Ausstellungen

Marc Chagall „Ich bin sicher, Rembrandt liebt mich.“

Kunstsammlung Jena zeigt bis 18. November 2018 Bilder und Malerbücher von Georges Braque, Marc Chagall, Fernand Léger, Henri Matisse, Joan Miró, Pablo Picasso, Georges Rouault und anderen Künstlern

Marc Chagall steht mit seiner Biografie stellvertretend für das Schicksal jener Menschen, die ihr Leben an einem anderen Ort und in einer anderen kulturellen Umgebung meistern mussten. Unter den vielen Künstlern aus zahlreichen Ländern, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Paris getroffen haben, ist er zunächst wenig auffällig, kann sich schnell integrieren. Er schließt Freundschaften mit den Malern Robert Delaunay, Fernand Léger, Amedeo Modigliani und mit Dichtern wie Guillaume Apollinaire, Max Jacob und Blaise Cendrars. Die in St. Petersburg erlernten Grundlagen der Malerei öffnet er in Paris für die neuen Stilrichtungen und verbindet diese in originärer Weise mit den traditionellen Sagen und Mythen der russischen Volkskunst. Schon bald wird er wegen dieser poetischen Abstraktionen von seinen Freunden le poète (Der Dichter) genannt und entwickelt sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts.
Es gibt nur wenige berühmte Künstler, bei denen das Literarische, die Poesie, eine dermaßen grundlegende, das Werk bestimmende und formende Bedeutung haben, wie das bei Chagall der Fall ist. Mit seiner jüdisch-orthodoxen Herkunft, der Sehnsucht des Exilanten nach Heimat und seiner tiefen Verwurzelung im russischen Volksglauben verfügt Chagall über einen Fundus an Grundlagen, den er mit großem künstlerischen Einfallsreichtum zu nutzen weiß. Motive aus der Bibel, der russischen und französischen Literatur und dem Zirkus sind neben Reflexionen zu seiner osteuropäischen Heimat die Hauptthemen seiner Bilder. Er steht verschiedenen Strömungen der Künste nahe, findet jedoch zu einer so eigenständigen Bildsprache, dass sein Werk unverwechselbar ist.

Neben Gemälden, Zeichnungen und grafischen Zyklen soll genau jene Eigenart Chagalls, die Liebe zur Literatur und deren bildnerische Ausformungen, einen wesentlichen Aspekt der Ausstellung bilden. Zusammen mit den Galeristen und Verlegern Ambroise Vollard und Tériade hat Chagall einige der bedeutendsten Malerbücher des 20. Jahrhunderts herausgegeben, die heute zu den Meisterwerken der Kunst der Klassischen Moderne zählen. Ein Teil dieser Bücher, so etwa die Bibel und oder Die toten Seelen (Gogol) wurden von Ambroise Vollard in Auftrag gegeben und später unter der Herausgeberschaft von Tériade vollendet.

So wie Chagall sind auch Pablo Picasso, Fernand Léger, Henri Matisse und andere Schöpfer dieser äußerst aufwändigen Kunstwerke zuallererst Maler, die oft sehr lange daran arbeiteten, kein abschließendes Bild suchten, sondern vielteilige grafische Folgen geschaffen haben, die sich zu einem Gesamtkunstwerk addieren. Das Ergebnis sind autonome Übereinkünfte zwischen Bildern und Texten, die sich begleiten, treffen, wieder entfernen und in jedem Falle eines sind: etwas Besonderes, etwas das in Kassetten oder hinter Buchdeckeln schlummert und sich der schnellen Betrachtung entzieht. Es ist ein verborgener Reichtum; einer, der sich erst durch den Einsatz des Betrachters offenbart. Ganz nebenher verweisen die Werke auf jenes Miteinander von Dichtern und Malern, wie dieses in der Pariser Bohème gelebt wurde.

Neben Gemälden und Zeichnungen sind es vor allem jene Malerbücher, denen unsere Ausstellung in besonderer Weise gewidmet ist. Einige davon werden in gebundener Form, versehen mit Prachteinbänden, vorgestellt. Eine Vielzahl der Bücher wird gerahmt gezeigt, so dass ein wesentlicher Teil dieser seltenen und wertvollen Gesamtkunstwerke betrachtet werden kann.
Der Dichter André Suarès schrieb einmal über Vollard: „Seine Leidenschaft für das Buch, so wie er es auffasste, war ungleich stärker als seine Liebe zu Bildern. Er wollte, daß ein Buch das Meisterwerk eines großen Malers sei.“ Dass dies kein leeres Versprechen geblieben ist, belegt unsere Ausstellung eindrucksvoll. Alle Malerbücher der Ausstellung durften wir aus einer umfangreichen Privatsammlung auswählen, die sich für die Ausstellung in der Kunstsammlung Jena erstmals geöffnet hat. Die Gemälde der Ausstellung haben uns Museen und Sammlungen aus Frankreich, Belgien, Deutschland und der Schweiz zur Verfügung gestellt.

Künstler: André Beaudin, Georges Braque, Bernard Buffet, Marc Chagall, Giorgio de Chirico, Maurice Denis, André Derain, Felix M. Furtwängler, Marcel Gromaire, Henri Laurens, Le Corbusier, Fernand Léger, Emmanuel Mané-Katz, Henri Matisse, Joan Miró, Pablo Picasso, Georges Rouault, Jacques Villon.

Abbildung: Marc Chagall Exodus, 1966, Die Prophetin Mirjam, Farblithografie, Privatsammlung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018


Erlebnis Industriekultur jetzt als virtuelle Schau zu sehen

Pünktlich zum letzten Ausstellungstag der Thüringer Leitausstellung „Erlebnis Industriekultur – Innovatives Thüringen seit 1800“ eröffnete der Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Wolfgang Tiefensee, am 9. September in Pößneck die virtuelle Version der Ausstellung. Unter der Adresse www.industrie-kultur-thueringen.de erhalten interessierte Nutzer nun an dieser Stelle ausführliche Informationen zu den Exponaten, ihrer Geschichte und Bedeutung. Angesichts der äußerst positiven Resonanz, die „Erlebnis Industriekultur“ bei Besuchern und Presse gefunden hat, aber auch, um denjenigen entgegen zu kommen, die keine Gelegenheit zum Besuch hatten, bleiben die Ergebnisse der Pößnecker Ausstellung somit langfristig erhalten. Die Funktionen der virtuellen Ausstellung erlauben dabei eine gezielte Recherche und neue Möglichkeiten zur Aufbereitung der Inhalte. So können Nutzer direkt nach bestimmten Exponaten, Personen, Unternehmen oder Objekttypen suchen und zeitliche wie auch räumliche Filter anlegen. Mit dieser Funktionalität ergänzt die Website den Ausstellungskatalog um die neuen Möglichkeiten einer digitalen Aufbereitung. Die virtuelle Ausstellung enthält darüber hinaus alle Audio-Führungen aus der Ausstellung und bildet die Industrieroute „Pößneck um 1900“ ab. Hier können Nutzer auf einer interaktiven Karte in die Pößnecker Industriegeschichte eintauchen und eine individuelle Route durch die Stadt zusammenstellen.

Minister Wolfgang Tiefensee: "Thüringen war ein Ausgangspunkt und Zentrum der Industrialisierung in Deutschland. Die Ausstellung ,Erlebnis Industriekultur - Innovatives Thüringen seit 1800' vermittelt das mit ihren über 500 kommentierten Schauobjekten sehr anschaulich. Der Fokus liegt dabei auf den wirtschaftlichen und technologischen Grundlagen und den sozialen Begleiterscheinungen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Man versteht, woher die große Branchen- und Produktvielfalt der Thüringer Industrie kommt, die sich bis heute erfolgreich auf den nationalen und internationalen Märkten behauptet. Die Zeitreise durch die Geschichte der Industrialisierung in Thüringen verdeutlicht ebenso, dass sich Wirtschaft und Gesellschaft in einem permanenten Wandlungsprozess befinden. Ich bin mir sicher, dass die Thüringer Industrie auch die aktuellen Herausforderungen, die sich mit der umfassenden Digitalisierung verbinden, erfolgreich meistern wird."

Da die Pößnecker Ausstellung „Erlebnis Industriekultur“ die Thüringer Industriegeschichte erstmals in diesem Umfang beleuchtete, stellt die Website www.industrie-kultur-thueringen.de eine wertvolle Ressource für künftige Arbeiten auf diesem Gebiet dar. Sie kann außerdem die Basis dafür bieten, die vielfältigen Interessenten und Akteure der Thüringer Industrialisierungsgeschichte untereinander und mit dem interessierten Publikum zu vernetzen. Zahlreiche Erweiterungen sind denkbar: eine digitale Karte mit Informationen über die Industriedenkmale im Land, ein Veranstaltungskalender mit Konzerten in ehemaligen Fabrikhallen u.ä.


Back to Paradise - Meisterwerke des Expressionismus

Sonderausstellung ab 14. September in den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum

Die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum zeigen in einer Sonderausstellung vom 15. September 2018 bis 6. Januar 2019 über 120 Meisterwerke des Expressionismus. Die Ausstellung führt wichtige Werke aus der Sammlung Häuptli im Aargauer Kunsthaus und der Sammlung im Osthaus Museum Hagen zusammen. Das Institut für Kulturaustausch Tübingen initiierte und organisierte diese außergewöhnliche Schau. - Im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichem Konservatismus und voranschreitender Industrialisierung entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum die Strömung des Expressionismus. Das Aufbegehren gegenüber bürgerlichen Normen schlug sich in der Kunst als visuelle Revolte nieder.

