KUSPI-Blog

Polnische Meisterwerke

Tondichtungen von Karlowicz und Konzertstück von Chopin beim Label Dux / Von Dr. Eberhard Kneipel
Tondichtungen von Karlowicz und Konzertstück von Chopin beim Label Dux / Von Dr. Eberhard Kneipel

Mieczyslaw Karlowicz: Symphonic Poems/ Fryderyk Chopin: Allegro de concert. Konrad Binienda (Klavier), Royal Philharmonic Orchestra, Ltg. Grzegorz Nowak. Dux/note 1 music; 1CD Dux 1621

Eine traurige Geschichte: Gerade zu jenem Zeitpunkt, an dem Mieczyslaw Karlowicz als ein führender Kopf der Gruppe "Junges Polen" in Erscheinung trat und seine Musik nun auch in der Heimat Resonanz und Anerkennung erlangt hatte, fand sein Leben ein jähes Ende. Am 8. Februar 1909 wurde der 33-Jährige bei Zakopane, dem Refugium der modernen Literaten und Musiker Polens, auf einer einsamen Skiwanderung in der Tatra von einer Lawine verschüttet. Die letzte seiner sechs Tondichtungen Episode auf einen Maskenball op.14, die seit 1904 entstanden waren und denen er sein außerordentliches Renommee verdankt, blieb unvollendet. 1913 hat sie dann sein Mitstreiter, der Komponist und Dirigent Grzegorz Fitelberg, fertiggestellt und uraufgeführt.

Seine musikalische Ausbildung hatte Mieczyslaw Karlowicz, der am 11. Dezember 1876 als Kind einer begüterten und gebildeten litauisch-polnischen Adelsfamilie geboren wurde, vor allem während der vielen und oft langen Aufenthalte in Deutschland erhalten: Heidelberg (Geigenunterricht), Dresden (Kreuzschule), Leipzig (Dirigieren bei Arthur Nikisch).  Auch als er sich nach 1900 im Warschauer Musikleben engagierte, blieb er ein Pendler (München, Nürnberg), bis er 1906 nah Zakopane zog, um in der magischen Bergwelt und unter Gleichgesinnten Ruhe und Inspiration zu finden. Prägend aber wurden vor allem die Berliner Jahre 1895-1901 durch den gründlichen und vielseitigen Kompositionsunterricht bei Heinrich Urban, das pulsierende Musikleben und die nachhaltigen Einflüsse von Wagner, Bruckner und Strauss  und durch die Kontakte zu den Konzertmeistern der Berliner Philharmoniker, die sein Instrumentationstalent gefördert und die Uraufführung vierer Werke bewirkt haben – darunter die Sinfonie Wiedergeburt op. 7 und das Violinkonzert op. 8, die noch  ganz im Bann von Tschaikowski stehen.

In Karlowiczs Meisterwerk op. 12 Stanislaw und Anna Oswiecim, der polnischen Travestie von Romeo und Julia nach einer alten Legende von einer unglückseligen Geschwisterliebe, kulminieren die kunstvoll entwickelten und verflochtenen Themen der Leidenschaft, der Zärtlichkeit und des Unheils in einer erschütternden Trauermusik.

Und die beiden folgenden Werke tragen die tiefe Melancholie der Erzählungen Drei Begegnungen und Eine unerwiderte Liebe von Iwan Turgenjew, dem Lieblingsschriftsteller des Komponisten, in sich.

Rauschende Ballmusik, wehmütige Walzer-Reminiszenzen und eine lange, trostlose Kantilene zeichnen die Episode auf einem Maskenball nach - Klänge voller inbrünstiger Sehnsucht und bitterer Enttäuschung.

Und Eine traurige Geschichte op. 13, die Präludien für die Ewigkeit, ist von Todesahnungen durchzogen – ein gedankenschwer und ausweglos kreisender Monolog, dem ursprünglich ein Pistolenschuss ein Ende setzen sollte…

Mit virtuosem Glanz, Balladen-Ton und Nocturne-Zauber setzt Frydeeryk Chopins Allegro de Concer op. 46 (1841) einen vitalen Kontrast zu dieser düsteren Fin-de-Siècle-Atmosphäre.  Der polnisch-amerikanische Pianist Konrad Binienda, dem das Stück seine Orchesterfassung verdankt, imponiert mit einem brillanten und feinnnervigen Auftritt. Auch Grzegorz Nowak und das Royal Philharmonic Orchestra erweisen sich als exzellente Interpreten dieser faszinierenden Partituren – Schade nur, dass die Tonaufnahme ihrem außerordentlichen Höhenflug nicht immer adäquat folgt…

 


44 Tage, die Deutschland für immer verändern

Der Insider-Thriller von Stephan R. Meier erscheint am 8. März
Stephan R. Meier 44 Tage ... Buch

5. September 1977: Der Terror in Deutschland nimmt immer brutalere Ausmaße an. Auf offener Straße wird der Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer entführt. Roland Manthey, Präsident des Verfassungsschutzes und mächtigster Staatsmann im Krisenfall, weiß auch ohne das Bekennerschreiben, wer dafür verantwortlich ist.

Die RAF fordert die Freilassung ihrer inhaftierten Mitglieder im Austausch gegen die Geisel. Eilig beruft Manthey einen Krisenstab ein, der vor der größten Bedrohung in der Geschichte der Bundesrepublik steht. Während das verängstigte Volk den Atem anhält, sucht Manthey fieberhaft nach der Geisel. Doch als die Ereignisse eskalieren, steht er vor der schwersten Entscheidung seines Lebens …

Als Sohn von Richard Meier, dem damaligen Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz hat Stephan R. Meier die RAF-Zeit hautnah miterlebt. Sein exklusives Insider-Wissen verarbeitet er zu einem hochspannenden Polit-Thriller. Im Interview spricht der Autor über seine Jugend, seinen Vater und die 44 Tage, die Deutschland für immer verändert haben und den Stoff für seinen neuen Thriller liefern. 

Das vollständige Gespräch finden Sie unter diesem Link

Stephan R. Meier: 44 TAGE - Und Deutschland wird nie mehr sein, wie es war
Paperback, 464 Seiten, ISBN 978-3-328-10544-2
16,00 € (D), 16,50 € (A), CHF 22,90*


Ingrid Nolls neue kriminelle Komödie

Kein Feuer kann brennen so heiß / Erscheint am 24. Februar
Ingrid Noll Kein Feuer

Eine Pflegesituation kann durchaus heiter und lebenslustig sein. Schön ist sie nicht, aber sie kann kochen und anpacken: Deshalb ist Lorina Altenpflegerin geworden und hat mit der Anstellung in der Villa Alsfelder das große Los gezogen. Hier geben sich attraktive Masseure die Klinke in die Hand, und Techtelmechtel entstehen, die besser geheim bleiben sollen. Für Aufregung sorgen ein aufgeschwatzter Pudel und ein zurückgelassenes Baby, die die alte Dame sichtlich neu beleben. Sehr zum Missfallen ihres Großneffen, der aufs Erbe lauert. 

Ingrid Noll: Kein Feuer kann brennen so heiß; Hardcover Leinen, 304 Seiten, ISBN 978-3-257-07115-3 / € (D) 24.00 / sFr 32.00* / € (A) 24.70

* unverb. Preisempfehlung


Eine einzigartige Edition

Arthaus-Musik präsentiert Valery Gergjevs grandiosen Bruckner-Zyklus aus der Stiftsbasilika St. Florian in Linz / Von Dr. Eberhard Kneipel
Arthaus Bruckner Zyklus

Anton Bruckner: THE SYMPHONIES • THE STORY • THE FILM - Arthaus Musik, 4 Blu-ray Dsc und 6 DVDs, Katalognummer: 109400 / Laufzeit: 631 Min. (Symphonien), 58 Min. (Doku Eng­lisch), 56 Min. (Doku Deutsch)

Die Warteschlange war lang – selbst Rezensenten mussten sich einreihen und in Geduld üben. Hält man dann aber die exklusive Geschenk-Box in den Händen, wird bereits das Öffnen zum Erlebnis: Edel ihre Ausstattung mit schwarzem Samt, darinnen sechs DVDs und vier Blu-ray Discs mit der Gesamtaufnahme der neun Sinfonien, eine Film-Dokumentation und zwei kleine feine Bücher in deutscher bzw. englischer Sprache über den Lebens- und Schaffensweg des Komponisten und voller Informationen über die eingespielten Werke. Und obenauf liegt ein Faksimile des Lebenslaufs von Anton Bruckner (1824-1896), den er 1876 eigenhändig zu Papier gebracht hat.

Das alles lässt sich freilich ohne Superlative nicht beschreiben, so abgenutzt sie auch sein mögen: Es ist die aufwändigste und spektakulärste Gesamteinspielung, die es je gab – aus der Hand eines Dirigenten! Nach Schostakowitsch und Prokofjew tritt Valery Geregiev dafür zu seinem dritten Marathon an; dieses Mal nicht mit seinen Petersburger Musikern in Paris oder in den Musik-Metropolen Russlands, sondern mit den Münchner Philharmonikern in der Stiftsbasilika St. Florian in Linz. Und auch da kann der russische Maestro mit einem exzellenten Klangkörper aus dem Vollen schöpfen – zu den Bruckner-Festspielen 2017, 2018 und 2019 – im imposanten Prachtbau, der zur letzten Wirkungs- und Ruhestätte des österreichischen Sinfonikers wurde.

Das mit Hingabe, Präzision und Klangkultur spielende Orchester und der umsichtig aufs Detail achtende und intensiv weite Spannungsbögen aufbauende Gergiev lassen hier, dem Ort entsprechend, die großen und großartigen Werke in all ihrer Schönheit und Eigenart aufblühen. Bruckner hatte sich nicht am Wettlauf um die Erbfolge des Sinfonikers Beethoven beteiligt. Sein Denken kreist um Natur und Glaube, um Mensch und Gott. Seine Musik ruht in sich, sie kennt weder dramatische Gegensätze und Entwicklungen noch innere Zerrissenheit und die verzweifelten Kraftanstrengungen der Welt und von Zeitgenossen wie Brahms oder Mahler. Komplex und kontrastreich ist sie aber sehr wohl. Die wenig bekannten ersten beiden Sinfonien in c-Moll mit ihren luziden Bläser-Soli, ausdrucksvollen Melodielinien und mächtigen Akkordblöcken, die wie Orgelregister klingen, legen den Bauplan fest, den die nachfolgenden erweitern, bereichern und differenzieren werden: Die Anfangs- und die Final-Sätze voller Kraft und Dynamik, thematischer Varianten und gewaltiger Bläser-Gipfel. Die langsamen Sätze voller Ruhe, Innigkeit und kantablem Wohllaut. Und die Scherzo-Sätze spielerisch, unruhig, geheimnisvoll und mit Mittelteilen, in denen Volkslied und Volkstanz anklingen. Die 3. Sinfonie steht mit ihren Zitaten und ihrer Widmung dem verehrten Richard Wagner nahe Die romantische „Vierte“ ist die populärste des Komponisten; die 5. Sinfonie überwältigt durch ihre Bläser-Choräle; der hellen „Sechsten“ folgt die düstere Trauermusik auf Wagners Tod in der „Siebten“. Der Riesenbau der 8. Sinfonie wird durch ein Finale gekrönt, das die Hauptthemen aller vier Sätze in sich vereinigt. Und die „Neunte“ ist „Dem lieben Gott“ gewidmet und blieb unvollendet – der letzte Satz fehlt…

Es sind unbeschreibliche musikalische Schätze, die sich dem Hörer in diesen Aufführungen erschließen – und an deren Faszination hat auch die vielfältige Sprache der Bilder ihren Anteil: Nicht nur, dass die Kameras die „Arbeit“ des Orchesters – die konzentrierten Gesichter der Musikerinnen, das feine Zusammenspiel der Instrumente, das eindrucksreiche Ganze – aus neuen, völlig ungewohnten Blickwinkeln und Perspektiven zeigen. Sie rücken zudem die farbigen Deckengemälde und vergoldeten Engelsfiguren, die Bildhauerkünste, das kostbare Schnitzwerk und die wuchtigen Säulen und Portale ins Gesichtsfeld des Betrachters. Und sie entdecken Korrespondenzen zwischen dem Orchesterklang und dem prächtigen Orgelprospekt, dem verklärten Altarbild und dem majestätischen Kirchenraum…

Doch das ist nicht alles! Zu diesem „Gesamtkunstwerk“ trägt auch noch hochwertiges dokumentarisches und biografisches Material bei: der 60-minütige Film „Anton Bruckner – Das verkannte Genie“ des Regisseurs Reiner E. Moritz unter Mitwirkung international bedeutender Künstlerpersönlichkeiten sowie das 120-seitige Buch „Vom Werden eines Genies“ der Bruckner-Expertin Elisabeth Maier. Und zu guter Letzt kommt die große Orgel ins Spiel, an der Bruckner gewirkt hat und unter der er begraben liegt: Zwanzig Minuten lang improvisiert Martin Haselböck über ein Thema aus der 2. Sinfonie und schließt damit diese einzigartige Edition ab, für die sich das Label Arthaus Musik wiederum mit einem hochkarätigen Team von Produktionsfirmen zusammengetan hat.

Am Ende bleibt nicht der kleinste Wunsch offen! Auch für Valery Gergiev nicht: Bruckners Sinfonien, im 21. Jahrhundert als Zyklus aufgeführt, laden zu einer interessanten und bereichernden Reise ein.“  Das Seinige dazu hat er getan – eindringlich und überzeugend! Geduld in der Warteschlange hat sich also gelohnt…


Verhängnisvolle Runst

Eisenacher Autor Steffen Schulze zur Veröffentlichung seiner zweiten Pepe-Kurzgeschichte
Steffen Schulze Autor Eisenach

Eisenach: In diesen Tagen ist mit „Verhängnisvolle Runst“ die zweite Kurzgeschichte um den Militärpolizisten Pepe S. Fuchs des Eisenacher Autors Steffen Schulze als Ebook erschienen.

„Ich wollte schon immer mal den Rennsteig in eine Handlung einbinden“, sagt Schulze. „Eine mehrtägige Wanderung letzten Sommer hat schließlich den endgültigen Anstoß gegeben.“ Wie schon in der Abenteuer-Reihe um den Feldjäger Fuchs, in der mittlerweile bereits fünf Bände im Principal Verlag erschienen sind, muss der in Erfurt stationierte Oberfeldwebel Pepe selbst in seiner Freizeit alle Kräfte aufbieten, um eine Katastrophe abzuwenden. Die entspannte Runst scheint in ein Desaster zu münden, als er mitten im Wald auf eine verängstigte junge Frau stößt. „Dieses Mal habe ich mir Hilfe für die Cover-Gestaltung gesucht“, verrät Schulze weiter. „Ich bin sehr froh, dass ich eine talentierte junge Künstlerin für das Projekt gewinnen konnte.“ Wenn „Verhängnisvolle Runst“ ebenso viel Anklang beim Leser findet wir der Vorgänger „Fahnenflucht“, kann sich Schulze durchaus vorstellen, die Kurzgeschichten-Reihe weiterzuführen.

