Ausstellungen

Der Museumsblog der Burg Posterstein feiert 10. Geburtstag

Und was in der Burg 2021 so los sein soll
Burg Posterstein Blog

Das Museum Burg Posterstein hat Grund zum Feiern: Am 9. Februar 2021 feiert der Blog „Geschichte und Geschichten“, das Internet-Tagebuch des Museums, seinen 10. Geburtstag. Der Zeitpunkt könnte nicht besser passen, denn inhaltlich kehrt das Museum 2021 in der Ausstellung #GartenEinsichten zum Ausgangspunkt zurück: Den Rittergütern im Altenburger Land und ihren Gärten. Denn vor zehn Jahren bildete die Fülle an interessanten Details für das Museum den Anlass, einen eigenen Museumsblog zu starten.

Der richtige Ort für Recherche-Ergebnisse
2010 zeigte das Museum Burg Posterstein die Ausstellung “Das alte Schloss sehn wir noch heut…”, die Fortsetzung einer ersten Ritterguts-Ausstellung 2007. Zusammen dokumentierten beide Sonderschauen und die dazugehörigen Bücher sämtliche über 60 Rittergüter, die es vor der Bodenreform einmal auf dem Gebiet des heutigen Landkreises gegeben hat. Viele davon sind heute völlig verschwunden, andere noch gut sichtbar. - All diese umfangreichen Recherchen, die damals vor allem Gustav Wolf, Vorsitzender der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg (GAGO), leistete, sind auch langfristig für ein regionales Publikum interessant. Deshalb ging das Museum neue Wege, um einen Teil dieser Recherchen nachhaltig öffentlich zugänglich zu machen. Die vielen interessanten Geschichten – für die ständige Ausstellung des Museums viel zu detailliert – sollten nicht wie die Rittergüter selbst im Nebel der Geschichte (bzw. im Archiv des Museums) verschwinden. Stattdessen suchte man nach einem langlebigen, frei zugänglichen Platz dafür. Das richtige Format für dieses Anliegen fand das Museumsteam nicht sofort. Zunächst veröffentlichten die Mitarbeiter 2010 Beiträge als “Notizen” auf Facebook. Diese erwiesen sich als wenig sichtbar, gestaltbar und teilbar. Die Funktion wurde im Oktober 2020 (zurecht) eingestellt.

Warum ein Blog das bessere Format ist
Auch, um Herr über die eigenen Daten, Inhalte und Gestaltung zu sein, startete das Museum schließlich den Blog “Geschichte und Geschichten”. Wie Facebook bietet ein Blog Möglichkeiten zur Interaktion mit dem Leser – per Kommentar. Die Beiträge sind gut teilbar in den flüchtigeren sozialen Netzwerken. Und vor allem: Sie können langfristig gefunden werden. Denn die meisten der Inhalte, die das Museum Burg Posterstein hier veröffentlicht, sind noch Jahrzehnte später interessant. Kommen neue Forschungsergebnisse dazu, können sie entweder ergänzt oder durch zusätzliche Artikel erweitert werden. Kennt jemand eine Info, die das Museumsteam vergessen hat zu erwähnen, kann er diese per Kommentar hinzufügen und so ebenfalls langfristig sichtbar machen. Im Augenblick arbeitet das Museum daran, alle Beiträge, Videos und Seiten zu den wichtigsten Forschungsergebnissen auf seiner Website übersichtlich zu bündeln und sie nach all den Jahren noch besser auffindbar zu machen. Hier werden beispielsweise auch alle veröffentlichten Inhalte zu den Rittergütern im Altenburger Land gesammelt.

