Ausstellungen

Ausstellungen der Klassik Stiftung Weimar

Ausstellungen der Klassik Stiftung Weimar

Der erste Schriftsteller Deutschlands
Neue Ausstellung im Wielandgut Oßmannstedt

Als Herzogin Anna Amalia einen intellektuellen Gesprächspartner für ihren jugendlichen Sohn Carl August suchte, fiel ihre Wahl auf den damals populärsten Schriftsteller Deutschlands: Christoph Martin Wieland.
Vor 250 Jahren zog der Dichter, Übersetzer und Aufklärer nach Weimar. Hier gründete er unter anderem die Zeitschrift "Der Teutsche Merkur" - und setzte Weimar noch vor die Ankunft Goethes auf die kulturelle Landkarte Deutschlands. - Die neue Dauerausstellung in den historischen Wohnräumen des Gutshauses wird eine Einführung in Wielands Biographie und sein Werk in all seinen Aspekten bieten.

https://www.klassik-stiftung.de/ihr-besuch/ausstellung/der-erste-schriftsteller-deutschlands/

Mut zum Chaos – Ottilie von Goethe
Ausstellung im Goethe- und Schiller-Archiv bis 18. Dezember 2022

Sie war eine der faszinierendsten Frauen ihrer Zeit: Ottilie von Goethe. Als mitgiftlose Tochter der Gräfin von Pogwisch kommt sie 1806 nach Weimar. Phantasievoll, geistreich, originell glänzt sie in der Hofgesellschaft und besonders im Haus am Frauenplan, wo sie bald zur geschätzten Gesprächspartnerin für Goethe wird. In der neuen Ausstellung „Mut zum Chaos – Ottilie von Goethe“ präsentiert das Goethe- und Schiller-Archiv ab dem 26. August das vielseitige Lebenswerk dieser weltoffenen Frau des 19. Jahrhunderts, die stets um Selbstbestimmung kämpfte.

Ottilie von Goethes bewegtes Leben und ihre brisante Persönlichkeit waren oft Thema von Novellen, Romanen und Romanbiografien. Im Fokus standen jeweils ihre Rolle als Schwiegertochter des berühmten Dichterfürsten, ihre unglückliche Ehe und ihre leidenschaftlichen Gefühle. Die Schau im Goethe- und Schiller-Archiv rückt hingegen Ottilie von Goethes bislang kaum beachtetes intellektuelles Lebenswerk in den Mittelpunkt: ihre Tätigkeit als Übersetzerin, als Redakteurin des von ihr gegründeten, mehrsprachigen Journals „Chaos“ und ihre Rolle als wichtige Agentin des englisch-deutschen Kulturtransfers. Handschriftliche und gedruckte Gedichte, literarische Texte sowie Übersetzungen und Rezensionen zeugen von Ottilies dichterischen Leistungen, ihrem politischen Engagement und ihrer Unterstützung einer neuen Generation von Autor*innen in Weimar, Leipzig und Wien. Erstmals werden aus dem Nachlass Objekte präsentiert, die Ottilies Selbstverpflichtung zum Erhalt des Goethe‘schen Erbes dokumentieren und eine Rekonstruktion ihrer Privatbibliothek und ihrer Kunstsammlungen erlauben.

Mo–Fr 9 – 18 Uhr | Sa, So + Feiertage 11 – 16 Uhr // Goethe- und Schiller-Archiv | Jenaer Straße 1 | 99425 Weimar - Der Eintritt ist frei.

Kuratorinnenführungen: 19. Oktober, 16. November | jeweils um 16 Uhr

Vorträge und Lesungen: 20. Oktober | 18 Uhr | Die Schwiegertochter. Das Leben der Ottilie von Goethe | Dr. Dagmar von Gersdorff, Berlin // 17. November | 17 Uhr | Chaos. Ottilie von Goethes Journalpoetik | Dr. Astrid Dröse, Tübingen // 7. Dezember | 17 Uhr | Goethe-Nationalmuseum, Festsaal: Walther von Goethe – Versuch eines Porträts, Prof. Dr. Ulf Bästlein, Graz, Prof. Christoph Ritter, Weimar

Finissage mit Kuratorinnenführung: 18. Dezember | 11 Uhr

www.klassik-stiftung.de/ihr-besuch/ausstellung/ottilie-von-goethe

Cranachs Bilderfluten
Im Renaissancesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Die Macht der Bilder für Politik und Propaganda, Hass und Hetze, Wahrheit und Wunschträume – heute so aktuell wie vor 500 Jahren.

Gezeigt werden Objekte von internationalem Rang von Lucas Cranach dem Älteren, dem Jüngeren und ihrer Werkstatt, die zu den produktivsten der Kunstgeschichte zählt. Kein Medium, das sie nicht beherrschten, und jedes ist in der Ausstellung vertreten – Gemälde ebenso wie Grafiken, illustrierte Bücher ebenso wie Medaillen – für Cranachs Zeitgenossen alles „Bilder“. Viele tausend Bilder entstanden in der Cranachwerkstatt, mehr als je zuvor durch einen Künstler – eine überwältigende und nie gekannte Bilderflut, die im Kampf um Macht und Glauben Einsatz fanden. Diese Erfahrungen teilen wird auch heute mehr denn je und sie verbindet uns eng mit Cranachs Zeit. Für manche Exponate ist die Ausstellung eine Heimkehr – sie hingen in dem Gebäude schon vor 450 Jahren.

https://www.klassik-stiftung.de/ihr-besuch/ausstellung/cranachs-bilderfluten/

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Sprachexplosionen - Ein Parcours durch Weimar
Sprachliche Interventionen in den Dichterhäusern, Museen und im Stadtraum

Der Parcours „Sprachexplosionen“ verbindet die kreative Sprengkraft der Literatur um 1800 mit dem Konflikt- und Eruptionspotential öffentlichen Sprechens im 20. und 21. Jahrhundert. Goethe- und Schillerhaus, Museum Neues Weimar, Nietzsche-Archiv und vor allem der Stadtraum werden mit poetischen Wortskulpturen bespielt. Die expressive Gestaltung der in Weimar geborenen und in Berlin lebenden Grafikdesignerin Ariane Spanier stellt zwischen den inhaltlich verschiedenen und an unterschiedlichen Orten aufgestellten Präsentationen eine Verbindung her.
Zu erleben bis 30. September 

https://www.klassik-stiftung.de/ihr-besuch/ausstellung/sprachexplosionen-ein-parcours-durch-weimar/

Nietzsche-Weimar-DDR
Sonderausstellung im Nietzsche-Archiv: Zwei Italiener entdecken den echten Nietzsche
Wie Mazzino Montinari und Giorgio Colli in Weimar Fälschungen aufspürten.