Zum Autor: Der Hobby-Autor Steffen Schulze wurde in der Niederlausitz geboren und wohnt seit 2000 in der Wartburgstadt Eisenach. Sein erstes Buch „Im Bann des Jonastal“ hat er 2007 als Selfpublisher veröffentlicht. Sieben Jahre später wurde seine Ausdauer und Hartnäckigkeit mit einem Verlags-Buchvertrag belohnt. „Der Motorradpfarrer und die Millionenbeichte“, eine Geschichte um einen Eisenacher Priester in Gewissensnöten, wurde vom Highlights Verlag angenommen. Kurz darauf erhielt Schulze vom Principal Verlag den Zuschlag, seine Abenteuer-Reihe um den Feldjäger Pepe S. Fuchs zu veröffentlichen. Mittlerweile ist mit dem „Mythenjäger“ der bereits fünfte Band erschienen. Immer wieder widmet sich der Freizeit-Autor auch Kurzgeschichten, wie zum Beispiel „Briefgeheimnis“. Damit schaffte er es 2018 bei einem Schreibwettbewerb von BoD und Libri ins Finale der besten Zehn.

Aktuelle Infos: www.lovelybooks.de/autor/Steffen-Schulze und unter www.facebook.com/Schulze.Eisenach/

Abbildung - Quelle: Diana Schulze


Für immer schlau!

Neurowissenschaftlerin Dr. Kristen Willeumier und ihr Buch BIOHACKING FÜRS GEHIRN
Dr. Kristen Willeumir

Wissenschaftler haben festgestellt, dass Menschen ab 70 oft glücklicher sind als mit 20 und Piloten ihre Bestleistung nachweislich mit 60 Jahren erreichen. Woran liegt das? Die Neurowissenschaftlerin Dr. Kristen Willeumier ist den Ursachen nachgegangen und stellt in ihrem Buch BIOHACKING FÜRS GEHIRN überraschende Lösungen für die lebenslange geistige Fitness vor. „Biohacking“ heißt der Gesundheitstrend, durch tägliche Selbstoptimierung der eigenen Lebensgewohnheiten und Ernährung sowie mit Brain-Workouts und Entspannungstechniken etwas Gutes für die eigene kognitive Gesundheit zu tun. Willeumier erarbeitete in ihrer Praxis mit Sportlern der National Football League ein Gesundheitsprogramm fürs Gehirn, von dem inzwischen nicht nur Menschen nach Hirnverletzungen profitieren. Das menschliche Gehirn kann man ohne Übertreibung als das wohl komplexeste Organ im uns bekannten Universum bezeichnen. Es lernt bis ins hohe Alter dazu und bildet immer neue neuronale Verbindungen, die uns schlauer und sogar glücklicher machen. Stress, schlechte Ernährung, zu wenig Wasser und mangelnde Bewegung sind die geheimen Intelligenz-Killer. Sie sind Ursache für emotionale Krisen, ja sogar schwere neurodegenerative
Erkrankungen. Dies weist Willeumier akribisch in ihrem neuen Buch BIOHACKING FÜRS GEHIRN nach. Und sie vermittelt gleichzeitig einen mehrstufigen positiven Ansatz, wie die Gesundheit des Gehirns und die eigenen Emotionen im Gleichgewicht bleiben.
Kristen Willeumier entführt ihre Leser in die faszinierende Welt unseres Gehirns und stellt die Hebel vor, an denen man mit ganz einfachen Mitteln ansetzt, um es langfristig leistungsfähig zu erhalten oder wieder zu heilen. Wissenschaftlich fundiert erläutert die Autorin, warum einfache Übungen, wie das Schreiben mit der linken Hand oder der Umweg ins Büro Schwung ins Hirn bringen oder Blaubeeren und dunkle Schokolade dem Ausbruch von Demenz und Alzheimer entgegenwirken können. Und: Ein Glas Wasser hilft tatsächlich gegen Übellaunigkeit. Ein Ernährungs- und Entspannungsplan sowie verblüffend einfache Brain-Workouts sorgen für eine bessere Durchblutung des Gehirns. Wer schneller und besser denken, konzentrierter arbeiten und Krankheiten vorbeugen will findet in diesem Buch die besten Ansätze für seine „grauen Zellen“.
Dr. Kristen Willeumiers Forschungsergebnisse basieren auf ihrer Arbeit mit Football-Profisportlern, die durch Verletzungen an Spätfolgen wie Unkonzentriertheit oder degenerativen neurologischen Erkrankungen litten.
Untermauert von Fallstudien ist BIOHACKING FÜRS GEHIRN ein wertvoller Ratgeber, der Mut macht, die eigene geistige Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Ihr faktenbasierter Optimismus ist wunderbar ansteckend: „Wir können jedes Gehirn besser machen, unabhängig vom Alter. Und jetzt fangen wir sofort damit an“, so die Autorin.

Das Buch: BIOHACKING FÜRS GEHIRN
Schneller und besser denken. Konzentrierter arbeiten.
Krankheiten vorbeugen.
Paperback: ISBN 978-3-96706-032-4:, 252 S., 24,95 €
Lieferbar auch:
Geb. m. SU.: ISBN 978-3-96706-033-1, 39,95 €
eBook: ISBN 978-3-96706-034-8, 19,99 €


Benedict Wells: Hard Land

Benedict Wells Hard Land

Nach Vom Ende der Einsamkeit (500.000 verkaufte Exemplare) erscheint der lang erwartete neue Roman von Bestsellerautor Benedict Wells am 24.2.2021. Auch als Hörbuch erhältlich ab dem 28.4.2021. 

Missouri, 1985: Um vor den Problemen zu Hause zu fliehen, nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt. Zum ersten Mal ist er kein unscheinbarer Außenseiter mehr. Bis etwas passiert, das ihn zwingt, erwachsen zu werden. Eine Hommage an 80’s Coming-of-Age-Filme wie The Breakfast Club und Stand By Me – die Geschichte eines Sommers, den man nie mehr vergisst.

Website hard-land.de
Video-Clips zum Buch

Hard Land Club Tour Herbst 2021
Benedict Wells & Jacob Brass – Neuland Concerts in Zusammenarbeit mit Diogenes. Vorverkauf gestartet.
Trailer
Post von Benedict Wells zur Club Tour.


Gefeierte Autobiografie

BECOMING - das Buch der ehemaligen First Lady der USA, Michelle Obama, bisher weltweit in mehr als 15 Millionen Exemplaren verkauft

BECOMING, internationaler Nummer 1-Bestseller und Autobiografie der ehemaligen First Lady der USA, Michelle Obama, wird am 2. März 2021 von der Penguin Random House Verlagsgruppe in einer neuen Ausgabe veröffentlicht. Die Neuigkeit wurde in einem besonderen Video von Michelle Obama auf Social Media geteilt.
Die Ausgabe für junge Leser*innen ist für Jugendliche ab 13 Jahren bearbeitet und umfasst ein eigenes Vorwort der Autorin sowie drei farbige Bildstrecken. Das Hardcover erscheint bei cbj, einem Verlag der Penguin Random House Verlagsgruppe. Der Ladenpreis beträgt 20,00 € [D], 20,60 € [A] und 28,90 CHF.

In BECOMING – Erzählt für die nächste Generation erzählt Michelle Obama einer neuen Generation ihre ganze Geschichte mit der bekannten Aufrichtigkeit und Offenheit. Sie teilt ihre Erfolge und Triumphe, verschweigt aber auch Rückschläge, Verletzungen und Herausforderungen nicht, mit denen sie auf ihrem Weg fertig werden musste. Auf diese Weise lädt Michelle Obama ihre Leserschaft zu der Erkenntnis ein, dass niemand perfekt ist und dass der Prozess des Werdens zählt. Außerdem verrät sie, dass man niemals damit fertig ist, sich selbst zu finden. Indem sie ihre eigene Story so kraftvoll erzählt, fragt sie junge Menschen: Wer seid ihr und was wollt ihr werden?

Wie Michelle Obama in ihrem Vorwort zur Ausgabe für junge Leser*innen schreibt: “Als ich in den 1960er und -70er Jahren in der South Side von Chicago aufwuchs, waren meine Eltern, Marian und Fraser Robinson, immer aufrichtig zu meinem Bruder Craig und mir. Nie beschönigten sie bittere Wahrheiten oder präsentierten uns die Wirklichkeit in einem falschen, freundlicheren Licht – weil sie wussten, wir würden damit klarkommen. Mit demselben Respekt möchte ich euch begegnen.
 
Deshalb verspreche ich euch, meine Geschichte in ihrem ganzen beeindruckenden Auf und Ab zu erzählen – angefangen in der Zeit, als ich vor meiner Vorschulklasse mit einer Frage zu kämpfen hatte, über meinen ersten Kuss bis hin zur Verunsicherung, die ich als Jugendliche empfand. Später kamen Dinge dazu wie die Turbulenzen auf einer Wahlkampftour oder die einzigartige Erfahrung, als ich der englischen Königin die Hand schüttelte. (…) so hoffe ich, dass ihr, wenn ihr meine Geschichte lest, auch über eure eigene nachdenkt – weil sie das schönste Geschenk ist, das ihr je besitzen werdet.” 

Weitere Informationen zu den Büchern finden sich unter www.randomhouse.de


Poesie aus einem blühenden Refugium

Gedichte und Geschichten von Irmgard Krüger (Bad Frankenhausen)
Irmgard Krüger

Viel gibt es zu erzählen, wenn man wie Irmgard Krüger auf ein langes Leben zurückblickt. "Die alte Frau auf dem Titelbild mit dem Rollator, voll bepackt mit Blumen, das bin ich..." schreibt sie zu ihrem neuen Buch. Bad Frankenhausen ist ihre Wahlheimat geworden, hier brachte sie nun erneut Erinnerungen zu Papier. Diesmal ranken sich wortwörtlich ihre Gedanken um Blumen und Bäume: Die Birke, die sich mit dem Winter vermählt hat. Die Seerose im Miniteich... Aber auch an ihren "Italienischen  Momenten" lässt uns Irmgard Krüger teilhaben, und am Treiben ihrer drei Katzen. 

"Gartengestaltung liegt mir fern", bekennt die Autorin. "Und dennoch fordert mich das Gärtchen heraus mit einem unausgesprochenen Ehrgeiz: Stets etwas Blühendes sollte da sein, vom zeitigen Frühjahr bis zu den ersten Frösten. Da unten auf diesem Stückchen Land gibt es ein Füllhorn an Schönheit, Freude und ständigen Überraschungen..." (...)

"Es gibt auch Pflanzen, die mir sagen: Hallo, du musst noch durchhalten, ich zeige dir meine Blüte erst nächstes Jahr."

Aus dem botanischen Füllhorn schöpfte sie die Anregungen zu den kurzen Geschichten und Gedichten. Sie nimmt uns mit auf eine poesievolle Reise, macht uns das Geschenk einer Mußestunde. Stilvoll umrahmt wird ihr literarisches Schatzkästchen von Abbildungen künstlerischer Arbeiten, die Freunde für das Büchlein zur Verfügung stellten. Ein sorgsam, ja liebevoll zusammengestelltes Almanach. Eine kleine, feine Lektüre für Leserinnen und Leser, die Freude an Blumen, an Reisen, vor allem aber an den kleinen Glücksmomenten im Leben zu teilen vermögen.  

Die Autorin: Irmgard Krüger (*1938) war viele Jahre Lehrerin für Deutsch und Geschichte in Forst/Lausitz. Heute, mittlerweile selbst Ur­groß­mutter, lebt sie mit ihrem Mann in Bad Frankenhausen (Kyffhäuser).

Irmgard Krüger: Blumen in meinem Leben. Von der Rosenstadt in die Fliederstadt. JSD Verlag und Druck. ISBN 978-3-947049-12-7


East West Symphony "Hiwar/Dialog"

Neue CD mit Ensemble MASAA und der Jenaer Philharmonie (Leitung: Bernd Ruf)
East West Symphony Ensemble Masaa und Jenaer Philharmonie

In einer Zeit, in der durch politische Polarisierungen, technologische Umwälzungen und gesundheitlich motivierte Isolierungen der Dialog zwischen den Menschen, den Parteien, den Institutionen rapide abkühlt, ja, partiell einfriert, schicken das Ethno-Jazz Ensemble MASAA und der Dirigent Bernd Ruf ihren Aufruf zum Dialog in die Welt: Wacht auf! Steht auf! Sprecht miteinander! Christen, Juden und Muslime, Jazzer und Klassiker, Alte und Junge.
In zwölf Tracks – zehn arabische und ein französischer Song sowie ein Instrumentaltitel – umspinnen sich arabische Ornamentik und abendländische Sinfonik, grooven Band und Orchester unter Bruckner‘schen Bläsersätzen und stellen dabei immer den Menschen in den Vordergrund: Das Individuum Mensch im Dialog mit der Gemeinschaft.
Der Dialog ist musikalisch spürbar durch das Musizieren auf Augenhöhe von Orchester und Band. Sie übernehmen wechselnd die Gesprächsführung, stimmen ein, widersprechen, finden zu gemeinsamen Statements. Gesang, Trompete, Perkussion und Klavier verbinden sich dabei sensibel mit dem Orchesterklang.

Mitwirkende

Jazz Ensemble MASAA - Rabih Lahoud, Gesang - Marcus Rust, Trompete und Flügelhorn - Demian Kappenstein, Drums & Percussion - Clemens Poetzsch, Piano - Jenaer Philharmonie, Dirgent: Bernd Ruf

Während das Album noch in der Besetzung mit Clemens Poetzsch am Klavier entstanden ist, spielt die Band seit 2018 mit Reentko Dirks an der Gitarre. Für die Konzerte mit Orchester werden zukünftig beide Musiker mit auf der Bühne stehen.    