Der erster Blogbeitrag widmete sich am 9. Februar 2011 unter der Überschrift “Über den kontinuierlichen Niedergang eines vornehmen Schlosses” der Geschichte des Ritterguts Pölzig, das nah an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt liegt. Der Beitrag erschien auch in einer englischen Fassung. Abbildung: Historische Ansichtskarte von Pölzig mit Schloss, Hauptstraße und Schwanenteich (Sammlung Museum Burg Posterstein)

Für 2021 plant das Museum Burg Posterstein vier Sonderausstellungen

Sobald wieder geöffnet werden darf, startet die Schau „Manege frei! - Das Lindenau-Museum Altenburg zu Gast auf Burg Posterstein“. Im Anschluss zeigt das Museum die Sonderschau #GartenEinsichten: „Wie der Garten, so der Gärtner“ – Gartenkultur als Spiegel der Gesellschaft. Die Ausstellung ist der Postersteiner Beitrag zur Ausstellungsreihe „Grün im Quadrat“ der vier Museen im Altenburger Land (Lindenau-Museum Altenburg, Residenzschloss Altenburg, Naturkundemuseum Mauritianum und Museum Burg Posterstein). Zum 200. Todestag der Herzogin von Kurland stellt das regionalgeschichtliche Museum Burg Posterstein dann den Maler Ernst Welker in den Mittelpunkt einer Ausstellung. Denn Welkers Geschichte ist eng mit der der Herzogin verknüpft. Inhaltlich geht es nicht nur um Welkers Kunst, sondern auch um den Salon der Herzogin und um das Reisen in der damaligen Zeit. Den Abschluss des Ausstellungsjahres bildet in der Adventszeit die traditionelle Weihnachtskrippen-Ausstellung.

Das Museum Burg Posterstein ist derzeit zur Eindämmung der Corona-Pandemie geschlossen. Der Museumsverein Burg Posterstein freut sich über Spenden und finanzielle Unterstützung in dieser schwierigen Zeit.

 


REKLAME! Verführung in Blech

GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig bereitet neue Ausstellung vor
GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig bereitet neue Ausstellung vor

Sobald Museen wieder öffnen, zeigt das GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig die Ausstellung REKLAME! VERFÜHRUNG IN BLECH.

Werbung ist so alt wie Produktion und Handel. Im Wettbewerb um Kunden waren schon immer Fantasie und Kreativität gefragt, aber erst die explosionsartige Vermehrung der Waren durch die industrielle Revolution hat der Werbung - die damals noch Reklame hieß - zum großen Aufschwung verholfen.
Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig zeigt in REKLAME! VERFÜHRUNG IN BLECH rund 300 Emailschilder aus der Privatsammlung der Leipziger Typografen Gert und Sonia Wunderlich. Sie bieten einen Überblick auf die Produktwerbung zwischen 1890 und den späten 1930er Jahren und spiegeln die Blütezeit dieser besonderen Art der Reklame. Der Bogen spannt sich vom einfachen informativen Türschild bis zu künstlerischen Großformaten, hinter denen häufig berühmte Künstlerinnen und Künstler ihrer Zeit stehen. Bereichert wird die Ausstellung durch weitere Werbeartikel, Warenautomaten und zeitgenössische Bild- und Schriftdokumente.

Um 1900 ist die Warenwelt so groß wie nie zuvor. Das Zur-Schau-Stellen und Inszenieren der Waren wurde im wachsenden Konkurrenzkampf daher immer wichtiger. So ist ab 1900 eine massenhafte Produktion emaillierter Werbeschilder zu beobachten, die das rasante Wachstum dieser Warenwelt spiegeln. Bald zierten so viele der dauerhaften Emailschilder die Straßen, dass von einer „Blechpest“ die Rede war. In ihrer künstlerischen Entwicklung nahe am Papierplakat, dienten die farbenfrohen Emailschilder als Dauerreklame an Fassaden, rund um Geschäftseingänge und -türen. Auch wenn sie in erster Linie das urbane Erscheinungsbild prägten, warben sie auch im entlegensten Winkel für Waren und Dienstleistungen.
Der historische Teil der Ausstellung erhält durch eine Inszenierung in der Orangerie des Museums einen deutlichen Bezug zur Gegenwart. Die Werbeagentur „Orange Ad“ stellt ihre Arbeitsplätze und -prozesse vor. Den Besucherinnen und Besuchern eröffnet sich damit die Möglichkeit, heutigen Werbeprofis bei der Arbeit über die Schulter zu blicken – von der Idee bis zum Werbekonzept.