Eine junge Avantgarde von Künstlern wagte kurz nach 1900 den Aufbruch in die Moderne. Ihre kraftvolle Bildsprache war unmittelbarer Ausdruck eines individuellen Lebensgefühls. Als Gegenentwurf zur europäischen Zivilisation ersehnten sie den Einklang von Mensch und Natur. Auf der Suche nach dem Paradies strebten die Expressionisten nach Ursprünglichkeit in neuen Lebens- und Identitätsmodellen.

Expressionistische Kunst in ganzer Breite

In den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU ist ab Mitte September die Zusammenführung der Schätze zweier Museen zu sehen, die aus Privatsammlungen expressionistischer Kunst stammen. Die ausgestellten Gemälde und Grafiken von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Otto Mueller, Emil Nolde und weiteren bedeutenden Künstlern geben einen in solcher Dichte und Qualität seltenen Überblick über das expressionistische Schaffen in Deutschland von 1905 bis 1938. Die Schau bietet eine wohl ziemlich einmalige Gelegenheit, sich mit dieser für die gesamte Moderne bis zur Gegenwartskunst so außerordentlich wichtigen und einflussreichen Stilrichtung der Malerei des Näheren zu befassen.

In der Ausstellung sind hochkarätige Werke der berühmten Künstlervereinigungen des deutschen Expressionismus mit ihren farbintensiven Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken vertreten. Einen Schwerpunkt bilden die Künstler der Brücke mit Kirchner, Pechstein, Heckel, Mueller, Schmidt-Rottluff und Nolde. Aus den Reihen der Neuen Kunstvereinigung München und der Gruppe Blauer Reiter sind Kandinsky, Macke, Marc, Münter und Jawlensky zu sehen. Hinzu treten u. a. Arbeiten von Beckmann, Bötticher und Rohlfs, der eng mit Karl Osthaus in Hagen, einem der wichtigen frühen Förderer der Expressionisten, befreundet war. - Aber auch in anderen Regionen Deutschlands streben Künstler – wie etwa in München der Blaue Reiter oder wie Emil Nolde und Christian Rohlfs - nach einer Kunst, deren Inhalt auf subjektiver Erfahrung beruht. Dazu lösen sie sich von traditionellen Bildformeln und bedienen sich einer direkten und expressiven Bildsprache. Dynamische Strichführungen und Farbflächen charakterisieren ihre Werke.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Osthaus Museum Hagen und dem Aargauer Kunsthaus Aarau. Das Institut für Kulturaustausch initiierte und organisierte diese außergewöhnliche Schau. Zur Ausstellung ist im HIRMER Verlag ein umfangreich bebilderter Katalog erschienen. Die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU bieten zudem ein umfangreiches Begleitprogramm an. Themen und Termine sind unter www.kunstsammlungen-zwickau.de zu finden. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, dem 14. September 2018 um 18 Uhr statt.

 

 

 


Sakulowski. Weltbild

Sonderausstellung im Panorama Museum Bad Frankenhausen / zu sehen bis 21. Oktober

Zum 75. Geburtstag von Horst Sakulowski präsentiert das Panorama Museum Bad Frankenhausen rund 130 Werke des Künstlers auf zwei Etagen, darunter Gemälde und Druckgrafiken, vor allem aber Zeichnungen, die seit den 1990er Jahren entstanden sind und Sakulowski als absoluten Meister seines Faches ausweisen. Aus der jüngsten Zeit stammen außerdem Gemälde „frisch von der Staffelei“. Der Thüringer Künstler hat in den 1960er Jahrenunter Bernhard Heisig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert und gilt als Vertreter der Leipziger Schule, der sich schon früh mit kontrovers diskutierten Gemälden einen Namen gemacht hat. Seit den 1970er Jahren orientiert Sakulowski auf den Surrealismus und integriert entsprechende Bildelemente in seine dem Realismus verpflichtete Welterzählung. Vor dem Hintergrund eines persönlichen Verlusts widmet er sich in den 1980er Jahren zunehmend dem Tod und der Endlichkeit des Seins. Verfall, Verwesung und Neubeginn sickern in seine Darstellungen ein, in die Zeichnungen und Gemälde ebenso wie in Installationen und Filme.Daneben tanzen Marionetten und „falsche Musen“ durch die Bilder und wirken genauso bedrohlich wie „Das Gerücht“, das Sakulowski immer wieder bedrängt. Dementsprechend schreien Figuren in unzähligen Werken gegen alle Widrigkeiten des Lebens an. In den letzten Jahren spielen zunehmend Motive aus der Passion Christi eine Rolle. Steht die Pietà für das Mitleid, das dem Künstler als christlichem Humanist von jeher zu eigen ist, wühlen die Darstellungen des Gekreuzigten den Betrachter in ihrer emotionalen Intensität auf. Sie scheinen sich mehr im Diesseits denn im Jenseits zu bewegen und verkörpern Sakulowskis stetes Ringen mit dem eigenen Glauben. Zugleich verweisen sie auf Erlösung und Vergebung– dem ersten Schwerpunkt der Ausstellung, dem Versuchung und Verführungals zweiter Themenkomplex gegenübersteht.Die Bereiche, zunächst als Antipoden gedacht, ergänzen sich, überlappen und verschmelzen schließlich zu dem, was sich als „Weltbild“ des Künstlers bezeichnen lässt. Eine begehbare Biografie ergänzt die Präsentation und macht Sakulowskis Werke im Kontext seines Lebens erfahrbar. (Johanna Huthmacher)

Zur Ausstellung ist ein Katalog mit 160 Farbabbildungen und Texten von Gerd Lindner, Bonnell Robinson, Susanne Hebecker, Dieter Gleisberg, Johanna Huthmacher und Matthias Liebel erhältlich. Außerdem erscheint unter dem Titel „Scherz und Gewissen – Der Künstler Horst Sakulowski“ eine Biografie, geschrieben von Rolf Sakulowski.

Abbildung: Selbstporträt, 2008, Graphit, 39,9 x 47,5 cm, Privatsammlung (Courtesy of Bilderhaus Krämerbrücke, Erfurt)

www.panorama-museum.de


Die Badende und die Riesin

Das Kunsthaus Apolda Avantgarde lädt bis 16. September in die „Poetischen Welten“ des Joan Miró / Von Wolfgang Leißling

Wer bekennt so etwas: „Ich arbeite ohne zu arbeiten“ oder „Ich bin eine Pflanze“ oder „Das Unbewegliche beeindruckt mich“? Die Antwort lautet Joan Miró (1893-1983). Ihm, der zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts gehört, ist die große Sommerschau im Kunsthaus Apolda Avantgarde in der Bahnhofstraße 42 gewidmet. Sie trägt den Titel „Poetische Welten“ und macht den Besucher mit rund 70 Grafiken, Arbeiten auf Papier sowie bibliophilen Bücher des Künstlers vertraut. - Mit Miró widmet sich der 1994 gegründete Kunstverein Apolda Avantgarde e.V. einem wichtigen spanischen Vertreter der europäischen Nachkriegskunst. Möglich wurde diese Schau  dank der Kooperation mit der Kölner Galerie Boisserée.

Was man weiß, was man wissen sollte: der 1983 in Palma de Mallorca verstorbene Katalane war nicht nur ein begnadeter Maler, sondern auch ein  leidenschaftlicher Grafiker. Allein das Werkverzeichnis seiner Druckgrafik umfasst  1300 Radierungen und mehr als 1200 Lithografien. Für seine ersten Radierungen erlernt Miró die Technik im Atelier des Künstlers Marcoussi. Von diesen frühesten Arbeiten sind in der Ausstellung  – noch aus der surrealistischen Periode des Künstlers – zwei schwarzweiße Kaltnadelradierungen von 1938 („La Baigneuse“ (Die Badende) und „La géante“ (Die Riesin) zu sehen. Schließlich experimentierte Miró in den vierziger Jahren an der Weiterentwicklung dieser grafischen Technik im legendären Atelier 17 von Stanley William Hayter in New York. An diese künstlerisch wichtigen Jahre erinnern seltene Probedrucke kleinformatiger Aquatintaradierungen. Doch dann kam das Jahr 1948 in Paris. Dort entdeckt Miro´ die Möglichkeiten der Farblithografie im Atelier der Brüder Mourlot. Es spricht für die lernende Beharrlichkeit des Künstlers, dass bereits sechs Jahre später sein „Lune étoile“ (Sternenmond) entstehen kann. Er, den stets Feuer und Seele im Schaffen vereinten, entwickelte diese Technik weiter. So wagte er sich sogar an über zwei Meter  große Farblithografien heran. Ein Beispiel ist das 1975 entstandene monumentale Blatt „La folle au piment rageur“ (Die Verrückte mit der tollen Peperoni). Parallel setzte sich  Miró überaus kreativ mit der Farbaquatintaradierung auseinander. So entstand in den 70er Jahren auch die dem spanischen Architekten Antoni Gaudí gewidmete Serie großformatiger Blätter wie “L’hibou blasphémateur“ (Die lästernde Eule) und „Gargantua“. Daneben arbeitete der Künstler an Bucheditionen mit kleinformatigen Radierungen und Steindrucken. So etwa  Lithografien zu Patrick Waldbergs Buch „La mélodie acide“ von 1980 und – als Beispiel einer besonders gelungenen bibliophilen Schöpfung – das Buch "Adonides", für das Miró 46 farbige Radierungen mit Blindprägung zu Gedichten von Jacques Prévert schuf. Als frühes Mappenwerk befindet sich die komplette Serie „Fusées“ (1959) mit 15 kleinformatigen Farbradierungen in der Apoldaer Ausstellung. Wenn es etwas gibt, das den Künstler in seiner Sensibiltät und Leichtigkeit zeigt, dann sind es auch die zarten wie farbigen Aquatintaradierungen.  Darunter sind  das großformatige, 1967 entstandene Blatt "L'astre de labyrinthe" (Stern des Labyrinths)  oder drei radierte Illustrationen zu „Hommage à San Lazzaro“ (Alain Jouffroy) von 1977. Übrigens: Ergänzt wird die Exposition durch Fotos des Schweizer Lichtbildners Ernst Scheidegger (1923 – 2016). Sie zeigen den Künstler in seinem Atelier in Barcelona..