VÖ: 15. Januar Label: gpARTS, Vertrieb: Edel Distribution / digtal: Kontor New Media

Zum Reinhören

https://www.amazon.de/Symphony-Masaa-Jenaer-Philharmonie-Bernd/dp/B08PMF9131/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=bernd+ruf+hiwar&qid=1610465862&quartzVehicle=4152-1420&replacementKeywords=bernd+hiwar&sr=8-1


Tormenti d'amore

Werke von Paolo Scalabrini, Johann Adolf Hasse, Giuseppe Porsile, Georg Reutter d. J. (darunter einige als Weltersteinspielung) / Philipp Mathmann (Sopran), Capella Jenensis Gerd Amelung (Cembalo/musikalische Leitung)
Capella Jenensis

VKJK 2002, Querstand VÖ Oktober 2020
Eine Reise von Anton Ulrich von Sachsen-Meiningen 1724 in die Kaiserstadt Wien war für das Meininger Musikarchiv sehr folgenreich. Der Fürstensohn tauchte tief in das Musikleben der Stadt ein und ließ in der Folgezeit Kopien von Musikalien anfertigen, welche ihm interessant schienen – weniger um sie aufzuführen, sondern um sie vorzugsweise der herzoglichen Preziosenkammer zukommen zu lassen. Auf diese Weise ist eine bedeutende Sammlung von 107 Manuskripten mit insgesamt 297 Vokalkompositionen aus dem Wiener Musikleben zwischen 1710 und 1740 entstanden, von denen einige ausschließlich im Meininger Archiv überliefert sind. Aus den mehr als 170 Kantaten der Sammlung kommen in diesem Programm vier zur Einspielung, drei von ihnen sind ausschließlich im Meininger Archiv zu finden. Zudem erklingen zwei Sonaten Johann Adolf Hasses sowie zwei ebenfalls unter seinem Namen publizierte Sinfonien, bei denen sich erst im Rahmen jüngster Forschungen herausstellte, dass sie gar nicht von Hasse komponiert wurden, sondern vom Kopenhagener Hofkapellmeister Paolo Scalabrini. Der Sopran Philipp Mathmann („glockenheller Countertenor“, FAZ), der übrigens in seiner zweiten Profession Arzt ist, setzt diese teils bisher uneingespielten Werke mit der Capella Jenensis unter der Leitung von Philipp Amelung gekonnt in Szene.

Foto: Marius Boettcher

Video zum Release: https://www.youtube.com/watch?v=6MpN3OQ36eM&feature=emb_logo


Ins Repertoire zurückgeholt: Naturbilder und Zauberklänge

Neue NAXOS-Serie mit faszinierenden Tondichtungen des tschechischen Komponisten Vitḝzslav Novák / Von Dr. Eberhard Kneipel
Vitḝzslav Novák, Orchesterwerke 1: Südböhmische Suite

Vitḝzslav Novák, Orchesterwerke 1: Südböhmische Suite / Toman und die  Waldfee; Moravian Philharmonic Orchestra, Leitung Marek Štilec // 1 CD Naxos. 8.574226, Laufzeit 56:11

Er war Schüler von Dvořák und später selbst Professor am Prager Konservatorium. Sein impressionistisch gefärbtes Tongemälde Von der ewigen Sehnsucht (1905) hat ihn berühmt gemacht. Mit seiner sinfonischen Dichtung In der Tatra schuf er 1902 das alpine Pendant zu Smetanas Moldau. Und mit Toman und die Waldfee fand er 1907 - dreißig Jahre nach Fibichs gleichnamigem Orchesterwerk - Anschluss an Debussy und Strauss.  

Wie Janáček, Foerster, Suk und Ostrčil gehörte Vitězslav Novák jener Generation von Komponisten an, die dem Dreigestirn Bedřich Smetana, Antonín Dvořák und Zdeněk Fibich nachfolgten und die auch als Pädagogen und Interpreten, als Theoretiker und Essayisten Neues und oft Zukunftweisendes hervorgebracht haben.

Geboren wurde Novák am 5. Dezember 1870 in Kamenice nad Lipou; gestorben ist er am 18. Juli 1949 in Skunič. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er im Süden Böhmens, und 1889 ging er nach Prag, wo er Jura, Philosophie, Klavier und Musiktheorie studierte und wo ihn Dvořáks Persönlichkeit dauerhaft in Bann zog und seinen Schaffensdweg bestimmte. Von 1909 bis 1939   leitete erdann eine Meisterklasse für Komposition am Prager Konservatorium, dem er auch als Rektor vorstand. In seinem langen Leben war Novák Lehrer vieler tschechischer, slowakischer und ausländischer Komponisten (u.a. Jan Cikker und Eugen Suchoň, Alois Hába, Erich Kleiber und Fidelio F. Finke),  - und als Komponist von Sinfonien, Tondichtungen und Suiten, von Kantaten und Opern, von Chören, Ledern, Klavierstücken und Kammermusik hat er über mehrere verschiedengeartete Phasen hinweg ebenfalls Bedeutsames  zur Nationalkultur seines Landes beigetragen.

Die von Volkslied-Intonationen durchzogene Südböhmische Suite   für großes Orchester (1937) ist in der angespannten Vorkriegszeit entstanden. Ihre ersten beiden Sätze sind voller Erinnerungen an Nováaks Jugendjahre und an die schöne Landschaft. Deren weite Ebenen und lichte Horizonte, die dichten Wälder und kleinen Seen werden in großen Melodiebögen und vitalen Polka-Rhythmen, dunklen Klanggründen und glitzernden Tonflächen zu Musik. Der 3. Satz ruft die ruhmreiche Vergangenheit aufrüttelnd ins Gedächtnis zurück: Hussiten-Krieger, die durch Finsternis und Feuersbrunst heranmarschieren und deren Choralgesang machtvoll anschwillt: „Jeder Mann komme und halte die Waffe fest, verteidige kühn die böhmische Heimat für uns und unsere Kinder!“ Und der kurze Epilog vereint den Nachhall der Naturbilder und der Choralmelodie mit einer Bläser-Hymne zur festlichen Apotheose: „Ich grüße dich, mein Heimatland!“  

Novkáks große Tondichtung Toman und die Waldfee steigert das, was seine frühen Klavierstücke an lyrischem Zauber, feiner Poesie und amourösen Ambitionen en miniature ausgeprägt haben, ins Exzessive. Inspirationsquellen dafür waren die titelgebende Ballade Celkakovskys und das Gedicht Die Trauer des Satans von Antonín Sova, die Lektüre Strindbergs und die Opern von Strauss. Und die Legende von Toman, der, von seiner Liebsten verraten, verzweifelt durch den geheimnisvollen Zauber der Johannisnacht reitet, den Reizen einer Waldfee erliegt und in Rausch der Sinne seine Seele aushaucht, wird  zwar  mittels magischer Klänge, galoppierender Rhythmen und irrlichternder Farben, einer mährischen Liedmelodie und dem ekstatischen Schluss-Tanz klanglich raffiniert „erzählt“. Doch die tonmalerischen Effekte und wollüstigen Affekte der Musik sind vor allem Ausdruck von Nováks eigenen erotischen Obsessionen und Abbild „der dämonischen Macht des Weibes über den Mann.“ Seine „tschechische Salome“ hat den Zeitgeist getroffen und die westliche Moderne eingeholt…

Mit ihren ausdrucksstark und exzellent musizierten Neueinspielungen würdigen die mährischen Spitzen-Interpreten und das Label Naxos den 150. Geburtstag von Vitḝzslav Novák auf beeindruckende Weise. Das begeistert und ist eine wunderbare Bereicherung des Repertoires! Man kann auf die Fortsetzung der Serie gespannt sein …

 


Bezaubernde Geschichte für Kinder

Comic Manufaktur in Gera zeichnet, textet, druckt und animiert auch Ihren individuellen Comic.
Regenbogentiger Comic Gera

Corona hat neben vielen Einschränkungen tatsächlich auch Gutes hervorgebracht: Zeit, um kreativ zu werden. Diese Erfahrung hat auch Lutz Piller (Gera) gemacht. Er fand endlich die Zeit, sagt er selbst, um die Idee zu einer Geschichte in Worte zu fassen. Herausgekommen ist nun "Regenbogentiger", eine Geschichte für Kinder (ab 3 Jahren, empfehle ich). Erzählt wird die Story von einem kleinen (namenlosen) weißen Tiger, der feststellt, wie bunt die Welt um ihn herum ist. Nur er ist offenbar der Einzige, der keine Farben hat. Und so wünscht er sich nichts sehnlicher, als auch so schön bunt zu sein! Ein Mädchen schließlich erfüllt ihm seinen Wunsch. Seine Farbenpracht allerdings ist nicht von Dauer ... Am Ende lautet die Botschaft: Du bist schön, genau so, wie du bist.

Zauberhaft illustriert wurde die kleine, herzerwärmende Story von Rainer Bartossek. Mit witzigem wie liebevollem Strich, so dass die detailfreudigen Zeichnungen immer wieder zum Entdecken einladen. Meine Empfehlung! (Dagmar Paczulla)

Lutz Piller über die Comic Manufaktur: "Unser Team produziert für Sie als Business- oder Privatkunden individuelle Handmade-Comics (von der Portrait-Karikatur über Cartoons bis zum Comic-Heft). Als Werbemittel und Merchandise, als besonderes Giveaway, privates Geschenk oder als außergewöhnliche Visitenkarte - unsere Comics werden zu jedem gewünschten Anlass garantiert nachhaltig beeindrucken. Unser Team besteht aus ambitionierten und professionellen Zeichnern, Karikaturisten, Grafikern, Textern und Videoproduzenten."

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Quasthoff sings Mahler

Quasthoff sings Mahler

QUASTHOFF SINGS MAHLER
Eine der letzten Produktionen Thomas Quasthoffs mit klassischem Repertoire.
Enthält Gustav Mahlers Kindertotenlieder, Anton Weberns sechs Stücke für Orchester op. 6 und Richard Strauss‘ Also sprach Zarathustra, op. 30.

Mit dem siebten Sinfoniekonzert unter Maestro Zubin Mehta und dem Bariton Thomas Quasthoff leitete die Staatskapelle Dresden ihre Mahler-Feier zum 150. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2010 ein. Thomas Quasthoff hat inzwischen in der Jazzmusik seine neue Berufung gefunden. Umso mehr freut es mich, Ihnen mit unserer neuen Veröffentlichung eine der letzten Produktionen des Sängers mit klassischem Repertoire vorstellen zu dürfen. Die soeben erschienene Blu-ray

QUASTHOFF SINGS MAHLER

dokumentiert eindrucksvoll den krönenden Abschluss einer einzigartigen Musikkarriere im Klassikbereich.

Gustav Mahler, dessen Liedschaffen ab 1900 von Texten Friedrich Rückerts bestimmt war, komponierte seine Kindertotenlieder in den Jahren 1901 und 1904. Seine Frau Alma konnte bereits damals nicht verstehen, dass ihr Mann derart düstere Texte vertonte, während seine beiden Kinder vergnügt im Garten spielten. Die Tatsache, dass die gemeinsame Tochter Maria-Anna nur drei Jahre später an Diphtherie starb, scheint in diesem Zusammenhang beinahe tragisch-prophetisch. „Bei den Kindertotenliedern ist es natürlich die Thematik, die die Stücke zu einer sehr extrem intimen und schwierigen Interpretation werden lassen“, so Thomas Quasthoff in einem Interview.

Thomas Quasthoff ist einer der herausragenden und gleichzeitig vielseitigsten Sänger unserer Zeit. Als Liedsänger gilt er bis heute als international vielbeachteter Ausnahmekönner, der es stets versteht, verschiedenstes Repertoire diffizil und feinfühlig zu interpretieren. Allein drei seiner zahlreichen CD-Einspielungen wurden mit einem Grammy ausgezeichnet, was bisher keinem anderen deutschen Künstler gelingen konnte.

Der Dirigent Zubin Mehta zählt seit Jahren zu den herausragenden Persönlichkeiten der internationalen Musikwelt. Bereits mit 25 Jahren konnte der gebürtige Inder in Zusammenarbeit mit den Berliner und Wiener Philharmonikern sowie dem Israel Philharmonic Orchestra sein außergewöhnliches Talent unter Beweis stellen. Auch mit der Staatskapelle Dresden pflegt Mehta seit vielen Jahren ein außergewöhnliches Verhältnis. Immer wieder gab er gefeierte Gastspiele in der sächsischen Landeshauptstadt und bewies sich dabei als glänzender Interpret eines weitreichenden Repertoirespektrums.

Neben den Kindertotenliedern präsentiert die Sächsische Staatskapelle Dresden auch Anton Weberns „Sechs Stücke für Orchester“ op. 6 und Richard Strauss‘ wohl bekanntestes Werk, „Also sprach Zarathustra“. Anton Weberns Schicksal, der seine Mutter 1906 im Alter von 23 Jahren verlor, beeinflusste sein weiteres Schaffen auf eine Art und Weise, die ihn trotz aller musikalischer Unterschiede – Webern war Anhänger der Wiener Schule, Mahler hatte die Grenzen der Tonalität zeitlebens nie zu überschreiten gewagt – mit dem Komponisten der Kindertotenlieder verbindet. 

Richard Strauss‘ „Also sprach Zarathustra“ hingegen steht in einer ganz anderen Tradition und darf wohl vollkommen zurecht als imposant vibrierender Orgelpunkt mit aufsteigender Trompetenfanfare, der das Mahlerjahr 2010 stilgerecht einleitete, beschrieben werden.


Musik der Seele

Das Berlin Recital von Yuja Wang bei der Deutschen Grammophon / Von Dr. Eberhard Kneipel

Yuja Wang mag Russen. Die Weltklasse-Pianistin, die in Peking geboren wurde und im Alter von sieben Jahren ihren ersten Unterricht erhielt, die als Vierzehnjährige in das prestigeträchtige Curtis Institute of Music in Philadelphia aufgenommen wurde und der 2007, noch als Studentin, beim Boston Symphony Orchestra mit Tschaikowskis b-Moll-Konzert der internationale Durchbruch gelang, hatte Lehrer, die aus der legendären russischen Klaviertradition hervorgegangen sind und von Giganten des Klavierspiels wie Alfred Cortot und Vladimir Horowitz, Artur Schnabel und Isabelle Vengerova beeinflusst waren. Technische Bravour, emotionaler Tiefgang und reiche Fantasie sind das Erbe, das Yuja Wang von ihnen empfing und  das sie nun souverän verwaltet. Die russische Musik hat ihr eine innere Welt erschlossen, und die russische Musik – in China weit verbreitet und gut bekannt - war es auch , die ihr den Zugang zur westlichen Klassik öffnete. 