Zur Ausstellung liegt ein Katalog vor (120 Seiten, 82 Farbabbildungen, deutsch/englisch, Sandsteinverlag, 25 Euro) REKLAME! Verführung in Blech
Laufzeit der Ausstellung: voraussichtlich bis 09.05.2021

Foto: Esther Hoyer


„Cranachs Bilderfluten“ und Barrierefreiheit

Weimar: Herzogin Anna Amalia Bibliothek setzt sich neue Ziele
Klassik Stiftung Weimar

>> Zum Video über die Ertüchtigung des Renaissancesaals und des Foyers

>> Zur Projektwebsite Cranach 2022

Über 85.000 Besucherinnen und Besucher begrüßt das historische Stammhaus der Herzogin Anna Amalia Bibliothek jedes Jahr seit seiner Wiedereröffnung 2007 – das Sechsfache der jährlichen Gästezahl vor dem Brand. Nachdem dieser großartige, aber auch herausfordernde Publikumserfolg nun 13 Jahre anhält, hat die Klassik Stiftung Weimar beschlossen, das Stammhaus der international angesehene Archiv- und Forschungsbibliothek – insbesondere das Foyer und den unteren Ausstellungsraum (Renaissancesaal) – zeitgemäß und publikumsorientiert zu ertüchtigen. Von zentraler Bedeutung sind dabei die Verbesserung der Barrierefreiheit und der Eingangssituation, die über die Jahre in vielen Rückmeldungen kritisiert wurde. Des Weiteren bereitet die Bibliothek den Renaissancesaal als Ausstellungsraum auf, um dort ab Anfang 2022 die neue Schau „Cranachs Bilderfluten“ zu zeigen. Die Ausstellung ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern, die Cranach-Werke wieder zu erleben, die seit Juni 2018 wegen der Instandsetzung des Weimarer Stadtschlosses im Depot aufbewahrt werden. Auch während der Umbaumaßnahmen können Besucherinnen und Besucher, sobald die Corona-Situation eine Öffnung der Bibliothek wieder erlaubt, das Stammhaus mit dem Rokokosaal weiterhin besichtigen.

Durch die Neukonzeption ihres Stammhauses möchte die Herzogin Anna Amalia Bibliothek zum einen das Besuchserlebnis verbessern, zum anderen ihre reformations- und erinnerungsgeschichtliche Bedeutung stärker vermitteln. Dazu schafft sie mit der Ertüchtigung des Renaissancesaals zum Ausstellungsraum für hochkarätige Kunst- und Buchprojekte nicht nur ein neues touristisches Ziel, sondern gibt der Startausstellung „Cranachs Bilderfluten“ auch einen passenden zeitgenössischen Raum. Nur wenige Jahre nach Cranachs Tod gebaut, gehört der Renaissancessaal zum ältesten Kern des bis 1569 als Renaissanceschloss errichteten Gebäudes. Als fürstlicher Wohnsitz steht es in enger Verbindung zu den Ernestinern und den herrschaftlichen Räumen dieser Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft: der Weimarer Stadtkirche St. Peter und Paul mit dem Altarretabel von Lucas Cranach dem Jüngeren sowie dem Stadtschloss, in dem bis zum Beginn der Instandsetzung 2018 die Cranach-Galerie untergebracht war. Einige dieser Galeriegemälde hingen ursprünglich im Stammhaus der heutigen Herzogin Anna Amalia Bibliothek und kehren mit der neuen Ausstellung „Cranachs Bilderfluten“ nun an ihren angestammten Platz zurück.

Die Schau zeigt Objekte von Lucas Cranach dem Älteren, dem Jüngeren und ihrer Werkstatt. Jedes Medium, das sie beherrschten, ist vertreten: Gemälde, Graphiken, illustrierte Bücher, Drucke und Medaillen. Diese für Cranachs Zeitgenossen überwältigende Bilderflut verbindet die Ausstellung mit Gegenwartsfragen über Meinungsbildung, Reichweiten und Fake News.

Neben dem neuen Ausstellungsraum konzipiert die Herzogin Anna Amalia Bibliothek die Vorräume des Rokokosaals und den Vorraum zum Bücherturm neu, um eine klare räumliche und thematische Gliederung für die Besucherinnen und Besucher zu schaffen: das Erdgeschoss mit dem Renaissancesaal markiert das 16. Jahrhundert, das erste Obergeschoss mit dem Rokokosaal sowie dem Bücherturm das 18. und 19. Jahrhundert und das zweite Obergeschoss mit dem Studiensaal und dem Branddenkmal des Architekten Walther Grunwald stehen, ebenso wie das moderne Studienzentrum, für das 21. Jahrhundert.