Bis zum 16. September bietet das Kunsthaus die wunderbare Gelegenheit, in Mirós graphische Welt einzutreten. Es erwartet  die lyrische Begegnung mit einfachen abstrakten Formen – ursprünglich, verspielt und fröhlich in den  Farben. Kein Wunder, das sich dessen emotionsreiche und verrätselte  „Zeichensprache“ in vielen Büros und Wohnungen wiederfindet. Denn das ist seine Meisterschaft: aus simplen Sujets poetische Erscheinungen zu erzeugen.  

Das Kunsthaus Apolda Avantgarde ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

www.kunsthausapolda.de

Abbildung: Joan Miró, "Le hibou blasphemateur", (Die lästernde Eule), Farbaquatintaradierung 1975


In einem anderen Land

Kunsthalle Erfurt: Transformationsprozesse an Beispielen zeitgenössischer Fotografie in Deutschland

An der Hausfassade in der Berliner Brunnenstraße Nr. 10 ist in großen Lettern zu lesen: „Dieses Haus stand früher in einem anderen Land“. „Menschlicher Wille kann alles versetzen“ steht in etwas kleinerer Schrift darüber. Die Sätze spielen zutreffend und hintergründig auf den wichtigsten Umbruch in der jüngeren deutschen Geschichte an: die friedliche Abschaffung der DDR durch ihren Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1990. Für zahlreiche Menschen bedeutete der Umbruch die Ankunft in einem komplett neuen Leben. Wie haben Künstlerinnen und Künstler diese Transformationsprozesse durchlaufen? Dieser Frage gingen Gabriele Muschter und Uwe Warnke nach, als sie mit zahlreichenKultur- und Kunstakteuren Interviews führten und diese filmisch dokumentierten. Die Antworten sind vielfältig. Sie werden nicht nur sprachlich formuliert, sondern zeigen sich auch in Biografien und Werken. Neben demSystemwechsel haben schließlich auch die sich in hoher Geschwindigkeit entwickelnden Technologien Auswirkungen auf die künstlerische Arbeit von Fotografinnen und Fotografen. Am Beispiel von dreizehn Positionen aus Deutschland von 1976 bis heute verdeutlichen die KuratorenGabriele Muschter und Uwe Warnke Veränderungen im jeweiligen Werk – politische, persönliche, kulturelle und technologische. Dafür präsentieren sie ältere und neuere Werke von Tina Bara, Christian Borchert, Kurt Buchwald, Caroline Dlugos, Else Gabriel, Frank Herrmann, Franz John, Barbara Klemm, Matthias Leupold, Manfred Paul, Maria Sewcz, Rudolf Schäfer und Erasmus Schröter.

Bild: © Erasmus Schröter, Bunker WB 54, 1995, C-PrintDiasec, 124 x 159 cm

Bis 30. September, Kunsthalle Erfurt im Haus zum Roten Ochsen


Treffpunkt Gera - Gegenwartskunst aus den Partnerstädten

Ausstellung im Kunstareal Osterstein, Gera

Was im Jahr 2007 anlässlich der Bundesgartenschau begann, wird im Jahr 2018 fortgesetzt: Im beliebten Ausflugsbereich des ehemaligen Schlosses Osterstein Gera gibt es ein Kunstareal. Die Idee dazu entwickelte der Verein Kunstzone Gera e.V. Erstmals steht dabei im Focus der PräsentationGegenwartskunst aus Gera im Kontext zu künstlerischen Positionen von Künstlern aus Geras Partnerstädten.In Kooperation von Kunstzone Gera e.V. und der Stadt Gera wurde die Ausstellung „Treffpunkt Gera – Gegenwartskunst aus den Partnerstädten“ organisiert. Ausstellende Künstler: Natalia Kurmanajewskaja (Grafik), Elena Kurmanajewskaja (Grafik), Alexei Kurmanaevskii (Malerei ,Grafik) aus Rostow am Don; IgnatorOlep (Malerei), Elen Kudrova (Zeichnung) aus Plzen; Corina Nani (Malerei, Collage), SerginMadalinMarienut (Konzeptfotografie) aus Timisoara; Nancy Fritz (Malerei) aus Fort Wayne; Oksana Kharenko (Fotografie) aus Pskow; Carlos Cortizo (Wandinstallation), Younghun Lee (plastische Arbeiten), Johannes Schießl (Malerei), Alexander Schräpler (Fotografie), Helge Wütscher (plastische Arbeiten) aus Nürnberg. Gemeinsam mit den Gästen präsentieren folgende regionale Künstler aktuelle Arbeiten in der neuen Ausstellung: Kathrin Buskies (Keramik), Nora Grawitter /(Textil), Christiane Schaller (Malerei),Monika Pellkofer-Grießhammer (Malerei), Peter Oehler (Malerei,Grafik), Sven Schmidt (Malerei), Winfried Wunderlich (Glas, Malerei) aktuelle Arbeiten in der neuen Ausstellung. Ca. hundert künstlerische Arbeiten sind in den Remisen, den zwei Ebenen des Amtsgebäudes, sowie der Alten Wache des ehemaligen Schlosses Osterstein bis 7. Oktober (Do-Sonntag und an Feiertagen von 13 bis 18 Uhr) zu sehen.

 


Innenwelten & Außenwelten

Galerie Schwarzer (Apolda) zeigt Arbeiten von Hilke Müller

Was ist real, was surreal, was ist Mystik? So will Hilke Müller die Betrachter ihrer Bilder zum Nachdenken auffordern. In einer hervorragenden Ausstellung stellt die Hünefelder Künstlerin ihre Werke in der Galerie Schwarzer vor. Besucher sind eingeladen, auf über 100m², in die Bilderwelt und Gefühlswelt von Hilke Müller einzutauchen. Sie ist 1960 in Kassel geboren und entdeckte bereits in frühster Kindheit Ihr Faible zum Malen. Bereits in jungen Jahren studierte Sie alle Bilder Ihrer Umgebung und fand so rasch Ihre Begeisterung für die „Alten Meister“. Eine Tatsache, die sie bis heute geprägt hat. Nach verschiedenen experimentellen Ausflügen ist sie zur Ölfarbe und zum Realismus zurückgekehrt. Heute verfeinert sie ihre Technik mit jedem neuen Kunstwerk und versucht, die Welt hinter der Welt zu malen. Sie lädt ein eine Welt aus einem anderen Blickwinkel – wie neue Länder, die göttlichen Welten der Philosophie, aus dem Reich der Fantasie und Mystik zu erblicken. - Die Ausstellung wurde vom Verein Forum Lebensart e.V. initiiert. Der Verein ist Träger dieser Ausstellung.

Ausstellung bis zum 27. September (Montag-Freitag 10:00-17:00 Uhr), GALERIE SCHWARZER, Apolda, Heidenberg 12


Lindenau-Museum Altenburg ehrt Gerhard Kurt Müller mit einer Sonderschau

Zu sehen bis 7. Oktober 2018

Diesen Sommer ehrt das Lindenau-Museum Altenburg mit Gerhard Kurt Müller (geb. 1926) einen der letzten lebenden, bisher jedoch vergleichsweise wenig beachteten Vertreter der „alten“ Leipziger Schule. Gemeinsam mit Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke prägte er die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) in den turbulenten 1960er Jahren maßgeblich.
Müller, der dieses Jahr seinen 92. Geburtstag feiert, studierte von 1948 bis 1952 an der HGB. Von 1954 bis 1968 lehrte er selbst an der HGB, ab 1961 als Professor. Von 1964 bis 1966 leitete er die Hochschule als Rektor. Zwei Jahre später verließ er die HGB und arbeitet seither freischaffend in Leipzig und Thüringen.
Die mangelnde öffentliche Wahrnehmung dieser außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit hängt gewiss mit seinem Weggang von der Hochschule Ende der 60er-Jahre zusammen. Die von staatlicher Seite an die Institution getragenen kunstpolitischen Erwartungen widersprachen jedoch fundamental Müllers eigenen Vorstellungen eines freien künstlerischen Schaffens.
Die Ausstellung Gerhard Kurt Müller. Maler / Bildhauer / Zeichner würdigt das vielseitige Lebenswerk des Künstlers mit über 100 Werken und etabliert sein Œuvre nachhaltig im öffentlichen Diskurs über die Leipziger Kunst der vergangenen 70 Jahre.