Russische Romantik und moderne Miniaturen aus dem späten 20. Jahrhundert füllen denn auch ihr Berlin Recital, das sie im noblen Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie live eingespielt und das die Deutsche Grammophon veröffentlicht hat. Live – das liebt sie besonders. Und die Werke – die liegen ihr am Herzen: „Die russischen Stücke bringen irgendwie alle Emotionen heraus, die Gefühle der Sehnsucht in uns. Wir fühlen uns durch und durch menschlich durch sie. Aber gleichzeitig erscheinen sie überlebensgroß. Sie handeln von etwas, das gewaltiger ist als wir, dabei bleiben sie zugleich unterhaltsam fürs Publikum. Die Komponisten sind sehr unterschiedlich, das wird deutlich, wenn man mein neues Album hört.“

Grandios der Beginn, überwältigend der Schluss! Sergej Rachmaninows berühmtes Prélude g-Moll – ein pianistisches Feuerwerk: kraftvoll, ungestüm, stolz. Eingebettet eine schöne, wunderbar aufblühende Melodie. Solche Kontraste zeigen auch die beiden Bilder-Etüden. Die eine unruhig wogend und turbulent; die andere verhalten und nachdenklich. Und das Prélude Opus 32/10 komplettiert den romantischen Stimmungszauber durch wehmutsvolle Töne. Gänzlich anders dann die Welt der 10. Sonate von Alexander Skrjabin. Mystisch. Rätselhaft. Dissonante Klangreize und chromatische Leuchtkraft. Virtuoses Glitzern und ein impressionistisch anmutendes Flirren, Ein Schwirren und Hüpfen der Töne, das den Beinamen „Insekten-Sonate“ einsichtig macht. Die Vielschichtigkeit und Vielfalt von Rhythmen, Klängen und unablässig fließenden Verläufen formen die drei ausgewählten Etüden des Ungarn György Ligeti – brillante Miniaturen, die für die Pianistin alles andere als spielerische „Kleinigkeiten“ sind. 

Und dann die 8. Klaviersonate B-Dur von Sergej Prokofjew, die letzte seiner „Kriegssonaten“, die Emil Gilels im Dezember 1944 uraufgeführt hat. Mit ihr reiht sich Yuja Wang in die Reihe ihrer Vorbilder Gilels und Swjatoslaw Richter ein. Und Richter hat diese großartige und erhabene Musik auch beschrieben: „Sie enthält ein ganzes Menschenleben mit all seinen Widersprüchlichkeiten … einen Reichtum wie ein Baum, dessen Zweige die Last der Früchte zu tragen haben.“ Lyrische Themen und philosophische Reflexionen, eine elegante Tanz-Episode, die in Franz Schuberts Ländler-Welt entführt, Sarkasmen und Ironie und ein kraftvoll zielstrebiges Voranschreiten, das am Schluss an den  nachdenklichen Beginn erinnert, umfassen einen Kosmos des Geistes und der Seele. Und Yuja Wang bringt das alles  in ihrem Berliner Album zum Klingen – hinreißend und authentisch. Sie kennt die russische Seele ... 

Abbildung: Yuja Wang, The Berlin Recital: Rachmaninow, Skrjabin, Ligeti, Prokofjew //Deutsche Grammophon, 1 CD 483 6280


Ein Kleid, ganz aus Schnee

Petra Elsner über: Märchenhafte Geschichten von Ingrid Annel
Ingrid Annel

Was für eine wundervolle Idee, alte Märchen einfach weiter zu erzählen. Da entdeckt ein Hase in einem alten Märchenbuch den peinlichen Wettkampf eines Artgenossen, der vor Zeiten von einem Igelpärchen gelinkt wurde. Was für ein Skandal! Deshalb fordert nun auch Hase Hubert das benachbarte Igelpaar zu einem ehrenrettenden Wettkampf hinaus und: scheitert. Gold- und Pechmarie verwandeln sich ins Gegenteil und die sieben Zwerge haben uns doch glatt den achten und neunten Zwerg verschwiegen.
Autorin Ingrid Annel schreibt ganz in der Tradition der großen Märchenerzähler und entstaubt dafür alte Legenden. Ihre Geschichten beginnen dort, wo die Hausmärchen der Gebrüder Grimm mit ungewissem Ausgang in „Der goldene Schlüssel“ enden. Sie macht daraus drei Schlüssel und schickt mit diesen drei Brüder auf den Weg, die passende Tür zum Glück zu finden. Dabei verrät sie ganz beiläufig, dass das Glück für jeden anders aussieht. Wie wahr und erzählt wird nicht nur in „Drei Schlüssel zum Glück“ vollkommen ohne erhobenen Zeigefinger.

Ingrid Annel pflegt einen klaren, ganz schnörkellosen Erzählstil, überrascht mit witzigen Pointen und unerwarteten Wendungen. Nicht immer führen ihre Geschichten in ein Happy End. Dort, wo es die Helden gierig umtreibt, landen sie im auch schon einmal in einem Desaster. So wie beispielsweise in „Das Gold vom Himmel herunter“, in dem ein TV-Bericht von einem Mädchen berichtet, dass wirklich alles verschenkte und dafür Taler von den Sternen bekam. Alle, die diese Sendung sahen, versuchten es dem Sterntalerkind gleich zu tun, sie verschenkten, was sie besaßen. Und die Sterne? Sie wunderten sich nur über die vielen Nackten dort unten auf der nächtlichen Waldlichtung.
Wunschträume enden nicht selten in Schall und Rauch. In der titelgebenden Geschichte wünscht sich eine afrikanische Prinzessin „Ein Kleid, ganz aus Schnee“. Niemand kann es ihr bringen, kein Prinz, kein Edelmann. Aber mit der Hilfe eines klugen Kochs findet sie zu ihm, für einen Lebensmoment. In „Irmelind und die sieben Zwerge“ schafft die Autorin aus einem Märchen-Cocktail einen ganz abenteuerlichen Plot, der Zwerge in sondersame Liebhaber verwandelt, nur damit die junge Frau ihren Prinzen bekommen kann. Insgesamt hat Ingrid Annel mit diesem zauberhaften Buch eine herzerfrischende Märchenlektüre geschaffen, die ich hier gerne weiterempfehle. (Petra Elsner)

„Ein Kleid, ganz aus Schnee“ von Ingrid Annel, erschienen 2019 im Verlag TASTEN & TYPEN, Bad Tabarz, Hardcover mit Umschlag, 240 Seiten. Preis: 19,80 Euro, ISBN 978-3-945605-39-4

Quelle: https://www.schorfheidewald.de/rezensionen/ein-kleid-ganz-aus-schnee/


Höllenlärm und Himmelsmusik

Die Staatskapelle Weimar unter Kirill Karabits feiert ihren Hausgott Franz Liszt
Staatskapelle Weimar

Franz Liszt: Dante-Sinfonie; Tasso, Lamento e Trionfo; Künstlerfestzug / Kirill Karabits, Staatskapelle Weimar // audite, 1 CD97.760; 79:02 Min.

Von Dr. Eberhard Kneipel   Das Paradies wollte er komponieren, und eineMulti-Media-Show sollte es werden: Ankühnen Plänenhat es Franz Liszt nie gemangelt. Bei der Dante-Sinfoniescheitertensie. Doch schon,als der berühmte und umschwärmte Klaviervirtuose1848 in Weimar Hofkapellmeister wurde, beflügelte er die Kunstwelt mit seinen zukunftweisenden Ideen und romantischen Visionen. Als Dirigent trat erfür die progressivenZeitgenossen ein, fürWagner, Berlioz,Schumann…Und als Komponist „erfand“ er die einsätzigesinfonische Dichtung und bedachte die neue Gattung mit 13Beiträgen. Poesie,Dramatik, Natur, Malerei und Philosophieboten die Stoffe für diese Orchesterstücke, denenoftnur ein einziges Themazugrunde liegt. Die meisten von ihnen entstanden in Weimar – hier lagen Vorlagen und Anlässe in der Luft. Und für die Aufführungen hatte Liszt seine Kapelle, deren Nachfahren ihn nun wieder mit einer schönen CD feiern: Siezeigtvieles von dem, was das kreativeWeimarer Jahrzehnt hervorgebracht hat,und wir treffendabei sogar auf die Ersteinspielungdes„Künstlerfestzuges“ von 1859.  Zum 100. Geburtstag von Friedrich Schillerkomponiert,klingt hier auchdas Hauptthema der Tondichtung „Die Ideale“ (nach Schiller) an.

Schwerpunkt der opulenten Aufnahmen st die Sinfonie zu Dantes „DivinaCommedia“ – nach dem „Faust“ von Goethe war „Die göttliche Komödie“ das andere große Weltgedicht, dem Liszt eine Programm-Sinfonie gewidmet hat; sie schildert  den Wegdes Dichters durch die drei Bezirke des Jenseits: Hölle, Fegefeuer, Paradies … Diese fünfzig Minuten Musik bietenKirill Karabits und der Weimarischen Staatskapelle die großartiggenutzte Gelegenheit, Hochspannung zu erzeugen und Ausdrucksvielfalt zu demonstrieren. Der Dirigent ein Musikdramatiker und Klangmagier par excellence; das Orchester ein brillanterund hingebungsvollmitspielender Partner, dem sich im Finale Frauenstimmen des Opernchores und der Knabenchor der Jenaer Philharmonie hinzugesellen.

Im 1 Satz „Inferno“ beschwören Posaunen und Trompeten Grauen und Hoffnungslosigkeit in der „Stadt der Schmerzen“ herauf und lösen das infernalische Tosen aus: Raserei und Dissonanzen, grelle Schreie und furchterregende Seufzer. Dann eine berückende Liebesszene: das unglückselige, zu ewiger Buße verdammte Paar Paolo und Francesca da Rimini, deren innige Zuneigung allen Qualen trotzen will. Diabolisches Gelächter ist die Antwort, und der Höllenlärm kehrt wieder…

Ätherisch zart, fließend und weihevollbeginnt der 2. Satz „Purgatorio“ - am Ort der Verklärung und Verinnerlichung folgt einer Lamento-Fuge die Läuterung der Seelen. Immer heller und lichter werden die Töne, ein ferner Chor stimmt das „Magnificat“ an: Lobpreisen des Herrn, Rettung der Sünder und ein strahlendes „Halleluja“.

Liszt hatte einen grandiosen Schluss gewollt – wie in Beethovens „Neunter“. Wagner riet ihm ab, das Paradies sei nicht in Töne zu fassen, die Dichtung sei zuschwach, und Liszt entschied sich für das schlichtere „Magnificat“. Bei der Uraufführung am 7. November 1857 im Königlichen Schauspielhaus Dresden wollte dann der dirigierende Komponist die Dichtung und die Töne mit Gemälden von Buonaventura Genelli bebildern. Auch das blieb nur ein kühne Idee - das Gesamtkunstwerk realisierte dann ein anderer: Richard Wagner mit seinen Musikdramen.

„Tasso“, die sinfonischeDichtung Nr. 2, entstand zum 100. Geburtstag von Johann Wolfgang Goethe und erklang erstmals bei der Festaufführung des Stückes am 28. August 1849. Liszt stand im Weimarer Theater am Pult – und seine Absicht, „in Tönen die große Antithese des im Leben verkannten, im Tode aber von strahlender Glorie umgebenen Genius zu schildern“, hatte er mit größter Konsequenz und Anschaulichkeit verwirklicht. Ein Thema - derTrauergesang eines venezianischen Gondolieres in der Bassklarinette - und dessen Verwandlungengestaltendas Werk: Es führt von Klage und Aufbegehren über Trauer, Siegesgewissheit und nochmaliges Lamento hin zu Menuett-Grazie und Triumph-Trompeten. Wirkung stellt sich da wie von selbst ein. Insgesamt freilich sind die Interpreten mit großer Leidenschaft und Sorgfalt am Werk,und das Label audite tut das Seine, um diese zweite Liszt-Einspielung der Weimarer als Hochglanz-Aufnahme zu präsentieren. Eine feine Symbiose...

 

 


Der Henze-Hattrick

Oratorium, Oper und Orchesterstücke von Hans Werner Henze in aufsehenerregenden Ersteinspielungen / Von Dr. Eberhard Kneipel

Diesen Werken eines der bedeutendsten und produktivsten deutschen Komponisten nach 1945, die die Labels SWR Classic, Arthaus Musik und Wergo in Neu-Aufnahmen vorgelegt haben, ist vor allem eines gemeinsam: Sie entstanden in den 1960/70er Jahren und bezeugen beredt Hans Werner Henzes politisches Engagement und seinen künstlerischen Einsatz für eine bessere Welt. Vor allem das Oratorium „Das Floß der Medusa“ nach der Dichtung von Ernst Schnabel hat da Musikgeschichte geschrieben und ist noch heute beklemmend aktuell. 1968 wurde die für den 9. Dezember geplante Uraufführung in Hamburg abgesagt – bereits die Generalprobe hatte den Eklat geliefert! Henze dazu: „Die Damen und Herren des RIAS-Chores liebten mich zwar, aber unter der roten Fahne zu singen, das könnten sie nicht. Fischer-Dieskau sagt erregt: Das war das letzte Mal, dass ich mich von Dir habe hinters Licht führen lassen. Frau Moser umarmt mich heftig und ruft aus: Was immer sei, ich bleibe Dir treu. Das alles spielte sich in unserem Künstlerzimmer ab, während draußen bereits der Sturmangriff der Bereitschaftspolizei beginnt.“ Der Polizei-Einsatz, die zahlreichen Festnahmen und das Aufführungs-Verbot wurden begleitet vom Ruf der Massen: „Ho, ho, Ho-Chi-Minh!“, „Ho, ho, Ho-Chi-Minh!“. Henze stand mit erhobener Faust auf dem Podium, skandierte mit und dirigierte … 

Das „Oratorio volgare e militare in due parti für Sopran, Bariton, Sprechstimme, gemischten Chor, Knabenstimmen und Orchester“ berichtet von unfassbarem Unrecht: 1816 zerschellte die „Medusa“, Flaggschiff einer Expedition im Kolonialkrieg Frankreichs gegen England, an einem Riff vor Westafrika. Der Gouverneur, seine Freunde und Vertrauten, die Offiziere, alle Beamten und die Priester retteten sich auf die wenigen Boote; das Gros der Schiffbrüchigen wurde auf einem Floß dem Schicksal überlassen und fiel dem Wüten der Elemente, dem Hunger, und dem  Durst, dem Fieber und der Agonie zum Opfer. Nur 13 der 154 Unglücklichen haben die Schreckens-Tage und      -Nächte, hilflos und voller Ängste im Meer treibend, überstanden. Charon, der Fährmann ins antike Totenreich, ist der Chronist des Horrors. Am Ende schreit er heraus: „Die Überlebenden aber kehrten in die Welt zurück, belehrt von der Wirklichkeit, fiebernd, sie umzustürzen.“ 

Ein musikalischer Höhepunkt sind der Anstschrei  und die Panik der Ausgesetzten beim Axthieb, der das Schlepptau kappt, an dem das Floß hängt. Ein anderer ist der Schluss-Appell: rhythmisches Rufen und Stampfen „Wie Donnerhall“, rote Fahne und Che Guevara-Porträt … Da war das Maß voll und die Freiheit der Kunst passé! 

