriele Münter, die 1908 in Murnau eine künstlerisch äußerst anregende und produktive Zeit erlebten und zu neuen expressiven Ausdrucksmitteln fanden. Wesentliche Impulse erhielten sie von der oberbayerischen Hinterglas- und Volkskunstmalerei, von denen erstmals Exemplare aus dem Bestand der Sammlung Gunzenhauser ausgestellt sind.

Die Präsentation Otto Dix und die Neue Sachlichkeit ist bis zum 21. Juni 2020 der gegenwartsnahen und gegenstandsbetonten Kunst von Otto Dix gewidmet. Dix entwickelte ab 1921 einen ganz eigenen kritischen Realismus, der altmeisterliche Technik mit beißender Gesellschaftskritik verband, und wurde so zu einem der bedeutendsten Protagonisten der Neuen Sachlichkeit. In seinem Exil in Hemmenhofen am Bodensee, wohin er nach der Entlassung aus seiner Dresdener Akademieprofessur durch die Nationalsozialisten floh, schuf er vor allem Landschaftsbilder, ausgeführt in der aufwändigen Lasurtechnik der altdeutschen Tafelmalerei.

Künstler aus der Sammlung Gunzenhauser, deren Werke auf der documenta II 1959 zu sehen waren, werden bis zum 25. Oktober 2020 in der Ausstellung »Die Kunst ist abstrakt geworden« (Werner Haftmann) präsentiert, darunter Gerhard Altenbourg, Willi Baumeister, Carl Buchheister, Rolf Cavael, Ernst Wilhelm Nay und Serge Poliakoff. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges wurde aus westlicher Sicht nach dem Zweiten Weltkrieg Abstraktion mit Freiheit assoziiert, während Realismus untrennbar mit einem totalitären, zunächst nationalsozialistischen, später sozialistisch-kommunistischen Regime in Verbindung gebracht wurde. Man erkannte in der Abstraktion die Möglichkeit einer radikalen Befreiung der bildenden Kunst, die mithilfe der Malerei unmittelbar ins Bild umgesetzt werden kann.

Kurator:innenführungen

Mittwoch, 20. Mai 2020, 18:30 Uhr: Otto Dix und die Neue Sachlichkeit

Mittwoch, 15. Juli 2020, 18:30 Uhr: Durchbruch der Moderne. Vom Impressionismus über den Expressionismus bis zum Bauhaus

Mittwoch, 5. August 2020, 18:30 Uhr: »Die Kunst ist abstrakt geworden«. II. documenta 1959 

 


Eiserne Bestseller - Schwert und Rüstung in Handwerk und Gesellschaft

Sonderausstellung im Tabakspeicher Nordhausen bis zum 31. Mai 2020
Tabakspeicher Nordhausen

Die Sonderausstellung "Eiserne Bestseller - Schwert und Rüstung in Handwerk und Gesellschaft", die vom Nordhäuser Historiker Paul Becker kuratiert wurde, vermittelt einen lebendigen Einblick in die Fertigungsmethoden und Klassifizierungen von historischen Waffen und Rüstungen, ihren zeitgenössischen Gebrauch und ihre soziale wie kulturelle Bedeutung. 
Wenig bekannt ist, dass auch in der ehemals Freien Reichsstadt Nordhausen Waffenhandwerk und Fecht- und Kampfkunst fester Bestandteil im gesellschaftlichen Leben waren. Sogar ein berühmter Fechtmeister des 17. Jh. stammt aus den Mauern unserer Stadt. 
Weitere wichtige Themen der Schau sind Schwerter in Antike, Mittelalter und Neuzeit, die Kunst der Klingenschmiede, Plattner und Sarwürker, Weisheiten der Fechtkunst, Formen des Zweikampfes und Kampfspiele. Wettstreite, wie das prächtige Ritterturnier auf dem Bielenrasen vor der Stadt im Jahre 1267, sind in der Nordhäuser Historie fest verankert. 
In weltbekannten literarischen Überlieferungen, wie dem Nibelungenlied, der Wartburgsage und den Sagen von Dietrich von Bern, spielen Schwerter eine herausragende Rolle. Seltene und großartige originale Exponate werden erstmals gezeigt. Darunter Leihgaben aus dem Stadtmuseums Jena.
Vorträge, Live-Schaukämpfe der Nordhäuser Kampfkunstschule "In Motu" und Kinderfechten in Ausrüstung werden bei den Besuchern unvergessliche Eindrücke hinterlassen.