Im Zuge der inklusiveren Publikumsorientierung verbessert die Bibliothek auch ihre Eingangssituation und insbesondere die barrierefreien Zugänge. Künftig werden wieder alle Besucherinnen und Besucher das Stammhaus über den historischen Haupteingang von Clemens Wenzeslaus Coudray betreten, der seit der Wiedereröffnung 2007 nur von Angestellten und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen verwendet wurde. Für letztere wird es nun auch direkt im Foyer eine Hebebühne geben, mit der sie vom Eingangsraum selbstständig den ca. 65 cm höher gelegenen Foyerbereich und den Renaissancesaal erreichen können. Damit die Hebebühne eingebaut werden kann, ist es notwendig, einen kleinen Teil des Foyers auf die Höhe des Eingangsraums abzusenken. Der 2007 in das Foyer eingebrachte und sehr beliebte Bodenbelag aus grünen Keramikfliesen – eine moderne Interpretation Walther Grunwalds – bleibt erhalten, wird jedoch für mehr Rutschfestigkeit optimiert. Alle Maßnahmen sind in enger Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden entwickelt und von diesen genehmigt.

Die Neukonzeption des Stammhauses ist Teil der von der Thüringer Staatskanzlei geförderten Agenda 2020 der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Diese Agenda definiert den Typ „Archiv- und Forschungsbibliothek“ im Spannungsfeld des materiellen Sammlungserhalts, der Überlieferungsbildung, der digitalen Transformation, Vernetzung und Vermittlung von Wissen neu. Zusätzlich zu den Maßnahmen im Stammhaus wird das Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek durch Sammlungspräsentationen, Veranstaltungen und neue digitale Angebote als Informations- und Kommunikationsbereich stärker in der Öffentlichkeit verankert.

Abbildung: Lucas Cranach der Ältere, Prinzessin Sibylle von Cleve, 1526, Klassik Stiftung Weimar


Lindenau 21 PLUS

Die Bundesrepublik Deutschland fördert das Lindenau-Museum Altenburg bis 2027 mit jährlich bis zu 2 Millionen Euro
Lindenau Museum Altenburg Förderung

Mit der umfangreichen Förderung der Bundesrepublik Deutschland will das Lindenau-Museum Altenburg, das zu den national bedeutsamen Kultureinrichtungen zählt, eine große Digitalisierungskampagne starten, zugleich aber auch den traditionell starken Vermittlungsbereich weiter ausbauen.

In der Bereinigungssitzung zum Bundeshaushaltsentwurf 2021 am 26. November 2020 hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestag nicht nur über ein Sonderinvestitionsprogramm für die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten entschieden, sondern auch über Projektmittel „für kulturelle und museale Ziele, die im besonderen Bundesinteresse liegen“, das sind „insbesondere Digitalisierung, Provenienzforschung, kulturelle Bildung“ sowie „länderübergreifende kulturtouristische Ziele“. In Thüringen gehen diese bis zum Jahr 2027 ausgegebenen Mittel an die „Blaubuch-Einrichtungen“ Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, die Klassik Stiftung Weimar und das Lindenau-Museum Altenburg. Das Lindenau-Museum erhält jährlich bis zu 2 Millionen Euro.

Für das Lindenau-Museum Altenburg ist diese Förderung durch den Bund ein weiterer Meilenstein seiner schwungvollen Entwicklung nach der 2018 erteilten Zusage der Investitionsmittel für die Sanierung und Erweiterung des Museums in Höhe von 48 Millionen Euro durch den Bund und den Freistaat Thüringen.

Uwe Melzer, Landrat des Landkreises Altenburger Land, und Dr. Roland Krischke, Direktor des Lindenau-Museums, stellten am 12. Januar 2021 im Altenburger Landratsamt in einer Videokonferenz die Pläne des Museums zur Verwendung der Mittel vor.