50 Jahre nach diesem Skandal und mit der 1990 revidierten Schlussversion präsentieren das SWR-Symphonieorchester, die hervorragenden Solisten und Chöre und der Dirigent Peter Eötvös die Neuentdeckung dieses Meisterwerkes von Hans Werner Henze – souverän, eindringlich und zudem als erstes CD-Album des Orchesters …

2018 kehrte Henzes Opera seria „Die Bassariden“ nach 22 Jahren an den Ort ihrer Uraufführung zurück – als Highlight der Salzburger Festspiele, das Arthaus Musik in eine „absolut packende Ersteinspielung“ umgemünzt hat. Krzysztof Warlikowski, Polens namhaftester Opernregisseur, lieferte mit großem Panoramabild und viel Video-Technik eine höchst dramatische und psychologisch ausgefeilte Inszenierung; am Pult der Wiener Philharmoniker brachte der Star-Dirigent Kent Nagano Henzes ungemein raffinierte und komplexe Musik wunderbar zum Klingen. 

Der Einakter nach der Tragödie des Euripides erweckt den Anschein, als hätten Henze und seine Librettisten W. H. Auden und Chester Kallmann  die Sujets und die Klänge von Wagners „Götterdämmerung“ und Strauss‘ „Salome“ und „Elektra“ gemixt und potenziert: Totschlag und Blutrache, Begehren und Exzess, Magie und Mythos - alle Ingredienzien des antiken Dramas sind dabei. Der Regisseur pointiert den Konflikt zwischen dem heldischen, vernunftstolzen König Pentheus und Dionyss, der den Tod seiner Mutter rächen und die intakte Welt Thebens ins Wanken bringen will. Er schleicht sich unters Volk, spielt virtuos die Klaviatur der Manipulation: Mit Orgien und Trugbildern will er die Bassariden zum Aufruhr bewegen. Auch die Mutter des Pentheus fällt in Trance und enthauptet den Sohn. Chaos herrscht, das Volk ist unterworfen, und Dionysos, der „Menschenvernichter“, zieht davon. Nur ein Klagelied bleibt: „Unbegreifliche Mysterien, nicht für Sterbliche bestimmt; wir sehen nicht, wir hören nicht: wir knie’n und beten an.“

Was wir sehen, ist ein Regimechange im Altertum - eine Blaupause für die Nachwelt, zumal  Warlikowski die Timeline der Handlung  zwischen Antike und Belle Époque ins Heute verlängert.  Und Henze nimmt die Musik als Ausgangpunkt und Basis für das Bühnengeschehen: Klänge werden Bilder, Strukturen Szenenabläufe, Bach-, Mahler- und Berg-Zitate vermitteln Zeitlosigkeit. Ihr Sog und ihre Strahlkraft evozieren stahlharte, sinnlich weiche und magisch leuchtende Farben und Klangwelten – und einem Wohllaut, der einzigartig ist zu dieser Zeit!

Mit Sean Panikkar als Dionysus und Russel Braun als Pentheus hat Salzburg zwei hervorragende  Antagonisten. Tanja Ariane Baumgartner (Agave), Vera-Lotte Böcker (Autonoe) und Williard White (Kadmos) überzeugen stimmlich ebenfalls auf höchstem Niveau. Und Nagano nutzt für seine Interpretation Henzes Originalpartitur mit dem  Intermezzo „Das Urteil der Kalliope“. 1966 nach der Uraufführung gestrichen, rückt es den Dionysos- Kult und die exzentrischen Ausschweifungen noch stärker ins Bild.  Das Ganze ein Endzeitgemälde?

Die Henze-Edition von Wergo würdigt den Ton-Dichter und Klangmagier mit Erst-Einspielungen von Orchesterwerken: Lieder ohne Worte; Theater ohne Bühne… Mit Oliver Knussen  steht ein Komponist, am PÜlt der eine besondere Affinität zu Henzes Musik besitzt. Ihre gegenseitige Wertschätzung  war groß: Henze bewunderte den Dirigenten für funkelnde Klangfeuerwerke, und Knussenbedachte den Komponisten regelmäßig mit Referenz-Aufführungen. 

Hingabe und Verständnis zeigen auch diese hochsensiblen und faszinierenden Aufnahmen mit dem BBC Symphony Orchestra. „Los Caprichos“ (1963) ist vom Schock über New Yorks Elendsviertel geprägt und überträgt den Sarkasmus und den Schmerz der grafischen Blätter Francisco de Goyas mit sparsam eingesetzten avancierten Stilmitteln in eine melancholisch- zarte Fantasie. Auch die Allegorie für Orchester „Heliogabalus Imperator“ (1971/72) – eine große programmmusikalische Ausdeutung von Leben und Tod des exzentrischen römischen Kaisers Marcus Aurelius Antonius – zeigt Henzes freies Spiel mit den Mitteln der Moderne. Romantisch klingen hingegen die „Englischen Liebeslieder“ (1984/85), das zweite Cello-Konzert – sie geben unterschiedlichsten Stimmungen und Seelenzuständen Raum, den der Solist Anssi Karttunen poesievoll mit Leben erfüllt. 

Die „Ouvertüre zu einem Theater“ ist Henzes letztes Werk - ein swingendes und kraftvolles Glanzstück. Die Uraufführung zur Hundertjahrfeier der Deutschen Oper Berlin am 20. Oktober 2012 hat er nicht mehr gehört: Sieben Tage später starb der 1926 in Gütersloh geborene, in Italien lebende, weltweit wirkende und verehrte Komponist in Dresden. Seine Ouvertüre erinnert an große Bühnenerfolge und ist ein Bekenntnis zum Theater, für das Henze gelebt und das er leidenschaftlich geliebt hat. „Alles kommt von Theater her und läuft auf das Theater hinaus“, hatte er einmal gesagt!

Hans Werner Henze, Das Floß der Medusa; Camilla Nylund, Peter Schöne, Peter Stein, SWR Vokalensemble, WDR Rundfunkchor, Freiburger Domsingknaben, SWR Symphonieorchester, Ltg. Peter Eötvos //SWR Classic, CD SWR19082CD

Hans Werner Henze, The Bassarids; Live-Mitschnitt von den Salzburger Festspielen August 2018; Dirigent Kent Nagano, Inszenierung Krzysztof Warlikowski // Arthaus Musik, Blu-ray 109 413/ DVD 109 412

Hans Werner Henze, Heliogabalus Imperator. Werke für Orchester. / Anssi Karttunen, BBC Symphony Orchestra, Oliver Knussen // Wergo, CD WER 7344 2  

 


Ein magischer Würfel

Hinreißende Klänge und hochkarätige Interpretationen / Dr. Eberhard Kneipel über die Claudio Abbado Edition bei EuroArts
Claudio Abbado EuroArts

Dieser wundervolle Würfel dient nicht magischen Tricks oder faulem Zauber – dieser wundervolle Würfel zieht magisch an und verzaubert ungemein: Mit seinen 25 DVDs präsentiert er die Kunst eines Dirigenten, der zu den größten seiner Zunft zählt: Claudio Abbado. Am 20. Januar 2014 ist der Maestro in Bologna gestorben, seine Ausstrahlung und seine Nachwirkung aber sind nicht verblichen. Anlässlich des 5.Todestages würdigt EuroArts Abbado nun mit diesem außergewöhnlichen Großprojekt, das die faszinierende Vielseitigkeit  des Künstlers noch einmal lebendig werden lässt. Sein Name steht für Gründergeist, Aufbruch und Innovation - das Festivalorchester Luzern, das Mozart-Orchester und das Gustav-Mahler- Jugendorchester sowie seine großartige Förderung junger Musiker und Musikerinnen künden davon. Und sein Name steht für hingebungsvolle und inspirierende Dirigate, für Charisma und Suggestionskraft - für Konzerte der Spitzenklasse, bei denen die Begeisterung beim Musizieren nicht nur zu hören ist, sondern sich auch in den Gesichtern widerspiegelt. Eine Freude für den Zuschauer ...

Die ersten fünf DVDs dokumentieren Abbados musikalisches Leben, seine Probenarbeit und seine künstlerischen Projekte, zu denen auch der 2011 gegründete Coro Papageno zählt: Inhaftierte singen miteinander, und das gemeinsame Singen soll gegenseitiges Zuhören und Respektieren befördern. Und auch die nächste DVD, der Auftakt zu einer Weltreise durch das Repertoire und in berühmte Konzertsäle, stellt mit dem programmatischen Titel „Prometheus“ und mit Werken von Beethoven, Liszt, Skrjabin und Nono Abbados humanistisches Engagement und seine künstlerische Progressivität unter Beweis...

Groß ist die Zahl berühmter Solisten, Chöre und Orchester, mit denen der Dirigent zu erleben ist. Und exklusiv sind die Orte, an denen musiziert wird: die Waldbühne und die Philharmonie in Berlin, der Salzburger Dom und der Wiener Musikverein, die Suntoory Hall in Tokio und  das Teatro Massimo in Palermo, das Vasa Museum Stockholm und die Accademia Nationale di Santa Cecilia in Rom. Und auch die Anlässe sind vielfältig: Europa-Konzerte und Gastspielreisen, Silvesterkonzerte und Waldbühnenauftritte und das Festival in Luzern ... 

Sucht man freilich in dieser Fülle hochkarätiger Aufführungen den ganz besonderen Höhepunkt, dann wird die Wahl zur Qual: Mozarts Requiem oder Mahlers „Auferstehungs-Sinfonie“, Bachs „Brandenburgische Konzerte“ oder Beethovens Sinfonien, die „Italienische Nacht“ in der Waldbühne oder die Verdi-Gala am Silvesterabend 2000 oder auch die beiden Aufführungen von Mahlers „Vierter“ aus dem Festspielhaus in Luzern ... 

Und dann finde ich mit der 24. Platte doch noch meine Favoriten: Sergej Prokofjews hinreißend-geniales 3. Klavierkonzert C-Dur mit der Weltklasse-Pianistin Yuja Wang und Gustav Mahlers jugendlich-triumphale „Erste“ mit Claudio Abbado und seinem Luzern Festival Orchester – ein Auftritt aus dem Jahr 2005, dessen Eindruck lange anhalten wird. Und das ist bei den Rückert-Liedern und der  „Vierten“ von Mahler mit ihrem Lobgesang auf die himmlischen Freuden der Musik nicht viel anders. Diese 25. DVD ist die letzte Aufnahme mit dem Maestro ... Berührend!

Und so wird jeder seine eigenen Erlebnisse finden und Eindrücke sammeln können – der magische Würfel hat eben viele Facetten und nicht nur sechs Seiten zu präsentieren ...

ABBADO – 25 DVDs, aufgenommen 1996-2014; Laufzeit 37 Stunden // EuroArts DVD - 880242574787


Aus der Geschichte des Thüringer Porzellans

"Kleines Thüringer Porzellanbuch" in der Reihe der "Kleinen Rhinos"
Kleines Thüringer Porzellanbuch

Kaolin, Feldspat und Quarz - drei Zutaten, die ein ganz besonderes Material entstehen lassen: das Porzellan. Weiß und strahlend kann es sein, ganz zart und filigran, besonders groß und robust, unglaublich hart und zickig. Porzellan prägte wie kein anderer Industriezweig das Land Thüringen. Feine Porzellanspitze trifft auf Unverwüstliches,  echte Handarbeit auf hochmoderne Fertigung, Strohblumendekor auf getauchtes Silber. In Thüringen lebt eine über 260-jährige Tradition fort. Im "Kleinen Thüringer Porzellanbuch" stellen die Autorinnen Dr. Ulrike Kaiser und Ilka Kunze anschaulich die heute existierenden Betriebe, Künstler und erlebbaren historischen Stätten vor. Einblicke in alte Porzellanmarken werden ebenso geboten wie Ausblicke auf überraschend Modernes: Hätten Sie gewusst, dass am Steg der Wünsche Scherben Glück bringen, dass man in Thüringen sogar mit Porzellankochtöpfen kocht oder wie gut eine Bratwurst vom Porzellangrill schmeckt?

Das Buch ist der Band 83 aus der inzwischen fast 85-bändigen Rhino Westentaschen-Bibliothek. Die "Kleinen Rhinos" sind kleine, feine Geschenkbücher mit einem breiten Themenspektrum und vermitteln prägnante, kurzweilige und anschaulich bebilderte Informationen.

Das Büchlein ist im Onlineshop der Leuchtenburg und des Rhino-Verlages erhältlich: https://leuchtenburg.ticketfritz.de/ | https://shop.vggh.de/RhinoVerlag/


Zirkus auf der Seebühne

„Rigoletto“ - das Highlight der Bregenzer Festspiele 2019 / Von Dr. Eberhard Kneipel
Rigoletto Bergenzer Festspiele 2019

Der Einfall ist krass: Manege anstelle von Mantua. Zirkusdirektor statt Herzog. Affen als Hofgesellschaft. Und der Hofnarr ein Clown. Aber es passt. Denn was sich auf der Bühne abspielt, ist virtuos, lässt staunen und begeistert dann doch. Und ein Gesangsfest wird es allemal!

Für Philipp Stölzl erfüllte sich mit dem diesjährigen Festival ein langgehegter Traum - er konnte nun als Regisseur und Bühnenbildner alles daransetzten und nutzen, um Giuseppe Verdis populäres Meisterwerk „Rigoletto“ als außergewöhnliches Seebühnen-Event zu präsentieren. Im riesigen Bild-Format schärft  er die Kontraste zwischen Spektakel und Kammerspiel und vermag so, das zirkushafte Festgetümmel, die waghalsige Entführungsszene und die dämonische Sturmnacht wirkungsmächtig den innigen Begegnungen zwischen Vater und Tochter und zwischen Gilda und dem Herzog gegenüber zu stellen. Und dafür bietet ihm nicht nur die idyllische Landschaft am Bodensee die ultimative Kulisse – auch die unglaublichen technischen und konstruktiven Möglichkeiten der Seebühne lassen die gewagtesten Ideen Wirklichkeit werden.