Die Wechselausstellung in der Nordveranda des Nietzsche-Archivs erzählt mit ausgewählten Objekten von dem italienischen Germanisten Mazzino Montinari, der in den 1960er Jahren in Weimar arbeitete. Eigentlich hatte er gemeinsam mit seinem Lehrer Giorgio Colli nur eine Neuübersetzung von Nietzsches Schriften geplant. Doch bald fielen ihnen die umfangreichen Eingriffe und Fälschungen auf, die Elisabeth Förster-Nietzsche und ihre Mitarbeiter am Nietzsche-Archiv vorgenommen hatten. Über mehrere Jahre erarbeiten die beiden Italiener die bis heute gültige wissenschaftlich-kritische Edition von Werk und Nachlass des berühmten Denkers. Ab 1964 publizierten sie die Neuedition in Italien, Frankreich und Westdeutschland.
In der DDR hingegen war Nietzsche als Stichwortgeber der Nationalsozialisten verdächtig. Unter welchen Umständen die Edition dennoch entstehen konnte, belegt das ausgestellte Material. Die Präsentation der Fotos und Dokumente wird von einer Hörstation ergänzt, die über eine exemplarische Fälschung und deren Korrektur informiert.

Diese Ausstellung ist bis 1. November sowie noch einmal vom 21. bis 27. März 2023 zu sehen.

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Scherzhaftes und Ernsthaftes im Sommerpalais Greiz

Sommerpalais Greiz

 Bis 16. Oktober: TETSCHE – saukomisch!

Mit der Werkschau eines der bekanntesten bundesdeutschen Cartoonisten, dem 1941 geborenen und heute bei Hamburg lebenden Tetsche, präsentiert das SATIRICUM im Greizer Sommerpalais die nächste große Sommerausstellung. Mit Unterstützung der Thüringer Staatskanzlei konnten etwa 100 Werke des Künstlers geliehen werden. Gezeigt werden Cartoons aus mehreren Schaffensjahrzehnten, darunter auch originale Entwurfszeichnungen. Hinzu kommen mehrere gegenständliche Bilderrätsel.
Der Künstler hat über etwa vier Jahrzehnte jede Woche im „stern“ einen Cartoon veröffentlicht und so Bekanntheit bei einem breiten Publikum erlangt. Dabei meidet er meist die großen politischen Themen. Sein Feld sind die Mehrdeutigkeit der deutschen Sprache und das Potential von Redewendungen mit übertragener Bedeutung, die der Künstler in seinem Bildfindungen gern auch mal wörtlich nimmt. Tetsche beherrscht meisterhaft die für die Gattung typische Kombination von Text und Bild, deren Zusammenwirken oft eine schlagende Komik entfaltet. Klar strukturierte, aber durchaus mit vielen entdeckungswürdigen Kleinigkeiten ausgestattete Zeichnungen bilden die Grundlage der Pointen, die bei Lektüre der prägnanten Sprechblasentexte geradezu explodieren.
Gäste der Ausstellung haben die Möglichkeit, einen Tetsche-Cartoon selbst zu betexten. Unter den Teilnehmenden werden drei Bücherpakete mit Karikaturbänden verlost.

Abbildung: Tetsche: Pelz vom Feinsten

Bis Februar 2023
Rainer Schade. Scherzgrenzen
Der 1951 geborene Künstler studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst und lehrte später Malerei und Grafik an der Burg Giebichenstein. Die Präsentation zeigt einen Querschnitt des Schaffens als Karikaturist. Dabei sind die Grenzen zwischen Cartoon und künstlerischer Zeichnung häufig fließend. Und noch eine Grenze lotete der Künstler feinsinnig aus – die der DDR-Zensur.

Bis 20. November
Delikat bis Deftig – Holländische Kupferstiche des Goldenen Zeitalters
Die kleine Zusammenstellung bietet charakteristische Beispiele der so genannten holländischen Kleinmeister, die alle zusammen Großes für die europäische Kunst geleistet haben. Nicht nur in der Malerei, sondern auch in der Graphik. Dabei handelt es sich um eine dem Wesen nach bürgerliche Kunst – oft autodidaktisch erlernt und gekonnt gemacht, dabei erfrischend unkonventionell.

www.sommerpalais-greiz.de


KEEP PLAYING IT.

Werke von Volker Regel in der NGfZK in der Häselburg Gera zu sehen
Gera Häselburg Ausstellung Volker Regel 2

Zufall als Urkraft des Universums und fundamentaler Motor menschlichen Handelns und menschlicher Kreativität. Bis zum 5. November zeigt die Neuen Galerie für Zeitgenössische Kunst in der Häselburg Gera Werke von Volker Regel. Im Zentrum der Ausstellung steht der Zufall und Volker Regels große Zufallsmaschine – ein Kunst-Experiment, an dem sich auch das Publikum beteiligen darf.

Keep playing it! – so der Titel der neuen Ausstellung von Volker Regel in der Neuen Galerie für Zeitgenössische Kunst in der Häselburg spielt auf das Zufällige, das Spielerische und Indeterminierte in seinen Werken an. 2018 trat Volker Regel nach langer Zeit mit seinen Werken erstmals in Gera an die Öffentlichkeit. Seitdem arbeitet er konzentriert weiter und hat in den letzten Jahren vielfältige neue Werke geschaffen, die nun in der Ausstellung präsentiert werden: „Vor allem die Arbeit mit dem kontrollierten Zufall bringt eine schier unendliche Fülle von neuen abstrakten Figurationen hervor, die wiederum neue Materialqualitäten produzieren. Regel arbeitet nicht nur auf, sondern mit dem Material und erweitert dadurch auch sein Experimentierfeld“, schreibt die Geraer Kunsthistorikerin Claudia Tittel über Volker Regel.

Volker Regel wurde in Döbeln in Sachsen geboren, wuchs in Greifswald auf, studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar und arbeitete als Architekt und mit den Jahren immer mehr auch als freischaffender Künstler. Von 2006 bis 2018 war er Vorsitzender des Geraer Kunstvereins. Volker Regel lebt und arbeitet in Gera.

Bis 5. November: Mo – Mi 12 – 17 Uhr und nach Vereinbarung, NGfZK in der Häselburg Gera, Burgstraße 12, 07545 Gera

Kontakt: contact@haeselburg.org www.haeselburg.org


Erfurt: Koreanischer Künstlergarten "Das Dritte Land"

Der Künstlergarten "Das Dritte Land" von Han Seok Hyun und Kim Seung Hwoe, kuratiert von Keum Hwa Kim, ist auf Initiative der Kunstmuseen Erfurt und des Erfurter Kunstvereins vom Berliner Kulturforum, wo er von 2019 bis Mai 2022 bestand, auf den Erfurter Petersberg (unterhalb der Martinsbastion/Zitadelle Petersberg) umgezogen und ab dem 4. Oktober öffentlich zugänglich.