Statement und Dank des Landrates

Landrat Uwe Melzer brachte eingangs seine große Freude über den gewaltigen Entwicklungsschub zum Ausdruck, den die erneute Bundesförderung dem Lindenau-Museum ermögliche: „Der Landkreis Altenburger Land versieht seine Aufgabe als Träger des Lindenau-Museums im Bewusstsein der Einzigartigkeit der Sammlungen gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen, der sich zu 50 Prozent an der institutionellen Förderung beteiligt, mit großer Sorgfalt. Wir wissen allerdings sehr gut, dass die bisherigen finanziellen Mittel nicht ausreichten, um ein national bedeutsames Haus wie das Lindenau-Museum angemessen finanziell auszustatten.“

Der Landrat würdigte die kopernikanische Wende in der Geschichte des Museums, die mit den hohen Investitionsmitteln des Bundes und des Freistaates für Sanierung und Erweiterung 2018 möglich gemacht wurde und dankte für die nun vergebenen Projektmittel, die helfen würden, das Museum auf ein neues Niveau zu heben. Namentlich dankte der Landrat dem Thüringer Minister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff und den Bundestagsabgeordneten Elisabeth Kaiser und Volkmar Vogel, die sich jederzeit mit großem Nachdruck für das Lindenau-Museum eingesetzt hätten. Ohne diese Unterstützung hätte es die Bundesförderung sicherlich nicht gegeben.

Ausblick des Museumsdirektors

Der Direktor des Lindenau-Museums, Dr. Roland Krischke, wies auf den bedeutenden Umfang der neuen Bundesförderung für das Museum hin, die sich dadurch veranschaulichen lasse, dass der bisherige Jahresetat etwa 1,5 Millionen Euro umfasst habe. „Mit den zusätzlichen 2 Millionen können wir erstmals in der Geschichte des Museums unsere Arbeit in einer Weise und einem Umfang erledigen, die den international bekannten Sammlungen angemessen ist.“ Die Förderung komme genau zum rechten Zeitpunkt, da man nun u. a. die Möglichkeit habe, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen, die auch an der Planung der Einrichtung des neuen Lindenau-Museums beteiligt werden könnten. Mit der Förderung könnten viele lang geplante Projekte umgesetzt werden. Krischke sprach von einem „ungeheuren Ansporn für unsere Arbeit“.

Nach der Bekanntgabe der Zuwendung Ende November haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daran gemacht, einen Plan für die Verwendung des Geldes zu entwerfen, der rasch den Namen „Lindenau 21 PLUS“ erhalten habe. Dabei gebe es analog der Förderrichtlinie des Bundes vier Schwerpunkte:

1. Ein komplexes Digitalisierungsprogramm, das vor allem das Ziel habe, die vielfältigen Sammlungen nach und nach komplett zu erfassen und sie mit wissenschaftlich fundierten, aber zugänglichen Erklärungstexten im Netz sichtbar zu machen.

2. Ein Ausbau der Provenienzforschung. Bislang arbeitet im Lindenau-Museum eine Provenienzforscherin, die sich vor allem Objekten ungeklärter Provenienz widmet, die möglicherweise aus jüdischem Besitz stammen. Zusätzlich soll nun die DDR-Zeit näher beleuchtet werden.

3. Die Stärkung der Kulturellen Vermittlung im Lindenau-Museum, das durch das Studio Bildende Kunst, die 1848 mit dem Museum gegründete Kunstschule, in dieser Hinsicht traditionell gut aufgestellt ist. Zusätzlich zum Angebot in den Kernbereichen Keramik, Zeichnen, Malen, Drucken sollen in Zukunft eine Holzwerkstatt (studio LEONARDO), ein Medienlabor (studio DIGITAL) und ein Mutter-Kind-Bereich (studio BAMBINI), in dem Kleinkinder an Kunst herangeführt werden, eingerichtet werden.

4. Auch der Bereich Presse- / Öffentlichkeitsarbeit und Marketing soll durch die Einstellung weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestärkt werden. Hierbei liegt der Fokus vor allem auf dem Online- bzw. Social Media-Bereich sowie einem breiteren Angebot auf einer neu zu gestaltenden Internetseite des Kunstmuseums. Außerdem steht natürlich die Vorbereitung einer Marketingkampagne mit Blick auf die Neueröffnung des  Museums im Vordergrund.