Stölzls Bühnenbild wird von einem gigantischen 14 Meter hohen und 190 Tonnen schweren Kopf dominiert, der mittels aufwendigster Technik in allen Details beweglich und bespielbar ist und der im Zusammenspiel mit einer riesigen Hand faszinierend subtil Stimmungen und Gefühle auszudrücken vermag. Der Clownskopf – mal rot glühend, mal fahl, am Ende leichenblass und verfallen, Augen und Mund das Aussehen ständig ändernd   – symbolisiert die tragische Titelfigur. Die lockende und fordernde Hand weist auf die Intrigen-, Macht- und Liebesspiele des Herzogs. Und im großen Fesselballon wähnt sich Gilda auf der Fahrt ins Glück, bis ihr die gruselige Szenerie in der Kaschemme des Mörders Sparafucile, wo der Herzog die Tänzerin Maddalena verführen will, die Augen öffnet, nicht aber ihre Liebe tötet. Sie opfert sich für den Treulosen und erliegt dem Racheplan ihres Vaters selbst …

Diese Bühnen-Show verlangt den vielen Darstellern – Solisten wie Chor – alles ab: ein Maximum an Akrobatik und halsbrecherischen Aktionen, und es ist bewundernswert, welche vokalen Spitzenleistungen sie darüberhinaus noch mühelos zustande bringen: Stephen Costello (Herzog) und Vladimir Stoyanov (Rigoletto), Mélissa Petít (Gilda), Katrin Wundsam (Maddalena) und  Miklós Sebastyén (Sparafucile) führen das Solisten-Ensemble an, und der Bregenzer Festspiel-Chor, der  Prager Philharmonische Chor und die Wiener Symphoniker unter Enrique Manzolla schaffen wie gewohnt den großartigem Klang-Rahmen. Als  Sahnehäubchen agiert das Wired Aereadie l Theatre: Luftartisten, die die herzogliche Hand wie Motten das Licht umschwärmen ...

Bregenz war also auch im Sommer 2019 eine Reise wert. Der Reiz der weltgrößten Seebühne hat wie eh und je Tausende von Besuchern angezogen, und die haben die einzigartige Verbindung von grandioser Naturkulisse und großer Opernkunst erneut in vollen Zügen genießen können. Aber auch wir müssen nicht leer ausgehen: Wir bekommen das Erlebnis via Medien-Aufzeichnung ins Haus... Der Zirkus auf der Seebühne – das ist schon was!

Verdi, Rigoletto // Unitel, C-Major; 1 Blu-ay Video (75 17 04)  bzw. 1 DVD Video-Album (75 16 08), Laufzeit 125 min. & Bonus 29 min.)


Thüringens finstere Geheimnisse

»Jägerstein«: Kriminalroman des Thüringer Filmregisseurs Rolf Sakulowski
Jägerstein Buch Rolf Sakulowski

Rolf Sakulowski: Jägerstein, Thüringen Krimi, Broschur, Köln: Emons Verlag 2020, Originalausgabe, ISBN 978-3-7408-0817-4, 448 Seiten, € [D] 14,00 € [A] 14,40. Auch als E-Book erhältlich

Im Thüringer Wald wird ein Erfurter Investor Opfer eines Heckenschützen. Als sich herausstellt, dass die tödliche Kugel aus dem Blei eines gestohlenen Kirchenkreuzes gegossen wurde, ist der junge Historiker Jonas Wiesenburg gefragt. Denn die Indizien erinnern an die jahrhundertealte Legende von den sogenannten Freikugeln, die um Mitternacht im Pakt mit dem Teufel gegossen werden und die ihr Ziel niemals verfehlen. Doch die Zeit drängt: Der Täter schlägt erneut zu, und schnell wird klar, dass niemand
vor ihm sicher ist …

Ein alter Aberglaube, ein junger Historiker und ein geheimnisvoller Schütze, der immer sein Ziel trifft
Mit »Das Feengrottengeheimnis« und »Die Gloriosa-Verschwörung« hat der gebürtige Thüringer Filmregisseur Rolf Sakulwoski bereits zwei beeindruckende Kriminalromane veröffentlicht, in denen er gezeigt hat, wie spannend die Kombination von regionaler Historie, lokalen Legenden und Fiktion sein kann. In »Jägerstein« bekommt es sein Protagonist Jonas Wiesenburg, nun mit einem besonders kniffeligen Fall zu tun. Weil das Rätsel um die grausamen Taten in der Gegenwart alleine nicht gelöst werden kann, führen ihn die Ermittlungen erneut tief in die Vergangenheit des Landes. Dabei spielt der Glaube an die sagenumwobenen Freikugeln aus dem 17. Jahrhundert eine zentrale Rolle, die niemals ihr Ziel verfehlen. Sakulowski gelingt es eindrucksvoll die historischen Motive und Versatzstücke in die Jetztzeit zu transponieren und mit einem packenden Krimiplot zu verweben. Auf 448 Seiten entfaltet sein Roman eine faszinierend vielschichtige und mitreißende Handlung, die tief in die Region eingebunden ist. Unterhaltsam und bildgewaltig gibt das Buch der alten Legende einen neuen literarischen Rahmen und erzählt gleichzeitig einen packenden Krimi mit Tiefgang.

Nach einer Assistenzzeit im ehemaligen DEFA-Studio für Dokumentarfilme studierte Rolf Sakulowski an der Hochschule für Film und Fernsehen »Konrad Wolf« in Potsdam-Babelsberg. Seit mehr als 20 Jahren dreht der erfahrene Regisseur und Autor Filme im In- und Ausland. Daneben gibt er Filmseminare und arbeitet zu Themen polizeilicher Krisenintervention.



Beherzte Bekenntnisse – fesselnde Eindrücke

Patricia Kopatchinskajas neues Album „Time & Eternity“ bei Alpha Classics / Von Dr. Eberhard Kneipel
Patricia Kopatchinskaja Time & Eternity

„Time & Eternity“ – der Titel ist Programm! Nicht, dass die Aufführung eine Ewigkeit währte und die Zeit stehen bliebe. Das auch. Und ist gewollt! Denn „diese Musik ist aus dem Blut und den Tränen gequälter Seelen entstanden; einem unterdrückten Schrei, murmelnden Stimmen in der Stille größter Angst, Kriegslärm in einer improvisierten Kadenz ... Sie handelt von unserer Vergangenheit und unserer Zukunft.“ 

Die Worte mögen pathetisch klingen, das Thema Ewigkeit und Endlichkeit aber verlangt Haltung, fordert Innehalten, Nachenken, Einsicht, Engagement. Und da erweist sich die phänomenale Patricia Kopatchinskaja mit bravouröser Technik, sensibler Ausdruckskunst und ungewöhnlichen Programmideen wieder einmal als Ausnahme-Künstlerin: Für ihr neues Konzept-Album setzt sie auf die vorzügliche Camerata Bern als Partner, und ihre  Werkauswahl spannt einen weiten Bogen über 600 Jahre Musikgeschichte: Zeit und Ewigkeit aus immer anderen Perspektiven. 

Ein jüdischer Kantor, ein polnischer Prediger und ein russisch-orthodoxer Priester tragen Gebete vor – Worte der Versöhnung, der Vergebung, der Hoffnung. Ein  Chor singt das Revolutionslied „Unsterbliche Opfer“, das der Toten des Petersburger Blutsonntags von 1905 gedenkt, und danach die anrührende Weise „Zwei Herzen“. Streichorchesterfassungen des Kyrie aus der Messe de Nostre Dame des Mittelalter-Komponisten Guillaume de Machaut und von Chorälen aus Kantaten und Passionen von Johann Sebastian Bach werden beziehungsvoll in die Musikfolge eingefügt, deren moderne Endpunkt sind die Stücke „Kol Nidre“ von John Zorn und „Crux“ von Lubos Fiser.        

Im Zentrum aber stehen zwei große Violinkonzerte des 20. Jahrhunderts. Der Münchener Komponist Karl Amadeus Hartmann (1905-1963), der sich in den Jahren des Hitler-Faschismus „der inneren Emigration in Deutschland zugehörig“ fühlte, schrieb sein Konzert für Solo-Violine und Streichorchester „Musik der Trauer“ in den ersten Kriegsmonaten 1939 und legte 1959 eine revidierte Fassung als Concerto funèbre vor. Die Entstehungszeit und die  Haltung der Musik machen die Distanz ihres Schöpfers zum allgemeinen Kriegsrummel offensichtlich: Aufgewühlte und aufbegehrende schnelle Mittelsätze mit Trauermarsch-Intonationen und einem jüdischen Lied-Zitat werden von zwei Chorälen umrahmt: Zu Beginn die trotzige Hussiten-Melodie „Die ihr die Streiter Gottes seid“. am Ende das Lied „Unsterbliche Opfer“ als langsamer Marsch … Deutlicher konnte sich Hartmann wohl kaum zu den Kämpfern gegen die Gewaltherrschaft und „für kommendes Recht“ bekennen. Das hat er auch mit anderen Stücken bewiesen, und so war er auch folgerichtig 1961 am Gemeinschaftswerk „Jüdische Chronik“ von Boris Blacher und Hans Werner Henze und den DDR-Komponisten Paul Dessau und Rudolf Wagner Régeny beteiligt. 

Der Schweizer Frank Martin (1890-1974) schrieb das Konzert „Polyptyque“ kurz vor seinem Tod für den weltberühmten jüdischen Geiger Yehudin Menuhin. Inspiriert wurde die Musik durch sechs Bilder aus der Passionsgeschichte, die Duccio di Buonisegna 1308 - 1311 im byzantinischen Stil für den berühmten Altar „Maestà“ in Siena gemalt hat und die auch im attraktiven CD-Booklet zu sehen sind. Das Geschehen zwischen Palmsonntag und Auferstehung klingt in vielfarbigen und eindringliche Tongemälde wieder: prächtig und jubelnd, tobend und grausam, kontemplativ und verzweifelt, am Ende glorios. 

Dem Hörer macht es die Fülle des Programms nicht ganz leicht, doch er wird erlebnisreich belohnt: Ausdrucksstarke, bildhafte Musik. Eine bewundernswerte engagierte Geigerin. Ein Auftritt, der sich von der Routine und dem Blendwerk des Kulturbetriebes wohltuend unterscheidet. Am besten man zündet eine Kerze an, schiebt die Platte in den Player und verinnerlicht eine zeitlang die Ewigkeit ...Das erhellt nicht nur trübe November-Tage!

Time & Eternity / Patricia Kopatchinskaja, Camerata Bern // Alpha Classics / Outhere Music, 1 CD Alpha 545, Laufzeit 77 Min.


Liebeslust und Liebesfrust – alles nur ein Spiel?

Diana Damrau und Jonas Kaufmann singen Hugo Wolfs „Italienisches Liederbuch“ / Von Dr. Eberhard Kneipel
Diana Damrau Jonas Kaufmann Italienisches Liederbuch

Ein Operngenie wäre er gern gewesen; der letzte große Liederkomponist des 19. Jahrhunderts ist er geworden – ein Großmeister der kleinen Form. Und wenn er die schönen Verse „Auch kleine Dinge können uns entzücken,/ auch kleine Dinge können teuer sein./ Bedenkt, wie gern wir uns mit Perlen schmücken;/ sie werden schwer bezahlt und sind nur klein.“  an den Anfang seines „Italienischen Liederbuches“ stellt, so können sie sowohl als Motto dieser wunderbaren Miniaturensammlung als auch als Essenz eines ganzen Künstlerlebens gelten. Doch Hugo Wolf, 1860 in Windischgrätz geboren und 1903 bei Wien in geistiger Umnachtung gestorben, war so glücklich nicht, wie manche seiner Melodien klingen - sein Schaffen fand bei den Zeitgenossen selten jene Resonanz, die es verdient hätte. Das ist auch bei seinem letzten großen Meisterwerk nicht anders, dem „Italienischen Liderbuch“ (1891/92). Diese 46 Gesänge - Florentiner Volksdichtung von Paul Heyse poesievoll in deutsche Verse übertragen - sind jene kleinen Kostbarkeiten, die immer neu „entzücken“ – vor allem mit solchen Interpreten, wie sie das Label Erato im Live-Mitschnitt aus dem Alfred-Krupp-Saal der Philharmonie Essen präsentiert. Sie sorgen für schönsten Perlenglanz ...

Diana Damrau und Jonas Kaufmann sind die deutschen Superstars der internationalen Opernszene, und ihre Auftritte auf den großen Bühnen der Welt begeistern Millionen - ihre Kunst umfasst aber auch die intimen Momente des Liedes, Beide singen nun gemeinsam Hugo Wolfs romantischen Liderzyklus und finden an der Seite ihres großen Klavierpartners Helmut Deutsch ihre ganz individuelle Interpretation: Die fast vier Dutzend Momentaufnahmen von vielen Facetten der Liebe werden zum Zwei-Personen-Drama. Schwärmerei, zärtliche Annäherung, Verführung, Misstrauen, Eifersucht, Streit, Verzeihung, Beschimpfung, Kränkung und erneute Versöhnung: Schier unendlich sind die Spielarten der Liebe. Hinreißend ist es, wie der poetische Reichtum in den beiden Stimmen widerklingt. Ein klarer, anmutiger und inniger Sopran, dem Koketterie und Übermut, Zorn und Spott nicht fremd sind. Ein schwärmerischer Tenor, dessen wunderbar beseeltes Timbre eine ganze Welt an Gefühlen einfängt und in sich trägt. Und am amüsierten Gemurmel und Lachen des Publikums merkt man, dass der Pianist nicht nur perfekt bei seiner Sache ist, sondern auf eigene Weise auch zur Szenerie auf der Liederbühne beiträgt. Die Liebes-, Spott- und Streit-Dialoge gestalten Damrau und Kaufmann ideenreich als wirkungsvollen Handlungsablauf: Ihre Neugruppierung der Lieder schafft größere Bögen, macht einzelne, höchst intensive Momente zu ganzen Szenen und legt eine nie dagewesene Dramatik frei. Elegant und  voller Vitalität! Die drei Künstler machen den Witz, den Pointenreichtum, die Ironie und den expressiven Gehalt dieser Lieder von Hugo Wolf zu einem beglückenden Erlebnis: Die kleinen Dinge entzücken über alle Maßen! Und Hugo Wolf hat dann doch noch eine große Oper komponiert: „Der Corregidor“. Sie wurde 1896 erfolgreich in Mannheim uraufgeführt; die Wiener Hofoper hatte kein Interesse gezeigt ...