Geschichte, Kunst und "Kinderburg"

Museum Burg Posterstein - Vorschau auf das Jahr 2020

Die beiden renommierten regionalen Künstler Peter Zaumseil und Ludwig Laser stellen in einer Gemeinschaftsausstellung (24. Mai bis 16. August) Keramik, Malerei, Grafik und Skulpturen aus. Das wegen Umbau geschlossene Lindenau-Museum Altenburg gastiert von 30. August bis 15. November auf Burg Posterstein. Die beliebte Familienausstellung „Die Kinderburg“ wird ab 4. Oktober eine Fortsetzung finden: Thematisch steht der Alltag eines Burgherrn in Friedenszeiten im Mittelpunkt. Multimedial und interaktiv entdecken große und kleine Besucher dabei unter anderem, wie eine mittelalterliche Burg mit Wasser versorgt wurde und welche Aufgaben der Burgherr als Gerichtsherr für die umliegenden Dörfer hatte. Die traditionelle Weihnachtsausstellung schließlich wird den Fokus auf „Tiere in Weihnachtskrippen aus aller Welt“ legen. Die Postersteiner #Schlössersafari geht auf Wanderschaft Zusätzlich zu den Ausstellungen vor Ort ist das Museum Burg Posterstein 2020 auswärts unterwegs: Die 2019 erfolgreiche interaktiven Fotoausstellung „Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland“, in der sieben Hobbyfotografen ihre Fotos von mittel- deutschen Schlössern und Burgen vorstellten, geht auf Reisen. Inzwischen kann man im sozialen Netzwerk Instagram über 4800 Fotos bestaunen. Aus der Sonderschau ist ein aktives Netzwerk entstanden und 2020 wird die Ausstellung selbst auf Wanderschaft gehen: bis 6. Juni ist sie in neuer Fassung im Museum Burg Ranis zu sehen und von 12. September bis 21. November auf der sächsischen Burg Mylau. Das Team von Burg Posterstein begleitet die Ausstellungen inhaltlich und zeigt eigene Fotos. Pflanzentauschmarkt, Steckenpferd-Turnier und Weihnachten im Salon Bereits im Vorjahr gingen mit dem „Großen Steckenpferd-Turnier“ am Weltkindertag und der „Geisterstunde“ an Halloween zwei neue Veranstaltungsformate an den Start, die auch 2020 fortgesetzt werden. Auch den inzwischen etablierten alternativen Weihnachtsmarkt „Weihnachten im Salon“ wird es wieder geben.

www.burg-posterstein.de


SPITZEN DES ART DÈCO. Porzellan im Zackenstil

Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig zeigt bis 11. Oktober 2020 in seiner legendären Art déco-Pfeilerhalle eine Ausstellung herausragender Porzellane des Art déco. Präsentiert werden rund 500 Exponate: Dosen, Gedecke, Vasen, Schalen und Figuren.
Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig

Extravagante Formen, überraschender Dekor und Farbenreichtum zeichnen die Produkte der Porzellanmanufakturen der 1920er und frühen 1930er Jahren aus. Dosen, Vasen und Gedecke pendeln zwischen Gebrauchsgegenstand und Zierstück. Die Gestaltung kennt kaum Grenzen: Die Abstraktion der Natur, arabesk-ornamentale Dekore, fernöstliche Einflüsse und strenge Geometrie durchdringen sich. Immer wieder begegnet der sogenannte Zackenstil mit seinen spitzwinkligen markanten Formen, der auch die Innenarchitektur der Pfeilerhalle des Grassimuseums geprägt hat. Zwischen den Vitrinenobjekten und dem Raum entsteht dadurch eine einzigartige Zwiesprache. Fast 500 Objekte aus kleinen und großen Manufakturen sind versammelt und bestechen durch ihre Vielgestaltigkeit. Vertreten sind unter anderem die Porzellanmanufakturen Rosenthal, Jäger & Co., Fraureuth, Hutschenreuther oder Ilse Pfeffer. In der qualitätsvollen Handbemalung der Stücke lässt sich die Liebe zum Detail und viel Fantasie erkennen. Besonders spannend sind die vielen unterschiedlichen figürlichen Handhaben. So gibt es auf den Dosen wilde Tiere, Insekten, schöne Damen und vieles mehr zu entdecken.

Die Exponate der Ausstellung wurden von drei Hamburger Privatsammlungen als Leihgaben zur Verfügung gestellt. Die Kollektionen von Gisela Krause-Ausborn, Gerhard Ausborn (Künstler) und Prof. Dr. Peter W. Schatt (bis 2013 Professor für Musikpädagogik an der Folkwang Universität der Künste in Essen, heute im Ruhestand) haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte. Sie ergänzen sich jedoch vorzüglich und bieten in der Summe einen außergewöhnlichen Überblick auf die Art déco-Porzellangestaltung. Gisela Krause-Ausborn hat eine Vorliebe für Mokkagedecke aller Art und besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen der Firma Jäger & Co. Gerhard Ausborns Leidenschaft gilt Sammeltassen, Dosen und Vasen, während Prof. Dr. Peter W. Schatt mit beeindruckender Konsequenz ausschließlich Dosen sammelt.