Abbildung: Die Demonstrantin, 1988, Öl auf Sperrholz, 165 x 201 cm, Gerhard-Kurt-Müller-Stiftung


Modeillustrationen von Sandra Michel

Kleine Galerie in der Alten Münze in Schleiz / Zu sehen bis 2. November

Sandra Michel: "Mode zieht den Menschen an. Modeillustrationen zeichnen sich durch ihre lebendige wie kunstvolle Darstellung von Kleidung und einer modischen Stimmung aus und sind allgegenwärtig. Sie filtern den Zeitgeist und analysieren auf künstlerische Weise die aktuelle Kunst der Mode. Der Reiz einer Modezeichnung liegt immer in der einzigartigen und individuellen Handschrift. Gelingt dieser Reiz, ist die Illustration sofort konkurrenzfähig gegenüber der Fotografie und den Filmmedien.
Meine modischen Zeichnungen entstehen auf Papier in Tusche, in flüssigem Aquarell, in übereinander aufgetragenen Farbschichten und mit aufgesetzten strukturierten Papieren. Es kommen alle für Zeichnungen anwendbaren neuen und älteren Malmittel zum Einsatz, wie auch Kreide, Blei-, Buntstifte, Kugelschreiber und Farbpinsel. Sie verleihen der Flüchtigkeit der Mode eine gewisse Zeitlosigkeit und machen die Illustration interessant. So werden in der Personalausstellung Arbeiten vertreten sein, die als Beispiele und Anregungen innerhalb der Dozententätigkeit oder Erprobung innovativer Illustrationen entstanden sind. Alle Arbeiten folgen einem Thema oder einer Vorgabe, die in den Bildunterschriften mitdenken lassen. Bezeichnungen wie „offenherzig, preußisch, poetisch oder marginal“ machen neugierig. Auch ein Beispiel der Computergrafik auf dem Smartphone erstellt, wird zu sehen sein. Die Gesichter, die Körperhaltung, die Frisur, die Accessoires und aufreizende Einblicke begleiten die Zielstellung. Aquarelle, Farbkombinationen oder klare Strichführungen verleihen den Illustrationen die besondere Frische, Leichtigkeit, Eleganz, jugendliche Ausstrahlung, oder machen Lust auf Mode."


Kunstverein Gera zeigt: Mass media approach

Bis 13. Oktober sind Arbeiten von Martin Höfer und Andreas Ullrich zu sehen

„Kunst will dorthin, wo Menschen sich begegnen, sich gerne aufhalten und wo sie Kunst gemeinhin nicht erwarten: in den öffentlichen Raum.“ (Martin Höfer)

Während Museen und Kunstvereine immer wieder nach Möglichkeiten suchen neue Besuchergruppen anzuziehen, können Künstler wie Martin Höfer (Leipzig) und Andreas Ullrich (Dresden) einen proaktiven Weg verfolgen. Sie gehen mit ihrer Aktionskunst in den öffentlichen Raum und überwinden somit direkt die trennende Distanz zum Publikum.

So erreicht Martin Höfer mit seiner Kunstperformance namens „Ich sehe was, was du nicht siehst… und das ist Geld“, die er mit 7500 Fans des RB Leipzig in der Allianz Arena bei einem Fußball-Bundesliga-Punktspiel zwischen RB Leipzig und FC Bayern München (21.12.2016) veranstaltete, durch die Live-Berichterstattung von Sky Bundeliga mehrere hunderttausende Zuschauer. Auch die Aktionen „Schlachtformationen“ und „Völkerschlacht 2.0“ von Andreas Ullrich fand innerhalb eines öffentlichen Raumes statt, der sich außerhalb des traditionellen Bereiches der Kunst befindet. Auf den Parkplätzen von großen Supermärkten stellt Ullrich historische Schlachtformationen mit Einkaufswagen nach, die nach der Dokumentation für die Kunden am nächsten Morgen erhalten bleiben.

Die Bereitschaft von Seiten der Fanclubs oder der Supermärkte, solche Kunstaktionen zu unterstützen, zeigt deutlich, dass es ein großes Interesse an Kunst auch in Bereichen gibt, die fernab der Museen, Galerien und Kunstvereinen liegen.

Der Nachteil dieser Kunstaktionen im öffentlichen Raum ist jedoch ihre Vergänglichkeit als Performance. In der Ausstellung „Mass Media Approach“ in den Räumen des Kunstvereins Gera e.V. werden diese Aktionen, wie auch weitere Projekte von Höfer und Ullrich, in eine traditionellen Ausstellungssituation integriert. Diese Rückführung der Kunst aus dem öffentlichen Raum in das museal geprägte Ausstellungswesen wird dabei zum Teil der konzeptionellen Arbeiten. Das Präsentieren von Relikten und Dokumente vergangener Performances ist ebenso wie die massenmediale Verarbeitung der konzeptionellen Arbeiten von Martin Höfer und Andreas Ullrich ein zentraler Aspekt der Ausstellung. Kombiniert werden sie mit Objektkunst, wie beispielsweise die Arbeit „Samurai“ von Andreas Ullrich, die auf den ersten Blick wie eine traditionelle Rüstung eines japanischen Krieges aussieht, bei näherer Betrachtung aber alte Lochkarten an Stelle der üblichen Rüstungsplatten verwendet. Diese Kombination von mittelalterlicher Rüstung und veralteter Datenspeicher spielt mit Begriffen wie Tradition und Geschichte auf einer streng an museale Präsentationsformen angepasste Weise. Und auch Höfer spielt mit den Elementen des Museumsbetriebes im Bezug auf technische Entwicklungen der Datenspeicherung und –ausgabe in den Massenmedien, wenn er statt traditioneller Vitrinen moderne Serverschränke als Schaukästen verwendet. Somit wird die Präsentationform selbst zur künstlerischen Intervention im Ausstellungsraum und zu einem wichtigen Teil der großangelegten Kunstaktionen.  

Kunstverein Gera e.V., Am Markt 8/9, 07545 Gera,

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag 15.00 – 18.00 Uhr


Textilkunst und Textildesign aus Schneeberg

Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst Gera / Studien- und Abschlussarbeiten der Schneeberger Absolventen werden bis zum 23. September präsentiert – Schau gibt Einblicke in Lehre und gestalterische Leistung

„Tuchfühlung“ ist der Titel der neuen Ausstellung der Fakultät für Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau im Museum für Angewandte Kunst Gera in der Greizer Straße. Sie ist bis 23. September dort zu sehen. Präsentiert werden studentische Arbeiten der letzten zehn Jahre in traditionellen und experimentellen Techniken und Materialien. Es sind Produkte in den Grundhandwerken Weben, Druck, Papierschöpfen, Sticken, Klöppeln und Stricken, deren Beherrschung an der Schule für Angewandte Kunst Schneeberg als unabdingbar für eine freie, spielerische und zeitgenössische Produktentwicklung angesehen wird. Andererseits stellt die Ausstellung den Umgang mit neuen digitalen Werkzeugen und Entwicklungen an zeitgenössischen Materialien und diversen Stoffdruckverfahren vor, die zumeist aus Kooperationen mit der Industrie hervorgehen. Eine Kooperation in jüngster Zeit führte auch nach Ostthüringen, die namhafte Firma LENTO ließ in einem Projekt Designs für Bezugsstoffe für Büromöbel entwickeln.
Die Schneeberger Schule kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, 1878 wird die Königliche Spitzenklöppel-Musterschule Schneeberg gegründet, die Königliche Allgemeine Gewerbezeichenschule zu Schneeberg folgt 1881. 1921 war die Vereinigung der beiden Schulen zur Staatlichen Spitzenklöppelmusterschule und Staatlichen Zeichenschule für Textilindustrie und Gewerbe. 140 Jahre ununterbrochenes Bestehen brachten namhafte Gestalter und Künstler hervor. Mit Edith Friebel-Legler, Gisela Polster, Hans Brockhage, Gerd Kaden, Gudrun Hanisch und Thomas Ranft sollen nur einige genannt werden. Das Museum für Angewandte Kunst Gera zeigt mit den Exponaten von 19 jungen Künstlern einen Ausschnitt aus der Lehre des Fachbereiches Textilkunst/Textildesign, einem der drei Schneeberger Fachbereiche neben Modedesign und Holzgestaltung. Die Grundpfeiler Holz und Textil bilden die starke Verbindung zur Region, die mit diesem Material über Generationen in Berührung war. Dass Tradition in die Gegenwart überführbar ist, zeigen die Arbeiten der Absolventen der jüngeren Vergangenheit. Mit der großen gestalterischen Vielfalt kehrt einmal mehr die Welt des Textilen ins Ferbersche Haus zurück, dessen Historie eng mit diesem Material verknüpft ist. Zur Ausstellung wird ein umfangreicher Katalog vorliegen. Die Ausstellung bis 23. September ist Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Foto: Stadtverwaltung Gera/Steffen Weiß