Aus der Entfernung sieht der Garten wie eine Berglandschaft aus. Das Zusammenspiel des morgens und abends vom Boden aufsteigenden Nebels mit den aus Basalt geformten Bergen erinnert an die pittoreske Perspektive der koreanischen Landschaftsmalerei aus der Joseon-Zeit. Seit April 2022 wachsen in diesem Garten 35 unterschiedlichen Arten von Wildpflanzen aus Nord- und Südkorea. Die Steinsetzungen zitieren das Baekdudaegan-Gebirge, dessen Bergkette sich vom Norden in den Süden Koreas zieht. Es verbindet das seit mehr als 60 Jahren geteilte Korea, seine Pflanzenwelt bildet eine Brücke, ist Ausdruck des gemeinsamen botanischen Erbes.
Han Seok Hyun und Kim Seung Hwoe haben mit ihrem Künstlergarten eine dritte Natur geschaffen, in dem symbolisch die Macht der Natur über die schmerzhafte Gegenwart der politischen Teilung der koreanischen Halbinsel siegt. Somit entfaltet der Künstlergarten als Kunstwerk eine Bedeutung, die zugleich allgemein von der geschichtlichen Dynamik der Überwindung von Grenzen handelt. Er verändert zwar durch die Jahreszeiten sein Bild, bleibt aber als Kunstwerk im öffentlichen Raum immer ein Forum der Begegnungen und Refugium mitten in der Stadt.
Das Projekt wurde realisiert durch die Förderung der Thüringer Staatskanzlei, der Korea Foundation, des Koreanischen Kulturzentrums sowie mit der Unterstützung der Stadtverwaltung Erfurt (Garten- und Friedhofsamt, Kulturdirektion Erfurt/Kunstmuseen Erfurt) und des Erfurter Kunstvereins.


Mit leuchtenden Farben

Im Kunsthaus Apolda trifft die französische Avantgarde auf Meister des japanischen Holzschnitts
Japanischer Holzschnitt Kunsthaus Apolda

Von Wolfgang Leißling   Eine Augenfreude ist angesagt in der neuen Ausstellung im Kunsthaus zu Apolda ab 25. September. Hier begegnen sich Paul Cezanne, Edgar Degas und Henri Matisse mit Meistern der japanischen Holzschneidekunst wie Hokusai und Hiroshige und Utamaro. Es sind Meisterwerken aus der Berliner Privatsammlung des Otto Scharf-Gerstenberg (1848-1935).

Die aus rund 80 Exponaten bestehende Schau will aufzeigen, welchen Einfluss die japanischen Holzschnitte auf die französische Avantgarde hatten. Die aus der Kollektion eines einstigen Versicherungsmanagers gegenübergestellten Werke bezeugen, wie japanische Motive, Farben und Bildräume westliche Künstler nachhaltig beeinflussten. Dies wurde möglich mit dem sich wirtschaftlich öffnenden Japan im Jahre 1854. Man rieb sich damals in Europa die Augen, als die ersten japanischen Kunstwerke, Antiquitäten sowie exotisches Kunsthandwerk etwa nach Frankreich, die Niederlande und Österreich kamen. Schon zur Pariser Weltausstellung von 1867 war Japan mit einem eigenen Stand vertreten.  Die öffentlichkeitswirksam gepriesene neue Ästhetik avancierte schnell zu einer stilistischen Mode, dem Japonismus im 19. und 20. Jahrhundert.

Auch Cezanne (1839-1906) ließ sich begeistern von den flächigen zweidimensionalen Kompositionen und den überraschenden Bildausschnitten. Von ihm zu sehen ist „Les baigneurs, grande planche / Die Badenden“, eine Lithographie in Schwarz, vom Künstler mit Aquarell handkoloriert. Henri Matisse (1869-1954) wiederum ist mit „Nue assise de dos / Sitzender Rückenakt“, einer Lithographie auf Japanpapier vertreten. Während von Edgar Degas (1834-1917) „La sortie du bain, petite planmche / Beim verlasen des Bades“, eine Lithographie von Monotypie, Stift, Tusche und Schabtechnik gezeigt wird.

Man vermag aus heutiger Sicht nur zu ahnen, wie beispielsweise Katsushika Hokusais (1760-1849) 36 Ansichten des Fuji aus den Jahren 1829-33 auf die Betrachter gewirkt haben. Dem höchsten Berg Japans widmete sich der Maler zu unterschiedlichen Witterungen und aus verschiedenen Standpunkten.

In der Ausstellung sorgen gerade auch die fernöstlichen Farbholzschnitte von Utagawa Hiroshige, Kitagawa Utamaro und all der anderen Schöpfer solch inspirierender Kunstwerke für eine Sehfreude der besondere Art. Angesagt ist ein berührender Dialog zwischen europäischer Kunst und fernöstlichen Kulturen. Gelegenheit dazu ist bis zum 18. Dezember in dieser Sonderausstellung. Wir sind eingeladen, herausragende Bildwerke zu genießen.

Abbildung: ©Scharf-Collection


... aus dem Handgelenk geschleudert

Fritz Zalisz (1893 Gera – 1971 Holzhausen) - Sonderausstellung im Otto-Dix-Haus Gera bis 27. November
Fritz Zalisz Ausstellung Gera

Das Otto-Dix-Haus in Gera zeigt unter dem Titel „…. aus dem Handgelenk geschleudert“ eine Sonderausstellung zu Fritz Zalisz. Die gezeigten Werke entstammen einem umfangreichen Fritz-Zalisz-Konvolut, das die Kunstsammlung Gera kürzlich von dem Düsseldorfer Sammler Dirk Volkmann als Spende erhielt.

Fritz Zalisz wurde 1893 in Gera als Sohn eines Goldschmiedes und Juweliers geboren. Nach seiner Schulausbildung begann er seine künstlerische Ausbildung mit zoologischen Studien bei Ernst Haeckel in Jena. Dieser vermittelte ihm Kontakte zu dem Münchner Maler Gabriel von Max. Nach einem Studienaufenthalt in München, bei dem sich Zalisz mit den Kunsttraditionen des 19. Jahrhunderts ebenso auseinandersetzte wie mit verschiedenen künstlerischen Techniken, nahm er ein Studium an der Akademie für Grafik und Buchgewerbe in Leipzig auf, wo er zwischen 1911 und 1914 studierte. Seine künstlerische Laufbahn wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, an dem er 1914-1918 als Kriegsmaler teilnahm. 1918 setzte er seine Studien an der Akademie für Grafik und Buchgewerbe in Leipzig fort.
Ausgedehnte Studienreisen führten Zalisz in der Folge von Holland über Belgien nach Frankreich und in die Schweiz. In diese Zeit fällt seine Aufnahme in die Loge „Minerva zu den drei Palmen“. 1937 wurde sein Schaffen von den Nationalsozialisten als „entartet“ geächtet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs engagierte er sich im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands.
Sein Lebensmittelpunkt blieb Leipzig, wo er bis zu seinem Tod 1971 in Holzhausen als Künstler lebte und arbeitete. Fritz Zalisz zählt zu den Künstlern der so genannten Verlorenen Generation und gilt als einer der Hauptvertreter des Leipziger Expressionismus. Neben seinen bildkünstlerischen Arbeiten schuf er insbesondere in den 1920er Jahren Dramen mit zugehörigen Illustrationen.