Hugo Wolf, Italienisches Liederbuch / Diana Damrau, Sopran; Jonas Kaufmann, Tenor; Helmut Deutsch, Klavier // Warner Classics/ Erato, CD 0190295658683; TT 76:34


Wie wir Arbeit, Familie und Gesellschaft neu denken müssen

The Road to Somewhere – der Bestseller erstmals in aktualisierter deutscher Ausgabe
David Goodhart

The Road to Somewhere. Wie wir Arbeit, Familie und Gesellschaft neu denken müssen. Paperback: ISBN: 978-3-96706-018-8, ca. 340 S., 24,95 €,  Lieferbar auch:
Gebunden m. Schutzumschl.: ISBN 978-3-946014-80-5, 39,95 €, eBook: ISBN 978-3-96706-020-1, 19,99 €

Dieses Buch ist notwendiger denn je, wenn wir nach dem Covid-19-Schock umdenken und eine neue, bessere Gesellschaft schaffen wollen. Nicht nur als Deutsche, sondern als Europäer. - In ihm entführt uns David Goodhart in die Welt, die wir vor der Corona-Krise kannten. In die Welt, von der wir glaubten, dass Globalisierung und Wirtschaftsliberalismus weiter fröhlich nebeneinander existieren könnten bis ans Ende aller Tage. Doch der Schein trog. Längst hatten sich die westlichen Gesellschaften in zwei politische Lager geteilt, deren verbissenes Ringen weltweit zu populistischen Gegenschlägen führte, von denen Trump, der Brexit oder die AFD die sichtbarsten sind. David Goodhart führt uns in zwei Lager: Das der global und mobil denkenden Anywheres, die zwei Jahrzehnte die politische Agenda bestimmten. Und das der verwurzelt in Begriffen wie Familie, Heimat und Nation denkenden Somewheres. Während die Krise schonungslos den Kritikern von Hyper Mobilität und Just-in-time recht zu geben scheint, plädiert Goodhart dafür, dass es nur einen Weg gibt, um umzudenken: Indem wir endlich die Kluft zwischen Somewheres und Anywheres schließen. Der Populismus, so schreibt David Goodhart, „ist auch sehr modern: Seit dem Ende des real existierenden Sozialismus ist er das politische Instrument der weniger Erfolgreichen in den im historischen Vergleich immer noch extrem reichen und blühenden Gesellschaften, um die Erfolgreichen, die Bildungseliten, zu bändigen und auf den Boden zurückzubringen.“
Goodharts Thesen sind so schlüssig wie unbequem: Es muss Schluss sein mit der Dominanz der Anywheres. Wir müssen auch auf die vernünftigen Somewheres achten. Wir müssen die betriebliche Ausbildung im Ansehen der universitären gleichstellen. Frauenquote in Führungspositionen als politisches Programm ist Unsinn. Wir müssen den
Frauen, die sich für die Familie entscheiden, ebenso viel Achtung entgegenbringen wie den Frauen, die sich für die Karriere entscheiden. Wir müssen die Unternehmen zwingen, zunächst die eigenen Leute wieder anzustellen (vor allem die Jugendlichen) statt auf ein Heer von Osteuropäern zurückzugreifen. Migration muss auf ein vernünftiges Maß begrenzt werden. Denn Firmen haben zuviel Hunger nach kompetenten Arbeitskräften mit niedriger Lohnerwartung – das hat die Schieflage erst verursacht.
„Letztlich inspiriert nichts die Intoleranten zu mehr Toleranz als ein Überfluss an gemeinsamen und einigenden Überzeugungen, Ritualen, Institutionen und Vorgehensweisen“, so David Goodhart.

Der Autor: David Goodhart: Nach dem Eton-College studierte David Goodhart Politik an der York University. Er begann seine journalistische Karriere bei der Yorkshire Evening Post und wechselte im Anschluss zur Financial Times, für die er zwölf Jahre lang in den Ressorts Wirtschaft und Politik arbeitete. Von 1988 bis 1991 war er Deutschland-Korrespondent und gründete 1995 das politische Magazin Prospect. Er arbeitet für BBC Radio, The Guardian, The Indipendent, Times und Financial Times. Seine Werke The British Dream und The Road to Somewhere wurden internationale Bestseller.



Ein neuer Star-Tenor

Benjamin Bernheim und sein Debüt-Album bei der Deutschen Grammophon / Von Dr. Eberhard Kneipel
Benjamin Bernheim CD

Gerade mal 34 Jahre ist er alt und gilt schon als einer der angesagtesten Sänger seiner Generation.  An den großen Opernhäusern der Welt hat er bereits eine zweite Heimat gefunden und zieht da das Publikum mit ausgereifter Stimmkunst, mit sinnlicher Präsenz und seinem sympathischen Naturell in Bann. 2019 hat dann die Deutsche Grammophon den lyrischen Tenor aus Frankreich unter ihre Fittiche genommen, und Benjamin Bernheim hat sich prompt für den exklusiven Vertrag mit einem vielversprechenden Debüt-Album revanchiert. Es anzuhören, ist eine wahre Freude! 

„Die Partnerschaft mit dem historischen Label Deutsche Grammophon ist eine riesige Ehre für mich und eine sehr große Verantwortung. Sie treibt mich dazu an, auf dem absolut höchsten Level zusingen – das ist ein immenser Ansporn“, so Bernheim. 

1985 in Paris geboren, war der Sänger nach seinem Studium in Lausanne Mitglied im renommierten Internationalen Opernstudio an der Oper Zürich. Seither ist Bernheim als einer der begehrtesten Tenöre im lyrischen Fach und gastiert unter anderem an der Mailänder Scala, der Berliner und Wiener Staatsoper, am Royal Opera House und bei den Salzburger Festspielen. Überall fasziniert er mit seiner außergewöhnlichen Begabung. Und die beweist er auch in den großen Tenor-Partien seines Debüt-Albums: Italienischer, russischer und französischer Arien-Zauber verbindet sich da mit einer imponierenden Vielfalt an stimmlichen Nuancierungen und musikalischem Ausdruck. Da hören wir die berühmte und anrührende Arie des Lenski aus „Eugen Onegin“ von Peter Tschaikowski mit der Bernheim große Erfolge an der Deutschen Oper in Berlin feierte, oder auch die Arie „Tombe degli avi miei“ aus „Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti. Außerdem ist Bernheim als Rodolfo in Giacomo Puccinis „La Bohème“ zu erleben - für ihn „eine extrem traditionsreiche Rolle“ und zudem „eine große und reizvolle Herausforderung“, seine ganz eigene Version zu finden. Besonders am Herzen liegt dem Künstler das Repertoire seiner Heimat, das mit berühmten Arien aus „Werther“ und „Manon“ von Jules Massenet, oder auch aus „Roméo et Juliette“ und „Faust“ von Charles Gounod auf dem Album repräsentiert wird. „Das französische Repertoire erfordert eine extrem große Klarheit des Textes und der Intention dahinter“, sagt Bernheim. „Es ist so viel Poesie in diesen Stücken und es gibt hier ungemein viel zu entdecken. All das möchte ich in meinen Interpretationen herausarbeiten. Hier kann ich 150 Prozent geben und alle Facetten meiner Stimme zeigen.“  Für solche sängerische Hingabe und Virtuosität sind die Prager Philharmoniker und der Dirigent Emmanuel Villaume ideale Partner und Mitgestalter. Einfühlsam und  umsichtig, mit Kunst und Leidenschaft betten sie dem Gesang in beeindruckende Orte und Räume ein: Friedhof und Festsaal, Künstlermansarde und Balkon-Szene -   und sie tragen so dazu bei,  die Schwärmerei und das Glück, die Sehnsüchte und die Hoffnungen, die Not und die Verzweiflung der Protagonisten mit schönstem Stimm- und Stimmungszauber  auszuleuchten. Also kommt nicht nur helle Freude beim Hören auf – schnell stellt sich auch die Erwartung ein, dass dem vielversprechenden Debüt bald der nächste große Auftritt bei der Deutschen  Grammophon folgen möge ..  Die CD macht süchtig!

Benjamin Bernheim / Prague Philharmonia, Emmanuel Villaume // Deutsche Grammophon, 1 CD 483 6078


Räume für die Fantasie

Weimar: Hochschul-CD „Diversity“ präsentiert neue Songs aus dem Bereich Jazz und Improvisierter Gesang
HfM Weimar CD Diversity

Der englische Begriff „Diversity“ wird meist mit „Vielfalt“ übersetzt – ist jedoch noch viel weitreichender: Er bezeichnet den wertschätzenden, bewussten und respektvollen Umgang mit Verschiedenheit und Individualität in unserer Gesellschaft. Die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar versteht ihre Internationalität auch als ein Bekenntnis zur Vielfalt. Und so ist es naheliegend, dass die neue Hochschul-CD aus dem Bereich Jazz und Improvisierter Gesang den Titel „Diversity“ trägt. Auf der vom Tonstudio der Hochschule nach aktuellen Standards der Studiotechnik produzierten CD versammeln sich acht Songs, die unter der Federführung der Professoren für Improvisierten Gesang, Jeff Cascaro und Michael Schiefel, entstanden sind. „Es sind Songs voller Leichtigkeit und Ironie, verträumt oder eindringlich voller Soul“, erklärt der Weimarer Professor für die Geschichte des Jazz und der populären Musik, Martin Pfleiderer. „Melancholischer Folk, nur vom Klavier begleitet oder a cappella aufgefächert, steht neben surrealen Gesangsimprovisationen, die der Fantasie neue Räume eröffnen.“

Die Songs tragen poetische Titel wie „Utopia“, „Dream“ oder „Sunflower Blues“, andere heißen „Attraction of the unknown“ oder „When I fall in love“. Ergänzt werden sie um das Instrumentalstück „Spiekeroog“ für Gitarre, Trompete, Synthesizer, Schlagzeug und Bass. Das Schlussstück der CD ist das traditionelle slowakische Lied „Rosu dejte, o nebesa“ in einem Arrangement von Winnie Brückner: Es singt das Vokalensemble Euphonics der Weimarer Musikhochschule.

„Wir erleben auf dieser CD eine Vielfalt der Stimmen und Stimmungen, Themen und Musikgenres, vokalen Ausdrucksweisen und Gefühle“, so Prof. Pfleiderer. „Sie ist ein Zeugnis der musikalischen Imaginationskraft und des erstaunlichen künstlerischen Selbstvertrauens der jungen Musikerinnen und Musiker.“


Wir hoffen doch immer, dass Liebe gelingen kann.

Das Buch von Dr. Barbara von Bechtolsheim „Beziehungskünstler“ betrachtet auf unterhaltsame Weise 16 berühmte Künstlerpaare und zeigt, wie deren Beziehung Kunst hervorgebracht hat.
Beziehungskünstler Buch

Beziehungskünstler. Wie kreative Paare die Liebe meistern Dr. Barbara von Bechtolsheim Hardcover, 224 Seiten, 24,00 € (D) Zahlreiche s/w und Farbfotos, ISBN 978-3-86497-533-2 

Was war besonders beglückend und bereichernd in der Beziehung, etwa bei Rosa Lay und Neo Rauch, Joan Baez und Bob Dylan, Marilyn Monroe und Arthur Miller? Wie haben Ingeborg Bachmann und Paul Celan Rivalität und Berühmtheit, Alltag und Verlust in künstlerische Arbeit übersetzt? „Beziehungkünstler“ erzählt vom Mut zur Liebe und geht der Frage nach, wie uns diese Geschichten inspirieren können...

Die romantische Liebe, so wie sie uns in der Werbung präsentiert wird, entspricht kaum der Realität. Liebe, so Barbara von Bechtolsheim in ihrem neuen Buch „Beziehungskünstler“, liegt darin, „die Schönheit im Wesen des Anderen zu sehen und zu erspüren. Das bedeutet auch, keine Perfektion zu erwarten, sondern eine lebendige Beziehung“. Um sich dem vielschichtigen und teils flüchtigen, teils lebenslangen Weg der Liebe anzunähern, hat sie Künstlerpaare und -Beziehungen des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart untersucht. Herausgekommen ist ein weises Buch voller Inspirationen und Überraschungen zum ältesten Gefühl der Welt.

16 Künstlerpaare aus den Bereichen Musik, Kunst und Literatur stellt die Autorin vor, darunter Ingeborg Bachmann und Paul Celan, Zelda und Scott Fitzgerald sowie Rosa Loy und Neo Rauch. Was kann man also von Künstlerpaaren wie Marilyn Monroe und Arthur Miller oder Joan Baez und Bob Dylan lernen? Dass Kreativität auch die Liebe beflügelt! Es ist ihr untrennbar miteinander verwobener Lebensweg, der neugierig macht auf ihre Beziehung, auf die Leidenschaften und Irrwege dieser Künstlerpaare. In ihren Beziehungen werden sie daher für Leser menschlich und man erhält einen Eindruck von Leben und Schaffen, aber auch Lieben und Leiden außerordentlicher Menschen.

Die Literaturwissenschaftlerin Barbara von Bechtolsheim zeigt die Künstler in all ihrer Verletzlichkeit. „Unter diesem Eindruck habe ich auch gespürt, wie enorm viel Kraft und Inspiration von jedem Paar ausgeht, wenn man sich wirklich darauf einlässt“, so die Autorin. Paare, die gemeinsam in eine Richtung schauen, statt sich selbst permanent zu reflektieren, haben in der Liebe mehr Chancen, gehen kreativer mit der eigenen Beziehung um und finden Gemeinsamkeiten und Eingebung im Tun des anderen, sie wachsen miteinander und aneinander, so das Fazit der Autorin. Und so bietet „Beziehungskünstler“ nicht nur einen Einblick in menschliches und künstlerisches Miteinander, sondern regt dazu an, kreativ mit der eigenen Beziehung umzugehen und nicht zuletzt, Musik, Kunst und Literatur als verbindend in die Gemeinsamkeit hineinzuholen.

„… Anregungen für unsere eigene Liebesbeziehung“, so beschreibt Alain de Botton (The School of Life) dieses Buch in seinem Vorwort.

 


Die Geschichte Thüringens aus zwei Perspektiven

Zum 100. Geburtstag des Freistaats Thüringen
Buch Ulf Annel Die unglaubliche Geschichte Thüringens

Der Freistaat Thüringen wurde im Mai 2020 100 Jahre alt. Doch Thüringen hat viel mehr Geschichte zu bieten als nur 100 Jahre. Anlässlich dieses bedeutenden Geburtstages hat Verleger Dr. Lutz Gebhardt, selbst gebürtiger Weimaraner, mit seinen Erfurter Autoren Ulf Annel und Dr. Steffen Raßloff beschlossen, zwei spezielle Bücher noch einmal bis in die Gegenwart zu aktualisieren und eines davon sogar erstmals in 5. Auflage herauszubringen.

Zwei Bücher, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ulf Annels „Die unglaubliche Geschichte Thüringens“ erschien erstmals 1996 unter dem Titel „Die unernste Geschichte Thüringens“ beim WeymannBauer Verlag und wurde dann 2011 vom Eulenspiegel Verlag unter dem Titel „Die unglaubliche Geschichte Thüringens“ übernommen. Nun im RhinoVerlag erscheint die 5. aktualisierte Auflage in frischem Gewand mit einem überraschend neuen Ende und einem beinahe prophetischen Blick in die Thüringer Gegenwart. Alle fantastischen Illustrationen stammen aus der Feder Ioan Cozacus, eher bekannt als Nel. Ulf Annel gehört zum personellen Festbestand des Erfurter Kabaretts „Die Arche“, schreibt dort satirische Texte, die er auch selbst spielt und die auch von anderen Kabaretts gespielt werden. Darüber hinaus ist er Buchautor und Collagenschnippler, Kabarettregisseur und ein wacher Mensch mit ständig neuen Ideen.Und noch viel besser: „Die unglaubliche Geschichte Thüringens“ gibt es auch als Kabarett-Programm, als furiosen Historien-Surfkurs, besonders geeignet für Menschen, die gern Thüringen in den Grenzen von 530 wiedererstehen lassen wollen (Bayern und Niedersachsen protestierten schon). Aufführungen können über den Verlag und direkt beim Autor vereinbart werden - für Zeiten, wenn dies wieder gehen sollte.