Insgesamt ist die Einstellung von über zehn neuen Kolleginnen und Kollegen geplant, wofür dann auch – ebenso wie für die Vermittlungsbereiche – neue Flächen im Interim „Kunstgasse 1“ angemietet werden müssen. Ein Teil des Geldes sei aber auch für wichtige Restaurierungsmaßnahmen, technische Ausstattung und weitere Projekte eingeplant. All das müsse nun erst beim Bund beantragt werden und auch der Stellenplan sei noch vom Kreistag des Altenburger Landes zu genehmigen. Man sei aber, so Krischke, optimistisch, dass alle Beteiligten sich für einen zügigen Beginn der Maßnahme einsetzen würden.

Ein Museum ist nicht allein ein Ausstellungshaus, sondern widmet sich dem Bewahren der Kulturschätze, versucht seine Bestände zu erweitern, diese nach und nach zu erforschen und die Ergebnisse auf vielfältige Weise nach außen zu vermitteln. Hierbei stellt das Netz – nicht nur in Corona-Zeiten – ein immer wichtigeres Medium dar. Mit Umsetzung der angedachten Maßnahmen wird das Lindenau-Museum die Möglichkeit erhalten, auf deutlich intensivere Weise Präsenz zu zeigen und damit zur Plattform internationaler Forschung zu werden. Es soll aber auch digitale Angebote für junge Menschen geben, denen damit der Weg zur Beschäftigung mit Kunst und zur Bildung erleichtert wird. Zusätzlich erweitern die Angebote der Kulturvermittlung vor Ort in Altenburg die Palette des Museums sehr deutlich. Man öffnet sich auch hier den neuen Medien, bietet mit der Holzwerkstatt (studio LEONARDO) aber zugleich ein soziokulturelles Experimentierfeld für Kinder und Jugendliche an, das Angebotslücken in Altenburg schließt. Eine Stärkung des bereits erfolgreichen Angebots für Demenzkranke oder psychisch Kranke ist ebenfalls angedacht.

Das Lindenau-Museum ist längst nicht nur ein Ort, an dem auf sehr besondere Weise einzigartige Beispiele des kulturellen Erbes der Menschheit präsentiert werden. Es ist einer der wichtigsten Standorte außerschulischer Bildung in Ostthüringen und es wird mit der Eröffnung des neuen Lindenau-Museums in der Gabelentzstraße einer der wichtigsten kulturtouristischen Anziehungspunkte der ganzen Region werden. „Kultur, Bildung, Tourismus und damit auch Wirtschaft – Diese Wirkungsvielfalt eines Museums und seine hohe gesellschaftliche Relevanz ist noch nicht allen Menschen bewusst“, untermauerte Roland Krischke: „Daran müssen wir weiter arbeiten.“

Foto: Lindenau Museum


Kunsthaus Apolda blickt auf ein erfolgreiches Ausstellungsjahr 2020 zurück

„Hundertwasser“-Ausstellung wartet auf ihren Beginn
Friedensreich Hundertwasser Ausstellung Kunsthaus Apolda Avantgarde

Trotz der monatelangen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie kann das Kunsthaus Apolda Avantgarde mit 21.409 Besuchern auf ein erfolgreiches Ausstellungsjahr 2020 zurückblicken. Dieses Ergebnis zählt umso mehr, weil es trotz vorzeitigem 4 wöchentlichen Abbruch der Dürer Ausstellung, trotz 4,5-monatiger Schließung des Hauses und Ausfall einer kompletten Ausstellung (Heckel) sowie trotz beschränktem Zutritt des Hauses von gleichzeitig max. 40 Personen entstanden ist. Darauf können die Veranstalter durchaus stolz sein. Sowohl die vorzeitig beendete „Albrecht Dürer“ Ausstellung mit 10.381 Besuchern, die POP ART mit 5.509 Besuchern als auch die vorzeitig beendete Chagall Ausstellung mit 5.519 Besuchern haben die Erwartungen – bezogen auf die wirkliche Ausstellungszeit – weit übertroffen.

Aufgrund des aktuellen Lockdowns und der Unsicherheit, wann die Museen in Thüringen wieder öffnen können, hat sich der Kunstverein Apolda Avantgarde e.V. in Abstimmung mit dem Leihgeber entschlossen, den Beginn der Ausstellung „Hundertwasser. Schönheit ist ein Allheilmittel“ zu verschieben. Wir empfehlen Ihnen, sich auf unserer Seite über die aktuelle Lage zu informieren.