Chemnitzer Neueste Nachrichten, Chemnitz, 21. Februar 1923: „Was Meidner pfeifend macht, Kokoschka schnaufend hinwühlt und Pechstein grimmig umreißt, das schleudert Zalisz aus dem Handgelenk.“

Otto-Dix-Haus Gera, Mohrenplatz 4, 07548 Gera - Öffnungszeiten: Di-So, Feiertag 11-17 Uhr

Abbildung: Gelehrter mit Affe, 1913 Holzschnitt auf Papier


Im „EINKLANG“ mit der Malerei

12. November, 20 Uhr, Worbis, Carpinteria

Von Sven Tasch - Pianist | Komponist | Autor - An die Bilderwelt ihres Großvaters erinnert sich Kerstin Woyke Pereira gedankenversunken. Schon damals fasste sie den Entschluss, selbst Malerin zu werden. Aus dieser Möglichkeit, andere Welten zu besuchen, konnte und wollte sie nie wieder vollkommen aussteigen. Oft fühlte sie sich wie Alice im Wunderland. Um all Ihre Visionen und Gefühle sichtbar zu machen, versuchte sie, das Medium der Malerei dafür zu nutzen, wie es einst auch ihr Großvater tat. Die in Holungen (Eichsfeld) wohnhafte Kerstin sagt selbst über ihre Arbeiten: „Wenn Gedanken und Gefühle in meinem Geist Gestalt annehmen, trete ich in die Welt der Malerei ein. Dort kann ich sie sichtbar werden lassen, dort kann ich wandern zwischen Traum und Realität und mein Inneres nach außen bringen oder Fantasien lebendig werden lassen.“

In diesen Sätzen kann ich mich durchaus wiederfinden. Zusammengeführt hat uns der Zufall, gemeinsam möchten wir nun ein Klavierkonzert verbunden mit einer Vernissage auf die Beine stellen. An diesem Abend wird ein Werk von Kerstin live entstehen; zudem wird das Unikat für eine Herzensangelegenheit versteigert.

Stattfinden soll dieser Abend in einer der schönsten Locations im Eichsfeld, der Carpinteria in Worbis. Die alte Tischlerei wurde von Tim Krchov zu einem Ort mit besonderem Ambiente umgestaltet. Dort verbindet sich das traditionsreiche Eichsfeld mit dem Charme Santa Barbaras (Kalifornien). Hier wird rund um Kunst und Kultur einiges geboten.

Tickets: https://sventasch.de/

Hier besteht die Möglichkeit, den Wert für die Kunst eigens zu wählen. Die Teilnehmerzahl ist raumbedingt auf 80 Personen begrenzt.


EHRENPLATZ für den Sport

Ausstellung des Sportmuseums Leipzig
Sportmuseum Leipzig

Auf dem Weg zum neuen Sportmuseum in Leipzig wird ausgewählten Schenkungen der sporthistorischen Sammlung bereits jetzt ein Ehrenplatz zuteil. In der Ausstellung »EHRENPLATZ – Eure Geschichten. Eure Schenkungen. Euer Sportmuseum!« werden diese bis 26. Februar 2023 im HAUS BÖTTCHERGÄßCHEN des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig präsentiert.

Geschenke zu machen, dafür gibt es viele Gründe. Wer Geschenke überreicht, möchte dem Beschenkten in aller Regel zeigen, dass er ihn wertschätzt. Und er möchte ihm etwas übereignen, das er am neuen Aufbewahrungsort in guten Händen weiß.

Das Sportmuseum Leipzig erhält jedes Jahr etwa 300 bis 500 Schenkungen für seine Sammlungen. Manche Dinge sind zufällige Flohmarkt- oder Dachbodenfunde, andere wiederum lange gehütete persönliche Schätze. Sportlerinnen und Sportler sowie deren Verwandte, sportlich Interessierte und nicht zuletzt Menschen, die beruflich mit Sport zu tun haben, tragen so dazu bei, dass die Sammlungen des Sportmuseums Leipzig kontinuierlich Neuzugänge verzeichnen.

Viele Schenkende wünschen sich einen Ehrenplatz für ihr Objekt in der Ausstellung des Museums. Auf dem Weg zum neuen Sportmuseum in Leipzig wird ausgewählten Schenkungen bereits jetzt in der Studioausstellung dieser Ehrenplatz zuteil: Von der Autogrammkarte bis zur Weltrekordurkunde und von der Torwartmaske bis zum Wanderpokal: Die Präsentation macht die – nicht selten verblüffenden, ja verrückten – persönlichen Geschichten hinter den Objekten und ihren Schenkungen lebendig. In der Ausstellung kommen Menschen zu Wort, die von ihrer Schenkung an das Museum erzählen, wie es dazu kam und was sie sich davon erhoffen. Überdies erklärt die Ausstellung, wie eine Schenkung von der Übergabe an das Museum bis in eine Vitrine gelangt.

Die Objekte der 28 Schenkerinnen und Schenker beschreiben Familiengeschichten oder zeigen die mitunter wundersamen Wege auf, wie die Objekte ins Museum kommen. Darüber hinaus erfährt der Gast, wie aus geschenkten Geschenken tatsächlich Museumsgut wird. Durch umfangreiches Film- Interview-Material mit den Schenkerinnen und Schenkern, Sportlerinnen und Sportlern, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden die Geschichten hinter den Objekten dokumentiert und zugänglich gemacht.

„Das Sportmuseum Leipzig, derzeit ohne ständige Ausstellung, soll 2029 im ehemaligen Schwimmstadion am Sportforum neu eröffnet werden. Mit der prächtigen, gut 100.000 Objekte umfassenden sportgeschichtlichen Sammlung kann dies längst ohne Weiteres gelingen. Dennoch gibt es Sportgeschichten, welche die Sammlung noch nicht erzählen kann. Wir ermutigen jede und jeden, dem Sportmuseum selbst Geschenke zu machen und damit ein weiteres Stück mitteldeutscher Sportgeschichte für die Nachwelt zu bewahren.“ ergänzt Aiko Wulff, Leiter des Sportmuseums Leipzig.

Die Studioausstellung wird von einem umfangreichen Programm ergänzt, u.a. finden Erzähl-Café zum Thema Fußball, Fechten & Hockey und Schwimmen statt.

www.stadtmuseum-leipzig.de

Öffnungszeiten: Di – So, Feiertage 10-18 Uhr,

Eintritt: Erwachsene 5 €, ermäßigt 2,50 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei, Freier Eintritt an jedem 1. Mittwoch im Monat

Zum Foto: Dr. Skadi Jennicke (Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur, Stadt Leipzig) und  Aiko Wulff (Leiter Sportmuseum Leipzig, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig) vor der Schenkung eines Tennisschlägers mit einem Autogramm von Boris Becker, 2020. (Foto: Markus Scholz)


Von Pop Art bis Collage - Malerische Strömungen in Bad Elster

Ausstellung von Torsten Wienhold bis zum 18. November im Königlichen Kurhaus
Bad Elster Torsten Wienhold Ausstellung

Bad Elster/CVG. Im Rahmen der 22. Chursächsischen Festspiele Bad Elster zeigt die Galerie des Königlichen Kurhauses die Ausstellung „Strömungen“ mit Malerei des Künstlers Torsten Wienhold (Zeitz/Leipzig). - Eine bildstarke Werkauswahl seiner intensiven Schaffensbreite.