Ein Jahr mit dem Stern

Fotografien von Elena Kaufmann / Zu sehen bis 30. September, Kunsthalle Erfurt

Seit 2012 lebt und arbeitet die in St. Petersburg aufgewachsene Fotografin Elena Kaufmann in Erfurt. Hier hat sie über einen längeren Zeitraum Menschen der jüdischen Gemeinde mit der Kamera begleitet, um sie zu porträtieren und Momente zwischen Heiligkeit und Alltäglichem einzufangen. Neben stimmungsvollen Situationsaufnahmen, deren menschliche Wärme und Nähe oftmals zeitlos wirkt, wandte sie sich den Menschen auch im Porträt zu und überzeugt gleichfalls hier mit ihrer feinsinnigen Beobachtungsgabe. Entstanden aus einer gemeinsamen Idee, fördern die ACHAVA Festspiele Thüringen eine Ausstellung und ein Buch, um das Projekt der Öffentlichkeit zu präsentieren. Fragt man, was den besonderen Wert dieser über Wochen und Monate kontinuierlich anwachsenden Serie ausmacht, dann findet man Antworten in der Geschichte der Fotografie und in der Intention der Fotografin, stets das Konkret- Menschliche im Fokus ihrer Arbeit zu halten, den persönlichen Ausdruck, die individuelle Erscheinung. Es geht ihr nicht vordergründig um visuelle Reize und gelungene Kompositionen. Sie spielen natürlich eine Rolle als Mittel zur Erreichung ihres zentralen Anliegens: das Menschliche und damit Verbindende in all den Szenen zu zeigen, die jüdisches Leben heute in einer kleinen Gemeinde und einer Stadt wie Erfurt charakterisieren. Hier wird jüdisches Leben nicht einfach illustriert und dabei auf Allgemeinverständlichkeit des Gezeigten abgezielt, wie man es von einer üblichen fotografischen Reportage erwarten könnte. Nein, weit darüber hinaus gelingt hier das Sichtbarmachen´fragiler zwischenmenschlicher Geflechte, subjektiver Gesten und Befindlichkeiten. Im Zentrum immer wieder der menschlich berührende Moment, der dem einen oder anderen Augenzeugen vielleicht entgangen ist, nicht jedoch der feinen Wahrnehmung der Fotografin, die sich dabei als eine Künstlerin ihres Fachs erweist. Zur Kunst wird beobachtendes Fotografieren, wenn das in der Wirklichkeit häufig nur vorübergehend und kontingent Erscheinende im Bild die Form eines Besonderen gewinnt, das unsere Aufmerksamkeit nachhaltig auf sich zieht und zugleich als etwas Charakteristisches, allgemein Gültiges begriffen werden kann. So bleibt es über die Erinnerung an das konkrete Ereignis hinaus für uns attraktiv und bedeutsam. Bei Elena Kaufmann mündet das beobachtende Fotografieren immer´wieder in eine Emphase des Menschlichen und Verbindenden, das zu erkennen sie in besonderer Weise begabt ist. Mit ihrer Arbeit zur Erfurter jüdischen Gemeinde reiht sie sich in eine Traditionslinie der Life Fotografie ein, der verschiedene international agierende Fotografen vor über siebzig Jahren mit der Gründung von MAGNUM PHOTOS ein Credo verliehen.

KUNSTBUCH ZUR AUSSTELLUNG
Im Verlauf der Arbeit an ihrem Projekt wuchs in Elena Kaufmann der Wunsch, die Mitglieder der Gemeinde nicht nur fotografisch zu begleiten, sondern auch direkt zu porträtieren. Dabei vertraute sie ihrer Intuition, dass vor allem Sprache und Sprechen während der Porträtsitzung zu einer Situation führt, in der Anspannungen und Projektionen gelöst werden, die Porträtierten ihre Posen verlieren und gleichsam ‚vergessen‘, dass sie fotografiert werden. In der Erfurter Journalistin Antje-Maria Lochthofen fand Elena Kaufmann schließlich eine Autorin, die ihre fotografischen Eindrücke in Worte fassen konnte. Sie traf die Porträtierten entweder im Studio der Fotografin oder in deren Wohnungen, sprach stundenlang mit ihnen und formte aus ihren Gesprächsaufzeichnungen jene Texte, die nun im Buch und in der Ausstellung die Bildnisse begleiten – als Einladung und Schlüssel zum tieferen Verständnis der Persönlichkeiten.


Kunstsammlungen Chemnitz präsentieren Werke von Jean Brusselmans

Erstmals in Deutschland präsentieren die Kunstsammlungen Chemnitz Werke des belgischen Künstlers Jean Brusselmans (1884–1953). Eine Auswahl von 30 Gemälden aus den Jahren 1931 bis 1950 wird bis zum 14. Oktober 2018 im Museum am Theaterplatz gezeigt.
Jean Brusselmans wurde 1884 in einem Arbeiterviertel in Brüssel als zweites Kind von Schneidern geboren. Seine Großeltern führten das Kabarett „Demi-Lune“, ein Treffpunkt für Anarchisten, die die Bourgeoisie ablehnten und für die absolute Freiheit des Einzelnen eintraten. Das liberale Denken und Selbstbewusstsein, das er als Kind und junger Mann in seiner unmittelbaren Umgebung wahrnahm, prägten auch seine künstlerische Entwicklung. Er versuchte, seinen eigenen Weg und Stil zu finden, ganz unabhängig von aktuellen Tendenzen in der Kunstwelt. Zwar machte Brusselmans Bekanntschaft mit Künstlerkollegen, Sammlern, Galeristen und Kritikern, blieb auf der Suche nach der individuellen Ausdrucksweise aber weitestgehend isoliert. Ende der 1920er-Jahre fand er eine Form, mit der er zufrieden war und die er fortan perfektionierte. So entstanden zwischen 1930 und 1950 Gemälde, die Brusselmans markanten Stil zeigen und zu seinen Meisterwerken zählen. Der Künstler stellte die Welt in seinen Bildern sachlich, beinah emotionslos dar. Die Figuren wirken ausdruckslos und starr mit ihren skizzenhaften Gesichtern. Sie gehen ohne jegliche Mimik ihren Tätigkeiten nach: Eine Frau, die die Bodenkammer schrubbt, zeigt denselben regungslosen Ausdruck wie eine auf dem Sofa sitzende Dame oder weibliche Gäste an einem Strand. Die Gegenstände in Brusselmans Stillleben nehmen penibel arrangiert den Bildraum ein. In ihrer flächigen, konstruktivistischen Malweise mit schwarzer Umrandung erinnern sie an Werke des französischen Künstlers Henri Matisse (1869–1954). Brusselmans Landschaften sind menschenleer und strahlen eine gewisse Melancholie aus. Die Werke des Künstlers vermitteln Einsamkeit und Isolation. Zeigt sich in einem Bild eine Gruppe, gibt es kein Miteinander, sondern jede einzelne Figur ist nur bei sich. Spiegelt sich hier Brusselmans eigene Lebenswelt wider?
Auch wenn Jean Brusselmans in Belgien ein großes Renommee genießt, ist er einem größeren Publikum nicht bekannt. 2011 stellte das Mu.ZEE in Ostende eine erste größere Retrospektive seines Werks aus. 2018 zeigte das Gemeentemuseum in Den Haag die nun auch in Chemnitz zu sehende Präsentation. Angeregt durch den niederländischen Künstler Jan Dibbets, wurde die Ausstellung in Den Haag durch den Chefkurator Hans Janssen konzipiert. In den Kunstsammlungen Chemnitz wird sie leicht verändert gezeigt.
LEIHGEBER: Herbert Foundation, Gent | Mu.ZEE, Ostende | Groeningemuseum, Brügge | Museum voor Schone Kunsten, Gent | Stedelijk Museum, Amsterdam | Privatsammlungen

Zur Ausstellung erschien ein Katalog.


Markus Oehlen: „vom Stuhl gefallener Akt mit Trompete“

Die Kunstsammlungen Chemnitz am Theaterplatz präsentieren bis zum 14. Oktober neue Werke des Künstlers Markus Oehlen (*1956)

Bestimmende Elemente der 2018 entstandenen Arbeiten sind Kordeln und Druckplatten. Die besondere Ästhetik dieser Kombination macht den Reiz der Bilder aus, die in Chemnitz nun erstmals zu sehen sind. - Während Markus Oehlen an der Kunstakademie in Düsseldorf studierte, war die deutsche Malerei bei vielen Künstlern der jungen Generation stark von der Punkbewegung geprägt. Oehlen wählte damals einen anderen Weg als viele seiner Malerkollegen, die mit politisch provokanter und satirisch figurativer Malerei provozierten. Gegen den damaligen Trend löste er seine Kunst von gesellschaftlichen Themen und experimentierte grenzüberschreitend mit künstlerischen Ausdrucksformen. „Ich glaube nicht an die ehrliche Malerei. Ich liebe den Mix von Fotografie, Grafik, Malerei und Skulptur“, fasst er später seine Arbeitsweise zusammen. Die Kordel, die Markus Oehlen kontinuierlich für seine Bilderfindungen nutzt, befestigt er auf Holz und verwendet sie als Stempel. Die Druckplatten werden mit schwarzer und blauer Acrylfarbe auf großformatigen Nesselstoff gedruckt. Die Stempeltechnik erzeugt eine spezielle grafische Textur und Materialität auf dem Stoff. Die Bilder wirken wie flüchtig entstandene Kritzeleien mit dem Kugelschreiber. Rätselhaften abstrakten Elementen setzt Oehlen deutbar Figuratives gegenüber. Die Vielfältigkeit der Bildsprache verlangt intensive Betrachtungen. Im fantastischen Makrokosmos der Werke finden sich unzählige Details. Auswahl und Anordnung der Motive scheinen wie zufällig ausgewählte Zitate einer Welt, in der alle Themen, Stilrichtungen und Beobachtungen bereits medial bearbeitet sind. Köpfe, Arme, Tiere, Fabelwesen, Pflanzen, Objekte oder Schemenhaftes werden aus Linien, geometrischen Formen und Bänderstrukturen zusammengefügt und tauchen in immer neuen Verbindungen und Überlagerungen auf. Schnell erfassbare Kompositionen wechseln sich mit feinteiligen Clustern ab. Gitter- und Netzstrukturen korrespondieren mit ornamentalen und organischen Elementen. Formen verwachsen mit Linien, werden von ihnen überzogen und zu einem quirligen, unruhigen Gespinst verbunden. Daneben stehen ruhige Bildzonen mit vertikalen und horizontalen Strichen, die wie meditative Konzentrationsfelder wirken.
Markus Oehlen ist auch als Musiker aktiv. Seine Bildkompositionen werden daher treffend mit dem Sampling und Arrangieren in der Musik verglichen. Er ist Dirigent seiner Bildwelten und entscheidet durch die Auswahl der Motive sowie der Intensität, mit der er andere Formen bis zur Unkenntlichkeit überstempelt oder ihnen Raum gibt, über die Stimmungen seiner Arbeiten. Im Wechsel zwischen konkret und abstrakt entdeckt der Betrachter das, was er gerade sucht, abhängig von seinen Erwartungen, Erfahrungen, Bedürfnissen, seinem Wissen und seiner Vorstellungskraft.