Dem entgegen steht „Die kleine Geschichte Thüringens“ von Dr. Steffen Raßloff. Der 56. Band aus der Rhino Westentaschenbibliothek informiert präzise auf das Wichtigste fokussiert und reich illustriert und somit für ein breites Publikum aufbereitet die gesamte Geschichte Thüringens von den ersten steinzeitlichen Funden bis zur epochalen Ministerpräsidentenwahl 2020. Steffen Raßloff ist Historiker und beschäftigt sich seit annähernd 20 Jahren mit der Thüringischen Geschichte. Die meisten seiner Publikationen sind umfangreich, doch für die Rhino Westentaschenbibliothek hat er bereits einige Themen auf das Wesentliche zusammengefasst.

Während Raßloff Fakten aufbereitet und Geschichte umfassend erklärt, nimmt sich Annel die bestehenden Fakten und bastelt daraus eine Geschichte der Geschichte mit humoristischen Zügen. Der Geschichtswissenschaftler bestätigt dem Kabarettisten jedoch die historische Korrektheit und allein das lädt doch ein, zu einer witzigen Erzählung über Thüringens Geschichte zu greifen. Und um das Ganze noch einmal faktisch zu überprüfen und abzurunden, sollte die „Kleine Geschichte Thüringens“ nun wirklich in keinem Bücherregal in Thüringen fehlen.

Beide Männer sind Stammautoren der Verlagsgruppe grünes herz® und haben bereits mehrere Bücher im RhinoVerlag publiziert.

Ulf Annel: Die unglaubliche Geschichte Thüringens, Preis 14,96 Euro (D), 280 Seiten, Hartcovereinband, 32 Illustrationen von Nel, ISBN 978-3-95560-892-7

Steffen Raßloff: Kleine Geschichte Thüringens, Rhino Westentaschen- Bibliothek Band 56, Preis: 5,95 €, 96 Seiten; Format: 8 x 11,5 cm, Hardcovereinband, fadengebunden, mit Glanzfolie veredelt, 40 farbige Abbildungen, ISBN: 978-3-95560-056-3


Licht und Schatten der Provinz

Der aktuelle Roman von Volker Müller (Greiz)
Volker Müller Greiz Buch Abschied von Sontamur
Volker Müller: Abschied von Sontamur, Roman, Engelsdorfer Verlag; Taschenbuch, 320 Seiten; Art.Nr.: 978-3-96145-930-8 - Externer Link zum E-Book

Ist es ratsam oder überhaupt zu verantworten, als Helden für einen Roman, der mehrere Epochen der Entwicklung eines Landes beleuchten will, einen Mann zu nehmen, der nichts weniger als blanker Durchschnitt ist? Als Wissenschaftler, Ehemann, Liebhaber, Zeitgenosse, Nachbar, Freund. Andererseits: Lässt sich ein besserer Held denken? Jener mittlere Typ schwebt schließlich nicht himmelhoch über uns, erschlägt uns nicht mit seinen Visionen und Heldentaten, lässt uns nicht vor Neid erstarren, macht uns nicht kleiner, als wir uns ohnehin schon fühlen. Nein, ihm können wir die Hand reichen. Und alles, was sich Gutes über ihn sagen lässt, könnte auch uns zukommen. Außerdem ist es nicht uninteressant, wie sich ein Nicht-Großer oder Nicht-Starker durchs Leben schlägt. Es kann sogar höchst spannend sein. Und dann gibt es ein Drittes zu bedenken: Alles fließt, nichts bleibt, wie es ist. Im Wechsel der Zeiten kann, was einmal als nicht gerade aufregend oder vorwärtsweisend galt, nach und nach geradezu atemberaubend an Statur gewinnen. Das alles wäre zu bedenken, bevor jemand den Stab bricht über Hans Berg, die Hauptfigur in Volker Müllers Dreiteiler „Abschied von Sontamur“, den einst intensiv mit Energiefragen befassten Physiker, der mit seiner Frau Julia nach Jahrzehnten der Hauptstadt Mantribur den Rücken kehrt, eines in den heimatlichen Bergen ererbten Hauses wegen ...

Volker Müller: Ich wollte keinesfalls ein Klagelied auf die Provinz schreiben. Die Auseinandersetzung des Helden mit Vergangenheit und Gegenwart soll etwas Packendes, vielleicht sogar Ermutigendes, Vorwärtsweisendes bekommen. Und die Provinzstadt Sontamur wird reichlich Licht und Schatten, bei aller kritischen Sicht der Dinge also auch manches Anziehende haben. Natur, Kunst, Musik, das sogenannte schwache Geschlecht – vornan Bergs reizvolle, lebenslustige Frau Julia – stehen von der künstlerischen Gewichtung her ebenbürtig neben den Zeitproblemen. Über das Ehepaar Berg begegnet der Leser einer Fülle von Menschen, Schicksalen, einprägsamen Konstellationen.

Der Autor: Volker Müller, geboren 1952 in Plauen, aufgewachsen in Hohndorf bei Elsterberg. 1970 Abitur in Greiz. Studium an der Pädagogischen Hochschule Erfurt/Mühlhausen in der Fachrichtung Deutsch/Russisch. Nach drei Pflichtjahren im Schuldienst bis 1989 vorwiegend als Musiker tätig. Von 1990 bis 1996 Redakteur bei einer Tochterzeitung der „Frankenpost“. Seit 1998 freier Journalist und Autor.

Bücher über Bach, Fontane, Mozart, Tschechow, Schumann und die Greizer Literaturszene. Außerdem die Prosabände Das Galakonzert, Kormorane und Blondinenrettung, der Roman Corvette Menz, die Lyrikbände Einen Taubenflug groß ist meine Stadt und Vergessene Zentimeter, das gemeinsam mit Peter Zaumseil gestaltete Kunstbuch Lob der Bäume sowie der Stückeband Im wunderschönen Monat Mai und der Essayband Quartett für die Ewigkeit. Der 2008 erschienene Band Das Galakonzert kam 2018 unter dem neuen Titel Bäume malen im November in einer verbesserten Fassung heraus. Zwei Schriftstellerstipendien des Freistaats Thüringen. Vogtländischer Literaturpreis 2018.


Trost in schwieriger Zeit

CD des Philharmonischen Orchesters Altenburg Gera
Philharmonisches Orchester Altenburg Gera

Die Neuinterpretation zweier Hauptwerke des polnisch-russischen Komponisten Mieczysław Weinberg (1919-1996) im Frühjahr 2019 am Theater Altenburg Gera sorgte für überregionales Aufsehen: Kay Kuntzes Inszenierung der Oper „Die Passagierin“ fand eine unerwartet große Publikumsresonanz und wurde für den Theaterpreis Der Faust nominiert. GMD Laurent Wagner dirigierte ergänzend dazu auch Weinbergs sechste Sinfonie op. 79 in der Reihe der Philharmonischen Konzerte. Das beeindruckende Konzert gemeinsam mit dem Konzertchor des Geraer Rutheneums wurde von Deutschlandfunk Kultur übertragen. Nun erscheint Weinbergs sechste Sinfonie beim Leipziger Label Klanglogo auf CD.
Wie in der Oper „Die Passagierin“, so arbeitet Weinberg auch in seiner sechsten Sinfonie seine traumatischen Erfahrungen des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs auf. Schmerzhaft waren bereits seine persönlichen Erfahrungen - dass er als junger Mann aus seiner Heimatstadt Warschau vor den Nationalsozialisten floh, rettete ihm das Leben, während seine gesamte Familie ermordet wurde, wie er Jahre später erfahren musste. Hintergrund der sechsten Sinfonie ist jedoch nicht sein persönlicher Verlust, sondern das Babi-Jar-Massaker von 1941, bei dem über 33.000 Juden aus Kiew, vor allem Frauen und Kinder, in der Babi-Jar-Schlucht erschossen wurden.  Gerade das Vergehen an unschuldigen Kindern, die eigentlich die Hoffnung der Menschen auf eine bessere Zukunft sein sollten, bewegt Weinberg in dieser Sinfonie und so appelliert er an die Verantwortung nachfolgender Generationen für eine bessere Welt und sendet versöhnliche Botschaften. Durch drei in der Sinfonie vertonte Gedichte dreier sowjetischer Schriftsteller kommen Weinbergs Intentionen auch wörtlich zum Ausdruck.

Generalmusikdirektor Laurent Wagner verabschiedete sich u. a. mit dieser CD nach sieben Spielzeiten am Theater Altenburg Gera von seiner Wirkungsstätte. Hier hat er sich neben dem Kernrepertoire auch zahlreichen „Ausgrabungen“ gewidmet: z. B. die Oper „Rübezahl und der Sackpfeifer von Neiße“ von Hans Sommer, zwei Hebräische Kammeropern von Josef Tal und Michail Gnesin oder die Jubelkantate von Albert Lortzing – allesamt ebenfalls auf CD erschienen.

Mieczysław Weinberg (1919-1996): Sinfonie Nr. 6 für Knabenchor und Orchester op. 79, Philharmonisches Orchester Altenburg Gera, Konzertchor Rutheneum, Choreinstudierung Christian K. Frank, Dirigent GMD Laurent Wagner

Die CD ist zum Preis von 17,- € zzgl. 3,- € Versandgebühr ist erhältlich unter der Mailadresse kasse@theater-altenburg-gera.de

und nach Wiederöffnung in den Theaterkassen in Altenburg und Gera sowie im regulären, weltweiten Handel.


Geheimtipp für Wanderer in Thüringen

Regionalführer „Weidatal im Vogtland“ von Mirko Köhler
Weidatal im Vogtland Regionalführer

DAS WEIDATAL

Im Thüringischen Vogtland wurden einst mit ersten Burgen, Kirchen und Klöstern die Grundsteine für das Land der Vögte gelegt. Entlang des Flüsschen Weida sind viele dieser sagenumwobenen Orte erhalten. Beeindruckend sind die Einblicke in die Geschichte der Region, mannigfaltig die Ausblicke in ein Ensemble von Sehenswürdigkeiten und Naturerlebnissen. Ein vortreffliches Terrain, um fernab ausgetretener Pfade Orte in einem geschichtsträchtigen Landstrich zu besuchen.

DER REGIONALFÜHRER ist für Urlauber gedacht, die sich länger als einen Tag in der Region aufhalten. Es sind (fast) alle Möglichkeiten aufgezeichnet, die man vor Ort bzw. im näheren Umkreis in der Freizeit nutzen kann. Der Regionalführer beinhaltet Informationen zu Landschaft und Geschichte, Beschreibungen der Freizeitmöglichkeiten, Wanderungen Ausflugstipps und die wichtigsten Telefonnummern. Die Wanderungen sind mit roter Linie in Ausschnitten aus einer Wanderkarte nachvollziehbar. Damit sich der Nutzer gut zurecht findet, sind Hintergrundinformationen in Kästen gesetzt, und bevor eine Wanderung beginnt, gibt es einen kurzen Überblick zu Wegelänge, Wanderzeit, Varianten und Besonderheiten. Außerdem erfährt man, ob man mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine Strecke bewältigen kann. Die Wanderwegsmarkierungen in der Natur führen auch durch den Text. 

www.gruenes-herz.de


Musikland Thüringen

Eine Entdeckungsreise in über 70 Orte
Musikland Thüringen

Das erste Mozartdenkmal auf deutschem Boden? Das steht in Tiefurt in Thüringen.
Das erste Musikfestival in Deutschland? Das fand in Frankenhausen in Thüringen statt.

Das Musikland Thüringen liegt nicht nur in der Mitte Deutschlands, es ist auch eine klingende Herzkammer der europäischen Musikkultur – und dies in Vergangenheit und Gegenwart. Und Thüringen ist mehr als nur ein Bach-Land. Museen, Theater und Orchester, eine vielfältige und außerordentliche Orgellandschaft, eine lebendige Festivalkultur laden zu zahlreichen Entdeckungen vom 11. Jahrhundert bis in die heutige Zeit ein. Erstmals wird nun dieses reiche Erbe und diese lebendige Gegenwart in dem Kulturführer „Musikland Thüringen“ zusammengefasst. Herausgegeben haben den Band, passend zum aktuellen Themenjahr „Musikland Thüringen“, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen zusammen mit dem Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena und dem Thüringischen Landesmusikarchiv Weimar an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar.
 
Auf mehr als 200 Seiten werden aus 74 Orten in ganz Thüringen über 240 Ereignisse, Personen, Institutionen und musikalische Highlights in knappen Einträgen beschrieben und zum Besuch empfohlen. Die Autorinnen und Autoren, allesamt Kennerinnen und Kenner der lokalen Musikkultur, präsentieren zahlreiche und vielfältige Entdeckungsmöglichkeiten. Neben den musikalischen Zentren Eisenach, Erfurt, Gotha, Jena, Meiningen und Weimar lenken sie den Blick u.a. nach Apolda (Glocken), Bedheim (Schwalbennestorgel), Nordhausen (Erfindung des Pianofortes), Merxleben (Ort des Taktläutens), Sondershausen (tiefste Konzerthalle Deutschlands) und Suhl (Geburtsort des Volkslieddichters Ernst Anschütz, Komponist des Liedes „Fuchs, Du hast die Gans gestohlen“).
 
„Wir wollen den Zugang zur Thüringer Musikkultur für jedermann ermöglichen“, begründet Gerhard Grandke, Präsident der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, das Engagement der Stiftung. Sieben Themenartikel bieten einen Überblick über Thüringer Besonderheiten, etwa die Orgel- und Orchesterlandschaft, die Musik zu Zeiten der DDR, aber auch die zahlreichen Musikfestivals im Freistaat. Darüber hinaus gibt es – abrufbar mit dem Smartphone via QR-Code – zahlreiche Musikbeispiele, die das Musikland Thüringen auch sinnlich erfahrbar werden lassen. Adressen, Kontaktmöglichkeiten und Hinweise zu Öffnungszeiten ergänzen den Serviceteil. Das Buch, das beim Verlag „Schnell & Steiner“ erschienen ist, ist ab sofort in jeder Buchhandlung erhältlich.
 
Weitere Informationen auf der Verlagswebsite:

https://www.schnell-und-steiner.de/artikel_10183.ahtml