Erstmals in dieser Konstellation wird eine Auswahl von Objekten aus allen drei Sammlungen zusammen präsentiert und damit ein Querschnitt durch die gestalterischen Ausprägungen des Art déco gezogen. 


Haeckels Wasserwesen

Ausstellung „10 Tons – Medusen – Ernst Haeckel“ / Zu sehen bis 1. November 2020 Phyletisches Museum der Universität Jena
Phyletisches Museum Jena

Jena (US/FSU) Anlässlich des 100. Todestages von Ernst Haeckel präsentiert das Phyletische Museum der Friedrich-Schiller-Universität Jena die Ausstellung „10 Tons – Medusen – Ernst Haeckel“. Bis Ende 2020 werden über 200 lebensechte Medusen-Modelle, Original-Präparate, Fotos, Videos und Zeichnungen von Ernst Haeckel, dem Begründer des Museums, im „Medusensaal“ zu sehen sein.

Im Meeresaquarium mit 200 Ohrenquallen

Abtauchen in eine faszinierende Unterwasserwelt, das können die Besucher des Phyletischen Museums der Friedrich-Schiller-Universität Jena in der Sonderausstellung, die der wohl liebsten Tiergruppe von Ernst Haeckel gewidmet ist: den Medusen – oder auch Quallen. Zu sehen ist unter anderem eine einem Meeresaquarium nachempfundene Vitrine mit rund 200 Ohrenquallen. Allerdings handelt es sich bei diesen nicht um lebende oder präparierte Tiere, sondern um lebensechte Modelle aus Kunstharz. Die dänische Firma „10 Tons“ ist auf naturgetreue zoologische und botanische Modelle sowie paläontologische Rekonstruktionen spezialisiert und hat die Modelle in Kooperation mit Wissenschaftlern des Phyletischen Museums eigens für diese Ausstellung produziert. Neben dem Ohrenquallenschwarm zeigt die Ausstellung weitere Medusen-Modelle und stellt diese über 100 Jahre alten Glasobjekten der berühmten Glaskünstler Leopold und Rudolf Blaschka gegenüber. Außerdem werden Fotografien und Videos des Meeresbiologen Alexander Semenov zu sehen sein sowie bisher kaum gezeigte Objekte aus der eigenen Sammlung des Phyletischen Museums. „Wir wollen zeigen, was Ernst Haeckel so sehr an den Medusen fasziniert und wie er mit ihnen gearbeitet hat“, erläutert Museumsdirektor Prof. Dr. Dr. h. c. Martin S. Fischer. Auch die Rolle von Medusen in Ökosystemen werde beleuchtet.

Haeckels künstlerische Auseinandersetzung mit den Medusen

Im Fokus stehe aber nicht nur Haeckels wissenschaftliche Arbeit, sondern auch seine künstlerische Auseinandersetzung mit den Medusen, kündigt Fischer an. So präsentiert die Ausstellung unter anderem ein überlebensgroßes Modell der berühmten Desmonema annasethe. Diese von Haeckel selbst entdeckte und beschriebene Scheibenqualle hat er in seinen „Kunstformen der Natur“ äußerst prachtvoll und vielfarbig dargestellt. Die nach seiner früh verstorbenen ersten Frau benannte Qualle ist inzwischen millionenfach reproduziert und prangt auf Postern und Büchern, ebenso auf Alltagsgegenständen wie Tassen, T-Shirts oder Tapeten. Gezeigt wird das Haeckels Darstellung nachempfundene Modell im direkten Vergleich zum originalen Typusexemplar, das mit dem Haeckelschen Kunstwerk allerdings nur wenig gemein hat. Und nicht zuletzt wird auch der Ausstellungsraum als Teil der Ausstellung zur Geltung kommen: Denn Haeckel selbst hat bei der Errichtung des Museums die Decke des Raumes mit zehn großformatigen Medusen dekorieren lassen. Einige der stark idealisierten ornamenthaften Exemplare finden sich auch als Modell oder Originalpräparat in einer der Vitrinen wieder. Auf diese Weise vermittelt die Ausstellung „10 Tons – Medusen – Ernst Haeckel“ nicht nur Einblick in die faszinierende Unterwasserwelt der Medusen, sondern auch in das Werk Haeckels, in dem sich visionäre Wissenschaft und Kunst auf einzigartige Weise verbinden.

Foto: Präparator Bernhard Bock bereitet die Nachbildung einer Fahnenqualle für die Sonderausstellung „10 Tons – Medusen – Ernst Haeckel" vor. (Foto: Jan-Peter Kasper/FSU)

www.phyletisches-museum.de/ausstellung-sonderausstellungen.html