Tiere des Jahres 2018

Sonderausstellung des Museums der Natur Gotha

Im Westturm von Schloss Friedenstein stehen nicht nur Wildkatze, Star und Großer Fuchs im Fokus, sondern auch Dreistacheliger Stichling, Gelbbindige Furchenbiene und Co.: Die neue Sonderschau des Museums der Natur Gotha rückt 13 Tiere des Jahres 2018 in den Mittelpunkt, die Natur- und Umweltverbände alljährlich küren, um auf ihre besondere Gefährdung hinzuweisen. 1971 wurde erstmals mit dem Wanderfalken der Vogel des Jahres gewählt. Diese Kampagne war so erfolgreich, dass weitere Naturschutzvereine ebenfalls Naturobjekte des Jahres bestimmten. Damit soll ein besserer Schutz besonderer Arten und ihrer Lebensräume erreicht werden. Das Museum der Natur in Gotha ist das einzige Museum in Thüringen, das den Tieren des Jahres eine eigene Sonderausstellung widmet. Seit 2012 wird die Kabinettausstellung jährlich im Westturm von Schloss Friedenstein gezeigt, wo sie sich an die Dauerausstellung „Tiere im Turm“ anschließt. Der Grasfrosch hat es 2018 zum „Lurch des Jahres“ gebracht. Sein besonderer Feind ist das Auto: „Besonders zur Laichwanderung im Frühjahr sind die Grasfroschbestände durch den Straßenverkehr gefährdet“, erläutert Ronald Bellstedt, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kurator der kleinen Schau, und fügt hinzu: „In der Roten Liste von Thüringen ist Rana temporaria in die Vorwarnliste aufgenommen worden.“ Die Individuenzahlen der Gelbbindigen Furchenbiene – der Wildbiene des Jahres 2018 – hingegen steigen. 2002 konnte diese erstmals in Thüringen nachgewiesen werden und ist heute in fast jedem Garten zu finden, sofern er giftfrei ist und viele Blüten bietet. Warum das so ist, erklärt Bellstedt wie folgt: „Dieses Insekt ist ein Indikator für den Klimawandel, denn bis 1990 konnte man sie nur in Süddeutschland finden.“ „Tiere des Jahres 2018“ ist eine kleine Ausstellung, die nicht nur informieren, sondern auch sensibilisieren möchte. Sie läuft noch bis zum 16. Dezember 2018 im Schlotheim-Kabinett von Schloss Friedenstein Gotha.

Tiere des Jahres 2018 - zu sehen bis 16. Dezember Museum der Natur Gotha, Schlotheim-Kabinett

Abbildung: Grasfrosch (Foto R. Bellstedt)


Eintauchen in die Vorstellungswelt des mittelalterlichen Menschen

Sonderausstellung „Thietmars Welt. Ein Merseburger Bischof schreibt Geschichte“ in der Curia Nova (Willi-Sitte-Galerie) Merseburg | Bis 4. November 2018

In einer Zeit, in der das Leben von streitsüchtigen Herrschern und strenger Gottesfurcht geprägt war, lebte Thietmar von Merseburg. Als einflussreicher Bischof im Reich der Ottonen stand er in engem Kontakt zu Päpsten, Kaisern und Königen und wurde Zeuge all ihrer Errungenschaften und Zweifel. Er hinterließ uns eine Chronik, die vom Alltag bedeutender Personen, aber auch von der Lebenswelt der einfachen Bevölkerung im 10. Jahrhundert erzählt.
Anhand der Beschreibungen der Chronik wird die Ausstellung diese Welt wiedererstehen lassen. Der Besucher taucht in die Vorstellungswelt des mittelalterlichen Menschen ein, erlebt Kaiserkrönungen, prachtvolle Hoftage und kirchliche Feste, aber auch den Alltag der Burg- und Dorfbewohner, die Mühen bei der Urbarmachung des Landes, Hungersnöte und Gefahren. Dank hochrangiger Leihgaben sowie ausgewählten Texten aus Thietmars Chronik gelingt es, den Besucher in die Welt des Mittelalters zu entführen.
Die Ausstellung wird neben dem Merseburger Dom erstmals in den Räumlichkeiten der gegenüberliegenden Curia Nova (Willi-Sitte-Galerie) präsentiert werden.
Die Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz beteiligen sich mit der Ausstellung an den Feierlichkeiten des Landes Sachsen-Anhalt zum 25-jährigen Bestehen der „Straße der Romanik“. Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und mit Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt zur Förderung kultureller Projekte unterstützt. Außerdem konnte die Ernst von Siemens Kunststiftung als weiterer Förderer gewonnen werden.


Innovativ aus Tradition – Industrialisierung in Nordhausen

Neue Sonderausstellung im Museum Tabakspeicher bis 23. September 2018

Zum Thüringer Themenjahr „Industrialisierung, Industriekultur und soziale Bewegungen" präsentiert das Museum Tabakspeicher ab 13. Juni eine Sonderschau zur Nordhäuser Industriegeschichte. Dabei wird die bedeutende Historie von Nordhäuser Produktionsbetrieben, die sich seit der Industrialisierung etablierten, anschaulich und lebendig dargestellt. - Bereits am Ende des 18.Jahrhunderts von England ausgehend, setzt sich in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts eine tiefgreifende Umgestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse, der Arbeitsbedingungen und Lebensumstände mit neuem wirtschaftlichen Denken durch. Die industrielle Revolution hatte einen weltweiten wirtschaftlichen Boom zur Folge. Mit dem Ausbau des Nordhäuser Eisenbahnnetzes als entscheidendem Impulsgeber nehmen die Kaliindustrie, die Kautabakproduktion und der Maschinenbau großen Aufschwung. Auch neue Industriezweige entstehen. Werkanlagen solcher Betriebe wie „Gerlach & König“ (später VEB IFA-Motorenwerke), „Schmidt, Kranz & Co. (heute „Schachtbau Nordhausen GmbH“) und „H. Anger´s Söhne“ verändern das Gesicht von Nordhausen. Das selbstbewusste und wirtschaftlich starke Nordhäuser Bürgertum erbaut Villen in der Unter- und Oberstadt und es entstehen Parkanlagen, wie die Promenade, das Gehege und der Stadtpark. Auf spannende Weise und in beeindruckender Fülle zeigt der Kurator der Ausstellung, Hans-Jürgen Grönke in Zusammenarbeit mit Dr. Hans-Jürgen Reinhardt wertvolle und einmalige Zeitzeugnisse, die für unsere Region typisch sind. Zeitgleich stellt das Museum Tabakspeicher für eine Ausstellung in Pößneck bedeutende Leihgaben zur Verfügung. So wird das Museum zur Botschafterin unserer Stadt Nordhausen.

Abbildung: Werkgelände der Firma „Orenstein& Koppel“ Nordhausen, 1913


9. Triennale der Karikatur im Sommerpalais Greiz

„Lauter lupenreine Demokraten“ bis zum 7. Oktober 2018

Demokratie. Jetzt haben wir sie halt mal. Eine Staatsform, die von den alten Griechen erfunden und in der Neuzeit zuerst von den Vereinigten Staaten von Amerika wieder installiert wurde, und das ist noch gar nicht so lange  her. Die Einführung der Demokratie ist seither eine Erfolgsgeschichte. Allerdings gleicht keine der anderen und in der jeweiligen Laufzeit hat sie sich in jedem Staat anders entwickelt. Manches Mal wurde sie vorübergehend abgeschafft und später  in anderer Form reanimiert. Ständig wurde an der idealen Form gebastelt. Heute gilt sie in der westlichen Welt als die einzig legitimierte Herrschaftsform. Auch wenn die Demokratie zurzeit keinen guten Leumund zu haben scheint, handelt es sich nach wie vor um die beste Staatsform, die zur Verfügung steht. Wir sollten gut mit ihr umgehen. Dass das gerade nicht überall so gehandhabt wird, zeigen die Entwicklungen der letzten Zeit. Eine Welle des Rechtspopulismus schwappt über die Erde. Es hat keinen Sinn, auf andere zu zeigen. Er ist schon überall. Zu Risiken und Nebenwirkungen werfen Sie einen Blick ins Geschichtsbuch oder fragen Sie Ihre Großeltern. Oder Sie halten sich an die 76 Karikaturistinnen und Karikaturisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich bei der diesjährigen Triennale der Karikatur dazu geäußert haben, und betrachten die aktuellen politischen Umstände von der satirischen Seite.