Der gebürtige Wolfener fand als Autodidakt vor gut 10 Jahren zur Malerei. Vor dem Hintergrund privater Schicksalsschläge, gesundheitlicher Probleme und Grenzerfahrungen in seiner Tätigkeit als Berufsfeuerwehrmann suchte er einen Weg, sich persönlich zu öffnen und neuen Herausforderungen mit Kreativität zu begegnen. Dabei fand er sofort und direkt einen Zugang zur Malerei, welche ihm einen besonderen Ruhepol einerseits und wichtige Ablenkung anderseits verschaffte. Dieser konkrete und durchaus positiv unbeeinflusste Ansatz seiner künstlerischen Ausdrucksform führte im Schaffensprozess zur Kanalisation ganz unterschiedlicher Strömungen, die sich in seinen Motiven bildgewaltig Bahn brechen: Von Pop Art inspirierten Tiermotiven wie bei Werken wie „Trance Monkey“ oder den „Cash Cows“ über Phantasiekonstruktionen wie einem Zyklus mit gestalteten Kreisformen bis hin zu oft mehrdimensionalen, collageartigen Motiven zeigt er bewusst gestaltete Alltagsinterpretationen, die aber in der Betrachtung ganz fein und doppelbödig zwischen Humor und Tragik jonglieren.

Montag bis Freitag von 9.00 bis 17.00 Uhr sowie zu den Veranstaltungen im Königlichen Kurhaus Bad Elster - Der Eintritt ist frei. | www.chursaechsische.de

Foto Vernissage: Ute Gallert, Stephan Seitz und Torsten Wienhold (Foto: Robert Reissner)


Porzellandesign - Piet Stockmans 2022/1999

Ausstellung bis 15. Oktober im Haus Schulenburg in Gera
Gera Haus Schulenburg Austellung Piet Stockmans

Zartes, fast transparentes Porzellan in elegantem schlichtem Weiß, royalem Blau oder im Zusammenspiel von Beidem: Der Belgier Piet Stockmans präsentiert im Haus Schulenburg bis zum 15. Oktober Industrie- und Studiodesign sowie Porzellaninstallationen. - Angewandte Kunst trifft auf freie Kunst. Es ist die Faszination des Schnörkellosen, der Eleganz und der Ästhetik, es sind die Effekte des Porzellans, die Besucher staunen lassen. Die Bandbreite der Arbeiten des Ausnahmekünstlers reicht von Gebrauchsporzellan, über Porzellan für den gehobenen Standard bis hin zu Kunstobjekten.

Piet Stockmans „trifft“ Henry van de Velde

Zum Ausklang des 19. Jahrhunderts vertrat der Architekt und Designer Henry van de Velde ähnliche Vorstellungen wie Piet Stockmans heute und entwarf Gebrauchsgegenstände, die durch Funktionalität und Schönheit bestachen. Beide Künstler verbindet die Überzeugung von der Gleichwertigkeit und Einheit von freier und angewandter Kunst. Sie „treffen“ nun an einem Ort aufeinander, der passender nicht sein könnte: Haus Schulenburg Gera, denn vor mehr als 100 Jahren entwarf Henry van de Velde das Anwesen Haus Schulenburg in seiner Gesamtheit von Wohnhaus, Nebengebäude und Gartenanlage sowie allen Einrichtungsgegenständen. Es gilt als sein reifstes Werk an der Schwelle zum „Neuen Bauen“ in Deutschland.
Bereits 1999, im Rahmen des europäischen Kulturjahres, stellte Piet Stockmans im Haus Schulenburg aus. Das ist 23 Jahre her und die Rekonstruktion stand am Anfang. Die unfertigen, fast verfallenen Räume gaben der Ausstellung einen besonderen Reiz. Die originalgetreue Rekonstruktion des Gebäudekomplexes und Gartenanlage ist inzwischen abgeschlossen, was der aktuelle Ausstellung eine andere Wirkung verleiht.
Piet Stockmanns Kunst ist in den Galerien und Museen weltweit zu Hause. Seine Arbeiten sind unter anderem in London und New York zu sehen. Er arbeitete für niederländische und belgische Labels, unter anderem für Roayal Mosa. 1987 gründete er in Genk (Belgien) sein eigenes Studio. 1996 erhielt er für seine Karriere als Porzellandesigner den Henry-van-de-Velde-Preis.
In Mitteldeutschland war Piet Stockmans für „Weimar Porzellan“ in Blankenhain und für die Hochschule für Gestaltung Burg Giebichenstein tätig. In der Thüringer Manufaktur Reichenbach wird aktuell nach seinen Entwürfen produziert.

Zu sehen bis 15. Oktober, Mo-Fr 10-17 Uhr, Sa/So und an Feiertagen 14-17 Uhr

Foto: Studioporzellan aus der Ausstellung „Piet Stockmans 2022/1999“ im Haus Schulenburg, Musiksalon (Foto: Beate Arndt)

www.haus-schulenburg-gera.de


Andrzej Steinbach. Tanz die Maschine

Zu sehen bis 16. Oktober / Museum Gunzenhauser (Chemnitz)

In welchem Beziehungsverhältnis stehen Mensch, Arbeit und Maschine? Welche Bedeutungszuschreibungen erfahren Gegenstände, wenn sie nicht mehr den ursprünglichen Gebrauchswert erfüllen? Die Ausstellung Andrzej Steinbach. Tanz die Maschine im Museum Gunzenhauser widmet sich diesen Fragen aus verschiedenen Perspektiven. Zu sehen sind Bild-, Portraitserien und Videoarbeiten des 1983 in Czarnków (Polen) geborenen und in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz aufgewachsenen Fotografen, Medien- und Objektkünstlers Andrzej Steinbach. Dabei werden unabhängig voneinander entstandene Arbeiten in der Präsentation erstmals zusammengeführt und in Beziehung zur industriekulturellen Vergangenheit der Stadt Chemnitz gesetzt. So inszeniert Steinbach etwa historische Rundstrickmaschinen, die als Leihgaben aus dem benachtbarten Sächsischen Indust-riemuseum kommen, zu neuen medienübergreifenden konzeptuellen Arbeiten. Die Rundstrickmaschinen stehen dabei exemplarisch für die textilindustrielle Vergangenheit vor Ort. In der Ausstellung, in einem den Maschinen ursprünglich fremden Kontext, erfahren sie als eigenständige Objekte einen neue Bedeutungszuschreibung. Durch Lichtinstallationen scheinen die Maschinen zu tanzen und mit der Umgebung zu interagieren. Neben den spezifisch, für Chemnitz geschaffenen Werken, ist auch die zum ersten Mal öffentlich ausgestellte Fotografieserie disassembling a typewriter zu sehen. 14 Abbildungen zeigen eine in ihre einzelnen Bestandtteile zerlegte mechanische Schreibmaschine. Durch die dokumentarfotografisch anmutende Bildästhetik und Komposition erinnert die Arbeit an ein Herbarium. Die Bildserie schlüpft in die Rolle einer wissenschaftlichen Archivarbeit. Sie wirkt wie eine künstlerische Reminiszenz an vergangene technische Schreibgeräte, die für die Nachwelt konserviert werden. Die Videoarbeit untitled (three hundred nails) führt die aufgeworfene Thematik der dekonstruierten Maschine weiter. So zeigt die Arbeit dreihundert verbogene Nägel, die in schneller Abfolge für wenige Sekunden vor die Kamera gehalten werden.
Die Ausstellung eröffnet auf diese Weise neue künstlerische Sichtweisen auf materielle Kulturerzeugnisse, also von Gesellschaften hergestellte, verwendete oder konsumierte Gengenstände und bezieht dabei im Speziellen das industriekulturelle Erbe der Stadt Chemnitz mit ein.
Andrzej Steinbach studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB). Seine Arbeiten wurden unter anderem vom Museum of Modern Art (MoMa) in New York und von der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland angekauft und ausgestellt.