Autor Wolfgang Leißling über die kommende Ausstellung:

Rund 580 000 Besucher wurden bislang im 1994 gegründeten Kunsthaus Apolda Avantgarde in der Bahnhofstraße 42 begrüßt. Das neue Ausstellungsjahr 2021 beginnt am 16. Januar mit Friedensreich Hundertwasser (1928-2000). Motto: „Schönheit ist ein Allheilmittel“. Von dem international gefeierten gebürtigen Wiener Maler, Grafiker und „Architekturdoktor“ sind ausgewählte Werke zu sehen.

In der Ausstellung erwartet den Besucher ein repräsentativer Querschnitt durch das umfängliche Lebenswerk dieses in seiner Popularität einmaligen Künstlers.  Gezeigt werden Originalgrafiken und Originalposter.Mit ihnen zeigt sich deren Schöpfersolidarisch besonders mit internationalen Umweltorganisationen. Dabei lautet sein Credo: „Mit der Grafik betrete ich ein Paradies, das der Maler nicht mehr erreicht“. Nicht von ungefähr tragen seine Arbeiten in der Ausstellung poetische Titel wie „Das Recht auf Träume“ oder „Zerstückelter Sonnenuntergang“. Fotografienerinnern zugleich daran, dass sich der Künstler schon seit den 50er Jahren für eine natur- und menschengerechte Architektur engagiert. Dies von Wien bis Magdeburg, von Osaka bis Nawakawa.

Wenn es etwas gibt, dass die Freunde seiner Kunst vereint, dann sind es die satten leuchtenden Farben, dessen ungerade Linien oder die schwingenden Wände seiner Bauwerke. Heftig kritisierte Hundertwasser die ungehemmten Wachstumsdoktrinen sowie den gesellschaftlichen Konformismus. In seinem Oeuvre plädierte er gerade auch mit dem grafischen Werk in unterschiedlichen Techniken für die menschliche Sehnsucht nach Vielfalt und Schönheit in Harmonie zur Natur. 

Kunst trotz Corona. Hans Jürgen Giese, Geschäftsführer des Kunstvereins, der für diese Ausstellung zusammen mit dem Kreis Weimarer Landwirbt, ist zuversichtlich: „Ich hätte nicht gedacht, dass angesichts Corona im Jahre 2020 mehr als 20 000 Gäste kamen und Tausende bei Marc Chagall höchst diszipliniert Schlange standen angesichts des begrenzten Eintritts.“ Jetzt hofft er, dass auch Friedensreich Hundertwasserwieder  viele Besucher anzieht. War es doch dieser beeindruckendeweißbärtige  Mann, der einmal betonte,  nur mit Kunst die Welt verändern zu können.Dies meint ebenso eine natur- und menschengerechte Architektur wie auch aktiven Umweltschutz und ökologisches Handeln von der Begrünungbis zum Schutz des Wassers.

Mehr über Hundertwassers Leben und Wirkenerzählt der international preisgekrönte Film „Hundertwassers Regentag“ von Peter Schamoni von 1972.

Abbildung: Hundertwasser 696A TESTAMENT IN GELB, 1971 © 2020 NAMIDA AG, Glarus/CH

www.kunsthausapolda.de

 


Erste Ausstellung moderner Kunst im Dom zu Erfurt

Unter dem Titel „Laut“ zeigt die Erfurter Künstlerin Tina Reichel ihre neuesten Werke in der Kathedrale ihrer Heimatstadt.
Ausstellung Tina Reichel im Dom zu Erfurt