Abbildung: Matthias Kiefel - Amtseid Trump


Kuriositäten der Tischkultur

Bis 14. Oktober Sonderausstellung im GoetheStadtMuseum Ilmenau

Thüringen begeht dieses Jahr unter dem Motto „Tischkultur“ – das GoetheStadtMuseum Ilmenau wartet dazu aktuell mit einer Sonderausstellung „Kuriositäten der Tischkultur“ auf. Zu sehen sind sogenannte Schaugerichte, Geschirre in Form von Tieren und Pflanzen, und Scherzgefäße, die als Dekoration und als Aufbewahrungsgefäße für Nahrungsmittel und Getränke nützlich waren. Sie dienten aber auch der Belustigung an der höfischen Tafel.Eine Spezialität der Ilmenauer Porzellanmanufaktur waren Schwanen- und Entendosen, die sich nicht nur in höfischen Kreisen, sondern auch beim Bürgertum großer Beliebtheit erfreuten. Immer mittwochs finden um 10 Uhr Führungen durch die bis zum 14. Oktober 2018 stattfindende Sonderausstellung statt. Angelehnt an ein historisches Rezept zur Bereitung einer Auerhahn-Pastete bietet das Ilmenau Berg- und Jagdhotel Gabelbach für die Dauer der Sonderausstellung ein exklusives Menü „Auerhahn-Pastete“ mit Portweinglace, gelierten Orangenfilets und Wildkräuter-Dip, dazu ofenwarmes Baguetteund ein Glas Portugieser vom Weingut Klaus Böhme/Kirchscheidungen an. Zusätzlich finden Besucher in den Räumen der Ilmenau-Information auch eine Verkaufsausstellung der Manufaktur von Kati Zorn aus Cursdorf vor. Witzig-frivol gestaltete moderne Exponate, wie Salz- und Pfefferstreuer, Butterdosen, Kaffeetassen und Kannen, begeistern die Besucher und können bei Gefallen vor Ort erworben werden.

GoetheStadtMuseumIlmenau geöffnet Di-Do: 10 – 17 Uhr

Eintritt: 3 Euro, Führung 4 Euro

Ilmenau-Information: Di-Fr: 10 – 18 Uhr / Sa, So, FT: 10-17 Uhr

Beide Einrichtungen finden Sie im Amtshaus, Am Markt 1. Parkplätze vor dem Haus.

Abbildung: Scherzgefäße aus Glas, 18. Jh., Thüringer Museum Eisenach
Foto: Ralf-Michael Kunze, Thüringer Museum Eisenach




Schottland – Land der Saurier, Kilts und Lochs

Sonderausstellung im Museum für Naturkunde Gera bis 15. Oktober 2018

Das Museum für Naturkunde Gera präsentiert bis zum 15. Oktober 2018 die neue Sonderausstellung „Schottland – Land der Saurier, Kilts und Lochs“. Das Projekt entstand in Kooperation mit den Schottland-Kennern Ralf Metzdorf, (Museum für Naturkunde Coburg) und Ronald Bellstedt (Museum der Natur Gotha). Die Schau war zuvor mit großem Erfolg im Naturhistorischen Museum Schloss Bertholdsburg in Schleusingen zu sehen.

Die Geraer Museumsmitarbeiter haben die Schau um einige besondere botanische und zoologische Objekte erweitert, um die fantastischen Landschaftsfotos zu untermauern. Es ist die erste Sonderausstellung unter federführender Mitwirkung der zwei neuen Mitarbeiter Dr. Thomas Hoppe und René Köhler. In diesem Rahmen gestaltete René Köhler zusammen mit Silke Zacher ein beeindruckendes lebensgroßes Modell eines Dinosauriers, von dessen Existenz spärliche Knochenfunde in Schottland zeugen, die zusammen mit anderen hochkarätigen Fossilien präsentiert werden. Die Schau lädt ein zu einer Reise durch die Highlands, Hochmoore und Sturmküsten Schottlands. Es wird über Hintergründe der Geologie, Lebenswelt, Geschichte und Gegenwart dieses rauen Landes zwischen Atlantik und Nordsee informiert. Seine atemberaubenden Landschaften, in die sich einsame Seen, schroffe Küsten und urige Schlösser einfügen, werden gezeigt. Diese fesselnde Natur und die einmaligen Landschaftsformationen verdeutlicht die Ausstellung anhand zahlreicher Objekte sowie großformatiger Fotografien. Das Hauptaugenmerk der neuen Sonderausstellung liegt auf dem reichen Repertoire der rezenten Tier- und Pflanzenwelt, die mit diversen Exponaten vorgestellt und in typischen biologischen Gruppen geboten werden. So sind unter anderem Papageitaucher, Dreizehenmöwe, Austernfischer, Steinadler, Stör und Hummer als Präparat vertreten. Auch die Eider-Ente gehört zu den typischen Wasservögeln der Küstenlandschaft der schottischen Hebriden. Von ihr stammen die Eider-Daunen, äußerst begehrte Daunenfedern für Textilprodukte. Den Blick auf die Legende um das Ungeheuer von Loch Ness „Nessie“ haben im Rahmen eines Zeichenwettbewerbs Schülerinnen und Schülern der Erich Kästner Grundschule, der Grundschule „Otto-Dix“, der Debschwitzer Schule und des Goethe-Gymnasiums/ Rutheneum seit 1608 gerichtet. Sie haben ihre Fantasie spielen lassen und „Nessie“ auf Papier eine Gestalt verliehen. Die Frage, wer die meiste Fantasie hatte, müssen die Museumsbesucher entscheiden, denn sie werden per Wahlzettel abstimmen und somit die fünf besten Arbeiten auswählen. Die Kür der Gewinner findet am 1. Juli 2018 statt. Daneben werden aber vor allem die tatsächlich nachgewiesenen versteinerten Spuren verschiedener Saurierarten geboten. Neben fossilen Nachweisen ca. 395 Mill. Jahre alter Fische der Orkney-Inseln kann das lebensgroße Abbild eines Ceratosauriers von der Isle of Skye bestaunt werden. Diese Saurierart  ist einer der größten Fleischfresser und lebte vor ca. 167 Millionen Jahren. Außerdem vermittelt die Schau natürlich auch kulturelle Eindrücke Schottlands rum um Whiskey, Dudelsack und Schottenkaro.

Zum Foto: René Köhler (rechts) führt durch die Ausstellung. (Foto: Stadtverwaltung / Steffen Weiß)


Sonderausstellung im Städtischen Museum Zeulenroda

Ferdinand Schröder. Karikaturist und Paulskirchenabgeordneter aus Zeulenroda / Zu sehen bis 31. Oktober

Ferdinand Schröder, geboren am 8. April 1818 in Zeulenroda, zählte um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Karikaturisten in deutschsprachigen Raum. Wenngleich Schröder als Künstler lang in Vergessenheit geriet, so ist sein Werk doch präsent geblieben. Schröders beide bekannteste politische Karikaturen – das „Rundgemälde von Europa im August MDCCCXLIX“ (Abbildung oben) sowie „Wat heulste denn, kleener Hampelmann“ – zählen zu den wichtigsten Karikaturen der Revolution 1848/49 und sind noch heute einem großen Publikum bekannt. Diese beiden Karikaturen finden sich in nahezu jedem gedruckten und digitalen Medium, das die revolutionären Ereignisse von 1848/49 in Deutschland und Europa thematisiert. Auch Schröders humoristische Zeichnungen sind von bleibendem Wert. Gerade bei diesen Arbeiten bewies er sein Talent als Verfasser entwaffnend ironischer Texte, die seine Zeichnungen zum Gesamtkunstwerk erheben. Schröders künstlerisches Werk ist mit den Arbeiten von Wilhelm Busch, dem Erfinder von „Max und Moritz“  und von „Die fromme Helene“ sowie von Heinrich Hoffmann, dem Vater des „Struwwelpeter“, durchaus vergleichbar und qualitativ ebenbürtig. Aber Ferdinand Schröder war nicht nur ein politisch zeichnender, sondern auch ein politisch handelnder Mensch. Als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung zählte er zu den Mitgliedern des ersten frei gewählten Parlamentes auf deutschem Boden. Auch dem Stuttgarter Rumpfparlament von 1849 gehörte er an. In seiner Heimatstadt Zeulenroda zählte er zu den Initiatoren bei der Gründung des deutsch-national gesinnten „Vaterlandsvereins“ und war unter den Mitarbeitern der Zeulenrodaer Stadtordnung von 1849. Erst diese Stadtordnung hob in Zeulenroda den Stadtbrief von 1438 und das darin fixierte mittelalterliche Stadtrecht auf.

Schröders Tod am 24. Januar 1857 beendete sein künstlerisches Schaffen und politisches Wirken viel zu früh. Der Großteil seines Werkes wurde zerstreut. Doch während der 1930er Jahre und 1999 konnte die Stadt Zeulenroda hunderte Zeichnungen ihres großen Sohnes für das Städtische Museum erwerben. Seitdem befindet sich die umfassendste Ferdinand-Schröder-Sammlung in diesem Hause. Anlässlich seines 200. Geburtstages ehrt das Städtische Museum diesen bedeutenden Sohn der Stadt Zeulenroda mit einer Großen Sonderausstellung und zeigt eine Auswahl seiner wichtigsten Arbeiten. Höhepunkt ist zweifellos das Karikaturenalbum Schröders mit der darin enthaltenen und weltweit bekannten Karikatur „Rundgemälde Europas im August MDCCCXLIX“. Dieses bedeutende Zeugnis europäischer Kunst- und Kulturgeschichte wird in der aktuellen Ausstellung erstmals der breiten Öffentlichkeit im Original präsentiert.