Künstlergespräch mit Andrzej Steinbach: Mittwoch, 28.9.2022, 18:30 Uhr

Kuratorenführung: Mittwoch, 5.10.2022, 18:30 Uhr

kunstsammlungen-chemnitz.de
Öffnungszeiten: Di, Do–So, Feiertag 11–18 Uhr, Mi 14–21 Uhr
Führungen: info.kunstsammlungen@stadt-chemnitz.de


Neue Wahrheiten? Kleine Wunder!

Kunstsammlung Jena präsentiert bis 31. Oktober: Die frühen Jahre der Fotografie - Sammlung H.G.

Die Ausstellung „Neue Wahrheit? Kleine Wunder!“ zeigt eine private Sammlung von Fotografien, die uns zu den Ursprüngen dieser Technik führt … oder besser: entführt. Die Sammlung ist sehr umfangreich und in ihrer Dichte geradezu grundlegend. Das Besondere ist aber nicht nur deren Qualität und Fülle, sondern auch die Vielfalt der Objekte. Ausgestellt sind nicht nur Fotografien, sondern auch die frühen Apparaturen, Versuchsaufbauten, Drucke und Literatur, ja sogar die heftig geführten Debatten in der zeitgenössischen Presse begleiten die Auswahl der Objekte.
 
„Welch eine wunderbare göttliche Erfindung, die Daguerre gemacht hat! Ich sage Ihnen, man könnte den Verstand verlieren, wenn man so ein von der Natur gewissermaßen selbst geschaffenes Bild sieht.“ - Der Berliner Kunsthändler Louis Sachs am 26. September 1839 in Paris
 
Es war jener magische Moment einer internationalen Erfolgsgeschichte, als der bekannte Maler Louis Mandé Daguerres am 19. August 1839 in Paris offiziell seine Erfindung vorführen ließ. Zum ersten Mal wurden der staunenden Öffentlichkeit fotografische Bilder präsentiert. Das Geheimnis ihrer Entstehung, über das bereits seit einigen Monaten in ganz Europa rege Gerüchte kursierten, wurde nun endlich gelüftet. Nach ihrem Erfinder „Daguerreotypien“ benannt, gaben die kleinformatigen Aufnahmen auf versilberten Kupferplatten die Natur in einer beispiellosen Detailtreue wieder. Die ersten Fotografien offenbarten eine neue Wahrheit und erschienen dem verblüfften Publikum als kleine Wunder.
 
Die Ausstellung in der Kunstsammlung Jena erzählt mit über 250 Exponaten aus einer Privatsammlung von der Frühzeit des neuen Mediums. Die Erfindung der Fotografie hatte eine nachdrückliche Erweiterung der Sichtachse bewirkt, eine Umwälzung der gesamten, sich vorher lange kaum verändernden Bildmedien, die bis in die heutige Zeit des rasanten Bildkonsums fortwirkt. Ab Daguerres Erfindung standen Bilder nicht mehr nur einer privilegierten Schicht zur Verfügung, sondern wurden nach und nach zum Massenprodukt und zum untrennbaren Teil der Alltagskultur.


Hidden Places. Heimat durch das Objektiv betrachtet

Zu sehen bis 19. Februar 2023 im Hennebergischen Museum Kloster Veßra
Hennebergisches Museum Kloster Veßra

Im Rahmen des Jahresthemas „Heimat. Eine Annäherung“ begibt sich das Hennebergische Museum Kloster Veßra mit verschiedensten Formaten auf die Suche nach den vielen Perspektiven des Heimat-Begriffs. Mit Lesungen, Konzerten, Gesprächen sowie den Sonderausstellungen „Heimat geht durch den Magen“ und „Heimat. Eine Annäherung“ versucht sie die vielen Facetten von Heimat aufzuzeigen und eine Idee davon zu vermitteln, was Heimat ist, was sie sein kann und sein darf.

Das Fotokunst-Projekt „Hidden Places. Heimat durch das Objektiv betrachtet“ ist ein weiterer Baustein der Veranstaltungen und Formaten zum genannten Jahresthema. Zusammen mit der Fotokünstlerin Samantha Font-Sala (Erfurt) und dem Autor Stefan Petermann (Weimar) haben sowohl Jugendliche (9. Klasse) als auch Erwachsene seit Mai die Gelegenheit genutzt, sich fotografisch und sprachlich mit ihrer Heimat auseinanderzusetzen und nach verborgenen heimatlichen Plätzen Ausschau zu halten. Dabei ging es den Kursteilnehmer*innen zu allererst um die persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Umgebung und den Fragen: Wo komme ich her? Wo gehöre ich hin? Welche Orte wecken in mir ein heimatliches Gefühl. - Die Ergebnisse dieses Workshops werden in einer Sonderausstellung ab dem 18. September im KunstRaum des Museums präsentiert. Gedacht ist diese Ausstellung als Wanderausstellung, die nach der Schau in Kloster Veßra in anderen Einrichtungen des Landkreises Hildburghausen gezeigt werden soll.


Gera – eine Stadt verändert sich

Stadtmuseum zeigt bis 23. Oktober Fotografien von Hans-Joachim Hirsch 1967-2021
Gera Greizer Straße Fotografien Hans-Joachim Hirsch

Mehr als ein halbes Jahrhundert dokumentieren die Arbeiten des Geraer Fotografen Hans-Joachim Hirsch die Entwicklungen und Veränderungen seiner Heimatstadt. - Hans-Joachim Hirsch ist ein kritischer Beobachter seiner Zeit. Seitengassen, bröckelnde Fassaden, ein Autowrack am Straßenrand – seine Motive sind nicht allein die bekannten, stadtbildprägenden Bauten sondern auch das scheinbar Nebensächliche, Vergessene. Damit entsprachen seine Arbeiten nur selten dem in der DDR gewünschten Bild des sozialistischen Alltags. Manche seiner Bilder wirken unfreiwillig komisch, ja geradezu grotesk. Ein mit Sperrmüll beladenes Pferdefuhrwerk etwa, welches ausgerechnet vor der Losung „Alles für unseren sozialistischen Friedensstaat“ hält. Oder das Konsument-Kaufhaus auf der Sorge, das trotz verhangener Fenster stolz verkündet „Wir ehren Marx durch unsere Tat“.

Auf die Bilder seiner Schaffensperiode zurückblickend, drängt sich ein Vergleich von historischen Aufnahmen mit den heutigen Situationen förmlich auf. Hans-Joachim Hirsch hat zahlreiche Punkte, an denen seine Arbeiten vor Jahrzehnten entstanden sind, erneut aufgesucht und fotografiert. Erstaunt, wehmütig oder amüsiert steht der Betrachter vor den Ergebnissen. Vieles hat sich verändert, vieles ist besser geworden. Manches Moderne und Genormte wirkt jedoch steril und gesichtslos. Es ist daher nicht allein der Reiz des Vergleichs zwischen Gestern und Heute – die Fotografien von Hans-Joachim Hirsch stellen Fragen: Übertreiben wir es vielleicht mit unserem Bestreben, das Leben und unser Umfeld perfekt zu gestalten? Nimmt uns ein Zuviel an Regeln und Vorschriften bereits wieder ein Stück Lebensfreude?