Zum ersten Mal überhaupt findet in dem Gotteshaus eine Ausstellung moderner Kunst statt. Tina Reichel setzt mit ihren Bildern ein Zeichen – auch in Zeiten der Corona-Krise. Die Schau in der thüringischen Landeshauptstadt ist noch bis zum 23. April zu sehen.
Der Erfurter Dom ist einer der ältesten Kirchenbauten in Erfurt. Seine Geschichte reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück. Der berühmte Einhornaltar, der Wolfram-Leuchter oder das Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, das die Vermählung der Heiligen Katharina zeigt – die Kathedrale beherbergt zahlreiche Kunstschätze. Doch noch nie fand hier eine Ausstellung mit moderner Kunst statt. Gezeigt werden Gemälde mit Außenansichten von Kirchen in Europa. Bis jetzt. Denn am 3. Dezember 2020 eröffnet hier die Erfurter Künstlerin Tina Reichel ihre Ausstellung „Laut“.
Der Titel der Schau, bei er es sich tatsächlich um die allererste offizielle Ausstellung mit modernen Kunstwerken in der über 1.000-jährigen Geschichte der Kirche handelt, hat nichts mit ungezügeltem, akustischem Lärm zu tun. Tina Reichel setzt vielmehr auf die stille, aber mitreißende Macht der Farben. Es geht ihr darum, auch in Corona-Zeiten ein Zeichen für die kreative Kraft der Kunst zu setzen. Der Untertitel des Events lautet dementsprechend: „Die Kunst steht nicht still und ich erst recht nicht.“
Bauwerke in fluoreszierendem Farbrausch
Die Malerin zeigt neue Arbeiten, die sich mit monumentalen Architekturen auseinandersetzen. Dabei inszeniert sie Bauwerke in einem leidenschaftlichen Farbrausch: vom Mailänder Dom und dem Kölner Dom bis Big Ben. Und natürlich stand auch der Erfurter Dom selbst Modell. Das Besondere an Reichels Bildern ergibt sich nicht nur durch die Verfremdungseffekte aufgrund ihrer schrillen Farbgestaltung, sondern auch aus besonderen optischen Wirkungen: Die Künstlerin verwendet fluoreszierende Farben, die die Motive nicht nur bei Tageslicht, sondern auch im Dunkeln zum Leuchten bringen. Hinzu kommt ein spezielles Beleuchtungskonzept mit UV-Licht, das jedes einzelne Werk individuell in Szene setzt.

Zu sehen im Ausstellungsraum im historischen Dachstuhl des Gotteshauses, wo auch das berühmte und mittlerweile restaurierte Marienmosaik zu sehen ist. Bis zum 23. April 2021 können Besucher die Bilder an diesem besonderen Ort Erfurter Geschichte im Rahmen von Führungen erleben.

Foto: Ausstellungseröffnung - Weihbischof Dr. Reinhard Hauke mit Künstlerin Tina Reichel im Erfurter Dom (Fotonachweis: Susann Nuernberger Corporate Photography)


Italiensehnsucht

KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum bereiten Sonderausstellung vor

Warum Italien? Dieser Frage widmet sich diese Ausstellung, die erstmals den italienischen Reisezielen deutschsprachiger Künstlerinnen und Künstler zwischen 1905 und 1933 und ihrer vielfältigen künstlerischen Produktion nachspürt. Die Ausstellung mit Werken u. a. von Max Beckmann, Erich Heckel, Wassily Kandinsky, August Macke, Gabriele Münter, Walter Ophey, Max Pechstein, Hans Purmann und Karl Schmidt-Rottluff soll vom 13. März bis 30. Mai 2021 zu sehen sein.

Auch wenn Anfang des 20. Jahrhunderts vielen Künstlerinnen und Künstlern Paris als wichtigstes Reiseziel galt, war das alte Sehnsuchtsland Italien keineswegs vergessen. Die Ausstellung spürt erstmals den Spuren der Künstlerinnen und Künstler der expressionistischen und neusachlichen Generationen in Italien nach. Sei es in den Kulturstädten von Antike, Renaissance und Barock wie Florenz und Rom, wo Stipendien der Villa Romana oder Villa Massimo lockten, oder an den malerischen Orten der Amalfiküste und am Golf von Sorrent, auf Sizilien, Capri oder Ischia: Vielfältig waren die kulturellen Anregungen, überwältigend das südliche Lebensgefühl.

13. März bis 30. Mai 2021: Italiensehnsucht!. Auf den Spuren deutschsprachiger Künstlerinnen und Künstler 1905-1933 / KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU - Max-Pechstein-Museum, Lessingstraße 1, 08058 Zwickau

www.kunstsammlungen-zwickau.de