Öffnungszeiten des Städtischen Museums Zeulenroda
Mittwoch und Freitag 9.00 – 16.00 Uhr
Donnerstag 9.00 – 18.00 Uhr
Samstag und Sonntag 13.00 – 17.00 Uhr und nach Vereinbarung
Letzter Einlass:eine halbe Stunde vor Schließung

Wilhelmine! Wir lassen uns versichern!

Bis 31. Oktober Sonderausstellung im Technischen Museum Neue Hütte bei Schmalkalden

Im Technischen Museum Neue Hütte bei Schmalkalden ist die Sonderausstellung „Wilhelmine! Wir lassen uns versichern!“unter dem Thema Industrialisierung und Versicherung zu sehen. Das Museum beteiligt sich mit dieser Ausstellung am Themenjahr des Thüringer Museumsverbandes 2018 - Industrialisierung und soziale Bewegung. Bis 31. Oktober 2018 ist die Sonderschau von Mittwoch bis Sonntag 10-17 Uhr sowie an Feiertagen zu besichtigen.

Der Zangenfabrikant Johann Michael Werner aus Schmalkalden schließt 1894 und 1896 eine komplexe Versicherung bei der Feuerversicherungs-Gesellschaft-Gotha ab. In Vorbereitung der Berechnung der Versicherungsprämie und letzthin auch was versichert werden soll, wurde eine umfangreiche Liste vom Hausrat und den Objekten der Werkstatt angefertigt. Nicht nur Möbel werden gelistet, auch Bettwäsche, Manns- und Frauenkleider, Brot, 200 Flaschen Wein und vieles mehr. Ebenso tauchen bei der Werkstattliste neben Maschinen auch notwendige Kleinwerkzeuge, Rohmaterial und 10 Hühner auf.Der Mensch möchte schonimmer sein Leben und Eigentum schützen. Früher musste jeder durch Vorsorge für den Schadensfall gewappnet sein und konnte in der Regel auf Nachbarschaftshilfe zählen.Mit der zunehmenden Industrialisierung wurden immer mehr Werte geschaffen, auch im privaten Bereich. Die Ausstellung versucht im Zusammenhang mit der Industrialisierung zu klären, warum man sich versicherte und neben den bestehenden Brandversicherungen für Gebäude im 19.Jh. vielseitige Versicherungen entstanden. Versicherungen fangen die Existenz auf, wenn es uns schlimm trifft, geben uns aber auch die Möglichkeit was Neues zu wagen.Ausgehend von der Situation im deutschen Bund und dann dem deutschem Reich im Zusammenhang mit der Industrialisierung und deren Schattenseite mit Beispielen aus Schmalkalden wird in der Ausstellung versucht, deutlich zu machen, wie wichtig Versicherungen geworden sind und warum sie notwendig sind. Als Beispiel wird näher auf die alte Feuerversicherungs- Gesellschaft in Gotha eingegangen. Die SchmalkalderGeschichte betreffend werden Akten aufgezeigt zu Polizei- und Feuerverordnungen, Versicherungs-agenten und Schuldscheine für eine Industrialisierung der Zunftwerkstatt. Es wird die Frage gestellt, was ist uns wichtig und wertvoll. Wir leben heute sehr gut und besitzen eigentlich mehr, als wir benötigen. Vorbereitete nostalgische Blätter laden ein, sich dieser Frage zu stellen. Natürlich wird die Person und Familie des Johann Michael Werner aufgezeigt und sein Werdegang von der kleinen Werkstatt zur Fabrik. Seine Versicherungsliste hängt in großen Bannern im Raum, umgeben von zahlreichen Objekten aus seiner Zeit und auch die Hühner von der Liste fehlen nicht. Ein herzlicher Dank für die Unterstützung zur Ausstellung gilt dem Deutschen Versicherungsmuseum in Gotha, dem Museum Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden, dem Stadt- und Kreisarchiv sowie der Freiwilligen Feuerwehr von Schmalkalden.


Carolein Smit: L'amour fou

Bis 30. September, Grassi Museum Leipzig

Wie in einer Amour fou, einer scheinbar unvernünftigen, aber doch höchst leidenschaftlichen und süchtig machenden Liebe, verbindet Carolein Smit in ihren keramischen Skulpturen Gegensätze. Wo wird Unschuld zu Schuld, Leben zu Tod? Wo ist der Übergang, der Wendepunkt? Das sind Fragen, denen die 1960 geborene, heute in Belgien lebende Niederländerin nachspürt. Ihre geheimnisvollen Figurationen wirken ebenso kostbar und verführerisch wie gefährlich, zerbrechlich und schmerzhaft. Zugleich scheinen sie von einem hintersinnigen Humor erfüllt. Sie sind heutig, aber ihr Alter Ego wurzelt in der Welt der Wunderkammern, Devotionalienkabinette und in den mythischphantastischen Verästelungen der Kunstgeschichte.

Abbildung:
Violet & Daisy, 2009; Schenkung aus der Sammlung Rosemarie Willems, Rotterdam 2015; Foto: Winnifred Limburg


Dänisches Design

Bis 7. Oktober, Grassi Museum Leipzig

Dänische Entwerfer, von Kaare Klint über Arne Jacobsen bis hin zu Verner Panton haben die Produkt- und Wohnkultur ganzer Generationen geprägt – vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dass aber dieser Ära ebenso bedeutende Gestalter, Kunsthandwerker sowie international beachtete Strömungen vorausgingen, wird seltener thematisiert. Doch ist es gerade der Skønvirke, so der Name der dänischen Ausprägung des Jugendstils, der die Basis für das moderne dänische Design schuf. Den herausragenden Vertretern dieses Stils wird daher besondere Beachtung geschenkt. Ebenfalls spannend wird der Blick auf die Tendenzen im Art Déco und Funktionalismus. Spätestens aber nach 1945 hat sich »MADE IN DENMARK« als internationales Markenzeichen etabliert.
Dänisches Design hat seither Vorbildcharakter und ist bis heute Inbegriff und Ausdruck eines zeitlosen modernen Lebensstils. Die Ausstellung basiert ausschließlich auf eigenem Bestand und wird im separaten Ausstellungsteil SIMPLY DANISH durch die Schmucksammlung Schwandt ergänzt. Diese kann mit Preziosen namhafter Schmuckentwerfer aufwarten, die das Bild komplettieren und dennoch ein eigenes Schlaglicht auf die dänische Schmuckentwicklung des 20. Jahrhunderts werfen.

Abbildung: Affe; Kaj Bojesen, Entwurf: 1951; Foto: Esther Hoyer

 

 


Fantasie und Wirklichkeit

Glauchau: Ausstellung mit Malerei und Grafik zum 150. Geburtstag von Georg Lührig / bis 31. Oktober

1868 in Göttingen geboren und an der Kunstakademie in München ausgebildet, kam Lührig 1894 nach Dresden, wo er sich mit der Lithografie beschäftigte und als deren Erneuerer in Deutschland gilt. Mit seinen technisch ausgereiften, teilweise farbigen Lithografien der Jahre 1896/97, die in dem Zyklus „Der arme Lazarus“ zusammengefasst sind, fand er große Beachtung. Lührig, kurzzeitig Rektor der Dresdener Kunstakademie, lebte seit 1940 in Lichtenstein, wo er 1957 starb. Er gilt als herausragender Meister des Jugendstils und des Symbolismus. Sein umfangreicher Nachlass lagerte bis 1988 im Schloss Hinterglauchau und einige Leihgaben der Erbengemeinschaft Lührig kehren nun nach 30 Jahren zur Ergänzung der Ausstellung „Fantasie und Wirklichkeit“ nach Schloss Hinterglauchau zurück. Bis zum 31. Oktober 2018 sind etwa 100 Werke Lührigs – Gemälde, Zeichnungen und Lithografien – im Museum und der Kunstsammlung Schloss Hinterglauchau ausgestellt.


Nordhausen im Wiederaufbau 1950 – 1985

Sonderausstellung im Museum FLOHBURG bis 12. Oktober 2018

Bis zum 12. Oktober präsentiert die FLOHBURG | Das Nordhausen Museum die 80 originalen Fotografien und Architekturzeichnungen, die Einblick in die Zeit des Wiederaufbaus Nordhausens nach der Zerstörung von 1945 geben. Der stetige Prozess der städtebaulichen Entwicklung, u.a. durch Krieg und Zerstörung oder auf Grund der gesellschaftlichen Veränderungen und der damit verbundenen neuen Anforderungen an zeitgemäßen Bauen und Wohnen, wird im Rahmen der Fotoausstellung deutlich. Die Sonderausstellung „Nordhausen im Wiederaufbau“ ist in Kooperation mit dem Stadtarchiv Nordhausen entstanden. Ein Großteil der Fotografien stammen aus der Sammlung der Städtischen Museen Nordhausens und wurden von dem Nordhäuser Fotografen Berthold Niborn in den 1970er und 1980er Jahren gemacht und dem Meyenburg-Museum übergeben.