Insgesamt rund 120 Werke geben einen beeindruckenden Einblick in das Schaffen des Fotografen und zugleich in eine bewegte Epoche der Stadtgeschichte.

Abbildung: Greizer Straße 1974


Brot, Bier und Wein – Esskultur von der Antike bis heute

Pößneck: Sonderausstellung im Museum642 bis 13. November

Von Athen über Rom nach Pößneck – wie speisten die Menschen in früheren Zeiten? Welches Geschirr kam auf den Tisch? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert die neue Sonderausstellung im Museum642 – Pößnecker Stadtgeschichte. Antike Originale aus der Sammlung des Lehrstuhls für Klassische Archäologie der Universität Jena, Objekte aus dem Bestand des Museum642 und Stücke aus der aktuellen Kollektion der Marke "Triptis Porzellan" aus der Eschenbach Porzellangroup geben einen Einblick in die Tischkultur im Verlauf der Jahrhunderte.

Im Rahmen der neuen Sonderausstellung sind weitere interessante Veranstaltungen geplant. Am Samstag, 25. Juni, und Sonntag, 15. Juli, gibt jeweils ab 15 Uhr eine Sonderführung unter dem Titel „Von gefüllten Haselmäusen und gegrillten Flamingozungen“ einen Einblick in die Esskultur der griechischen und römischen Antike. Am Sonntag, dem 9. Oktober findet außerdem die Kostüm-Führung „Zu Tisch in Rom“ statt. Das Museum642 bietet auf Anfrage auch Führungen für Schulklassen passend zum Thema Antikes Griechenland und Römisches Reich an (Kontakt: Tel. 03647 504769 oder 4493088, E-Mail museum@poessneck.de).

Geöffnet Mo, Di, Fr und Sa 11-16 Uhr, Do 11-18 Uhr und So 13-17 Uhr


Sehnsuchtsziel Italien: Der Maler Ernst Welker

Ausstellung im Museum Burg Posterstein bis 13. November
Ernst Welker Malerei Burg Posterstein

Die Ausstellung stellt den Maler Ernst Welker (1784–1857) vor, der als Zeichenlehrer der Enkeltöchter der Herzogin von Kurland auch in deren Löbichauer Schloss weilte. Dort portraitierte er die Salongäste als Fabelwesen und malte Szenen aus dem Löbichaer Salonleben. Welkers Reisen führten ihn durch Deutschland, Österreich und Italien. Der Besucher kann an Hand von Aquarellen und Zeichnungen Ernst Welkers eintauchen in die Kulturgeschichte der Zeit.

Wilhelmine von Sagan, die älteste Tochter der Herzogin von Kurland verpflichtete 1816 in Wien den Maler Ernst Welker als Erzieher und Zeichenlehrer für ihre damals 15-jährige Pflegetochter Emilie (von Binzer). In dieser Funktion weilte der Maler in den Jahren 1819 und 1820 in Löbichau und durfte die anwesenden Gäste zeichnen.
Ernst Welker war spezialisiert auf Aquarellzeichnungen von Landschaften und Architektur in der Gegend von Wien, Salzburg, der Steiermark, Kärnten, der Schweiz und Italien. 1818 reiste er zusammen mit den Malern Johann Christian Erhard, Johann Adam Klein und den Brüdern Friedrich Philipp Reinhold und Heinrich Reinhold nach Salzburg und Berchtesgaden, wovon zahlreiche Grafiken und Zeichnungen zeugen. Von 1821 bis 1828 weilte er überwiegend in Rom, reiste aber auch im Gefolge Wilhelmine von Sagans bis Neapel und kehrte schließlich nach Wien zurück. Seine Arbeiten wurden dort bis 1850 ausgestellt.

Ein gleichnamiges Buch begleitet die Ausstellung. Die Buchvorstellung findet im September statt.

Abbildung: Ernst Welker, Blick auf den Petersdom in Rom


Novalis 2022 – Klanginstallation von Tim Helbig in Jena

Bis 20. November im Romantikerhaus: „… die blaue Blume sehn ich mich zu erblicken.“

Für Liebhaber der literarischen Romantik steht das Jahr 2022 ganz im Zeichen des 250. Geburtstages von Friedrich von Hardenberg, besser bekannt als Novalis.
Jena bildet seit Hardenbergs Immatrikulation 1790 einen Fixpunkt seines privaten und künstlerischen Lebens. Hier studiert er, macht die Bekanntschaft mit Friedrich Schiller und kehrt auch später immer wieder in die Stadt zurück, in der sich um die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel Protagonisten der Frühromantik versammeln. Zu ihnen gehört auch Novalis, der auf dem berühmten Jenaer Frühromantikertreffen 1799 etwa seinen Aufsatz Die Christenheit und Europa und einige seiner Geistlichen Lieder vorträgt.
Anlässlich des Geburtsjubiläums widmet sich das Romantikerhaus dem Werk des Dichters in besonderer Weise. Ausgehend von Novalis’ ebenso berühmten wie geheimnisvollem Symbol der blauen Blume fragt die Ausstellung nach deren Bedeutung und gibt pointierte Einblicke in Novalis’ Leben und Werk. Im Zentrum der Ausstellung steht dabei eine Klanginstallation des Künstlers Tim Helbig. Die raumfüllende Installation aus zahlreichen Miniatur-Lautsprechern und einer künstlerischen Kabelführung wird es dem Besucher ermöglichen, Passagen aus Novalis‘ Roman Heinrich von Ofterdingen anhand einer elektroakustischen Komposition neu zu erleben. Dabei werden neben konkreten Klängen ausgewählte Motive und gesprochene Textfragmente im Fokus stehen.
Die eigens für die Räumlichkeiten des Romantikerhauses Jena konzipierte und komponierte Klanginstallation bietet eine im Jubiläumsjahr einmalige Möglichkeit, sich mit Novalis und seinem Schaffen anhand einer zeitgenössischen künstlerischen Position auseinanderzusetzen und die Poesie des früh verstorbenen Dichters (neu) zu entdecken.
Sie sind herzlich eingeladen, die Ausstellung und das Begleitprogramm zu besuchen.

Weitere Informationen: https://www.romantikerhaus-jena.de/de//925708


Vom Jammertal ins Paradies – Sterben, Tod und Trauer am Altenburger Hof

Jahressonderausstellung im Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg
Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg

In einer hochrangigen Sonderausstellung präsentiert das Schloss- und Spielkartenmuseum seinen einzigartigen Schatz an authentischen Zeitzeugnissen zu Tod und Trauer in der herzoglichen Familie von Sachsen-Altenburg. Es ist das erste Mal, dass die kostbaren und fragilen Objekte, die sonst kaum gezeigt werden können, zusammen ausgestellt werden. Mit dabei sind Leihgaben aus zahlreichen Museen aus ganz Deutschland.

Zu den aufwändigsten und zugleich herausragendsten Ereignissen im neuzeitlichen Fürstentum zählten die Begräbnisse von Mitgliedern der Herrschaftsfamilie. Neben Hochzeiten und Taufen bot sich mit ihnen doch eine eindrucksvolle Möglichkeit der Selbstdarstellung. Ohnehin bestimmte das Wissen um die Endlichkeit des Lebens und die Vorbereitung auf den Tod oftmals den Lebensalltag der Herrschenden. Von diesem Bewusstsein um den Tod als Teil des Lebens geben noch heute zahlreiche Zeugnisse wie Gemälde, Textilien, Münzen oder Gedenkblätter Auskunft. Sie gelten zugleich als Beweis für den Versuch, eine persönliche Erinnerungskultur weit über den Tod hinaus für die Nachwelt zu schaffen.

Die Ausstellung „Vom Jammertal ins Paradies – Sterben, Tod und Trauer am Altenburger Hof“ vereint eine Vielzahl solcher Exponate und zeichnet damit ein umfängliches Bild von den intimen Momenten rund um den Tod in der früheren herzoglichen Familie von Sachsen-Altenburg nach. Mit Leihgaben aus ganz Deutschland – darunter aus Dresden, Freising, Kassel und Weimar – präsentiert das Schloss- und Spielkartenmuseum eine in dieser Fülle noch nie realisierte Ausstellung zu dem Thema.

Eines der zentralen Themen innerhalb der Ausstellung werden die früheren Prozessionen durch Altenburg sein. Sie führten einst vom Rathaus durch die Stadt hinauf zum Residenzschloss. Auf Gemälden, die diese Ereignisse zum Mittelpunkt haben, können die Besucherinnen und Besucher der Schau noch heute den strengen protokollarischen Ablauf nachvollziehen. Die Exponate zählen noch heute zu den eindrucksvollsten Zeugnissen rund um den Ritus damaliger Trauerfeierlichkeiten.

Damit eng verbunden ist auch die Geschichte verschiedener Personen rund um das Herzogtum. Die Ausstellung stellt die verwandtschaftlichen Verflechtungen der Familienmitglieder rund um die ältere herzogliche Linie miteinander in Verbindung, auch setzt sie sich mit ihrer dramatischen Geschichte auseinander, die zum Erlöschen der Linie geführt haben. Innerhalb der Ausstellung bieten u. a. mehrere Kupferstiche, Gemälde und ein Epitaph aus der Schlosskirche Einblicke in den Niedergang des Hauses Sachsen-Altenburg, der mit dem frühen Tod des letzten Herzogs Friedrich Wilhelm III. (1657–1672) besiegelt wurde. Auf einer Replik des Sarges von Erbprinz Christian werden originale Stickereien präsentiert. Mit dem Fokus auf die letzten Jahre der älteren herzoglichen Linie wird ein bedeutendes Kapitel der Familiengeschichte behandelt.

Dem schließt sich in der Ausstellung die Auseinandersetzung mit dem Totengedenken um den Kurfürst Johann Georg I. und seiner Frau Magdalena Sybille an. Sie sind auf zwei Totenbildnissen in der Ausstellung zu sehen. Mit einer großen Auswahl an Sterbemünzen wird vor allem zum Abschluss des Ausstellungsrundganges das Augenmerk auf den letzten Herzog des Hauses Sachsen-Altenburg, Friedrich Wilhelm III., gelegt. Ergänzt wird die Ausstellung im Schloss- und Spielkartenmuseum durch zahlreiche Memento-mori-Objekte und Accessoires rund um das Gedenken der Hinterbliebenen an die Verstorbenen. 


Poppig „Zurück nach Zeitz“

Die farbenfrohe Welt des Thomas Swims: bis 13. Januar 2023, Gewandhausgalerie Zeitz
Thomas Swims

Es ist diese farbenfrohe Unbekümmerheit, die aus seinen Bildern strahlt. Was immer sie zeigen, ob Motive aus Halle oder Berlin, Thomas Swims Bilder strahlen vor Leichtigkeit. Dabei zeigt sich der Wahlberliner selbst keineswegs nur unbekümmert beim Blick auf diese Welt von heute. Was er malt sieht er als Gegenpol zu Bedrohung, Verrohung und Verfall. Schaut her, die Welt ist schön, liebt sie und genießt das Leben ist die Botschaft seiner Bilder. Die sind demnächst auch in Zeitz zu sehen.
Thomas Swims kommt mit seinen Bildern „zurück nach Zeitz“. Als Thomas Sagefka war er 2013-2016 Pressesprecher der Stadt Zeitz und Referent des Oberbürgermeisters. Von seinem Talent zum Malen wusste er damals noch nichts. Inzwischen veröffentlicht, verkauft, für gute Zwecke verschenkt und versteigert er seine Bilder unter dem Künstlernamen Thomas Swims.

„Ich wusste nie, dass ich ein Talent für das Malen habe. Es ist die größte, bereicherndste Leidenschaft, die ich je in meinem Leben hatte.“

Überall dort, wo er gerade lebt oder gelebt hat findet er seine Motive – in Berlin, in Mitteldeutschland und Halle, wo er 1982 geboren ist, am Bergwitzer See, wo er gerne campt und dann also Zeitzer Motive, aus seiner Zeit als Presseprecher. Für die Ausstellung in Zeitz gab es einen konkreten Anlass. Thomas Swims dazu: „Die Idee für eine Ausstellung in Zeitz kam insbesondere durch den schlechten Artikel über die Stadt in der Süddeutschen Zeitung von Sophie Kobel.“ Das habe ihn gewurmt, denn Zeitz findet er noch immer schön. Das will er nun mit seinen Motiven aus der Elsterstadt zeigen.

Seine Bilder malt er mit Acryl  + Multimarker auf Leinwand. Beigebracht hat er sich alles selbst in vielen Stunden des Ausprobierens. Stilistisch inspirieren lässt er sich gerne von seinen Vorbildern Lyonel Feininger,  Thierry Noir, Jim Avignon, William Turner und Romero Britto („nur seine Bilder, nicht seine Nähe zu Bolsonaro!,“ bemerkt Swims). Wer seine Aktivitäten in den Sozialen Medien verfolgt wird erstaunt sein. Denn das Malen als seine Passion betreibt er dennoch neben seinem Vollzeitjob im Bereich Marketing für einen Bundesverband.
Erstaunlich für die kurze Zeit, die er malt, wo die Bilder des mit seinem Ehemann in Berlin lebenden Thomas Swims überall schon hängen: Halle, Berlin (auch in René Kochs Lippenstiftmuseum und in Judy Winters Wohnung), Potsdam, Erfurt, Leipzig, Frankfurt, Zeitz, New Jersey (USA), Mallorca, Schweiz. Hier in Berlin, wo der Technofan in eben dieser Szene gerne das Leben feiert, engagiert er sich mit seiner Kunst für die Berliner Aidshilfe und Rave The Planet, der Neuauflage der Loveparade. Thomas Swims liebt das Leben. Mit seinen Bildern will er Positives bewirken, das Auge erfreuen.

Foto Credits: Thomas Swims

https://zeitzonline.de/news/poppig-zurueck-nach-zeitz/